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65 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine perfekt erzählte Geschichte!
"Muschelstrand" ist ein ganz besonderes Buch: Eines von denen, das man atemlos und in einem Schwung liest und das die eigene Phantasie noch lange anregt und beschäftigt. Es ist eines jener Bücher, in denen alles stimmt: Eine originelle Geschichte, eine sehr dichte Beschreibung der handelnden Personen und eine Sprache, die leicht und dennoch anspruchsvoll...
Veröffentlicht am 22. April 2007 von zeilensprung

versus
4 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen schon besseres gelesen aber nett
...mir wurde das Buch empfohlen mit dem Kommentar "eine sehr spannende Familiengeschichte". Das kann ich so nicht bestätigen. Das Buch ist sicherlich nett und ich bin froh, dass ich es doch zu Ende gelesen habe. Denn das Ende gibt der Geschichte ein rundes Ende.
Doch ich muss ehrlich sagen, es wurde sicherlich nicht eines meiner Lieblingsbücher.
Veröffentlicht am 24. Februar 2009 von Faupel


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65 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine perfekt erzählte Geschichte!, 22. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
"Muschelstrand" ist ein ganz besonderes Buch: Eines von denen, das man atemlos und in einem Schwung liest und das die eigene Phantasie noch lange anregt und beschäftigt. Es ist eines jener Bücher, in denen alles stimmt: Eine originelle Geschichte, eine sehr dichte Beschreibung der handelnden Personen und eine Sprache, die leicht und dennoch anspruchsvoll ist.

In Rückblenden erzählt die alleinerziehende Ulrika von den Sommern ihrer Kindheit an der schwedischen Küste. Sie ist Einzelkind und fühlt sich magisch von der Nachbarfamilie angezogen. Gattmanns führen ein großes, offenes Haus, es ist eine offene, künstlerische Atmosphäre, die auf das kleine, sehr behütet heranwachsende Mädchen ungeheuer anregend wirkt.

Die gleichaltrige, jüngste Tochter der Gattmanns und Ulrika freunden sich schließlich an, sie verbringen lange Sommerferien miteinander und treffen sich jedes Jahr erneut.

Irgendwann adoptieren die Eltern Gattmann ein indisches Mädchen. Sie wird von allen verwöhnt, reagiert aber in keinster Weise auf die vielen Liebesbeweise ihrer Adoptiveltern und -geschwister.

Dann passiert schließlich eine Katastrophe: Nach einer Mittsommernachtsparty bleibt Maja verschwunden.

Kristina wiederum, die nicht zum Kreis der Familie Gattmann gehört, hat große Schwierigkeiten mit sich selbst, auch sie zieht sich ganz in sich zurück. Und doch ist sie der Schlüssel zu einer schier unglaublichen Wendung dieser Geschichte...

Der Sommer, in dem Maja verschwindet, ist nicht nur das Ende einer beinahe unwirklichen Idylle. Er markiert auch das Ende der Kindheit Ulrikas, die viele Jahre später zurückkehrt und einen grausigen Fund macht...

Marie Hermanson entwickelt diese Geschichte langsam und mit Bedacht. Nie ist sie effekt-heischend, im Gegenteil scheinen alle Erzählstränge auf ganz natürliche Art und Weise zusammen zu hängen.

Sie erzählt bildreich und psychologisch ausgeklügelt von Verwirrung, Schuld und dem berühmten Moment, der ein wohl-austariertes Familien-Mobile ins Ungleichgewicht bringt. Und sie verbindet dieses Geflecht mit uralten Mythen, die in die Zukunft weisen.

Diese Autorin ist eine wahre Entdeckung, die auf hohem Niveau erzählen kann!
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54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine vielschichtige, tiefsinnige Geschichte, 10. Oktober 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Muschelstrand
Marie Hermanson
Dieses Buch hat mich schon nach mehreren Seiten magisch in seinen Bann gezogen. Wahrlich kein einfaches Buch und doch eine schlichte, ungeschnörkelte Sprache mit suggestiven Naturbeschreibungen z.B. aus dem Leben der Vögel Schwedens. Hierbei entsteht eine vielschichtige Verflechtung mehrerer Erzählstränge in mehreren Handlungsebenen zu unterschiedlichen Zeiten.
Die Ethnologin Ulrike, die sich mit Bergverschleppungsmythen z.B. durch Trolle wissenschaftlich auseinandersetzt blickt nach einem merkwürdigem Skelettfund mit ihren beiden Söhnen am Muschelstrand ihrer Jugend zurück. Dabei erinnert sie sich an die ungleiche Freundschaft zwischen ihr und Anne Marie in den 60 igern. Beide treffen sich jährlich in den Ferien in dem schwedischen Sommeridyll der Familie Guttmann. Diese Journalistenfamilie erscheint Ulrike wie eine Bilderbuchfamilie die sie nie hatte, wohlhabend, intelligent und großzügig, die Kinder alle sehr autark und sehr begabt. Dieses Bild, das Ulrike sich von der Familie macht, bricht in sich zusammen, nachdem die Guttmans die kleine indische Maya adoptieren. Ein Kind, dem viel Liebe und Zuwendung zuteil wird, und dass doch in seiner eigenen Welt lebt, nie spricht und allen ein Rätsel bleibt. Ein Kind, aber auch, dass die Familie Guttmann an einen dunklen Punkt in ihrer Vergangenheit erinnert und mahnt. Mit vier Jahren beim Mittsommerfest verschwindet Maya und wird sechs Wochen später völlig unbeschadet hoch oben auf einem Felsen, weit weg von der Stelle an der sie verschwunden war, wieder gefunden.
Parallel dazu wird die Geschichte der jungen Kristina erzählt. Kristina, lebt auch in ihrer eigenen Welt, ist menschenscheu und hat sich für ein Leben als Einsiedlerin entschieden. Beide Maya und Kristina sind sich ähnlich in ihrer Art ihre eigene Wirklichkeit und Zusammenhänge zwischen den Dingen zu erleben.... Mehr soll hier aber nicht verraten werden, um das Lesevergnügen nicht zu schmälern.
Ein Buch, dass noch sicher lange in mir nachwirken wird und dem ich viele Leser wünsche.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blick durch den Spiegel, 14. September 2001
Von 
Booktower (Frankfurt am Main, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand (Gebundene Ausgabe)
Am Muschelstrand. Im Vogelparadies. Ulrika mit ihren beiden Söhnen. Die Kinder kriechen in die Grotten dort. Und machen eine Entdeckung. Sie finden ein Skelett. Ulrika, die Ethnologin, beschäftigt sich mit Bergverschleppungsmythen in den Weltkulturen. Davon gibt es unzählige Varianten. Oft sind es Trolle, die Menschen rauben. Ähnlich wie auch im Bilderbuch der Wechselbalggeschichte von Maurice Sendak „Als Papa fort war". Ulrika forscht und hält Vorträge. Darüber, wie Verschleppte zurückkehren. In welchem Zustand sie sich befinden. Der Fund von Ulrikas Söhnen katapultiert sie in ihre Vergangenheit. Diese Vergangenheit sind die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Ulrika erinnert sich an ihre Jugendtage während vieler Feriensommer an Schwedens Küste. Die Erzählstränge entwickeln sich. Was zuerst einfach erscheint, entpuppt sich als vielschichtiges Geflecht von Geschichten mehrerer Familien. Familien, die alle miteinander zu tun hatten in dem Leben, das hinter Ulrika liegt. In der Familie Gattmann hat Ulrika sich besonders wohl gefühlt. Sie haben ein kleines indisches Mädchen adoptiert. Mehr und mehr gerät die Kleine in den Mittelpunkt. Bis sie verschwindet. Was zuerst einfach erscheint, entpuppt sich als vielschichtiges Geflecht von Geschichten mehrerer Familien. Die emotionalen Schwingungen verbinden sich mit der Meereslandschaft, die tief an die Seele rührt. Sie ist spannend und ungewöhnlich. Traurig, ja tragisch und trotzdem schön. Es geht um Liebe und Krankheit, um die menschliche Vergeblichkeit, einem Schicksal zu entkommen. In der von ihr so bewunderten Familie Gattmann mit den intellektuellen Eltern und intelligenten Kindern verbergen sich menschliche Tragödien. Niemand kann dem Schicksal entkommen. So wie Ödipus keine Wahl blieb, als die Prophezeiung zu erfüllen, die ihn verfolgte. Obwohl alles darangesetzt wurde, diese Erfüllung zu verhindern. So geschieht es auch hier mit Familien, die sich dann doch dem, was kommen muss, nicht entziehen können. Marie Hermansons Sprache ist knapp und ungewöhnlich. Sie erinnert aber an die Sagas der nordischen Erzählkunst. Eine Geschichte die tief geht und unvergesslich bleibt.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maja, das "schwarze Kind" als das andere Ich, 15. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman, der in die wunderbar-lichten Sommer Skandinaviens und in die tiefen menschlichen Abgründe führt!
Lest das Buch einmal von der psychoanalytischen Perspektive aus - das gibt spannende, neue Eindrücke!
Maja kann so z.B. als das Unbewußte, als ein anderer Teil, der Ich-Erzählerin Ulrika fungieren. Sie ist deren alter ego. Ebenso wie sie als Projektionsfläche von verdrängtem Schmerz der Eltern fungiert. Maja, das "schwarze" Mädchen aus Indien, gibt somit die dunklen, die verborgenen und unterbewußten Seiten in Ulrika und letztlich in uns allen wider.
Ausgerechnet am skandinavischen Mittsommerabend - heidnischen Ursprungs und mythisch behaftet aufgrund der sehr speziellen Lichtverhältnisse des skandinavischen Sommers - verschwindet Maja spurlos - nachdem Ulrika nicht nur von Anne-Marie, sondern auch von den übrigen Leuten, die auf der Insel Mittsommer feiern, Ablehnung erfahren hat. Anne-Marie nimmt sie kaum noch wahr, umschwärmt von anderen. Also zieht Ulrika sich schließlich zurück. Auf der psychoanalytischen Seite wird dies wiedergegeben durch das Verschwinden von Maja, das eine Katastrophe auslöst und eine ganze - nur scheinbar intakte Familie - zerstört.
Anne-Marie wird von ihrem schlechten Gewissen geplagt, läßt aber in dieser psychischen Notsituation endlich die von Ulrika ersehnte Nähe zu. Bei den Eltern bricht ein Konflikt auf, der nie verarbeitet, nur verdrängt worden war: die Freigabe ihres ersten Kindes - Lena- zur Adoption, weil es missgebildet o.ä. war. Insofern war schon die Adoption Majas der Versuch einer Wiedergutmachung an Lena. Kinder aber können nie die Fehler der Eltern wiedergutmachen und so ist das Vorhaben zum Scheitern verurteilt.
Die Gattmans - Journalisten! - sind unfähig über ihre Gefühle zu sprechen. D.h. sie sind unfähig, diesen Konflikt nun endlich zu verbalisieren und somit zu verarbeiten. Die Ehe scheitert, der Vater wird Alkoholiker und endet als Obdachloser auf der Straße, bevor er schließlich stirbt. Bei ihm findet man Textfragmente, Versuche, das "Abschieben" Lenas doch noch in Worte zu fassen und den Schmerz, die Trauer zu verarbeiten.
Karen Gattman dagegen geht bis an ihre physische und psychische Belastbarkeit, um Maja aus ihrem isolierten Zustand - es wird schließlich Autismus diagnostiziert - zu holen und ruiniert sich schließlich auch finanziell nahezu. Auch dies ein vergeblicher Versuch der Wiedergutmachung, das Geschehene ungeschehen zu machen und stellt zudem eine Art Buße dar. Ruhe findet sie jedoch erst in der Abgeschiedenheit eines Klosters auf Öland. Erst hier ist für Karen Gattman der Prozess der Katharsis abgeschlossen, wenngleich sie sich mit dem Gedanken tröstet, dass Maja bei Lena war und ihr einen Gruß von dort - eine weiße Daunenfeder, Zeichen der Vergebung - mitgebracht hat.
Ulrika begibt sich im Erwachsenenalter wieder zum Muschelstrand, um die Geschichte erneut aufzunehmen, um Spurensuche in der Vergangenheit zu betreiben - instinktiv, impulsiv, unbewußt, denn dass sie mit ihren Kindern zum Angeln will, ist nur ein Vorwand. Dieses Kapitel in ihrem Leben ist offensichtlich noch nicht abgeschlossen. Um aber ihren Kindern und sich selbst eine Zukunft geben zu können, muss sie der Sache auf den Grund gehen. Erst das Foto von Anne-Marie, das ihr Anne-Maries Bruder Jens zeigt, befreit Ulrika vielleicht vollständig von ihrem "Idol" Anne-Marie, denn die goldene, honiggleiche Anne-Marie existiert nicht mehr, ist vielmehr zum fettleibigen Monster mutiert.
Auch die erneute Begegnung - Konfrontation - Ulrikas mit Maja, die nun in einer betreuten Wohngruppe lebt, ist in diesem Zusammenhang als Befreiung von alten Wünschen und Projektionen zu sehen, um diese endgültig zu überwinden.
Maja konfrontiert alle in der Familie mit ihren dunklen Seiten, mit dem, was verdrängt, aber nie verarbeitet worden ist. Lenas Abschiebung steht all die Jahre unausgesprochen zwischen den Eltern. Wer aber hat sich "schuldiger" gemacht? Der Mann, weil er seine Frau zur Adoptionsfreigabe überredet, fast gezwungen hat, oder die Frau, weil sie nicht stark genug war, dem zu widerstehen?
In einem psychoanaltyischen Sinn nach C.G. Jung ließen sich auch die Bergmythen interpretieren, die Ulrika erzählt und als "Geschichten in der Geschichte" fungieren.
Damit gewinnt der Roman viel an Tiefe und zeigt viele Facetten auf - für mich 5 Sterne!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zarte Sommergeschichte mit Spannung, 19. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Nach Jahren kehrt Ulrika mit ihren beiden kleinen Söhnen zurück an den Strand einer winzigen schwedischen Schäreninsel, die sie wohl nie vergessen wird: dort tauchte damals die kleine Maja, die Adoptivschwester ihrer besten Freundin, wieder auf, nachdem sie wochenlang unauffindbar gewesen war.

Viele Sommer hat Ulrika im Ferienhaus ihrer Familie verbracht und sich ständig mit Anne-Marie getroffen, deren Familie so ganz anders war als ihre eigene, weltoffener, fortschrittlicher, warmherziger. Bis die kleine Maja aus Indien adoptiert wurde, ein merkwürdiges Kind, die eines Tages verschwand und das Leben der Gattmanns völlig verändert hat.

In der Nähe lebte damals auch Kristina, eine junge Frau, schweigsam und zurückgezogen, die sich ihre eigene Welt aufgebaut hatte und ihr Leben auf ganz eigene Art lebte.

Dieser einfühlsame Roman springt zwischen Ulrikas Gegenwart, ihrer Vergangenheit und Kristinas Perspektive hin und her und enthüllt ganz allmählich den roten Faden, der alles auf überraschende Weise verbindet.

Mit leiser Melancholie erzählt Ulrika ihre Geschichte, von Freundschaft und Zusammengehörigkeit, von herrlichen Ferien am Meer, aber auch von den Problemen des Erwachsenwerdens und vom Schock, als Maja plötzlich verschwindet.

Kristina hingegen entführt uns in eine Welt des Schweigens und der Naturverbundenheit, die Welt einer Frau, die einfach anders ist als andere Menschen und von diesen nicht verstanden wird.

Eine wunderschöne Geschichte über Familie und Freundschaft, spannend und stimmungsvoll mit zarten Pinselstrichen hingetupft, leicht und gefühlvoll, ohne kitschig zu werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderschöne Geschichte über Schweden und seine Menschen, 28. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich finde das Buch von Marie Hermanson sehr interessant und schön geschrieben. Die Mischung aus Landschafts-, Menschen und Alltagsbeschreibungen lässt den Leser selbst an der Geschichte teilhaben und regt dazu an, noch mehr von den beschriebenen Personen erfahren. Es ist genau das richtige für Schwedenliebhaber und die, die es noch werden wollen. Der Aufbau des Buches ist durch die Zeitreise und die Geschichten von zwei verschiedenen Menschen sehr intersessant dargestellt. Ich finde dabei nur sehr schade, daß man sich das Ende schon ziemlich früh ausmalen kann, es fehlt also ein bißchen die Spannung. Alles in allem ist es jedoch sehr zu empfehlen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch zum Träumen..., 4. August 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein wunderbares Buch welches eine Stimmung im Leser aufbaut, die man fast nicht beschreiben kann. Muschelstrand ist eines dieser Bücher bei dem man am Schluss traurig ist, dass es zu Ende ist, denn man könnte ewig in dieser Lebensgeschichte verweilen....
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum darin versinken..., 1. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses so spannend, schlicht und einfach wunderschön geschriebene Buch mußte ich direkt zweimal lesen - eine Geschichte um darin zu versinken. Seinen besonderen Reiz bezieht der Roman aus dem Wechsel der Erzählperspektiven und der interessanten Beschreibung unterschiedlicher Charaktere, die durch die Jahre zurückliegenden rätselhaften Ereignisse um die kleine Maja geschickt miteinander verwoben werden. Sehr empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Leben, von Freundschaften und von der Lektüre..., 13. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Es gibt diese Zeiten, da steht man vor dem eigenen Bücherregal, überlegt, was denn die nächste Lektüre sein soll, und weil der guten Angebote vielleicht zuviele sind, weil man sich nicht recht zu entscheiden weiß, ist die eigene innere Themenvielfalt doch gar zu vielfältig, kann es vorkommen, daß man zu Bewährtem greift und eine Relektüre eines jener Bücher vornimmt, die man vor Längerem schon las und sozusagen als "Füller" noch einmal vornimmt. So ging es dem Rezensenten dieser Tage. Sein Blick schweifte über die Regalreihen mit "Ungelesenem" und er konnte sich schlicht nicht entscheiden. Und dann blieb der Blick an diesem schmalen Band hängen - Marie Hermansons "Muschelstrand". Lange her, die Lektüre. Dann liest man den ersten Satz, dann ist die erste Seite gelesen, dann sind es die ersten drei Seiten und spätestens jetzt hat einen dieser ebenso unaufgeregte wie feine Prosatext gefangen genommen...

2001 erstmals auf Deutsch erschienen, bedeutete dieses Werk den internationalen Durchbruch für die schwedische Schriftstellerin Marie Hermanson. Eigentlich fällt das Werk fast aus dem Ouvre der Autorin heraus, nimmt das Unheimliche, das ihren Erzählungen meist innewohnt, hier doch eher geringen Raum in Anspruch, während die Figurenzeichnung derart gelungen fein und vorsichtig, dabei aber 'unheimlich' genau ist, daß man aus den eher skizzenhaften Charakterezeichnungen das komplette Bild einer Ausnahmefamilie im Ausnahmezustand erhält. Und zugleich gelingen der Autorin Landschaftsbeschreibungen, die in ihrer Genauigkeit, aber auch der Poesie, derer Hermanson sich bedient, die Geschichte perfekt ergänzen, unterfüttern und konterkarieren.

Ulrika fährt mit ihren Söhnen an jenen Ort, wo sie mit ihrer Familie einst, in den 60er und frühen 70er Jahren, die Sommerferien verbrachte. Während ihre Jungs wenig Sinn und Gespür für die mütterliche Nostalgie aufbringen, gerät Ulrika immer tiefer in den Sog der Erinnerungen. Sie zeigt den beiden jenen Muschelstrand, an dem sie nicht nur glückliche Tage ihrer Kindheit verbracht hatte, sondern auch eines der Schrecknisse jener Tage sein schließlich "gutes" Ende fand. Die Jungs klettern auf den Felsen herum und finden zufällig das Skelett eines Menschen. Natürlich muß Ulrika die Polizei verständigen und der Apparat der Ermittlung setzt sich in Gang. Doch für Ulrika wird das Erlebnis vor allem zu einem Trigger der Erinnerung: An jene weit zurückliegenden Tage, als sie Anne-Marie kennenlernte, jüngste Tochter der Familie Gattmann, die sie damals regelrecht in ihre Mitte aufnahm. Wie diese Freundschaft über Jahre wuchs und ihr Halt gab in den langen WIntermonaten, in denen sie - ein dickes, unglückliches Kind - sich in der Schule mit den Erinnerungen an den jeweiligen Sommer emotional über Wasser zu halten versuchte. Und schließlich muß sie sich den schmerzhaften Erinnerungen stellen, die mit dem Sommer 1973 verbunden sind, als die damals zweieinhalbjährige Maja - indisches Adoptivkind der Familie Gattmann, in ihrer unheimlichen Unzugänglichkeit aber auch Nemesis des international als Journalisten bekannten und gefeierten Ehepaars Gattmann - einfach verschwand. Erst nach sechs Wochen tauchte sie an jenem Muschelstrand, wo die erwachsene Ulrika mit ihren Söhnen das Skelett fand, hoch in der Felswand auf einem schmalen Sims stehend, wieder auf. Niemand hat je erfahren, wie sie dorthin kam, niemand weiß, wo sie in jenen Wochen ihres Verschwindens gewesen ist. Als Ulrika einige Tage frei hat und die Söhne bei ihrem von Ulrika geschiedenen Vater sind, fährt sie noch einmal hinaus an die Stätten ihrer Jugend und trifft durch Zufall dort Jens, Anne-Maries unwesentlich älteren Bruder, der damals in jenen Sommern wesentlicher Teil ihres Lebens war. Und so erfährt sie nicht nur, was aus den verschiedenen Familienmitgliedern wurde, nachdem die Geschehnisse um Maja das scheinbar so stabile Gefüge dieser Ausnahmefamilie komplett zum Einsturz gebracht hatte, sondern auch Jens Thesen zum Verschwinden seiner Adoptivschwester, die später als Autistin diagnostizeirt wurde.

Eingefügt in diesen Erinnerungstext Ulrikas ist die Geschichte Kristinas, einer jungen Frau, der die besprochene Welt ein unheimlicher Ort ist, die zusehends in das hineingleitet, was die sprechende Welt wohl als "Psychose" bezeichnet und die "Verrücktsein" bedeutet. Doch kann sie die innere Stimme der Dinge selbst vernehmen und braucht so weder Bezeichnungen, keine Wörter und erst recht keine Bedeutung. Ihr fallen Bedeutendes und Bedeutetes wenn nicht in eins, so zumindest aus dem Fokus des Wesentlichen. Wenn sie aus den Fundstücken, die sie von ihren weiten Ausfahrten im Kajak zu den der Küste vorgelagerten Inseln mitbringt - Muscheln, Schalen, kleine Gerippe von Vögeln oder Mäusen, Federn etc. - Gebilde der Vergänglichkeit und des Todes schafft, ist ihre Verbindung zur Welt als (H)Ort des Seins unverstellt und direkt. Kristina wird eines Tages, bei einem ihrer Ausflüge eins kleinen Mädchens ansichtig, in dem sie sofort eine Verwandte spürt und das sie einfach mitnimmt...

Dies ist eine Handlungsbeschreibung, doch geht es im Buch weniger um die äußeren Bewegungen, als das, was im Innern dieser Figuren vor sich geht, dort geschieht. Ulrika beschreibt wie nebenbei die eigene, konservative Familie, die so graumäusig wirkt gegen die schillernde, ganz dem Aufbruch ihrer Zeit entsprechende Familie Gattmann; sie beschreibt die Freundschaft zweier ungleicher Mädchen, die vielleicht gerade deswegen so gut funktioniert, sie beschreibt die kindlich/jugendlich empfundene Magie jener Sommer im Landhaus, an der See - und eingebettet in dieses Erzählen ist ein ungeheuer feines Gespür für das Vergehen der Zeit, das Älter- und Reiferwerden und dafür, wie sich die Perspektiven verschieben. Was damals so groß war - ob physisch oder psychisch - ändert seine Relation und damit auch die Bedrohlichkeit. Und vielleicht auch seine Bedeutung.

Anders als zum Beispiel in dem ungemein spannenden Werk "Der Mann unter der Treppe", in welchem das Eindringen des Außer-Natürlichen in die kleine Welt einer aufstrebenden Familie als wirkliche Begebenheit oder als innere Zerrüttung eines überforderten Mannes gelesen werden kann, läßt Marie Hermanson das Unheimliche hier lediglich unterschwellig sich ausbreiten. Die stumme Maja, die nie eine Gefühlsregung zeigt und damit vor allem die Mutter der Familie Gattmann an den Rand der Verzweiflung bringt, stellt dieses Verhalten doch alles in Frage, was die Gattmanns sind und wollen - die Empathie mit der Dritten Welt, die Öffnung der Seele für die Welt, die Innerlichkeit eines ausgelebten Gefühlslebens - ist zwar das Fremde, das wir uns selber ins Haus holen, doch gespiegelt in der Geschichte der jungen Kristina, stellt sich sehr schnell die Frage, wer eigentlich wem unheimlich wird - jene, die wir nicht verstehen uns, oder wir und unsere Welt, die wir nun einmal durch Sprache definieren jenen, die dieser Welt vollkommen anders begegnen? Und ihr und ihren Regeln - auch das sei gesagt - ausgeliefert sind.

Am Ende dieser 300 schnell zu lesenden Seiten bleibt eine runde Geschichte, die auch deshalb so gefallen kann, weil sie sich nicht der Illusion hingibt, wir könnten "das Alte" einfach irgendwo auf unserem Lebensweg wieder aufgreifen und fortsetzen, sondern ein großes Wissen darüber offenbart, daß gelebte Leben ihre ganz eigenen Regeln entwicklen -.und zwar ein jedes für sich.

Und so stellt man beim Lesen fest, daß sich auch Lektüre verändert mit den Jahren und derselbe Text, der einen vor 15 Jahren fesselte, dies immer noch vermag, wenn auch aus nicht völlig anderen, aber doch gewandelten Gründen...und nun stehe ich wieder vor meinem Regal und überlege...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen bewegende, spannende und ungewöhnliche Geschichte, 5. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch wird aus der Sicht zweier Hauptdarsteller beschrieben.
Zum einen lernen wir das Leben und die Welt von Ulrika kennen, welche heute eine alleinerziehende Mutter ist. Sie beschreibt in ihrer Geschichte einen Teil ihrer Kindheit, die sie in den Ferien in einem wunderschönen Haus am Meer bei Familie Gattmann verbringt. Sie freundet sich mit der Tochter des Hauses an.
Zum anderen zeigt uns die Autorin das Leben von Kristina, einer sehr schüchternen Frau, die sich einen großen Teil ihres Lebens hinter Masken versteckt, um sich nicht zeigen zu müssen. Diese Masken sind nicht rhetorisch gemeint, sondern es handelt sich tatsächlich um Masken, die sie sich vor ihr Gesicht hängt. Sehr skurril und rätselhaft verfolgen wir so das Leben dieser eigenartigen Frau.

Anfangs fragt man sich noch, was genau nun diese beiden Frauen verbindet, aber immer mehr kommt man dem Rätsel im Nachhinein auf die Spur.

Das Ende ist dann plötzlich ganz anders, als man vielleicht denkt und hinterlässt, zumindest bei mir, einen sehr melancholischen Nachgeschmack.
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Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Muschelstrand: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Marie Hermanson (Taschenbuch - 26. Juni 2002)
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