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Kundenrezensionen

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am 4. März 2008
... ist diese Familiengeschichte, die zugleich die Entstehung des israelischen Staates und die Entwicklung der hebräischen Sprache erzählt. Auf über 800 Seiten fließen viele wunderbar beobachtete Szenen und genau beobachtete Details aus dem Alltagsleben in Jerusalem in den vierziger Jahren zu einem breiten Strom der Zeitgeschichte zusammen. Darum empfehle ich, dem Buch einen Platz in der Hausbibliothek einzuräumen, und auch weil man die heutigen Konflikte um den Staat Israel so besser verstehen kann.

Man sollte sich Zeit nehmen, und das Buch langsam lesen, weil seine Sprache so schön ist. Zwar sind die letzten Nuancen und die präzisesten Einzelheiten wohl nur im hebräischen Originaltext zu verstehen, doch was die großartige Übersetzung ins Deutsche möglich macht, genügt immer noch für den Lese-Rausch. Es finden sich auch wunderbare Gedichte im Text und Querverweise auf klassische Literatur. Jeder Vielleser und auch wer intellektuelle Literatur schätzt, wird dieses Buch lieben. Es gibt viele packende Stellen in dieser Geschichte, aber es ist kein Reißer, der einen diktatorisch an sich fesselt. Eher ein einfühlsamer Erzähler der kleinen, miteinander verwobenen Einzelgeschichten, der geduldige Verführer zu dem man immer wieder gerne zurückkehrt.

Das Gefühlsleben des kleinen Amos Klausner und seiner Familie ist in dem Buch so beschrieben, dass man hier von einem Entwicklungsroman sprechen kann, aber es gibt auch immer wieder literarische, philosophische und politische Betrachtungen des erwachsenen Erzählers aus seiner heutigen Perspektive - der des inzwischen über sechzig Jahre alten und mittlerweile erfolgreichen Autors. Wer das Schreiben guter Literatur lernen will, kann dadurch von diesem Buch profitieren. Es ist eine wahre Fundgrube von weiteren Leseempfehlungen.

Wie großartig und qualitativ hochwertig geschrieben dieser autobiographische Roman ist, habe ich zuletzt daran gemerkt, dass er mir den Geschmack an einem netten aber etwas seichten Kriminalroman verdarb, den ich danach anfangen wollte.
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am 26. November 2006
Dieses Buch hat mich wie wenige andere fasziniert; die Sprache (obwohl es sich "nur" um eine Übersetzung handelt) ist betörend. Eines ist sicher: ich habe Zeit gebraucht, um dieses Buch zu lesen; denn es nimmt mich fort aus meinem Alltag und nimmt mich mit in längst vergangene - oder besser formuliert: in die von Nazi-Deutschland zerstörten - Weltern des osteuropäischen Judentums, lässt einen Teilhaben an den Wünschen, Ängsten, Träumen der Zionisten, die teils als Überzeugungstäter, teils als Vertriebene aus Europa - an den jüdischen Staat glauben und ihn wieder aufbauen. Dieses Buch hat zahlreiche Facetten: es nimmt einen mit in die Gedankenwelt eines kleinen Jungen, beschreibt dessen Gefühle und Gedanken in der beginnenden Pubertät, es ist gleichzeitig ein Geschichtsbuch für die ersten Jahre des Staates Israels, es beschreibt die Hintergründe für den heut noch aktuellen Konflikt (Krieg?) im Nahen Osten, man einen vertraut mit der Gedankenwelt der hebräischen Welt, es birgt philosophische Ideen (wie schon die Frage am Anfang des Buches: was ist fiktional, was biographisch in einem Roman), es ist eine Familiengeschichte mit tragischem Ausgang, es schildert die Depression einer jungen Frau aus der Sicht ihres 12-jährigen Sohnes und des sprachlosen Mannes, der trotz seiner Redegewandtheit unfähig bleibt, über sich zu sprechen. Es ist ein wundervolles Buch mit tausenden von Anregungen, Gedanken, Gefühlen - es hat mich das letzte halbe Jahr begleitet - und ich habe immer wieder auch anderen ein Stück aus ihm vorgelesen, weil es eine Schatztruhe von Gedanken und Gefühlen ist. Ich kann es nicht nur uneingeschränkt empfehlen sondern denke, es wird jeden oder jede, die Sprache liebt, fesseln und faszinieren.
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am 5. November 2006
Wer Israel kennt und liebt, muss dieses Buch lesen und lieben. Zugegeben ist einiges Vorwissen hilfreich und auch eine Affinität zur Sprachgeschichte des modernen Hebräisch, jedoch erschliesst sich auch in dieser Übersetzung die Tiefe des Hebräischen. Amos Oz ist auch in dieser seiner Familiengeschichte selbst-kritisch, die Ironie ist aber immer gepaart mit Liebe und Mit-leidenschaft. Beim Lesen kam ich nie umhin, meiner Umwelt immer wieder einige Passagen vorzulesen, die so voller Poesie und Geschichtsverständnis über die 40er Jahre in Israel erzählen. Mir war vorher nicht klar, wie hart diese Jahre für die Neueinwanderer in Jerusalem waren, - das gelobte Land erwiess sich schon damals als schwierige Wirklichkeit. Hoffentlich schreibt Amos Oz eine Fortsetzung.
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am 11. Oktober 2009
SCHWIERIGER ACKER ABER ES LOHNT SICH (LUDWIG WITZANI) (13.1.2005)
Vier Geschichten sind es vor allem, die das vorliegende Buch erzählt. Zuerst die Geschichte des modernen Judentums, angefangen in den zionistischen oder konservativen Kreisen von Odessa, Wilna und Rowno über die Flucht aus Russland, den Holocaust und die Gründung des Staates Israel. Antisemitische Osteuropäer, Nazis, Bolschewiken und arabische Extremisten - schier unendlich scheint die Zahl der Plagen zu sein, mit denen das Volk Israel zu kämpfen hat. Vor diesem historischen Hintergrund wird auf einer zweiten Ebene die Familiengeschichte der Klausners und der Mussmanns über drei Generationen entfaltet, ehe sich Ariel Jehuda Klausner und Fanny Mussman, die Eltern des Autors, finden und heiraten und der Roman schließlich drittens in die Biographie des kleinen Amos mündet, der seine Kindheit im britischen Mandatsgebiet Palästina durchlebt, ehe er zum Zeugen der Teilung des Landes, der Entstehung des Staates Israel und des ersten Nahostkrieges wird. Der kleine Amos wird aber nicht nur Bürger eines neuen Staates sondern immer mehr auch zum Novizen und Mitglied in einer viel größeren Welt, dem Reich der Literatur. Wie aus dem sensiblen Einzelkind ein Schriftsteller wird, das ist die vierte und intimste Geschichte und zugleich auch Therapie, aus "Liebe und Finsternis" wieder herauszufinden.
Als wäre all das nicht schon anspruchsvoll genug, springt der Autor nicht nur zwischen diesen vier Ebenen hin und her sondern noch zwischen den Zeiten vor und zurück - gerade war man noch im Kibbuz nach dem ersten Nahostkrieg, dann geht es zurück in den Salon von Odessa, auf der einen Seite wird der polnische Antisemitismus der Dreißiger Jahre beschrieben, auf der nächsten folgen Reflektionen, wie man am besten Stoff für Kurzgeschichten erhält. Die Erzählhaltung folgt keiner anderen Regel als der der frei assoziierenden Erinnerung, und wie diese geht sie vor und zurück, wechselt die Kategorien und die Protagonisten, bis sich schließlich, nach etwa der Hälfte des Buches beim Leser das Gefühl einstellt, man sei der Zeuge eines ganzen Lebens geworden. Plötzlich empfindet der Leser einen Anhauch jenes Staunens, das den kleinen Amos der Jahre 1946 bis 1951 erfüllte, als er in dem noch ungeteilten Jerusalem aufwuchs und schrittweise seine Schneisen in Vergangenheit und Gegenwart schlug- er spürt das Entsetzen, das sich in den jüdischen Siedlungen ausbreitete, als sich die arabischen Armeen anschickten den jungen Staat zu vernichten - und er wird Teilhaber des unbändigen Schmerzes, den der Freitod der Mutter schlug. Es steckt also auch viel Melancholie in dem Roman, gebändigt jedoch durch Humor und Liebe, die der Autor auch dem scheinbar nebensächlichsten Detail zugute kommen lässt. Manche Erzählpassagen wie die Katzenminatur (S. 412f.) und die Spinoza-Matinee mit Ben Gurion ( 631-8) gleichen literarichen Juwelen, die jedes Buch schmücken würden.
Amoz Oz hat also viel zu bieten, aber wahr ist auch, dass er den Leser mit seinem Werk bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit fordert. Wenn Eco das Kunstwerk mit einer "trägen Maschine" vergleicht, die der Mitarbeit des Rezipienten bedarf, um in Schwung zu kommen, so droht der Leser, vor allem auf den ersten zweihundertfünfzig Seiten, immer wieder stecken zu bleiben, weil die epische Spannung, die der Autor mühelos entfaltet, sich durch seine asynchrone Erzähltechnik kaum, dass sie sich aufgebaut hat, schon wieder verflüchtigt. Es ist fast so, als wolle der Autor durch die ambitionierte Form, die er seinem Roman gegeben hat, alle Gelegenheitsschmöerer verscheuchen und nur die wirklichen Leser bei der Stange halten, um sie mit einem ganzen Kosmos von Weisheit, Humor und Liebe zu belohnen.
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TOP 500 REZENSENTam 8. November 2007
Dieser autobiographische Roman des jüdischen Schriftstellers Amos Oz verschafft dem Leser einen faszinierenden Einblick in die Entstehung des Staates Israel Ende der 40er Jahre. Aber auch einen Einblick in die Geschichte der Zeit davor, in das Leben jüdischer Immigranten, die versuchen, in einer für sie neuen Welt Fuß zu fassen. Selbstverständlich kann man sich auf anderem Wege genauer und zielgerichteter mit den politischen und historischen Ereignissen dieser Zeit befassen. Im vorliegenden Roman verbindet sich dafür ein Einzelschicksal mit dem Schicksal eines ganzen Volkes, macht letzteres dadurch greifbarer als pure historische Fakten und Daten.

Die Lektüre wird dem indifferenten Leser sehr angenehm gemacht, durch die undogmatische Sicht von Oz auf das Judentum und den Staat Israel. Sicher, er beschreibt die politischen Vorgänge aus der Sicht eines Juden, anderes bleibt ihm auch nicht übrig. Aber er kritisiert ebenso Vorgänge innerhalb der eigenen Welt wie Ereignisse außerhalb. Obwohl sich die Shoah im Hintergrund durch das gesamte Buch zieht, verzichtet Amos Oz auf eine deutlich ausgesprochene Schuldzuschreibung. Jede Leserin, jeder Leser weiß genug über die insbesondere deutsche Vergangenheit, darauf verlässt sich Oz. Dieser Umstand schmälerte nicht die gefühlte Schuld und Schmach beim Lesen.

Viele Zeitsprünge kennzeichnen den Verlauf der Erzählung. Durch geschickte Wiederholungen und Kenntlichmachen der vielen Figuren gelingt es Oz, dass ich beim Lesen problemlos den Anschluss behielt, niemals verloren war angesichts der vielen Namen und Orte. Bei mir bleibt ein besseres Verständnis für diese Zeit und die damit verbundenen politischen Vorgänge, und das durch ein Buch, das vorrangig ein junges Leben beschreibt. Ein unterhaltsamer und sehr lehrreicher Entwicklungsroman, den ich nur empfehlen kann.
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am 13. Februar 2005
eines der besten bücher, die ich in den letzten jahren gelesen habe.
amos oz nützt seine eigene geschichte und die seiner vorfahren, um über menschen, ihre wünsche, ihr leben, ihre "wahrheiten" nachzugehen. wenn amos oz über seine helden des alltags schreibt, erkennen wir auch unsere eigenen - die nicht weniger "heldenhaft" sind. amos oz zeigt uns, was ein genaues hinschauen (und hinhören) auf unseren alltag und unsere alltäglichen gesprächs- und lebenspartner zeigen kann.
bei allen biographischen "fällen" geht es auch um die möglichkeit, sprache und schrift für erkenntnis zu nützen, und - im selben ausmaß - um die konsequenzen einer verweigerung von sprache. und amos oz nützt sprache, spielt mit ihr, und bleibt doch ganz präzise in seinen beschreibungen. (Übrigens: wie immer die originalsprache auch ist, die übersetzung ist jedenfalls sprachlich wunderbar.)
der leser lernt über die lebenswelten der frühen osteuropäischen einwanderer nach israel, über amos oz' eigene entwicklung, und über die paranoia vieler israelis; aber es ist dies jedenfalls kein geschichtsbuch und keine biographie: es geht um "wahrheiten" und nicht um "tatsachen".
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am 24. März 2010
Ein Buch über einen Jungen namens Amos, der in Israel aufwächst. Eine sehr sensibles, intelligentes und humorvolles Buch. Immer wieder mischt sich die Erzähler- und die Autorstimme, es gibt Vor- und Rückblenden über sehr traurige, aber auch schöne und lustige Ereignisse aus Amos Kindheit und Jugend in Israel.
Jedem, der anspruchsvolle Literatur liest und sich für Israel interessiert, kann ich dieses Buch nur empfehlen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 29. November 2008
Dies ist mein erstes Buch von Amos Oz, einem israelischen Schriftsteller, der u.a. dafür bekannt ist, daß er sich für die Aussöhnung zwischen Juden und Palästinensern einsetzt.

Die Geschichte des Jungen Amoz trägt starke biographische Züge. Obwohl als Roman verfasst, hat man doch beim Lesen den Eindruck, dass hier detailliert aus dem Leben des Jungen in den vierziger Jahren in Jerusalem, aus einem ganz persönlichen Rückblick geschrieben wird. Im Vordergrund steht die weitverzweigte Familie, die aus Polen eingewandert ist. Die Geschichte seiner skurilen Großeltern, die traurige Beziehung seiner Eltern und sein eigenes Erleben des Erwachsenwerdens sind Thema diese groß angelegten Romans.

Auch spielen die politischen Gegebenheiten und Entwicklungen des Staates Israel eine große Rolle. Man wird im Rahmen dieser Familiengeschichte in die Geschichte des Landes eingeführt und versteht mehr über die unterschiedlichen Ansichten der politischen Lager innerhalt Israels.

Den ersten 150 Seiten konnte ich nur schleppend Folgen. Es wurden zahlreiche Personen und deren Zusammenhänge beschrieben, die für die Geschichte kaum Bedeutung haben, jüdische Gelehrte und Künstler, Schriftsteller . Flüssiger wird die Geschichte in dem Moment, in dem die kleine Familie, vor allem die Geschichte seiner Eltern wieder stärker in den Vordergrund rückt.

Es ist ein ergreifendes Buch, aber keine leichte Kost und all denen ans Herz gelegt, die etwas mehr über Israel und das Leben in diesem zerrissenen Land erfahren möchte.
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am 21. Dezember 2005
Ein heißer Sommertag des Jahres 1933 in der Levante. Man lässt den Blick über die ländlich-dörfliche Idylle schweifen. Man sieht farbenfrohe Stände in von Menschen wimmelnden Gassen. Händler, die mit feilschenden Hausfrauen streiten und mit Hausmädchen flirten. Man hört kreischende Esel, meckernde Ziegen, brüllende Stiere, deren Besitzer lautstark ihre Ware anpreisen. Über dem ganzen die flirrende Hitze und der Geruch nach frisch gebackenem Brot, gebratenen Fleischstückchen oder von Orangen, Rosen, Minze, Myrte, Salbei und Feigen.
Mitten in der Menge steht Großmutter Schlomid und betrachtet missbilligend den ganzen Trubel. Dann rafft sie energisch ihr Kleid zusammen, gibt sich einen Ruck und sagt zu ihrem Mann „Die Levante ist voller Mikroben!“. Ab diesem Tag badet sie drei Mal täglich in kochend-heißem Wasser, damit die Bazillen keine Chance haben. An dieser Gewohnheit hält sie bis zu ihrem Tod, fast 25 Jahre später, sommers wie winters, eisern fest!
Liebevoll erzählt Amos Oz in seinem neuesten Roman „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ über die Schrullen seiner Verwandten und seiner Nachbarn. Doch ist sein Buch auch ein politisches, berichtet es doch aus der Sicht eines Jungen über die Gründung des Staates Israels. Auch schwierigste politische Themen spart er dabei nicht aus, verkleidet sie manchmal wie eine Parabel. Beispielsweise erzählt er leichthin vom Besuch bei einer arabischen Familie. Als er die 12-jährige Tochter des Hauses erblickt, verliebt er sich auf der Stelle in sie. Um ihr zu imponieren, klettert er auf einen Baum und macht dort Kunststücke wie ein Zirkus-Clown. Doch die gewünschte Völkerverständigung wird zum Desaster. Er fällt vom Baum und zertrümmert dabei dem Bruder des Mädchens den Fuß. Beschämt muss er mit ansehen, wie das Mädchen für seinen Fehler büssen muss.
Dabei ergreift Amos Oz keine Partei oder weist Schuld zu, sondern überlässt dies dem Hörer. Seine gefühlvolle, klare und zarte Erzählkunst zieht uns schnell in den Bann dieser autobiographisch eingefärbten Geschichte. Und auch Ulrich Matthes trägt seinen Teil bei zu dieser ruhigen und gelassenen Atmosphäre. Auch er erzählt uns eine Geschichte über einen kleinen, einsamen Jungen, einen angepassten Außenseiter, der alles tut, um nicht verlassen zu werden. Und den seine Mutter dann doch verlässt, der sie dafür hasst. Und der seinen Vater hasst, weil er es zugelassen hat. Und der sich hasst, weil er seine Eltern hasst. Einen Jungen, dessen Hand seinen Vater weinen und dessen Augen ihn euphorisch die Gründung Israels feiern sah. Er lacht und weint, stockt beim Reden, schweigt, verschweigt und unterbricht. Kurz: Ulrich Matthes liest nicht sondern er ist dieser Junge. Er leidet mit, er liebt mit, er hasst und verzweifelt, durchlebt alle Gefühle des Ich-Erzählers. Aber die Person Ulrich Matthes bleibt im Hintergrund, macht den Ich-Erzähler lebendig und stellt diesen ins Rampenlicht. Diese Bescheidenheit und seine stimmlichen und schauspielerischen Leistungen haben ihn zu Recht, gemeinsam mit wenigen anderen, an die Spitze der Sprecherriege geführt.
(C) Wolfgang Haan
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am 9. April 2007
Es ist wahrlich eine Geschichte von Liebe und Finsternis, eine Geschichte, die immer wieder das Leserherz berührt und einen in die Kindheit des Amos Oz versetzt, die viele Schattenseiten hatte.

Die Lektüre ist nicht immer einfach und dies ist keinesfalls ein Buch, welches man zwischendurch schnell liest.

Im Gegenteil, es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss, eine Geschichte, die immer wieder zum Nachdenken anregt, eine Ode an das Leben, an die Liebe, an das Leid.

Ein absolut sprachgwaltiger und intensiver Lesegenuss!
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