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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine neue Bereiche erschließende Geschichte
Die Handlungsstränge des Buches sind aufgeteilt auf zahlreiche Abschnitte, die jeweils um verschiedene Figuren zentrierte Szenen beschreiben.
Zum einen sind da fünf Freunde, mit einer Ausnahme alle Mitte 30. Paul ist Informatiker, hat eine Stelle an der Uni und wohnt mit seiner Anfang 20-jährigen Freundin Nicole zusammen. Johanna ist Künstlerin,...
Veröffentlicht am 7. Februar 2009 von Adam

versus
13 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen so what?
Was dieses Buch denn nun eigentlich will, ist ein grosses Rätsel. Zwar liest es sich sehr angenehm und flüssig dahin, eine Geschichte will sich im Kopf des Lesers aber nicht so wirklich zusammenfügen. Handlungsstränge werden angerissen, Problematiken gestreift, Figuren sehr grobschlächtig gezeichnet. So bleibt nach der bequemen, unanstrengenden...
Veröffentlicht am 30. Dezember 2006 von Alice


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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine neue Bereiche erschließende Geschichte, 7. Februar 2009
Die Handlungsstränge des Buches sind aufgeteilt auf zahlreiche Abschnitte, die jeweils um verschiedene Figuren zentrierte Szenen beschreiben.
Zum einen sind da fünf Freunde, mit einer Ausnahme alle Mitte 30. Paul ist Informatiker, hat eine Stelle an der Uni und wohnt mit seiner Anfang 20-jährigen Freundin Nicole zusammen. Johanna ist Künstlerin, Christof ist Psychologe und David ist Journalist und Schriftsteller, der ein Buch über den englischen Physiker Dirac schreiben will. Bis auf Nicole kennen sich alle aus ihrer gemeinsamen Schulzeit am Gymnasium in einer Stadt namens Sonnenthal. Zum anderen ist da Paul Dirac, der Physiker, dessen Lebensereignisse einzelne Szenen beschreiben.

Die Schilderungen, die die Freunde betreffen, umfassen zumeist Ereignisse über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren der Gegenwart, daneben auch Begebenheiten aus der gemeinsamen Schulzeit in den 80er Jahren. In der Gegenwart wird Nicole schwanger, ist psychotisch und landet schließlich in der Klinik, Christof erkrankt an amyotropher Lateralsklerose und nimmt sich das Leben, Paul ergattert einen gut bezahlten dubiosen Auftrag einer geheimnisvollen Firma, Johanna bekommt eine Austellung ihrer Werke in Berlin und David macht eine Reise nach Roswell, USA, gibt aber schließlich sein Romanprojekt auf. Dirac betreffend werden Ereignisse sowohl der 20er und 30er Jahre als auch spätere Geschehnisse geschildert.

Die Dramatik des Plots entspricht scheinbar der einer Biographie. Die einzelnen Szenen werden größtenteils durch ihren biographischen Bezug zu einer Erzählung verbunden. Gleichwohl gibt es auch einen Bezug auf ein Rätsel, dass sich gleich am Anfang der Geschichte stellt, und das ihr einen übergreifenden Spannungsbogen gibt. Wer ist diese mysteriöse "Frau von der Küste", die Nicole zuerst erscheint, die jedoch später auch in Szenen, die nicht von Nicole handeln, auftaucht. Und was hat es mit dem Reptil (z.B. S. 309) auf sich? Den Figuren stoßen die Begebenheiten zu, es gibt keine gemeinsame Aufgabe oder ein Projekt, das sie bewältigen müssen, und das die Entwicklung der Geschichte vorgibt.

Gegen Ende hin wird der Plot immer irrealer und fantastischer. Die mysteriöse "Frau von der Küste" taucht nun auch in Szenen Diracs auf. Zugleich wird nun aus der Figur David, über die zunächst erzählt wird, der Erzähler der Geschichte und zugleich Dirac, der aus seiner Perspektive berichtet. Schließlich verschwindet Nicole spurlos und reist mit der "Frau von der Küste" scheinbar durch eine Parallelwelt.

Die Figuren verhandeln oft dialogisch Themen zu Gott und der Welt. So werden Fragen zum Leben (z.B. Was ist Glück?, Wie gestaltet man Beziehungen?), zur Physik (z.B. zur relativistischen Gleichung des Elektrons), zur Literatur (z.B. ihre Aufgabe, ihr Wesen, das Verhältnis von Form und Inhalt, über ihre Rezeption und Produktion), zur Erkenntnistheorie (z.B. Erkenntnis in Physik und Literatur), zur Kultur (z.B. Was ist Modernität?), zum Journalismus, zur Informatik, zur Kunst, zur Psyche, zur Wissenschaftstheorie (z.B. Reduktionismus und Irreduzibilität) und Futurologie (z.B. zur Zukunft des Bewusstseins) behandelt. Oftmals wird auch auf andere Medien, Bücher, Aufsätze, Fernsehserien und Musiktitel verwiesen. Diese Verweise sind gleichsam Brückenköpfe, mit denen der Leser in andere Bereiche des Wissens gelangen kann. Die Lektüre dieses Buches eröffnet dem interessierten Leser also neue Gebiete des Wissens.

Die Zeichnung der Figuren spart feine Psychologie aus. Dirac zeigt nicht das Denken und Verhalten eines Menschen, dem man Asperger unterstellen würde. Die Freunde schätzen sich, zwischen ihnen gibt es meistens keine geheimen Aversionen, auch wenn es mal Diskussionen und Streit gibt. Es gibt keine Selbstwertpflegeprobleme, die darin bestehen, das der eine sich auf Kosten des anderen erhöht. Überhaupt sind die Figuren sich sicher, in dem wer sie sind und was sie tun. Mit ihrer Karriere geht es letztlich gut voran, denn man kann hier Karriere machen, wenn, wie das bei Paul, David und Johanna der Fall zu sein scheint, Profession und Person eine Einheit bilden. Sie können etwas und können und dürfen damit ihr Geld verdienen.

Auch wenn der Autor die Figuren also nicht fein psychologisiert, so sind sie doch erkennbar einem bestimmten sozialen Milieu zuzuorden. Der Autor ist mit ihnen parteilich gegen reaktionäre Verwandte und ehemalige Lehrer, beschreibt das Wesen der Schule mit dem Begriff Psycho-Darwinismus. Zuweilen gelingen dem Autor auch gute Beobachtungen des Alltags. Etwa wenn man sich als Freischaffender von anderen gerne ablenken lässt, am Ende des Tages aber sauer darauf ist.

Ich halte das Buch für handwerklich solide. Aufgrund der zahlreichen Verweise und verhandelten Themen eröffnen sich dem interessierten Leser zahlreiche neue Bereiche des Wissens. Obwohl die Figuren scheinbar nicht stark psychologisiert sind, ist für mich das Buch unbedingt empfehlenswert.
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11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kann man so leben, 5. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Dirac: Roman (Gebundene Ausgabe)
Sicher kein Zufall, daß mir bei der Lektüre Adornos „Minima moralia“ in den Sinn kommt, in der er an einer Stelle von dem Blick spricht, der auf das Grauen geht,um im ungemilderten Bewußtsein dieser Negativität, die Möglichkeit des Besseren festzuhalten. Paul, Johanna, Christof, Nicole und nicht zuletzt David wollen nicht erwachsen werden, was sie mir sehr sympathisch macht. Christof, Johanna, Paul und David besuchten dasselbe Gymnasium in der südwestdeutschen Provinz. Wir kennen sie zum Teil schon aus den „salzweißen Augen“. Sie gehören zu den nomadisierenden Intelligenzarbeitern mit teilweise prekären Arbeitsbedingungen, denen Gramscis Hegemoniebegriff sicher präsent, aber schnurzpiepsegal ist. Paul Dirac hält die Geschichte zusammen, die sich auf mehreren Ebenen abspielt, was diesen Roman wohl nicht in die Hitlisten der Bücherbestenlisten bringen. Dazu ist er nicht mainstream und er will es ja auch nicht sein. Eine Biographie über Paul Dirac, "den bedeutendsten englischsprachigen Physiker seit Newton“, so Daths Arbeitgeber in einer Kurzrezension über dieses Buch, ist die Klammer (Wäsche-, nicht mathematisch, ich habe keine Ahnung von Mathematik oder Physik), die die Geschichte zusammenhält. Bestände das Buch nur aus diesen biographischen Skizzen, hätte es seine Leser /innen verdient. Doch die Art und Weise, in der Dath Schülererfahrungen der 80ziger Jahre, die in der lakonischen Brutalität ihrer Darstellung Angst machen, mit dem Weltschmerz einer perspektivlosen Mittdreißiger Generation zusammenbringt, hat so in der Gegenwartsliteratur keine Entsprechung. Die Tatsache, daß man nebenbei auch noch einiges lernt, wie eigentlich oftmals in den Veröffentlichungen von Dath, mag diesen befremden, eröffnet aber eine weitere Ebene der Lektüre.
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13 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen so what?, 30. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Dirac: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was dieses Buch denn nun eigentlich will, ist ein grosses Rätsel. Zwar liest es sich sehr angenehm und flüssig dahin, eine Geschichte will sich im Kopf des Lesers aber nicht so wirklich zusammenfügen. Handlungsstränge werden angerissen, Problematiken gestreift, Figuren sehr grobschlächtig gezeichnet. So bleibt nach der bequemen, unanstrengenden Lektüre zu guter Letzt ein etwas hilfloses Fragezeichen.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nun ja.., 8. März 2012
Dietmar Dath wird derzeit in Deutschland als eine Art neuer Stern am Himmel der Linken gefeiert. Er behauptet von sich selbst, ein Feind des Systems zu sein und den Kommunismus als Gesellschaftsform anzustreben. Das bringt natürlich Verkaufszahlen, aber es ist doch wohl nur Pose. Denn Dath arbeitet für die FAZ und das ist nicht die Frankfurter Anarchistenzeitung, sondern ein sehr konservatives Qualitätsblatt, das noch nie links war und es auch jetzt nicht ist.

Sein Roman Dirac" behandelt den gleichnamigen Physiker und Nobelpreisträger, der mit reiner mathematischer Logik bewiesen hat, dass es Anti-Materie geben muss. Später konnte man experimentell nachweisen, dass er Recht hatte. Dath möchte vielleicht damit sagen, dass die Mathematik die neue Leitwissenschaft der Linken sein sollte. Philosophie und Lyrik führen in letzter Konsequenz doch nur in die Barbarei. Das beweist die Geschichte. Die Mathematik dagegen ist Vernunft und Aufklärung pur. In ihr hat die Metaphysik nichts zu melden. Sicherlich kennt Dath Alain Badiou. Der behauptet ja dergleichen.

Neben der sehr persönlich eingefärbten Dirac-Geschichte enthält der Roman noch einen gleichkräftigen Erzählstrang. Es geht um David Dalek, den Mittdreißiger, der einen Roman über Dirac schreibt. Aha. Na ja. Dietmar Dath schaut sich wieder selbst beim Schreiben zu. Natürlich spielt wieder sein lieber Heldenfreund Paul mit, den David einmal küsst und liebt, aber leider ist David nicht schwul, wie er selbst sagt. Schade. Vielleicht ist aber auch einfach nur Paul nicht schwul. Denn Paul hat eine Freundin. Die ist psychisch etwas auffällig und bekommt von Paul ein Kind. Dann gibt es noch die rothaarige Künstlerin Johanna und den dicken Christoph, einen Psychiater. Zusätzlich für Spannung sorgt Candela, die als Frau von der Küste sowohl mit Dirac als auch mit Pauls Freundin spricht. Ein bisschen ländlich-bieder wirkt die Tatsache, dass fast alle Charaktere Klassenkameraden von David Dalek waren. Man fühlt sich ein bisschen beengt und fragt sich, ob ein Schriftstellerstar nicht mehr kennen muss als Papa, Mama und die Kumpels aus der 11a. Das ganze ist trotzdem schön erzählt. Es lockert zumindest die schwierige Dirac-Story auf.

Man weiß allerdings nicht genau, ob Dath wirklich nur aus seinem eigenen Freundeskreis erzählt oder ob er auch ab und zu mal was erfindet. Wenn er lediglich Realitäten ausplaudert, was bei einem Journalisten anzunehmen ist, dann hat dieses Buch keinen hohen literarischen Rang. Es reitet auf der Authentizitätswelle, die Juli Zeh letztens in der Zeit" so schön dekonstruiert hat. Lieber Dietmar, wenn man nicht sofort alles aufschreibt, kann man auch mal wirklich fetzige Sachen machen. Trotz allem hat das Buch Spaß gemacht. Es ist besser als sein letztes und der Mann ist lernfähig.
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7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die Dringlichkeit zu handeln, 18. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Dirac: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Revolution tot oder immer schon Illusion, der Kapitalismus hat gesiegt oder besiegt sich selbst und wird endgültig zu Barbarei und der Widerstand dagegen vergeht sich auch nur in Barbarismen. Was bleibt sind ein paar lächerliche Innerlichkeiten und der weitere zum Scheitern verurteilte Versuch, den stillen Winkel des kleinen Glücks zu finden. Man wollte doch mal etwas anderes. In dem Film Leolo wird gesagt, dass gute Literatur an die Dringlichkeit zu handeln erinnern soll. Dietmar Daths Bücher tun genau dies.
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4 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen songs of no return, 29. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Dirac: Roman (Gebundene Ausgabe)
Einen Stern Abzug, weil der Text doch trotz allem supererfreulichen daran ein bisschen brav ist, UND weil das Cover aussieht wie ein ganz besonders ödes Jugendbuch…

Kann aber sein, das ist Absicht!

(Als dezente Selbstironie…)

Für den zu Recht hochgeschätzten Dath ist dieser Romantext sehr unverschwurbelt, d.h. also auch: flüssigst zu lesen. Daher geeignet für viele…

(Wenn man, wie wohl eine Journalistin Probleme hat mit der Schlüssigkeit des Plots oder ähnlich linearen Anteilen, dann hat man einfach zu lange Elisabeth George gelesen…)

Interessant finde ich das Buch v.a. wegen seiner Haltung: mir scheint, als habe Dath versucht zu schauen, wie weit man ohne Ironie (aber mit Skepsis) kommen kann?

Denn selbst die subtilste ironisch-satirische Aufzeichnung unserer perfektionierten Selbstkonditionierung im oder zum Kapitalismus (z.B. in 'Land voller Liebe') ist eine so unendlich gut abgesicherte + vielfach geübte Konsens-Position, dass sie, scheint mir, eher wenig dazu beiträgt, Konditionierungen aufzuweichen.

Man denkt ja immer gern, die andern sind zweifellos noch blöder als man selbst.

– Alexander Kluge ist jemand, dem es gelingt, sowohl die Verstrickungen als auch das individuelle Potential ohne Peinlichkeit in den Blick zu bekommen.

Es lohnt sich, an diesem Punkt zu arbeiten, weil Recht haben + behalten das uninteressanteste überhaupt ist; und vielleicht ist es das, was Dath hier in einer recht klassischen Form unter Riskierung von poetischen Inserts auch versucht.

Vier Sterne! (Und der fünfte in Klammern)
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Dirac: Roman
Dirac: Roman von Dietmar Dath (Gebundene Ausgabe - 28. August 2006)
EUR 19,90
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