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68 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Must read!
Dieses Buch ist kein Roman mehr - das ist eine gesellschaftspolitische Abhandlung ersten Ranges. Daß es suchterregend spannend geschrieben ist, könnte sich für seine "Wirksamkeit" gegebenenfalls sogar als kontraproduktiv erweisen, denn so wird es denen, die die sich aus dem Inhalt ergebenden Konsequenzen gern aus dem öffentlichen Bewußtsein...
Veröffentlicht am 23. Oktober 2010 von Hank Chinasky

versus
21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger wäre mehr ...
Dreißig Jahre lang bekämpft der Drogenfahnder Art Keller mit wechselnden Mitstreitern die Drogenkartelle Mexicos und Kolumbiens. Es ist eine Art Kreuzzug, in dem Keller immer mehr aufgeht, fast alle seine Freunde verliert, seine Familie und seine Integrität. Als das Buch endet ist er ein alter Mann, nichts ist besser geworden, aber immerhin hat er...
Veröffentlicht am 3. Juli 2011 von VictorLaszlo


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68 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Must read!, 23. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Dieses Buch ist kein Roman mehr - das ist eine gesellschaftspolitische Abhandlung ersten Ranges. Daß es suchterregend spannend geschrieben ist, könnte sich für seine "Wirksamkeit" gegebenenfalls sogar als kontraproduktiv erweisen, denn so wird es denen, die die sich aus dem Inhalt ergebenden Konsequenzen gern aus dem öffentlichen Bewußtsein heraushalten wollen, leicht gemacht, hier von einem - natürlich linken ;) - reißerischen Machwerk zu sprechen. Andererseits aber ist die emotionale Wucht, welche die Lektüre enfaltet, vielleicht der Ausgleich: nach dem Lesen kommt man nicht umhin, sich inhaltlich zu ein paar wichtigen politischen Fragen zu positionieren.
Allen voran die Frage, wem genau das Drogenverbot nutzt, was die wahren Ziele des "war on drugs" sind und wie man die offiziellen Verlautbarungen über diesen Krieg zu lesen habe.

Der Kern der Botschaft lautet: Die Infrastruktur des Verbrechens, sowohl auf lokaler, wie auf international-politischer Ebene, wird durch das Totalverbot der sogenannten "harten Drogen" aufrecht erhalten. Auch Völkermorde, auch die brutale Unterdrückung der armen Bevölkerungsgruppen in Südamerika - sie müssen irgendwie finanziert werden. Irgendwo müssen die Waffen herkommen, und irgendwer muß die bezahlen.

Daß der Krieg gegen die Drogen, ein seit Jahrzehnten völlig aussichtsloses Unterfangen in den USA, das Beste ist, was den "Drogenbaronen" passieren kann und daß sie nichts so sehr fürchten wie eine Legalisierung ihres "Angebotes" - diese Wahrheit läßt Winslow im Buch einen der Bösewichter offen aussprechen. Vielleicht wäre es noch eleganter gewesen, diese Wahrheit gar nicht zu formulieren und allein sich im Kopf des Lesers als "Erkenntnis" entwickeln zu lassen. Aber es gehört zu den Stärken des Buches auch, daß nicht um den heißen Brei herumgeredet wird, daß Offensichtliches auch mal offen beim Namen genannt wird.
Und daß das Drogenverbot auf lange Frist nur den Dealern, bzw. dem organisierten Verbrechen nutzt, ist angesichts der im Buch so drastisch geschilderten Tatsachen derartig trivial, daß es zu verschweigen hieße, den Leser nicht für voll zu nehmen.

Ein eindrucksvolleres Plädoyer für die Legalisierung der Drogen (als einzige Möglichkeit, dem organisierten Verbrechen mal wirklich auf die Füße zu treten) ist mir bislang nicht untergekommen. Denn dieses Plädoyer geht einher mit einer genauen Analyse. Und der belletristischen Wucht eines Vorschlaghammers im XXL-Format.

Kaufen! Lesen! Endlich handeln!
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Epos wie es alle Jahrzehnte einmal erscheint, 30. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Hu, zunächst mal Luft holen. Ich habe mir das Buch auf Grund der positiven Rezensionen zu Gemüte geführt und wurde mehr als überrascht. Das man die Spannung in einem Buch von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht erhalten kann, gelingt nicht jedem Autor und schon gar nicht über 700 Seiten. Don Winslow ist dieses Kunststück geglückt. Ein grandioses Epos, welches über 30 Jahre einschließt und ein heißes aktuelles Thema behandelt. Den "War on Drugs", welcher insgeheim ja als gescheitert gilt, aber den USA nach wie vor den Vorwand gibt, Militärhilfe in Schwellenländer zu verkaufen oder sogar zu entsenden. Ein grandios recherchierter Blick hinter den Vorhang, wobei Winslow natürlich hier die üblichen Stilblüten einbaut und einen Mafiaboss oder mexikanischen Drogenboss hollywoodmäßig erscheinen läßt. Daran nimmt der Roman allerdings keinen Schaden, im Gegenteil es soll ja ein Roman sein und nicht ein trockenes Sachbuch über einen noch immerwährenden Konflikt.
Wem der Pate gefallen hat, Filme wie Traffic mag und authentische Non Stop Spannung liebt, kommt an diesem Roman nicht vorbei.
Aber Achtung das Buch zeigt auch die Brutalität wie sie wirklich ist. Ein heroisches Gnade vor Recht wird man in diesem Buch vergeblich suchen.
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64 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Siebenhundert Seiten atemlose Spannung, 21. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
'"Pacific Private'" und '"Frankie Machine"' von Don Winslow kannte ich schon und hatte ich mit großem Vergnügen gelesen. Aber '"Tage der Toten"' ist ein Thriller wie von einem anderen Stern: Vom Prolog in Mexiko 1997 bis zum Ende sieben Jahre und siebenhundert Seiten später ist man gefangen in diesem atemlosen, harten, filmischen Roman. So ein Buch bekommt man nur alle paar Jahre in die Hände. Mir zittern sie jetzt noch.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastisch!, 13. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Ich habe mir das Buch gekauft, weil einer meiner Lieblingsautoren, James Ellroy, dieses empfohlen hat und das für mich eine gute Werbung war. Und ich muss sagen: er hatte recht.

Im Zentrum des Buches steht der mexikanisch-amerikanische Drogenkrieg; Winslow erzählt diese über mehrere Dekaden gehende Geschichte aus der Perspektive einzelner Personen, deren Schicksal sich irgendwann zusammenführt: Der Cop, das Callgirl, der Killer, usw. Sehr gut recherchiert, erhält der Leser Einblick in Hintergründe und Ursachen der Problematik in Mexiko, die ja auch heute noch aktuell ist. Natürlich ist nichts, wie es zunächst scheint, und wie auch bei anderen Büchern dieses Kalibers fragt man sich ständig "Könnte es nicht genau so gewesen sein?". Für zartbesaitete Leser ist dieses Buch allerdings nichts: die fast beiläufige, selbstverständliche Gewalt muss man mögen.

Fazit: Wer schon Bücher wie "Ein amerikanischer Thriller" gemocht hat, für den ist dieses Buch genau das richtige. Spannend von Seite 1 an.

Nicht zur Geschichte gehörend, dennoch erwähnenswert: Das Buch scheint zwar mit 14,95 auf den ersten Blick teurer zu sein als das Durchschnittstaschenbuch, jedoch bekommt man auch ordentlich was für sein Geld: Nicht nur, dass das Buch mit 689 Seiten dicker ist als normalerweise - die Gestaltung des Covers ist ebenso schön wie die Haptik des Buches, es fühlt sich toll an und liegt auch beim Lesen gut in der Hand. Nichts ist schlimmer als ein tolles Buch in hässlichem Gewand - das ist hier nicht der Fall.

Alles in allem rundum gelungen :)
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, brutal, ehrlich und packend - Ein Thriller mit höchstem Suchtpotential, 4. Oktober 2010
Von 
Christian Mayr "einmeier" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Nur zufällig habe ich den neuen Thriller Don Winslows entdeckt und lese erst jetzt, nach einigen, schlaflosen Nächten, wie sich die Medien hinsichtlich ihrer Kritik überstürzen: nach meiner Ansicht vollkommen nach zu Recht. Denn "Tage des Todes" ist ein ehrlicher, brutaler, verstörend authentischer und hoch-spannender, plastisch beschriebener Thriller mit hoher Komplexität dank vielschichter Handlungsebenen und so unglaublich wirkungsvoll inszeniert, dass man geneigt ist, die Nacht zum Tag zu machen. Im direkten Vergleich zu der Pacific-Reihe wurde auf Humor vollständig verzichtet, er wäre bei einem so ernsten Thema ohnehin deplaziert und Winslow demonstriert damit eine dramatische Ernsthaftigkeit:

Bereits vor über 30 Jahren beginnt der Drogenfahnder Art Keller im Auftrag der amerikanischen Regierung die Unterwanderung mexikanischer Drogen-Kartelle und muss im Verlauf der folgenden Dekaden mit ansehen, wie die ursprünglich noch unscheinbaren, ihm sogar persönlich bekannten Familien sukzessive ihre Macht-Imperien strukturiert aufbauen und damit die Politik unterwandern. Brutaler Mord, bestialische Folter, kriegsähnliche Fehden und Bestechung sind grausames Mittel zum alleinigen Zweck, Allianzen erst mit Mafia-Clans, dann mit kolumbianischen Kartellen und zuletzt mit chinesischen Waffenhändlern zu schließen, um Milliardengewinne zu erzielen und gedeckt wird dies alles durch die amerikanische Regierung, die die Kontra-Revolutionäre und kommunistische Machtergreifung in Entwicklungsländern mit illegalen 'Subventionen' bis hin zum Auftragsmord durch die Spionage-Behörden zu stoppen versucht. Art Keller gerät mehr und mehr zwischen die Fronten und beginnt einen scheinbar ausweglosen Kampf im Alleingang gegen die Kartelle, setzt seine Familie, das Leben von Freunden und Kollegen und früheren 'Freunden' der Kartelle dabei auf's Spiel, bis die Situation vollkommen eskaliert.

Es mag im Hinblick auf meine sonst eher zurückhaltenden Rezensionen vielleicht übertrieben klingen, aber Winslow ist ein episches, filmreifes Meisterwerk gelungen, gründlich recherchiert und fast zu nah an der Realität, wie die grausam klingenden Schlagzeilen der Tagespresse immer wieder demonstrieren, wenn Menschen in Mexiko verschleppt, grausam gefoltert und ermordet werden und die Oberhäupte von Kartellen bis hin zu geschmierten Politikern unantastbar bleiben. Dieser Thriller beginnt vor über 30 Jahren und endet im Jetzt und Heute, einzeln und großartig detaillreich skizzierte Schicksale von Mitgliedern dieser mexikanischen Kartelle, irischen Clans und Mafia-Strukturen in den USA ergeben im Verlauf der explosiven Story mehr und mehr ein komplexes Gesamtbild, dessen Spannung bis zur letzten Seite auch ohne stereotypische Cliffhanger wächst und für unruhige Nächte beim Leser sorgt. Die Schilderungen der Ereignisse sind explizit, brutal, schockierend, aber scheinen ebenso wie die präzise geschilderten Fakten der politischen Hintergründe nur zu real und sind damit traurig, dramatisch und bewegend, aber zugleich auch atemberaubend spannend. Literatur wie das Thema: mit hohem Suchtpotential, grausam und man kann sich kaum dem Sog entziehen, wenn bereits schon die erste Seite wie eine Nadel das Nervenkostüm sticht und den Rausch in die Blutbahn der Sinne spült. Erschütternd und großartig zugleich, ein extrem heißer und gefährlicher Stoff in diesem Herbst, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger wäre mehr ..., 3. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Dreißig Jahre lang bekämpft der Drogenfahnder Art Keller mit wechselnden Mitstreitern die Drogenkartelle Mexicos und Kolumbiens. Es ist eine Art Kreuzzug, in dem Keller immer mehr aufgeht, fast alle seine Freunde verliert, seine Familie und seine Integrität. Als das Buch endet ist er ein alter Mann, nichts ist besser geworden, aber immerhin hat er unbesiegt überlebt (die meisten handelnden Figuren des Romans gehen im Verlauf der Geschichte drauf). "Tage der Toten" ist manchmal überwältigend, auf jeden Fall überladen und oftmals einfach flach. Überwältigend ist das Panorama, das Winslow entwirft, und wie er die Verflechtung von Drogenhandel, amerikanischer Außenpolitik, Counterinsurgency, hysterischem Antikommunismus, katholischer Kirche und dem Gemauschele der verschiedenen Geheimdienste erzählt und in eine oft hemmungslos brutale Geschichte einbaut. Er erfindet dabei so gut wie nichts, er bedient sich einfach aus der Zeitgeschichte, insbesondere aus der Reagan-Ära, und das macht er n.m.E. unvergleichlich gut und, soweit ich erkennen kann, auch faktentreu (eine Ausnahme: Oscar Arnulfo Romero wurde in El Salvador erschossen und nicht in Guatemala). Auch sonst kennt sich Winslow aus mit dem, was erzählt, und mir hat die Authentizität in Details die erzählerischen Schwächen des Buches einigermaßen erträglich gemacht. Überladen ist die Geschichte durch viel zu viele Figuren und Nebenhandlungen, was dazu führt, dass dauernd Schauplätze und Perspektiven gewechselt werden. Ungefähr auf Seite Vierhundert verliert man dann den Überblick und es kommen immer noch dreihundert Seiten. Um alle Figuren zu Wort kommen zu lassen und überall gewesen zu sein, erzählt Winslow fast nur in einer Art Telegrammstil. Das hat nur anfangs einen gewissen Reiz, später wünscht man sich dann auch mal mehr Ausführlichkeit. Flach ist die Charakterisierung der Figuren, auch die der Hauptfigur Keller. Ein wenig skeptischer Katholizismus, ein wenig Machismo und ein zu Tode gefolterter Freund, dessen besondere Beziehung zu Keller für Leser nicht so recht erkennbar ist, und schon kämpft Keller ohne Rücksicht auf Verluste dreißig Jahre gegen Generationen von Drogenbossen. Das ist schon sehr hergeholt. "Tage der Toten" ist sicher nicht das "Krieg und Frieden" unserer Zeit, aber es steht wohl auf einer Stufe mit anderen schlecht geschriebenen guten Büchern: mit "Der Pate" und "Der Schakal", "Der weiße Hai" und "Gorky Park". Irgendwann, hoffe ich, misten paar gute Drehbuchautoren die Handlung aus und aus TdT wird eine TV-Miniserie. Die sehe ich mir dann an.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absoluter Hammer!, 28. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Keine Frage, man könnte viele, viele lobende Worte über diesen Roman schreiben.
Ich möchte mich trotzdem mit nur fünf Worten begnügen: der beste Krimi seit Jahren.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drogen, Bandenkriege, Korruption, Verrat und Rache ..., 26. Februar 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Beim Stöbern in der Buchhandlung fiel mir TAGE DER TOTEN in die Hände. Ich habe darin geblättert, fand die Thematik ganz interessant und nahm mir vor, dieses Buch bei Gelegenheit zu kaufen. Irgendwann habe ich dann die Rezensionen in Amazon gelesen und dachte mir letztendlich: Mach dir selbst ein Bild! Also kurzerhand bestellt.

Für mich persönlich ist TAGE DER TOTEN das erste Buch von Don Winslow. Zwar war der Schreibstil in der Gegenwartsform anfangs äußerst gewöhnungsbedürftig für mich, aber trotzdem hat mich das Buch schnell begeistert und in seinen Bann gezogen. Interessant fand ich die Vorstellung des Protagonisten Art Keller zu Beginn des Romans, nur um dann für etliche Seiten abzuschweifen und das Zusammentreffen von Sizilianern und Iren zu schildern. Als diese dann ins Drogengeschäft einsteigen, kann man sich bereits denken, wie Art Keller wieder ins Spiel kommt.

Aus dem Drogenthriller wird schnell ein episches Werk wie DER PATE. Über Jahrzehnte hinweg erleben wir den Aufstieg und den Fall der Drogenbarone Barrera. Und mittendrin Art Keller, getrieben von seinem Sinn für Gerechtigkeit, seiner inneren Unruhe und Rache für seinen getöteten Freund. Letztendlich verkauft Keller sich selbst an die CIA, nur um an die Barreras heran zu kommen und um seinen eigenen kleinen privaten Krieg zu Ende zu führen. Und diejenigen der Barreras, an die er nicht heran kommt, hetzt er brutal gegeneinander auf und stürzt sie in einen Bruder- und Drogenkrieg, dem selbst Frauen und Kinder zum Opfer fallen.

Winslows Schreibstiel bringt die Story voran, ist einerseits leicht und humorvoll, andererseits ungeschönt, schnörkellos und ehrlich. Es macht Freude, den Dialogen und Gedankengängen der Hauptfiguren zu folgen und immer wieder versucht man vorauszusehen, was als nächstes kommt - was bei der komplexen Geschichte gar nicht so einfach ist.

Anfangs war ich noch skeptisch. Aber mit jeder Seite tauchte ich ein in das Drogeninferno, lies mich auf die Handlung und die Figuren ein und schon bald konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ich vergebe nicht oft mehr als drei Sterne, aber TAGE DER TOTEN hat auf jeden Fall vier Sterne verdient. Wer spannende Unterhaltung, komplexe Geschichten und Helden, denen alle Mittel recht sind um ans Ziel zu kommen mag, der ist bei diesem Buch richtig. Unbedingt kaufen und lesen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Drogen & Dollars: Handel mit (dem) System, 30. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist die Hybris des modernen Buchhandels, der nach Superlativen lechzt und sich letztlich doch nur an alten Meilensteinen abmüht. Kaum anders ist es zu erklären, dass dieser Roman von Don Winslow nahezu pathetisch als das „Krieg und Frieden“ der heutigen Zeit beworben wird. Dieser Vergleich kann nur hohe Bürde sein und die Erwartungen ins Himmelhafte steigen lassen. Und so kann ein atemloser Thriller, der seine Handlung vor dem Hintergrund des politischen Geschehens in über drei Jahrzehnten entfaltet, durchaus enttäuschen. Dem Standardwerk Tolstois zur russischen Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts, stellt Winslow eine Fallstudie aus dem international agierenden Drogenhandel entgegen.

Don Winslow schildert Aufstieg, Blüte und Fall der Banderas und ihres mexikanischen Drogenkartells. Damit verknüpft sind diverse Handlungsstränge wie der des DEA-Fahnders Art Keller, der sich im Laufe der Jahrzehnte als hartnäckiger Gegner des Clans etabliert und die Jagd nach Drogenbaronen zu seiner Lebensaufgabe macht. Die Edelprostituierte Nora gerät über die Freundschaft zu einem Pater in den Dunstkreis der Banderas und ist bald mehr als nur eine Gespielin für heiße Nächte. Die lukrative Verbindung zum amerikanischen Drogenmarkt entsteht durch einen Machtwechsel in der New Yorker Unterwelt, dem das italienisch geprägte Dogma des verbotenen Drogenhandels zum Opfer fällt.

Die Geschichte ist mehrdimensional angelegt: sowohl räumlich wie auch zeitlich springt Winslow durch annähernd 30 Jahre der Weltgeschichte und lässt seine Protagonisten in Nord-, Mittel- und Südamerika und sogar Asien handeln. Langeweile kann sich dieser ambitionierte Plot nicht leisten, stattdessen verfällt er zunehmend in das andere Extrem: Winslow hetzt seine Figuren von einer adrenalinhaltigen Situation in die Nächste, berauscht sich an der überbordenen Konstruktion seiner Welt und greift verstärkt auf Stereotype zurück. Die Brutalität des Drogenkrieges abzubilden ist notwendig um glaubhaft zu bleiben, doch stumpfen die zahlreichen Gewaltexzesse mit der Zeit ab und halten den Leser auf Distanz.

Dabei offenbart sich unter dem Mantel von Gewalt und Sex eine weitergehende Sicht der Dinge. Und das macht diesen Roman so wertvoll. Richtet er doch den Blick auch auf die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe des internationalen Drogenhandels. Geopolitische Interessen sind das Fundament, auf dem das Geschäft mit der Sucht betrieben wird. Die selbsternannte „freie Welt“ finanziert Völkermord und Diktatur in den rohstoffreichen Gegenden dieser Welt mit der sozialen Verelendung des unteren Drittels der eigenen Gesellschaft: Geld (manchmal auch direkt Waffen) gegen Drogen. In einer globalisierten Welt ist ausgerechnet der Handel mit Drogen die Blaupause (als historisches Vorbild sei hier die Iran-Contra-Affäre der 80er Jahre genannt) und auf das Engste mit Krieg und Not verknüpft. Diese Botschaft ist der große Gewinn des Buches und macht es zu einem wertvollen Stück Literatur.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die quälende Frage, wer mit wem schläft., 16. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Tage der Toten: Kriminalroman (Broschiert)
Tage der Toten ist tatsächlich ein sehr guter Roman. Mindestens schon einmal daran zu erkennen, dass man es schafft,
700 Seiten bei der Stange zu bleiben. Das ist dem Autor trotz der vielen Handlungsstränge, Orte und vor allem Personen
ausgezeichnet gelungen.

Von atemloser Spannung zu sprechen halte ich aber für übertrieben. Das Buch besticht viel mehr dadurch, dass man nie
sicher ist, wer jetzt genau auf wessen Seite steht. Die Grenzen von Gut und Böse werden vollkommen verwischt und
ständig neu definiert. Hinzu kommen die vielen Szenen absolut brutaler Gewalt, die teilweise wirklich schockieren,
und, wie man auch derzeit in den Medien immer mal wieder verfolgen kann, dennoch der Realität im Drogenkrieg entsprechen.

Wenn man den Film "Traffic - Macht des Kartells" gesehen hat, liest man das Geschehen irgendwie ständig aus einer dieser
verwackelten Handycam-Perspektiven, die farblich total überzogen sind. Gerade in den vielen Mexiko-Szenen fand ich das
sehr ansprechend.

Das Buch lässt den Leser mit dem nagenden Gefühl zurück, dass alles und jeder käuflich ist und vieles, was die Medien uns tagtäglich weissmachen wollen, einfach nur auf weiteren Intrigen beruht, die irgendwelche mächtigen Strippenzieher im Hintergrund spinnen.
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Tage der Toten: Kriminalroman
Tage der Toten: Kriminalroman von Don Winslow (Broschiert - 20. September 2010)
EUR 14,95
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