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5.0 von 5 Sternen Kurztexte, die für das Gesamtwerk von Andreas Maier einen zentralen Stellenwert besitzen
In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen 2006 , die bei Suhrkamp unter dem Titel "Ich" veröffentlicht wurden hatte der hessische Schriftsteller Andreas Maier schon einem breiteren Publikum Rechenschaft gegeben über die Hintergründe seines Schreibens:

"Ich bin nur ein Mensch auf der Suche nach Worten, die längst schon gefunden sind, die im...
Veröffentlicht am 17. Juni 2010 von Winfried Stanzick

versus
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Larmoyant!
Zuerst einmal: Ich habe dieses Buch versehentlich als Hardcover bestellt. Okay, das war mein Fehler, aber 17,80 Euro für ein Buch von gerade mal 132 Seiten? Mit Texten zudem, die bereits anderwertig veröffentlicht wurden? Das ist schon etwas dreist!

Aber wenn der Inhalt wenigstens sein Geld wert wäre ... Wenn nicht auf dem Bucheinband...
Veröffentlicht am 6. Mai 2012 von Heinrich


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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurztexte, die für das Gesamtwerk von Andreas Maier einen zentralen Stellenwert besitzen, 17. Juni 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Onkel J.: Heimatkunde (Gebundene Ausgabe)
In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen 2006 , die bei Suhrkamp unter dem Titel "Ich" veröffentlicht wurden hatte der hessische Schriftsteller Andreas Maier schon einem breiteren Publikum Rechenschaft gegeben über die Hintergründe seines Schreibens:

"Ich bin nur ein Mensch auf der Suche nach Worten, die längst schon gefunden sind, die im Matthäusevangelium schon alle dastehen, in perfekten logischen Sequenzen, schärfer, als Wittgenstein es je gekonnt hätte, eine erschöpfende Analyse dessen, warum wir falsch sind und warum wir dadurch schuldig werden vor allem und vor jedem, nämlich bloß kraft unseres wahrheitsfernen Tuns. Eine literarische Form dafür zu finden ist sehr schwer, ich glaube, man kann keine Form dafür finden, daß wir falsch sind, keine ernste, denn eine Form, die sich vom Einverständnis des Lesers verabschiedet, ist keine Form, sondern für den Leser eine Zumutung, wie ja auch das Matthäusevangelium. Das größte philosophische Werk des Abendlandes. Das uns nichts sagt als bloß: Seid nicht. Das uns sagt: Wenn ihr aufhört, zu sein, dann seid ihr. Meine Damen und Herren ,wenn wir uns im Matthäusevangelium wieder finden, dann immer nur auf der Seite der Hohepriester, immer auf der Seite der Kleingläubigen, der Rechthaber, der Schriftgelehrten und Sophisten. Also auf Seiten derer, die sich verteidigen, die verteidigen, was sie haben, als sei das richtig, das ist unser tägliches Brot, die Selbstverteidigung, aber dieses Brot hat uns Gott nicht gegeben, und übrigens auch die Philosophie nicht, und die Literatur auch nicht. Und Sie begreifen vielleicht gar nicht , was das ist. Die Sie alles, was Sie haben und tun und wollen und erlangen, für natürlich und gut halten, und wenn Sie kurz nachdenken würden, aber im Ernst nachdenken, kehrten Sie um, aber das werden Sie nicht tun."

Die nun unter dem Titel "Onkel J. Heimatkunde" vorgelegten gesammelten Kolumnen von Andreas Maier sind ein treffendes Beispiel dafür. Obwohl sie fast ausschließlich von seinen hessischen Erfahrungen in der Wetterau, seiner Heimat und aus Frankfurt, wo er lebt, handeln, sind seine "Neulich"-Kolumnen von 2005 bis 2010 in der Wiener Zeitschrift "Volltext" erschienen. Man fragt sich beim Lesen des öfteren, warum es keine der beide große Frankfurter Zeitungen gewesen ist, die sich für seine Texte interessierte, sondern eine Wiener, deren Leser herzlich wenig anfangen können mit der Philosophie, wie sie in Sachsenhäuser Apfelweinkneipen getrieben wird.

Maier bezeichnet diese Kurztexte, die amüsant zu lesen sind, und dennoch voller hintergründigem Sinn stecken, als zentralen Text im Übergang von seinen ersten vier Romanen zu seinem neuen Projekt "Ortsumgehung" auf das ich schon sehr gespannt bin. "Alles gehört zusammen", sagt er, "und für alles ist das Kolumnenbuch der Kern".
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4.0 von 5 Sternen Überall ist Wetterau, 22. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Onkel J.: Heimatkunde (Gebundene Ausgabe)
Kennt man Andreas Maier bereits als Romanautor, bekommt man hier im Kleinen (d.h. Kurzen, nicht Geringeren) das, was man kennt. Und gegebenfalls schätzt.

Kennt man ihn noch nicht, läßt man sich womöglich auf ein Wagnis ein. Ein Experiment im geistigen Bockspringen: So schnell, wie die Themen (scheinbar) wechseln und die Assoziation fließen, so schnell kann und mag vielleicht nicht jeder folgen. Wer den roten Faden jedoch trotz Verwirrung und auch so mancher Irrung zu verfolgen vermag, der hat sicherlich seine Freude an den kleinen gedanklich-semantischen Kabinettstückchen aus der Wetterau.

Denn schließlich ist die Wetterau ja nicht nur in Oberhessen zu finden; die Wetterau ist überall in der Republik (nur vielleicht nicht im Wendland, wo Maier natürlich auch "neulich" mal war...)
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Larmoyant!, 6. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Onkel J.: Heimatkunde (Gebundene Ausgabe)
Zuerst einmal: Ich habe dieses Buch versehentlich als Hardcover bestellt. Okay, das war mein Fehler, aber 17,80 Euro für ein Buch von gerade mal 132 Seiten? Mit Texten zudem, die bereits anderwertig veröffentlicht wurden? Das ist schon etwas dreist!

Aber wenn der Inhalt wenigstens sein Geld wert wäre ... Wenn nicht auf dem Bucheinband stände, dass der Autor Jahrgang '67 ist, und wenn er im Text nicht mehrfach auf sein Alter anspielen würde, so hätte ich ihn auf 60, eher 70 oder mehr geschätzt. Jedenfalls scheint er sich so alt zu fühlen! Dieses wehleidige Gejammer über die Veränderungen in seiner engeren Heimat (die Wetterau) wirkt ziemlich jämmerlich bei einem Mann um die 40. Fehlt nur noch der Satz "Früher war alles besser!" Diese Botschaft vermittelt jedenfalls ein Großteil der Texte; Klagen über das Schließen einstiger Stammkneipen, über die Errichtung von Umgehungsstraßen - und auf der nächsten Seite über den Verkehr auf den Durchgangsstraßen!

Andererseits ist das auch wieder irgendwie konsequent; schließlich bezeichnet sich der Autor (offenbar ernsthaft?) als Verfasser von Heimatliteratur (aus der Wetterau, versteht sich). Natürlich hat sich diese Gegend über die Jahrhunderte immer verändert, und sie wird das auch weiter tun; das ist eigentlich banal, doch offenbar nicht allen klar.

Manchmal allerdings habe ich den Verdacht, dies ist alles nur Mache, nur Selbststilisierung, und Maier mimt den etwas bornierten Provinz-Autor nur, weil er halt eine Marktlücke entdeckt hat. Sein erster Roman (also mutmaßlich Wäldchestag: Roman (suhrkamp taschenbuch)) sei mehr oder weniger eins zu eins aus den Monolgen seiner Tante entstanden; ansonsten sei er damit ausgelastet, die (verbliebenen) Kneipen der Wetterau zu frequentieren und reichlich Äppelwoi und andere Spirituosen zu konsumieren. Glaubhaft? Ich weiß nicht ... Bekommt man so diverse Stipendien? (Die werden einem nicht nachgeworfen! Oder doch?) Landet man so als Autor bei Suhrkamp? (Andererseits: Die Wetterau liegt ja unweit von Frankfurt, und dort sitzt Suhrkamp.)

Wie auch immer: In seiner Larmoyanz werden mir diese Kolumnen selbst über die wenigen Seiten der Texte rasch über. Einige Highlights gibt es dennoch, etwa wenn Maier bei seiner Lektüre von "Mein Kampf" sich an Thomas Bernhard erinnert fühlt; dann kommt bei mir der Verdacht auf, dass Maier intelligenter und belesener ist, als er tut.

Trotzdem muss ich mich schon wundern, was inzwischen so alles bei Suhrkamp verlegt wird. Steht es um das Haus von Peter Suhrkamp und Siegfried Unseld wirklich so schlecht? Peter Handke, einer der letzten renommierten Autoren des Hauses, liegt längst in literarischer Agonie, und sonst ...?
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Kolumnenbuch, das Lust auf mehr macht, 26. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Onkel J.: Heimatkunde (Gebundene Ausgabe)
In dem vorliegenden Buch sind Kolumnen enthalten, die Andreas Maier in der österreichischen Zeitschrift "Volltext" publiziert. Also diesmal kein Roman, sondern eine Sammlung schöner, teils aberwitziger, teils melancholischer Abhandlungen, in denen Andreas Maier feststellt, dass er auch den ungepflegten Onkel J. in sich trägt, was ihm beispielsweise nach dem Kauf einer Kamelhaarjacke, deren Tragen eine ganz eigene Wirkung auf das Umfeld hat, nach und nach klar wird. Sinniert wird u.a. über den Trend, nach Berlin zu ziehen oder dies eben nicht zu tun, über jonglierende Bartträger im Wendland und der Lesung in der JVA Butzbach, in der ein gewisser Herr Albert sich als einen der in sich ruhensten Menschen erweist, von dessen Haltung man sich gerne eine Scheibe abschneiden würde.
Ich war von dem Buch sehr angetan. Vielleicht auch deshalb, weil ich davor "Bullau - Versuch über Natur" und "Ich. Poetikvorlesungen" von Andreas Maier gelesen habe, beides kostbare kleine Bücher, die einem den Autor näher bringen als vielleicht die Romane (die jedoch auch allesamt sehr lesenwert sind). In "Onkel J. Heimatkunde" zeigt Andreas Maier mehr davon, wie er die Welt sieht. Er schaut Fremd auf das Vertraute und und umgekehrt und das in literarisch brillianter Form.

Möglicherweise scheiden sich an Andreas Maier die Geister. Ich gehöre zu denen, die seine Art zu schreiben mögen, nämlich dass er Dinge anreißt, umschreibt und Ungesagtes ungesagt lässt, sich nicht berufen fühlt, dem Leser etwas zu erklären. Seine Bücher sind beinhalten immer ein Geheimnis jenseits der Sprache, was er selbst als wichtige Aufgabe von Literatur sieht und das gelingt ihm bestens.

Ich denke, dass Andreas Maier aber eigentlich mehr Platz und Raum braucht, um seine Prosa zu entfalten, als dass Kolumnen genügen könnten. Aber glücklicherweise stellt dieses Buch ja den Beginn des Projekts "Ortsumgehung" dar, sodass es dann - da bin ich ganz zuversichtlich - am Ende alles rund werden wird.
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7 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Aus dem neuen Leben eines Taugenichts, 16. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Onkel J.: Heimatkunde (Gebundene Ausgabe)
Man nehme eine gute Portion Geschwätzigkeit von Eckhard Henscheid, ergänze ein wenig Lebensmattheit von Wilhelm Genazino, würze mit einer Prise Melancholie von Landsmann Peter Kurzeck, schmecke das Ganze mit ein wenig Thomas Bernhard ab - und fertig ist die Laube oder wohl besser "Onkel J. Heimatkunde"!

Was ein Beuys für die gestaltende Kunst, das könnten Autoren wie Andreas Maier für die schreibende Zunft werden: Überschätzt, mit Stipendien am Künstlerleben erhalten produzieren sie eines Tages "Trash". Und ähnlich wie seinerzeit Beuys grinst Autor Maier nur müde ob der von ihm durchaus erkannten unverdienten Lorbeeren für seine scheiternden Schreibversuche.

Nicht die Schreibblockade ist der Skandal, sondern deren Veröffentlichung. Nicht das fehlende Talent ist anzuprangern, sondern wie Maier mit den ihm verliehenen Gaben umgeht. Den schreiben kann Andreas Maier ohne Zweifel. Auch in diesem Büchlein blinken immer mal wieder feine Fragmente auf. Doch fehlt dem Buch durchgängig Kraft und Vitalität. Und nur weil Verlag und Lektor drängen, sollte kein Autor vorzeitig ein Buch publizieren.

Der Autor und Journalist Andreas Merkel schreibt passend zu diesem Dilemma: "Und das Schlimmste daran war der Fluch, für immer auf eine Weise mit der eigenen Talentlosigkeit konfrontiert zu sein, die zu durchschauen einem fast schon wieder wie ein Talent erschien ..." (SZ 29./30. Mai 2010). Man muss nicht jeden Stuss, den jemand produziert, der sich für einen begabten Autor hält, gut finden. Und man darf Stuss Stuss nennen.

Die einzelnen Kapitel bei Andreas Maier beginnen immer mit "Neulich ...". Ich fahre daher so fort: Neulich las ich ein Buch. Es war Zeitverschwendung. Leider.
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Onkel J.: Heimatkunde (suhrkamp taschenbuch)
Onkel J.: Heimatkunde (suhrkamp taschenbuch) von Andreas Maier (Taschenbuch - 25. Juli 2011)
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