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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die ganze Härte des Lebens
Die Themen des Romans der französisch-senegalesischen Autorin, einer bekennende Französin, die zurzeit in Berlin lebt, haben viel mit ihrer Herkunft zu tun: mit Migration, mit der Unterschiedlichkeit von Kulturen und Ethnien, mit dem Makel der Geburt und den daraus sich ergebenden Ungerechtigkeiten. Drei Frauen sind es - Norah, Fanta und Kadhya Demba -, die als...
Veröffentlicht am 15. August 2010 von Günter Nawe "Herodot"

versus
29 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich bis fremdartig
INHALT:
Die Lösung des Dilemmas der Frauen, die Verteidigung ihrer Würde, ist interessant angelegt. Verankert in der mystischen weiblichen Kraft etwas Besonderes und ein neuer, ungewöhnlicher Weg. Hierfür Pluspunkte.

STIL uns SPRACHE:
Für mich langatmig bis nervend. Viel zu lange Sätze, die sich problemlos in kleinere...
Veröffentlicht am 4. August 2010 von MH


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die ganze Härte des Lebens, 15. August 2010
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
Die Themen des Romans der französisch-senegalesischen Autorin, einer bekennende Französin, die zurzeit in Berlin lebt, haben viel mit ihrer Herkunft zu tun: mit Migration, mit der Unterschiedlichkeit von Kulturen und Ethnien, mit dem Makel der Geburt und den daraus sich ergebenden Ungerechtigkeiten. Drei Frauen sind es - Norah, Fanta und Kadhya Demba -, die als Protagonistinnen jeweils eine Geschichte des Romans bestimmen.

Marie NDiaye hat diese drei Geschichten sehr lose miteinander verknüpft, sodass nur bedingt von einem Roman die Rede sein kann. Es sei denn, und das war wohl auch die Absicht der - als erste schwarze Autorin - mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Autorin: man sucht und findet die Verbindung nicht in der Handlung, sondern in den Psychologie des Buches.

Alle drei als "stark" bezeichneten Frauen sind dies eigentlich nur vor dem Hintergrund der Schwäche der Männer, die ihr Leben bestimmen oder bestimmt haben. Das gilt besonders für Norah, die ihrem Vater aus Frankreich in den Senegal folgt, um dort ihren Bruder Sony zu verteidigen, der angeklagt ist, seine Schwiegermutter getötet zu haben. Ein Geflecht von Verletzungen, von Lügen, von Hass und Selbsthass, die nicht nur am Vater festgemacht werden können, sondern auch in Norahs Biografie, muss entflochten werden. Aus diesem Prozess wird Norah gestärkt hervorgehen und ihrer Aufgabe gewachsen sein.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils, einer fast eigenen Geschichte, steht Rudy Descas.Er ist ein absoluter Versager, ein Loser, der seine Frau Fanta, eine Senegalesin und einheimische Lehrerin liebt, sich umso mehr aber selbst hasst. Irgendwann zwingt er Fanta, mit ihm den Senegal zu verlassen und nach Frankreich zu gehen. Was ein Neuanfang werden sollte, wird erneut zu einem Fiasko. Zum beruflichen Abstieg kommen die seelischen Probleme: Selbstbetrug und Selbstanklage, Erinnerungen an den Vater, einen Mörder, mit dem Rudy sich zunehmend identzifiziert. Und jetzt das. Er fordert Fanta, seine einzige, seine große Liebe, um die sich alles dreht, bis an die Grenzen des Erträglichen.

Ein dramatisches, ein schreckliches Schicksal erleidet Khady Demba, Hauptfigur der dritten und der eindringlichsten Erzählung. Die Familie ihres Mannes hat sie nach dessen Tod verstoßen. Ihr weiteres Leben verläuft emotional und real an den Grenzen zwischen Afrika und Europa, zwischen dem Senegal und Frankreich. Und deshalb auch ein Leben am Abgrund. Als Prostituierte landet sie in einem Durchgangslager. Sie lernt die ganze Härte des Lebens kennen - bewahrt sich aber auf eine kindliche Art ihre Menschenwürde. Sie bleibt ihrem Mann treu - bis in den Tod.

Alle drei Frauen sind Außenseiter in und zwischen den Kulturen. Sie leben jeweils in Grenzsituationen, die sie in jeder Hinsicht fordern. Hier allerdings eine Verbindung zur eigenen Biografie zu sehen, lehnt Marie NDiaye ab. Sie ist eine Schriftstellerin, die nicht in irgendwelchen Kategorien denkt. Sie schreibt und beschreibt - und das auf, wie in diesem Roman, auf beklemmend schöne Weise. Das hängt nichtz zuletzt mit der Sprache zusammen. NDiaye erzählt souverän und mit großer Präzision. Vor allem in den Dialogen. Ihr gelingt es so bis in die tiefsten Schichten der Seelen ihre Figuren zu dringen.

Mit "Drei starke Frauen", einem literarischen Meisterwerk, hat sich Marie NDiaye in die vordere Reihe der europäischen Literatur geschrieben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausweitung des Begriffes "Stärke", 22. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat mich sehr tief beeindruckt und hinterlässt grosse Spuren in meinem Leben. Es werden drei Geschichten von Frauen erzählt, die Schwieriges zu bewältigen haben. Frau Marie NDiaye beschreibt präzise was in den Frauen vorgeht (in einer Geschichte, die von Fanta, aus der Perspektive des Ehemannes). Das exzellente psychologische Einfühlungsvermögen und die Kunst es in Worte zu fassen ist bemerkenswert. Besonders die letzte Geschichte, die von Khady, die gezwungen wird nach Europa zu flüchten hat mir den Begriff "Stärke" und "Würde", in meinem Verständnis, um einiges Erweitert. In einer Welt voller Bösartigkeiten ein Gefühl des eigenen Wertes zu besitzen und zu erhalten und es nicht zu verlieren ja das ist wirklich Stärke und ich habe etwas für mich gelernt. Danke für dieses Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, 15. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
Eine afrikanische Tragödie, unterteilt in drei Frauen-Geschichten über Afrika, das Exil, über Gewalt und Verrat. Meistens ausgelöst durch ihre Männer oder Väter, die Familie als die Hölle auf Erden.
Marie N,Diaye besitzt großes erzählerisches Talent, sprachlich einen akribisch-treffenden einzigartigen Stil. Die Erzählungen sind abgründig, tiefgründig, einfach das Beste, was ich seit langem gelesen habe. Ich bin sehr froh, daß ich dieses Buch gefunden habe.
Daher kann ich diesen Erzählband wärmstens weiterempfehlen, auch für Leser, die keine Afrika-Fans sind. Denn DREI STARKE FRAUEN ist mitreißend und bietet nachhaltig spannende Unterhaltung.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen weit mehr als nur ein Frauenroman, 4. Juli 2010
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
Dieser beeindruckende Roman schlägt Brücken zwischen Generationen, auch zwischen Afrika und Europa, aber er teilt die Welt nicht in Mann und Frau.

Die Rede ist in diesem Buch von Nora und ihrem Vater. Der ist ein Schwächling und versteckt sich hinter seiner Leibesfülle und seiner Schreckensherrschaft als Patriarch der Sippe.

Der Leser erhält Zutritt und Einblicke in diese afrikanische Familie. Er wird Zeuge von Veränderungen. Noras Mutter verlässt ihren Mann. Auch Nora, die an der Seite ihrer Mutter bleibt, bekommt eine Tochter. Damit sind die trei tragenden Frauengestalten dieses Romans angekommen.

Was kann eine Frau alles ertragen? Das habe ich mich als Mann beim Lesen dieses Buches oft gefragt. Großmutter, Mutter und Tochter tragen viel. Obwohl die Jüngste jahrelang zur Prostitution gezwungen wird, verliert keine der Frauen je ihre Würde.

Diesem Roman ist nicht genug Achtung geschenkt, wenn man ihn nur als Frauenroman abtut. In ihm steckt viel mehr. Da ist die Beziehung zu Europa, da ist auch die Nichtverurteilung der Autorin den Männern gegenüber und da sind die vielen Ungerechtigkeiten der gesellschaftlichen Systeme.

Marie NDiaye schreibt warum die Männer so geworden sind und das ist für mich das eigentlich spannende an diesem Roman. Die Autorin ist dem Teufelskreis der Gewalt auf der Spur und sie versucht diesen Teufelskreis zu zerbrechen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei starke Frauen = Ein starkes Buch!, 27. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch finde ich sehr lesens- und empfehlenswert.
Obwohl in ihrem ganz eigenen, vielleicht etwas aussergewöhnlichem, aber anspruchsvollem Stil geschrieben, hat mich die Schriftstellerin mit den Geschichten um drei Frauen überzeugt.
Die erste Frau, eine erfolgreiche Juristin in Frankreich wird von ihrem dominanten Vater nach Afrika zitiert, und obwohl dieser Mann sie in der Kindheit verlassen hat, geht sie dorthin und mutiert in dessen Haus wieder zu dem kleinen unsicheren Mädchen, dass sie einst war. Der Vater will, dass sie ihren Bruder verteidigt, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt....
Die Geschichte der zweiten Frau wird interessanterweise aus der Perspektive des Ehemannes erzählt.
Er, ein smarter Franzose verliebte sich in eine stolze Afrikanerin und beide leben in Afrika bis etwas passiert und er seine Frau mit falschen Versprechungen nach Frankreich lockt, wo sie nun dahinlebt....
Die Geschichte der dritten Frau ist für mich persönlich die stärkste.
Eine Afrikanerin wird nach dem Tod ihres Ehemannes aus dem Haus der Schwiegereltern nach Europa geschickt. Doch die Flucht endet in einem maroden Boot, von woaus sie ins Wasser springt und sich schwer verletzt. Es folgt ein Abgleiten in Flüchtlingslager, Prostitution und Elend.
Dann wagt sie einen neuen Versuch, der allerdings dramatisch endet.

Ein aussergewöhnliches Buch, das zum Nachdenken anregt und sich auch als Geschenk für Freunde/Freundinnen eignet und meiner Meinung nach zu Recht einen hohe Auszeichnung in Frankreich erhalten hat.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erzählungen, die das Leben und den Lebenskampf von drei ganz unterschiedlichen Frauen beschreiben, 1. Juli 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
So wie schon in etlichen ihrer früheren Bücher und Stücke geht es auch im neuen Roman der 1967 in Frankreich geborenen Marie Ndiaye und Problem von Menschen, die mehrfache ethnische Identitäten in sich tragen. Selbst als Tochter einer französischen Mutter und eines senegalesischen Vaters geboren hat sie die Phänomen der Entwurzelung und der verzweifelten Suche nach Identität nicht selten regelrecht gefangen zwischen zwei Kulturen . Seit sie vor etwa drei Jahren aus Protest gegen die Einwanderungspolitik von Nicolas Sarkozy Frankreich verlassen hat, lebt sie selbst in einer Art Exil.

Von Menschen im Exil erzählt auch ihr neues Buch "Drei starke Frauen". Der Verlag bezeichnet es als einen Roman, doch es sind eher drei miteinander verbundene Erzählungen. Erzählungen, die das Leben und den Lebenskampf von drei ganz unterschiedlichen Frauen beschreiben. In einem Interview sagt die Autorin:
"Ich wollte drei Frauen darstellen, die extrem verschieden sind. Sie haben nicht die gleichen Chancen, sie leben völlig unterschiedliche Leben. Aber dennoch verbindet sie etwas, das nur schwierig zu beschreiben ist: Sie haben eine große Zuversicht, tiefes Vertrauen in sich und ihre Menschlichkeit."

Und das ist es auch, was den Leser bei der Lektüre regelrecht gefangen nimmt. Wie die drei Frauen trotz eines jeweils schlimmen Schicksals ihre Würde bewahren und ihr Leben annehmen, das erzeugt weniger Mitleid, sondern wirkliche Sympathie.

Die drei in einem Roman zusammengefassten Erzählungen berichten von Frauen, die in ihrem Leben ohne Männer auskommen (müssen), und denen die Erfahrung von Glück außerhalb ihrer selbst nicht geschenkt ist. An einer Stelle beschreibt das Marie Ndiaye so:"Doch ihr Herz schlug langsam, friedlich, und auch sie fühlte sich so, langsam, friedlich, unerreichbar, im Schutz ihrer unangreifbaren Menschlichkeit."

Dieses Erdulden des eigenen Schicksals, ja darin gerade seine eigene Würde zu finden und sie zu erhalten, das ist sicher nicht eine Haltung, die den gegenwärtigen Mustern von Frauenidentität entspricht. In den Lebensberichten der "Drei starken Frauen" aber überzeugt sie den Leser und nötig ihm Respekt und Hochachtung ab.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gewaltiges, unvergessliches Prosawerk, 12. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
Marie NDiayes Roman "Drei starke Frauen" ist ein gewaltiges Stück Literatur.

Ein spannendes, insistierendes Prosagebilde, für das die 1967 geborene und aus Protest gegen Ncolas Sarkozys Einwanderungspolitik mit ihrer Familie in Berlin lebende Autorin verdienterweise den begehrten Prix Goncourt, den wichtigsten Literaturpreis Frankreichs erhalten hat.

In drei Teilen portraitiert sie drei starke Frauen, die sich den ihnen auferlegten Zwängen nicht beugen, die ihren eigenen Weg gehen, egal wie hoch der Preis sein mag.

Im ersten Teil ist es Norah, die ihren Vater auf sein Drängen hin in Dakar besucht. Während des Besuchs tun sich unvorhersehbare Abgründe auf. Die Erinnerung an die Vergangenheit wird zu einer Art Flucht, und während Norah immer mehr über die Beweggründe hinter der Aufforderung ihres Vaters erfährt, scheint ihre eigene, mühsam hart erkämpfte heile Welt an Farbe, an Realität zu verlieren. Eine Welt, zusammen mit ihrer Tochter, die schon vor einiger Zeit erste Risse bekommen hat, als ihr Freund mit seiner Tochter bei ihr eingezogen ist. Während sie immer wieder vergeblich versucht, ihre Familie in Frankreich zu erreichen, bleibt der Leser als quasi voyeuristischer Beobachter dieses Prozesses der Entfremdung durch Erinnerung direkt am Ball. Dass Norah ihren Freund mit den beiden Kindern zufällig auf der Terrasse eines Hotels entdeckt, viele Flugstunden von daheim entfernt und diese Situation als gegeben hinnimmt, eröffnet, wie viele andere Momente, einen wiederum neuen Blickwinkel auf die Wahrnehmungsebene dieser Prosa.

Eine weitere, durch das Buch durchgehende Ebene ist die metaphorische, bzw. auch eine Ebene der Symbolik der Vögel. Während es bei Khady die Krähen des Todes sind, wird Rudys innerer Kampf von einem Bussard verfolgt. Norah geht einen ganz anderen Weg, sie wird praktisch zum Symbol per se.

Im zweiten (und längsten) Teil erleben wir Fanta, die zweite starke Frau, ausschließlich aus der Perspektive ihres Mannes Rudy, der als ehemaliger Lehrer nun paranoider, neurotischer und vor allem schlechter Küchenverkäufer ist. Langsam erfährt man mehr über den Grund der Rückversetzung nach Frankreich und des Lehrverbots. Eine Begegnung mit Fanta, die nur durch die wirren Gedanken des Protagonisten möglich ist. Auch hier findet ein Prozess der Erinnerung statt, der sich jedoch ganz anders auflöst, als erwartet.

Im dritten (und kürzesten) Teil erleben wir, wie die junge Witwe Khady aus Geldnot zu den Verwandten ihres verstorbenen Mannes ziehen muss, dort aber, da kinderlos und unvermögend, nur geduldet und missachtet wird, bald aber nicht einmal mehr geduldet wird. Sie wird von ihrer Schwiegermutter auf ein Flüchtlingsschiff verfrachtet, um illegal nach Frankreich zu kommen, wo sie eine entfernte Verwandte aufsuchen solle, die ihr helfen würde. Ihre Flucht verläuft jedoch ganz anders als erhofft.

Drei lose bis gar nicht miteinander verbundene Frauenschicksale, die dank Marie NDiayes präziser Prosa wie ein aus Stein gemeißeltes Ganzes dastehen. Wunderbar, wie fein und genau die unterschiedlichen Stimmen stilistisch wiedergegeben werden. Beeindruckend, wie lebendig und komplex die Figurenzeichnung in "Drei starke Frauen", wie perfekt konstruiert die Gesamtform dieser drei Teile dieses Romans" ist. Ein Roman, der in gewisser Weise auch als Beispiel einer französischen Variante des magischen Realismus gesehen werden könnte.

"Drei starke Frauen" ist ein großartiger, origineller Roman, der Lust auf mehr Literatur von Marie NDiaye macht und ein mehr als würdiger "Prix Goncourt" Sieger.
Absolute Empfehlung.
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29 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich bis fremdartig, 4. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (Gebundene Ausgabe)
INHALT:
Die Lösung des Dilemmas der Frauen, die Verteidigung ihrer Würde, ist interessant angelegt. Verankert in der mystischen weiblichen Kraft etwas Besonderes und ein neuer, ungewöhnlicher Weg. Hierfür Pluspunkte.

STIL uns SPRACHE:
Für mich langatmig bis nervend. Viel zu lange Sätze, die sich problemlos in kleinere aufteilen ließen. Viel zu viele Wiederholungen. Unnötig ausschweifend. Dadurch anstrengend und ermüdend. Hierfür Punktabzug.

ALLES in ALLEM:
Der "Prix Concourt"?? Man fragt sich...
Es erhebt sich in mir der Verdacht, dass sich auch hier wie mittlerweile fast überall vorsichtig ausgedrückt politische Interessen einschleichen. Vielleicht musste es ja mal ein farbiger Autor sein?
Ich hatte das Buch wegen seiner Auszeichnung durch die Académie Francaise gekauft, hat diese doch den Ruf "unbestechlich" und ein Garant für Qualität zu sein. Ich wurde enttäuscht.
Daher insgesamt MAXIMAL 3 Sterne.

Die Zeiten ändern sich. Bleibt zu hoffen, dass wir uns hier in Europa nicht auch im literarischen Bereich amerikanischen und wirtschaftlichen "Qualitätsstandards", sprich Interessen annähern. Dies soll nicht heißen, dass es in den USA keine guten Autoren und keine gute Literatur gäbe.

Dem des Französischen mächtigen Leser empfehle ich, sich einmal die Rezensionen in amazon.fr durchzulesen. Die fallen nämlich bei weitem nicht so gut aus, wie hier bei uns. Ich selbst habe dies leider erst nach dem Kauf und der Lektüre des Buches getan...
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Furchtbare Schachtelsätze, 23. Juli 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Aus den Presserezensionen (Produktbeschreibung):
"NDiayes Sprache ist leicht und elegant, man kann sich verlieben in die Schönheit ihrer Sätze"
"schreibt in einer kraftvollen, unverkitschten Sprache"
"kristalline Sprache der Autorin"
"weil die Autorin so mitreißend erzählen kann"

Haben die Presseleute das Buch überhaupt gelesen? Oder haben Sie sich blind auf den "Prix Goncourt" verlassen, der sich allerdings auf den französischen Text bezieht.

Sätze über eine ganze Seite sind keine leichte und elegante Sprache, sondern sind einfach nur schwer lesbar.
Beim 2. Teil des Buches weiß man nicht, wer eigentlich die starke Frau sein soll. Vielleicht hat jeder eine andere Ansicht von starken Frauen.

Fazit: Das Buch ist lesbar, aber nicht zu empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen Drei starke Frauen, 24. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drei starke Frauen (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Drei starke Frauen - Es ist eine Möglichkeit, das Denken afrikanischer Frauen kennenzulernen.
Ich finde die Erzählweise etwas zu langatmig.
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Drei starke Frauen (suhrkamp taschenbuch)
Drei starke Frauen (suhrkamp taschenbuch) von Marie NDiaye (Taschenbuch - 25. Juli 2011)
EUR 9,99
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