|
|
|
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
|
|
|
› Die hilfreichsten Rezensionen
|
|
46 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Jein, 3. Dezember 2006
Ich habe die Habenichtse gerade zu Ende gelesen und bin ziemlich ratlos, ob ich das Buch empfehlen soll oder nicht.
Einerseits schafft Hacker glänzend, was sie sich vorgenommen hat: Sie erzählt die Geschichte eines Paares ohne Persönlichkeit, das von Berlin nach London getrieben wird, dort allerhand erlebt, aber immer nur passiv, ja willenlos, ohne ihr Leben selbst zu bestimmen. Tatsächlich erscheinen Isabelle und Jakob als leblose Figuren, an denen man auch als Leser keinen Anteil nimmt. Sie bleiben einem ebenso egal, wie ihnen die Welt egal bleibt.
Der Nachteil des Konzeptes ist, dass Romane von lebendigen Hauptfiguren leben. Fehlen sie, wird das Lesen zäh, was bei den Habenichtsen noch durch den monotonen Stil gefördert wird. Hauptsatz reiht sich an Hauptsatz, meist durch Komma getrennt. Beschreibung an Beschreibung.
Vielleicht würde ich das Buch Lesern empfehlen, die Romane als intellektuelle Schreibübung begreifen. Menschen, die beim Lesen gerne Spaß haben, sollten sich besser ein anderes Buch kaufen, sie werden ziemlich sicher enttäuscht sein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
zu sehr verliebt in die Idee, 4. Januar 2007
Begeistert war ich, als mein Mann sich dieses Buch zulegte; so wartete ich auf den Tag, an dem er diesen Roman ausgelesen haben würde ... kam aber nicht, stattdessen: "ah, bin noch nicht durch, kannst Du erstmal lesen". Also las ich erstmal, und zwar bis Seite 150 und dann seitenüberfliegend weiter und intensiv lesend die letzten 15 Seiten. Sorry, aber leider hat die literarische Idee, eine Generation als sich lethargisch um sich selbst kreisend zu skizzieren - eigentlich in schönen ausführlichen Beschreibungen - dazu geführt, dass dieses Buch einfach unendlich zäh zu lesen ist. Einzig die Schilderungen der täglichen Überlebensstrategien der kleinen Sara haben mich sehr angerührt. Die Beschreibungen der Gewaltexzesse und Drogendelikte Jims und seiner Gang habe ich überblättert, einfach öde.
Katharina Hacker hat dieses Buch so schreiben wollen und ihre Idee in ihrem Sinne klasse umgesetzt. Dass dieses bei einer Leserin wie mir nicht so ankam, war dann wohl Pech.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Ein zynischer und beunruhigender Roman, 18. April 2008
Katharina Hackers Roman 'Die Habenichtse' geht unter die Haut, er beunruhigt und verstört. Die emotionale Kälte und Ziellosigkeit der Protagonisten ist nur schwer nachzuvollziehen und löst Wut im Leser aus.
Isabelle und Jakob, zwei erfolgreiche Mittdreißiger, treffen sich nach zehn Jahren erstmalig wieder auf einer Party. Jakob hatte all die Jahre auf sie gewartet. Sie hat ihn vergessen. Es entwickelt sich eine Beziehung vor der Kulisse des 11. Septembers 2001. Schnell wird geheiratet - nicht aus Liebe, sondern aus Perspektivlosigkeit.
Jakob tritt eine Stelle in einer renommierten Londoner Anwaltskanzlei an und das junge Paar zieht aus dem hippen Prenzlauer Berg in den weniger angesagten Stadtteil Kentish Town in London. Jakob arbeitet viel und beginnt sich für seinen homosexuellen Chef zu interessieren, entwickelt fast ein Obsession für ihn. Darüber vergisst er seine junge Ehefrau, merkt nicht, was in ihr vorgeht. Es interessiert ihn auch gar nicht mehr.
Isabelle, die von zu Hause aus für ihr Grafikbüro in Berlin arbeitet, kommt schnell in Kontakt mit ihrer direkten sozialen Umwelt, den eigentlichen Habenichtsen. Im Nachbarhaus wohnt Sara, ein kleines Mädchen, das von seinen Eltern brutal misshandelt wird. Doch anstatt zu helfen, sich einzumischen schaut Isabelle weg, versucht den Lärm aus dem Nachbarhaus zu ignorieren. Sie kann kein Mitleid aufbringen, kein Verständnis, sondern nur Abneigung und Ekel.
Gleichzeitig entwickelt Isabelle ein Interesse an dem attraktiven Dealer Jim, der auch in der gleichen Straße wohnt. Jim ist in seinem Kleinkriminellenmilieu gefangen und bringt die Kraft und Initiative nicht auf, sich daraus zu befreien. Auch er ist brutal und gefühlslos gegenüber den Menschen, denen er begegnet.
Nur Dave, der große Bruder von Sara, entwickelt Menschlichkeit, wenn er versucht, seine Schwester aufzumuntern und vor ihrem Vater zu schützen.
So wandert die Handlung dahin -ohne Ziel, ohne Motivation. Das Portrait einer Generation? Einer Gesellschaft? Nein: Ein zynischer, fast ins groteske abgleitender Roman, der nicht Zeigt, wie die Welt ist, sondern wie sie nicht werden darf.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Überraschend, erschreckend, grausam, 23. April 2007
Was für ein Werk von Katharina Hecker. Beginnt die Geschichte fast seicht, lieblich vor sich hinzuplänkeln, verlässt die Autorin im Verlauf dieses Genre und entwickelt ein grausames, kaltes, unschönes Konstrukt. 3 Erzählstränge - die sich entwickelnde Liebe zwischen Jakob, einem Anwalt und Isabelle, einer Grafik-Designerin im neuen Berlin, das verkorkste Leben Jims mit Drogendealing und Einbrüchen in London, sowie das lieblose Leben der kleinen Sara in einem gewalttätigen Elternhaus ebenfalls in London - werden zu einem verwoben. Die Attribute vermischen sich, die Verhältnisse kehren sich um, aus schwarz wird weiß, aus gut wird böse. Aus der zunächst Geborgenheit und Glück vermittelnden Ehe wird eine abgestumpfte, oberflächliche Verbindung ohne Vertrauen. Die verprügelte kleine Sara beginnt selbst, ihre Katze zu foltern. Und als einzig authentisch wirkend, zeigt sich die tiefe, jedoch unerwiderte Liebe des kriminellen Jims zu Mae. Gewalt, Grausamkeit, Dreck, Blut und Hass treten im Verlauf so sehr in den Vordergrund, dass es fast abstoßend wirkt.
Auch Sprache und Stil stehen nicht im Einklang mit meinem persönlichen Sprachverständnis. Zunächst ist die Sprache stockend und schwierig gewunden, kommt nicht in Schwung. Es wirkt unruhig, wie ein ungeordneter Ameisenhaufen, nichts passt zusammen, man kann in nichts ruhen. Einzelne Phrasen und Sätze zeigen schöne Bilder und Alliterationen, wirken melodisch, doch das Ganze eine Große "Unharmonie"!
Die Beurteilung klingt negativer, abwertender als sie sein soll. "Die Habenichtse", ein Buch, das man lesen sollte, doch keine Ästhetik erwarten kann, nur nackte Fakten einer brutalen, kalten Welt nach dem 11. September!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Ein roter Faden der Traurigkeit (Hörbuch-Rezension), 14. März 2007
Scheinbar ist alles perfekt: 10 Jahre nach einer einzigen Liebesnacht treffen sich Jakob und Isabelle wieder und heiraten nur wenig später. Jakob macht Karriere, das junge Paar zieht von Berlin nach London.
Doch zusehends entfernen sich die beiden voneinander, werden sich immer fremder und kreisen jeder in seinem eigenen Orbit, in dessen Zentrum zusehends ein großes Nichts steht.
Gespiegelt wird diese zunehmende Sprachlosigkeit durch die Geschehnisse in der Nebenwohnung, in der Verzweiflung und Hilflosigkeit zusehends in Gewalt umschlägt; die materiellen und die seelischen Habenichtse leben nur durch eine dünne Mauer von einander getrennt und doch in Welten, die verschiedener nicht sein könnten.
Als sich am Ende beide Stränge berühren, haben sich Jakob am Ende so weit von einander entfernt, dass eine Berührung nicht mehr möglich ist.
Selten habe ich ein solch trostloses und trauriges Hörbuch gehört.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
mehr erwaret, 15. Januar 2007
Die Habenichtse wurde 2006 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres. An und für sich ja ein gutes Zeichen und die Geschichte klingt auch interessant. Der Roman spielt am 11.09.2001 und der Zeit danach in London und Berlin. Der deutsche Anwalt Jakob trifft am 11.9. auf einer Party seine alte Liebe Isabelle wieder. Die beiden verlieben sich erneut, heiraten und ziehen nach London, weil Jakob dort in einer Anwaltskanzlei einen super Job angeboten bekommt. Isabelle arbeitet von zu Hause für ihre Berliner Grafikagentur, langweilt sich aber bald, spaziert alleine durch Londons Strassen. Eigentlich geht es dem Ehepaar gut, doch zufrieden sind sie nicht. Jakob entdeckt homosexuelle Gefühle in sich, Isabelle lässt sich mit einem zwielichtigen Dealer ein, der ein paar Häuser weiter wohnt. Die Geschichte des Dealers Jim wird parallel erzählt, ebenso die Geschichte der Nachbarstochter Sara, die von ihrem Vater misshandelt wird und nicht zur Schule gehen darf. Liebe und Gewalt spielen eine grosse Rolle in diesem Roman. Die Sprache ist toll, aber leider sind die Charaktere nicht fein genug geschildert und irgendwie fehlte mir der Kick in diesem Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
wir haben das Buch in der Schule gelesen, 14. Mai 2008
Hallo, ich bin in der 11. Klasse des Gymnasiums, wir haben das Buch in unserem Deutschunterricht gelesen. Ich fand die Handlung, die man auch auf ca. 20 Seiten wiedergeben könnte ziemlich langweilig und ich musste mich regelrecht durch das Buch quälen (die letzten 20 Seiten waren ganz gut) aber, als wir angefangen haben das Buch Kapitel um Kapitel zu analysieren, war ich ganz überrascht, wie viel über die Gesellschaft, indirekt gesagt wird, man kann auf manchmal auf nur einer Seite so viele versteckte Andeutungen finden, dass man schonmal eine halbe Stunde braucht um sie alle Herauszufinden. So macht das Analysieren des Buches sogar etwas Spaß. ;)
So denke ich, für Leute die sich gerne viele Gedanken zu einem Buch machen, und für Leherer die ihre Schüler quälen wollen ist dieses Buch ideal.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Ein melancholisches Buch, 1. Februar 2007
Während seines Jurastudiums in Freiburg lernte Jakob Isabelle kennen und lieben. Was zunächst nur ein One-Night-Stand bleiben sollte, entwickelte sich zu einer nachhaltigen Affäre.
Dann gingen die beiden wieder eigene Wege - hörten aber nie auf, aneinander zu denken.
Einige Jahre später - Jakob und Isabelle leben mittlerweile in Berlin, ohne voneinander zu wissen - wird Jakob zu einer Party eingeladen. Zufällig erfährt er, dass auch Isabelle kommen soll. Der Termin für die Feier ist der 11. September 2001. Eigentlich müsste Jakob an diesem Tag in New York sein, um sich dort im World Trade Center mit einem Klienten zu treffen, bittet aber einen Kollegen, diesen Termin zu übernehmen.
Während Jakob endlich seine Isabelle auf der Party trifft, kommt sein Kollege bei dem Terroranschlag auf das World Trade Center ums Leben. Nach dem anfänglichen Schock über das Geschehen, beschließen Jakob und Isabelle zu heiraten - schließlich sind sie vom Schicksal zusammengeführt worden.
Jakob nimmt einen neuen Job in London an und die beiden frisch Vermählten ziehen in einen Stadtteil, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Die ehemals prunkvollen, viktorianischen Fassaden der Häuser sind alt und renovierungsbedürftig. Die Menschen, die hier leben sind die "Habenichtse" aus dem Titel des Buches. Hier, in dieser ganz anderen Welt, merken Jakob und Isabelle, dass es mit ihrer großen Liebe nicht so weit her ist. Die beiden entfremden sich immer mehr voneinander.
"Die Habenichtse" ist eine stille, überlegte Geschichte über den Wandel der Zeit, Selbstbetrug und Schuld. Katharina Hacker geht mit der Generation der heute Mitte dreißigjährigen hart ins Gericht. Gedankenlosigkeit und Selbstverliebtheit schwingen in der Erzählung mit, und die Erkenntnis, dass pures Gejammer über das eigene Schicksal nichts besser macht. Ebenso wenig die Flucht vor der Realität. Die Habenichtse" ist ein melancholisches Buch, dass dem Hörer oder Leser vor Augen führt, worauf es nicht ankommt im Leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Moderne Stimme, 19. März 2007
Soviel vorweg: auch ich schließe mich eher den positiven Rezensionen hier an. "Die Habenichtse" ist ein modern geschriebener Roman, was für mich heisst: Nicht geradlinig und einfach erzählt, sondern immer wieder assoziativ, manchmal verwirrend und doch in seiner Gesamtheit funktionierend.
Zugegeben, ich habe mich insbesondere zu Beginn schwer getan und mich gefragt, ob man den Leser am Anfang jeden Kapitels raten lassen muss, über wen oder was hier gerade geschrieben wird. So etwas verkommt auch leicht zur schriftstellerischen Marotte. Aber insgesamt funktioniert die fragmentarische Sprache und Erzählweise erstaunlich gut.
Den Schwachpunkt des Buches ist meiner Meinung nach vor allem die Verknüpfung der drei Personenkreise. Während die Hauptpersonen, ein deutsches Pärchen, das aus Berlin nach London zieht, mir sehr nahe waren und deren Hintergrund ich auch gut nachvollziehen konnte, ist mir gerade die Figur des Dealers unglaubwürdig geblieben. Vielleicht funktionert Hackers Schreibstil halt auch nur richtig, wenn man als Leser die fehlenden Informationen und Beschreibungen quasi aus eigener Sicht ergänzen kann - bei einem Drogendealer fällt mir das schwer (übrigens geht es mir z.B. bei den Kurzgeschichten Judith Herrmanns ähnlich: manche funktioneren, weil sie mir nah sind, andere sind kaum nachzuvollziehen).
Fazit: Ein gutes Buch, dass mich aber - wie leider so oft bei deutschen Schriftstellern - nicht wirklich beeindruckt hat. Weil es ein Rezensent hier schon erwähnte: Nimmt man als Vergleich "Die Korrekturen" von J. Franzen dagegen, dann wird einem bewusst, wie spannend, modern, berührend und dennoch interessant moderen (amerikanische) Literatur sein kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
|
Dieses Produkt
|
|
Die Habenichtse von Katharina Hacker (Gebundene Ausgabe - 27. Oktober 2006)
EUR 17,80
Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 5 Wochen.
| |
|
|
| |
|
|
| |
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
|
|
| |
|
|
|