Kundenrezensionen


9 Rezensionen
5 Sterne:
 (3)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachdenklich und sanft ironisch!
Hans-Ulrich Treichel hat einen wunderbar leisen und lesenswerten Roman geschrieben, der die Tiefen eines Charakters auslotet und dabei niemals geschwätzig daherkommt.
Wir lernen den zweiundfünfzig Jahre alten Stephan kennen, einen Mann, der über sein Leben, verpasste Chancen und seine Herkunft nachdenkt. Von seiner Frau, einer Psychoanalytikerin, hat...
Veröffentlicht am 28. August 2005 von zeilensprung

versus
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltend
Das Buch „Der Verlorene" habe ich nicht gelesen, daher fehlt mir möglicherweise ein Zugangsstrang zu diesem Buch, aber ich kann versichern, dieses Buch läßt sich lesen, ohne das andere vorher gelesen zu haben.
Es ist teilweise witzig, durchweg gut geschrieben und unterhaltsam.
Ich weiß nicht mehr genau wann, aber irgendwann...
Veröffentlicht am 2. Oktober 2005 von Ulf Evers


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachdenklich und sanft ironisch!, 28. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug (Gebundene Ausgabe)
Hans-Ulrich Treichel hat einen wunderbar leisen und lesenswerten Roman geschrieben, der die Tiefen eines Charakters auslotet und dabei niemals geschwätzig daherkommt.
Wir lernen den zweiundfünfzig Jahre alten Stephan kennen, einen Mann, der über sein Leben, verpasste Chancen und seine Herkunft nachdenkt. Von seiner Frau, einer Psychoanalytikerin, hat er sich auf Zeit getrennt. Denn es gibt einen auf der Flucht verlorenen Bruder, mit dem er sich bereits literarisch auseinandergesetzt hat. Nun holt ihn die für ihn vermeintlich unwichtige familiäre Vergangenheit wieder ein...
Hans-Ulrich Treichel erzählt bedächtig, ruhig und ohne Larmoyanz, sozusagen auch über Gott und die Welt, ohne das der Leser sich gelangweilt oder unterfordert fühlt. Und immer wieder schälen sich dabei auch Erkenntnisse für den Leser heraus, ohne das Treichel jemals belehrend wird.
Ein wohltuendes Buch!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer fliegen will, muss sich der Altlasten entledigen!, 11. August 2005
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug (Gebundene Ausgabe)
Diffuse Ängste plagen Treichels zur Schwermut neigenden Protagonisten, Stephan. Der Wahl- Berliner steht gerade vor seinem zweiundfünfzigsten Geburtstag. Akademischer Rat sowie erfolgreicher Schriftsteller ist er und verheiratet mit Helen, einer ebensolch erfolgreichen Psychoanalytikerin. Die Ehe, die er mit ihr führt, ist nicht unglücklich. Geliebt und verstanden fühlt er sich von dieser Frau. Obgleich seine Lebensumstände keinen Grund zur Besorgnis liefern, spürt Stephan jedoch tiefen Kummer und sein Herz beginnt zu stolpern. Er entschließt sich eine " Auszeit" von Job und Familie zu nehmen, um sich mit den Ursachen für seine immer wiederkehrende Tristesse auseinander zu setzen. Er weiß, dass die düstere Stimmung mit seiner unverarbeiteten Kindheit, der Flucht seiner Eltern aus dem Osten nach 1945 und dem auf dem Treck verloren gegangenen Bruder zusammen hängt. Er erinnert sich der pausenlosen Schuldgefühle seiner verstörten Mutter, der Aggressivität seines kriegsversehrten Vaters und des nie enden wollenden Gefühls bloßer Ersatz zu sein. Diese Verunsicherungen schleppt Stephan seit seiner Kindheit mit sich herum und zeigen sich im Ansatz in nicht offen zum Ausdruck kommender Eifersucht gegenüber Helens geschiedenem Mann, sowie diversen Furchtsamkeiten. Nach Ägypten reist Stephan und besucht Stätten archäologisch bedeutender Ausgrabungen. Dort hat er, wenn man so will, ein Schlüsselerlebnis mit einer beinahe sechzigjährigen Archäologin. Nachhause zurückgekehrt, beginnt er daraufhin die alte Familiengeschichte auszubuddeln. Er besucht seine Geschwister, sucht schließlich nach seinem Bruder und befasst sich mit den wolhynischen Wurzeln seiner Vorfahren. Seine familiäre Sehnsucht läßt den entwurzelten Stephan sogar an einem landsmannschaftlichen Treffen von Wolhyniern teilnehmen, das allerdings ebenso abschreckend auf ihn wirkt, wie die Begegnung mit seinem vermeintlichen Bruder. Der Osten bleibt Stephan fremd und sein verloren gegangener Bruder ein Phantom, welches im Grunde auch im Jetzt keinen realen Platz erhalten kann. Indem sich der Wanderer zwischen zwei Welten vom Gestern verabschiedet, wird sein bleischweres Herz leichter, federleicht.... Nur derjenige, der sich von Anhaftungen löst, hat die Chance zu schweben und der alten Idee des Menschenflugs nahe zukommen. Vielleicht gelingt Stephan am Ende seine Reise zu sich selbst genau eben dies....
Ein wirklich, empfehlenswertes Buch, welches sich auf subtile Weise mit Vergangenheitsbewältigung auseinandersetzt und dabei aufzeigt, wie der uneingestandenene Trübsinn der alten Verdrängergeneration auf deren Kinder projiziert worden ist und diesen mitunter bis zum heutigen Tag das Leben schwer macht!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fortsetzungs eines Romans...., 29. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug (Gebundene Ausgabe)
Hans-Ulrich Treichel Menschenflug Suhrkamp
ISBN 3518417126

Sehr ironisch, in feiner Selbstbeoachtung beschreibt Treichel in Fortsetzung seines Romans „ Der Verlorene" die Geschichte zweier Brüder, von denen der eine schon als Kleinkind im Krieg verloren gagangen war.

Der Protagonist ist inzwischen etwas über fünfzig Jahre alt.
Er ist wissenschaftlicher Rat, eine in seinen Augen zurfriedenstellende aber auch begrenzte berufliche Entwicklung.
Eine geheime Sehnsucht nach seinen Wurzeln hat ihn erfasst.
Er kramt in alten Papieren und spürt der Familiengeschichte nach. Träume, in denen seine Mutter ihm, zumeist bedrohlich, erscheint, machen ihm zu schaffen.
Seine Frau Helen ist Psychoanalytikerin und hat zwei erwachsene Töchter aus erster Ehe.
Stephan hat eine Auszeit von der Ehe genommen und lebt in einer Dachwohnung unweit seiner Familie.
Es ist ersichtlich, dass er ein Altersproblem und Selbstfindungsprobleme hat.
Seine Frau ist klug, sehr beschäftigt und „lässt" ihn, ja, ermuntert ihn sogar zu dieser Auszeit.
Im Verlaufe der Handlung geht Stephan seinen Gedanken und Erinnerungen nach der Vergangenheit seiner Familie nach. Er findet heraus, dass und wo der Bruder lebt. Am Ende aber hindern ihn die Schwestern, seinen Bruder aufzusuchen und sich zu erkennen zu geben, da sie Erbansprüche fürchten.
So weit die Fakten.
Das Buch ist voller Melancholie, Alterungsängsten und ironisch witziger Selbsteinsichten geschrieben. Fast gleicht die Geschichte einem fortdauernden Selbstgespräch.
Dazwischen gibt es die ermunternde Begebenheit einer Reise nach Ägypten. Sie ereignet sich im gleichen Stil eines etwas resignierten, sich selber beobachtenden Mannes, der außerhalb der üblichen Touristenmanier seine Reise durch Kairo und Luxor betreibt. Bei dieser Gelegenheit erlebt er ein ungewöhnliches Sexualabenteuer.
Natürlich, wie könnte es anders sein, hat er Schuldgefühle seiner Frau gegenüber, die nicht mitreisen konnte.
So kehrt er heim, getrieben von der Einsicht, dass er mit und bei seiner Frau leben möchte.
Die ewigen Zweifel an sich selber und an seinem Leben begleiten uns bis zuletzt.
Stephan muß lernen, mit den Begrenztheiten seines Lebens zurecht zu kommen.

Treichels witzige und fast distanziert - unterkühlte Art, die Gefühle seines Protagonisten zu beschreiben, ist ganz im Zeichen unserer Zeit zu sehen; es geht darum, Sentimentalitäten auszuklammern und recht nüchtern, zugleich aber durchaus nachvollziehbar, Ängste, Sorgen und innere Nöte darzustellen.
Es lohnt sich, das Buch zu lesen!

Cl.B.

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltend, 2. Oktober 2005
Von 
Ulf Evers (Wattenbek) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug (Gebundene Ausgabe)
Das Buch „Der Verlorene" habe ich nicht gelesen, daher fehlt mir möglicherweise ein Zugangsstrang zu diesem Buch, aber ich kann versichern, dieses Buch läßt sich lesen, ohne das andere vorher gelesen zu haben.
Es ist teilweise witzig, durchweg gut geschrieben und unterhaltsam.
Ich weiß nicht mehr genau wann, aber irgendwann während des Lesens fing ich an, mich zu fragen, woher ich den Stephan kenne oder warum er mir bekannt vorkommt. Es dauerte dann nicht mehr lang, dann war ich mir sicher, daß Stephan mich an Alexander Sowtschick und Treichels Art zu schreiben mich an Walter Kempowski erinnert.
Dies ist nicht schlimm, aber ab da war ich mir sicher wie das Buch ausgehen würde. Und als Stephan von seinem Bruder im Geiste im Krankenhaus besucht wird, und der Begriff „Schöne Aussicht" fällt, da war mir klar, daß auch Treichel die Nähe zu Kempowski bewußt war und sie vielleicht sogar suchte.
Alles nicht schlimm, aber solange es Kempowski noch gibt, lese ich lieber das Original und mir fehlte auch Kempowskis Tiefe, dies Buch wirkt zum Ende hin doch zu sehr nachahmerisch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Phantomschmerzen, 2. März 2006
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug (Gebundene Ausgabe)
Der Autor Ullrich Treichel ist Literaturprofessor in Leipzig und eigentlich hätte man seinen Erfolgsroman „Der Verlorene“ gelesen haben sollen, sonst verpasst man etwas Wesentliches in dem Roman „Menschenflug“. Da gab es einen Sohn, Arnold, den die Eltern auf der Flucht vor den Russen im Jahre 1945 im Osten verloren hatten. Und dieser Arnold ist ein Riesengebilde an Schuld, an Scham und Verlorenen. Das überschattete die Kindheit des jüngeren Bruders. Für ihn war es eine Art Phantomschmerz, eine seelische Amputation.

Dieser jüngere Bruder, Stephan, ist der Ich-Protagonist im „Menschenflug. Treichel lässt Stephan als Autor seines eigenen Werkes auftreten, als Akademischen Rat mit dem Fachgebiet „Deutsch als Fremdsprache“. Nun schreibt er und will damit seinen Bruder, ja eigentlich die ganze Vergangenheit, in die Literatur verbannen. Doch die Geister, die er rief, lassen ihn nicht mehr los. Die Fesseln der biografischen Historie lassen sich nur durch einen Menschenflug lösen. Er hatte die „Vergangenheitsarthrose“ und den „Geschichtsrheumatismus“ und hoffte mit diesem Buch alles hinter sich lassen zu können. Aber er wird den plötzlich aufgetauchten, weinerlichen und lästig aufdringlichen, vermeintlich verlorenen Bruder, Wilhelm, nicht los.

Die Herzbeschwerden, die ihn seit einiger Zeit plagen, erinnern den jetzt 52 jährigen an seinen Vater, der vierundfünfzig jährig an einem Herzinfarkt gestorben ist. Er macht Zwischenbilanz und kommt zu der Entscheidung, eine einjährige Familienauszeit muss her, viel Zeit verbleibt möglicherweise nicht. Das Damoklesschwert des nahenden Todes schwebt über ihm. Denn eigentlich ist er der „Verlorene“, sein Leben ist durch das des verlorenen Bruders vollkommen aus der Bahn geworfen, nie hat er Wurzeln im Familienverbund schlagen können.

Er bucht eine Pauschalreise nach Ägypten und dort beginnt der „Ich-Schwache“ Stephan eine Affäre mit einer älteren Archäologin. Der Augenblick entscheidet häufig über das Leben des Menschen, der ist jetzt da, doch er ist schon vorbei, bevor er es richtig begreift – maßlose Ernüchterung.

Die ganze Geschichte ist eigentlich ein tragischer Vorgang, aber trotzdem ist es ein komisches Buch, spöttisch und melancholisch zugleich. Es ist traurig, bedrückend, urkomisch aber nie lustig. Und wie so oft, komische Bücher und komische Geschichten, können eine ganz große Tiefe haben.

Es ist ein Buch, das ausgesprochen atmosphärisch arbeitet und es hat so viele Reflexionsebenen, auf denen man es betrachten kann.

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hans-Ulrich Treichel gehört, 3. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug. 4 CDs (Audio CD)
Hans-Ulrich Treichels Alter Ego Stephan beginnt sich während seiner Midlifecrisis mit dem Vogelzug zu beschäftigen. Leider können ihm auch die ornithologischen Fachbücher die Frage nach der eigentlichen Heimat der Vögel nicht beantworten: ziehen sie in die Fremde oder kehren sie nach Hause zurück? In Treichels Roman geht es um zweierlei Ortsbestimmungen. Stephan verfolgt zum einen, mit Hilfe seines alten Schulatlanten die Fluchtroute seiner Eltern während des Krieges, zum anderen versucht er sein Selbst analytisch zu verorten. Liegt seine Zukunft in der, für eine Auszeit von der Familie, gemieteten Dachgeschosswohnung, einem Liebesabenteuer in Ägypten oder in Bryschtsche einer Stadt in Ostpreußen. Das tägliche Joggen im Lilienthal Park, der Ort der im Roman immer wieder eine signifikante Rolle spielt, führt den Protagonisten schließlich zum Denkmal Otto Lilienthals mit der Widmung: „Dem Erfinder des Menschenflugs".

In seinem Roman setzt der Autor den festgelegten Routen der Zugvögel das sich mühsame Erheben zum Menschenflug, als Gleichnis für die schwierige Suche nach sich selbst, entgegen. Hans-Ulrich Treichel überlässt dabei seinen Protagonisten auf äußerst humorvolle und unterhaltsame Art und Weise der Selbstbefragung. Sein Text ist gespickt mit witzigen und phantasievollen, den souveränen Erzähler offenbarenden, Episoden. Leonard Lansink liest den Roman unprätentiös und meisterhaft mit einem Gespür für die ironischen und lakonischen Momente im Text. Er kommt damit dem Hörer sehr nahe, bei dem sich das Gefühl eines beinahe privaten Vorlesens einstellt. Die fast vierstündige Hörfassung wirkt dabei an keiner Stelle ermüdend. Der Roman wurde unter der Regie von Felicitas Ott und den bewährten Händen von SWR Redakteur Uwe Kossack behutsam gekürzt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Der unbekannte verlorene Bruder, 2. September 2011
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug. 4 CDs (Audio CD)
Stephan ist knapp über 50. Ein Alter, in dem sein Vater bereits verstorben ist. Er nimmt sich eine Auszeit von seiner Familie und macht sich auf die Spurensuche nach dem vermissten Bruder, den er als Nachgeborener nie kennengelernt hatte. Seine Eltern mussten im zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat in Ostpreußen flüchten und haben dabei ihren damals 18-monatigen Sohn verloren. Erst Jahre später machten sie sich über das Rote Kreuz auf die Suche nach ihm und machen tatsächlich ein Kind ausfindig, welches sie als ihren Sohn zu erkennen glauben, dies aber nie zweifelsfrei nachweisen können. Doch all dies erfährt Stephan erst bei seiner eigenen Recherche. Denn seine Eltern haben ihm als Nachzögling vieles nicht erzählt.
Irgendwie ist Stephan auch auf der Suche nach sich selber. Bei einer Reise nach Ägypten erlebt er nochmals das erquickende Gefühl des Verliebtseins. Aber, die Vergangenheit lässt ihn nicht ruhen, eine Vergangenheit die direkt oder indirekt auch seinen Lebenslauf mitbestimmt hat....

Der Autor Hans-Ulrich Treichel greift zum zweiten Mal das Thema Vertretung und Bruderverlust auf. Es ist viel Autobiografisches im Roman verwoben, wie man anhand der Lebensgeschichte Treichel nachlesen kann.

Leonard Lansink liest das Buch mit einer gewissen Schwere, die dem Thema nicht abträglich ist. Eine fast depressive Stimmung kommt gerade gegen Ende hin zum Tragen.

Fazit: Keine leichte Kost, keine seichte Unterhaltung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, 20. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug. 4 CDs (Audio CD)
Stephan - einziger Sohn eines Ehehpaares, das auf der Flucht vor den Russen ihren 16 Monate alten Sohn verloren hat. Stephan kann ihnen diesen - sonnigen, fröhlichen - Sohn nicht ersetzen und spürt das während seiner ganzen Kindheit. Die Eltern suchen ein Leben lang nach diesem Verlorenen, und im Alter von 52 Jahren beginnt ihn dieses Thema ebenfalls zu interessieren. Er begibt sich auf die Suche nach Menschen und Geschehnissen aus dieser Zeit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen XY-Aktenzeichen ungelöst, 14. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Menschenflug (Gebundene Ausgabe)
Ich habe Herrn Treichel bei einer Lesung seines Buches erlebt, bei der mir die Ausschnitte sehr gut gefielen und Lust auf das ganze Buch machten. Auch hatte ich ihn gefragt, ob der Protagonist überlebe. Dies hat er ganz eindeutig bejaht! Erst jetzt nach einigen Monaten kam ich dazu, den Menschenflug in die Hand zu nehmen und durchzulesen. Und ich denke, Herr Treichel hat mir nicht die Wahrheit gesagt! Ich habe leider auch an keinem Punkt des Buches verstanden, welche tiefere Bedeutung der Titel, aber eigentlich auch die ganze Geschichte haben soll. Am Ende kam bei mir dann auch nur der Gedanke: (s.o.) Ungelöst! Sorry, ich war leider sehr enttäuscht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Menschenflug
Menschenflug von Hans-Ulrich Treichel (Gebundene Ausgabe - 18. Juli 2005)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,01
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen