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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Muss man mal gehört oder gelesen haben!
Das Dorf taucht unvermittelt aus dem Nebel auf. Es wirkt verlassen, kein Mensch ist zu sehen. Die lange, fast gerade Hauptstraße scheint endlos lang und verschwindet in der Ferne im Grau des späten Nachmittags. "K." betritt eine Wirtschaft, die nur durch ein Schild kenntlich und ansonsten nicht von den anderen niedrigen Bauernhäusern zu unterscheiden ist...
Veröffentlicht am 4. Dezember 2009 von Stefan Erlemann

versus
17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als äußerst langwierig......
entpuppte sich das Romanfragment "Das Schloss" von Kafka für mich.

Auch auf die Gefahr hin hier völlig anderer Meinung zu sein als so mancher Literaturkenner und Experte, bei denen allein der Name Kafka schon keine Möglichkeit einer negativen Beurteilung zulässt, möchte ich hier doch meine ehrliche Meinung zu äußern, um...
Veröffentlicht am 29. Juni 2009 von Gasser Klaus


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Muss man mal gehört oder gelesen haben!, 4. Dezember 2009
Von 
Stefan Erlemann (Witten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Schloss. 6 CDs (Audio CD)
Das Dorf taucht unvermittelt aus dem Nebel auf. Es wirkt verlassen, kein Mensch ist zu sehen. Die lange, fast gerade Hauptstraße scheint endlos lang und verschwindet in der Ferne im Grau des späten Nachmittags. "K." betritt eine Wirtschaft, die nur durch ein Schild kenntlich und ansonsten nicht von den anderen niedrigen Bauernhäusern zu unterscheiden ist. Im Inneren sitzen zu K.?s Überraschung viele Gestalten. Der Rauch nimmt ihm die Sicht und wie blind gleicht er eher einem Betrunkenen, denn einem müden Wanderer.
Kaum hat er sich in der Ecke auf einem Strohsack niedergelegt - keine Kammer ist für ihn frei - betritt ein amtlich aussehender Mann die Schankstube und will ihn hinauswerfen. Niemand, so die Auskunft, dürfe sich hier aufhalten, nicht mal im Dorf seien Fremde willkommen und ohne Erlaubnis des Schlosses müsse er sofort wieder gehen.
K. behauptet der vom Schloss bestellte Landvermesser zu sein und rührt sich nicht von der Stelle. Die Amtsperson telefoniert und bekommt - nach anfänglicher Ablehnung - den Auftrag, K. in der Stube übernachten zu lassen.
Am nächsten Tag bemüht sich K. zum Schloss zu gelangen. Doch kein Weg führt dorthin und niemand will ihn zum Schloss führen. Niemand, so die Auskunft, dürfe ins Schloss, der nicht ausdrücklich dazu aufgefordert wurde. K.?s Bemühen scheitern immer wieder. Einzig Frieda, eine Schankgehilfin des Herrenhauses - dem Gasthof, in dem die Angestellten des Schlosses übernachten, wenn sie im Dorf zu tun haben - scheint ihn nicht wieder loswerden zu wollen. Frieda ist die Geliebte von Herrn Klamm, einem Beamten des Schlosses, der brieflich mit K. in Verbindung tritt und ihm den Auftrag gibt, sich zur Verfügung zu halten. Frieda schläft mit K., scheint sich in ihn zu verlieben. Und doch gelingt es K. nicht, zum Schloss vorzudringen. Immer verzweifelter werden seine Versuche, dort Gehör zu finden.

Franz Kafka begann 1922 mit den Arbeiten an seinem bekanntesten und wichtigsten Werk. "Das Schloss" wurde nicht vollendet und sollte nie veröffentlicht werden. Doch Kafkas Freund Max Brod setzte sich über den Wunsch des Verstorbenen hinweg und brachte nach Kafkas Tod einen der wichtigsten Romane der Weltliteratur heraus. Bis heute ist die faszinierende Wirkung dieses Textes, die verstörende Sinnsuche des K. und seine irreale, teils groteske Sehnsucht nach dem Schloss unzählige Male erschienen. Auch Hörbücher gibt es Dutzende verschiedene.
Doch der Patmos-Verlag geht einen neuen, völlig von den vorhergehenden Versuchen differierenden Weg. Zum Ersten ist dieses Hörbuch mit 495 Minuten sehr viel länger als die meisten vorangehenden Varianten, zum Zweiten sind fünf Sprecher in dieses Projekt involviert. Dies mutet auf den ersten Blick irritierend an. Es handelt sich keineswegs um ein Hörspiel, sondern um eine Lesung. Auch die erwartete Abfolge, nach bestimmten Abschnitten oder einer gewissen Zeitdauer einen Wechsel vorzunehmen, trifft nicht zu.
Zur Überraschung des Hörers wechseln die Stimmen mehrmals.
So beginnt Martin Wuttke mit den Abschnitten "Ankunft" und "Barnabas", ehe Anna Thalbach "Frieda" vorträgt. Dann folgt Monica Bleibtreu mit "Erstes Gespräch mit der Wirtin" und "Zweites Gespräch mit der Wirtin", unterbrochen von Uwe Friedrichsen mit "Beim Vorsteher". Spätestens nach der zweiten CD wird dem Hörer deutlich, dass hier sowohl inhaltlich die Sprecher gewissen Handlungssträngen und Personen zugeordnet wurden, als auch künstlerisch versucht wird, die wachsende Verzweiflung K.?s und die Reaktionen der Dorfbewohner und Schlossbediensteten im Bezug zu K. in Form einer immer wieder gebrochenen Sichtweise zu verdeutlichen. Jeder einzelne Sprecher betont andere Aspekte der Person K.?s und seines Werdegangs. Es entsteht ein Spannungsfeld unterschiedlichster Interpretationen und Wirkungen. Die Sprecher erreichen so die Vielschichtigkeit und Komplexität dieses Romans in Worte zu fassen und deutlicher werden zu lassen, als es ein einzelner Sprecher oder ein Hörspiel mit verteilten Rollen vermocht hätte.

Fazit: Der Versuch des Patmos-Verlags "Das Schloss" auf eine neue und einzigartige Weise zu interpretieren und dem Hörer näher zu bringen, ist gelungen. Der großartige Roman wird zu einem fesselnden Hörbuch. Dank der fünf Sprecher ist es ein einmaliges Erlebnis, diesem Werk akustisch folgen zu können. Sicherlich ist nicht jeder Sprecher, jede Stimme für jeden Hörer gleich gut. Doch Monica Bleibtreu, Uwe Friedrichsen, Sophie Rois, Anna Thalbach und Martin Wuttke sollte man als Gesamtheit erleben. Jede Stimme hat ihren eigenen Wert in diesem Versuch und verdient höchste Anerkennung für ihre Leistung.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebenskampf als Lebensinhalt, 25. April 2001
Von Ein Kunde
Das Schloss, oft auch als "Kafkas Faust" bezeichnet, darf wohl als eines der bedeutendsten Werke der moderneren deutschen Literatur aufgefasst werden. In dem surrealen Roman tritt als Hauptperson der Landvermesser K. auf, der nach seiner Ankunft im Dorf rasch bemerkt, dass eigentlich "das Schloss" die Fäden in der Hand hält. Er nimmt den Kampf mit dem Schloss auf - und verliert ihn Stück für Stück. Schlussendlich muss er sich der Tatsache bewusst werden, dass er seinen Lebenskampf verloren hat, da ihn seine Lebenskräfte im entscheidenden Augenblick im Stich gelassen haben. Auffallend ist auch der Schluss des Buches: in epischer Form endet das Buch dort, wo es noch einmal richtig spannend wird - anregend, selber weiterzudenken. Deutlich tritt in diesem Werk die Sprachgewalt des Autors hervor; wer sich einmal die Mühe macht, z.B. den Sekretär Klamm auf seine UmKLAMMerung hin zu untersuchen, merkt bald, dass Kafka ein Sprachkünstler gewesen ist, der seinesgleichen sucht. Als Anstoss zur Interpretation ist wohl zu erwähnen, dass Kafka oft unter dem Aspekt des Vater-Sohn-Konflikts sowie der Darstellung der göttlichen Gnade betrachtet wird. Es scheint mir dies jedoch etwas eingeengt; der Leser sollte zuerst die Surrealität des Werkes verstehen lernen, bevor er dieses konkretisiert. Ich rate daher, das Buch aus der Sicht K.'s zu untersuchen: Wie verändert er sich? Es gereicht zu grosser Erleichterung, das Werk auf diese Art und Weise verstehen zu lernen. Alles in allem ist das Werk gerade wegen seiner Komplexität wohl eines der grössten in der deutschen Literatur, wenn nicht das genialst überhaupt.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kafkaeske Klangwelt, 11. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Schloss: Hörspiel (Audio CD)
Hier wird von grandiosen Sprechern wie Gerd Westphal als Josef K., dem herumirrenden Protagonisten, ein großartiges Stück Literatur von Kafka in Szene gesetzt. Diese Inszenierung passt sich durch ihre Gesamtkomposition gekonnt an die absurde Welt, in der der Landvermesser Josef K. sich bewegt, an. Seien es 'die Gehilfen', die ständig wie wahnsinnig lachen, sei es eine Lautkulisse, die in den richtigen Momenten ruhig ist und dann plötzlich ins aggressive umschwingt ' alle Mittel helfen dem Hörer, sich in diese typisch kafkaeske Gegend rund um das Schloß hineinzufinden.
Egal, ob man sich dieses Hörspiel anhört, um mit Kafka vertraut zu werden und sich ihm anzunähern, oder ob man das Schloß hören möchte, um einer interessanten Interpretation des Romans zu lauschen, um das Gelesene zu vertiefen ' beide Seiten tun gut daran, sich diese Doppel-CD zu Ohren zu führen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen genial!, 5. Januar 2010
Von 
Stefan Erlemann (Witten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Schloß. 2 CDs. Hörspiel (Audio CD)
Herr K. schreitet durch eine tief verschneite Landschaft. Er ist am Ende seiner Kräfte. Endlich erreicht er einen kleinen Ort, über dem am nahen Hang ein riesiges Schloss thront. Hier wird er Arbeit finden oder untergehen, sagt sich Herr K., doch ist der Empfang ein seltsamer: Niemand will ihm ein Zimmer geben, alle scheinen nur sein Verschwinden herbeizusehnen.
Er behauptet, noch im Geiste das riesige Schloss betrachtend, er wäre ein Landvermesser und vom Schloss herbeordert. Das verändert die Situation. Er darf bleiben. Herr K. ist überglücklich.
Doch im Laufe der Tage wird er von Schwermut ergriffen, vom Schloss kommt keine sinnvolle Nachricht, er wird immer wieder hingehalten und ein Bote, Barnabas, mit dem er sich anfreundet, scheint nicht zu den entscheidenden Stellen in der Schlossbürokratie durchzudringen. Sein Anfreunden mit Barnabas und dessen Schwester wiederum entsetzt die Dorfbewohner. Die Situation scheint ihm unwirklich. Das Schloss bestätigt (obwohl Herr K. seinen Auftrag nur erfunden hat), dass er als Landvermesser gerufen wurde, verweigert aber die Anstellung. Er versucht zu Angestellten des Schlosses durchzudringen, die in einer Gaststätte des Dorfes übernachten. Dies gelingt nicht. In seiner Verzweiflung findet er einen Menschen, an den er sich klammert. Die Bedienung in der Gastwirtschaft, einst die "Geliebte" eines der Schlossangestellten, selbst eine einsame Frau in diesem kalten Dorf verliebt sich in K. und seine scheinbare Zielstrebigkeit.
Seine Lage verschlimmert sich. Er hat zwei "Gehilfen" vom Schloss zugeteilt bekommen, die sich als Spione erweisen. Nichts Sinnvolles kommt aus ihrem Mund oder ist an ihren Handlungen abzulesen.
Ein dramatischer Versuch, einen Angestellten des Grafen zu sprechen gelingt, alle Gespräche ähneln Verhören. Er verliert seine Geliebte an einen seiner Helfer und wird aus der Gaststätte geworfen, findet Unterschlupf in der Schule, obwohl der Lehrer dort ihn hasst.
Mit letzter Kraft findet er Gehör bei einem der Bürokraten des Schlosses, der ihn versteht, doch für K. scheint es zu spät zu sein, er hat alle Hoffnung verloren.

Ein Hörspiel dieses komplexen und schwierigen Buches? Kann das gelingen?

Schon das Buch ist nicht leicht zu verstehen. Doch nach den ersten Minuten ist man begeistert. Gert Westphal überzeugt mit seiner eindringlichen Interpretation von Herr K., die anderen Stimmen sind perfekt getroffen. Die Atmosphäre, die der Roman mit vielen Worten versucht zu erzeugen, ist hier unmittelbar erfahrbar. Dieses Hörspiel ist tatsächlich besser als das Buch: Die Stimmungen der Protagonisten, die Verzweiflung von Herrn K. sind unmittelbar zu spüren. Grandios die Gehilfen, die mit ihrem irren Lachen und echohaftem Sprechrhythmus der ruhigen und sonoren Stimme des K. entgegengesetzt sind. Wunderbar die Ablehnung der Dörfler, die beinahe greifbar wird.

Stimmen, Musik, didaktische Aufarbeitung und Akzentuierung des Romans sind äußerst gelungen, keine Textstellen fehlen (oder fallen auf als fehlend).

Ein Hörbuch der Extraklasse! Für Leser, die Kafka mögen, ein Muss, für alle, denen Kafka zu komplex oder zu unverständlich erscheint meine Empfehlung: Versuchen Sie es mit dieser Hörspiel-Produktion, sie macht Kafka erfahrbar.

Stefan Erlemann
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön beklemmend, aber leider unvollendet, 13. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Schloß (Gebundene Ausgabe)
Voller Enthusiasmus, seinen Vermessungsauftrag anzutreten, trifft Landvermesser K. vor dem Schloss ein, zu dem er bestellt ist. Doch statt dass man ihn offiziell empfangen würde, reißt ein Schlossbeamter ihn in seinem Gasthauszimmer aus dem Schlaf, weil er keine Aufenthaltserlaubnis habe. Ausschankmädchen Frieda verführt K., was zur Folge hat, dass man K. zwingen will, sie zu ehelichen. Zwei identisch aussehende Gehilfen tauchen auf, die K. unterstützen sollen, welche K. freilich nicht kennt und auch völlig unbrauchbar sind. In dem Dorf dicht vor dem Schloss keimt immer wieder Hoffnung in ihm auf, als er von Vertretern der Schlossbürokratie hört oder man ihn wenigstens als Schuldiener anstellt. Doch nachdem Frieda und er in der guten Absicht, die Schule zu wärmen, einen Schuppen mit Holz heizen, droht der Rauswurf. Während K. zunehmend erkennt, wie die Schlossbürokratie die Dorfbewohner einschüchtert, nähert er sich diesen langsam an.

Kafkas dritter Roman ist wie die anderen beiden, "Amerika" und "Der Prozess", unvollendet. "Das Schloss" liest sich anfangs wunderbar flüssig und rund. Kafka baut eine bedrohliche Vorstellung des unerreichbaren Schlosses mit seinem erdrückenden Beamtenapparat auf, was er kunstvoll indirekt über dessen Wirken auf die Dorfbewohner ausdrückt. Kafkas übliches Strickmuster wird schnell klar, obwohl er immer wieder Wendungen antäuscht: Der Redliche tut sein bestes, ist aber chancenlos gegen das System, das ihn erdrückt. Das kaum vorhandene Ende verstrickt sich dann leider in ausgiebigen Innenansichten K.s, die zunehmend langweilen. Das Geheimnis um das Schloss wird anfangs so stark aufgebaut, dass es zwar keine, von Kafka nicht gewollte, Auflösung, aber doch einer Pointe oder Entwicklung bedürfte.
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40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ja nicht an die hier aufgeführten Interpretationen glauben!, 15. September 2001
Von Ein Kunde
Man muß dieses Buch selber lesen. Ich bin gerade dabei es zu lesen und ich kann mit keiner der obenstehenden Interpretationen etwas anfangen, zum Teil ist das, was oben steht auch wirklich falsch, K. wurde NICHT als Landvermesser gerufen und hat dann festgestellt, daß man ihn nicht braucht. Er selbst hat sich zum Landvermesser gemacht, als er sich als solchen ausgibt. Ich finde, dieses Buch ist fast wie eine Droge, man wird davon total verschickt. Man kann nicht davon lassen, obwohl man den Inhalt kaum mehr ertragen kann. Ich hab noch nichts sonst von Kafka gelesen außer ein paar Ausschnitten aus Kurzgeschichten und seinem Tagebuch und ich bin sehr, sehr, sehr beeindruckt, ich finde es erstaunlich, daß Kafka dieses Weltbild so gut in Worte fassen kann. Ich würde es als den Kampf eines Menschen, der versucht im Leben Fuß zu fassen, interpretieren, mit dem "Schloss" als das Lebensziel (was man nicht erreichen kann) und "Klamm" als Gott. Aber man muss dieses Buch selber lesen, es ist ein sehr subjektiv zu lesendes Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düsteres Meisterwerk über einen Außenstehenden, 26. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Schloß: Roman (Gebundene Ausgabe)
Neben „Der Process" der zweite große Roman aus Kafkas Feder. Anders als ersterer wurde das Schloß nie eigentlich beendet, die einzelnen Kapitel wurden erst nach Kafkas Tod von seinem Freund Max Brod geordnet (anstatt sie testamentsgemäß zu verbrennen). Trotzdem ist der Roman von einigen wenigen Kapiteln am Schluß durchgehend strukturiert und chronologisch aufgebaut. Der Landvermesser Joseph K. wurde ins Dorf am Schloß gerufen, um dort festzustellen, daß man ihn eigentlich gar nicht brauch. Ihm wird zwar Bleiberecht gewährt, und er versucht, daß Schloß zur Klärung seiner Situation zu erreichen, während er sich, obwohl stets nur der geduldete Außenseiter, immer weiter in das Leben des Dorfes hineingezogen wird. Wer den „Prozeß" kennt, weiß, welchen Ausgang K.s Bemühungen nehmen. Die Atmosphäre in „Das Schloß" ist noch weitaus düsterer und bedrückender als im „Prozeß", fast alles um K. herum ist ihm feindlich gesinnt, seine Isolation ist praktisch vollständig, ein Entrinnen von vorneherein unmöglich. Die Konfrontation mit den niederen Beamten und Verwaltern, bis zu denen K. vordringen kann, bestätigt nur die absolute, nicht hinterfragbare Macht, die diese über ihn (und alle anderen Dorfbewohner) haben, jeglicher Widerstand ist zwecklos, abgesehen davon, daß außer ihm sowieso niemand an so etwas denkt. Das Buch ist zweifelsohne kein leichter Stoff, man muß schon eine gewisse Vorliebe für den Autor mitbringen, um daran seine Freude zu haben. Genial ist es allemal. Als Einstiegsliteratur in die Werke Kafkas ist es sicherlich nicht zu empfehlen, hierfür eignen sich „Der Prozeß" oder seine Erzählungen sicherlich besser.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geheimnisvoll aber gut, 30. Juni 1999
Von Ein Kunde
Der von außen betrachtende, neutrale Erzählstil führt den Leser in die Geschichte ein. Durch diese von Kafka gewählte Art und Weise des Erzählens wird eine objektive Darstellung des Geschehens möglich. Kafka führt den Leser in die Welt des K., eines Menschen männlichen Geschechts wie ich vermute, jedoch wird der Name nicht präzisiert. Er (Kafka) läßt den Leser ebenso im Dunkel stehen was den Ort des Geschehens betrifft. Es wird lediglich gesagt das es sich um ein Dorf handelt aber nicht um welches auch das Schloß von dem der Roman handelt wird nicht näher benannt. Es sei das Schloß des "Herrn Grafen Westwest" punktum. Durch den erzählend-beschreibenden Stil kann man ein sehr gutes Bild vom Ort des Geschehens erhalten. Man ist dadurch immer voll in die Handlung integriert Es ist ein Wintertag das Dorf ist in Schnee gehüllt ein großes Schloß, wahrscheinlich aus dem Mittelalter, überragt die Szene. K. betritt spät Abends die Szenerie, durch Nebel und Finsternis ist vom Schloß ist nichts zu sehen, er ist erschöpft von seiner langen Reise, vermutlich ist er Arbeitsloser der sein Glück auf dem Lande sucht. Das wahrscheinlich sonst so idyllische Dörfchen, mit der Holzbrücke und dem Schloß zeigt sich ihm gespenstisch leer und still. Dann beschließt er sich ein Nachtquartier zu suchen und wird im Wirtshaus wo man noch wach ist fündig. Das Buch liest sich relativ gut und war auch sehr interessant zu lesen vor allem, weil Kafka so viel im Dunklen lässt, ist man ständig gespannt, wie es weiter geht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisch!, 2. November 2004
Als K. eines Abends in einer Wirtschaft eintrifft, will er nur eines: Eine Übernachtungsmöglichkeit. Doch um diese zu erhalten, muss er sich als der erwartete Landvermesser ausgeben, der er höchstwahrscheinlich gar nicht ist. Da die Dorfbewohner natürlich nichts von einem Landvermesser wissen, fordert er Nachfrage bei der zuständigen Behörde ein, welche im Schloß ihrer Arbeit nachgeht. Durch fragwürdige Umstände ergibt es sich, dass tatsächlich ein Landvermesser erwartet wird, so bleibt K. im Dorf.
An dieser Stelle beginnt der Kafka-typische Alptraum seiner Figur, die in einer unfassbaren Realität nach Halt sucht, den aber nich finden, nicht finden können. Sein Held K. erreicht, was immer er tut, nichts. Kleine Erfolge werden durch die ständigen Mißerfolge wieder zunichte gemacht. Die Dialoge mit verschiedenen Figuren glänzen aufgrund ihrer widersprüchlichen Aussagen, denn was immer K. sagt, das Gegenteil ist die erwartete Wahrheit. Jeder seiner Schritte führt in die falsche Richtung, was K. natürlich nicht begreifen kann.
Ich empfehle „Das Schloß" im Anschluß an „Der Prozeß" zu lesen, da es eine nicht fertig geschriebenes Buch ist und somit sehr wage endet. „Der Prozeß" eignet sich daher wesentlich besser als Einstieg in die nihilistische Welt des Franz Kafka.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Parabel auf Moderne und Postmoderne, 3. Oktober 2002
Im letzten und düstersten der drei Kafka-Romane spielt der größte Teil der Handlung nachts; die Tage sind so kurz, dass das Tageslicht nur wenige Stunden andauert. Selbst an Sommertagen fällt gelegentlich noch Schnee. Der Protagonist K. hält sich wie ein ungebetener Gast im Dorf auf. Beim Versuch, über eine Seitengasse in Richtung Schloss zu gelangen, sinkt er im Schnee ein, kommt nicht weiter. Die Naturgesetze folgen der hier herrschenden Ordnung des Schlosses ebenso wie die Dorfbewohner und die Beamten.
In dieser magischen, finsteren, ländlich-ärmlichen Welt des Dorfes kämpft K. um sein grandioses Ziel, ins Schloss zu gelangen. Dabei werden Müdigkeit, Obdach und Schlaf zu einem immer größeren Problem der Hauptfigur. Einmal äußert er die Bitte, "ein Brett auf die Fässer legen" und schlafen zu dürfen, worauf man ihm "irgendein Kissen" hinwirft. Eines Nachts im Herrenhof beim Beamten Bürgel könnte K. alles erreichen. K. scheitert an seiner Müdigkeit, sein Kampf um Fortschritt ist längst absurder Leerlauf. Im ersten Kapitel sagt K.: "Ich will immer frei sein." Davon bleibt im Romanverlauf nichts übrig. K. lernt, seine Persönlichkeit, seine Ziele und Bedürfnisse dem übergeordneten Zweck, dem herrschenden Prinzip unterzuordnen. Bei Kafka "irrt und kämpft" (Grönem.) der Mensch vergeblich. Ob er sich anpasst oder kämpft, das Schloss ist unabhängig davon freundschaftlich oder feindselig orientiert. K. hat keine Möglichkeit der aktiven Auseinandersetzung mit der ihm gegenüberstehenden Ordnung. Diese entzieht sich jeder Überprüfbarkeit und Erfahrbarkeit. Alle Widersprüche und Absurditäten dieser Ordnung sind unangreifbar. Darin liegt K.s Unfreiheit und die aller anderen Romanfiguren. Der Roman ist die große Parabel der Moderne und Postmoderne, ein visionäres Meisterwerk, aktueller denn je, Meta-Literatur, eine Lektüre-Herausforderung, die jeden Leser (über-)fordert.
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Das Schloß: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Das Schloß: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Franz Kafka (Taschenbuch - 27. November 2006)
EUR 8,00
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