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Peter Sloterdijk erzählt mit atemberaubender Entwicklung das nach seiner Meinung Wesentliche in bezug auf lebendes Sein hier auf unserer Insel, der Erde als Globus.
Daß dabei Wisssen, Humor und die Bezüge hin zu unseren Gebilden wie Stadt, Staat, Religion bis zum Erklärungsversuch der konservativen europäischen "Revolutionen" der zwanziger und dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts gestreift werden, ist ein besonderer Aspekt und entbehrt nicht der Verwunderung.
Ja, hier in seinen drei Bänden SPHÄREN, deren dritter Band SCHÄUME eben erschienen ist, wird ein philosophisch-psychologisch-ästhetischer und barocker Bildungsroman entwickelt, der Seinesgleichen sucht und die "Schäume", in denen wir hier leben, die Erwärmungen und vielleicht durchaus positiven Erwartungen (Hoffnung!), die wir hegen, werden uns evtl. auch zu Positiven machen können, hinleiten dazu, denn Peter Sloterdijk scheint mir ein Positiver zu sein, der die Entwicklung sucht und die Diskussion nicht scheut.
Im Abspann des dritten Bandes wägt er seine Theorie anhand fiktiver Personen, eines Makrohistorikers, eines Literaturwissenschaftlers und eines Theologen hin und her, wobei er auch Humor beweist und selbst die Erkenntnis von sogen. "Dyaden" zur Verfügung stellt.
Stellen wir uns diesem großartigen Bildungsroman und warten wir also ab.
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am 23. April 2009
Was könnte kommunistischer sein als eine schwangere Frau? Die biologische Einheit von Mutter und Embryo ist die wahre Kommune. In der Fruchtblase bewegen wir uns wie ein Fisch im Wasser. Mit der Geburt zerplatzt diese Idylle. Der schreiende Säugling sitzt plötzlich auf dem Trockenen. Die Abnabelung ist die Urform der Entfremdung.
Mit solchen Gedanken beginnt der erste Teil der Sphären-Trilogie. Die "Sphäre" nannte man früher übrigens "Heimat". Nach der Vertreibung aus dem Paradies des Mutterleibs bilden wir neue Sphären, damit wir in jener Fremde, die unsere "Welt" ist, Heimatgefühle entwickeln können. Liebespaare, Freunde, Familien, Gemeinden bilden Sphären, in denen das Fremde zur Heimat wird.
Sloterdijk hält die Sphäre für bedeutender als das Indidviduum. Insofern kann man die Sphären-Trilogie als einen subtilen Angriff auf die naturrechtlichen Fiktionen der Neuzeit lesen, die Menschen letztlich zu Monaden herabwürdigt.
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am 22. Dezember 2008
Welch irrwitzig nichtssagende Odyssee durch den Chimären-Dschungel der Anthropologie! Chiro-, Phono-, Utero-, Ther- mo-, Eroto-, Ergo-, Aletho-, Thanato- und zu guter letzt das Nomotop werden durchlaufen, ohne wirklich ernsthaft erkennbaren Zusammenhang. Das Fazit der Trilogie fällt daher auch äußerst dürftig aus, nämlich dass Männer zuviel Spermien produzieren und die Natur den menschl. Überbau nicht kompensiert.

Herausarbeiten wirklicher Thesen? Fehlanzeige! Im Gegensatz zu H.Arendts Vita activa - die durchaus anthropologisch verstanden werden kann - oder den Statement-Werken eines K.Jaspers fehlen Commander Slotty auf seiner Schaumfahrt durch den metaphorischen Raum einfach das journalistisches Geschick und der Sinn fürs Wesentliche; merkt man Seite um Seite.

"Das Streben nach Erleuchtung bringt naturgemäß die völlige Verdunkelung" (Peter Sloterdijk) - der Satz musste sich rächen, hihi!)
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am 26. August 2008
Der anthropogenetische Begriff der Sphäre, welcher der Trilogie ihren Titel zwingend und zwanglos zugleich vorgibt, verweist syntagmatisch auf die präzis gefasste idée directrice des Autors, wonach alles Leben - universal- und transzendentalpragmatisch ge- und besehen - nicht mehr als eine Formalie ist. Diese Formalie dient - in Heideggers Worten - als "Zeigzeug durch Verweisung", das heißt - wiederum heideggerianisch gesprochen - als - "ontologisch-kategoriale Bestimmtheit des Zeugs als Zeug".

Daher legt sie sogleich nahe, "daß Leben, Sphärenbilden und Denken verschiedene Ausdrücke für dasselbe sind." Bios, sphairapoiesis und logos sind somit als all-identisch identifiziert.

Der 1998 erschienene Band "Blasen" rekonstruiert in strenger Fügung und dabei en detail, wie erst durch die proximate cohabitatio von Mensch und Mensch ein modulares Interieur sui generis konstituiert wird. Der Akzent dieses Bandes liegt auf der sorgfältig dokumentierten und konfirmierten (Hypo-) These, dass die Kommunikationsdyade, keineswegs aber das Individuum den ontisch realeren Parameter darstellt. Diese These mündet - eine saliente Denkfigur Theodor Wiesengrunds (vgl. Negative Dialektik) kritisch-dialektisch und zugleich affirmativ aufgreifend - notwendigerweise in eine "negative Gynäkologie", die den "Austausch zwischen Fötus und Plazenta" dekonstruiert, aber sowohl der corruptela, den Kolpos "initiatisch als Tor zur Innenwelt zu passieren", als auch der tentatio durch schlüpfrige Altherren-Kolpogramme widersteht. Somit bedeutet Erwachsenwerden - richtig ge- und besehen - nichts anderes als "Sphären zu bilden in erweiterten Kreisen, in Familien, Bünden, Beziehungen, Betrieben, Subkulturen, Nationen". Letztere werden gedanklich - wiederum in angespannter Stringenz und rekurrierend auf Gehlens Theorie der Entlastung durch Institutionen - als enlargierte "Erregungsgemeinschaften" fixiert.

Im philosophischen Epos "Globen", erstmals 1999 erschienen, berichtet Sloterdijk davon, wie das nunmehr klassisch-metaphysische Denken als Kontemplation des groß-runden Holos auf die terrestrische Welt, den Globus, ausgreift und damit sogleich-zugleich mehrere Varietäten der Globalisierung initiiert. Hier wird nichts Geringeres als der Versuch unternommen, das philosophische Souterrain der Menschheitsgeschichte der letzten zweieinhalbtausend Jahre archäologisch - und damit subversiv! - freizulegen. Entlang der morphologischen Leitbilder der Kugel und des Globus wird eine Historiographie des mundus politicus aufgeschlagen. Sloterdijk erzählt somit die veridikale Geschichte der Globalisierung - von der Geometrisierung des Sublunaren bei Platon und Diogenes Laertius bis zur Umrundung der terra, der ultimaten Kugel, durch Schiffe, Flieger, artefaktuale Satelliten, Kapital- und Signalströme.

"Schäume" aus dem Jahre 2004 schließlich bietet eine philosophische Schau des gegenwärtigen Zeitalters in der Perspektive, dass der bios stets multifokal sich entfaltet. Das serenisch-senecanische Denkbild Schaum (spuma) dient als hermeneutisch-exegetische Folie, die den Pluralismus der Welterfindungen wieder neu zu gewinnen und damit eine philosophisch-anthropologische Deutung des modernen Individualismus zu formulieren verstattet, damit und somit also erlaubt, Exegesen bereitzustellen, die die kurrenten und rekurrenten Dekrete des (Neo-) Liberalismus umfassend zu steigern und transzendieren vermögen. Der Verfasser greift nicht ohne guten Grund auf ein bekanntes Gedicht Bennfried Gotts zurück, dessen erste Strophe (der freilich apokryph gebliebenen Urfassung) uns kündet: "Auf deine Brüste senk ich Kummer, / auf deinen Schoß hauch ich den Ruß, / indessen ich der Nächte Schlummer, / den Schaum allein ertragen muß." Schäume beantwortet dementsprechend in spannungs- und kunstvollen, synchron-asynchron-verschränkten Engführungen und Diskursivitäten die Frage, wie die Ligaturen beschaffen sind, die diejenigen sozietalen Singularitäten zu dem zusammenfügen, was die soziologische Tradition seit Durkheim, Weber und Pareto unbeholfen genug "Gesellschaft" (societas, société, società, sociedad, society) zu nennen entschieden sich hat. Soziologie, erst recht aber Gesellschaftstheorie, ist somit - angemessen be- und getrachtet - nur noch als Schaumdeutung, als Spumalogie, möglich. Damit hat Sloterdijk den trinitären Versuch seines neuen Menschheitsnarrativs abgeschlossen, eines Narrativs, das - in den trefflichen Worten von Jürgen Habermas - "verlassene Stufen der Reflexion" betritt.

Da das Sphären-Tryptichon mit Fragen supremater Urgenz sich befasst, ist es genötigt, die Leserin, vor allem aber den Leser, instand zu setzen, die Lektüre gleichsam a tergo zu beginnen, so als ob der dritte Band der erste wäre. Tatsächlich ist dieser dritte Band der erste, so wie in Wahrheit der erste der dritte ist. Dieses wohlgeordnete Tripel gerät so zu einer aquinatischen summa.

Die transluzide Transzendenz von Sloterdijks Sprache (im dreifachen Sinne von F. de Saussure, d. h. im Sinne von "langage", "langue" und "parole") und die hell aufscheinende Transparenz seiner Thesen, Anti-Thesen und Synthesen, seiner Argumente und Konter-Argumente gestatten eine Lese- und Mit-Denk-Erfahrung auf höchsten hedonisch-epistemischen Gipfeln, Gipfeln, die seit Anselms Rückfragen an die fides quaerens intellectum so nicht mehr erklommen worden sind.

Mehr noch: Nach Fichte, Schelling, Hegel, Heidegger und Habermas, den Klargeistern der Meta-Aufklärung, ist deutsches Denken, das Erkenntnisprogramm einer seduktiven Logik des "In-der-Welt-seins des Daseins" (Heidegger) also, nicht mehr so unverhohlen deutlich-deutsch gedacht worden.

Wer dieses Erlebnis entgehen sich lässt, und sei es bloß im Gestus einer prätendierten docta ignorantia, verdient nicht nur unsere misericordia, sondern auch und vor allem unsere strengste vituperatio.
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am 28. Oktober 2008
Ein ungeheuer vielschichtiges Werk der Gegenwartsphilosophie, inspirierend und beseligend. Das Wunderbarste: Das Wagnis, wieder mystisch zu werden. Ich hoffe, dass Sloderdijks Sphären eine breite Leserschaft erreicht. Erste Wirkungen sind schönerweise bereits bemerkbar. So hat die Literatur - namentlich C. Jaredo mit "Sphärenschnitt" - Sloterdijk bereits für sich entdeckt.
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am 27. November 2009
wenn man kein philosoph ist, oder zumindest keine zeit hat einer zu sein, dann fehlt mir die leichtigkeit des seins mit dem man komplizierte zusammenhänge erklären kann. so finde ich es leider doch sehr anstrengend. schade
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