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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein regionaler und doch europäischer Roman
In "Zwölf Ringe" geht es um ... womit beginnen?
Da wäre der tragische Held Karl-Joseph Zumbrunnen, ein Österreicher, den es in den neunziger Jahren immer wieder in den galizischen Teil der Ukraine zieht, in die Karpaten, wobei sowohl die Landschaft und die von ihr beeinflussten Menschen als auch seine Dolmetscherin Roma diese Anziehung ausmachen...
Veröffentlicht am 8. April 2005 von Regina Karolyi

versus
1 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen eher schlecht
Dieses Buch hat mich geärgert, und ich habe die Lektüre nach einigen Kapiteln aufgegeben. Die Charaktere sind unverständlich, und der assoziative Schreibstil des Autors ist verwirrend. Die Handlung ist langweilig. Alles was offensichtlich originelle Ideen sein sollen, wirkt abgeschmackt. Ein Buch, das nicht lustig ist.
Veröffentlicht am 3. Februar 2008 von ein kunde


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein regionaler und doch europäischer Roman, 8. April 2005
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Zwölf Ringe: Roman (Gebundene Ausgabe)
In "Zwölf Ringe" geht es um ... womit beginnen?
Da wäre der tragische Held Karl-Joseph Zumbrunnen, ein Österreicher, den es in den neunziger Jahren immer wieder in den galizischen Teil der Ukraine zieht, in die Karpaten, wobei sowohl die Landschaft und die von ihr beeinflussten Menschen als auch seine Dolmetscherin Roma diese Anziehung ausmachen.
In einem geschichtsträchtigen Hotel in den Karpaten findet sich eine seltsam gemischte Gesellschaft: der österreichische Fotograf Zumbrunnen, Roma mit ihrem Mann und ihrer fast erwachsenen Tochter, ein Videofilmer, zwei Stripperinnen und nicht zuletzt der Geist eines Wegbereiters der modernen ukrainischen Literatur, Antonytsch.
Entsprechend vielschichtig präsentieren sich die Handlung, oft sehr konkret, dann wieder mystisch-abstrakt, und die Sprache, wo nötig, alltäglich, banal und auch vulgär, oder wiederum überraschend lyrisch. Es geht vor allem um die Verständigung von Mensch zu Mensch, bei der sprachlich, kulturell, charakterlich und intellektuell bedingte Unterschiede Grenzen setzen, sowie die Verständigung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt, die bedrohlich sein kann und in die er doch fest eingebettet ist. Hierzu bildet die wildromantische Karpatenlandschaft einen perfekt eingepassten Hintergrund.
Nicht zuletzt porträtiert Andruchowytsch auch die Ukraine selbst auf ihrem schmerzlichen Weg zur Selbstständigkeit, der von skrupellosen Neureichen, prosowjetischen Kräften und unzähligen gestrandeten Existenzen gesäumt wird. Das Karpatenvolk der Huzulen liefert einen folkloristisch-bunten Rahmen.
Die naive Faszination des österreichischen Protagonisten, seine zunehmende Verstrickung in das Schicksal der Region und ihrer Menschen und sein letztlich tödliches Scheitern verleihen dem Roman eine über Galizien und die Ukraine hinausgehende, europäische Komponente.
Die Vielfalt an Symbolen - Antonytschs "zwölf Ringe des Frühlings" ziehen sich tonangebend durch das ganze Werk -, Gleichnissen und literarischen Anspielungen ist kaum zu übertreffen. Ein Lob an die Übersetzer darf hier nicht fehlen, denn die gekonnte Übertragung der erwähnten, auch sprachlichen Vielschichtigkeit und der zahlreichen Wortspiele aus einer slawischen in die deutsche Sprache stellt sicherlich eine Meisterleistung dar.
Wenn ich trotz der Begeisterung für einen außergewöhnlichen Roman einen Stern abziehe, dann ganz subjektiv dafür, dass mir die gesamte Darstellung gelegentlich doch überfrachtet und aus den Fugen geraten scheint - auch wenn dies möglicherweise zur Intention des Autors gehört.
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bemerkenswerter Autor, 5. Mai 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Zwölf Ringe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Juri Andruchowytsch ist uns bisher durch zwei Essay Bände bekannt geworden, „Das letzte Territorium" war der eine, „Mein Europa", mit dem Polen Andrzej Stasuik gemeinsam geschrieben, war der andere.
Der Autor erzählt von dem österreichischen Fotografen Karl-Joseph Zumbrunnen, der gerne seine galizischen Wurzeln finden möchte und deshalb immer wieder in die Ukraine reist. Und in diesem Land herrscht zu dieser Zeit eine Gemengelage aus Armut, Verschwendung, Unordnung, Attraktivität. Und diese Form des postsozialistischen Aufbruchs interessiert ihn vielmehr, als die im Westen existierenden starren zivilisatorischen Formen. Bei einer dieser Reisen verliebt er sich in die bereits verheiratete Dolmetscherin Roma Woronytsch. Und als sie eines Tages in der Bahn sitzen da ist es Zeit für Andruchowytsch, seine Protagonisten vorzustellen. Das Personal, sechs Helden sind es, wird eingeführt. Dann treffen sie, in dem von einem Großkapitalisten finanzierten Sporthotel, auf einen Kongress. Hier kommt es bei den Verhandlungen zwischen einem Videofilmer, einem Fotograf, Bodyguards, zwei Nacktmodellen, dem Dichter Antonytsch und einigen gescheiterten Existenzen, die sich für Intellektuelle halten, zu einer Dissonanz der Stimmen, der Meinungen, der Attitüden.
Und mit einer Beliebigkeit, die beeindruckend ist, setzt der Autor übergangslos Traumphantasien, Phantasmagorien und Sterbebilder nebeneinander. In Wirklichkeit steht im Hintergrund eine Vernichtungsgeschichte, die so viele Ruinen hinterlassen hat: Gefühlsruinen, Sprachruinen, Stadtruinen, Flussruinen. Es geht ihnen allen schrecklich dreckig. Und in diesem absoluten Chaos sieht Andruchowytsch als Dialektiker schon die Metamorphose für eine neue Zeit entstehen.
Zuletzt stirbt der Held, und auch dieser Tod besteht in einem Missverständnis. Er möchte von Dieben nur das Foto seiner Geliebten zurück haben und die denken, er will sein Geld wieder haben. Und dafür wird er umgebracht. Und da der Autor uns häufig darüber informierte, dass der Fotograf das Wasser liebt, stirbt er im Wasser. Man denkt, jetzt ist alles vorbei, da bekommt er einen Astralleib und fliegt wie ein Vampir in die Luft und macht noch einmal einen sensationellen Flug über Europa, in seine Heimat Wien, landet am Stephansdom. Dort findet er sein Paradies. Und das sind dreißig Seiten, in denen wir sehen, wie die Geschichte weiter geht.
Der Roman „Zwölf Ringe" ist eine überbordende Inszenierung einer Form von okkultistischem Realismus, wie man ihn hauptsächlich in Osteuropa zur Zeit findet. Das Buch ist von einem grenzenlosen Optimismus getragen, ganz im Gegenteil zu der Geschichte dieses dunklen Kontinents Mitteleuropa, in dem die Menschen ein Jahrhundert entweder vor den Deutsche oder vor den Russen davongelaufen sind. Aber spätestens am Schluss merkt man dann doch, der Autor hat in seinem postmodernen Roman im Kern vom Westen erzählt.
Das ist wieder seit langem ein Buch, was durchgehend illusionskritisch erzählt, das nicht ein verlorenes Paradies beschwört , also in keiner Form nostalgisch ist, dafür mitreißend, mit viel Intelligenz und Ironie, selbstreflexiv erzählt. Ein sehr vitaler Text.

Andruchowytsch ist Lyriker, und das liest man dem Text auf jeder Seite an, wirklich brillante lyrische Formulierungen, virtuos, ungeheuer spannend.
Es ist ein exorbitantes Vergnügen, sich in diesem Gemenge brillanter Einfälle zu Recht zu finden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist ein Wunderwerk der Sprache, 30. März 2014
Von 
C. Stechow "Chris" (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zwölf Ringe: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Welch genialer Wurf von Sprache, Bildern, Handlungen. Es bedarf schon etwas Hintergrundwissen über Galizien, um alles so recht einordnen zu können. Aber wenn der Autor durch die Landschaft irrlichtert, dann estehen die Vergangenheit und die Gegenwart vor dem Leser. Ein pures Lesevergnügen.
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5.0 von 5 Sternen Zwölf Ringe, 23. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zwölf Ringe: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Mein Name ist Artur Pepa, Pepa wie Papier. Ich nehme an, mein Erzeuger hat sich dabei etwas gedacht. Tatsächlich bin ich Dichter, auch wenn der nicht lügt, der sagt, dass ich viel mehr saufe als dichte. Schnaps und Ukraine, das gehört zusammen, Schnaps und Leben noch viel mehr. Wie Leben und Tod. Ich gehe auf die 40 zu, mein Herz ist nicht mehr das Beste, ich saufe und rauche zu viel und meine Frau Pani Roma betrügt mich mit einem Österreicher. Was mir der blöde Hund für Ärger bereitet, kannst du dir gar nicht vorstellen. Schon der Name: Karl-Joseph Zumbrunnen. Aber das schlimmste ist folgendes: Mein Erzeuger macht, was er will. Er ist ein Tyrann, und er lässt mich nie vergessen, dass er alle Fäden in der Hand hat. Er behandelt mich, als wäre ich nur ein Charakter in einem Roman, und den anderen geht es auch nicht besser. Aber hey, ganz ehrlich, da sind wir hier im Osten ganz andere Kaliber gewöhnt. Juri ist ja nur was seine Bücher angeht Kontrollfreak.
Ich wünschte, wir wären nie im „Wirtshaus „Auf dem Mond“ gelandet (doch, doch, die Anzahl der Anführungszeichen ist richtig). Jetzt wollen die mir auch noch einen Mord anhängen. Und Juri, der erzählt das alles, als wenn wir auf dem Rummel sind und in der Achterbahn fahren, als wäre das alles nur ein großer, rasanter Spaß.
Ja, wenn es um Antonytsch, unseren großen Nationaldichter, und seine Zwölf Ringe geht, dann ändert sich Juris Tonfall. Dann wird er fast lyrisch. Lemberg und Antonytsch, Antonytsch und Lemberg. Als ob es in der Ukraine keine anderen Dichter gäbe. Mich zum Beispiel…
OK, Juri ist auch nicht gerade schlecht. Er hat da Dinger drauf, um die ich ihn fast beneiden würde. Wenn ich jetzt sage, dass er bei mir abgekupfert hat, glaubt das eh keiner, denn Juri sagt dann bloß: Du bist doch nur eine Figur in meinem Buch. Aber meine wildwuchernden Assoziationsketten (was sagt Juri, damit es gebildeter klingt? „Phonetische Spielereien“!), die lass ich mir nicht klauen: „Föne für Achsel-, Scham- und Schamanenhaar“; Schafzucht/Unzucht/Eifersucht; Kränze/Kreuze/Sargdeckel; Nische/Wanne/Nirwanna; ich könnte ewig so weitermachen. Die heilige Dreieinigkeit, und darum habe ich auch gesagt: Juri, mach aus den Ringen ein Triptychon. Daran hat er sich dann gehalten und drei große Abschnitte gemacht. Bloß dass der Roman alles ist, nur nicht heilig. Wild und ausufernd erzählen, dass kann er. Überhaupt hat er mit den „Zwölf Ringen“ einen tollen Roman geschrieben, das muss der Neid ihm lassen. Und ich höre die in Deutschland und sonstwo schon fachsimpeln:
„Die Zwölf Ringe sind eine poetische Landeskunde, die die Ukraine nicht nur politisch, sondern auch literarisch näher ins Herz Europas rückt. Die „Ringe“ stehen auch für eine Betrachtungsweise, die die historische Dimension nicht aus dem Auge lässt. Egal, ob es sich um Lemberg oder das „Wirtshaus „Auf dem Mond“ handelt, Andruchowytsch sondiert erzählerisch die Geschichte, das Werden, nach dem Zwiebelprinzip. Manchmal rückt er seinem Gegenstand chronologisch-ordentlich zu Leibe, manchmal wirkt das Erzählte willkürlich und unzuverlässig wie das neue Staatsgebilde, das sich im Werden befindet und einem steten Wandel unterzogen ist.“
Klingt gebildet, aber wisst ihr was? Das Zentrum Europas, das ist die Ukraine! Schaut mal auf eine Landkarte, ihr werdet euch wundern. Und wenn erstmal mein nächster Roman rauskommt, dann werdet ihr schon sehen.
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1 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen eher schlecht, 3. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Zwölf Ringe: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mich geärgert, und ich habe die Lektüre nach einigen Kapiteln aufgegeben. Die Charaktere sind unverständlich, und der assoziative Schreibstil des Autors ist verwirrend. Die Handlung ist langweilig. Alles was offensichtlich originelle Ideen sein sollen, wirkt abgeschmackt. Ein Buch, das nicht lustig ist.
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Zwölf Ringe: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Zwölf Ringe: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Juri Andruchowytsch (Taschenbuch - 26. Februar 2007)
EUR 12,99
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