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4.0 von 5 Sternen Schattenwesen
„Es heißt, die Zeit heilt alle Wunden, aber das Gegenteil ist der Fall. Wir erfinden die Zeit, und dann läßt sie uns sterben.“
Es geht um Erinnerung und das, was wir dafür halten, um beschädigte Seelen, um Geschichte und darum, wie sie sich auf den Einzelnen auswirkt. Marion Poschmanns ambitioniertes Romandebüt stellt den...
Vor 9 Monaten von Florian Solcher veröffentlicht

versus
37 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen FORM BESTIMMT INHALT - Ein Ausflug zu den kalten Höhen der Sprache
Es ist ein kaltes Land, in dem die Figuren der Marion Poschmann ihr Wesen treiben. Und ihre Menschen im Roman "Sonnenposition" sind seltsam leblos. Liegt das bröckelnde Schloss, in dem die psychiatrische Anstalt, Hauptbühne des Romans, untergebracht ist deshalb auf dem Gebiet der verblichenen DDR? Soll das Gewesene seinen düsteren Schatten auf das Heute...
Vor 10 Monaten von Ulrich Gellermann veröffentlicht


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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schattenwesen, 30. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Es heißt, die Zeit heilt alle Wunden, aber das Gegenteil ist der Fall. Wir erfinden die Zeit, und dann läßt sie uns sterben.“
Es geht um Erinnerung und das, was wir dafür halten, um beschädigte Seelen, um Geschichte und darum, wie sie sich auf den Einzelnen auswirkt. Marion Poschmanns ambitioniertes Romandebüt stellt den westdeutschen Psychiater Altfried (was für ein Name!) ins Zentrum, in die Sonnenposition – so auch der Titel des Buchs.
Der eher unscheinbare Mann mit dem „Faible für Abweichung“ist von West nach Ost gezogen und arbeitet in einem verrottendem barocken „Schloss“, wo Menschen untergebracht sind, die an den unterschiedlichsten Psychosen leiden, teils auch infolge der Wende. Alfried, blond und dicklich, schon als Schüler überangepasst, mangelt es an Selbstbewusstwein. Schon deshalb bewundert er Odilo, der vor Selbstbewusstsein nur so zu strotzen scheint und hängt an dem Jugendfreund mit fast submissiver Ergebenheit.
Doch Odilo ist nicht die Sonne, wie Altfried lange glaubt. Auch er, der Luziferen-Forscher, leidet unter der Abwesenheit von Licht, was er mit seiner Forschung kompensiert – und mit einer Leidenschaft für Feuerwerke. Während er Altfried auf seiner unergiebigen Jagd auf die „Erlkönige“ – camouflierte Prototypen der Autoindustrie – begleitet, selbst während er mit der Schwester des Freundes, Mila, zusammen ist, wirkt Odilo seltsam leblos, unverortet .Ein Muttersöhnchen, ein Schlafwandler, der sich nie ganz öffnet und mit seinem Versteckspiel den von Altfried vergeblich gesuchten Erlkönigen gleicht. Odilos Tod und das Begräbnis sind für den Freund Anlass, sich über die Beziehung klar zu werden und dabei auch über die eigene Position zu reflektieren. Dass Mila in Odilos Leben eine Rolle gespielt hat, wird ihm erst jetzt klar: Der Freund hatte ihn auch da im Dunkeln gelassen.
Poschmann zeigt in einer makellosen, metaphernreichen Sprache versehrte Menschen auf der Suche nach Sinn, sie leuchtet in die Abgründe, die von einer unbewältigten Vergangenheit aufgerissen werden. Die Natur wird zum Spiegelbild der Seelenzustände, die deutsche Geschichte zum Anker der Erinnerung. Die Lyrikerin verrät sich nicht nur in Kapitelüberschriften wie „Gedächtnispaläste“, „Gewittertiere“ oder „Doppelsonnen“. Sie offenbart sich auch in bestechenden Bildern wie das von den Wasserspeiern, die „das Wetter von damals erbrachen“ oder das vom „Stürzen des Nachthimmels“ und im kunstvollen Arrangement des Romans. Soviel Virtuosität kann ganz schön anstrengend sein – aber die Anstrengung lohnt.
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37 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen FORM BESTIMMT INHALT - Ein Ausflug zu den kalten Höhen der Sprache, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein kaltes Land, in dem die Figuren der Marion Poschmann ihr Wesen treiben. Und ihre Menschen im Roman "Sonnenposition" sind seltsam leblos. Liegt das bröckelnde Schloss, in dem die psychiatrische Anstalt, Hauptbühne des Romans, untergebracht ist deshalb auf dem Gebiet der verblichenen DDR? Soll das Gewesene seinen düsteren Schatten auf das Heute werfen? Der Rheinländer Altfried Janich, ein Arzt der Anstalt, hätte die Kulisse nicht gebraucht. Schon sein Hobby weist ihn als Schattenwesen aus. Er jagt "Erlkönige", jene neuen Automodelle, die, mit Applikationen verfremdet, zum Testen über Nebenstraßen gefahren werden: Zwar wollen die Hersteller die Prototypen der rauen Wirklichkeit aussetzen, aber kein fremder Blick soll die künftige Gestalt der Modelle erahnen können. Janich wird nie ein Foto der von ihm begehrten Objekte gelingen, immer bleiben ihm leere Landschaften, verwehte Bäume, Regen auf einsamen Straßen.

Scheinbar ganz anders Odilo, Janichs einziger Freund. Der ist ein erfolgreicher Forscher und versucht das Luziferin, den Stoff der Glühwürmchen und Quallen leuchtend macht, auf andere lebende Organismen zu übertragen. Er luziferisiert Mäuse. Weil er von dieser Wissenschaft besessen ist, weil sie all seine Zeit frisst, schläft er nur noch wenige Stunden, wohnt immer noch bei seiner Mutter und ist so selbstbezogen wie nur einer sein kann. Wie solch ein Sonderling ein Liebesverhältnis zur durchaus lebensbejahenden Schwester Janichs entwickeln konnte, wird immer das Geheimnis der Autorin bleiben. Ohnehin sind die Figuren des Romans bar jeder Entwicklung: Sie tauchen als fertige Geschöpfe auf dem literarischen Schachbrett auf, werden ein wenig hin und her geschoben, um dann im Dunkel der Schöpfungsgeschichte wieder zur verschwinden.

Weil das bröckelnde Schloss mit seinen kafkaesken Räumen der Schriftstellerin anscheinenden nicht genug an Düsternis hergibt, wird ihm noch eine Geschichte als Vernichtungsort der Euthanasie beigegeben: Gaskammern soll es dort gegeben haben, sogar die Zahlen der Ermordeten werden im Roman akribisch aufgeschrieben. Ein anderer Ausflug in die deutsche Geschichte führt in die Heimat von Janichs Eltern, nach Schlesien. Bruder und Schwester begleiten eine Tante nach Polen, die auf dem ehemaligen Hof der Familie ein Grabkreuz errichten will. Es überrascht nicht, dass dieses Stück Polen eher grau als farbig ist, dass die Gefühle der Kreuzzügler eher verhalten als eindringlich sind und dass selbst die Schneekoppe, der Sehnsuchtsberg der Schlesier, nur als Zweitehand-Erlebnis auftaucht.

All diese Tristesse wird in einer makellosen Sprache erzählt, mal marmorn, mal ehern fühlt sich die Syntax an. Wortgebäude von kühler Pracht errichtet Marion Poschmann, aber man mag nicht darin wohnen. Nur einmal leistet sie sich einen Satz, der ihrer Kontrolle entglitten ist und überdeutlich erkennen lässt, dass die Form den Inhalt überwuchert hat: "Abgerissenes Seegras, dem Roß des Okeanos zum Fraß vorgeworfen, von der gleichmäßigen Peristaltik der Wellen zu Bällen gerollt, kleine Tischtennisbälle und größere Tennisbälle, perfekt gerundete Pferdeäpfel der See." Bei so viel Form wird dann die Funktion, der Gang der Haltung zweitrangig.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sonnenmythos, 26. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Die Sonnenposition“ ist ein mitreißend geschriebener, sehr poetischer Roman über ein heruntergekommenes Barockschloß, das die Geschichte symbolisiert, und über Altfried, den Erzähler, seinen Bewohner, der als Psychiater schon von Berufs wegen versucht, zu heilen, was vielleicht nicht zu heilen ist: die Vergangenheit, die, wie sich zeigt, auch die seiner eigenen Familie ist.
Ausgelöst durch den Tod seines besten Freundes begibt er sich – freiwillig oder unfreiwillig – auf eine Reise nach innen, ins Erinnern, und so überlagert sich das Leben im Schloß mit Erinnerung an die gemeinsame Zeit mit dem Freund, die ihre eigenen Abgründe hat, zum Beispiel an die als „Erlkönigjagden“ inszenierten ziellosen Autofahrten durch Deutschland.
Ist Altfried selbst ein Versehrter, einer, der (wie es eine witzige Stelle andeutet) das Kreuz trägt? Der Roman greift auf den alten Sonnenmythos von Tod und Wiedergeburt zurück, und im immer wieder auftauchenden Bild der Rundheit auch auf die Idee eines letztlich zu sich zurückkehrenden, gelingenden Lebens. Der Roman ist lebensklug genug, offen zu lassen, ob sich Altfrieds Geschichte am Ende rundet, aber auf dem Weg dorthin ist er von einer berauschenden Fülle und Sprachkraft, und er erzählt von einer Liebe zum Leben, die das Dunkle, die Verluste nicht leugnet.
Zugleich wird kunstvoll die Frage nach der Greifbarkeit der Wirklichkeit gestellt: zwischen scheinbarer Realität und scheinbarer Imagination gibt es bis zum Schluß immer wieder Umschlagpunkte, doppelte Böden.
Mich hat der Roman gefesselt, gerade weil er nicht das übliche Tempo hat, sondern genauer hinsieht, weil er sich behutsam mit den „letzten Dingen“ beschäftigt, und das auch mit einem eigenwilligen, hintergründigen Humor.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Kreisen der Sonne...., 24. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
Sonnenzyklen stehen in magischen Weltbildern für Anfang und Ende eines oft weltgeschichtlichen Äons. Mit der Sonne ist der Anfang des Seins ebenso markiert, wie der Untergang alles Seienden, das sich dann im neu entstehenden Rund eines weiteren äonischen Zyklus erneuert, wiedergeboren wird und erneut untergehen wird. Kreisbewegungen.

In Marion Poschmanns Roman „Die Sonnenposition“ verfolgen wir in groben Zügen den Lebensweg von Altfried Janich, der als Kind einer Waise, welche mit seiner Schwester in den letzten Kriegswirren gen Westen evakuiert wurde, diesen Weg vollendet, indem er nach der Wende in einem zu einer Psychiatrie umgewandelten Barockschlößchen in den neuen Bundesländern als Psychotherapeut anheuert. Eine Kreisbewegung.

„Die Sonne bröckelt“ ist der allererste Satz dieses Romans, der sich in gewisser Weise weigert, ein solcher zu sein. Doch Altfried beschreibt uns zunächst in diesen ersten Abschnitten des Textes den äußeren Zustand jenes Schlosses, in dem eben nicht nur der Stuck – der an der beschriebenen Stelle eine Sonne formte – bröckelt, sondern scheinbar alles an und in diesem Bauwerk ist löchrig, brüchig, bröckelnd: In diesem nie näher genannten Schloß scheint sich die Geschichte selbst zu verdichten. Seien es die einst hier lustwandelnden Aristokraten, seien es die fürchterlichen Mediziner der Nazis, die hier nicht nur Versuche an geistig behinderten Menschen durchführten, sondern auch die ersten Gaskammern erprobten, sei es die DDR-Nomenklatura, die sich hier einst traf, dann deren Sicherheitsapparat, der sich hier eingerichtet hatte: Das Schloß spiegelt die deutsche Geschichte, verkörpert sie mehr oder weniger.

Erinnerung ist das Thema, um das dieser Text der Lyrikerin Marion Poschmann kreist. Wir begegnen Altfried Janich erstmals auf der Beerdigung seines Freundes Odilo, der bei einem Unfall starb. Odilo, ein Biologe, der sich mit dem Phänomen der Lumineszenz – jener chemischen Reaktion, die z.B. Leuchtkäfer leuchten läßt – beschäftigt und darum bemüht war, diese Fähigkeit auf alle möglichen Tiere zu übertragen, Mäuse unter anderem. In den Erinnerungsfragmenten Altfrieds an Odilo mischen sich zunehmend solche, die nicht die seinen sein können – Erinnerungen seiner Schwester an die kurzen Treffen, die sie mit Odilo hatte und die beiden vielleicht zu einem Paar gemacht haben, solche der Tante Sidonia, die sich an jene grauenerregende Flucht aus den Ostgebieten erinnert, solche der Zeit an sich selbst, wie es scheint. Es gibt eine Stelle, da spricht Altfried genau dies an: Immer häufiger drückten sich Erinnerungen uns auf, die nicht die eigenen sind, nicht die eigenen sein können.

Das alles wird dem Leser in einer in einer zutiefst lyrischen Sprache dargeboten. Wie das Schloß, so scheint auch diese Sprache dem Barocken zu entstammen, manchmal türmen sich Metaphern reiner sprachlicher Schönheit aufeinander, scheint ornamentisch - um ihrer selbst willen – um sich selbst zu kreisen und den Leser geradezu zu verschlingen. Man muß diesen Roman, der sich eben weigert ein solcher zu sein, zu werden, passagenweise wieder und wieder lesen – nicht nur, um sich den gesamten Gehalt dessen, was einem da oft in einem einzigen Satz inhaltlich geboten wird, zu vergewissern, sondern auch, um diese Sprachtürme, Spracherker, Sprachbögen gänzlich zu erfassen. Dieser Text scheint Gefallen an sich selbst zu haben und schreibt sich dadurch ein in das, was er behandelt: Die Zeit, die vergeht und zu sich selbst zurückfindet, nur um sich wieder zu verlieren. Das ist streckenweise wunderbar, das ist über die Dauer des Buches anstrengend, es verlangt dem Leser einiges ab an Aufmerksamkeit, an Geduld, an Wollen, diese Sprachgitter zu durchdringen, sich in die Welt, die Erinnerung des Textes selbst hineinbegeben zu können. Dies ist also sicherlich kein Roman für jene Leser, die eine Handlung, glaubwürdige und tiefenpsychologisch durchdachte Figuren verlangen, einen erzählerischen Bogen, sicheren Grund, auf dem man sich lesend bewegt.

Allerdings muß man auch konstatieren, daß dieser Text kein Roman sein will, scheinbar. Der Romanautorin Poschmann scheint die Lyrikerin Poschmann immer wieder dazwischen zu funken. Die Lust am sprachlichen Aufbau um seiner selbst willen ist deutlich spürbar und dies geht zulasten sowohl der Handlung, als auch der Figuren. Denn berühren – berühren kann dieser Text den Leser kaum. Ein, zwei Mal gibt es Momente, da kommen uns diese so fremden und fernen Figuren wirklich nah, sind ihr Erleben, sind ihre Erfahrungen derart und derart geschildert, daß der Leser emotional erreicht wird. Eher einem gewaltigen Essay, einer Selbstversicherung in Fragen der Zeit, der Erinnerung, des Vergehens und der Chronologie, die zusehends unterlaufen wird und damit auch den Zirkelschlag eines magischen Weltbildes schlägt, gleicht dieses Werk. So wird es auch unterbrochen von „Theorien“ – der Zeit, des Ortes, der Bewegung. Kleine, fein durchdachte sprachliche Momente, die den (chronologischen) Lauf des Erzählens durchbrechen, den Leser innehalten lassen , ihn konfrontieren mit der Frage danach, ob überhaupt ein Ort, eine Zeit, eine Bewegung den autoritären Charakter eines Maßstabs hat oder in der Relation dessen, der sich bewegt, verortet unsicheren Grundes ist, wie jeder Ort, jede Bewegung, jede zeitliche Ver-Ortung relativ wird unter dem Blick dessen, der sie betrachtet. Zeit, so überlegt Altfried einmal, Zeit, seine Zeit als menschliches Wesen übereinandergelegt, ergäbe ein Daumenkino seines Erwachsenwerdens und –seins und des zunehmenden Alters. Doch genau das gilt dann eben auch für die Äonen, die Zeitläufte, alles zeitliche Sein. Wenn Altfried in den „Osten“ – also die neuen Bundesländer – geht, um dort Kranken zu helfen, schlägt er auch den Zirkel seines Vaters und der Schwester, die einst aus ebendiesem Osten fliehen mussten. Die Geschichte kehrt an ihren Ausgangspunkt zurück, sie kommt zu sich selbst, wird eins in sich. Und sie vergeht nicht. Wir können ihr nicht entgehen, nicht entfliehen und auch bei aller durch UNSERE Geschichte westlichen Denkens geprägten linear-chronologischen Erkenntnisgewinne wissenschaftlicher Natur gelingt es uns nicht, Licht ins Dunkel der letzten Winkel der Geschichte zu bringen, ebenso wenig, wie wir die hinteren Winkel unserer Seelen auszuleuchten verstehen. Wenn Poschmann an zwei Stellen lange Fallgeschichten einschiebt, werden wir geradezu brutal darauf gestoßen, wie unverständlich uns bei aller naturwissenschaftlich-neurologischen, psychologischen oder auch biologischen Forschung der Geist, die Motivation hinter der „Erkrankung“ bleibt.

Altfried Janichs Hobby besteht darin, Erlkönige zu suchen und zu photographieren: Jene Prototypen aus den Entwicklungslabors und –stätten der großen Autohersteller, die getarnt auf den abgelegenen Straßen und Wegen der Republik getestet werden. Und genauso flüchtig, wie die Zeit, die Erinnerung, das Leuchten des Käfers, die Freundschaft oder die Liebe, genauso flüchtig sind die verwischten Spuren dieser Erlkönige auf den Photographien, die Janich erstellt. Am Ende bleibt die Sprache, das geduldige Papier, die sich – ebenfalls chronologisch, ebenfalls linear –mit aller Macht und vielen Mitteln dagegen sperrt, zu vergehen. Die Lyrik eines Satzes, eines Wortes allein vermag festzuhalten, was der Kamera, dem menschlichen Auge, der Erinnerung scheinbar verweigert bleibt: Die Genauigkeit im Grauschleier, die Unschärfe im exakt gesetzten Vokal.

Poschmann gelingt einerseits ein wirklich großer Wurf. Andererseits muß man gestehen, daß das als erzählende Literatur, als Prosa, nicht wirklich funktioniert. Über 337 Seiten breitet sich eine Art lyrischer Text aus, der sich selbst ein- und überholt, sich unterläuft und dann wiederum anstachelt zu sprachlicher Höchstleistung. Es sei also gewarnt, wer eine Erzählung erwartet. Die Handlung hier ist rudimentär, die Figuren sind in mancherlei Hinsicht nur Skizzen, angerissene Konturen. Wer jedoch aus der Sprache selbst, aus dem, was Sprache vermag, Gewinn zu ziehen versteht, dem sei dies hier dringend empfohlen. Es ist anstrengend und anspruchsvoll und jede Zeile wert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
In „Die Sonnenposition“ schreibt Marion Poschmann über Altfried Janich, einen rundlich gebauten Rheinländer, der nach der Wiedervereinigung eine Stelle im „Ostschloss“ findet. Es ist ein heruntergekommener Barockbau, der als psychiatrische Anstalt dient. Altfried sieht sich dafür verantwortlich die Sonnenposition einzunehmen und den Patienten Orientierung zu geben.

„Ich erzähle von der Sonnenwarte aus. Allsehendes Auge des Arztes. Eine Position der Ferne, des generellen Überblicks. Ich behellige die Dinge mit meiner gleichmäßigen Aufmerksamkeit. Und doch ergeht mir mindestens die Hälfte, die Nachtseite, die Stellen, auf die der Schatten fällt. Das Interessante dabei ist die Hälfte, die im Dunklen bleibt. Die Sonne bescheint nur die Oberfläche. Und was sie sieht, ist nicht unbedingt das Entscheidende. Nicht das, worauf es ankommt. […]Schatten läßt sich nur ableiten. Schatten ist da, wohin mein Blick nicht fällt. Dennoch weiß ich um ihn, denn das Licht entsteht aus der Finsternis.“

Als Altfrieds Freund Odilo bei einem Autounfall stirbt, beginnt er die Schattenseiten zu sehen. Er fühlt sich bedrängt von den Patienten, ist nachts lange wach und schleicht durch die Gänge, sieht die zerstörten Räumlichkeiten der Anstalt und versinkt in Erinnerungen. Erinnerungen über Verluste, Ängste, Ausweglosigkeit. All das holt ihn wieder ein, als er auf Odilos Beerdigung seine Schwester Mila sieht. Er wundert sich über ihre Anwesenheit und fragt sich, wie viel Odilo ihr wohl bedeutet hatte.

„Eigentlich hätte ich erwartet und auch durchaus angemessen gefunden, daß sie sich in irgendeiner Form erklärte. Ich wartete noch eine Weile, als Psychiater muß man warten können, die Kunst besteht darin, ohne Druck und ohne Vorwurf zu warten, bis der Patient bereit ist, sich zu äußern, aber Mila war nicht mein Patient […].“

Altfried erzählt von gewaltverherrlichenden Zeichentrickfilmen, übermäßigem Fernsehkonsum, die verantwortlich sind für seine Träume. Und immer wieder Erinnerungen an vergangene Tage mit Odilo. Der Freund, der das Leben zu hinterfragen begann, der ansprach, was er sah. „Sattelschlaf. Scheinschlaf. Tage aus Schlaf. Die Leute seien auf Wohlstand aus, auf Bequemlichkeit, merkten in ihrer Dumpfheit kaum, daß sie von anderen gesetzte Ziele verfolgten.“ Odilo, der Altfried fragte, ob er den Rest seines Lebens in dieser Anstalt verbringen wollte. Der alles aus einem Blickwinkel sah, der Schatten auf Altfrieds Leben warf. Altfried hatte seine Sicht als persönliche Wertung aufgefasst, hatte Wut verspürt und darüber übersehen, wie Odilo sich gerade fühlte.

Marion Poschmann schreibt ihren Roman aus der Sicht der Kriegsenkel und geht dabei auf geschichtliche Fakten ein. Neben Eindrücken aus Zeiten der DDR, wird die Tötung von unschuldigen Menschen beschrieben. Gaskammern, in denen zwischen 1940 und 1941 etwa 15000 Menschen starben, darunter waren Geisteskranke, Behinderte, mißgebildete und mongoloide Kinder, Soldaten, die an einem Nervenleiden erkrankten… Medizinische Experimente, die im Konzentrationslager durchgeführt wurden, und an denen die Behandelten schwere Verbrennungen o.ä. erlitten und an den Folgen starben…

Die Autorin befasst sich mit Theorien, darunter die des Ortes und der Zeit. „Der Ort ist für denkende Menschen die reine Provokation. […] Die Zeit existiert nicht. Wir stellen sie her, indem wir versuchen, uns zu erinnern. Indem wir einen Duft aufnehmen, einen Klang, eine vage Empfindung, und daraus eine Vergangenheit konstruieren, die stattgefunden haben könnte, stattgefunden hat, und jetzt nur mehr eine Atmosphäre ist, die uns durchdringt.“

Neben all den Gedanken, Theorien und geschichtlichen Fakten beschreibt Poschmann Fallgeschichten, in denen Menschen krankhafte Verhaltensmuster aufzeigen. Es geht um einen Mann, der nicht aufhören kann Hamster zu sammeln. Einen anderen, der immer alles doppelt kaufen muss, für den Fall, dass eins davon kaputt oder verloren geht. Eine Frau, die ihre Schwangerschaften verheimlicht, ein Kind nach dem anderen zur Welt bringt und tötet… Diese und andere Fallgeschichten haben mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun, verdeutlichen jedoch Altfrieds Einstellung, dass alles eine Schattenseite hat.

„Die Sonnenposition“ ist ein außergewöhnliches Buch. Ein Buch, das durch einen großen Wortschatz und lyrischem Erzählstil besticht, das zum Nachdenken anregt und in eine Zeit entführt, in der der schöne Schein die Wahrheit verdrängt. Ein Schatten, an dessen Anwesenheit wir denken müssen, denn „das Licht entsteht aus der Finsternis.“

© Bücherstadt Kurier
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn Lyriker Romane schreiben..., 28. Februar 2014
Von 
Tobias Nazemi - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist schon komisch mit diesem Buch. Direkt nach dem Auslesen hätte ich es noch als gut, wertvoll und lesenswert bezeichnet. Heute, eine Woche danach, kann ich mich kaum noch an die Handlung erinnern. Und nicht, weil ich ein schlechtes Gedächtnis habe oder es nur überflogen habe. Nein, weil die Handlung bei diesem Roman wohl eher nebensächlich ist.

Was diesen Roman vielmehr auszeichnet ist die Sprache. Hier bewegt sich die Autorin auf einem beeindruckend hohen Niveau. Marion Poschmann kann mit Ihren Sätzen wunderbare Stimmungen erzeugen. Ich habe mir manche Passagen mehrmals hintereinander laut vorgelesen, weil sie einfach so wunderschön waren.

Inhaltlich allerdings wirkt alles irgendwie konstruiert, unausgegoren, an den Haaren herbeigezogen. Die Protagonisten bleiben für mich merkwürdig konturlos, die Liebesbeziehung zwischen der Schwester und dem Freund Odilo ist in meinen Augen unglaubwürdig. Das Hobby der Hauptfigur Altfried, die Jagd nach Erlkönigen, ist nicht nur albern, sondern passt auch nicht zur Figur. Ich ahne natürlich den tieferen Sinn, sehe auch was allegorisch hinter Odilos Profession und Altfrieds Hobby stehen könnte: das Gewöhnliche, das von Innen leuchtet und das Außergewöhnliche, was sich der Umgebung anpasst und tarnt. Toll! Und was soll ich damit jetzt anfangen?

Im Klappentext steht, dass Marion Poschmann eigentlich Lyrikerin ist. Das erklärt so einiges. Eine Lyrikerin hat einen Roman geschrieben. Das Ergebnis ist ein lyrischer Roman. Was sollte auch sonst dabei herauskommen?

Mein Fazit: Nicht geeignet für den schnellen Konsum. Eher etwas für Genießer, die Spaß an gefühlvollen Sätzen und am Auffinden versteckter Tiefgründigkeiten haben. Sicher auch ein Buch, das beim zweiten Lesen noch gewinnt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein gelungen Wagnis :), 22. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der rundliche Rheinländer Altfried Janich findet nach der Wiedervereinigung eine Stelle im »Ostschloss«, einem heruntergekommenen Barockbau, der neuerdings eine psychiatrische Anstalt beherbergt. Hier hält er es für seine Aufgabe, seinen Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen, ihnen Orientierung und eine Quelle des Trostes zu sein. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Tagsüber rücken ihm die Patienten zu nahe, nachts geistert er durch die Säle, es bedrängen ihn Erinnerungen, und auch seine Familiengeschichte mit ihren Verlusten holt ihn ein. Altfrieds ganzes bisheriges Leben scheint auf die Situation im Schloss zuzulaufen: Alle Geschichten enden hier, und bald stellt sich die Gewissheit ein, dass er aus dem Schloss nicht mehr wegkommen wird. Marion Poschmanns lange erwartete neue Prosa ist ein Roman über Deutschland aus der Sicht der Kriegsenkel. Ein Roman über die Macht der Zeit, über Erinnerung und zeitlose Verbundenheit. Ein Roman über fragile Identitäten, über den schönen Schein und die Suche nach dem inneren Licht –funkelnd, glasklar und von subtiler Spannung.

Für mich war dieses Buch ein Wagnis, ja eine Herausforderung gar, lese ich doch sonst nur trivialstes, blutiges, kriminalistisch flachsinniges.
Aber dieses Wagnis hat sich gelohnt. " Die Sonnenposition " von Marion Poschmann schafft für mich den Spagat zwischen sprachlich anspruchsvoller Literatur und Verständlichkeit dem literarisch ungeübten Leser gegenüber.
Ich, als Leser(in) konnte in die Gefühlswelt des Protagonisten eintauchen und seine Stimmungen nachvollziehen.Auch waren mir Altfrieds Probleme und Gedankengänge nicht fern. Er verliert einen guten Freund und stellt sein Leben infrage, man könnte fast die düstere Prognose Depression in den Raum schweben lassen. Die Autorin versteht es geschickt,die Worte und Sätze so zu weben , dass viele Zusammenhänge nur erahnt werden können und der Leser muss beim Lesen viel mitdenken.
Obwohl das Thema sehr ruhig ist und durch den Sprachgebrauch keine Cliffhanger oder große Spannungsbögen möglich sind konnte ich das Buch dennoch in einem Zuge lesen, ohne dass mir langweilig wurde.

Fazit: Ein Buch, das jedermann lesen kann, das bildet ohne zu beschweren, und einen Querschnitt durch das alltägliche Leben beschreibt ohne zu langweilen.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Sonne bröckelt, 15. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Sonnenposition: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Literaturwissenschafter Edgar Allen Poe hat die These aufgestellt, der erste Satz eines Romans umreiße oft schon die ganze Geschichte. So mancher Leser von Monika Poschmanns Roman «Die Sonnenposition» mit seinem einleitenden Dreiwortsatz «Die Sonne bröckelt» wird ihm möglicherweise recht geben. Das Bröckeln jedenfalls zieht sich als verfallträchtiger Hintergrund durch den ganzen Roman, die vielfach mit Literaturpreisen bedachte Autorin lenkt den Fokus in ihren bisher drei Romanen immer wieder, scheinbar deterministisch, auf die Schattenseiten unseres Lebens. Scheitern, Pessimismus, Sprachlosigkeit, Lieblosigkeit, soziale Kälte allenthalben, was sich sowohl in einer düsteren Thematik, aber noch deutlicher in der metapherträchtigen, lyrikartigen sprachlichen Umsetzung und in den eigenartigen, eher ungewöhnlichen Figuren ihrer Geschichte widerspiegelt.

Ich-Erzähler ist ein farblos bleibender Psychiater mit dem bezeichnenden Namen Altfried, der in einem heruntergekommenen Barockschloss in der ehemaligen DDR lebt und arbeitet, welches notdürftig zur psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalt umgebaut wurde. Sein Freud Odilo, verklemmtes Muttersöhnchen und auf Biolumineszenz spezialisierter, genialer Biologe, ist äußerst menschenscheu, geradezu unnahbar und kalt. Er stirbt als schlafwandelnder Autofahrer gleich zu Beginn der Geschichte, und bei der Beerdigung taucht überraschend auch Mila auf, Altfrieds Schwester. In Rückblenden erfahren wir, dass zwischen Odilo und Mila mehr war als nur Freundschaft, was auch Altfried nicht wusste. Die Beziehungen zwischen den drei Protagonisten sind merkwürdig distanziert, man weiß wenig voneinander, sieht sich eher selten, hat sich kaum etwas zu sagen, glaubhaft portraitiert erscheinen sie mir nicht. Altfried hat die Sonnenposition inne in seiner kafkaesken Anstalt, er beleuchtet die seelische Düsternis um ihn herum, gibt sein Bestes, um zu helfen. Orientierung und Trost aber könnte er selbst brauchen, sein eigens Leben ist beklemmend eintönig und inhaltsleer, nur in seinem grotesken Hobby, seiner stets erfolglos bleibenden Jagd nach automobilen Erlkönigen, zeigt er so etwas wie menschliches Empfinden, weit entfernt jedoch von echter Leidenschaft für sein fotografisches Steckenpferd.

Erzählt ist dieser handlungsarme Roman in einer auf reichlich Metaphern, Symbolik und gewagten Wortschöpfungen basierenden Sprache, die nicht jedem gefallen dürfte, weil sie viel Phantasie voraussetzt, oft auch wohlwollende Nachsichtigkeit bei den wahrlich nicht immer gelungenen Assoziationen, die sie bewirken soll. Sie kommt ohne direkte Rede aus, ist wohltuend klar, flüssig lesbar und unkompliziert, Leser mit Hang zur Symbolik werden jubeln dabei, das Feuilleton hat mit geradezu hymnischen Rezensionen ja die Richtung vorgegeben. Wer reine Prosa mag ohne lyrische Höhenflüge, der wird zumindest in den zahlreichen, anschaulich beschriebenen Fallgeschichten von Altfrieds Patienten auf seine Kosten kommen, aber auch die Reise in die ehemalige polnische Heimat ist eine erfreulich geerdet erscheinende Prosainsel inmitten einer metaphysischen Abgehobenheit, wie sie allein schon in kreativen Kapitelüberschriften wie Glühbirnengleichnis, Rückenfiguren, Gedächtnispaläste oder Schlafversager deutlich wird.

Tristesse und Depression scheint 2013 Schwerpunktthema gewesen zu sein beim Deutschen Buchpreis. Neben der Gewinnerin Terézia Mora haben mit Mirko Bonné und Marion Poschmann gleich drei Finalisten ihren literarischen Beitrag geleistet zu den dunklen Seiten der menschlichen Existenz, nur Monika Zeiner war da ein literarischer Lichtblick für mich. «Die Sonnenposition» ist jedenfalls einer der wenigen Romane nach langer Zeit, bei dem ich froh war, ihn endlich beiseite legen zu können nach der Lektüre, aber vielleicht lag es ja auch nur an mir!
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Die Sonnenposition: Roman
Die Sonnenposition: Roman von Marion Poschmann (Gebundene Ausgabe - 18. August 2013)
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