Amazon.de: Kundenrezensionen: Die Habenichtse

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen zart, unterbewusst, abgründig, groß, 29. April 2009
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
sind die Adjektive mit denen ich die Habenichtse in meinem Kopf markiert habe. Jetzt, fast schon ein Jahrzehnt nach dem 11.9. stört die historische Folie unter den faszinierenden und berührenden Paarstrukturen auch nicht mehr so sehr, wahrscheinlich wird sich die wahre Relevanz dieses Buches erst in 5-10 Jahren ganz dem Leser offenbaren. Wie bei allen großen Würfen ist der Einstieg aufgrund der Vielzahl eingeführter Personen und Handlungsstränge nicht leicht. Spätestens aber ab Seite 80 packt dieses Buch einen im Unterbewusstsein und lässt einen auch während den notwendigen Lesepausen nicht los. Ein Buch, das den Blick aufs eigene Leben verschiebt und im besten Sinne zeitgeistig ist. Was kann man mehr von Literatur erwarten? Leider verpufft zum Schluss die ganze große angestaute Unruhe und Anspannung für meinen Geschmack etwas zu profan. Vielleicht ist das aber auch nur wie im richtigen Leben?
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4.0 von 5 Sternen Schwere Kost, 30. März 2009
Isabelle und Jakob, frisch vermählt (und verliebt?), jung, attraktiv und beruflich erfolgreich verschlägt es nach London. Glück scheinen beide zu haben, aber sind sie auch glücklich? Mit Nichten, dazu fehlen Ihnen Utopien, Sehnsüchte und Begeisterungsfähigkeit. Hacker führt ihre beiden Protagonisten als gefühllose, leere Hülsen vor und doch merken beide, dass es Ihnen an etwas" mangelt. Katharina Hacker mutet ihren Lesern einiges zu, auch einen nicht gerade kurzweiligen, eher zähen Mittelteil, doch das Ende des Romans ist grandios und lässt den Leser mit einem leichten kalten Schauer zurück.
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2.0 von 5 Sternen zwiespältig, 10. März 2009
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
habe das buch trotz der vielen schlechten bewertungen gekauft, da es den deutschen buchpreis vor ein paar jahren bekommen hat. da muß doch was dransein... ich war einfach neugierig, aber in zukunft werde ich wohl besser dem bewertungstrend vertrauen.
das buch fesselt nicht wirklich und ich denke nach kurzer zeit werde ich es vollkommen vergessen haben: es hinterläßt einfach keinen eindruck. die sprache und erzählweise empfand ich als äußerst anstrengend.
zwei sterne gibts am ende nur für die gute idee und der tatsache, dass ich das buch dennoch unbedigt fertig lesen wollte.
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4.0 von 5 Sternen Innere Leere, sprachliche Fülle, 11. Januar 2009
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
Ich hätte fast aufgegeben, aber es lohnt sich, dranzubleiben. Man wartet darauf, dass einem wie sonst beim Lesen oder Zuhören, die Personen vertraut werden- dies bleibt hierfast durchgehend aus. Erst allmählich wird verständlich, warum man lange braucht, um zu wissen, was hinter den einzelnen Personen steckt. Die Geschichte, das Leben in dieser Geschichte ist kalt, nur die Schönheit der Sprache in diesem Roman kann das wettmachen. Die gelangweilte und ruhige Stimme passt wunderbar, wie gesagt, man muss sich einlassen, und es ist sicher ein Buch, das nicht immer passt, weil es Mühe macht, insofern widerspricht es den Charakteren, die so wenig wirkliches Engagement zeigen, denen alles so beliebig zu sein scheint.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Alles wird anders und doch bleibt alles beim Alten, 8. Januar 2009
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
In dem Roman `Die Habenichtse` geht es um Gefühle und Begegnungen größtenteils geistig oder materiell veramter Menschen, für welche sich trotz eines `Nine-Eleven`-Lebensgefühles letztlich nicht viel ändert, da sie selbst sich nicht verändern.

Die Hauptdarsteller sind der Anwalt Jacob und die Designerin Isabelle. Anläßlich eines zufälligen Wiedersehens nach zehn Jahren am 11ten September und Jacobs `Beinah-Tod` im WTC beschließen diese Repräsentanten der `Wohlstandkinder-Generation` zu heiraten, indem sie diesen Tag als schicksalhafte1 Zusammenführung interpretieren und damit auf die gefühlte Veränderung im Kontext zeitgenössischen Verunsicherung reagieren.

Das Deutungsmuster ihres neuen Lebensgefühles, das auch unserem Stundenthema den Titel gab, lässt sich wie folgt paraphrasieren: Angesichts einer allgemeinen Bedrohungslage ist nun nichts mehr, wie es mal war. Indem die Figuren sich als Teil eines größeren Geschehens begreifen, kommt ihrem Leben ein Mehr an Bedeutung und Veränderung zu.
So denkt Jacob:
Der 11.September war inzwischen nichts als die Scheidelinie zwischen einem phantasierten, unbeschwerten Vorher und dem ängstlichen, aggressiven Gejammer, das sich immer weiter ausbreitete. Nur für Roberts Eltern, dachte Jakob, hatte sich alles geändert, und für ihn selbst. Er hatte Isabelle gefunden, er würde nach London gehen.2

Und obwohl Jacob und Isabelle dann auch nach London ziehen, wachsen sie nicht als Chraktere, treffen keine Entscheidungen und verändern sich nicht. Vorweggenommen wird ihre Charakterlosigkeit bereits an der Silvester-Feier im Freundeskreis: Der Beginn des Jahres (eine eigentlich festliche Zeitenwende-Feier) startet mit bekannter Unentschlossenheit und einem Verrat an der eigenen Beziehung. Diese wird geführt, weil es gerade so passt: Schon hier wird Isabelles problematische `situative Identität` deutlich:
Um Mitternacht stießen sie auf ein friedliches Jahr an und wußten, daß sie nicht daran glaubten. [...] darauf, daß sie weiterhin verschont bleiben würden. [...]Er küßte sie, da Jacob auf dem Balkon ein Feuerwerk vorbereitete, auf den Mund, und sie, in seine Arme geschmiegt, das junge, hübsche Gesicht zu ihm emporgehoben, erwiderte seinen Kuß.3

Ohne Empathie und Interesse füreinander hoffen die beiden darauf, dass ihnen die Ereignisse und das `spannende Leben` die Entscheidungen abnehmen:
"Es wird jetzt anders, sagte er leise. Ihr Gesicht war fremd und traurig, aber da waren all die Jahre, die er auf sie gewartet hatte." 4

Noch deutlicher wird das Motiv Alles wird anders und doch bleibt alles beim Alten` jedoch nachdem Isabelle knapp einem Flugzeugunglück entgangen ist. Dort heißt es:
Etwas war durchgesickert, irgendeine Aufgeregtheit, er umarte sie heftig, ließ sie nicht mehr los. Dann standen sie ratlos da.5

`Ratlos` stehen sie deshalb da, weil sie in ihrer Biographie keine Lösungsansätze zur Bewältigung einer Lebenskrise kennen lernten. Über das Gefühl hinaus, kurzfristig existenziell bedroht zu sein fehlt ihnen jegliches Emanzipationsprogramm. Also bleibt alles beim Alten.

Das gilt nicht nur für die Sitution nach dem Flugzeugunglück sondern für ihr gesamtes Leben nach `Nine-Eleven`. Charaktere die mit Krisen umgehen und sie meistern können, kommen nur in den Nebenrollen vor. Bentham (und auch Dave) kann mit seinem positiven Lebensgefühl trotz einer erschwerten Biographie (Jude, Leben im Exil und als Homosexueller, Verlust des Patners) als Gegenpol verstanden werden.

Reflektiert wird die Unfähigkeit der Hauptcharaktere, Krisen zu bewältigen und Sinn herzustellen von Alistair. Nicht nur angesichts eines Strassenüberfalles sondern auch angesichts von Sirenen und Anschlägen kommentiert er treffend:
Nun schaut euch an, wie wir hier rumstehen, [...]6

Dieses `rumstehen` kann symbolisch für das gesamte Handeln, bzw. Nichthandlen der Nichtcharaktere verstanden werden. Sie können gar nicht anders, da sie nach Schilderung der Autorin unfähig sind, mitzufühlen, zu kommunizieren und Erbarmen zu haben.

Schon allein die Sprache des Romanes spiegelt die Gleichgültigkeit und Kälte dem Schicksal des Anderen gegenüber wie auch die Substanzlosigkeit von Isabelle und Jacob wieder. In der Welt nach dem 11.ten September ist die Sprache des Romans verstörend (Anders formuliert: Gerade auf den ersten 50 Seiten sehr schwer zu lesen.): Von monoton über fragmentarisch bis hin zu lakonisch spiegelt die Sprache des Romans das Innenleben der Protagonisten. Positiver Gegenpol gegen diese geistige Armut ist der materielle `Habenichts` und Drogendealer Jim.: Er sucht nach seiner großen Liebe Mae, lässt sich letztlich durch nichts davon abbringen und schafft trotz großer Enttäuschung am Ende den Sprung aus seinem Millieu.

Isabelle und Jacob lassen sich wie folgt skizzieren.
 Du mußt dich, sagte Jacob, um nichts kümmern.7
Jacob ermöglicht Isabelle und sich ein Leben, dem es zumindestens materiell an nichts mangelt. Alles ist für Isabelle daher selbstverständlich und die Folge ist eine gewaltige Leere. Eine Leere und eine unerbittliche Ziellosigkeit 8. Die Gefühle anderer Menschen bleiben ihr fremd:
Ja, Andras war traurig gewesen; einen Moment spürte sie es so deutlich, als sei es ihre ei gene Empfindung. Dann ein Riß. Entfernt.9
Selbst Andras, Isabelles bester Freund denkt über sie:
[...]letztlich bleibt Isabelle von ihrem Leben unbehelligt.10

Ihre Substanzlosigkeit geht soweit, dass sie die Eltern nicht zur Hochzeit einlädt.
In ihrer Beziehung versagen sowohl Jacob als auch Isabelle: Die Schale im Hausflur in welche Jacob regelmäßig ihr Haushaltsgeld legt, wird dabei zum Symbol der aufs Oberflächliche reduzierten Kommunikation und Eheführung. Jeder flüchtet in sein eigenes Leben: Während für Jacob die Arbeit zur Obsession wird, streunt sie durch London und keiner nimmt Anteil am Leben des Anderen oder stellt weiterführende Fragen. (Vorweggenommen wird dieses Handlungsmuster durch Jacobs Nicht-Reden über seinen Arbeitgeber nach einem ersten Londonbesuch.) Charakterlos wie sie sind, bleiben selbst Abschiede immer beiläufig und der mütterliche Vorwurf lautet:
Bei euch stehlen sich selbst die Toten unauffällig davon.11
Ratlos sind die beiden, weil ihnen jegliches Immaterielle oder jeglicher Überbau fehlt. Was sie tun sollen, wissen sie nicht und Bedeutung können sie selbst keine herstellen. Daher ist zu lesen:
Das Haus schien leer, die Dinge geben keine Antwort..12 und
Als könne er seinen Körper so überreden, preis zu geben, was er tun sollte.13
Statt einer geistigen Auseinandersetzung wollen sie es leicht haben und tun nur, was ihnen gefällt: Und wie leicht es mit Isabelle war, wo die vorgezeichneten Schritte das Geständnis von Liebe ersetzt hatten.14

Doch die Rechnung eines so lieb-, interessen- und empathielosen Lebens geht in dem Roman nicht auf. Der weitsichtige Alistair spielt das Scheitern der Figuren gedanklich durch, indem er sagt:
Irgendwann wird es uns hier erwischen [...] und warum sollten auch ausgerechnet wir unsere Ruhe haben.15

Praktisch wird die Unmöglichkeit und Gefahr des Lebenskonzeptes von Isabelle und Jacob anhnad des großen `Showdowns der Katzenquäler`16 gegen Ende des Romanes anhand einer Gewalteskalation deutlich:
Isabelles Substanzlosigkeit geht soweit, dass sie noch nicht einmal Erbarmen für das Nachbarsmädchen Sara empfindet, welches als Symbol für eine gequälte Kreatur die Chance zum Helfen oder zumindest Mitleid böte. Sie versagt entsetzlich angesichts des Elends dieses Kindes. Jim wird dabei nur zum Werkzeug, das offenbahrt, zu welcher Grausamkeit sie selbst fähig ist. Ihren `dunklen` Seelenanteil (in Form von Nacktfotos aus der Jugend) hat sie nie reflektiert, aktzeptiert und verarbeitet. Da sie ihn nie ihn ihre Person integriert hat, ist sie Jims boshaften Ideen wie eine Marionette ausgeliefert, während dieser immerhin ganau weiß, was er tut.

In einer boshaften Welt nach `Nine-Eleven` (Interessant ist in diesem Zusammenhang die Symbolik der ausgewanderten Spatzen, einem Symbol der Freiheit17), so lässt sich der Roman deuten, reicht ein `Durchwursteln` und Nicht-Entscheiden und Nicht-Mitfühlen jedoch weder aus, um glücklich zu werden18 noch um sich ethisch korrekt zu verhalten. Durch Unterlassen, so die Botschaft des Romanes kann man auch schuldig werden. Vertreten durch Jacob und Isabelle lässt die Autorin damit auch das hedonistische Lustprinzip scheitern: Tun, wozu man Lust hat und was Spaß macht, führt nicht weiter. Auch in diesem Sinne lässt sich sagen: Durch `Nine-Eleven` ist die Welt (vielleicht) ein stückweit böser geworden, aber die Verantwortung liegt immer noch beim Einzelnen. Insofern hat ist alles beim Alten geblieben.

`Alles wird nur dann anders`, wenn Jemand stirbt19, oder, um mit Kierkegaard zu sprechen, eine ethische Entscheidung trifft: Andras ist Ausdruck des zweiten Lösungsweges aus der Problematik: Er trifft eine Entscheidung und zieht mit Magda zusammen. Den vorläufigen Zustand, in welchem sich auch Jacob und Isabelle trotz Umzugs und Heirat befinden, löst er für sich selbst auf. Symbolträchtig zieht auch auch der Obdachlose Herr Schmid, Ausdruck des provisorischen und unfertigen Lebens, in dem Moment aus, indem er sich entscheidet (und noch gar nicht ausgezogen ist!).
Besonders deutlich wird durch Entscheidungen hergestellte Distanz zwischen den ehemaligen Freunden nach einem Telefonat:
Es wird nichts mehr so sein wie es war, dann legten sie beide auf.20

Über die bisher angerissenen Interpretationsansätze hinaus möchte ich mit folgendem Kommentar schließen: `Nine-Eleven` kann, muss aber nicht, als Anlass genommen werden sich selbst wieder neu zu verorten. Während die Protagonisten sich ihrem Lebensgefühl hingeben und scheinbar durch die gesellschaftlichen Bedingungen um eine Zivilisationsstufe zurück geworfen werden, bietet der Roman in Form vieler Nebenrollen Lösungsansätze für eine Lebensbewältigung trotz zeitgenössischer (`Nine-Eleven`-) Unsicherheit, die über das Lustprinzip hinausgehen. Anhand der Gewalteskalation am Ende des Buches wird deutlich, dass der Mensch auch schuldig an sich selbst und anderen werden kann, wenn er gar nichts tut.
Ich lese den Roman vor diesem Hintergrund als Plädoyer gegen die zunehmende Abschottung und Entsinnlichung unserer Lebensumfelder und Persönlichkeiten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Kann man aus dieser Zeit wirklich nicht mehr machen?, 26. Dezember 2008
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
Auch ich kann nicht verstehen, warum dieses Buch einen Buchpreis erhielt, höchstens, man hält sich an Reinhard Mey und hält alles für anspruchsvoll, was man nicht versteht. Die Protagonisten werden so distanziert beschrieben, wie sie sich selbst auch verhalten. Aber ich konnte mich nirgends reinversetzen. Das Buch beginnt mit dem 11.9.01 und es werden alle Folgen kurz angedeutet, aber es kommt nicht an. Andras denkt einmal über Isabelle nach und bemerkt, dass "er ihre Reaktion idiotisch und peinlich fand, eine Mischung aus Naivität und unblaubwürdiger Ironie, ...Denn letztlich, dachte Andras, blieb sie unbehelligt, sie hatte ein bemerkenswertes Talent selbst da unbehelligt zu bleiben, wo etwas sie tatsächlich betraf...". Durch den Schreibstil bleibt aber eben nicht nur Isabelle unbeteiligt, sondern letztlich auch der Leser. Auch Katharina Hacker schreibt mit einer Mischung aus gespielter Naivität und unglaubwürdiger Ironie. Andras selbst ist übrigens die einzige Figur in diesem Roman, die wenigstens etwas von ihrem Inneren erkennen lässt.

Es ist ein Versuch, einen Roman über den Beginn unseres Jahrtausends zu schreiben, über die Terroranschläge, die Kriege in Afghanistan und Irak, die Panik in London und doch bleiben wir völlig unberührt. Dies liegt aber nicht daran, dass unsere Generation unberührt blieb von diesen Geschehnissen, sondern dass wir den Zugang zum Buch leider nicht schaffen können.

Vielleicht fehlt der Autorin selbst noch die Distanz zu dieser Zeit, die man braucht, um darüber lebendig berichten zu können. Zwei Sterne gibt es aber für den Versuch, diese Zeit überhaupt nachvollziehbar bereits jetzt schon in Romanform zu verpacken.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen wir haben das Buch in der Schule gelesen, 14. Mai 2008
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
Hallo, ich bin in der 11. Klasse des Gymnasiums, wir haben das Buch in unserem Deutschunterricht gelesen. Ich fand die Handlung, die man auch auf ca. 20 Seiten wiedergeben könnte ziemlich langweilig und ich musste mich regelrecht durch das Buch quälen (die letzten 20 Seiten waren ganz gut) aber, als wir angefangen haben das Buch Kapitel um Kapitel zu analysieren, war ich ganz überrascht, wie viel über die Gesellschaft, indirekt gesagt wird, man kann auf manchmal auf nur einer Seite so viele versteckte Andeutungen finden, dass man schonmal eine halbe Stunde braucht um sie alle Herauszufinden. So macht das Analysieren des Buches sogar etwas Spaß. ;)

So denke ich, für Leute die sich gerne viele Gedanken zu einem Buch machen, und für Leherer die ihre Schüler quälen wollen ist dieses Buch ideal.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein zynischer und beunruhigender Roman, 18. April 2008
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
Katharina Hackers Roman 'Die Habenichtse' geht unter die Haut, er beunruhigt und verstört. Die emotionale Kälte und Ziellosigkeit der Protagonisten ist nur schwer nachzuvollziehen und löst Wut im Leser aus.

Isabelle und Jakob, zwei erfolgreiche Mittdreißiger, treffen sich nach zehn Jahren erstmalig wieder auf einer Party. Jakob hatte all die Jahre auf sie gewartet. Sie hat ihn vergessen. Es entwickelt sich eine Beziehung vor der Kulisse des 11. Septembers 2001. Schnell wird geheiratet - nicht aus Liebe, sondern aus Perspektivlosigkeit.
Jakob tritt eine Stelle in einer renommierten Londoner Anwaltskanzlei an und das junge Paar zieht aus dem hippen Prenzlauer Berg in den weniger angesagten Stadtteil Kentish Town in London. Jakob arbeitet viel und beginnt sich für seinen homosexuellen Chef zu interessieren, entwickelt fast ein Obsession für ihn. Darüber vergisst er seine junge Ehefrau, merkt nicht, was in ihr vorgeht. Es interessiert ihn auch gar nicht mehr.
Isabelle, die von zu Hause aus für ihr Grafikbüro in Berlin arbeitet, kommt schnell in Kontakt mit ihrer direkten sozialen Umwelt, den eigentlichen Habenichtsen. Im Nachbarhaus wohnt Sara, ein kleines Mädchen, das von seinen Eltern brutal misshandelt wird. Doch anstatt zu helfen, sich einzumischen schaut Isabelle weg, versucht den Lärm aus dem Nachbarhaus zu ignorieren. Sie kann kein Mitleid aufbringen, kein Verständnis, sondern nur Abneigung und Ekel.
Gleichzeitig entwickelt Isabelle ein Interesse an dem attraktiven Dealer Jim, der auch in der gleichen Straße wohnt. Jim ist in seinem Kleinkriminellenmilieu gefangen und bringt die Kraft und Initiative nicht auf, sich daraus zu befreien. Auch er ist brutal und gefühlslos gegenüber den Menschen, denen er begegnet.
Nur Dave, der große Bruder von Sara, entwickelt Menschlichkeit, wenn er versucht, seine Schwester aufzumuntern und vor ihrem Vater zu schützen.
So wandert die Handlung dahin -ohne Ziel, ohne Motivation. Das Portrait einer Generation? Einer Gesellschaft? Nein: Ein zynischer, fast ins groteske abgleitender Roman, der nicht Zeigt, wie die Welt ist, sondern wie sie nicht werden darf.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Enttäuschung, 24. März 2008
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
ich habe mich vom Titel und der Beschreibung des Inhaltes angesprochen gefühlt. Das Buch ist komplett langweilig und nichts sagend.
Das dafür der Buchpreis vergeben wurde, ist ein schlechter Witz.
Ich bin zwar erst auf Seite 183, aber kein Satz animiert mich wirklich weiter zu lesen. Rausgeschmissenes Geld und Zeit.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Düster, bedrückend und beklemmend, 1. März 2008
Von B. Kugler "Bücherfan" (Michelfeld, BW Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Die Habenichtse (Broschiert)
Beklemmend, bedrückend und düster. Trotzdem habe ich es zu Ende gelesen, weil ich wissen wollte, was passiert noch alles. Es gibt drei Erzählstränge, die sich am Ende verknüpfen.

Isabelle und Jakob. Zwei Deutsche Mitte 30, die zu Studentenzeiten was zusammen hatten, sich in Berlin schicksalhaft am 11. September wieder treffen, heiraten, und dann nach London ziehen, da Jakob dort als Anwalt arbeitet. Isabelle kann ihre Arbeit in einer Agentur auch von dort aus machen.

Dave und Sara, Geschwister, die in ärmlichen, asozialen Verhältnissen leben. Sara wird geschlagen, nässt ins Bett und darf nicht in die Schule. Sie hat nur ihre Katze Polly und ihren Bruder Dave, der ihr etwas Halt gibt, der aber auch zeitweise tageweise verschwindet, was die Eltern nicht im geringsten stört.

Jim, der anfänglich mit Mae zusammenlebt. Beide drogenabhängig. Jim hat ein Black out, verletzt Mae mit einem Messer, er verschwindet auf Anraten eines Bekannten und kann in der Nachbarschaft von Dave und Sara für ein Jahr unterkommen. Er versucht Mae zu finden, mit dem Dealen aufzuhören, wird aber von seinen alten Freunden gezwungen weiterzumachen.

Zuerst treffen sich Jim und Dave, der bei Jim unterkommt, als sein Vater auch ihn schlägt.
Jakob und Isabelle wohnen auch in der Straße und Isabelle erinnert Jim entfernt an Mae, so dass sie sich immer wieder mal treffen.

Isabelle und Jakob haben in Deutschland u.a. in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gelebt. Jakob verliebt sich in seinen Chef, der schwul ist und seinem verunglückten Lebensgefährten nachtrauert. Isabelle fühlt sich allein gelassen und zu Jim hingezogen.
J. und I. reden nicht über die Dinge, die sie beschäftigen und so kann man miterleben, wie die Beziehung auseinander zubrechen droht.

Es schwebt eine Trostlosigkeit über diesem Buch. Ich habe jetzt das Gefühl, unbedingt was heiteres und glücklichmachendes lesen zu müssen. Die Gefühlskälte und das Desinteresse der Menschen darin ist geradezu erschreckend. Im letzten Kapitel kommt es zu einem Finale, das für alle Beteiligten die Chance auf einen Neuanfang bietet. Empfehlen würde ich es nicht.
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Die Habenichtse
Die Habenichtse von Katharina Hacker (Gebundene Ausgabe - 27. Oktober 2006)
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