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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Genial,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Jeder stellt sich die Frage "Wie verläuft der Erste Kontakt"? Die Menschen, lange auf der Suche nach einer anderen Intelligenz im All, entdeckt endlich ihre Nachbarn. Doch wie Kontakt aufnehmen? Kontaktieren sie uns zuerst? Wir sie? Sind sie feindlich? Haben sie Angst? Schicken sie uns weg? Laden sie uns ein? Aber was ist.... wenn garnichts passiert?Dieser Frage sieht sich die Besatzung des Raumschiffes gegenüber, die den Ersten Kontakt mit einer neu entdeckten Spezies herstellen soll. Dabei besteht die Besatzung durchweg aus Wissenschaftlern bis auf eine Ausnahme. Ein Raumpilot gelangt durch einen Unfall der in einer ausführlichen Vorgeschichte (die an sich schon ein eigenes Buch wert wäre) beschrieben wird an Bord des Raumschiffes und wird eher unfreiwillig zum Hauptdarsteller der Geschichte. In typischer Lem Manier dreht sich die Geschichte um die Menschen und "ihre" Technik, die Menschen und ihr Umgang mit dem fremden und nicht zuletzt um ihren typischen Anthropomorphismus, der ständig bestrebt ist ihre eigenen Eigenschaften auf ihre Umgebung und ihnen Fremdes zu projizieren. Entfernt an das Meisterwerk "Solaris" erinnernd, stehen sie hier wieder vor einer fremden Macht die von sich aus keinerlei Informationen preisgibt. Das philosophische Element dieser Begegnung kommt hier klar heraus: Die Erkenntisse die wir von etwas gewinnen, was von sich aus keine Informationen hergibt,werden ausschließlich von unseren Fragen bestimmt. Wir erfahren immer nur das, was wir erfragen können - die Art der Frage bestimmt dabei die Antwort und läßt uns über die Hintergründe im Dunkeln. Dabei stellt sich die Besatzung hintergründig nicht nur einmal die Frage: Fragen wir in die richtige Richtung? Was wir nicht erfragen können - das, an was wir nicht von uns aus denken - das bleibt im Dunkel... Die Spannung die Lem aus dieser Geschichte zieht ist fesselnd. Aus dem Unwillen aufzugeben entwickelt sich alles in eine Richtung die den Leser miträtseln und miterahnen läßt. Das Finale ist kräftig und wer Lem kennt der weiß - das Ende des Buches ist erst der Anfang des eigenen Denkens. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
FIRST CONTACT, mal anderst...,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Stanilaw Lem gehört zu meinen unumstrittenen Favoriten. Obwohl sich mit grossen Ausnahmen praktisch jedes seiner Bücher im Genre "ScienceFiction" bewegt, vermag er vom Grundthema her Szenarien behandeln, welche im eigentlichen nicht auf SciFi-Boden basieren. Wohl finden seine Geschichten im benannten Umfeld statt - in Raumschiffen, auf fremden Planeten usw. - doch sind es abgesehen von den Geschichten Ijon Tichy's meistens nicht die Abenteuer an für sich, welche mich von anhin in seine Welt entführt/verbannt haben, vielmehr die erstaunlich realistischen Zwischentöne, welche schlussendlich das Geschehen formieren. Auf "Solaris" werden beispielsweise intimste Gedanken und Sehnsüchte materialisiert, die untereinander nicht bloss der Existenz willen, sondern der inhaltlichen Aussagekraft wegen verschwiegen werden. (Bsp. Pädophile Homosexualität) So findet die Geschichte "FIASKO" wohl in einem fernen Sonnensystem statt, doch man ergötzt sich auch hier nur zum kleinen Teil an "kosmischen" Bildern und SciFi-Szenarien. Diese werden auch mit Liebe zum Détail beschrieben (Eisring um den Planeten), doch vielmehr sind es die Konflikte, die in diesem Umfeld entstehen. Der erste Kontakt zu einer anderen Zivilisation, von welcher nicht einmal das Aussehen bekannt ist, wird mit anfänglich zwei theoretischen Entwicklungsmöglichkeiten, bzw. einer Grundfrage thematisiert: Wird unsere Ankunft freundliche oder feindliche Reaktionen auslösen? Der effektive Konflikt zwischen den beiden Rassen und den Menschen untereinander gestaltet sich in der dritten, zuvor nicht bedachten Form des ÜBERHAUPT NICHT stattfindenden Kontaktes und man könnte mögliche Parallelen zu Solaris entdecken, wo die fehlende Möglichkeit zur Kommunikation in jeglicher Form mehr Fragen als Antworten liefert: WEISS man von unserer Existenz? Ist der Nicht-Kontakt Summe vorerst feindlicher - oder geheimer Absicht? Gibt es dort möglicherweise militärische Einheiten, die vor dem "offiziellen Kontakt", vor Einbeziehung der eigentlichen Zivilisation eigene Abklärungen tätigt? Wie können wir Aufmerksamkeit erlangen wenn keine Reaktion erfolgen, wie weit dürfen/können wir an der Oberfläche kratzen, ohne ein Fiasko zu riskieren? Gleichzeitig ist man darüber informiert, was eine Fehlhandlung auslösen KÖNNTE, denn der Raum im besagten Sonnensystem weist kriegerische Spuren massenhaft anwesender Überwachungssateliten auf, deren übermässig vorhandene Anzahl keine Logik aufweist. Auch in Solaris ist der Protagonist über mögliche Konsequenzen bewusst, nur weiss er nicht, aufgrund welcher früherer Handlungen diese erfolgt sein könnten. Der grössere Teil des Buches beinhaltet demnach massenhaft Spekulationen auf mögliche Auswirkungen, schildert grundverschiedene Überlegungen einzelner Wissenschaftler auf ein und dasselbe Problem, bevor das nächste thematisiert wird. Dies könnte (und wird) einigen StarTrek-Fans und ähnlichen SciFi-Freaks missfallen, denn die weitere Entwicklung der Geschichte ist trotz der "fiktiven" Ausgangslage unheimlich realistisch und deshalb für meinen Geschmack überaus genial. ERGO: Wer eine ernsthafte, leicht mystische, streckenweise sehr theoretisch behandelte Auseinandersetzung einer phantastischen, actiongeladenen First-Contact-Alien-Version vorzieht, ist mit diesem Roman besser bedient, als ihm möglicherweise recht ist.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine Offenbarung,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
„Fiasko" ist genau das Gegenteil, nämlich kein Lesereinfall, sondern für mich die Leseentdeckung der letzten Jahre schlechthin. Auf der realen Ebene werden die Erlebnisse eines „Piloten" geschildert, der, bei einem Rettungsunternehmen verunglückt, Jahrhunderte später sich reanimiert auf einer Weltraummission zur Kontaktaufnahme mit einer unbekannten Lebensform wiederfindet. Kubrick-Fans werden sich über den Supercomputer „GOD", das Pendant zu „HAL", freuen, Laienwissenschaftler über die ausführlichen und fantasievoll detaillierten Schilderungen zukünftiger Sideraltechnologien, der Oberflächenphänomene fremder Gestirne oder der Manipulationen von Kollapsaren. Aber da ist noch eine weitere, tiefgründigere Ebene, auf welcher mehrere der „letzten" Fragen gestellt werden: Wie entwickeln sich Kulturen, gibt es Verständigungsmöglichkeiten unter ihnen? Kann es „gutgemeinte" Gewaltanwendung geben, darf der „Klügere" dem weniger Klugen seine Hilfe aufzwingen? Wie laufen gruppenpsychologische Prozesse ab, gibt es objektive Entscheidungen, wie sieht sie aus, die Kraft, die stets das Gute will, und doch das Böse schafft? Dieses Buch hat mich auf vollständig neue Ideen und Überlegungen gestoßen, was mir trotz reichlicher Lektüre schon seit Ewigkeiten nicht mehr passiert ist.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine Ahnung von dem was FREMD ist.,
Von Taklamakan (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Ein Grundthema von Stanislaw Lem ist: Das wirklich Fremde können wir gar nicht wirklich erkennen. Wir finden immer nur uns selbst, unsere Irrtümer,unsere falschen Vorstellungen von dem was ANDERS ist. Entweder wir gehen uns selbst in die Falle (Solaris), oder gehen dem speziellen Unerklärlichen in die Falle (Der Unbesiegbare), oder stehen ihm hoffnungslos irritiert gegenüber (Eden) oder, wie im vorliegenden Buch FIASKO,wir planen mit allen Unwahrscheinlichkeiten im Gepäck eine Begegnung mit dem Fremden, haben fast Glück und werden zum Schluss doch wieder überrascht mit dem absolut Aussergewöhnlichen, dass das Fremde in sich birgt. So wird die Expedition, die so gut startete, in den letzten Sätzen des Buches doch noch ein Fiasko. Das Fremde bleibt Fremd. Stanislaw Lem gelingt es mit diesem Buch, wie in keinem anderen,eine echte Pointe zu diesem Grundthema zu bringen. Erst der letzte Satz des Buches, nach einem stetigen, fast unerträglichen, und sehr hohen Spannungsaufbau, ist quasi die Pointe und wirkt philosophisch schockierend. Hammermässig sarkastisch. Lem-Böse. Der Leser bekommt mit diesem Buch eine tatsächliche Ahnung von dem was FREMD ist (Vergleichbar gut: "Picknick am Wegesrand" der Brüder Strugatzki). Dieses Buch, mit seinem Maschinen-mythischen Beginn, ist echtes "Gehirnfutter" und eines der besten Bücher zum Thema AUSSERIRDISCHES, und irgendwie gefällt es mir besser als Solaris.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Anstelle des Fremden finden wir nur uns selbst,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
"Das Fiasko " ist in meinen Augen einer der besten Romane zum Thema "Kontakt", der jemals geschrieben wurde.Ich möchte die Handlung nicht noch mal durchkauen, das wurde bereits in den anderen Rezessionen erledigt, sondern jedem der das Buch bis zu Ende gelesen hat empfehlen, es noch mal zu tun, mit dem Wissen das er nach der Lektüre hat. Ich finde es lohnt sich, denn nun erscheint die Geschichte in einem völlig anderen Licht. Achtung, ab hier wird gespoilert. Viele Rezensenten gehen wie die Besatzung davon aus, das es auf der Quinta einen festgefahrenen globalen Konflikt gegeben hätte, doch ich bin davon überzeugt dass dem nicht so ist. Genau genommen war diese falsche Annahme die Ursache der Katastrophe. Das ist es, worum es Lem ging. Der Mensch ist nicht in der Lage das wirkliche Fremde zu erkennen wenn es ihm begegnet, er muss es verzerren und verfälschen, bis er es seiner Erfahrungswelt einpassen kann, und sei es mit dem nuklearen Hammer. So geschieht es in "Das Fiasko" . Die Menschen kamen voller menschlicher Erwartungen, menschlicher Erfahrungen und menschlicher Ängste auf der Quinta an und fanden dort folgerichtig nur ein Spiegelbild irdischer Verhältnisse vor. Sie stießen auf eine Reihe rätselhafter Erscheinungen und bastelten sich daraus ein verheerend falsches Bild der Situation auf dem Planten zusammen. Was sie nicht alles für Theorien ausbrüteten, eine ausgefeilter(und falscher ) als die andere. Ein kalter Krieg, Militärstäbe die sich sonst wie tief eingegraben haben, Massen von Kampf Satelliten und und und. Jede Entdeckung wurde von ihnen mit aller Gewalt in ihr von der Erde mitgebrachtes Muster gepresst und ergab so ein Zerrbild, das direkt in die Katastrophe führen musste. Doch wird all dies erst mit den letzen Satz des Buches überhaupt klar. Der Leser stolpert die ganze Zeit eben so im Dunkeln wie die Protagonisten, eine Glanzleistung von Lem. Erst mit dem Wissen über die körperliche Beschaffenheit der Quintaner eröffnet sich ein völlig anderer Blick auf die Geschehnisse und die Irrtümer der Hermes-Besatzung. Der erste und entscheidende Fehler bestand darin, dass die Menschen während der ganzen Expedition völlig selbstverständlich davon ausgingen, dass ihnen die Quintaner in irgendeiner Weise körperlich ähnlich wären. Sicher sehr entfernt, aber doch so weit, dass sich eine ähnliche Erfahrungs- und Lebenswelt annehmen ließ. Eine so beschränkte Sicht musste zwangsläufig in die Katastrophe führen. Hier ein paar Dinge, die die Menschen aus Unkenntnis der Natur der Quintaner falsch einschätzten 1. Während einer genauen Untersuchung des Planeten wurden an einigen Stellen große Kalziumablagerungen unter der Planetenoberfläche gefunden. Weil man an einen planetaren Konflikt glaubte wurden daraus Massengräber und die Quintander dadurch "böse". Der Massenmord an ihnen war daher moralisch gerechtfertigt. Dass diese "Gräber" Ansammlungen vom höchst lebendigen Quintanern darstellten haben die Menschen nie erfahren. Nur Parvis war dieser winzige Moment der Erkenntnis vergönnt, bevor er von der Hand seiner Kameraden starb. 2. Den Planeten umkreiste ein "unfertiger" künstlicher Eisring, an dem nicht mehr gearbeitet wurde. Für die Menschen ein klarer Beweis für einen Konflikt, denn der Ring kühlte den Planeten ab und sorgte für sintflutartige Regenfälle Für Wesen die "menschenähnlich" wären sicher eine unangenehme Situation Aber für die Quintaner möglicherweise optimale Lebensbedingungen und daher vielleicht genau das Ziel der Operation. 3. Die Menschen gingen sie davon aus, dass die Quintaner sich auf der Planetenoberfläche bewegen würden (wie Menschen ), etwas wie Augen hätten und früher einmal Jagd betrieben haben mussten. Deshalb spielten sie ihnen mit einem Laser eine Art Schattentheater auf den Wolken vor. Hier waren gleich alle drei Annahmen waren falsch Es lassen sich noch mehr solche "Missverständnisse" finden und es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch mehr als einmal zu lesen. Ps: Ob es sich bei Parvis wirklich um Pirx handelt wird im Buch nie geklärt, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich ist er es. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Highlight,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Die Menschheit hat es endlich geschafft, eine hochentwickelte Technologie zu entwickeln, mit denen Reisen durch das All möglich sind.Dann wird ein Planet endteckt, auf dem Leben existiert. Dieses muß zudem aufgrund der entdeckten Signale und Aktivitäten höher entwickelt sein. Da man jetzt nicht mehr allein im Weltall ist, schickt man eine Expedition dorthin, um Kontakt zu knüpfen. Als man eintrifft, stellt sich heraus, daß die Nationen des Planeten in einer Art Stellungskrieg stigmatisiert sind. Durch weißes Rauschen ist Funkkontakt unmöglich. Kampfsatelliten halten sich gegenseitig im Schach. Durch eine selbst herbeigeführte Naturkatstrophe ist der Planet ständig unter Wolken verborgen und es regnet fast immer. Die Außerirdischen haben keinerlei Interesse an einer Kontaktaufnahme. Da die Menschen nun aber den weiten Weg zurückgelegt haben, soll auf jeden Fall ein Kontakt hergestellt werden. Notfalls auch mit Gewalt... Lem spiegelt das Verhalten der Menschen kolossal in diesem Roman. Der Kalte Krieg findet auf einem fremden Planeten statt. Die hochgerüsteten nationen sind mit sich selber beschäftigt und nur darauf bedacht, daß der andere keinen Vorteil erlangt. Eine dritte Macht wird eher als Bedrohung angesehen. Und die so fortschrittlichen Menschen? Diese wollen sich unbedingt bemerkbar machen. Dazu setzen sie auch ihre überlegende Waffentechnologie ein. Der Wahnsinn der Menschen wird hier eindrucksvoll deutlich gemacht. Man kann die politische Situation heute wie damals wunderbar in diesem Roman wiederfinden. Das Ende mußte ich mehrmals lesen, um endlich herauszufinden, was denn die Außerirdischen sind und wie sie aussehen. Das wird imgesamten Roman nie deutlich gesagt, sondern kann man nur aus anderen Passagen des Romanes herleiten. Für mich der intelligenteste und bemerkenswerteste SF-Roman, den ich kenne. Lem hat sich mit diesem Roman selbst übertroffen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Anthropozentrismus als fataler Fehler.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Der Protagonist ist sich seines Ichs nicht sicher. Nach Jahren aus dem Eis gerettet, weist sein Gehirn Gedächtnislücken auf und er kann nicht sicher von sich sagen wer er ist. Zumindest das Archiv kann helfen seine Person auf zwei Vermisste einzugrenzen.Der Gerettete nimmt an einer Expedition zu einem ferne Planeten teil, auf dem die Wissenschaft intelligentes Leben vermutet. Nach der Ankunft wird sehr schnell klar, das der Stand der Wissenschaft dort, dem der Erde gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts entspricht. Die Entdecker werden sehr früh bemerkt. Doch extremes Misstrauen beherrscht die Situation. Der Bordcomputer mit dem vielsagenden Namen GOD hat seine Schwierigkeiten, adäquate Übersetzungen zu liefen: „Die Hilflosigkeit, die GOD vor diesen Tausenden Fotos erkennen ließ, machte dem Menschen bewusst, dass in dieser auf scheinbar absolut objektive Informationsverarbeitung ausgerichtete Maschine dennoch ein Erbteil Athropozentrismus geronnen war." Oder anders: „Man wollte etwas erfahren über eine fremde Vernunft, und man erfuhr, welch enge Geistesverwandtschaft zwischen den Menschen und Ihren Computern bestand." Auf dem Planeten stehen sich zwei Mächte feindlich gegenüber. Jede Form der Kontaktaufnahme wird als Vorteil für die Gegenseite interpretiert. Man ist nicht an Kontakt interessiert. Auch die Entdecker stehen unter Druck, wollen endlich auf den Planeten, was ihnen immer wieder versagt wird. Die fatale Entscheidung eine Machtdemonstration abzugeben und den begleitenden Mond zu sprengen endet in einer Katastrophe. Alle Beteiligten sprechen sich gegenseitig Vorwürfe aus. Der Planet hat viele Rätsel; es regnet ständig dort und allem Anschein nach sind die Bewohner auch noch dafür verantwortlich. Alle Begriffe, die mit Bewegung im Zusammenhang stehen, gehen ins Leere. Da fällt doch die Entscheidung, der Protagonist erhält die Erlaubnis den Planeten zu besuchen. Stanislaw Lem's letztes Romanwerk setzt sich schwerpunktmäßig mit nicht irdischer und künstlicher Vernunft auseinander. Er stellt dabei treffend heraus, das Begriffe nicht eins zu eins übersetzbar sind. Eskimos haben über einhundertfünfzig Begriffe für Schnee. Eine fremde Rasse, für die Eigenbewegung unbekannt ist, dürfte für die Menschheit vor unvorstellbare Dialogprobleme stellen, an denen sich selbst unsere Computer schwer tun. Der Roman ist spannend und kompakt geschrieben. Neben Solaris sicher eines der besten Werke von Stanislaw Lem. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eins der besten Bücher von Lem,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Wieder einmal widmet sich Lem dem "ersten Kontakt" zwischen Menschen und Ausserirdischen. Dabei revidiert er viele Ansichten aus seinem früheren Roman "Gast im Weltraum". Noch im kalten Krieg entstanden, widmet sich das Buch tiefgründig der Frage, wie ein erster Kontakt mit einer militärisch gespaltenen Welt zustandekommen oder scheitern kann. Eins der besten Bücher, die bisher zu diesem Thema geschrieben wurde.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Zähe Intelligenz,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Meistens ist es umgekehrt: Die Außerirdischen kommen zu uns und jagen uns einen grässlichen Minderwertigkeitskomplex ein aufgrund ihrer überlegenen Technologie. In Lems "Fiasko" ist einmal anders: Die Menschen gelangen zu einem Planeten, der offenbar intelligentes Leben hervorgebracht hat. Aber wie kommt man mit diesem Leben in Kontakt? Dies spielt Lem in verschiedensten Problemstellungen durch, es beginnt schon damit, dass man die fremde Zivilisation zum richtigen Zeitpunkt kontaktieren muss, denn vor der Erfindung der Funktechnik kann sie schon gar keine Signale aus dem Weltall empfangen. Dann jedoch ist zu bedenken, dass eine Reise zu dieser fremden Welt so lange dauert, dass die Zivilisation sich bis dahin schon wieder grundlegend geändert oder gar selbst vernichtet hat. Intellektuell ist das brillant. Die Art, wie Lem diese Fragen bearbeitet, ist allerdings ungeheuer zäh. Spielten in Romanen wie "Solaris" oder "Transfer" die Menschen noch als Empfindende, Liebende, Leidende eine Rolle, sind sie hier zu Marionetten degradiert, berechenbar, austauschbar, nur noch zum Austausch von Rede und Widerrede im Sinne der Lemschen Diskurse gut. Es ist, als hätte Lem eigentlich ein Sachbuch schreiben wollen darüber, warum der Austausch mit anderen Zivilisationen nicht gelingen kann. Dass es daran liegt, dass der Mensch nun mal immer nur sich selbst sieht und Fremdes nicht erkennen kann, ist eigentlich ein Erzählstoff ersten Ranges, aber Lem legt diese Gedanken immer nur essayistisch dar. Lems Pessismismus ist abgrundtief. Dabei ist es eine Ironie der Geschichte, dass dieses Buch, kurz vor dem Zusammenbruch des Kommunismus verfasst, den Kalten Krieg, der auf dem Planeten herrscht, als eine unendliche und sich notwendig zu immer bizarreren Formen steigernde Struktur beschreibt. Immerhin diesen Pessimismus hat die Geschichte widerlegt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Viel Sciene unterbrochen von Fiction,
Von Lucky "Lax" (Rheinberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Fiasko (Taschenbuch)
Die unzähligen Space Operas und der übermäßige Konsum von Trivialliteratur müssen mich mittlerweile komplett versaut haben. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich mich den vielen positiven Rezensionen nicht anschließen kann. Ja, die Handlung ist spannend, interessant und tiefgründig, aber sie wird immer wieder von seitenlangen philisophischen Abhandlungen und wissenschaftlichen Einordnungen unterbrochen, die mir die Freude an dem Buch verdorben haben - da hatte ich z.B. durch die Lektüre der Sterntagebücher (Sterntagebücher (suhrkamp taschenbuch)) vermutlich eine falsche Erwartungshaltung. Dem Buch fehlt der Charme, der Witz, die Ironie und der Sarkasmus anderer Werke völlig und bleibt durchgängig vollkommen ernst.Für meinen Geschmack, kommt jedenfalls die Handlung und das (eigentlich immense) erzählerische Potenzial dieses Romans im Vergleich zu den wissenschaftlichen Aspekten viel zu kurz. Natürlich spielt die Wissenschaft in diesem Buch eine ganz elementare Rolle, denn wir verfolgen (leider erst sehr spät im Buch) vor allem die Insassen des kleinen Erkundungsraumschiffes Hermes, das sich einem fremden Planeten nähert, der von einer völlig unbekannten Spezies bewohnt wird. Die Besatzung versucht mit den Aliens in Kontakt zu treten. Hierbei bemühen sich die Wissenschaftler an Bord, unbekannte Wesen, eine völlig fremdartige Gesellschaft, die sie nicht kennen und die ihre ganz eigenen (Natur-)Gesetze hat, anhand von irdischen Theorien, Modellen und Erkenntnissen zu erklären, was letztendlich scheitern muss. Der Roman wird dem Anspruch an einen SCIENCE Fiction damit mehr als gerecht, aber für mich wirkt das Werk unausgewogen, weil die spannende, interessante Handlung im Vergleich zu den wissenschaftlichen Hintergründen viel zu kurz kommt. Ich hätte z.B. mehr zu der Frage der Identität von Tempe erwartet, nachdem sich die ersten 100 Seiten (und damit fast ein Viertel des Buches) nur um den verunglückten Piloten Parvis und den Wiedererweckten Tempe drehen. Und jetzt muss ich noch ein wenig spoilern: Die in zwei Sätzen auf dem Buchrücken beschriebene Handlung spielt sich eigentlich erst im letzten Viertel des Buches ab. Nachdem die Besatzung der Hermes lange vergeblich versucht, die Aliens zu kontaktieren, kommt deren erste Antwort erst etwa 60 Seiten vor dem Schluss - und dann in klarer Telegrammstil-Schrift, was mir etwas unglaubwürdig erscheint. Das "kosmische aneinander Vorbeireden" ist eigentlich gar nicht das Problem, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Besatzung mehr ÜBER die Aliens spekuliert und redet, als MIT ihnen. Fazit: Fiasko mag aus wissenschaftlicher Sicht hohen Ansprüchen genügen und regt tatsächlich zum Nachdenken an. Als Leser, der aber auch den Anspruch hat, unterhalten zu werden, hat mir das Buch aufgrund der Unausgewogenheit zwischen Science und Fiction nicht besonders gefallen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Fiasko von Stanislaw Lem (Taschenbuch - 20. November 2000)
EUR 14,00
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