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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humbert Humbert, der große Manipulator
Der Fall scheint eigentlich sonnenklar: Humbert Humbert, ein Mann schon in den reiferen Jahre, heiratet eine Frau, die er eigentlich garnicht liebt, nur um an sein wahres Objekt der Begierde zu gelangen: Deren Tochter, Dolores Haze, genannt Lolita, gerade mal 12 Jahre alt. Durch Ereignisse die hier nicht verraten werden sollen, gelangt er im Laufe des Romans in den...
Veröffentlicht am 22. April 2005 von Michael Dienstbier

versus
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwer einzuordnen
Auf der Suche nach den Glanzlichtern der Weltliteratur bin ich natürlich auch auf Lolita von Nabokov gestoßen.

Als ich das Buch durchgelesen hatte, fragte ich mich nachdenklich: "Ups, was war das denn?"

Ich hatte eine Ausgabe gewählt, die ein Nachwort zur russischen Ausgabe von Dieter E. Zimmer enthält. Und das war so spannend zu...
Veröffentlicht am 11. April 2010 von H. Schulz


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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humbert Humbert, der große Manipulator, 22. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Vintage International) (Taschenbuch)
Der Fall scheint eigentlich sonnenklar: Humbert Humbert, ein Mann schon in den reiferen Jahre, heiratet eine Frau, die er eigentlich garnicht liebt, nur um an sein wahres Objekt der Begierde zu gelangen: Deren Tochter, Dolores Haze, genannt Lolita, gerade mal 12 Jahre alt. Durch Ereignisse die hier nicht verraten werden sollen, gelangt er im Laufe des Romans in den alleinigen "Besitz" Lolitas. Diese hat dann, bevor er ihr das Frühstück gestattet, ihre "morning duty" zu erfüllen. Wie diese genau aussieht, bleibt der Phntasie des Lesers überlassen.
Ein Dreckskerl also, oder? Klar, nur merkt man das beim Lesen nicht so schnell wie bei einem flüchtigen Blick auf eine Inhaltsangabe. Die Geschichte wird uns nämlich von Humbert Humbert persönlich erzählt. Und dieser ist durchaus eloquent und hat gute Gründe für all seine verwerflichen Taten vorzubringen. Als Leser neigt man ja in den meisten Fällen dazu, die Autorität des Ich-Erzählers zu akzeptieren und sein (oder ihr) Wertesystem zu übernehmen, wenn dieser oder diese sich nicht allzu plump anstellt.
Humbert Humbert tut dies nicht. Er beschreibt nicht, wie er sabbernd, geiffernd und Lolita beim Duschen zuschaut. Vielmehr legt er in geradezu poetischer Art und Weise seine wohl ehrliche Liebe zu dem jungen Mädchen dar. Dass dieses Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht, verschweigt er. Dies wird nur an einigen wenigen Textstellen, wie an der oben zitierten, implizit deutlich.
"Lolita" verlangt somit einen kritischen Leser, der sich der manipuliernden Erzählweise Humbert Humberts bewusst ist und sich nicht dem Charme und rhetorischem Geschick des pädophielen Protagonisten hingibt.
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46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich, 4. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
"Lolita" ist für mich ein Werk, das in einen Literaturkanon aufgenommen gehört (wenn es denn einen gäbe). Erzählt wird die verzweifelte Liebe eines mittelalten Mannes zu einem kleinen Mädchen. Diese unmögliche und kriminelle Liebe war der Grund, warum das Buch lange Zeit verboten war und in manchen Ländern sogar immer noch ist.
Aber Nabokov schreibt keineswegs obszön oder sensationsgierig, sondern melancholisch, trüb, analytisch, doch oft auch einfach nur witzig. Die Selbstironie, das Selbstmitleid und das harte, aber oft auch vor Wahrheit strotzende Urteil des Erzählers "Humbert Humbert" sind kraftvoll und sympathisch.
Die Sprache Nabokovs ist meiner Ansicht nach unübertroffen. Und damit meine ich ernsthaft, daß sie die Virtuosität z.B. Goethes, Döblins oder Hesses in den Schatten stellt. Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die Übersetzer, die Großes vollbracht haben, so daß viele Wortspiele auch im Deutschen erhalten und v.a. auch nicht gekünstelt sind.
Nabokovs Sprache ist treffend, phantasievoll und immens kreativ. Oft fragt man sich, woher er diese wohlüberlegten Vergleiche und Assoziationen und Ausdrücke sowie Redewendungen hernimmt.
Zum Schluß sei noch erwähnt, daß es in "Lolita" vor Anspielungen auf die Literatur, insbesondere die französische, nur so wimmelt. So sind Kenntnisse auf diesem Gebiet und in der französischen Sprache zwar hilfreich und nett, jedoch kinesfalls für das Verständnis oder den Genuß des Buches notwendig.
Fazit: Ein Meisterwerk, das vor die Lesebrille eines jeden Literaturfans und dessen, der es werden will, gehört.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Try to read LOLITA before you read reviews, 10. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Vintage International) (Taschenbuch)
I bought LOLITA knowing of it only by its reputation as a controversial novel and by its first-place position on a recent critical list of the best novels in decades. I began LOLITA on a recent business trip and found it a very clever work of absolute creative genius, so fascinating that I didn't notice the time and missed a connection home, which however gave me time to finish it.
Its surprises made it all the more wonderful. So I suggest reading the book before you reading reviews that might disclose its contents.
LOLITA is, or includes, a story of filial love. Lolita helps old Humbert to grow into a father more than he helps her to develop as a youth. She does her weird chores and earns her tiny allowance. She loyally keeps their secrets to the end. Humbert, who must be the least effective fictional American father since Huckleberry Finn's, barely notices her supreme adolescent compliment that he was a good father to her. The character of poor Lolita, not of Humbert, reminded me of a comment by Nabokov's countryman Dostoyevsky: "One feels compassion for the ridiculous man who does not know his own worth as a good man, and consequently sympathy is invoked in the reader. This awakening of compassion is the secret of humor." (Quoted in Boorstin, THE CREATORS, 1992).
A work of fantastic fiction in the 1950s, LOLITA is eerily prescient about today when 15-year-old girl athletes dodge marriage offers from fans and even younger children describe "my first time" on the Internet.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert!, 19. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Ich kaufte mir dieses Buch mit dem Vorsatz meine Allgemeinbildung etwas zu vergrößern und dachte daher, dass es mir schwer fallen würde mich darin vollkommen zu vertiefen. Der lebendige und flüssige Schreibstil von Vladimir Nabokov fesselte mich ein ganzes Wochenende an dieses Buch. Die schilderungen des Autors wie vor dem Auge des Protagonisten, der der kleinen Lolita ganz und gar verfallen ist, Wahrheit und Wahnsinn verschwimmen fordern die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Das Buch bringt einen FAST dazu die Begierden und kranken Gedanken eines Pädofilen nachvollziehen zu können.
Zu dem Buch gehören diese ausführlichen Beschreibungen der Gedankengänge des Protagonisten um dessen Wesensart besser verstehen zu können.
Leider bekommt das Buch gerade dadurch zwischenzeitlich einen Hauch von langatmigkeit, so dass man aufpassen muss das man nicht aus der Konzentration fällt.
Man kann dieses Buch also ohne zögern als Meisterwerk mit Schönheitsfehler bezeichnen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A True Original, 14. Juli 2000
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Vintage International) (Taschenbuch)
"There is no such thing as a moral or an immoral book. Books are well written, or badly written. That is all." --Oscar Wilde
Often banned by those who consider it "immoral," LOLITA is far better than just "well written." Stylistically, there are few novels in English that match Nabokov's masterpiece for the seriously playful love and use of language. And English was at least Nabokov's third tongue! LOLITA is neither a moral nor an immoral book. It is brilliantly written. But Wilde was slightly off: that is NOT all.
French academic Humbert Humbert comes to America to renew his life after stagnation and divorce in Paris. He soon meets the 12-year-old Dolores Haze. Lolita. She who reminds him so powerfully of the young Annabel he so innocently fell in love with on the Riviera when he was thirteen. The trouble is, Humbert was thirteen twenty-five years before and he wants to love Dolores as if he were thirteen again. It's just not so innocent this time around, and the fact that he knows this does not stop him.
That LOLITA is a love story cannot be convincingly denied any more than that it is a twisted tale of illicit, deranged obsession--novels, like life, often revel in ambiguity. Nabokov encourages these multiple shades of gray by employing one of the most enchanting yet unreliable narrators I've ever encountered. We see not only his obsessive, unheathily insatiable lust for the young girl, but also what life with him does to her: how she cries at night despite her brave front during the day, how she learns to manipulate him, how she grows to hate him. How much of what Humbert says can really be believed? Trying to figure that out is part of the enjoyment.
The whole book is a story of decadence and decline, of the beautiful ugliness of corruption. LOLITA is an aesthetic dream gone horribly wrong under the bright hot sun of the highways of middle America. It is also a treasure of twentieth century literature, a work of genius in how it persuades us, from time to time, to sympathize with its charming yet ruthless villain. But to say that Nabokov endorses pedophilia would be like saying that Sophocles endorses patricide and sleeping with one's mother because he wrote OEDIPUS REX. Read LOLITA and be amazed!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A masterpiece on several levels, 13. Juli 2000
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Vintage International) (Taschenbuch)
Vladimir Nabokov's Lolita is one of those rare books that is both a commercial and an artistic masterpiece. Like Joyce's Ulysses it is a tour de force of language seldom encountered in English outside the works of Shakespeare. It is a carefully crafted novel rich in irony and atmosphere, a novel of great psychological insight and poignancy, a novel to rival the masters of the nineteenth century and those of the twenty-first. Some have called it "The Great American Novel," that mythical tome of authorial genius that everybody was trying to write after the second world war, and the best novel about America ever penned. Certainly Lolita can feel comfortable alongside The Scarlet Letter, Huck Finn, Moby Dick and a few others as a top drawer classic of American literature.
Of course what sets Lolita apart from other novels, at least at the time of its publication in the fifties, is its theme. A grown man making love to a pre-adolescent girl was quite a shock for a prudish America weaned on Ozzie and Harriet and Dwight Eisenhower. As such it was a courageous novel and a bit of a daring-do. It was the novel of a man ravenous for the fame and fortune he thought his talent so richly deserved, and so he took a chance.
Originally Nabokov had intended to withhold his name from the title page while dispersing throughout the narrative cryptic evidences of his presence, should he later want to claim authorship; but somehow, even before the novel's first publication in France, he was persuaded to admit paternity. Even so he remained uneasy about Lolita throughout most of his life, maintaining that other, less appreciated works of his were superior, especially Ada and Pnin, while insisting that Humbert Humbert, his nymphet-enchanted antihero, was no part of himself, merely a puppet on the master's string. After the rush of fame had subsided and he was comfortably ensconced en chateau with his fortune, Nabokov even grew weary of the attention Lolita commanded from critics and public alike, attention he saw as detrimental to his scholarly work, his autobiography (the splendid Speak, Memory) and his other works of fiction. I wouldn't be at all surprised to learn that more than once he spoke aloud the ancient warning and lamentation: "Beware of what you wish for. You may get it."
Still, one can survive such annoyances, and nowhere in Nabokov's life was he seen as more than slightly troubled by the very real belief that such a penetrating revelation of character (Humbert's) could only be achieved by having part of that character as one's own. This he denied to his dying day-as well he might and should. The "biographical fallacy" has a place in literary criticism, perhaps, but not here. His denial, while politically correct, was unnecessary since girls are desirable, and one can feel that desire without being a lecher. What is needed is the understanding, as with avocados and the rising of the sun, that there is a time appropriate to every purpose.
While reading Lolita for the first time, as with any rich piece of literature, you do yourself a favor and don't try to catch all the subtleties. Just read it through. Those familiar with Nabokov know full well that he plays games with the reader just as he does with his characters. He likes to show off, and besides few of us are as erudite as the very learned professor himself. You might want to take a note or two to record how you feel about Humbert and his little charge, and then compare those notes to how you feel after a second reading. Like others, I found myself moved from the amusement and tolerance of a first reading to a fully sober appreciation, after a second reading, of what a "brute" (Lo's fair description) Humbert Humbert really is. It is a curious coincidence perhaps, but this is exactly what happened with the cinematic interpretations of the novel. The first, by Kubrick from the sixties, is a brilliant comedy that has us identifying with the tragedy of Hum's obsession, while the second, Adrian Lyne's more graphic recent production, makes it clear how violated and used and ultimately destroyed Lolita really was.
If you're writing a paper, buy the annotated Lolita with notes by Alfred Appel Jr. Although the annotations add only a little to an enjoyment of the novel, and in some cases seem a bit of a pedantic stretch, they will satisfy a scholastic urge. [751 words; 3620 characters] END
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte die jeder zu kennen glaubt..., 13. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Lolita, das Wort ist bekannt, zwei mal wurde das Buch verfilmt. Wieso also das Buch lesen?

Kein Film, keine Kurzfassung oder Rezension kann den Inhalt dieses Buches korrekt wiedergeben. Man muss jeden Satz selber mindestens zweimal gelesen haben um das Buch in seinem vollen Umfang zu verstehen.

Denn man muss immer bedenken wer die Geschichte erzählt. Es ist Humbert, der Täter, der die Geschichte erzählt, soll man ihm glauben? Sind seine Erzählungen akkurat? Humbert schafft es durch unglaubliches sprachliches Geschick selbst eine Vergewaltigung in den schönsten Worten zu umschreiben. Er sagt er wurde von Lolita verführt? Stimmt es? Wer weiss. In jedem noch so unscheinbaren Satz stecken Informationen über das zwölfjährige Mädchen das von Humbert als verführerisches Dämonenkind dargestellt wird. Erpressungen seinerseits werden nebensächlich umschrieben, Lolitas Gefühle nur kurz erwähnt um sie gleich als lächerlich darzustellen.

Der Leser muss vorsichtig sein, um sich nicht vom Erzähler täuschen zu lassen. Triviale sexuelle Handlungen werden in endlosen Sätzen vom Erzähler verschleiert und verschönert. Und manchmal entdeckt man erst beim zweiten Lesen gewisse Andeutungen und Schilderungen die im ersten Moment trivial und unscheinbar erscheinen.

Humbert Humbert ist als Erzähler ein Genie, als Mensch ein Monster. Ein so redegewandtes und äusserst gutaussehendes Monster, das man ihm fast glauben mag, wenn er sich als Opfer darstellt.

Bei all der Schönheit die in den Worten steckt darf aber das Schicksal von Lolita nicht vergessen gehen. Als faktische Vollwaise folgt sie verzweifelt Humbert. "Sie kann nirgendwo anders hin" wie es der charmante Humbert kühl beschreibt. Sie ist gefangen in der Welt von Humbert Humbert. Verzweifelt versucht sie die Macht in dieser einseitigen Beziehung durch sexuelle Verweigerung an sich zu reissen. Ja sie hat eine gewisse Macht über Humbert, aber zu welchem Preis?

Immer wieder muss man an der Zerstörung dieses jungen Menschen teilhaben. Dies aus der Sicht von Humbert Humbert der erst späht selber die Zerstörung sieht die er an Lolita angerichtet hat. Viel zu späht für beide...

Dieses Meisterwerk bringt einem an vielen Stellen zum lachen, an anderen Stellen muss man sich auch bei wiederholtem lesen Tränen verdrücken. Und auch wenn man den Anfang und das Ende schon kennt, ist das Buch so lesenswert wie kein anderes. Diese teuflische und verführerische Schilderung eines abscheulichen Kapitalverbrechens braucht jede Seite und jeden Nebensatz um das Schicksal von Humbert Humbert und vor allem von Lolita authentisch zu beschreiben.

Am Ende des Buches wird man keine Jubelschreie von sich lassen, man wird sich wahrscheinlich bedrückt und hilflos fühlen. Dafür aber um viele Wertvolle Gedanken reicher. Mit einer Faszination die einem auch schnell zum erneuten Lesen anregt, um vielleicht doch noch ein paar weitere Fakten und Hinweise zu finden die einem helfen dieses traurige Drama besser zu verstehen.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Liebe zwischen einem 40jaehrigen und einem "Nymphchen", 27. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
In Vladimir Nabokovs einst umstrittenen Roman "Lolita" geht es um den Schriftsteller Humbert Humbert, der, als Moerder angeklagt, sich sein Gestaendnis von der Seele schreibt. Was wir lesen, sind in der Ich - Perspektive erzaehlte Erinerungen; eine Geschichte, die zum Mord fuehrt, der doch nur Vorwand ist fuer einen psychologisch meisterhaft und eindringlich erzaehlten Text: Roadmovie und Liebesgeschichte in einem. Humbert Humbert, der sich begierig nach "Nymphchen" sehnt, entdeckt die 12jaehrige Lolita als seine grosse Liebe. Um ihr nah zu sein, heiratet er ihre Mutter, die jedoch bald stirbt. Getrieben von Verlangen und Verlustaengsten bereist er ein Jahr lang mit Lolita die Vereinigten Staaten; seinen Annaeherungen begegnet sie teils mit Amuesiertheit, teils mit Widerwillen; und das Auf und Ab ihrer Beziehung, deren heikle erotische Szenen stets elegant umschrieben werden, macht zu einem Grossteil die Faszination des Buches aus. In den 50er Jahren, als das Buch erschien, war es zunaechst wegen dieser Szenen heftig umstritten; heute wirkt es eher zurueckhaltend, nie aber pruede. Der eigenwillige Stil Nabokovs, der haeufig in alle Richtungen ausschweift (aber nie den Faden verliert), war fuer mich am Anfang nicht leicht zu lesen; im Laufe der Seiten zog er mich jedoch immer mehr in seinen Bann. Vielleicht kein Buch, das sich immer rasch und fluessig liest; dafuer wird man aber auch beim zweiten Lesen immer wieder mit Neuem belohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Skandalroman und Meisterwerk des 20. Jahrhunderts, 22. Juli 2005
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Vladimir Nabokovs Erfolgs- und Skandalroman "Lolita" ist ein vielfach missverstandenes Buch. Man hat es als bloßen pornographischen Text verurteilt oder umgekehrt als moralische Schrift angesehen. Beide Sichtweisen werden dem Roman jedoch nicht gerecht. Es geht dem Autor nicht vorrangig um die Darstellung zweifelhafter sexueller Neigungen, aber ebenso wenig lässt sich die Aussage des Buches auf irgendeine Moral reduzieren. "Lolita" ist ein sehr vielschichtiger Text: die psychologisch ausgefeilte Innenansicht eines Pädophilen, der seine Neigungen lange nur in der Phantasie ausleben kann, bis er durch "glückliche" Umstände zur einzigen Bezugsperson eines zwölfjährigen Mädchens wird. Die daraus entstehende Beziehung ist für ihn die Erfüllung seiner Träume - und zerstört zugleich sein Leben und auch das Leben Lolitas. Zu Recht gilt der Roman als das Hauptwerk des Russen Nabokov, der seine großen Erfolge auf Englisch schrieb. Die psychologische Darstellung ist ebenso überzeugend wie der virtuose Umgang des Autors mit Sprache und Textkomposition. Der Roman ist Lebensbeichte, Liebesgeschichte, Kriminalroman und psychologische Studie zugleich - ein moderner Klassiker.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A great and troubling book, 22. Januar 2000
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Hörkassette)
Lolita is both a great and troubling novel. It's difficult to imagine Nabokov writing anything of poor quality. His prose has a natural flow and an effortless sophistication that I have never seen in any other writer of the English language. He writes with grace and maturity that lend his prose a certain amount of authority. Once can hardly question the master, and this may be why I was seduced by "Lolita" the first time I read it.
During the first reading, I was swept away by the caricature of Humbert Humbert. His old world manner, his cool, self-justifying narrative, and his academic contempt for trendy concepts such as Freudian Psychology and Existentialism were humorous and refreshing. I was seduced by the characterization and language in the novel and hardly thought of it in realistic terms. This perspective was only reinforced by seeing the original film with Peter Sellers and James Mason. Like my first reading of the novel, the film had a gentle and irresistible current of humor that made it difficult to imagine the events actually occurring in the lives of real people.
The second time I read "Lolita" I had a far more troubling experience. I still enjoyed the novel's writing and characterization, but this time it struck me on a realistic level. I found myself empathizing with Lolita and imagining what the world must be like from her perspective as she traveled around the country in the company of a foster parent who habitually molested her. I was especially stunned by the scene in which Humbert first informs her that she cannot leave him and return to her mother because her mother is dead. Lolita storms out of the room but eventually returns to Humbert's bed and tearfully wraps her arms around him. When she does this, Humbert chillingly informs the reader that she simply had nowhere else to go. In that moment, I was suddenly immune to the charm of Humbert's narrative and enormously sad for Lolita.
Coincidentally, just after my second reading of Lolita, I saw the film with Jeremy Irons. Unlike the earlier version, the film treated the story in a blunt and realistic manner. The humorous characters and witty dialogs were overshadowed by a constant coldness and brutality throughout the film.
"Lolita" is a great novel, but we should be wary of how and why we appreciate it. Some readers and critics view Lolita as a tragic love story while others consider it a celebration of the open road. Some even argue that "Lolita" is a metaphor for the clash between European and American culture. "Lolita" may well be all these things and more, but it is also a much darker chronicle of the tormentor's mindset. Humbert's narrative is charming and full of old world conceit, but it is also a tool of disguise. Humbert self-consciously uses style to conceal the naked brutality of his craving and the harm it causes Lolita. He disguises himself as the doomed lover and portrays her as the tormenting muse.
We should praise Nabokov for this clever role reversal. It is a wonderful mechanism for employing style in an imaginative manner as Humbert alerts us in his opening monologue ("Can you stand my style!"). But while we can admire Nabokov's skill and imagination, we should not take Humbert at his word for who and what he is.
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Lolita
Lolita von Vladimir Nabokov (Taschenbuch - 2002)
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