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Kundenrezensionen

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am 16. Januar 2015
Vorweg, ich kann das Buch nicht weiterempfehlen. Die Reihe fing sehr gut an, das Zimmer habe ich sehr gerne gelesen und auch das Haus war, wenn auch schwächer als das Zimmer, durchaus lesenswert. Auch in der Straße sind gute Ideen, gute Passage – die Hexenhäuser, die Mädchen mit den GIs. Aber ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor nicht wirklich viel zu erzählen hat, aber irgendwie die 8 (oder 11) versprochenen Bände vollbekommen muss. So ergeben sich Längen und Wiederholungen. Auch die Länge der Sätze schien gegen Ende des Buches umgekehrt proportional zum Inhalt zu stehen. Das Haus und die Straße zusammen, jeweils um die Hälfte, gekürzt, wäre vielleicht ein guter Roman geworden. Ein weiterer Kritikpunkt ist der, dass der Autor nicht für den Leser schreibt scheint, sondern in erster Linie für sich. Andreas Meier mag ja durchaus sein Ich in den Romanen suchen, aber, Hand aufs Herz, so interessant ist sein Ich für mich nicht. (Wie wenig dann für einen nicht in den 70ern in Hessen Aufgewachsenen!)
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am 27. November 2013
Mit seinem neuen Roman „Die Straße“ setzt der hessische, in Friedberg geborene und aufgewachsene Schriftsteller Andreas Maier seinen auf über 10 Bände angelegten Romanzyklus „Ortsumgehung“ fort. Man muss den das Projekt sozusagen vorbereitenden Band „Onkel J. Heimatkunde“ und die beiden ersten Romane mit den Titeln „Das Zimmer“ und „Das Haus“ nicht unbedingt gelesen haben, um sehr schnell in ein Buch hineinzukommen, das Anfang der achtziger Jahre im hessischen Friedberg spielt. Andreas Maier ist älter geworden, und entdeckt an der Schwelle zur Pubertät zunächst einmal die Veränderungen, die er bei seiner etwas älteren Schwester beobachtet. Sie und ihre Freundinnen erwachen sexuell, machen sich ihren eigenen Körper lachend zu Eigen und träumen von den in Friedberg stationierten amerikanischen GIs.

Die besorgten Väter und Mütter versuchen krampfhaft ihre Töchter von den meist von den Vätern phantasierten sexuellen Aktivitäten abzuhalten. Es ist ein Klima aufgeladener und dennoch unterdrückter Sexualität, in der die alten Männer Praline lesen und die Jungen und Mädchen relativ alleingelassen ihre Sexualität entdecken.

Immer wieder kommt Andreas Maier auf die Hexenhausmänner zu sprechen, die den Jungen nachstellen und sie nach der Schule unter allen möglichen Vorwänden in ihre Häuser locken. Was da alles passiert, bleibt nur in Andeutungen stecken. Doch dass der Autor selbst ein solches Erlebnis gehabt hat, deutet er gegen Ende des Buches an.

Mit Sicherheit missbraucht wurde der amerikanische Austauschschüler John von seinem ersten Gastgeber. Auf Vermittlung von Andreas Vater kommt der dicke John in die Familie und aus den geplanten sechs Wochen Aufenthalt wird fast ein ganzes Jahr.

Und auch der aus dem Buch „Wäldchestag“ dem Leser bekannte alte Adomeit taucht gegen Ende des Buches, als John längst die Familie Maier wieder verlassen hat, auf. Ein Mensch, wie er typisch ist für die Welt von Andreas Maier und den er so beschreibt:
„Ein Mensch, und alles offensichtlich an ihm. Kein Schwein, und keiner, der einen zu einem Mitschwein machen wollte. Ich sehe die scharf konturierenden Farben der Frauenfotos immer noch vor mir. Sie waren nie erotisch. Aber er glaubte daran. Und dann waren sie es ja auch. Und nur so konnte es sein. Vielleicht sprach er anschließend ein Gebet, aber nur im geheimen, den offiziell war er Atheist. Ein Mensch, und ich würde ihm heute noch, wenn ich ihm etwas auf das Grab legte, vielleicht Rosen hinlegen, denn Rosen wuchsen immer im Garten meiner Eltern, und ich war mein ganzes Leben in Friedberg immer von Rosenduft umgeben, aber vor allem würde ich ihm eine ‚Praline’ aufs Grab legen, oder eine ‚Sankt Pauli Nachrichten’“.

In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen sagte Maier über seine Vorstellung von Literatur:

„Ich wüsste nichts anderes, als dass Literatur den Zweck hat ( meine Literatur, die ich lese und die ich schreibe), die Wahrheit zu sagen, nicht explizit, sondern anders. Auch wenn die explizite Wahrheit vielleicht im Schweigen liegt und vielleicht sogar darin, dass ich immer nur erkenne, dass sie so niemand richtig sagen kann, und vor allem ich nicht. Die Wahrheit ist, dass wir falsch sind und richtig sein könnten und falsch allein kraft unseres eigenen Entschlusses, oder nennen wir es meinetwegen auch Trägheit, sind. Die Wahrheit ist, dass wir uns alle als moralische Wesen darstellen, aber faul sind, roh, verschlagen und brutal noch in den unbeachtetsten Momenten. Aber alles das lässt sich in der Literatur kaum sagen, das kann ich Ihnen sagen.“

Maiers Bücher sind dieser Wahrheit verpflichtet, die immer auch seine eigene Wahrheit ist. Man darf schon heute den nächsten Band des Romanzyklus „Ortsumgehung“ erwarten. Der Rezensent tut das mit einer ganz persönlichen Freude, lebte er doch zeitweise Anfang der achtziger Jahre in Friedberg und vorher und nachher immer in einem Radius von etwa 100 km davon entfernt.
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am 23. Januar 2016
zitiert Andreas Maier Sallus (S.179). Der Roman Die Straße ist der Versuch Worte zu finden für das, über das nicht gesprochen wurde (wird) und dennoch immer alles bestimmte. Andreas Maier taucht ein in die kindliche Welt der Sexualität, der Doktorspiele mit seiner Schwester und ihren Freundinnen, der grauen Altstadtmänner in Bundfalthosen, die schöne Jungs im fortgeschrittenen Grundschulalter zu sich in die muffigen Stuben locken, der Schwester und ihrer Bravophase, später ihr Fixiertsein auf GIs, die Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit seiner Eltern. Dabei verliert Maier sich in längeren Erzählungen, die in der Mitte des Romans eher langweilig sind. Die Leserin und der Leser wissen nicht, ob es jetzt um seine Schwester geht oder um seine Beobachtung der Schwester, auch die Redundanz im Mittelteil dient nicht dem Lesevergnügen und trägt wenig aus. Erst in den letzten Kapiteln, wo es um den amerikanischen Gastschüler John und seinen Traurigkeitsgrund geht, kommt Maier der "Schwärze" und seinem Unbewussten nah, von einem zum anderen Moment enthüllt sich die dunkle Seite der Sexualität als Ausdruck menschlicher Sehnsucht und Ausbruch aus der Einsamkeit. Hier ist Maier ganz stark und es scheint, als sei ihm dies beim Schreiben wieder bewusst geworden. So findet er für das Schwarze Worte - das nenne ich Literatur. Auch wegen seiner Schonungslosigkeit um der verlorenen Worte willen - ich frage mich, wie seine Familie mit den autobiographischen Romanen umgeht - vier Sterne.
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am 12. September 2013
Es ist nicht ganz leicht, den Inhalt des Buches, welches der 3. Teil des 11teiligen Romanprojekts „Ortsumgehung“ ist, angemessen zu beschreiben. Vorneweg ist zu sagen, dass man nicht zwingend die ersten beiden Bücher gelesen haben muss, um mit "Der Straße" etwas anfangen zu können.
Mittlerweile ist der Protagonist Andreas, den man aus „Das Zimmer“ und „Das Haus“ kennt an der Schwelle zur Pubertät. Noch staunt er über die große Schwester, die sich zusammen mit ihren Freundinnen kichernd das eigene Geschlecht zu eigen macht und sich nach den in Bad Nauheim stationierten GIs sehnt, die die große weite Welt verheißen, die natürlich weitaus besser erscheint als die gegebene. Dann gibt es die Väter und Mütter, die ihre Töchter möglichst lange vor sexuellen Aktivitäten bewahren wollen, indem sie etwa als Gruppe versuchen, einen Exhibitionisten zu fangen oder durch ihre Präsenz in Wohnzimmer die Zweisamkeit der beiden jungen Verliebten „schlimmeres“ unterbinden. Aber auch die Familienväter sind nicht frei von der Anziehungskraft der jungen Mädchen, was in gewisser Weise ja völlig normal ist. Unheimlich wird es, wenn von den "Hexenhausmännern" die Rede ist, die den Jungen nachstellen und sie nach der Schule in ihre stickigen Stuben hereinbitten. Wie und was da passiert, bleibt ungesagt, aber es entsteht im Leser eine Beklemmung – eben jenes Gefühl, dass die Jungen gehabt haben müssen, auch wenn ihnen vielleicht nichts schlimmeres passiert ist. Die Rede ist weiter von einem Austauschschüler John, der sich als eine Art nerviges Riesenbaby präsentiert, was jedoch aufgrund seiner tragischen Geschichte verstehbar wird. Am Ende taucht der alte Adomeit auf, den man bereits von "Wäldchestag" kennt und von dem man hoffentlich auch im 4. Teil zu lesen bekommt.
An vielen Stellen ist das Buch heiter, etwa wenn Andreas Maier darüber sinniert, dass man Petting vielleicht nur gemacht habe, weil es in der Bravo so stand oder etwa die Episode, wie die Familienväter sich gruppieren, um einen Exhibitionisten dingfest zu machen. Diese Heiterkeit ist nie frei von Schmerz, relativiert und beschönigt diesen auch nie, was mir sehr gut gefällt.
Andreas Maier schreibt ruhig und präzise die jeweiligen Innenleben der Menschen, ohne sie zu ver- oder beurteilen. Die Gefühle entstehen im Leser genauso wie bereits vergessene Erinnerungen und Bilder aus der eigenen Kindheit. Das macht das Buch für mich zu einem sehr kostbaren Stück Literatur, in dem das unschuldige Sehnen Tür an Tür ist mit der Maschinisierung der Lust – die Schmetterlinge im Bauch einerseits und die „Praline“ andererseits.

Abschließend ist zu sagen, es ist sowohl inhaltlich als auch sprachlich ein sehr gutes Buch, das zwar in der Wetterau in den 70er Jahren spielt, aber definitiv kein Wetterau- oder 70er Jahre-Roman ist. Denn wie Andreas Maier an anderer Stelle geschrieben hat: „ die Wetterau ist die ganze Welt“ - die Menschen sind ja hier wie da die gleichen. Dasselbe gilt auch für die Themen und die Zeiten. Man gewinnt den Eindruck dass Andreas Maier seinem Anliegen, dass Literatur um Wahrheit bemüht sein soll (siehe „Ich. Poetikvorlesungen“), äußerst nahe kommt. Ich jedenfalls freue mich sehr auf die Fortsetzungen!
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am 1. Dezember 2015
Eine großartige Entwicklungsgeschichte, ehrlich, beschreibt die BRD der 70er sehr gut (verglichen mit meinen Erfahrungen). Ich bin gespannt auf die Fortsetzungen...
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am 8. November 2013
Andreas Maier: Die Straße. Wer bereit ist, sich auf eine schonungslos offene und pessimistische Schilderung des Erwachsenwerdens in der kleinbürgerlichen und durchsexualisierten Provinz einzulassen, der sollte diesen Roman lesen.

[...]
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am 30. Oktober 2013
Gut geschriebene Darstellung der Jugend in den 1970er Jahren. Eigentlich noch gar nicht so lange her, aber retrospektiv so was von strange...

Leseempfehlung!
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am 10. Oktober 2013
Das Buch hat mich inhaltlich und vor allem sprachlich sehr enttäuscht. Im Vergleich zu den anderen Bücher von Andreas Maier empfinde ich es eher langweilig und ohne Esprit geschrieben. Das Buch kommt in keiner Weise an "Wäldchestag" oder "Klausen" heran.
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