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47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unglaubliches Buch
Das Buch ist eine Autobiographie von Philippe Grimbert über seine jüdische Kindheit im besetzten Frankreich während des 2. Weltkrieges. Das spannende daran: Philippe wusste nicht, dass er und seine Familie Juden sind und auch nicht, dass er einen Bruder hatte, von dem er immer träumte.

Erst nach dem Krieg, im Alter von 15 Jahren,...
Veröffentlicht am 21. September 2006 von Markus Röser

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein psychologisches Büchlein, aber der Funke wollte nicht überspringen
Der Autor ist Psychoanalytiker, geboren 1948 in Frankreich, und schreibt hier einen autobiografischen Roman über seine Familiengeschichte. Zugrunde liegt ein Familiengeheimnis, von dem ihm jedoch eine Freundin der Familie zu seinem 15. Geburtstag erzählt. Es handelt davon, dass seine Eltern Juden sind, und was damals im Krieg vorgefallen ist und wie die...
Vor 19 Monaten von Rebecca veröffentlicht


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47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unglaubliches Buch, 21. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist eine Autobiographie von Philippe Grimbert über seine jüdische Kindheit im besetzten Frankreich während des 2. Weltkrieges. Das spannende daran: Philippe wusste nicht, dass er und seine Familie Juden sind und auch nicht, dass er einen Bruder hatte, von dem er immer träumte.

Erst nach dem Krieg, im Alter von 15 Jahren, erzählt ihm eine Freundin die wahre Geschichte. Behutsam wird Philippe an eine vor seiner Geburt liegende, von allen verdrängte Vergangenheit herangeführt.

Eine bewegende Familiengeschichte, erzählt aus der Sicht eines Jungen, der erst geboren wurde als alle Gefahr schon vorbei war und der nie verstand, warum er die Erwartungen seiner Eltern nicht immer erfüllen konnte.

Fazit: eine spannende und schnell zu lesende Autobiographie, die in der Handlung immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit wechselt. Absolut empfehlenswert.
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weshalb verraten die Menschen einander?, 26. Juni 2006
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der französische Psychoanalytiker Philippe Grimbert erzählt die Geschichte seiner Eltern. Diese Geschichte birgt ein Geheimnis, das der sensible Philippe während seiner Kindheit und Jugend allmählich lüftet. Der schmächtige Sohn durchtrainierter , sportversessener Eltern fühlt sich durch diese ausgegrenzt und nicht wirklich akzeptiert, was ihn nicht daran hindert, fortwährend deren köperliche Anmut zu bewundern. Der sich optisch makelhaft empfindende Philippe erdenkt sich einen älteren Bruder, der all die Eigenschaften besitzt, über die er selbst nicht verfügt. Dieser Bruder wird gewissermaßen zu seinem alter Ego.

Die mit den Eltern befreundete, körperlich versehrte Louise versorgt Philippe mit Aufbaumitteln und wird zur Vertrauten des verunsicherten Jungen, der sich Louise ähnlich fühlt. Als der aufgeweckte Knabe in der Schule von der Okkupation Frankreichs durch die Nazis erfährt und schreckliche Bilder aus Konzentrationslagern sieht, ist er zutiefst bewegt und berichtet ihr von seinen Eindrücken. Louise entschließt sich ihm die wahre Geschichte seiner Eltern zu erzählen. Maxime und Tania sind beide jüdischer Herkunft. Maxime hat bereits in den 30er Jahren die Riten und Bräuche seiner rumänischen Vorfahren jüdischen Glaubens negiert und ist davon überzeugt, dass er bereits vollständig im Pariser Bürgertum assimiliert ist. Durch die Machenschaften kollaborationswilliger französischer Beamter wird er eines Besseren belehrt. Einige Jahre vor der Invasion der Nazis heiratet der Schürzenjäger Maxime seine erste Frau Hannah. Noch auf dem Hochzeitsfest verliebt er sich in seine bildschöne Schwägerin Tania. Sie ist die Ehefrau von Hannahs Bruder , der gemeinsam mit seiner Gattin zur Hochzeit aus Lyon nach Paris angereist ist. Hannah sieht das Begehren Maximes in dessen Augen, sobald er Tania anblickt und ist froh als ihr Bruder mit Schwägerin Tania wieder abreist. Als die Nazis Frankreich den Krieg erklären und Tanias Mann an die Front muss, begegnen sich Maxime und Tania erneut in Paris. Die gegenseitige uneingestandene Anziehung wird jetzt für alle Familienmitglieder sichtbar. Hannah leidet und fühlt sich optisch zweitklassig. Sie sucht Halt an ihrem acht jährigen Sohn Simon, der von Maxime für seine von ihm ererbte Sportlichkeit und Schönheit bewundert wird. Simon hat all die Eigenschaften des von Philippe erdachten Bruders.

Nachdem die Nazis durch französische Kollaborateure die Listen der Namen jüdischer Bürger in ihren Besitz bringen können, fangen sie in Paris mit der Jagd auf Juden an, um diese nach Ausschwitz zu deportieren. Maxime reist gemeinsam mit anderen männlichen Mitgliedern der Familie aufs Land, in ein Dorf unweit des Indre. Sie wollen einen Unterschlupf für alle finden. Dorthin begibt sich wenig später auch Tania. Von deren Ankunft schreibt Maxime seiner Frau ,die sich zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Sohn noch in Paris befindet. Hannah wird depressiv und übergibt in diesem Zustand den Besatzern ihren echten jüdischen Pass, obgleich sie über einen guten gefälschten verfügt. Ob sie sich bewusst in deren mörderische Hände begibt, kann nur vermutet werden. Sie wird mit ihrem Sohn verhaftet und wie Philippe durch seine spätere Recherche erfährt, einen Tag nachdem sie in Ausschwitz angekommen ist, gemeinsam mit Simon ermordert.

Tania und Maxime werden noch in ihrem Versteck auf dem Land ein Paar, obgleich sie beide noch nicht wissen, das ihre Ehepartner und Maximes Sohn nicht mehr leben. Ihnen sind die potentiellen Qualen ihrer Nächsten bewußt, doch ihre gegenseitige Anziehung ist stärker als ihre Sorgen. Fortan leben beide mit unsäglichen Schuldgefühlen, die sich verstärken als sie vom Tod der einst von ihnen geliebten Personen erfahren. Als sie nach Paris zurückkehren, verschweigen sie fortan den Namen Hannahs und Simons. Erst nach Jahren heiraten die beiden und Philipp wird geboren. Das gemeinsame Kind bewirkt allerdings nicht, dass die beiden sich Dritten gegenüber wieder öffnen können. Ihre Schuldgefühle bringen sie dazu im fortgeschrittenen Alter gemeinsam vom Balkon ihrer Wohnung in den Tod zu springen.

Ein beeindruckendes Buch, das sich einerseits intensiv mit Wertbegriffen , wie etwa Treue und Verrat, innerhalb menschlicher Beziehungen auseinandersetzt und andererseits den furchtbaren Terror der Nazis nach der Invasion in Frankreich , sowie die Kollaboration französischer Staatsdiener thematisiert.

Ein zutiefst beeindruckendes Buch!
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein berührendes Familiengeheimnis, 28. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Taschenbuch)
In seiner Autobiographie "Ein Geheimnis" beschreibt Philippe Grimbert ein düsteres Familiengeheimnis, das er durch eine gute Freundin seiner Eltern, Louise, im Alter von 15 Jahren in Erfahrung bringt. Philippe erträumt sich als kleiner Junge einen Bruder, der genau dort, wo er seine Schwächen hat, Stärken besitzt. Er ahnt die ganze Zeit, dass ein Geheimnis in seiner Familie schlummert und stößt immer wieder auf Anhaltspunkte. Schließlich werden seine Vermutungen von Louise bestätigt, die ihm die Geschichte seiner Eltern und seiner jüdischen Herkunft erzählt. Philippe berichtet nun die Geschichte von der Flucht seiner jüdischen Eltern vor den Nazis. Sein Vater Maxime, dessen Frau Hannah und deren Sohn Simon sowie Hannahs Schwägerin Tania fliehen aus Paris in die französische Freie Zone. Hannah hat die heimliche Liebe Maximes zu Tania erahnt und übergibt sich aufgrund einer ihr aussichtslos erscheinenden Zukunft zusammen mit ihrem Sohn den Nazis. Beide kommen im Konzentrationslager ums Leben. Maxime kann sich trotz der für ihn ungewissen Lage seiner Frau nicht länger gegen die Liebe zu Tania wehren und sie gehen eine leidenschaftliche Beziehung ein. Aus dieser Partnerschaft geht nach dem Krieg Philippe hervor.

Das fesselnde Buch besteht aus mehreren ineinander verwickelten Geschichten. Zum einen ist dort die Liebe von Maxime und Tania, die zugleich die Vergangenheit Philipps ist. Zum anderen behandelt das Buch einen historischen Hintergrund, den der Judenverfolgungen zur Zeit der deutschen Besatzung in Paris. Interessant ist auch wie sich die Zeitebenen von Philippes Vergangenheit und seiner Gegenwart abwechseln. Grimbert schafft es, die Schuldgefühle von Maxime in einen Gegensatz zu dessen leidenschaftlicher Liebe zu setzen. Das Buch berührt den Leser sehr, hält ihn aber gleichzeitig auch auf Distanz, weil der Erzähler beispielsweise die Rolle der Nationalsozialisten und deren Gehilfen, den Kollaborateuren zwar andeutet, aber nicht ausführlich behandelt, dafür aber umso emotionaler und intensiver die Rolle der Liebe und der Schuldgefühle vermittelt. Ein empfehlenswertes Buch, das in einer berührenden und zugleich ernsten Weise eine Liebesgeschichte, eine geheimnisvolle Vergangenheit und eine grausame Zeit der Verfolgung behandelt.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeugnisse der Vergangenheit, 29. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Einmal mehr legt hier ein Autor durch seine Geschichte Zeugnis ab über die Zeit der Judenverfolgung unter der Naziherrschaft Hitlerdeutschlands, die schließlich auch andere Länder erfasste.
In Frankreich ist es die Familie Grimbert, die zu den Betroffenen gehörte.
Philippe Grimbert, 1948 in Paris geboren, kommt erst als heranwachsender Jugendlicher hinter das subtile Geheimnis seiner Familiengeschichte.
Louise, eine Freundin seiner Eltern, ist ihm wunderbare Zuhörerin und Freundin zugleich, die ihm eines Tages eröffnet, dass sie Juden sind. Sie weiht ihn nach und nach in die Geheimnisse der Familie ein.

Philippe war ein sensibler und wacher Junge, der immer gespürt hat, dass er den Anforderungen und Erwartungen seines Vaters nicht genügen konnte. Die Eltern waren beide schön und sportlich, er dagegen war ein schwacher und kränklicher Junge. Insgeheim phantasierte er sich einen großen Bruder, mit dem er Gedankenaustausch hielt. Dass es diesen Bruder wirklich gab, stellt sich erst später als schauerliche Wahrheit heraus.

Als Kind hat er sich eine ideale Familie zusammengeträumt. Auch die Liebesgeschichte seiner Eltern gehörte dazu.
Spät erst lernt er die tragische, geheimnisvolle und traurige Wahrheit kennen, in die sein Vater und seine Mutter verstrickt waren.
Sein Vater war in seiner Jugend ein Frauenheld, der schönen Frauen nicht widerstehen konnte.
So verliebte er sich schon bei seiner Hochzeit mit Hannah unsterblich in seine Schwägerin Tania. Tania aber ist die Frau von Hannahs Bruder, der im Krieg fällt. Hannah ahnt die Liebe ihres Mannes zu Tania. Als die Juden vor den Häschern der Nazis fliehen, entscheidet Hanna sich in schicksalhafter Ergebenheit dazu, ihr Judentum nicht zu verleugnen, den Fluchtweg zum Versteck ihres Mannes nicht anzutreten und so mit Simon, ihrem gemeinsamen Sohn, dem Todeslager entgegen zu gehen. So ist der Weg frei für Maxime, Grimberts Vater, und Tania, eine neue Familie zu gründen, aus der Philippe hervorgeht.

Er wird später Psychoanalytiker. Dieser Beruf erleichtert ihm den Weg zu seiner eigenen Vergangenheit und zu seinen Eltern.
Es ist ein Weg, der über das Verstehen die Bewältigung so vieler Ungereimtheiten in seiner Familiengeschichte möglich erscheinen lässt.
Die Geschichte ist wunderbar einfühlsam geschrieben. Sie ist zugleich ernst und traurig, realistisch, begreifend und mit genügend Distanz versehen, um einen Eindruck davon zu bekommen, dass menschliche Verstrickungen mit besonderer Schuld behaftet waren, wenn sie in diesen schrecklichen Zeiten und unter so unmenschlichen Bedingungen stattfanden.
Die vielen Berichte aus der nahen Vergangenheit runden das Bild der Geschichte immer wieder neu ab, denn jede Geschichte ist auf ihre Weise einmalig, so auch diese.
Ich empfehle das Buch sehr!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine jüdische Familie in Paris, 28. Mai 2007
Von 
Amazon Kundenrezensionen "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Philippe, das Einzelkind, soll genau wie seine Eltern sein: ein Sportsmensch durch und durch. Doch dem ist nicht so. Lieber träumt er sich einen großen Bruder herbei.

Irgendwie ahnt Philippe, dass seine Familie ein Geheimnis umgibt. Und als er 15 Jahre alt ist, lüftet Louise, eine langjährige Freundin der Familie, dieses Geheimnis: die Grimberts sind Juden. 2 Buchstaben haben sie einst in ihrem Familiennamen geändert, um nicht aufzufallen. Doch dahinter verbirgt sich noch eine weit tragischere, ja schrecklichere Geschichte...

Philippe Grimberts autobiographischer Roman fasziniert von der ersten bis zur letzten Seite. Ganz ruhig und lakonisch erzählt, macht er das Grauen der Naziherrschaft (und ihrer einheimischen Kollaborateure) über Frankreich nur umso deutlicher: Wie etwa der Großvater, der den Antisemitismus und seine Folgen schon aus seiner ersten Heimat Rumänien kennt und vor ihm flüchtete, die Zeichen der Zeit in Paris erkennt, und wie andere Familienmitglieder immer noch nicht an das Kommende glauben wollen, war einfach typisch für Familien in einer solchen Situation.

Die Realität, die hier gezeigt wird, übertrifft tatsächlich die Phantasie der meisten Schriftsteller!

Ein Meisterwerk, das tief beeindruckt und dem man viele Leser wünscht!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergreifend, bewegend und wahr, 13. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Hätte ein Autor diese Geschichte erfunden, würden wir sie vielleicht als zu überfrachtet in ihrer Dramatik empfinden. Doch das ist sie nicht, denn sie ist wahr. Und das macht sie so bewegend und erschütternd.

Wir erleben, wie ein kleiner Junge sich einen großen Bruder erfindet und erträumt und später erfährt, dass es diesen Bruder tatsächlich gab. Wir werden Zeuge, wie dieser Junge als Heranwachsender mit der verdrängten und verschwiegenen Geschichte seiner Familie konfrontiert wird und wie es ihm gelingt mit diesem Vermächtnis in großer menschlicher Stärke umzugehen.

Es ist die Shoah, die uns immer wieder mit solch außergewöhnlichen Schicksalen konfrontiert. - Darüber hinaus aber macht dieses Buch auch deutlich, dass es die Unfähigkeit der Eltern ist (seien sie Täter oder Opfer gewesen), sich dem Vergangenen, ihrem Tun oder dem Versäumten zu stellen, und dies ihren Kindern als eine Art Bürgschaft hinterlassen. Dies gilt sowohl im Großen und Dramatischen, als auch im Kleinen und Banalen. Es sind oft die Kinder, die den Mut für ihre Eltern aufbringen müssen, um ein Geheimnis auszusprechen, zu verarbeiten und alte, versteckte Wunden zu heilen. Wenn auch manchmal nur in der nächsten Generation.

Lesen Sie dieses Buch und lassen sie sich berühren und ergreifen von dieser Geschichte, und dem Weg, den der Autor gehen musste. Denn dann können wir vielleicht etwas daraus schöpfen oder gar lernen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbedingt lesenswert, 29. Dezember 2007
Von 
Jürg Morant (Arlesheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Taschenbuch)
Eigentlich glaubt man ja über die Judenverfolgung im Nazireich schon alles gelesen zu haben. Aber dieses Buch ist so anders, so erfrischend und beklemmend zugleich, so ehrlich und unverlogen, dass es zum Besten gehört, was ich je gelesen habe. Und noch etwas, was weit über die Judengeschichte hinausgeht: es wird bewusst, dass das eigene Schicksal schon beginnt, bevor man in der Wiege liegt, die man sich eh nicht auswählen kann.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch wie Musik, 3. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Taschenbuch)
Zum Inhalt ist bereits alles gesagt. Ich schließe mich meinen Vorredner bei ihrer Lobeshymne an. Ein kleines Buch, nur knapp 100 Seiten, aber jede Seite hat ihre eigene Tiefe. Ein Buch, das man einfach lieben muss- weil man nicht anders kann. Grimbert hat sicherlich einen Bestseller geschrieben, ein ganz persönliches Buch, ein humorvolles und eines, das einem die Tränen in die Augen treibt. Vor allem hat er aber ein Buch geschrieben, das man nie wieder vergisst! Ich empfehle es aus tiefstem Herzen- LESEN!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte von großer Leidenschaft und großer Schuld, 14. Juni 2006
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein kleines autobiographisches Buch, ein preisgekrönter Bestseller in Frankreich. Der Protagonist, Psychoanalytiker Philippe Grimbert, war ein schwaches, schmächtiges, wenig talentiertes, zartes Einzelkind, von sportlich völlig durchtrainierten und ehrgeizigen Eltern. Irgendwie hatte er immer das ungute Gefühl, gar nicht das leibliche Kind dieser Eltern zu sein. Und so erfindet er sich eines Tages, in seinen Tagträumen, einen großen Bruder, mit dem er Selbstgespräche führt und der ihn beschützen soll. Viel hilft auch das nicht, denn die Enttäuschung über dieses zarte, glücklose Kind weicht nicht aus den Augen seiner Eltern.

Und eines Tages, Philippe ist fünfzehn Jahre alt, lüftete eine enge Freundin der Familie, ein lang gehütetes Geheimnis. Nach und nach erfährt Philippe, dass seine jüdischen Eltern das Leben im besetzten Paris nicht schadlos überstanden haben. Und so erfahren wir aus der Sicht des „Nachgeborenen“, die aufwühlende, bewegende Geschichte seiner jüdischen Familie. Die Eltern waren beide früher schon einmal verheiratet, und es gab tatsächlich diesen anfangs herbei phantasierten großen Bruder. Er ist von den Nazis in Auschwitz ermordet worden. Seine Eltern haben den herben Verlust und die empfundene Schuld bis jetzt durch beharrliches Schweigen und devote Anpassung zu verdrängen gewusst.

Heute, 50 Jahre später, schreibt Philippe diese sehr bewegende Geschichte, und

spricht all diese Themen bei seinen Eltern an, konfrontiert sie mit diesen Geschehnissen, fordert sie auf, die Bürde der Vergangenheit in Würde zu tragen, sich zu öffnen und wahre Gefühle zu zeigen, auch vielleicht einmal zu weinen.

Das Buch ist derart packend und atmosphärisch dicht geschrieben, dass man keine Seite davon missen möchte. Die Sprache ist geradezu phantastisch, die unterschiedlichen Reflexionsebenen beeindruckend. Nur leider ist es viel zu schmal.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und nichts als die Wahrheit, 12. Februar 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Geheimnis: Roman (Taschenbuch)
Dieses kleine Büchlein von Philippe Grimbert liest sich wie eine Novelle. Aber Grimbert schreibt keine Fiktion, jede Zeile ist wahr und Teil unserer -aber vor allem seiner- Geschichte.
Erst im Alter von 15 Jahren erfährt Philippe, der 1948 in Frankreich zur Welt kommt, was er vielleicht insgeheim immer gespürt hat: Er hatte einen Bruder aus einer vorausgegangenen Ehe des Vaters. Zum Zeitpunkt der Offenbarung dieses Geheimnisses ist dieser allerdings längst tot: Ermordet in Auschwitz, gemeinsam mit dessen Mutter, der ersten Ehefrau seines Vaters.
Aber es ist kein grausames oder deprimierendes Buch: Jeder Zeile spürt man den Lebensmut Grimberts und die Geborgenheit, die er in seiner Familie erfahren haben muss, an. Grimbert schreibt dieses Büchlein als bleibende Erinnerung an Simon, seinen Bruder, den er nie kennenlernen durfe, von dem er aber immer eine Ahnung in sich trug.
Grimbert ist Psychoanalytiker und Buchautor. Seine Vorfahren hießen Grinberg. Da dieser Name zu jüdisch klang, wurde er kurzerhand an zwei Stellen geändert, um einer möglichen Verfolgung zu entgehen. Wer dieses Buch gelesen hat, fragt sich, warum Grimbert nicht längst zu seinen ursprünglichen Namen zurückgekehrt ist. Als Bekenntnis und als Erinnerung an seinen ermordeten Bruder.
Ein beeindruckendes, lesenswertes, wichtiges Buch!
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Ein Geheimnis: Roman
Ein Geheimnis: Roman von Philippe Grimbert (Taschenbuch - 29. Oktober 2007)
EUR 7,00
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