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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Was immer Sie über dieses Buch hören, lesen Sie es!!!!!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist unglaublich gut! Eine kurze Inhaltsangabe schadet diesem Buch, eine lange würde Leser abschrecken, die dieses Buch verdient. (Schon der Klappentext scheitert in seiner Beschreibung, wäre der Umschlag nicht so schön, müßte dazu aufgerufen werden, ihn wegzuwerfen: Lesen Sie nicht den Klappentext, beginnen Sie mit dem Buch selbst!) Das Buch ist auf eine wunderbare Weise lesbar, es ist von einer unglaublichen Detailgenauigkeit, die jedoch kein Nachschlagewerk erforderlich macht, sondern den Lesegenuß nur steigert. Es ist humorvoll ('Der Vater, wahrlich kein großes Organisationstalent, wenn man vom Zusammenstellen einer Kartenrunde absieht, war mit der Organisation von Großmutters Begräbnis völlig überfordert.'), wenngleich das Lachen oft im Halse stecken bleibt ('"Besser, man hat dann Gold in der Tasche, als sie brechen es dir aus dem Mund."'); es ist berührend im wahrsten Sinne des Wortes: ich habe das Gefühl, angefaßt worden zu sein. - und es hat mich noch nicht losgelassen. Es gibt so vieles in diesem Buch, über das weiter nachgedacht werden muß, Rätsel, die gelöst werden müssen: so zum Beispiel die Kapiteleinteilung. Ein Buch, das wieder und wieder gelesen werden kann und sollte, es hat stets etwas Neues zu bieten.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Großartiges Buch,
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle (Gebundene Ausgabe)
Reich-Ranicki hat nicht recht, der Autor hätte keine zwei Bücher schreiben sollen. Gerade die Verknüpfung von Inquisition in Portugal, Flucht der Verfolgten in die Niederlande und österreichischer Nachkriegsgeschichte (der ja eine Parallele zur Inquisition vorausgegangen ist) gerade diese Kontinuität ist das Aufregende an diesem Buch, was uns beim Lesen unaufhaltsam vorantreibt. Und bei aller Tragik, die den gescheiterten Anpassungsversuchen der beiden Hauptprotagonisten von damals und heute anhaftet, ist das Werk auch noch sehr komisch, besonders für Österreicherfahrene wie mich. Ich habe mich sowohl als Jüdin als auch als Österreicherin an mehreren Stellen wiedergefunden. Manchmal hätte ich in der U-Bahn laut auflachen können, an anderer Stelle in Tränen ausbrechen. Ganz zu schweigen von der detailgenauen, wunderbar leichten Sprache. Unbedingt lesen!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wechselspiele,
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
25 Jahre nach der Matura kommt es bei einem Klassentreffen, bei dem auch viele ehemalige Lehrer anwesend sind, durch den Geschichtsprofessor Viktor zu einem Eklat. In geselliger Runde verliest er plötzlich die NSDAP - Mitgliedsnummern der anwesenden Lehrer, worauf diese empört das Restaurant verlassen. Nur Viktor und seine ehemalige Schulkollegin Hildegund bleiben. Zwischen ihnen entspinnt sich im Laufe des Abends ein Austausch an Erinnerungen, Geständnissen, Erklärungen, den sie als Schüler nie haben konnten.Die Parallelhandlung erzählt von Máne, einem jüdischen Kind im Portugal des 17. Jahrhunderts. Seine Eltern werden von der Inquisition verfolgt, Máne soll als Jesuit aufwachsen, doch nach vielen Mühen gelingt ihnen die Flucht nach Amsterdam, wo Juden eine Bleibensberechtigung haben. Máne geht in die Rabbinerschule und soll schon bald der Lehrer Spinozas werden. Was auf den ersten Blick nicht zusammen gehen kann, weil die Zeit zu weit auseinander ist und die Gesellschaften sich in nichts ähneln, wird bald zu einem Vexierspiegel indem man Viktor und Máne wiederfindet. Menasses erzählerischer Stil schafft es eine spannende Geschichte zu formen, die das Aufwachsen zweier Männer erzählt und deren Handlungen und Erlebnisse sich trotz der wenigen Gemeinsamkeiten, die sie haben, immer mehr verstricken und bald ist die Jugendgeschichte Mánes ein Vorläufer der von Viktor. Sachen, die im 17. Jahrhundert den sicheren Tod bedeutet hätte, werden im 20. zu Peinlichkeiten und genauso umgekehrt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Die Menasses beschreiben eine Welt,
Von Ate Heck (Lagina) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Das Buch ist perfekt, so wie es ist. Der verarbeitete Stoff würde - legte man "normale" Maßstäbe an ' für ein halbes Schriftstellerleben reichen. Das nur vorab.Was ich spannend fand, ich dachte, dass ich die Gestalten schon kennen würde. Und einige kannte ich auch, denn ich hatte nur Monate zuvor von Eva Menasse Vienna und ihre Todsünden-Geschichten gelesen. Autobiografische Bezüge interessieren mich nicht. Aber hier ist etwas Besonderes passiert: Man liest über die gleiche kleine Welt aus zwei Perspektiven. Einer männlichen und einer weiblichen. Und das war mehr als faszinierend. Etwas ähnliches habe ich das letzte Mal erlebt, als ich bei Ingeborg Bachmann der zweiten Generation von Hofmannsthals und Roths Gestalten begegnete. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Parabel der Macht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Wo Menschen sich in Gemeinschaften organisieren, geben sie sich Regeln, wie das Zusammenleben ausgestaltet werden soll. Hält sich eine Mehrheit an die Regeln, schafft das Vertrauen, welches das Existieren der Gemeinschaft erst ermöglicht. Individuen oder auch ganze Teile einer Gemeinschaft, welche sich nicht an diese Regeln halten, werden Sanktionen angedroht. Das bedeutet automatisch, dass es in jeder Gemeinschaft eine Instanz braucht, welche die Einhaltung der Regeln überwacht und nötigenfalls die entsprechenden Sanktionen veranlasst. In dem Moment, wo eine Gemeinschaft eine solche Institution schafft, kreiert sie Macht, welche immer auch missbraucht werden kann. Es entsteht eine massive Diskrepanz zwischen der Gemeinschaft, welche Macht ausübt und gewissen Individuen/Gruppen, welche mit ihrer Ohnmacht fertig werden müssen.Welche Folgen das Erlangen und vor allem das Ausüben von Macht haben kann, sah ich bei Menasse an verschiedenen bedrückenden Beispielen. Sei es das Schicksal der Sepharden im 16. Jahrhundert(zunächst in Portugal später in Amsterdam) oder der europäischen Juden während und nach der Schoah aber auch innerhalb einer poltischen Gruppierung im Nachkriegs-Österreich immer wird eine kollektive Macht einer individuellen Ohnmacht gegenüber gestellt. Ein absolut faszinierendes und lesenswertes Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Etwas zu viel gewollt,
Von Werner.Stengg@cec.eu.int (Brüssel, Belgien) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle (Gebundene Ausgabe)
Menasses Geschichte ist sehr konstruiert, und er bemüht sich verzweifelt, an allen Ecken und Enden Parallelen zu erstellen. Die drei Handlungsebenen haben - aus meiner Sicht - nicht dieselbe erzählerische Qualität/Kraft: eine sprachlich sehr gute portugiesische Geschichte, eine etwas flachere österreichische Geschichte, und eine sehr oberflächlich und salopp geschriebene Gegenwartshandlung. Viktors Wortspiele wirkten auf mich manchmal wie billige Effekthascherei, und der pubertäre Flirt der beiden Gegenwartsprotagonisten ist wenig überzeugend.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Brillant,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Viktor Abravanel, Historiker und Spezialist für Frühe Neuzeit, hält einen Vortrag über das Thema „Wer war Baruch Spinozas Lehrer?"; am Abend vor seiner Abreise nach Amsterdam nimmt er teil am fünfundzwanzigjährigen Maturajubiläum, er trifft Schul- und Klassenkameraden von damals, seine große Jugendliebe Hildegund, und seine Lehrer; diese spricht er auf ihre Nazivergangenheit an, es kommt zum Desaster, zu rüden Beschimpfungen, Hassbekenntnissen, man trennt sich, übrig bleiben Hildegund und Viktor. Nun setzt die Geschichte ein, d. h. zwei Geschichten; zum Einen verfolgt der Leser Viktors Werdegang von 1955 bis zu jenem Maturafest; zum Anderen werden wir (und das sehr detailliert und hintergründig) eingeweiht in das Leben des Rabbiners Samuel Manasseh bin Israel, der, 1604, zur Hochzeit der Inquisition, in Portugal geboren, zusammen mit seinen Eltern nach Amsterdam flüchten muss. Dem Autor Robert Menasse gelingt diese von-weit-hergeholt-scheinende Verstrickung österreichischer 70er Jahre und spanisch-niederländischen 17. Jahrhunderts (=vier europäische Jahrhunderte) verblüffend gut; um es sehr einfach zu sagen: die eine Biografie liest sich wie die zweite, d. h. jene Intoleranz, jene Religionsenge, jenes Glaubens-, Lebens- und Anpassungsdiktat des Rabbi Manasseh ähnelt den Lebensumständen Viktors, der zusätzlich unter Spießbürgerlichkeit, Konsumnarrheit und Maskenhaftigkeit der Menschen leidet. Weil der junge Viktor durchweg seiner marxistischen Weltanschauung nachhängt, bleibt er als literarische Figur etwas blass, er ist, wenn man so will, mehr Roman- als Lebenssinn, er wirkt konstruiert, leicht erzwungen, ein Abbild seiner Ideologie. Die ständigen Kalauer Viktors stehen, wie ich meine, stellvertretend für die grundsätzliche Sprachohnmacht des Menschen; überhaupt entwickelt der Roman ein sehr interessantes Verhältnis dazu, was Sprache leisten kann; zum Beispiel hat Menasse auf eine gewöhnliche Einteilung in Kapitel verzichtet, statt dessen liest man unter „Inhalt" „1. Kapitel: Amok" - „2. Kapitel: Koma" - „3. Kapitel: Komma" - „4. Kapitel: Makom"; keine Seitenzahlenangabe also, jeder Leser mache sich seinen Reim auf Kapitelende und -anfang. Weitere Fragen, die die „Vertreibung" aufwirft: Warum werden die Menschen aus ihrer Geschichte nicht klüger?, wer darf sich woran erinnern und was darf dieser anderen an Erinnern und Gedenken abverlangen?, ist „Die Vertreibung aus der Hölle" akut?, d. h. sind Krieg, Machthaberei, Diktatur, Intoleranz, Unfreiheit, Verfolgung und Emigration von der Erde verschwunden? Menasses Roman ist sehr gut geschrieben, die Spannung flacht auf keiner der 500 Seiten ab, die aufwendige Gestaltung bleibt bis zum Schluss plausibel; geeignet ist er für anspruchsvolle Leser; die Gestaltung des Covers mit dem Porträt des Rabbi Menasseh nach dem Ölgemälde von Rembrandt war ein so nahe liegender wie guter Einfall.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Konstruiert? So ist das Leben!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Wie zeitlos menschliche Dummheit ist! Menasse demonstriert anhand seiner zwei Geschichten und der darin vorkommenden drei Handlungsebenen beeindruckend wie relativ "Wahrheit" ist. Habe mit diesem Buch keine Sekunde Lebenszeit verschenkt.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wir freuten uns, daß wir lachen durften!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch zu lesen war eine Bereicherung. Die Geschichten die erzählt wurden, hielten uns gefangen, berührten und wir freuten uns, daß wir lachen durften. Nicht nur zahlreiche Parallelen zwischen einzelnen Geschichten erhöhten die Spannung, sondern auch Parallelen zu unserem Erwachsenwerden. Zu gerne würde ich wissen, ob es für den Autor so etwas wie Schlüsselstellen im Buch gibt und welche diese sind - für mich habe ich sie gefunden.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erschreckend realistisch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Vertreibung aus der Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Auch wenn die "Kritik" findet, das dieses Buch zu "aufwendig konstruiert" ist: Lesen Sie es ! Sie werden es nicht bereuen, im Gegenteil, sie werden es nochmals lesen.... Es ist gut geschrieben, spannend, unterhaltend und sehr lehrreich. Das kann man schliesslich von den wenigsten deutschsprachigen Romanen heute behaupten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Die Vertreibung aus der Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Robert Menasse (Taschenbuch - 26. Mai 2003)
EUR 12,00
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