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am 20. November 2004
Dieses Buch ist wahrlich ein Lesegenuss!
Susanne Amrain hat mit "So geheim und vertraut" ein Meisterinnenstück geschrieben. Sensibel schildert sie die Freundschaft zwischen Vita Sackville-West und Virginia Woolf anhand des hinterlassenen Briefwechsels. Es ist ein sehr präzises und realitätsgetreues Werk entstanden. Der scharfe Blick der Biographin hat sorgsam abgewogen und kein Detail übersehen, was so manchem anderen Biographen "unterlaufen" ist. Sie nimmt die beiden wahrhaft ernst.
Virginia und Vita liebten sich. Daran gibt es keinen Zweifel. Die Briefzitate belegen es.
Die Biographin schreibt im Vorwort:
"Ihre Liebe war kein kurzer Rausch und keine Episode, sondern eine lange, komplizierte und nicht selten quälende Geschichte. Wenn man sie erzählt und dabei die Protagonistinnen ausführlich selbst zu Wort kommen läßt, erscheint zumal Virginia Woolf in einem ganz neuen Licht: Mit Vita erlebte sie Phasen des leidenschaftlichen Verlangens, der Eifersucht, der Entfremdung und der Wiederbegegnung. Vita war, neben ihrer Schwester Vanessa und ihrem Mann Leonard, der einzige Mensch, den Virginia wirklich liebte.
Nicht zuletzt wird die Erzählung dieser Liebesgeschichte dazu dienen, das Bild der 'tragischen Lady von Bloomsbury', als die Virginia Woolf so häufig apostrophiert wurde, zu korrigieren. Unbestritten: sie war immer gefährdet durch Depression und Geisteskrankheit, und sie hat ihr Leben durch Selbstmord beendet. Aber sie war auch die Frau, deren Dinnergäste bis drei Uhr morgens wie gebannt sitzen blieben und dem Feuerwerk ihres Gesprächs zuhörten, obwohl sie schon um zehn Uhr Abends zu einer anderen Verabredung hätten gehen sollen.
Und im Zusammensein mit Vita Sackville-West war Virginia Woolf so heiter, frivol, frei und menschlich wie mit niemand sonst. - Es wäre ein Versäumnis, all das nicht zu beschreiben."
Susanne Amrain ist ein Buch gelungen, das eine erst aus der Hand legen will, wenn sie auf der letzten Seite angekommen ist, um es ein weiteres Mal ganz vorne aufzuschlagen.
Zu steigern ist dieser Lesegenuss nur dadurch, Susanne Amrain selber lesen zu hören.
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am 7. Januar 2007
Susanne Amrain hat sich in dieser Doppelbiographie mit den englischen Schriftstellerinnen Virginia Woolf und Vita Sackville-West befasst und in den Mittelpunkt dieses Buches die intensive, schwierige und sich wandelnde Beziehung der beiden Frauen gestellt.

Virginia Woolf gehört bis heute zu den wichtigsten Schriftstellerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. In ihrem Leben wechselten Perioden intensiver Schaffenskraft und Zugewandtheit zu den Menschen, die ihr etwas bedeuteten mit stark depressiven Schüben, in denen sie sich vor aller Welt verschloss. Sie war eine ungeheuer treue Freundin und hat ihren Mann Leonard Woolf sehr geliebt. Seine Loyalität war für sie überlebenswichtig.

Vita Sackville-Wests literarisches Werk ist hingegen heute fast vergessen. Dafür ranken sich um ihr exzentrisches Leben und ihre vielen Liebesbeziehungen zu Männern und Frauen viele Geschichten. Dem englischen Hochadel entstammend, verlebte sie eine vollkommen ungezügelte Kindheit und hat sich auch im Erwachsenen-Alter nie um Konventionen geschert.

Diese beiden sehr unterschiedlichen Frauen beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, die auch nach ihrem Scheitern als platonische Freundschaft bis zu Virginia Woolfs Selbstmord Bestand hat. Beide profitieren voneinander: Vita bewundert die literarische Aussagekraft ihrer Freundin vorbehalt- und neidlos, während Virginia ihre Freundin um ihre Leichtigkeit und Ausstrahlung liebt. Trotz der sexuellen Anziehung bleiben beide Frauen bei ihren Männern. Vitas Mann, als Botschafter weitgereist, hat selber viele außereheliche, homosexuelle Affairen, während Leonard still an Virginias Seite bleibt, um sie aufzufangen.

Beeindruckend an dieser Freundschaft ist vor allem, dass beide Frauen von einer intellektuellen Anziehungskraft sondergleichen waren. Ihr Austausch auf hohem und höchstem Niveau hat sich auch in ihrem literarischen Werk positiv bemerkbar gemacht. Vita Sackville-West bleibt als Person dem Leser auch deshalb so nachhaltig in Erinnerung, weil sie mit unbändiger Kreativität und Selbstbewusstsein einen ganz eigenen Weg gegangen ist.

Beiden Frauen lässt Susanne Amrain viel Raum und bleibt doch sehr gewissenhaft in der Darstellung. Eine sehr lesbare und hochinteressante Doppelbiographie!
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am 10. Februar 2009
Susanne Amrain wirft mit uns einen herrlich akribischen, einen gefühlvoller, einen entblendeten Blick bar jeder Mystifizierung auf die 20 Jahre überdauernde Beziehung der beiden Schriftstellerinnen Virginia und Vita und treibt dabei die Entschonung manchmal soweit voran, kommt mit ihrem ach wie erwachsenen und genauen, vor allem aber bewussten Blick, den Frauen die sie da biographiert scheinbar so nah, dass man zumindest für die beiden auf ein Leben nach dem Tod hoffen möchte - denn was ist nicht alles für antibiographischer, asexueller, rücksichtsvoller Schwachsinn über diese wichtigen Frauen geschrieben worden und wie sehr wird es Zeit, dass revidiert, berichtigt und verwahrfaftigt wird.

Der Briefwechsel, stets taktvoll aber kritisch hinterfragt, hier und da aufgedröselt, um biographische Details ergänzt, erklärt und eingeordnet in das weite, dennoch engmaschige emotionale Geflecht der beiden Frauen, erlaubt einen Eindruck zu gewinnen vom aristokratischen und intellektuellen England der 20er, 30er und 40er Jahre, von den Möglichkeiten weiblicher Beziehungskonstrukte und der schlichten Freude am Schreiben, am Ausdrücken des Eigenen in das Andere hinein.

Mein Dank gilt der ungeheuerlichen Fleißarbeit der Autorin, die, was der Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit in der Regel nicht einträglich ist, mancherorts in Randbemerkungen das immense persönliche Interesse am Thema nicht verhehlen kann ' und gerade damit dem Buch eine ganz eigenständige Dramaturgie gibt und zugleich zu seiner erzählerischen Spannung beträgt, die selbst Literatur schafft.
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am 31. Dezember 2004
Als ich zum ersten Mal versuchsweise "So geheim und vertraut" durchblätterte, habe ich mich sofort festgelesen und 40 Seiten verschlungen, ehe ich es wieder weglegen konnte ... und auch später konnte ich mich kaum von dem Buch trennen, bis ich es ausgelesen hatte. Susanne Amrain hat es wunderbar verstanden, Virginia und Vita in vielen Briefzitaten selbst zu Wort kommen zu lassen, ohne dass daraus eine philogische Abhandlung geworden ist; sie zeichnet ihre Protagonistinnen mit liebevoller Genauigkeit nach, kann aber doch auch ihre eigene Perspektive deutlich machen - für mich ein Meisterwerk der biographischen Literatur!
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am 3. September 2011
Ich fand die Beziehung sehr gut recherchiert und berührend beschrieben. Die Autorin wusste sich sehr gut in die beiden liebenden Frauen einzufühlen. Es wird nie peinlich oder aufdringlich. Auch das typisch Britische wird spürbar. Wie diese Beziehung sich im Werk widerspiegelt wird zwar auch angerissen, aber ich haette gern noch ausfuehrlicher darüber erfahren.
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