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Im Jahre 1984 veröffentlichte die in Frankreich heute viel geschätzte Autorin ihr erstes Buch. Mit ihrem neunten ouevre "Mein Herz in der Enge" hat sie ein Buch geschrieben in dem insbesondere moralische Aspekte im Vordergrund stehen. Das Buch erzählt eigentlich eine banale Geschichte, führt dennoch zu Irritationen, weil man sie auf verschiedene Art lesen kann, dabei ist sie realitätsfern, in gewisser Weise trocken begrifflich und lässt ganz viel in der Deutung offen. Natürlich ist jeder Leser eines Buches der Leser seiner selbst.

Zum Plot: Das Buch ist aus der Ich Perspektive, der in Bordeaux lebenden Grundschullehrerin Nadia geschrieben. Man übernimmt eigentlich ihre Sicht der Welt und je tiefer man in die Geschichte hineingleitet, desto mehr empfindet man die Fremdheit und die Kälte die sie umgibt. Sie ist ebenso wie ihr Mann Ange plötzlich nicht mehr an der Schule erwünscht. Die Kinder meiden sie. Und eines Tages kommt ihr Mann mit einer geheimnisvollen Bauchwunde nach Hause. Zu dem Paar gesellt sich ein angeblicher Schriftsteller, der Nadia verdrängt und dafür sorgt, dass kein Arzt konsultiert wird. Ist dieser Mensch das literarische Über-Ich? Wie in anderen Büchern der Autorin erscheinen plötzlich fremde Eindringlinge, an deren Person alle Probleme abgehandelt werden. Soll in diesem Fall, in Form der undefinierbaren Wunde der Fakt bewältigt werden, dass sie sich auseinander gelebt, sich nichts mehr zu sagen haben? Die Protagonistin und ihr Ehemann sind in Wirklichkeit ein platonisches Paar, bei dem sich die beiden Seelen gefunden haben und plötzlich bricht alles auseinander. Der Schriftsteller tritt zwischen sie. Tatsächlich fühlt sich Nadia immer einsamer, zurück gestoßen, verfolgt.

In ihrer Verzweiflung besucht Nadia ihren Sohn auf einer Insel im Mittelmeer. Dort erwarten sie neue Ekel und Grausamkeiten, denn die Frau mit der ihr Sohn zusammen lebt betreibt eine Art Kannibalismus. Dann hört sie die Stimme ihrer Mutter. Nadia hat 35 Jahre ihre Eltern praktisch verleugnet indem sie jeglichen Kontakt vermied und jetzt am Ende des Buches, als ihre Einsamkeit immer größer wird findet, sie ihren Sohn und ihre Eltern, ist praktisch an ihrem Ursprung wieder angekommen. Sie verlässt die eheliche Gemeinschaft, nimmt Abschied und bewegt sich zu ihren Wurzeln zurück. Das ist die eigentliche Geschichte.

Man kann das Buch mehrmals lesen und man wird es immer wieder anders lesen und interpretieren, ist immer wieder aufs Neue durch die moralischen Aspekte verwirrt. Es kommen, wie in den meisten ihrer anderen Bücher, solche Konstellationen vor, die immer ganz viele offene Stellen lassen. Das Faszinierende ist, wie diese Autorin Glasscherben scharf Realitäten schildern kann und wie der Erzählstrang dann plötzlich ins Irrationale kippt, was man einfach nicht verstehen kann, wobei innerhalb des Textes eigentlich alles stimmig ist.

Viele Rezendenten haben für solche Texte sehr schnell das Markenzeichen Kafka" zur Hand. Kafka verwandelt die ganz gewöhnlichen Dinge immer ins Allegorische, bei Marie NDiaye ist es ein Gleichnis für Menschen, die sich wegen ihres Unverstandensein oder wegen ihrer fremden Herkunft ausgestoßen fühlen. Es ist ein Gleichnis für dieses völlig unwerte Lebensgefühl.

Es ist fraglos ein intensives Erlebnis, dieses recht komplizierte Buch zu lesen, das durch seine Fabulierkunst beeindruckt, den Leser tief hineinzieht. Die Rätselhaftigkeit des Buches bedrückt, es überrascht ständig, weil man es vielleicht doch nicht richtig verstehen kann und es macht möglicherweise wegen einer verzweifelten Stimmung traurig. Fazit: Das Buch ist für mich eine große Entdeckung. Ich empfehle es mit Nachdruck und Leidenschaft weil es in den vielen Erzählsträngen so unsagbar viele Interpretationsebenen aufzeigt. Ein Buch das sich förmlich in unser Leben einschleichen kann.
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am 21. Juli 2014
Ich habe es, entgegen sonstiger Gewohnheit bei Büchern, die mir nicht liegen, bis zu Ende gelesen, bin aber einfach nicht damit zurechtgekommen. Gerne würde ich wissen, wie Andere es sehen..... Vllt. muss man noch mehrere Bücher von ihr lesen? Am besten bildet sich jeder selbst ein Urteil.
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