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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf zu neuen Ufern! Doch die Heimat bleibt für immer der sicherste Ort.
An einem fernen Ort weit weg von seinem Heimatdorf sucht Lev sein Glück. Doch es gilt, viele, viele Hürden zu nehmen!

Er ist ein stiller, melancholischer Mann von 38 Jahren, als er sich als Arbeitssuchender in der für ihn fremden Stadt London wieder findet.
Vom Dorf Auror aus einem östlichen Land hat es ihn hierher verschlagen, denn...
Veröffentlicht am 6. Oktober 2009 von cl.borries

versus
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht
das Buch ist nicht schlecht, jedoch manchmal etwas langatmig, die Sprünge in verschiedene Zeiten sind erst etwas undurchsichtig, aber man liest sich ein.
Vor 13 Monaten von beate veröffentlicht


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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf zu neuen Ufern! Doch die Heimat bleibt für immer der sicherste Ort., 6. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
An einem fernen Ort weit weg von seinem Heimatdorf sucht Lev sein Glück. Doch es gilt, viele, viele Hürden zu nehmen!

Er ist ein stiller, melancholischer Mann von 38 Jahren, als er sich als Arbeitssuchender in der für ihn fremden Stadt London wieder findet.
Vom Dorf Auror aus einem östlichen Land hat es ihn hierher verschlagen, denn da, wo er herkam, gab es für ihn nichts mehr zu tun.
Müde und zerschlagen kommt er nach einer langen Busfahrt in England an. Nach schlecht verbrachten Nächten ohne Dach über dem Kopf trägt er für Achmed, einem Kebabwirt, Prospekte aus.
Schwermütig gleiten seine Gedanken bei seiner Arbeit zu jeder Stunde und Sekunde zurück zu Rudi, seinem Freund, und zu seiner kleinen Tochter Maya, die er nach dem Tode seiner Frau bei seiner Mutter zurück gelassen hat. Natürlich denkt er auch an Marina, seine Frau, die nur 36 Jahre alt wurde! In einer rührenden Szene steht er einsam und verlassen vor dem Waschbecken bei Achmed und weint! Und Achmed zeigt menschliche Anteilnahme in der ihm eigenen spröden Art. Diese Szene gehört zu den stärksten, mit denen Rose Tremain uns an Levs Schicksal heranführt.
London mit seinen fremden Gerüchen, seinen Bussen, Strassen und Verkehrsnetzen, der Sprache der Menschen, die er nicht versteht,--sie betonen noch die Verlassenheit von Lev, der sich mühsam und tapfer durchzuschlagen versucht. Nachdem er in seinem Vermieter Christy einen vertrauensvollen, wenn auch menschlich gescheiterten Freund findet, mit dessen Lebensunglück er sich in Treue befasst, lebt er sich ein und macht in harter und entsagungsvoller Arbeit seinen weiteren Weg. Lydia und Sophie kreuzen diesen Weg, und die Leidenschaft zu letzterer spült ihn hinweg aus einem sicheren Arbeitsverhältnis.

Rose Tremain hat eine wunderbare Romanfigur mit Lev erschaffen: seine Erfahrungen sind facettenreich, und seine Begegnungen mit Menschen aller Art sind voll persönlicher Wärme, liebenswerter und anrührender Hingabe. Er wird als freundlicher und angenehmer Mann beschrieben, der fleißig, treu und anhänglich zu jedem ist, der ihm Gutes tut. Das Lebensspektrum beleuchtet ein schlichtes Milieu, das von Komik, Wehmut und skurrilen Erfahrungen durchsetzt ist.

Immer mutig und unverdrossen startet Lev zu neuen Ufern, als ihm schließlich eine Idee kommt, mit der er sich neues Glück und materiellen Erfolg verspricht. Seine Abenteuer zeugen zuweilen von treuherziger Hilflosigkeit und doch immer neuer Hoffnung, und sein unbefangenes und aufrechtes Wesen machen ihn zu einem liebenswerten Helden.
Er ist ein Träumer, der all dem Vergangenen nachhängt und eine Zukunft plant, mit der er den Seinen aus der Armut heraushelfen könnte. Bei aller Melancholie und karger Lebensführung gibt es Hoffnung auf ein Happy End!

Der Roman wird gewiss viele begeisterte Leser finden, zumal die Übersetzung nichts zu wünschen übrig lässt.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leises, schönes Buch, 31. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
Man muß diesem Buch Zeit lassen. Ich brauchte ca. 100 Seiten um in diese Geschichte hineinzukommen. Wenn man eine Geschichte mit viel Action, Spannung und tiefgründigen Dialoge erwartet, dann ist man bei diesem Buch fehl am Platz. Bei diesem Buch geht es viel im Stimmungen und die Wandlung des Helden. Am Anfang ist der Protagonist sehr gefangen von dem Verlust seiner Frau, der wie ein Fisch im Wasser sich vom Leben treiben lässt und je weiter die Geschichte geht desto mehr nimmt er Verantwortung über sein Leben und den Menschen, die ihm am Herzen liegen. Die Geschichte wird sehr unspektakulär und leise erzählt. Ein sehr schönes Buch, was am Anfang erwas Anlaufzeit benötigt.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergreifend und spannend, 4. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
Ein phantastisches Buch über Trauer, Einsamkeit, Fremdheit auf der einen und Optimismus, Mut, Zuversicht und Freundschaft auf der anderen Seite. Der nach dem Tod seiner Frau verbitterte Lev aus Polen kommt auf der Suche nach Arbeit nach London. Gänzlich unvorbereitet stolpert er in eine für ihn (häufig im wahrsten Sinn des Wortes) unverständliche Welt, mit dem Ziel, Geld zu verdienen, um seine daheim gebliebene Mutter und Tochter zu unterstützen.
Zu erleben, wie er sich langsam für andere Menschen öffnet, wie er seine Lebensfreude zurück gewinnt und anfängt, Pläne für sein weiteres Leben zu machen gehört zu dem Schönsten, was ich in letzter Zeit gelesen habe, auch wenn das Happy End fast ein bisschen "zu rund" ist. Ich gehe davon aus, dass eine Verfilmung nicht lange auf sich warten lässt. Ich habe jedenfalls die Bilder schon im Kopf.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Reise zu sich selbst, 23. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
Das ist eines der feinsten Bücher, welches ich in letzter Zeit genossen habe. Schon nach den ersten Zeilen taucht man vollständig in die Welt des sensiblen Lev ein, der aus materieller Not aus seiner Heimat im Ostblock auszieht, auf der Suche nach einem Auskommen, nach materieller Sicherheit für seine Familie und seine Freunde und auf der Suche nach dem eigenen Glück. Der Protagonist ist ganz klar aus der Sicht einer Frau geschrieben: sensibel, sinnlich und doch zäh und willensstark, ein Mann, dessen Traum sein Ziel ist, welches er unerschütterlich verfolgt. (Vielleicht ein Mann, wie Frau ihn gerne hätte?)
Man weiss als Leser(in) natürlich, dass die Geschichte des liebenswerten Immigranten viel zu schön ist, um wahr zu sein: Er findet sehr schnell Arbeit, irgendwie gelingt ihm letztlich alles und er trifft fast nur gute und sympathische Menschen, die ihm wohl wollen. Das Thema "Fremdarbeiter in einem europäischen Land" wird nicht mit diesem sonst negativen, das Gastland anklagenden Ton behandelt, sondern frei von moralischen Verurteilungen. Dennoch kann man das Buch diesem sozialpolitischen Thema gegenüber nicht als unkritisch bezeichnen. Das ist das Sympathische an diesem Buch: Hoffnung, Zuversicht und Liebe durchrängen es. Von der ersten bis zur letzten Seite. Man ist traurig, am Ende des Buches von Lev und seinen Freunden Abschied nehmen zu müssen, zu gerne wäre man mit ihnen noch eine Weile am Tisch gesessen um zwei drei Wodkas zu trinken.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderschönes leises Buch, 5. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
Der weite Weg nach Hause ist ein wunderschönes einfühlsames Buch, dass mit leisen Tönen überzeugt. Das Leben wird in all seiner Vielfältigkeit beschrieben und wenn man mit Lev den Weg zurück nach Hause gegangen ist, ist man von Optimismus durchströmt. Das Leben bietet viele Wiedrigkeiten und Schicksale, aber doch auch Chancen und Möglichkeiten.
Ich habe vor diesem Buch viele schlechte gelesen und war wirklich erleichtert wieder einmal ein Buch zu lesen, dass nicht mit der Tür ins Haus fallen muss oder sich in Oberflächlichkeiten verennt.
Eine sehr gute, empfindsame Unterhaltungslektüre und als solche nur zu empfehlen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur schön, 25. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
ist dieses Buch, dem ich uneingeschränkt sechs Sterne geben möchte ! Ja, es beschreibt episch und breit den Neuanfang des Protagonisten Lev nach dem Tode seiner geliebten Frau Marina, und das ist gerade so schön, dass man möchte, dass es nie aufhört! Sprachlich ist es nämlich, auch in der deutschen Übersetzung, kunstvoll, flüssig und sehr gut zu lesen, und man fiebert regelrecht, mehr als bei vielen sogenannten Krimis, mit dem weiteren Verlauf von Levs Leben in London mit. Dabei hat das Buch viel, aber nicht zu viel Tiefgang, es beschreibt einfach den Prozeß, durch den Lev gehen muss, um sich sein Leben , nachdem es in Trümmern liegt, wieder aufzubauen. Dabei gibt es auch Einblicke in die Brüche, die es auch heute noch zwischen dem Leben in einem Dorf in Osteuropa und dem Leben in der Großstadt London gibt. Lev ist aber eine alles in allem sympathische Hauptfigur, die zwar leidet und Rückschläge erlebt, aber nie aufgibt, und findet dadurch in der Großstadt Menschen, die ihn mögen und zu denen er eine dauernde Beziehung aufbaut. Ein Gegenentwurf zu der Oberflächlichkeit , die man in der heutigen Zeit oft antrifft, und eine Botschaft : Nie aufgeben, weitermachen ! Ein unbedingt empfehlenswerter Lesegenuß.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der weite Weg lohnt sich, 22. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
Lev verlässt notgedrungen sein Dorf, in dem Arbeits- und Hoffnungslosigkeit herrschen. Eher ein Träumer als ein Draufgänger, traute ich diesem Typen nicht so recht zu, dass er in London tatsächlich auch Arbeit findet. Ich vermutete eher, dass er irgendwann aufgibt und unter einer Brücke endet. Aber mehr und mehr kommt in dem ruhigen, zurückhaltenden Lev der liebenswerte, hilfsbereite und warmherzige Mann zum Vorschein. Er begegnet erfolgreichen und gescheiterten Mitmenschen mit der gleichen freundlichen Vorbehaltlosigkeit. . Dann trifft er Sophie, blüht auf und erlebt eine leidenschaftliche Zeit mit ihr, die jedoch nur von kurzer Dauer ist. Irgendwann dann, als es um ihn eher wieder düster aussieht, seine Hoffnung genug Geld für die zurückgelassene Tochter und Mutter zu verdienen fast schwindet, kristallisiert sich in seinen Gedanken sein Traum von einer glücklichen Zukunft und er beginnt zu planen.

Ein leiser, auf den ersten Blick unauffälliger aber warmer und tiefer Charakter wird hier sehr schön beschrieben. Dazu gibt es stimmungsvolle Bilder aus dem osteuropäischen Dorf und dem quirligen, multikulturellen London mit sehr unterschiedlichen Menschen und ihren ebenso unterschiedlichen Schicksalen.

Eine sehr schöne, sowohl melancholische als auch heitere Geschichte mit (fast zu) optimistischem Ende.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergreifendes Buch über Träumer, 2. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
Mit 42 Jahren nimmt Lev die Reise aus Osteuropa nach London auf sich, um Geld für seine Familie zu verdienen. Dabei lässt er seine Mutter Ina und seine 5 jährige Tochter Maya zurück. Noch dazu verarbeitet er den Verlust seiner Frau Marina, die an Krebs gestorben ist.

Den weiten Weg nach London bestreitet er mit Lydia, seiner Sitznachbarin im Bus, die ihn immer wieder hilft sich in der neuen Stadt zurechtzufinden. Während er in London verschiedene Jobs annimmt, um sich über Wasser halten zu können, macht er neue Bekanntschaften und zieht in eine WG. Alles ist für ihn neu und er muss sich erst mit der Mentalität der Menschen vertraut machen, wobei er immer als Asylant behandelt wird und damit auch negative Erfahrungen macht.
So gut es geht schickt er seiner Familie Geld und schwelgt in Erinnerungen an seine Heimat, seine Frau und seinen Vater. Jeden den er zurückließ fragt sich wann er endlich zurückkommt oder ob er überhaupt wieder zurückkommt. Indem er sich sein erstes Handy kauft, bleibt er auf dem neusten Stand und telefoniert wöchentlich mit seinen Freunden. Was er alles auf seinem Weg bis nach Hause erlebt und wen er trifft, das sollte jeder selbst lesen.

Insgesamt ist es ein sehr berührendes und ergreifendes Buch über einen Träumer, dessen Träume ihn am Leben erhalten und die Vergangenheit bewältigen lassen. Träumer zu sein ist nicht immer negativ, denn es kommt darauf an was man mit seinen Träumen macht.
Die 490 Seiten erzählen die Geschichte eines Mannes der sich auf seinem langen Weg in seiner Persönlichkeit weiterentwickelt und immer wieder neue Hoffnung schöpft um weiter zu machen.
Der Roman zieht den Leser direkt in den Bann und hinterlässt eine melancholische Stimmung, sodass man diesen Roman nicht nach dem Lesen zuklappt, zurück ins Regal stellt und schnell wieder vergisst. Deswegen gibt es von mir die volle Punktzahl und den Orange Prize for Fiction hat die englische Schriftstellerin Rose Tremain definitiv verdient bekommen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lev, mach weiter in dieser Beharrlichkeit. Es lohnt sich., 25. Januar 2013
Heute habe ich es zu Ende gelesen. Es war so ein Buch, bei dem ich mir bis zuletzt Seiten aufgespart habe, damit ich nicht so schnell fertig werde. Nun muss ich sie gehen lassen: Lev, Rudi und Lydia. Alles Menschen, an die ich mich gewöhnt hatte, die ich sehr mochte. Entmutigt sein. Straucheln. Wieder aufstehen. Fremd sein. Weitermachen. Mist erleben. Einen Traum verfolgen und doch immer daran glauben, dass es zu schaffen ist, auch wenn die Umstände manchmal demotivierend sind. Ein schönes, wenn auch melancholisches Buch. Die verschiedenen Situationen wirken sehr realistisch. Gute Recherche!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein modernes Märchen aus Ost und West, 16. November 2011
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der weite Weg nach Hause (Taschenbuch)
Dieser preisgekrönte Roman unterhielt mich im letzten Urlaub vortrefflich. Er ist eine exzellente Mischung aus Unterhaltung und Anspruch. Sprachlich sehr gut, aber nicht überzogen. Der Inhalt zum Nachdenken anregend, aber auch immer wieder sehr unterhaltsam und amüsant. Rose Tremain bekam für dieses Werk die Auszeichnung für den besten englischsprachigen Roman, den eine Schriftstellerin in einem Jahr veröffentlich hat. (Orange Prize for fiction.)

Die Hauptfigur ist Lev, ein Osteuropäer, höchstwahrscheinlich aus einer ehemaligen Sowjetrepublik stammend, Anfang 40, der nach dem Verlust seiner geliebten, allzu früh verstorbenen Ehefrau und des eigenen Jobs in einem Sägewerk - man hat so lange gesägt, bis keine Bäume mehr da waren - seine Mutter und seine kleine Tochter zurücklässt und mit dem Bus nach London fährt, um dort eine Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Schon auf der Reise lernt er seine erste Bezugsperson kennen: Lydia, eine Dolmetscherin, die ebenfalls nach London übersiedelt, allerdings bereits mit einer festen Arbeit in der Tasche.

Lydia bleibt den kompletten Roman seine Anlaufstation, wenn es Schwierigkeiten gibt. Und obwohl er sie nicht so behandelt, wie sie sich das wünscht, nicht aus Bosheit übrigens, hilft sie ihm immer wieder in der Not. So auch beim Finden der ersten Anstellung in einem Feinschmeckerrestaurant. Dort beginnt er als Abspülhilfe. Aber er behält die Köche und Zubereiter sehr genau im Auge und lernt durch bloßes Zusehen. In dieser Küche arbeitet ebenfalls eine Engländerin namens Sophie, mit der er bald liiert ist. Im Restaurant muss die Beziehung verschwiegen werden, weshalb sich das Verhältnis weitestgehend auf traute Momente und Stunden zwischen den beiden konzentriert.

Lev findet mit der Anstellung im Rücken eine Wohnung, beziehungsweise ein Zimmer bei einem getrennt lebenden und arbeitslosen Iren namens Christy, zu dem ihn bald so etwas wie eine Freundschaft verbindet. Seine Wohnumgebung ist ein Kinderzimmer mit Stockbett, Kaufladen und Stofftieren. Aber Levs Ansprüche sind gering, er richtet sich ein. Nicht immer benimmt er sich geschickt, was die ein oder andere Schwierigkeit bereit hält und insbesondere seine Beziehungen zu Frauen stört. Er lernt viele Schattenseiten einer Metropole wie London kennen, wird überfallen und ausgeraubt, landet ein anderes Mal in Polizeigewahrsam, fällt negativ bei öffentlichen Anlässen auf. Nie bösartig, aber immer fremd in dieser Umgebung.

Bereichert wird die Erzählung durch Rückblicke in die Vergangenheit. Momente mit seiner Frau und vor allem mit seinem Freund Rudi, zu dem er permanent, zu allen möglichen und unmöglichen Tages- und Nachtzeiten telefoniert. Rudi ist ein Lebenskünstler, der als Taxifahrer mit einem alten Tschewi (Chevi = Chevrolet) mühsam über die Runden kommt. Die alten, gemeinsam erlebten Geschichten geben Lev Halt im neuen Leben, das kein wirklich vollständiges ist. Eine Information aus der Heimat und die Vorwürfe seiner Mutter lassen ihn eine folgenschwere Entscheidung treffen. Mehr sei aber nicht verraten.

Ein wunderschönes Buch, das ich einem sehr großen Leserkreis empfehlen kann. Nur wer Erzähltes generell nicht mag, dürfte mit diesem Roman nichts anfangen können. Einer meiner Lesetipps in diesem Jahr, wenn auch keine Neuerscheinung. Fünf sehr überzeugte Sterne.
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Der weite Weg nach Hause
Der weite Weg nach Hause von Rose Tremain (Taschenbuch - 2011)
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