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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bewegende Suche nach einer ukrainisch jüdische Familiengeschichte
Es hat mich einigen Anlauf gekostet, das Buch zu beginnen, aber es hat sich sehr gelohnt. In fast traumhafter Sprache erzählt die Autorin die Suche nach der Geschichte ihrer jüdischstämmigen Familie in der Ukraine, Russland, Deutschland und Österreich. Sie gibt damit einen Blick frei auf die tiefen Wunden, die im 2. Weltkrieg im Osten geschlagen wurden...
Vor 3 Monaten von chriba veröffentlicht

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen bin "Vielleicht zu blöd"....
habe die ersten 60 Seiten gelesen und hoffte, dass ich den Faden finde. Leider nicht.
Es wäre eine Tortur weiterzulesen, da ich diese einzelnen Kapitel nicht verstehe, nicht fassen kann.
Für mich hat es keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapitel und wenn ich eine Zusammenfassung über diese ersten 60 Seiten schreiben müsste, ich...
Vor 28 Tagen von Adrian der Tulpendieb veröffentlicht


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bewegende Suche nach einer ukrainisch jüdische Familiengeschichte, 26. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
Es hat mich einigen Anlauf gekostet, das Buch zu beginnen, aber es hat sich sehr gelohnt. In fast traumhafter Sprache erzählt die Autorin die Suche nach der Geschichte ihrer jüdischstämmigen Familie in der Ukraine, Russland, Deutschland und Österreich. Sie gibt damit einen Blick frei auf die tiefen Wunden, die im 2. Weltkrieg im Osten geschlagen wurden und auch auf die Zuschüttungen und Überwucherungen "drüben" und hier bei uns.
Das Buch ist ein "Muss" um die ukrainische und russische Seele zu verstehen; gibt aber auch tiefe Einblicke in die Narben, die die Schuld unserer Großelterngeneration in unsere Seelen gegraben hat - ohne jemals anklagend zu sein.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Russisch-judisch auf Deutsch, 5. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Kindle Edition)
Ich weiss nicht, wie man diese Buch ohne russisch (sovetiesch)-judisches hintegrund liest, aber fuer alle Enkelkinder judisches Omas - es ist ein muss. Das kulturelle und geschichliche Landschaften USSR, immigration, wuerzellose judische Familien, fliessen zusamen, und jedes Teil alleine waere schon genug um gute Buch zu machenb. Ich bin sehr beindrueckt. Aber, natuerlich, nichts fuer Aktion-fan
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53 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für das Unerträgliche gibt es kein Wort (247), 10. März 2014
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
Katja Petrowskaja hatte schon im letzten Herbst durch Ihren Gewinn des Ingeborg-Bachmann-Preises durch ihren Text "Vielleicht Esther", dem gleichnamigen Titel dieses Buches, aufmerksam gemacht, eine Hommage an ihre Babuschka (Ur-Grossmutter) während des 2. Weltkriegs. Auch wenn es kein Roman geworden ist, wie ich ursprünglich angenommen hatte, sind es doch Texte der biographischen Aufarbeitung, eine Art Synthese zwischen Fiktion und Wirklichkeit, ja sind Erinnerungen, Phantasien, Träume, Geschichte und literarische Verarbeitung, wie vor allem die eigenen Ur- und Grosseltern den Krieg erlebt haben. Eine Spurensuche, die in Kiew ihre Wurzeln hat und ihre Suche ausdehnt nach Polen (Warschau), nach Auschwitz, nach Österreich (Mauthausen). Manchmal klingt es wie eine Reportage, manchmal wie ein Tagebuchstil, dann wieder fast wie ein Roman...

Petrowskaja versucht hier Menschen, oder besser die Vorfahren der eigenen Familie zu porträtieren, indem sie Archive aufsucht (Berlin,Wien, Moskau, Kiew, Warschau) Menschen aufsucht, ja sich mit anderen gemeinsam jene Orte annähert, wo eigene frühere Familienmitglieder dem Leid des Krieges nur schwer entkommen konnten. Sehr intensiv wird etwa der Werdegang des eigenen Grossvaters erzählt, der nach 40 (!) Jahren wieder zurückkehrt. Auch die Schilderung wie die eigenen Ur-Grossmutter erschossen wurde, wird im Titeltext sehr berührend geschildert. (Sie folgte jenem Aufruf zur Besammlung zum Abtransport, obwohl sie hätte flüchten können, wie jemand der in sein Schicksal einwilligt, ohne wirklich zu wissen, in was er einwilligt) Eine Nachkriegsverarbeitung, die der Vergangenheit nachspürt und betroffen macht, weil die Autorin so nah wie möglich an die Einzelschicksale geht, als ob sie genauestens nachspüren wollte, wie es jenen Menschen damals wohl ergangen sein muss. Ein besonderes Kapitel: Babij Jar, ursprünglich eine Schlucht bei Kiew, liegt heute mitten in der Stadt. 10 Tage nach Einmarsch der Deutschen in Kiew, wurden im September 1941 eines der grössten Massaker der Nazis verübt, innert 2 Tagen wurden hier über 33'000 Juden getötet, eine Gesamtzahl ist schwierig einzuschätzen und liegt zwischen 100'000 und 200'000 Juden die gesamthaft in Kiew umgebracht wurden. Auch dem Grossonkel Judas Stern, der am 5. März 1932 ein Attentat auf den Botschaftsrat Fritz von Twardowsky machte, ist ein grösseres Kapitel gewidmet.

Somit wirft dieses Buch einen Blick auf die Regionen Polen und Ukraine während der 30er und 40er Jahren (und davor bis ins 19. Jhd.), vor allem aber der Kriegszeit und gibt einen guten Einblick wie dort die Auswirkungen des Krieges erlebt wurden. Petrowkajas Buch ist eine Geschichtsaufarbeitung und Würdigung, an die Menschen, die das damalige Leid im Krieg erlebt haben, oft - wenn gar immer von völlig unschuldiger Seite her. Auch wenn die Autorin die Tendenz hat sich literarisch in Vorstellungen fallen zu lassen (ohne manieriert zu wirken) , wo der Leser nicht mehr weiss ob es noch Wirklichkeit oder Traum ist, ist es eine wertvolle Porträtierung jener Zeit in jenen Regionen. Manchmal etwas trocken, manchmal phantastisch zu lesen. Hier geht wirklich eine Autorin an ihre russischen Wurzeln. Die Förderung von Taubstummen früherer Vorfahren, die Schaffung von Schulen ist von besonderer Kennzeichnung: "Sie unterrichteten taubstumme Kinder, sie gründeten Schulen und Waisenhäuser und lebten mit diesen Kindern unter einem Dach, sie teilten alles mit ihnen, sie kannten keinen Spalt zwischen Beruf und Leben. (..) Er (Schimon Heller) brachte Kindern das Sprechen bei, damit sie gehört wurden, sonst galten sie bei seinen Glaubensbrüdern als geisteskrank..)

'Vielleicht Esther' ist eine Forschungsarbeit in Sachen Kriegsaufarbeitung der eigenen Familie. Als ob sich Geschichte und Literatur die Hand geben würden. Der Hang jedoch ins Hypothetische zu schreiben, kann begeistern wie verunsichern. (Vielleicht Esther?) Eine Auslotung dessen was das Böse damals vollbrachte (die Deutschen) und wie sehr die Menschen um ihre Existenz und ihrem Leben rangen. Wer sie hört, wird die fühlen, die stille Wut die hier anwesend ist, die sich gegen damalige Macht und Ohnmacht und jene unglücklichen Geschichten richtet, die sich auch gegen das Vergessen von Wissen zumutet. Der Titeltext ist mit Sicherheit einer der Stärksten in diesem Buch. (Der auch auf der website des Ingeborg-Bachmann-Preises ausdruckbar ist, für diejenigen die vielleicht nicht das ganze Buch lesen wollen, oder sich in den Text einlesen wollen) Eine literarische Annäherung an das damals Unerträgliche, für das es eigentlich gar keine Worte mehr gibt. Auch wenn mich nicht alles hier überzeugt hat, kann sich das Debüt der Autorin sehen lassen, weil der Einblick in ihre Aufarbeitung, noch einmal einen ganz anderen Blick wirft, als den, den wir vielleicht schon kennen.

Eine Lektüre die berühren kann und gleichzeitig macht sie betroffen im gleichen Augenblick. Angesichts der Thematik ist es nicht ganz zu leugnen, dass während des Lesens eine gewisse Schwere aufkommen mag, was bei einer Kriegsaufarbeitung nicht verwundern mag. Es ist schon etwas Besonderes, wenn eine ursprünglich in Kiew geborene Autorin ihre dortige Geschichte aufarbeitet, dazu in einer Sprache, (die Autorin musste ja deutsch lernen und schreibt in einer ihr fremden Sprache) die die dortige Familie nicht einmal versteht. Fast so als ob jemand die Seiten gewechselt hätte und sich in die Ursprüngliche wieder einfühlen will, wunderbar.

Nachtrag vom 8.4.2014

Nicht einmal die ihre eigenen Eltern verstehen deutsch und können ihr Buch nicht lesen. Es wäre also interessant, von ihnen zu hören, wie es ihnen damit geht, denn z.Zt. wird ihr Buch auch auf ukrainisch übersetzt.

Zitat: (212)

"Hier folgte jeder seinem eigenen Atem."

Nachtrag vom 13.5.2014

Elke Heidenreich im Literaturclub vom 13.5.2014: "Dieses Buch ist ein Meisterwerk".
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seit langer Zeit endlich wieder ein tiefer, sprachlich zum Teil großartiger Text zum Thema, 16. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
Katja Petrowskaja hat mich überrascht. Ich war mir sicher, alles zu diesem Thema irgendwie schon gelesen zu haben. Ein tiefer und starker Text voller Anspielungen, authentisch und berührend, der sprachlich dem großartigen Auftakt nicht immer gewachsen bleibt.
Dennoch großartig - Vergleichbares gibt es auf dem deutschen Markt derzeit nicht. Ich hoffe sehr, mehr von der Autorin zu lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Kampf mit den Windmühlen der Geschichte, 17. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
Achtung! Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Roman oder eine zusammenhängende Erzählung. Petrowskaja umkreist hier vielmehr ihre Familiengeschichte. In immer neuen intensiven Ansätzen versucht sie das längst Entschwundene dem Vergessen zu entreißen, sie nähert sich dabei den Vorfahren in ihrer Familie mal auf diesem mal auf jenem Weg. Die Autorin kann sich dabei kaum auf Quellenangaben stützen, auch kaum auf Zeugenberichte. Das ist das Dilemma, dass nicht nur Petrowskaja hat: zu Lebzeiten der Großeltern ist man selbst zu jung und an der Lebensgeschichte der Alten nicht interessiert. Später wenn das Interesse für die Vorfahren erwacht, sind diese bereits tot. Geschichte beginnt, wenn plötzlich keine Menschen mehr da sind, die etwas erzählen können.

Warum überhaupt dieses Interesse an der Familie? Vielleicht ist es die Ferne und Entfremdung von der alten Heimat Kiew. Das fremde Deutsch wird für die nach Deutschland ausgewanderte Autorin die Wünschelrute auf der Suche nach den Ihrigen. Erst mit dem Tod der taubstummen Lida, der älteren Schwester der Mutter, ist unsere Autorin reif und bereit, sich den Windmühlen der Erinnerung zu stellen.
Gegen Windmühlen kämpfen, also einen aussichtslosen Kampf aufnehmen. Dies ist einer der Schlüsselstellen des Buches, die die sprachliche Versiertheit der Autorin zeigt. Aber auch die Einsicht, dass Sie auf verlorenen Posten steht und vieles mit ihrer Phantasie auskleiden muss.

Die Stelle offenbart zugleich eine zweite Ebene des Buches: wie wirkt das Erfahrene der Geschichte auf die Autorin, was erfährt sie über sich selbst dabei? Petrowskaja lässt uns einerseits daran teilhaben, wie sie sich mit der Geschichte beschäftigt, aber auch, wie sich die Geschichte mit ihr selbst beschäftigt. Immer wieder die Frage, wozu brauchst du diesen Vorfahren und wie ist es, mit ihm verbunden zu sein.

Wunderbar unverblümt und lakonisch erzählt Petrowskaja, wie es vielleicht nur eine Russin und Ukrainerin vermag, von ihrer ersten Reise ins Ausland - nach Polen, nach Ausschwitz. Betroffenheit im Angesicht des ehemaligen Konzentrationslagers? Fehlanzeige - sie weiß gar nichts mehr von dieser ersten Reise. Bis auf dies eine: wie sie mit sich vor einem der Souvenirläden gerungen hat, ob sie - wie alle anderen - ein Mitbringsel, eine Halskette kaufen solle. Sie kauft gleich drei Ketten. Eine erfrischend freizügige Erzählung, ohne Schuldgefühle und Betroffenheitslyrik.

Überhaupt diese frische, ungezwungene Sprache - eine Sprache, die sich nicht anpasst an die Konventionen, die Steifheit, die sich oft einstellt bei denen, die über Krieg oder die Judenvernichtung sprechen. Es ist ganz einfach die Sprache mit der eine moderne Deutsch-Russin ihre Gefühle im Hier und Jetzt ausdrückt. Die lockere und ungezwungene Sprache wird dabei trotzdem dem Gegenstand der Erinnerung völlig gerecht.
Das Buch hat etwas spielerisches, vielleicht weil die Autorin sowohl die russische als auch die deutsche Klaviatur beherrscht, weil sie weiß, dass es nicht den einen richtigen Blick auf die Geschichte gibt.

Wie wir doch alle abhängen von unseren Vorfahren. Was wäre, wenn Babuschka Rosa und Großvater Ozjel, die in Polen lebten und dann später nach Kiew zogen, was wäre, wenn sie in Warschau geblieben oder nach Amerika ausgewandert wären? Wie sehr schaukelt die Geschichte mit uns? Das wird der Autorin bewußt als sie als Russin aus Deutschland in das jüdische Warschau ihrer Verwandten, nach Polen, fährt. Sie denkt auf russisch, sucht ihre jüdischen Verwandten und schreibt auf Deutsch. In der Autorin kulminieren eigenartig viele Strömungen der europäischen Geschichte, die es ihr vielleicht erst ermöglicht mit leichter Sprache über die schreckliche Geschichte zu sprechen, ohne dass man ihr dies als Gedankenlosigkeit oder Oberflächlichkeit auslegen könnte.

Wir erfahren in dem Buch einiges über die Familie, mehr oder weniger große Bruchstücke einzelner Personen. Was immer im Dunkel bleibt, wird mit Phantasie ausgeschmückt: so hätte es sein können. Der Stammvater der Familie erweist sich als uneheliches Kind, Ozjel war nicht früh verwitwet, sondern geschieden und dann noch der Verwandte namens Adolf - und das in einer jüdischen Familie. Die Familie unterrichtete über Jahrhunderte taubstumme Menschen, überhaupt waren viele als Lehrer beschäftigt. Petrowskaja findet auch Spuren der ersten Ehefrau des Großvaters und der Kinder, deren Nachkommen heute in England leben, und entreißt sie dem Vergessen.
Dann gab es diesen Großonkel Judas Stern, der in Moskau im Jahre 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschafter verübte. Hier und nur hier greift Petrowskaja in die Truhe reichhaltiger Quellen. Sie fasziniert die Einfachheit des Gerichtsprozesses und die Vorhersehbarkeit des Ausgangs. Aber das Motiv und der dahinter stehende Sinn der Tat bleibt dunkel.

Eindrücklich beschreibt Petrowskaja auch die Massenmorde der Deutschen in Kiew. Und wie wenig hiervon davon nach Jahrzehnten in Kiew noch zu bemerken ist, so als wäre das alles nur ein böser Traum gewesen - kaum Erinnerungsorte, Mahnmale, und kaum Menschen, die bereit wären, über diese Zeit Auskunft zu geben. Erschreckend oder doch nur normal wie schnell die Zeit unbeirrt weiter geht und wie schnell Menschen vergessen, was eins, zwei Generationen vorher geschah.

Zum Schluss gibt die Autorin den Kampf mit den Windmühlen der Geschichte auf. Sie bemerkt: ich kehre zu oft hierher zurück - in die Vergangenheit. Es ist Zeit, sich wieder mit der Gegenwart zu beschäftigen. Als Leser hat man den Eindruck, dass Petrowskaja in der Tat irgendwann abgebrochen hat. Vielleicht hat sie erkannt, wie sehr sie sich in den Irrgängen der Vergangenheit verloren hat und diese nicht mehr zu einem Ganzen verknüpfen kann. So hält man etwas Unfertiges, Unabgeschlossenes in Händen. Aber den Tauchgang in die Tiefen der Familiengeschichte irgendwann zu beenden, vielleicht um des eigenen Lebens willen, ist das gute Recht der Autorin.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es lohnt sich doch!, 7. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
...dieses Buch zu Ende zu lesen! Ich habe mehrere Anläufe gemacht, verstand nicht alles gleich, aber ich habe das Buch zu Ende gelesen und bin voller Bewunderung für die Autorin, die uns diese Bilder ihrer Geschichte geschenkt hat.
Es ist eine ganz andere Beschreibung des Krieges und dessen, was er aus uns, die wir ihn nicht erlebt haben, macht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wie im "beklemmendem Rausch" geslesen, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
und wie schon oft davor, bei anderen Erzählungen zu diesen Themen gedacht: was haben wir für ein Schwein gehabt, mit der Zeit
in die wir geboren wurden und dem Ort, an dem wir aufgewachsen sind. Hier. Einfach nur Glück gehabt; kein Krieg, keine Gaskammern, keine Rassengesetze usw. keine Massenhinrichtungen. Das sage ich nicht nur hier und jetzt, aber das Buch hat es mir wieder bewusst gemacht; hatten wir ein Glück.
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5.0 von 5 Sternen Sehr eindrucksvolle Reise in der Zeit, 13. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
Das Buch von Katja Petrowskaja ist nicht wirklich in gängige Literaturgattungen einzuordnen. Es ist kein Roman, da die Dokumentation und die persönlichen Erfahrungen der Autorin zu deutlich sind. Es ist aber (Gott sei Dank) auch weder eines der vielen Bücher, in denen durch die "Geschichte einfacher Leute" das "Grauen der Diktatur" deutlich gemacht werden soll noch einer der vielen Ergüsse, in denen Menschen der Nachkriegsgenerationen ihre persönlichen Probleme durch Schicksale der Vorfahren erklären.

Das Buch steigt zwar tief in die Familiengeschichte der Autorin hinab, aber es erzählt nicht linear und auch nicht vollständig. Katja Petrowskaja scheint sich in der vierten Dimension, der Zeit zu bewegen und dadurch entstehen Verbindungen und Bilder, die ein großes, aber nicht umfassendes Panorama einer Familie im 20. Jhd. entstehen lassen. Wunderbar ist, dass dieses Panorama nicht barock und auch nicht modern-plakativ gemalt ist, sondern vorsichtig, sehr zart, manchmal mit Witz und immer mit viel Neugier. Es lässt Lücken und Leerstellen zu und manchmal auch mehrere Varianten, wie das Bild aussehen könnte.

Das Beste an dem Buch ist aber die Sprache und die Bilder, die die Autorin damit zeichnet. Sie stellt dadurch ihre Eindrücke und Gedanken bei dem Eindringen in die Familie so dar, dass in der Familiengeschichte und deren Wirkungen bis heute die beiden großen Diktaturen Europas, der zweite Weltkrieg und der Umgang mit diesen Schrecken erkennbar werden. Das große Talent der Autorin für Bilder und Eindrücke, die jenseits der messbaren Wirklichkeit stehen, macht auf diese Art und Weise Schrecken und Entsetzen und den Umgang damit wahrnehmbar und damit auch fassbar. Auch die vielen Zufälle, die jede kleine Geschichte von Irgendjemand zum aktiven Teil der Weltgeschichte machen, stellt Petrowskaja klug und mit einer wunderbaren Sprache dar. Die Geschichten der einzelnen Familienmitglieder kann Katja Petrowskaja nicht nur nacherzählen, sondern sie schafft es, sie in die gegenwärte Wirklichkeit zu stellen. Deshalb ist es keine einfache "Mein Großvarter hat dies und jenes getan / erlebt und deshalb kann ich das oder jenes nicht."-Wirkung, die das Buch beschreibt, sondern ein Art Raum, ein Zimmer in dem alle Handlungen und Erlebnisse der Familienmitglieder stattfinden und durch die Begrenztheit des Zimmers immer mit den anderen Bewohnern und Dingen in Zusammenhang stehen.

Wie gesagt ist die Sprache sehr reich und phantasievoll. Petrowskaja beschreibt Eindrücke so, dass sie auch der Leser wahrnehmen kann. Und die Kleinteiligkeit der Geschichten unterstreicht einerseits ihr Können und betont andrerseits das bildhafte der Erzählung.

Übrigens: In einer Fremdsprache so schreiben zu können, treibt mir grüne Neidpickel ins Gesicht!
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5.0 von 5 Sternen Eine große Erzählung - eine literarische Entdeckung, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
Das ist wirklich eine große Erzählung Die Autorin führt uns mit großer erzählerischer Kraft durch das 20. Jahrhundert hindurch. Wir folgen mit großer anteilnahme den Spuren ihrer Familie durch Kiew, Berlin, Warschau und Moskau. Gewalt udn Tod, aber auch Freude udn Zuversicht werden erahnbar. Und dann diese Erkenntnis, dass das Verschwinden in der Geschichte reversibel scheint. Ein Traum? Nein, eine traumhafte Erfahrung.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen bin "Vielleicht zu blöd"...., 27. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Vielleicht Esther (Gebundene Ausgabe)
habe die ersten 60 Seiten gelesen und hoffte, dass ich den Faden finde. Leider nicht.
Es wäre eine Tortur weiterzulesen, da ich diese einzelnen Kapitel nicht verstehe, nicht fassen kann.
Für mich hat es keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapitel und wenn ich eine Zusammenfassung über diese ersten 60 Seiten schreiben müsste, ich wüsste nicht was, ausser: Jüdische Verwandte, taubstumme Kinder, Juden haben keine Vergangenheit, da alles zerstört ist. Viele Namen sind nicht die echten. Welche Verwandten sind echt, welche Geschichte ist echt....

ich denke, ich bin zu wenig intelligent um dieses Buch zu verstehen. Schade.
Wüsste nicht, wo man das lernen kann, solche Bücher zu verstehen und spannend zu finden

A.A.
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Vielleicht Esther
Vielleicht Esther von Katja Petrowskaja (Gebundene Ausgabe - 10. März 2014)
EUR 19,95
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