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Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage: Drei Stücke (suhrkamp taschenbuch)
Format: TaschenbuchÄndern
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wieder wurde mir ein Buch von amazon.de empfohlen, dass ich mir anschließend gekauft habe. In diesem Fall "Warten auf Godot". Ein Theaterstück über zwei Männer, die sich unter einem großen Baum treffen und auf Godot warten. Dabei philosophieren sie über Gott und die Welt und das Dasein. Hinzu gesellen sich im Laufe der Handlung zwei Männer, der eine heißt Lucky und der andere Pozzo, die das ohnehin absurde Stück noch mehr ad adsurdum treiben.
Das Theaterstück ist in zwei Akte aufgeteilt und erstreckt sich auf ca. 100 Seiten, war also schnell und zügig zu lesen, was natürlich an der hervorragenden schrifstellerischen Leistung von Samuel Beckett gelegen haben mag.

"Warten auf Godot" bietet unzählige Möglichkeiten der Interpretation.
Wer oder was ist Godot? Warum kommt er nicht? Warum warten die beiden Männer überhaupt auf ihn? Was sollen Pozzo und Lucky innerhalb des Handlungsfadens? Ich könnte den Fragenkatalog noch unendlich fortsetzen.
Was aber nach dem Lesen des Stücks klar wird, ist, dass unsere Existenz sinnlos ist (jedenfalls nach Beckett). Wir dümpeln im See des Daseins umher und ertrinken förmlich in nutzlosen Wiederholungen, was in dem häufig vorkommenden Dialogfetzen
"Komm wir gehen.
Wir können nicht.
Warum nicht?
Wir warten auf Godot.
Ach ja."
zu sehen ist. Diese Aufforderung zum Gehen und die anschließende Verneinung kommen ca. zehn bis fünfzehnmal vor.
Ein absolut tolles Theaterstück, dass auf der Bühne dargestellt sicherlich eine noch größere Wucht haben würde, als auf Papier.

In dieser Ausgabe des Suhrkamp-Verlages befinden sich aber noch zwei weitere Stücke Becketts. Und zwar "Endspiel" und "Glückliche Tage", zwei ebenso abstruse wie perfide Stücke. "Endspiel" handelt von vier Personen, der eine blind, der andere kann nicht richtig sitzen, die zwei anderen haben keine Beine mehr und leben in jeweils einer Mülltonne (!!!). Das Geschehen spielt, wie man aus dem Titel schon erahnen könnte, in einer toten Umwelt. Es scheint als seien die vier von einer großen (vielleicht nuklearähnlichen) Katastrophe verschont geblieben.
Auch dieses Stück handelt von der Sinnlosigkeit des Lebens und der Abhängigkeit von physisch oder psychisch überlegenen Personen. Auch hier ist die Fülle von Interpretationsansätzen ungemein groß. Nicht ohne Grund hat T.W. Adorno nur über das "Endspiel" von Beckett ein Buch geschrieben.

Das dritte Stück "Glückliche Tage" handelt über 40 Seiten hinweg von einer Frau um die fünfzig, die in einem Sandloch feststeckt und um ihren Mann, ca. sechzig, der sich nur noch kriechend fortbewegend, neben ihr befindet.
Im Prinzip besteht der Hauptteil des Textes aus einem einzigen, wirren Monolog der Frau. Ihr Mann streut insgesamt vielleicht vier, fünf Sätze ein, mehr aber auch nicht.

Samuell Beckett hat zurecht 1969 den Literaturnobelpreis erhalten und ist leider schon seit 20 Jahren tot. Ich werde mich demnächst an seinen bekanntesten Roman Murphy machen. Ich bin gespannt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. März 2013
Sehr gut zu lesende Theaterstücke, die einmal mehr zeigen, dass Samuel Beckett zu den größten Stückeschreibern/Schriftstellern gehört. Obgleich es nicht immer ein Hinweis auf die Klasse des Preisträgers ist, so gehört Beckett zu den absolut würdigen Literaturnobelpreisträgern.
Sein Stil, die Verdichtung auf das Wesentliche, ist bereits in diesen Werken zu beobachten. Auch wenn ich nicht die Tatsache ignorieren will, dass Becketts Art zu schreiben/inszenieren, nicht jedermanns Sache ist, war er doch einer der prägenden Künstler seiner Zeit, der auch heute noch, 14 Jahre nach seinem Tod, aktuell ist. Ein Zeichen seiner Klasse.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 20. Mai 2006
Ein Akt, dieses Leben. Man wartet auf Godot, auf glückliche Tage oder geht dem Ende zu. Manche versiegen in der Tonne oder sind einander austauschbar, weil der Individualismus des Einzelnen bereits in die Gemeinheit des Endes verschmolzen ist. Ham und Clow scheinen getrennt und doch eines. Beim Warten auf Godot ist der Trübsinn Programm und doch lebt das Stück vom Zeitvertreib, auch wenn die Frage des WANN? zur inneren Eskalation führt. Absurd, so absurd, dass "Ratten zu töten, nichts anderes bedeutet, als sie vor dem Tod zu bewahren." Beckett schrieb sein Stücke 1953 bis 1957, in dem Jahr 57, als Albert Camus mit „Der Fall" den Nobelpreis erhielt. Das Absurde war auf dem Höhepunkt und dieser impliziert immanent das Ende. Aussicht und Aufbruch sind Erinnerungen in Ruinen, wie der Blick aufs Meer im Endspiel zeigt, der Leuchtturm ist nicht mehr, so wie es keine Seefahrer mehr gibt, die als Symbol des feurigen maritimen Aufbruchs vor 500 Jahren galten. Das Ende ist ein letztes Spiel, in dem die Protagonisten als wartende Selbstvollender aufzutreten scheinen, um dahin zurück zu kehren, woher sie gekommen waren. „Denn das Leblose war früher als das Lebende." (S. Freud, Jenseits des Lustprinzips). Vita finalis, so auch pure Einfaltslosigkeit beim Warten auf Godot, der trotz der zwei Akte nicht kommt und letzten Endes im Überschwang des Beckettschen Doppelkonjunktives (Ich hoffte, wenn es Hoffnung gäbe.) die Protagonisten im Aufbruch per Regieanweisung zum Stillstand verdonnert und immer wieder Glückliche Tage in den Bereich der absurden Utopie verlagert sind.

Beckett ist ein Muss für Literaturliebhaber, ein Meilenstein der Literaturgeschichte, gerade nun zu seinem 100sten.
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am 27. März 2015
Für jeden Literaturliebhaber auf jeden Fall ein Muss in die 'absurde', moderne Welt und Schreibweise Becketts einzutauchen. Mit viel Wortwitz, Wortspielen und witzigen Anekdoten. Becketts Stücke versteht man erst auf zweiten Blick - grandiose Dramentexte mit metaisierenden Elementen!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Januar 2013
Dieses Werk ist großartig. Man muss sich darauf einlassen, das ist wahr. Wer es aber tut, der wird nicht enttäuscht werden.
Es regt zum Nachdenken an und gibt Stoff für zahlreiche Denkansätze. Der Blick auf das Leben wird in jedem Fall erweitert.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Oktober 2011
Treffender hätte man den Titel des Theaterstücks nicht wählen können. Mit ihm ist die ganze Handlung erzählt. Wenn man hinzufügt, dass es sich um "absurdes Theater" handelt, so weiß man Bescheid. Zum Glück ist das schriftliche Werk nur etwas mehr als einhundert Seiten lang. Man kann herrlich darüber philosophieren, wer oder was Godot eigentlich ist. Man könnte auch Seiten überschlagen und wäre nicht weniger schlau im Bezug auf die Handlung, weil eben nur die mit absurden Gesprächen gefüllte Wartezeit beleuchtet wird. Wie es sich für hohe Kunst gehört, gibt es in der Geschichte auch kein Ende, weil Godot gar nicht kommt. Beckett hat sich den Nobelpreis wirklich verdient, weil schon etwas dazu gehört, so einen Blödsinn überhaupt zu Papier zu bringen.
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2012
So etwas langweiliges habe ich noch nie zuvor gelesen! Überhaupt keine Handlung, sinnlose Dialoge, es passiert rein gar nichts! Bin absolut enttäuscht! Schade, dass dafür Bäume ihr Leben lassen mussten....
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