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am 28. November 2009
Aus der Mischung aus einer Menge Alk und grenzenloser Freiheit, die nur durch wirtschaftliche Zwänge und die Vorstellung der anderen beschnitten wird, kämpfen die Figuren ums Überleben.
So dramatisch es klingt: In genauso witzigem wie frechem Ton, und mit einer ordentlichen Mütze voll Sarkasmus wird es berichtet.
Nicht nur, weil das, was heute zählt, schon morgen nicht mehr gelten muss, und Geld wie Know-how Mangelware sind, scheint das Leben hier eine einzige Hetzjagt. Jeder hechelt nach einem bisschen Glück, wobei, wie kann es anders sein, im korruptionsgeplagten Freikapitalismus etliche auf der Strecke bleiben.
Die Abgründe der postkommunistischen Ukraine beflügeln die hier beleuchteten Charaktere dazu, die ulkigsten Geschäftsideen zu entwickeln, wie sie sie bald ebenso wieder einholen und scheitern lassen. Alles steht auf einem halblegalen bis illegalen Fundament, und wie bereits oben erwähnt fließen Wodka, Wein oder Kognak in Strömen.
In den sechs separaten Geschichten steckt eine Menge Wahrheit. Der Erzählfluss nimmt teilweise wunderbar poetische Züge an, die in die Tiefe reichen, besitzt aber auch Sprünge, bei denen es schwer fällt zu folgen. Mag sein, dass dies der Autor als Stilmittel eingesetzt hat, um die Zerrissenheit dieser ukrainischen Seelen wie auch die Zerrissenheit der dortigen Gesellschaft fühlbar an den Leser zu bringen.
Trotz der für sich stehenden Einzelgeschichten treten verschiedene Figuren mehrfach auf; so sogar der buckelige Taxifahrer, als Person nicht mehr, als eine Randerscheinung. Doch gerade auch solche Details fand ich gut. (Ich hatte sogar noch einmal zurückgeblättert, doch er sollte/musste es sein.)
Serhij Zhadan hat wirklich was drauf. Unter dem Aspekt "'Deutschland hör'' auf zu jammern"' las sich dieses Buch für mich als ein interessanter Abstecher in den Kosmos Osteuropas, und das ganz ohne das Risiko zu versagen und ohne Lebensgefahr.
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Der Autor lebt in der Ost Ukraine und er erzählt, in dem großartig von Juri Durkot und Sabine Stöhr übersetzten Buch "Hymne der demokratischen Jugend", in sechs Geschichten von Drogenhändlern, Organschmugglern, Prostituierten, Zigeunern so wie Klein- und Großkriminellen die in der ostukrainischen Metropole Charkiw, in einer nicht leicht durchschaubaren ukrainischen Gegenwart, auf der Suche nach dem Glück sind.

Zhadans Erzähler verwirbelt in seinen informellen Geschichten Beziehungen, Kuriositäten und exzentrische Wirklichkeiten impulsiv. Mit ausgefallenen Geschäftsideen sind die in den einzelnen Geschichten unterschiedlichen Protagonisten auf der Suche nach erfolgversprechenden Marktlücken. So eröffnet beispielsweise San Sanytsch, ein heterosexueller Ringkämpfer mit Abitur, zusammen mit dem ehemaligen Tschetschenienkämpfer in dem herunter gewirtschafteten Sandwichladen "Butterbrot-Bar" den ersten Schwulenclub der Stadt. Die Oschwanz-Brüder gründen die Bestattungsfirma "House of Death". Zigeuner erleben Schiffbruch mit einem gefälschten Schengen-Visum. Die jungen Menschen die er beschreibt, die in diesem Gebiet voller Industrie und Tristesse, am Rande der Gesellschaft leben, beginnen hoffnungsvoll einen Neustart und scheitern oft heroisch.

Alt und Neu, Ost und West treffen in diesem Buch über das Chaos dieser postkommunistischen Ukraine in ihrer Absurdität und Burleske immer wieder in den sechs witzigen, elanvollen Episoden zwischen Hoffnung und Orange Revolution aufeinander. Das Buch beschreibt sprachlich brillant, komisch und verzweifelt, mit einer unglaublichen Dynamik diese ganzen Turbulenzen und exorbitanten Skurrilitäten. Inspirationen gibt es eigentlich nicht eher, aber die Sehnlichkeit danach. In sinnierenden zum Teil auch monologisierenden Einleitungen oder subsekutiven Feststellungen heißt es denn auch, das Leben sei, ein reißender Strom, dessen Strömung man sich lieber anvertraut als sich am scheinbar rettenden Ufer festzuhalten. In der grotesken Übertreibung liegt die Stärke dieses Buches, das etwas an den Trinkerroman "Moskau-Petuschki" von Wenedikt Jerofejew erinnert. (siehe meine Rezension vom 12.10.2005)

Das Buch ist packend und atmosphärisch dicht geschrieben, anrührend und lustig, von einer wunderbaren Stimmigkeit. Kaufen, lesen und vielleicht auch verschenken
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am 21. Juli 2011
Eine zerhämmerte Gesellschaft. Pluralismus heißt: erlaubt ist alles, was durchgeht. Die schöne neue Welt bedeutet: Das Vergnügungsbedürfnis der anderen in eine Geschäftsidee umsetzen, den Panzer anlegen, mafiöse Konkurrenten wegprügeln, schnelle Kohle machen. Bizarr überzeichnet und dabei so demaskierend wie Clowns lässt Zhadan die 30+ -Generation in der hinterukrainischen Metropole Charkiw durch die sechs Geschichten dieses Bandes saufen, prügeln, hoffen, überleben, sterben. Sein Blick auf diese Welt ist ebenso sarkastisch wie zärtlich. Die Sprache zwischen alltags-authentisch und poetisch. Jede Geschichte wie eine russische Matrjoschka Puppe - der immer neue Geschichten entsteigen. Das Glanzstück unter den Texten: "40 Waggons usbekische Drogen". Wie Sawa nach Budapest zur Konferenz der Ökomene reist, um einen Multi-Service-Krematoriumsdienst seiner gewalttätigen Onkels zu präsentieren, die Zetteln im Flieger vertauscht, auf der Konferenz ein kommunistisches Manifest herunterliest und schließlich auf einem verlotterten Güterbahnhof in einem Wohnwaggon sein sexuelles Erwachen erlebt ... - so nahe kann der Irrsinn nur in diesem Buch am Alltag dran sein.
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am 28. November 2013
Sozialkritik wird in diesem Roman mit Irony, Slap-Stick und Aktion gewürzt. Die Protagonisten dieser Geschichte wuchsen mir rasch ans Herz.
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am 29. Januar 2010
Insgesamt habe ich mir von dem Buch mehr versprochen und der Autor hätte deutlich mehr daraus machen können. Vor allem die im Roman aggierenden Personen hätten es verdient gahabt, deutlich gezeichnet zu werden. Schade. Wie gesagt, gute Idee, aus meiner Sicht teilweise unzureichende Umsetzung
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