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105 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Valium für den Leser
Die Autorin hat in Freiburg und Jerusalem Philosophie und Juristik studiert, sie hat mittlerweile eine ganze Reihe Bücher veröffentlicht u.a. "Tel Aviv"(1997), "Morpheus oder Der Schnabelschuh"(1998) "Der Bademeister"(2000) und "Eine Art Liebe"(2005). Ihr neustes Buch "Die Habenichtse" titelt mit einem Wort, das aus unserem alltäglichen Sprachgebrauch eigentlich...
Veröffentlicht am 29. Juli 2006 von Carl-heinrich Bock
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› Weitere Rezensionen anzeigen: 5 Sterne, 4 Sterne |
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46 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Jein
Ich habe die Habenichtse gerade zu Ende gelesen und bin ziemlich ratlos, ob ich das Buch empfehlen soll oder nicht.
Einerseits schafft Hacker glänzend, was sie sich vorgenommen hat: Sie erzählt die Geschichte eines Paares ohne Persönlichkeit, das von Berlin nach London getrieben wird, dort allerhand erlebt, aber immer nur passiv, ja willenlos, ohne ihr Leben selbst...
Veröffentlicht am 3. Dezember 2006 von Shiraz
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› Weitere Rezensionen anzeigen: 3 Sterne, 2 Sterne, 1 Sterne |
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Nur keine Lebenszeit darauf verschwenden!, 12. Januar 2008
Das Buch "Die Habenichtse" von Katharina Hacker hielt gleich mehrere neue Erfahrungen für mich bereit:
1.) Meinung der Jury für den Deutschen Buchpreis und meine Meinung könnten gegensätlicher nicht sein.
2.) Ich gehöre der angesprochenen Generation an und finde mich überhaupt nicht wieder.
3.) Meine kostbare Lebenszeit ist zu schade, um sie an dieses Buch zu verschwenden.
4.) Ich bin von dem Zwang losgekommen, ein einmal begonnenes Buch auch durchzuquälen. Weg damit!
5.) Deutsche Sprache-schwere Sprache!
Schade, dafür so viel Geld ausgegeben zu haben...
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Einfach nur langweilig und deprimierend!, 4. Januar 2008
Leider habe ich mich - wie viele vor mir - davon leiten lassen, dass dieses Buch den Buchpreis 2006 bekommen hat. Meiner Meinung nach ist dieser Titel zu Unrecht vergeben worden. Auch 2006 gab es lesenswertere deutsche Literatur als dieses Buch.
Das Buch besticht weder durch den Inhalt, noch durch die Sprache. Die Geschichte ist langweilig und zieht sich zäh über die Seiten. Noch dazu ist das Buch so was von deprimierend, dass mich das Lesen einfach nur frustriert hat. Meines Erachtens spiegelt die Geschichte - zum Glück - nicht tatsächlich die beschriebene Generation wieder.
Der Schreibstil ist einfach nur monoton, was die Ödheit des Buches unterstreicht.
Da ich Bücher nicht ohne auszulesen weglege, habe ich mich tatsächlich bis zum Schluss durchgequält, was reinste Zeitverschwendung war.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Deutscher Buchpreis - Weshalb?, 15. Dezember 2007
Ich habe mir nach langem Überlegen die Taschenbuch-Ausgabe gekauft, auch weil dieser Roman den Deutschen Buchpreis bekam (schließlich wurde im Jahr zuvor mit Arno Geigers "Es geht uns gut" ein tatsächlich gutes Buch ausgezeichnet).
"Die Habenichtse" ist eine große Enttäuschung - langweilig, kaum Handlung, charakterlose Figuren. Eine möglicherweise gute Schreibe reicht da nicht. Mich hat der Roman nicht gepackt.
Es gibt wesentlich bessere Romane zu 9/11 als diesen. Gerade weil das hier beschriebene Paar nach London zieht, drängt sich ein Vergleich mit Ian McEwans "Saturday" auf. "Die Habenichtse" ist nichts dagegen.
Fazit: Der niedrigen Bewertung bei Amazon ist mehr Glauben zu schenken als den Kritikern, die den Deutschen Buchpreis vergeben.
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2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Ein wunderbares Buch, 5. Dezember 2007
Zugegeben, dies Buch ist keine einfache Kost. Der Leser muss mit wachem Geist dabeibleiben, aufmerksam aufnehmen und sich konzentrieren. Andererseits sind die sprachliche Gewandtheit und die bildhafte Psychologie von Katharina Hacker teilweise schlichtweg atemberaubend.
Ein paar Textbeispiele:
(1.) ,Man las, dachte er, Gesichter nicht mit bloßem Auge, ohne dass sich Erwartung und Misstrauen mischten, nie begnügte man sich mit dem Anschein, immer wollte man zum Mittelpunkt ...'
(2.),Und wer würde ihn wiegen und für zu leicht befinden? Er war eine Randfigur, ein Fremder, ein disziplinierter, unauffälliger Vagabund'.
(3.) ,Es war enttäuschend, nahe auch an einem Streit zwischen ihr und Jakob, der nur vermieden wurde, dachte Isabelle, weil sie kein Thema fanden'.
(4.) ,'Es kommt nicht darauf an, sagte Bentham, bei welchen Namen man es nennt, Charakter, Unvermögen, Schicksal - Begrenztheiten gibt es immer'.
Ein zentrales Thema ist die Fähigkeit bzw. Unfähigkeit der Figuren, barmherzig zu sein. Isabelle und Jim sind grausam aus verschiedenen Gründen: Jim, der Drogendealer, weil er von anderen Menschen schlecht behandelt wird und keine anderen Werte kennengelernt hat; und Isabelle, weil sie im Leben alles geschenkt bekommen hat und daher keine Empathie entwickelte. Andere Figuren im Roman sind wiederum hilfsbereit und großherzig, z.B. der wohlhabende Kanzleiinhaber Bentham oder der kleine, sozial schwache und von seinen Eltern unterdrückte Junge Dave, der sich für seine Schwester einsetzt. Diese unterschiedliche charakterliche Disposition der Figuren wiederum korreliert damit, ob sie einen Platz im Leben finden oder ob ihr Lebensentwurf beliebig und entwicklungsarm bleibt.
Ich musste an eine Börsianerweisheit denken: ,There is no free lunch', d.h. im übertragenen Sinne: Nachhaltigen Erfolg im Leben gibt es nicht ,umsonst'. Isabelle wird aufgrund ihres hübschen Gesichtes materieller Wohlstand, Aufmerksamkeit und Wohlwollen ihrer Umwelt ,geschenkt'. Da sie selbst jedoch wenig für andere Menschen tut und nicht mit ihnen ,mitleiden' kann, bleibt ihr Leben ziellos, das Leben eines Habenichts. ,Sie lief durch die kleinen Sträßchen, nicht bereit, sich abzufinden damit, dass nichts geschah'.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Überschätzt, 28. November 2007
Ausgerechnet am 11. September 2001 treffen sich Jakob und Isabelle wieder, nachdem sie sich fast zehn Jahre nicht gesehen hatten. Auf der Party, die lang geplant war und deshalb trotz der Anschläge stattfand, schart sich alles um Jakob, der noch kurz zuvor in den Twin Towers gearbeitet hatte - und der Isabelle nicht vergessen konnte.
Die beiden heiraten nach ein paar Monaten und ziehen nach London, wo Jakob eine Stelle in einer angesehenen Anwaltskanzlei antritt, während Isabelle zu Hause einige Arbeiten für ihre Werbeagentur erledigt und ihr ansonsten ziemlich die Decke auf den Kopf fällt in dem kleinen Reihenhäuschen, wo gelegentlich das Geplärr der Nachbarn und anderer Lärm durch die Wände dringt.
Die Nachbarn, das ist die Familie der kleinen Sara, die immer noch in die Hose macht und nicht zur Schule geht, obwohl sie eigentlich das Alter dafür erreicht hat, deren einziger Trost ihre Katze ist und Dave, der große Bruder, der sie zu beschützen versucht, wo die Eltern versagen, doch er hält es immer weniger zu Hause aus.
Ein paar Häuser weiter lebt Jim, ein Auftragsdealer, ziemlich am Ende, seit seine Freundin Mae spurlos verschwunden ist, nachdem er sie brutal attackiert hat.
Inga Busch liest mit heller, klarer, emotionsloser Stimme und verleiht dem Buch exzellent Gestalt, denn auch Katharina Hackers Stil ist sachlich, schnörkellos und emotionsarm. Die Personen leben aneinander vorbei, echte Kommunikation findet nicht statt, jeder strebt nach seinen eigenen Zielen und sieht nur das, was er sehen will. Die Ehe von Isabelle und Jakob, zunächst so heiß ersehnt, verkommt zu einer bloßen Formsache ohne jede sichtbare Gefühlsregung. Gelegenheiten, Mitgefühl und Menschlichkeit zu zeigen, verstreichen ungenutzt, stattdessen auch hier Herzenskälte und Egoismus.
Die einzigen Figuren, die ich wirklich mochte, waren die kleine Sara in ihrem lieblosen Umfeld und ihr Bruder Dave, der sich zumindest um sie bemüht. Der Rest war sehr unsympathisch, negativ dargestellt und mir dabei vollkommen gleichgültig und in seinen Aktionen unverständlich. Sex und Gewalt fließen an deplazierten Stellen in die Handlung ein, es entsteht ein sehr düsteres Bild von einer Welt, in der jeder sich selbst der Nächste ist, was aufrüttelnd sein könnte, hier aber nur niederdrückt.
Die Anschläge vom 11. September und die daraus resultierende weltpolitische Situation und Stimmungslage als Tableau eines Romans hat meines Erachtens Ian McEwan in "Saturday" wesentlich besser, glaubwürdiger und stimmiger verarbeitet.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Gelesen, gewundert, und wieder vergessen, 2. November 2007
OK - das Buch hat es geschafft, mich soweit zu fesseln, dass ich es immerhin zuende gelesen habe. Aber die (nicht) handelnden Personen, die Handlung selbst und die Erzählkunst sind nun wirklich absolut nicht lesenswert. Den bisherigen amazon-Rezensenten kann ich mich nur anschließen. Das Buch berührt nicht. Man ist von der ersten bis zur letzten Seite genervt von der unnachvollziebaren Depressivität und Passivität der Personen. Selbst das schwer misshandelte Nachbarsmädchen lässt die Leute völlig kalt.
Und wo bitteschön der erstaunliche Einfluss des Anschlags von 9/11 versteckt sein soll, erschließt sich mir nicht. Lächerlich. Wieso sollten ausgerechnet all diese kalten und trübsinnigen Menschen SO sehr von diesem Ereignis bewegt sein, dass sie deswegen gleich heiraten, wegziehen, sich trennen etc.? Die juckt doch sonst auch nichts.
Überhaupt nicht lesenswert - weder aus literarischem noch aus emotionalem Interesse.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
nichts bleibt mehr übrig, 1. November 2007
hat mich dieses buch deswegen so verstört, weil nüchtern beschrieben wurde, woran alle verzweifeln?
ein großartiges buch. eine großartige sprache.
aber nichts für leser, die unterhalten werden wollen.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Die seelische und emotionale Verarmung der Zivilisation, 13. Oktober 2007
Das Ehepaar Isabell und Jakob ziehen von Berlin nach London, nach dem Jakob dort eine Stelle in einer Anwaltskanzlei angeboten bekommt. Doch nichts wird, ist und bleibt harmonisch, wie man es bei einem jungen verheirateten Paar in einer gesicherten sozialen Stellung erwarten sollte.
Mein erster Eindruck von dem Buch war enttäuschend, denn ich erwartet einen vergleichbaren Roman, wie den ersten, Eine Art Liebe, welchen ich kurz zuvor von derselben Autorin las. Ich wurde mit dem Buch nicht warm, denn die Protagonisten waren mir größtenteils unsympathisch und gleichgültig, mit Ausnahme des Nachbarskindes Sara, dessen seelische und körperliche Misshandlung zutiefst berührt, erschreckt und unendlich wütend und verzweifelt macht.
Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, sah ich den wahren Geist des Buches. Es geht weniger um die Beziehung von Isabell und Jakob, als um erschreckende Gleichgültigkeit und Kälte dem Schicksal des einzelnen Mitmenschen gegenüber. Gerade auf Grund der distanzierten Schreibweise und der geradezu mangelnden Beschreibung der Gefühlslage der Protagonisten wird die Aussage verstärkt, wie unmenschlich der Mensch eigentlich ist. Jeder ist sich selbst der Nächste und das Schicksal und die Nöte der anderen, ja der Personen in unmittelbarer Nähe, werden nicht mit Mitgefühl und Empathie aufgenommen, sonder sind eher ärgerliche Störungen des eigenen kleinbürgerlichen Lebens und wenn man ganz ehrlich ist, so findest man sich, so beschämend es auch ist, selbst wieder in diesem ganz und gar nicht schönen Portrait des zivilisierten Menschen. Wer kennt es denn nicht, dass wenn der eigene Mikrokosmos aus den Fugen gerät, das Selbstmitleid ganz schnell Oberhand gewinnt und die Belange der anderen nicht mehr von Interesse sind, denn es gilt als vorrangig, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen. Man beobachtet, man sieht, man erkennt, aber man mischt sich nicht ein. Ausgerechnet dann, wenn es angebracht ist sich einzumischen, weil ein schwaches Mitglied der Gesellschaft, so alleine da steht, dass es ohne Hilfe von außen einfach untergeht und seelisch krank wird, verkrüppelt oder gar vollends stirbt; und ganz oft sind es die kleinen und schwachen, die zu ihrer eigenen Last auch die Konsequenzen unseres eigenen verkorksten Lebens mit zutragen haben und daran zerbrechen.
Es fängt schon im Kleinen an. Entfremdung von den gewohnten Lebensumständen oder der Bezugspersonen und unausgesprochene Gefühle lassen jeden auf einer einsamen Insel seine Wunden lecken und jegliche Empathie verebben.
Dieses Buch ist eine Warnung an jeden einzelnen, nie den Blick nach außen zu verlieren und sich das erhalten, was eigentlich als menschlich, als human bezeichnet wird, nämlich die Fähigkeit mitzufühlen und einzugreifen wenn Unrecht geschieht.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Im Schatten vom 11. September, 4. Oktober 2007
Katharina Hacker stellt hier zwei Welten nebeneinander. Einmal die Welt von Isabelle und Jakob. Sie lernten sich als Studenten kennen, verloren sich aus den Augen und treffen sich ausgerechnet am 11. September 2001 auf einer Party wieder. Weil alles so gut "passt", wird geheiratet und nach London gezogen. Dort nämlich bekommt Jakob, inzwischen Anwalt, einen Job anstelle eines im World Trade Center umgekommenen Kollegen. Isabelle ist Grafikerin und kann von England aus weiter in ihrem alten Job arbeiten. Die beiden scheinen, nach außen hin, alles zu besitzen, was als Grundlage für's Glücklichsein dient. Sie haben Jobs, Geld, Freunde, Interessen und vor allem sich selbst. Doch genau da liegt der Knackpunkt, denn die beiden erscheinen in "Die Habenichtse" nicht wie eigenständige, erwachsene Menschen, die wissen was sie wollen, sondern eher wie Getriebene ohne Ziel. Sie leben einfach so dahin ohne die Dinge groß zu hinterfragen, auch ohne ihre Liebe nur ansatzweise in Frage zu stellen. Man könnte hier vielleicht von einer geistigen oder seelischen Armut sprechen.
Die andere Welt in diesem Buch, ist die Welt der materiellen Armut. Direkt neben den beiden Hauptfiguren lebt nämlich eine Familie, die von Gewalt und Alkohol beherrscht wird. Opfer sind in diesem Fall die beiden Kinder Dave und Sara, wobei das Mädchen noch viel mehr zu ertragen hat. Die Autorin schafft es nun, diese beiden "Welten" immer wieder zu verbinden, zu kreuzen ohne dass es konstruiert wirkt, aber so, dass der Leser die Problematik genaustens vor Augen hat. Sie beschreibt ganz ruhig und lakonisch was passiert, wenn diese Welten sich treffen. Da fühlt Isabelle sich dann plötzlich zu einem Mann hingezogen, der als Dealer unterwegs ist. Ebenso Jakob, der ganz still und heimlich Intersse an seinem Chef entdeckt zu haben scheint. Oder auch die Kunst des Wegschauens, die von beiden Protagonisten perfekt beherrscht wird. Dumpfe Geräusche aus der Nachbarwohnung und ein Mädchen, übersät mit Blutergüssen im heruntergekommenen Garten, werden einfach mal nicht wichtig genommen bzw. gar nicht als Problem erkannt.
Nicht zu vergessen sind hier natürlich auch die viel tiefer und frabenfroher gezeichneten Nebenfiguren, die natürlich auch alle ihre Problemchen haben, mit diesen aber stärker werden und sich nicht in einen Sog hineinziehen lassen. Somit ist die Stärke dieses Buches aber auch schon irgendwie wieder seine Schwäche. Jakob und Isabelle sind kalt und oberflächlich beschrieben, finde ich. Das verstärkt das Bild der beiden, schwächt aber auch den Lesegenuss ein wenig. 5 Sterne kann ich also nicht geben
Dieses Buch hat dennoch aber auf mich eine große Wirkung, ich musste doch etwas warten, bis ich jetzt diese Rezension schreibe. Nachdem ich das Buch weglegte konnte ich erst gar nicht viel sagen. Je länger das nun her ist, umso besser gefällt mir "Die Habenichtse". Es wirft Fragen auf, die der Leser gern den Hauptfiguren stellen möchte und sich diese dann unweigerlich auch selbst stellen wird. Es sei denn er ist den beiden ähnlich. Wie will/soll ich leben? Was ist mir wichtig? Und vor allem auch: Wie und wann soll handeln? Es ist natürlich schon aufgrund der Zeit, in der es spielt auch ein politisches Buch. Desweiteren haben auch historische Fakten, wie der Nationalsozialismus, seinen Platz. Alles in allem bin ich schon begeistert, kann mir aber auch vorstellen, dass es nicht für Jedermann gemacht ist. Dazu ist es vielleicht zu subtil.
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7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Wir sind die Generation Habenichtse, 22. September 2007
In meinen Augen hat Katharina Hacker einen Zusammenhang unserer Zeit erkannt, was Grund für die Auszeichnung des Buches sein dürfte.
Das Buch erzählt von einem Ehepaar, das ohne groß nachzudenken beruflich nach London umzieht. Eigentlich haben sie nicht einmal darüber nachgedacht, ob sie einander wirklich lieben.
Es ist einfach alles da - Geld ist da, Partner ist da, Job ist da, alles soll schön sein --- wären da nicht so einige Kleinigkeiten, an denen zum einen das Paar grundverschieden ist, zum anderen die Umstände nicht glücklich machen. Überhaupt geht es hier ums Glücklichsein - und zeigt (besonders plakativ durch die Asozialenfamilie des anderen Handlungsstrangs), dass Geld-haben und Geld-nicht-haben beides kein Schutz vor Unglück ist.
Grandios erkennt Katharina Hacker, dass jeder seines eigenes Glückes Schmied ist und unabhängig von den Voraussetzungen jeder durch Gleichgültigkeit sich selbst gegenüber unglücklich werden kann.
Das Buch macht glücklich - und ist so unglaublich dicht an uns selber dran, dass es leicht fällt, dies nicht zu bemerken!
PS: Das Buch muss nicht zwangsläufig glücklich machen - es kann auch das Gegenteil bewirken.
PPS: Ich habe gerade einmal ein bisschen in gesammelten Rezensionen quergelesen - derartig uneinheitliche Bewertungen von "Zeitverschwendung" bis "besser als einiges von Martin Walser" sind ein Zeichen für die wahrhaft große Eigenständigkeit dieses Buches. Es hängt wohl von der Perspektive auf das Werk ab, ob es einem gefällt und wie man die Darstellung der gesellschaftlichen Leere einordnet. Deswegen stimme ich zu, dass es nicht jedem gefallen muss, aber kann demjenigen, der sich darauf einläßt ein großartiges Leseerlebnis mit vielen aktuellen gesellschaftlichen Anknüpfungspunkten versprechen.
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Die Habenichtse von Katharina Hacker (Gebundene Ausgabe - 27. Oktober 2006)
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