Kundenrezensionen


7 Rezensionen
5 Sterne:
 (7)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieser Mann hat alles überlebt: Shoah, Zwangsarbeitslager, Straflager, Gefängnisse und Verbannungs­orte, 12. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Reise in das Land der Lager (Gebundene Ausgabe)
Julius Margolin (1900 - 1971) wurde in Piñsk (Ostpolen) geboren und studierte in den 1920igern Philosophie in Berlin, seit 1936 lebte er im damaligen Palästina. Im September 1939, auf einer Urlaubsreise nach Lodz, wurde er von der deutschen Invasion überrascht und geriet in die klassische "Zur Falschen Zeit Am Falschen Ort" - Situation. Polen einfach wieder zu verlassen, war zunächst nicht möglich. Die Ankunft der Deutschen aus westlicher Richtung, die Kollaboration der Polen und Ukrainer, die Sowietisierung des östlichen Polen. Wer Jude war, hatte schlechte Karten, im Jahr 1939 bedeutete das nur eines: Renne um Dein Leben, solange Du es noch kannst, nur . . . wohin?

Margolin und viele andere Flüchtlinge, einige von Ihnen mit ausländischen Pässen, irrten in alle Himmelsrichtungen von Grenze zu Grenze, und versuchten verzweifelt, Polen zu verlassen, doch schnell wurde ihm bewußt, das
". . . man mich nicht ausreisen liess, war kein Missverständnis
und keine bloße Verschleppung der Angelegenheit - es war der
Anfang irgendeiner üblen Geschichte. Meine Situation war die
einer Fliege, die sich auf einen Klebestreifen mit der
Aufschrift 'Tod den Fliegen' gesetzt hat - sie kann zwar nicht
lesen und weiß nicht, was Klebstoff ist, und begreift überhaupt
nichts, aber all das braucht sie auch gar nicht, um im Bruchteil
einer Sekunde voll Todesangst und Hilflosigkeit zu erkennen,
dass sie nicht mehr loskommt, sie sitzt fest! . . . und das
etwas nicht Wiedergutzumachendes, Furchtbares passiert ist."

Schließlich gelang ihm mittels eines Flüchtlingstransfers der Weg nach Pinsk, in seine Geburtsstadt, wo er zunächst als Bibliothekar für die sowjetische Regierung arbeite. Aber auch er wurde er im Zuge der stalinistischen Säuberungswellen im Sommer 1940 verhaftet und in ein Straflager an den Weißmeerkanal deportiert. Während der zehntägigen Zugfahrt dorthin
". . . hatte ich ein seltsames Gefühl. In der Dunkelheit des
rollendes Sarges, isoliert von der Außenwelt, verschwand die
Empfindung, dass wir uns über die Erdoberfläche bewegten, und
stattdessen kam es mir vor, als führen wir abwärts - immer
weiter abwärts, unter die Erde, fort aus der Welt der Lebenden.
. . . weiter von der Erdoberfläche entfernt, wo die Sonne
schien und die Menschen einander anlächelten, wo man frei und
ohne Angst atmen konnte."

Es ist das Schlimmste, das einem Menschen widerfahren kann: der Familie entrissen zu werden, von einem auf den andern Tag nichts mehr zu haben als einen Koffer und einen Mantel, zunächst in einem untergehenden Land herumzuirren in der Gewissheit, vielleicht nur noch ein paar Tage zu leben, und schließlich gefangen und ins rechtlose Nirgendwo deportiert zu werden. Margolin wusste nicht, ob er in jedem, der sich einem entgegenstellt, den Feind sehen musste oder jemandem, dem er vertrauen konnte. Angekommen in den riesigen Lagern waren die Gefangenen einmal mehr abhängig von den Launen und der Bestechlichkeit kleiner Beamter und von der raubtierhaften Grausamkeit mitleidloser Mitgefangener, die einen wie die anderen oftmals an ihr eigenes Überleben festgekrallt. Nicht wenige blieben noch nach Jahren beflissene Mitläufer und ängstliche Diener der schiefen und weltfremden menschenverachtenden kommunistischen Ideologie. Unter den Lagerinsassen selbst galt sehr oft das Recht des Stärkeren, die Wertvorstellungen der ihm bekannten freien Welt galten schnell nichts mehr, und für die mitinhaftierten, sozusagen "echten" Gewaltverbrecher galt ein warmer Mantel oder ein Stück Brot ohnehin genauso viel wie ein Menschenleben. Viele der körperlich schwächeren Gefangenen wurden von diesen sog. Lagerwölfen bestohlen und oftmals misshandelt. Doch Margolin überlebt schlimmste Arbeiten, Gewalt, Kälte, ständigen Hunger und Krankheiten, bis ihm endlich die Flucht durch mehrere Länder wieder zurück nach Tel Aviv glückte. Unmittelbar nach seiner wundersamen Befreiung schrieb Margolin seine Berichte über die sowjetischen Straflager nieder, Ende der 1940er Jahre erschien erstmalig in Frankreich eine gekürzte Ausgabe. Damals wurde die UdSSR als Helfer an der Seite der Vereinigten Staaten als Befreier gefeiert, was aber nur die halbe Wahrheit war. Niemand wollte etwas über die Gräueltaten und Arbeitslager des Stalinismus hören oder lesen, niemand interessieren die Opfer der Russianisierung zu ungunsten der Eliten, der Juden oder der ethnischen und politischen Minderheiten. Über die zahlreichen Opfer des Ribbentrop - Molotov Pakts zu berichten, war damals politisch nicht korrekt und vielleicht auch uninteressant. Oberflächlich ist "Reise in das Land der Lager" ein sogenanntes Flüchtlingsdrama, doch beim genaueren Lesen eine kluge und sehr differenzierte Schilderung, wie sich ein Land und Menschen verändern, in das langsam Soldaten, Krieg und Vernichtung hineinwachsen und gezielt einen Teil der Bevölkerung (natürlich den schwächsten und schutzlosesten) für immer vernichten werden. Margolin beschreibt nicht nur die unheimliche, alptraumhafte Atmosphäre, in welcher den polnischen Juden der Boden unter den Füßen weggezogen wird und den puren Blutdurst der judenhassenden Deutschen und Polen, denen er gerade entfliehen konnte, sondern auch auf sowjetischer Seite die Gleichschaltung und Verurteilung zu härtester körperlicher Arbeit im Besserungs - und Umerziehungslager stalinistischer Coleur zum Wohl der Sowjetunion, denn dies sei:
" . . . das Grundgesetz sowjetischen Lebens. Wer nicht arbeitet,
soll auch nicht essen. In Eurer Arbeit liegt Eure Rettung. Wenn
Ihr schwach seid, wird die Arbeit Euch stark machen. Wenn Ihr
krank seid, wird die Arbeit Euch gesund machen. Außer Arbeit habt
Ihr im Lager nichts zu tun, aber wenn Ihr nicht arbeitet, geht
Ihr im Lager zugrunde."

Das Bittere an Margolins Buch - das ungeheuer spannend ist und mit großer Konzentration und Witz erzählt wird - ist die Tatsache, das seine Geschichte, so hart sie auch ist, immer noch die Ausnahme, die große Ausnahme war, kaum ein polnischer Jude, Kinder und Frauen hatte jemals diese Chance und dieses Glück, wenn man GULag und nachfolgende Flucht und schreckliche Odyssee durch sowjetische Lager überhaupt als Glück bezeichnen kann. Margolins Stil ist geprägt von präziser Beobachtung für Leid, für das Wesen der Verlorenheit der Menschen, aber auch für Absurdität, Verkehrtheit und Bösartigkeit der bestehenden Situation, die er mit Gogolscher Sprachkunst zu schildern versteht. Die Rezeption hingegen fiel seinerzeit offensichtlich bescheiden aus, was angesichts solcher Textstellen wie der nachfolgenden, in der das Lagerleben charakterisiert wird, eigentlich beschämend ist:
"Wir lebten in einer verkehrten Welt. Hier transportierten nicht
Waggons Menschen, sondern Menschen trugen Waggons auf dem
Rücken. Hier erzogen die Analphabeten die Alphabetisierten,
Verbrecher kommandierten Unschuldige herum. Gesunde schickten
Kranke zur Arbeit. Lügner und Schwachköpfe überprüften jedes
Wort und jeden Gedanken. Tote bekamen Briefe, aber die Lebende
durften den Lebenden keine Nachricht schicken. Millionen Menschen
wurden mit Hunden bewacht, damit sie nicht wegliefen. Niemand
lebte dort, wo er wollte, niemand sagte, was er dachte, niemand
arbeitete so gut, wie er konnte. Um hier zu landen, brauchte man
kein Verbrechen zu begehen, es war der Aufenthalt an diesem Ort,
der aus jedem Menschen einen Verbrecher machte. Gleich am morgen
begann die verrückte Maskerade, nach der niemand mehr sich selbst
glich. Jeder eilte an seinen Platz: Chauffeure gingen Holz fällen,
Geiger Kartoffeln schälen, Bäcker Haare schneiden, Friseure Wasser
schleppen, Intellektuelle Gräber schaufeln. Abends wurden die
Ergebnisse überprüft. Sie waren schlecht. Also wurde alles
umgeworfen: Am nächsten Tag fällten die Geiger Bäume, die
Intellektuellen schleppten Wasser, die Chauffeure wurden als
Sanitäter eingesetzt. Aber am Abend stimmte wieder nichts, und es
ging so lange, bis endlich der Lagerleiter selbst ins Lager gesperrt
wurde."

Unterschiedlichste Menschen wurden in den Lagern für Jahre gefangen gehalten, Ihre nichtigen Vergehen (oder eigentlich keine!) und die aberwitzigen Anklagen, die Ihnen gemacht wurden, wurden in Ihrem Ausmaß an Schrecklichkeit nur noch von den Lebensbedingungen im Lager und dem Klima, dem sie 11 von 12 Monaten in den frostigen Öden in den russischen Wäldern des Nordens ausgesetzt waren, überboten. Hinter Margolins drehbuchreifen Beschreibungen unterschiedlichster Menschen schimmert das unermessliche Leid hindurch, im Lager fristen verschiedenste Typen ein gleichgeschaltetes und anonymisiertes Dasein:
"Im Licht der untergehenden Sonne steht eine Wand von Männern in den
phantastischsten Fetzen, in schmutzigen, zerrissenen, irgendwie
zusammengebundenen Buschlats, aus denen rötlich gelbe Watte
hervorquillt - ein Mosaik von mongolischen, slawischen, jüdischen und
chinesischen Masken in wildem Durcheinander: Räubervisagen neben
Rabbinerbärten, halbverhungerte greise Patriarchen, kluge Professoren
mit verprügeltem Hintern, Gesichter, auf denen eine ganze
Leidensgeschichte geschrieben steht, neben solchen, die nur wüstes
Vergessen ausdrücken, ausgerenkte Kiefer und flachgedrückte Schädel,
Jünglinge, die wie schwindsüchtige Affen aussehen, und Männer, die
wie Jünglinge aussehen, auf die Hälfte ihres normalen Umfangs geschrumpft."

Margolins sehr - und mag das Wort in diesem Zusammenhang auch unpassend erscheinen - unterhaltsames, kristallin und wortgewaltig formuliertes Buch ist Zeitgeschichte und auch ein Literaturgenre, nämlich das Genre der Lager - und Gefängnisliteratur, in diesem Fall eine atemberaubende, fesselnde und auch mit großer Menschlichkeit und Wärme verfasste Beschreibung des umfassenden Repressionssystems der Sowjetunion mit Zwangsarbeitslagern, Straflagern, Gefängnissen und Verbannungs­orten, das zu einer rasch fortschreitenden Entmenschlichung der Insassen führt:
"Das Bewusstsein der eigenen Würde - diese zerbrechliche und späte
Frucht der europäischen Kultur - wird beim Lagerinsassen zertreten
und vernichtet, noch bevor er das Lager selbst erreicht. Ein Mensch,
dem zynische, grobe Gewalt angetan wurde und der nicht in Lage ist,
sein Leiden als in irgendeiner Weise verdiente Strafe zu rechtfertigen,
kann kein Selbstwertgefühl bewahren. Der Staat, mit seiner gewaltigen
Kraft einer organisierten Gesellschaft, hat ihn zerquetscht, ohne Grund
und ohne Schuld seinerseits. In einem durchschnittlichen Lagerinsassen
ist alles unterdrückt. . . . Sogar ein Mensch aus dem Westen, dem
Eigenwilligkeit und persönlicher Stolz im Blut liegen, kann seine Würde
nicht bewahren, wenn er länger im Lager bleibt. Die sicherste Methode,
einen Menschen lächerlich und verächtlich zu machen, besteht darin,
ihn systematisch zu einer Arbeit zu zwingen, der er nicht gewachsen ist,
und das in der Gesellschaft von Menschen, die stärker, geschickter sind
als er und ihm feindlich gegenüberstehen. Ich habe im Lager einen alten
verdienten Politiker gesehen, einen Rechtsanwalt aus der Westukraine,
der beim Feuermachen im Wald nicht schnell genug war: Die kräftigen
Burschen um ihn herum, allesamt Analphabeten, aber unendlich viel
geschickter als er, trieben ihn an und machten sich über ihn lustig. Dem
alten Mann standen Tränen in den Augen. Auch die Tragödie eines
Menschen, der mit den anderen nicht Schritt halten kann und sich
allmählich an den Gedanken gewöhnt, er sei schlechter als die anderen,
weil er nicht zuwege bringt, was ihm zuwider ist, wirkt lächerlich."

Diese Ausgabe ist die Übersetzung der erstmalig 2010 erschienenen vollständigen Fassung aus dem Französischen. In diesem Zusammenhang möchte ich zwei ähnliche Bücher empfehlen:
- Primo Levi: "Ist das ein Mensch?" dtv - Verlag, München 1978.
- Aleksander Wat: "Jenseits von Wahrheit und Lüge: mein Jahrhundert." Suhrkamp - Verlag, Frankfurt / Main 2000. Z. Zt. auf deutsch nicht erhältlich, hier der link zur englischen Übersetzung: My Century (New York Review Books Classics)
- Lidia Ginsburg: Aufzeichnungen eines Blockademenschen

Margolins Buch zeigt einmal mehr: Immer war und ist die Wirklichkeit schlimmer als jede Fiktion, und Straflager gibt es in den GUS - Staaten immer noch - ganz offiziell.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen KAUM FASSBAR: reise in das land der lager, 16. Dezember 2013
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Reise in das Land der Lager (Gebundene Ausgabe)
" Du mußt einfach arbeiten ! " -- sagt man zu Julius Margolin im russischen Arbeitslager am Weißmeer-Ostsee-Kanal. Margolin, ein Bürger mit polnischem und britischem Pass, war im September 1939 bei Ausbruch des 2. Weltkriegs, zwischen die deutschen und russischen Besatzungen in Polen geraten. Eine Ausreise nach Palästina, wo die Familie mittlerweile lebte, war nicht mehr möglich. Die Russen akzeptierten seinen Pass nicht. Uns so war er, als jemand, der nicht dauerhaft in der Sowjetunion leben wollte, mit vielen anderen verhaftet und in ein Arbeitslager verschleppt worden. Andere Leidengenossen flohen vorher noch in die deutsche Zone, was ihr sicherer Tod war. Nun sollte Margolin bei den Russen Bäume fällen. Die Schickane im Lager war darauf angelegt, dass niemand, die an ihn gestellten Arbeitserwartungen erfüllen konnte, selbst die ganz Starken konnten das nur für sehr kurze Zeit, bis sie schwach und krank waren. Ständiger Hunger und harte Arbeit, die meist länger als 12 Stunden täglich dauert, in extremer Kälte mit schlechter Kleidung, das hält niemand aus. Das "einfach arbeiten" (Zitat) ist unmöglich.

Margolin hat überlebt, mit einem eisernen Willen, er wollte später darüber schreiben, was er getan hat, das hat ihn am Leben erhalten. Immer wieder sehnt er sich nach europäischer Kultur zurück, kann es nicht fassen, wo er gelandet ist, dort wo logische Argumente nichts gelten, er schreibt : " (...) es war, als wären wir in Zentralafrika von einem wilden Stamm gefangen genommen worden oder im 17. Jahrhundert in die Hände von Sklavenhändlern gefallen" (S. 314).

Julius Margolin schafft es, die meiste Zeit über, Distanz zum Geschehen vor Ort zu halten, er zieht sich zurück nach Innen, was sicherlich auch geholfen hat. Sein Buch ist genauso geschrieben, niemals verbittert oder böse. Darüberhinaus ist es sehr spannend, die Dramaturgie ist schnell, zieht den Leser mit hinein in die bösen Lagerwelten, man liest und liest -- und merkt gar nicht, dass man schon mehrere hundert Seiten davon gelesen hat.

Ein ganz wichtiges Buch; hoffentlich wird es auch noch als Taschenbuch erscheinen, um einen größeren Leserkreis zu erreichen.

( J. Fromholzer )
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Reise in das Land der Lager, 1. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise in das Land der Lager (Gebundene Ausgabe)
das Buch habe ich noch nicht zu Ende gelesen. Allerdings schreibt der Autor, ähnlich wie Primo Levi, in sehr plastischer und lebendiger Art und vermittelt einen schockierenden Eindruck, obwohl für mich nicht neu, über die Zustände im sowjetischen Bereich Europas. "In den vorangegangenen neun Monaten hatte ich mich an die Fassade des sowjetischen Gebäudes gewöhnt, jetzt sah ich dahinter eine Räuberhöhle. Im ersten Moment war ich schockiert. Ich schämte mich. Ein quälendes , tiefes Gefühl der Scham wuchs in mir seit der ersten Minute, als ich die Schwelle jener Institution überschritten hatte, die für die ganze Sowjetunion zentral war. Diese brennende Scham quälte mich viele Tage lang, bis sie schliesslich ganz ausbrannte und erkaltete. An ihre Stelle trat ein ruhiger Hass auf die Betrüger, die die ganze Welt zum Narren hielten".Und: "Das Land, in das wir fahren, liegt weder in Europa noch in Asien. Wer die Russen für Europäer hält, irrt sich...". Und: "Sie haben von beiden Kulturen (Europa und Asien, persönl.Anmerkung!) das Negative übernommen..." Ein mehr als lesenswertes Buch insb. für jeden Romantiker des sowjetischen Systems...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Gulag, 28. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise in das Land der Lager (Kindle Edition)
Ein sehr starkes Buch, sehr lesenswert. Es ist sehr schade, dass es keine vollständige Publikation des russischen Originaltextes gibt. Eine gekürzte Publikation ist angeblich vergriffen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Einzigartiges Zeugnis über menschliche Leidensfähigkeit, 26. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise in das Land der Lager (Kindle Edition)
Ich habe selten einen so differenziert analytischen Text über die Realität menschlicher Leidensfähigkeit und organisierte Grausamkeit des Sowjetsystems nach 1940-1945 gelesen. Julius Margolin, ein polnischer Jude, nutzt keinen anklagenden Pathos, aber er benennt messerscharf die entmenschlichten Bedingungen von sowjetischen Arbeitslagern, unter denen er fast bis zu seiner menschlichen Auslöschung gelebt hatte. Das sollte uns auch heute noch eine Warnung sein, zu was Menschen als Handlager von politischen Systemen fähig waren und möglicherweise auch fähig sind.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lesen!, 22. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise in das Land der Lager (Kindle Edition)
Ein tiefer Einblick, der selbst heutige Handlungsschemata noch zu erklären und beleuchten scheint. Beeindruckendes Buch. Absurd un doch real. Danke, Herr Margolin.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend, 15. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise in das Land der Lager (Gebundene Ausgabe)
Ein spannendes und ergreifendes Buch! Margolin war ein Überlebenskünstler und trotz alle Widrigkeiten immer ein postiver Mensch. Lesenswert und lebendige Geschichte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Reise in das Land der Lager
Reise in das Land der Lager von Julius Margolin (Gebundene Ausgabe - 11. November 2013)
EUR 39,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen