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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als ob er mit ihnen sprechen würde... ein Politik-/Kunst-Werk über Madame Tristan und Monsieur Gauguin
Der Autor stellt mit seinem beeindruckenden Einfühlungsvermögen und einem Maß an Reflexion, das mich an Octavio Paz erinnert, die Geschichte der zwei miteinander verwandten Protagonisten teilweise in Form eines Zwiegesprächs dar. Er zeigt dir nicht nur, welche Erfahrungen Flora Tristan a.k.a Madame-la-Colère (1803-44) und Paul Gauguin a.k.a...
Veröffentlicht am 2. November 2010 von KalyanaMitrah

versus
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessantes Thema langweilig erzählt
Trotz der teils überschwenglichen Rezensionen konnte mich das Buch nicht überzeugen.
Die Idee der Gegenüberstellungen der unterschiedlichen Lebenswege und Ansichten von Flora Tristan und Paul Gauguin ist sicherlich interessant, doch im Roman werden diese Geschichten ohne gegenseitige Reflexion wechselweise heruntererzählt. Es gibt kaum eine...
Am 30. Januar 2006 veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als ob er mit ihnen sprechen würde... ein Politik-/Kunst-Werk über Madame Tristan und Monsieur Gauguin, 2. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Der Autor stellt mit seinem beeindruckenden Einfühlungsvermögen und einem Maß an Reflexion, das mich an Octavio Paz erinnert, die Geschichte der zwei miteinander verwandten Protagonisten teilweise in Form eines Zwiegesprächs dar. Er zeigt dir nicht nur, welche Erfahrungen Flora Tristan a.k.a Madame-la-Colère (1803-44) und Paul Gauguin a.k.a Koke (1848-1903) machen, sondern lässt die beiden auch jeweils zu sich selbst sprechen bzw. er spricht mit ihnen in Dialogform, um ihre Beweggründe, ihre Gefühle, Wünsche und (mangelnde) Reue zu zeigen. Er vermittelt dir als Leser den Eindruck, dass er sich wirklich in die Personen hinein versetzt hat, um deren tiefsten Seelenregungen auf die Spur zu kommen. Ein echtes Erlebnis!

Worum geht es? Gauguins Großmutter kämpft wie eine Löwin für Gerechtigkeit, Bildung, Frauenrechte, Solidarität, Freiheit und den Zusammenschluss von Arbeitern und Frauen im Kampf gegen Ausbeutung, Habgier und Unrecht, bis ihr Körper vor Erschöpfung schließlich zusammenbricht. Ihre persönlichen Erfahrungen drängen sie dazu durch Frankreich zu reisen und Arbeiterorganisationen zu formieren, um die Gesellschaft als Ganze zu reformieren. Sie vergrämt dabei alle, die nicht für sie sind, insbesondere Politiker und Kirchenangehörige. Wir erfahren dabei viel über die Pläne und Persönlichkeit von Saint-Simon und Fourier, von Cabet, Owen, Proudhon und Marx. So viel wir über sie erfahren, wir verstehen durch die Art der Beschreibung auch immer etwas besser den Charakter von Madame-la-Colère.

Zugleich wird im Buch die Scheinheiligkeit und Amoralität der Zivilisation durch Paul Gauguins Lebensstil als Ausreißer, Wilder, Primitiver unter den Einwohnern Tahitis geschildert und wir erfahren viel von Van Gogh, Manet, Degas usw. In seinen ausdrucksstarken Bildern stellt Gauguin der trüben (europäischen) Zivilisation die lustbetonte, freie und ursprüngliche Lebensweise in Polynesien entgegen. Dabei stets im Zweifel, ob es das unberührte Paradies überhaupt noch gibt, dann wieder ganz sicher, dass es in seiner Nähe noch Orte gibt, wo Menschenfleisch gegessen wird. Immer auf der Suche, genau wie Flora Tristan. Anders zwar, aber auch gleich. Same same, but different... beide kommen niemals an, erst zum Zeitpunkt ihres Todes, und vielleicht nicht mal dann. Denn beide sind auf ihre eigene Weise immer noch ziemlich hungrig. Der Körper spielt halt nicht mehr mit.

Wir bekommen einen guten Einblick in die Ära des 19. Jahrhunderts, in die Denkart der Bohemiens und der Arbeiter. Beide kämpfen gegen etablierte Institutionen an: Priester, Staat, Kirche, die den Status Quo und damit ihre Machtbefugnisse erhalten wollen. In jedem Fall: Dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen: So muss Geschichte sein! Nachvollziehbar, lebensnah, einprägsam, anschaulich. Ein Stern weniger jedoch, weil es m.E. durchaus auch seine Längen hat, vor allem bei den Kapiteln über Frau Tristan.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo ist das Paradies?, 12. April 2005
Von 
Flora Trista, die Frühsozialisten und Frauenrechtlerin sucht das Paradies in einer Union von Arbeitern und Frauen, den Unterdrückten ihrer Zeit (umn 1840). Ihr Enkel, der Maler Paul Gauguin, sucht das Paradies im einfachen, natürlichen und wilden Leben der Eingeborenen der Südsee. Beide brechen aus dem bürgerlichen Leben aus, suchen nach dem eigenen Weg zum individuellen Glück, das besonders bei Flora Tristan mehr bedeutet, als nur die eigene Selbstverwirklichung. Beide
scheitern letztendlich an ihrer Umwelt, geben dennoch aber nicht auf an ihren Träumen festzuhalten. Mario Vargas Llosa hat diese Lebensgeschichten parallel erzählt und kunstvoll miteinander verbunden. Scheitern und trotzdem an den Träumen festzuhalten, Überzeugungen nicht aufzugeben sind die Grundmotive des Romans.
Anhand der teilweise abenteuerlichen Lebenswege der Heldin und des Helden gelingt es dem Autor exemplarisch den Kampf dieser Außenseiter und das Unverständnis iher Zeitgenossen datustellen. Dabei wechseln exotische Reiserlebnisse in Peru und der Südsee ab mit Szenen aus dem Pariser Künstlerleben und den Armenquartieren der Arbeiter. Man begegnet dem Frühsozialisten Fourier und Gauguins Künstlerkollegen van Gogh, mit dem den Maler eine Haßliebe verbindet. Ein tolles Buch von einem überzeugenden Autor - 5 Sterne
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leidenschaftliche Lebensträume, 6. März 2004
Von 
Helmut Cremers "Helmut Cremers" (Oberhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Mario Vargas Llosa zeichnet hier kraftvoll und ausdrucksstark das Leben zweier Persönlichkeiten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können; das Leben Paul Gouguins und das seiner Großmutter Flora Tristan. Mögen beide Charaktere noch so verschieden gewesen sein,gemeinsam ist ihnen der leidenschaftliche Kampf für ihren Lebenstraum.
Sie, die durch Südfrankreich reiste, das Elend der Arbeiter in den Fabriken sah. Sie, die zu einem Kreuzzug aufbrach, um die Welt mit Verstand und Liebe zu ändern. Sie, die ihre Pflicht darin sah, die Ausgebeuteten zu erlösen, die Arbeiter zu vereinen und die Gleichheit der Frauen zu erlangen. Ja, sie, Flora, verzichtete auf die egoistische Liebe. Das einzige Gefühl, das ihr Leben zuließ, war die Liebe zur Menschheit.
Er,der Künstler, der brotlose Maler, der aus Paris, dem Gefängnis aus Zement, Asphalt und Vorurteilen geflohen ist.Er, der dem goldenen Kalb der verdorbenen Zivilisation den Rücken kehrte.Ja, er, Paul, war Richtung Südsee gezogen, wo er die reine, ursprüngliche Welt suchte, eine Welt ohne Geschäftigkeit, den Garten Eden, in dem er nur die Hand auszustrecken brauchte, um seine Nahrung von den fruchtbaren Bäumen zu pflücken.
Wie viele Tränen solche Lebensträume kosten, das erzählt Llosa so leidenschaftlich wie seine Menschen leidenschaftlich sind deren Portraits er zeichnet.In gekonnt inszenierten Rückblendungen erfahren wir, wie solche Träume entstehen und warum sie es wert sind, bis zum bitteren Ende für sie zu kämpfen; vielleicht, weil es oft, trotz aller Hoffnungslosigkeit immer noch einen Funken Hoffnung gibt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was wären demnach wir ohne den Beistand dessen, was nicht ist?, 29. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Flora Tristan und Paul Gaugin-: Die duale Erzählstruktur, die Vargas Llosa für etliche seiner Romane erfolgreich angewandt hat, führt hier nicht noch einmal zu einer geheimnisvollen Wechselbeziehung beider Protagonisten- allein schon aus Gründen der natürlichen Zeitdifferenzen: Die Großmutter Tristan ist ja schon vier Jahre tot als ihr Enkel Paul Gauguin geboren wird.

Warum dann ein Doppelroman, der keine integrative Erzählstruktur schafft und Passagen weise an seiner materiellen Fülle leidet- Vargas Llosa packt in seine Vor- und Rückblendtechnik einfach zuviel Lebensstoff -? Was jedoch diesmal in Vargas Llosas Konzeption die beiden zu Roman-"Helden" avancierten verbindet, ist etwas Mythisch-Metaphysisches: die Sehnsucht nach einer je anderen Welt ist Imptus beider Leben, jene nicht genau zu fassende schicksalhafte Lebensmacht, die Vargas Llosa in einem Satz Paul Valérys als Motto dem Roman voranstellt: "Was wären demnach wir ohne den Beistand dessen, was nicht ist?"

Für dieses irreale Lebensmoment haben sich beide geopfert - wie es der Romantitel andeutet: Das Paradies ist anderswo. Gauguin ging bis zur geistigen und körperlichen Selbstzerstörung, um seine Kunst zu schaffen. Seine Bilder kann man im Louvre und anderen Museen der Welt sehen. Sie finden sich unendlich oft auf Postkarten und zieren die häuslichen Kalender. Flora Tristan, diese bewegende Frauengestalt, ist Opfer ihrer revolutionären Idee, die kein gesellschaftliches Echo fand. Es ist Vargas Llosas Verdienst, mit seinem Roman vor allem ihre tragische Geschichte dem Vergessen entrissen zu haben.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessantes Thema langweilig erzählt, 30. Januar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Trotz der teils überschwenglichen Rezensionen konnte mich das Buch nicht überzeugen.
Die Idee der Gegenüberstellungen der unterschiedlichen Lebenswege und Ansichten von Flora Tristan und Paul Gauguin ist sicherlich interessant, doch im Roman werden diese Geschichten ohne gegenseitige Reflexion wechselweise heruntererzählt. Es gibt kaum eine Stelle, in der ein Strang der einen Hauptperson im Leben der anderen aufgegriffen wird und auf eine tiefere Weise gegenübergestellt wird.
Das gesamte Buch ist ohne jeden Spannungsbogen, insbesondere in der Geschichte von Flora Tristan ist die Schilderung des jeweils aktuellen Strangs vollkommen monoton: sie reist von Stadt zu Stadt und versucht dort mit ausgesprochem wechselhaftem Erfolg, Leute von der Idee der Arbeiterunion und der Frauenbefreiung zu überzeugen. Hier hat mich ausschliesslich noch die in Rückblenden dargestellte Lebensgeschichte wachgehalten.
Der Strang über Paul Gauguin ist wenigstens in Nuancen interessanter, da sowohl Ideen zur Entstehung seiner Werke geschildert werden als auch sein Leben und sein Umfeld wesentlich bunter ist. Der starke körperliche und geistige Niedergang wird plastischer dargestellt.
Trotzdem habe ich mich durch das Buch gequält. Es kommt an die erzählerischen Qualitäten anderer Bücher von Vargas Llosa bei weitem nicht heran. Das Buch ist schematisch und schafft es nicht annäherungsweise sein eigentliches Ziel auf eine tiefere Weise rüberzubringen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebensträume, 16. August 2005
Von 
Im Mittelpunkt dieses anspruchsvollen Romans stehen die Lebensgeschichten der Frauenrechtlerin und Sozialrevolutionärin Flora Tristan und ihres Enkels Paul Gauguin - berühmter Maler.
Sehr einfühlsam und dadurch sehr verständlich schildert Vargas Llosa die Lebenswege seiner Heldin und seines Helden, besonders ihre Lebensträume auf der Suche nach dem sozialen Paradies (Flora Tristan) und nach dem freien Leben im Südseeparadies (Gauguin). Beide scheitern am Ende - bleiben aber für ihre Lebensleistungen in Erinnerung. Besonders berührend fand ich die Lebensgeschichte der Flora Tristan - die ja zumindest in Deutschland nicht so bekannt ist wie die des großen Künstlers Gauguin.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Leben - eine Suche, 20. November 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Flora Tristan, die Arbeiter- und Frauenrechtlerin, und ihr Enkel der Maler Paul Gauguin sind auf der Suche nach dem Paradies.
Die eine sucht es im Kampf gegen die soziale Ungerechtigkeit. Der andere, fernab der Zivilisation, in der Abgeschiedenheit Polynesiens.
Sie schließt sich Kreisen an, die darauf abzielen, die Gesellschaft zu verändern, namentlich den Fourieristen.
Er will sich dort in der Ursprünglichkeit des Lebens auf Tahiti ganz der Malerei hingeben.
Kapitel um Kapitel wird man von Mario Vargas Llosa in die beiden Leben entführt, deren Wege sich nie gekreuzt haben. In dieser Doppelbiographie scheinen sie sich zu nähern.
Zuvor eine Gauguin-Biographie zu lesen, um unterschieden zu können, was authentisch und was Fiktion ist, wie ich es gemacht habe, ist überflüssig. Schöner, unterhaltsamer und lebensnaher kann man in das Leben Gauguins und seiner Großmutter nicht eintauchen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Gaugin, 13. November 2010
Von 
U. Wagner (Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein mit Leidenschaft geschriebenes Buch ,entsprechend der Leindenschaft mit der die zentrallen Figuren ihr Leben gelebt haben.Gaugin für seine Malerei und seine Großmutter für die unterdrückten Arbeiter in Frankreich und England und die Gleichstellung der Frauen in der Familie und Arbeitswelt.
Auf der Suche nach einen freien,paradisischen Leben auf Tahiti oder Marchesas hat sich der Maler Gaugin mit allen
Obrichkeiten angelegt ,sei es die Kirche oder die Behörden der Kolonialmacht Frankreich ,die ,in seinen Augen,
schuld waren an das verlorene ursprüngliche Leben der Ureinwohner ,an deren vedrängte und vergessene Sitten und Brauchtum,eben das "verlorene Paradies "
Mario Vargas LLosa analysiert einfühlsam viele der Gaugin Werke und vermittelt desen Leidenschaft für das Leben ,die
Liebe und vor allem für eine befreite Kunst .
Für alle die Kunst lieben und auch neugierig sind wie Vorkämpfer zur modernen Gesellschaft und Kunst ihren Beitrag geleistet haben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leben und Scheitern, 24. Februar 2011
Von 
B. Johanna (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Abwechselnd erzählt der Autor von Paul Gauguin, dem Maler, und dessen Großmutter Flora Tristan, einer Sozialrevolutionärin. Beide haben eine Vision, wenn auch eine ganz unterschiedliche und durch ein paar Jahrzehnte getrennt. Gauguin, in dessen Leben der Leser einsteigt, als er auf Tahiti unter Eingeborenen lebt, und deren "Primitivität" ihn fasziniert, ist von der Vorstellung besessen, Kunst zu schaffen, die den Menschen ganzheitlich darstellt und berührt. Denn die westliche Kunst ist in seinen Augen dekadent und wie die westliche Kultur und Religion im Untergang begriffen. Er glaubt, unter den Maori auf Tahiti eine Ursprünglichkeit zu finden, wodurch Körper und Sexualität noch nicht verteufelt werden, und wo noch numinöse Götter verehrt werden. Eindrücklich wird Gauguins Leben in dieser fremden Kultur geschildert, die dennoch bereits von westlichen Missionaren unterwandert wird und wie er sich auf seine Weise dafür einsetzt, diese Kultur in ihrer Reinform, die er zu kennen glaubt, zu erhalten.
Flora Tristan dagegen ist eine gebildete Autodidaktin, die sich für den sozialen Umbruch einsetzt und ein Arbeiterparadies propagiert, in dem die Arbeiter menschenwürdig leben und ihre Rechte wahrnehmen können. Ebenso wie die Arbeiter müssen sich ihrer Meinung nach die Frauen emanzipieren, um das Joch der Unterdrückung abzuwerfen. Unermüdlich begleitet der Leser Flora Tristan von Stadt zu Stadt und von Versammlung zu Versammlung. Sie verteilt ihre Schriften über die Arbeiterunion, die in ganz Frankreich zu einer friedlichen Revolution führen soll. Ihr Erfolg bei den Arbeitern ist unterschiedlich, nie lässt sie sich jedoch entmutigen.
Beide Personen werden über eine Großteil der Erzählung durch ihre Gedanken und inneren Selbstgespräche vorgestellt. Durch Erinnerungen und auch Gespräche wird eine Rückblende zu ihrer jeweiligen Vergangenheit gemacht. Von Gauguin erfährt man, wie er geheiratet hat, wie seine Ehe verlaufen ist und sein Beruf als Börsenmakler zu seiner Berufung als Maler geführt hat.
Flora Tristan dagegen erinnert sich ihrer eigenen Emanzipation aus den Händen ihres Ehemanns heraus, den sie verabscheut hat. Sie erinnert sich der Ungerechtigkeit der Klassengesellschaft, die sie am eigenen Leib erfährt, ihrer Reise zu ihren Wurzeln nach Peru, ihrer Liebe zu einer Frau, des ideellen Weges, den sie gemacht hat bis sie zu ihrer Vision der Arbeiterunion gelangt ist. Für Flora ist der Geist wichtiger als das Fleisch, weswegen sie ihre einzige Liebe Olympe verlassen und ihre gesamte Energie in ihre Vision gesteckt hat, ein Paradies für Arbeiter und Frauen auf Erden zu errichten.
Sowohl Flora Tristan als auch Paul Gauguin scheitern letztlich an der Endlichkeit und Fragilität des Lebens, körperlicher Verausgabung und dem zermürbenden Rad der Zeit. Das Paradies? Nicht auf dieser Welt.

Das Buch lässt sich gut lesen, allerdings sind einige Passagen von Flora Tristans Wanderung etwas langweilig. Aber ansonsten sehr gut geschrieben und erschütternd, wenn man es im Licht des eigenen Lebens und der eigenen Träume und Visionen liest.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen das buch erfordert sehr viel durchhaltevermögen!, 29. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
als llosa fan (vom dem mich schon zahlreiche bücher überzeugt haben) und große bewunderin der gauguin bilder hat mich an der geschichte sehr gereizt in lockerer romanform über das leben des malers zu erfahren.
das ist auch gelungen, aber von den kapiteln über gauguins großmutter flora tristan war ich schon bald gelangweilt und habe sie immer schneller überflogen, bis ich sie schließlich ganz weggelassen habe. natürlich sind einige verknüpfungen in der doppelbiografie vorhanden, aber wer nur an gauguin interessiert ist, dem reicht das halbe buch vollkommen.

ich bin froh, dass ich mich bis zum ende durchgekämpft habe, denn die entstehungsgeschichte der gemälde und das turbulente leben des unkonventionellen malers ist sehr anschaulich. llosas worte malen ein farbenprächtiges bild vom aufenthalt bis zum tode gauguins auf den polynesischen inseln.

trotz einiger anstrengung beim lesen kann ich das buch an kunst-begeisterte weiterempfehlen!
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Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Das Paradies ist anderswo: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Mario Vargas Llosa (Taschenbuch - 3. Oktober 2005)
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