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Kundenrezensionen

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Deutschunterricht: Unser Lehrer stellt uns eine handvoll Bücher vor, unter denen wir uns einige aussuchen dürfen, die dann gelesen und bearbeitet werden sollen. Unter anderem war Karen Duve mit "Keine Ahnung" dabei. Der Deutschkurs entschied sich mehrheitlich für dieses Werk, dass aus neun Erzählungen bzw. Kurzgeschichten besteht.

Die Autoren war mir vorher kein richtiger Begriff, außer dass mir ihr erster Roman Regenroman aufgrund des prägnanten Titels und des schönen Covers des Öfteren in meiner Buchhandlung entgegengestrahlt hatte, gekauft habe ich es aber nie. Ich bin relativ unbefangen an diese Geschichten heran gegangen und bin zum Großteil auch überzeugt und begeistert.

Die einzelnen Erzählungen gestalten sich wie folgt:
"Keine Ahnung" ist eine Geschichte über eine resignierende junge Frau, die keinen richtigen Sinn in ihrem Dasein mehr sieht. "89/90" ist eine verquere Liebesgeschichte einer Frau "zwischen" zwei Männnern.
Der Titel der folgenden Erzählung "Besuch vom Hund" ist selbsterklärend. "Der Indianer" handelt von einer Frau, die sich mit alten Schulkameraden auf einer Autoreise befindet und sich mit fortschreitendem Kilometerstand immer mehr fragt, warum sie diese Leute früher eigentlich mochte. "Die Miami Dream Men Show" ist eine in Teilen lustige Geschichte über einen Abend von vier Frauen, die sich mehr oder weniger amüsierend in einem Strip-Lokal aufhalten. "Die Strumpfhose" ist eine obskure Geschichte über eine Frau, die davon berichtet, wie sie sich mit 5 Jahren des Öfteren in die Hose uriniert hatte. "Obst und Gemüse" beschreibt die (langweilige) Silvesternacht ins Jahr 2000 und "Märchen" handelt von der Flucht einer jungen Frau und ihren (sexuellen) Erlebnissen. Die abschließende Geschichte "Im tiefen Schnee ein stilles Heim" ist mit knapp 60 Seiten die längste aber auch spannnendste, in der Anita aus der "interessantesten" Woche ihres Lebens berichtet.
Mit diesen kurzen Inhaltsangaben habe ich bei Weitem nicht zu viel verraten, denn Karen Duve erzählt ihre Anekdoten so, dass der Leser anfangs meint zu wissen wie es endet, am Schluss aber mit einem großen Fragezeichen über die Geschichte reflektiert.

Die Autorin hat einen lakonischen Stil und schreibt die Lebensgeschichten ihrer Protagonisten aus einer distanzierten Position ohne über die Situation zu urteilen bzw. zu werten - das ist voll und ganz dem Leser überlassen. Ihre misanthropische und resignierende Weltanschauung, die sich durch alle, der neun Geschichten zieht, depremiert zu weilen sehr. Wie in anderen Rezensionen bereits geschrieben, verspürt man den Drang die Damen und Herren zu schütteln und aus ihrem deliriumsähnlichen Leben heraushelfen zu wollen.
Ich empfehle nicht, die einzelnen Geschichten in einem Rutsch durchzulesen, sondern sich zwischen dem Ende einer Erzählung und dem Beginn einer neuen, Zeit zu lassen und das Gelesene zu verarbeiten, denn erst dann entfaltet sich die ganze Wirkung.
Zum Beispiel die Kurzgeschichte der Frau, die von einem sprechenden Hund Besuch bekommt. Sie soll sicherlich keine Sciene-Fiction-Geschichte sein, sondern geht tiefer, so dass vielleicht psychologische Ansätze berücksichtigt werden müssten, um sie zu verstehen.

Ihr, bereits oben genanntes Erstlingswerk "Regenroman" liegt bei mir nun wartend auf dem Nachttisch und die ersten 100 Seiten, die ich schon gelesen habe, bestätigen den Eindruck, den ich nach dem Lesen von "Keine Ahnung" über Karen Duve gewonnen habe:
Sie ist eine spitzfindige und herausragende deutsche Autorin mit einem ganz eigenen Stil für Sprache und deren Wirkung. Zusammen mit Sibylle Berg gehört sie für mich zu den derzeit interessantesten Frauen in der deutschen Literatur.
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am 6. Januar 2015
Ich habe mir das Buch gekauft, da ich großer Judith Hermann Fan bin und generell auf Kurzgeschichten stehe. Das Buch von Karen Duve taucht in den Buchempfehlungen für Judith Hermann Leser bei Amazon auf ("Kunden kauften auch").

Es liest sich flüssig und Karen Duve benutzt einen schönen Schreibstil, auf den ich viel Wert lege.

Die ersten beiden Storys haben mich richtig begeistert. Dann kam für mich der Tiefpunkt, mit "Besuch vom Hund", da die Story für mich erzählerisch nicht ins Buch passte. Danach geht es wieder bergauf, dennoch können die Geschichten nicht an den tollen Anfang anknüpfen. Zum Ende hin gibt es noch eine längere Kurzgeschichte, die mich auch nur mäßig begeistern konnte.

Trotz allem würde ich mir wieder einen Erzählband von der Autorin kaufen und finde es schade, dass dies der bisher Einzigste ist. Wer Judith Hermann begeistert ist, sollte sich das Buch holen aber nicht zu große Erwartungen darauf setzen.
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am 12. Oktober 1999
Karen Duve dürfte zu den sprachmächtigsten Autorinnen der Gegenwart gehören: Schnörkellos, präzise und ohne jedes Gelaber. Daß Schreiben harte Arbeit ist, weiß jeder, der es schon einmal versucht hat; Karen Duves Kunst besteht darin, daß man nichts davon merkt: Ihre nun unter dem Titel "Keine Ahnung" als preisgünstiges Taschenbuch veröffentlichten Erzählungen sind jede für sich ein Kleinod. Anders als bei ihrem hochgelobten "Regenroman", dem in der Mitte die Luft auszugehen scheint (worauf der Leser mit der Autorin sozusagen im narrativen Schlamm versinkt), beherrscht sie die literarische Kurzstrecke geradezu meisterlich.Die Beschreibung etwa der "Miami Dream Men" wird man(n) ebenso wenig vergessen wie die schlicht "Strumpfhose" betitelte Geschichte; Taxifahrer(innen) müssen das Buch einfach lieben, Finanzbeamte womöglich weniger; und Männern eröffnet Karen Duve Einblicke in feminine Befindlichkeiten, die durchaus dazu geeignet sind, ein (patriarchales) Weltbild zu ändern . . .
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am 16. Juni 2009
Kann man eigentlich auch 5 Sterne plus vergeben? Müsste man hier einführen...
Sprachgewaltig wie kaum eine andere Erzählsammlung! Karen Duve, ein Ausnahmetalent, das sich mit ermüdenden Geschichten und verzwirbelten Sätzen gar nicht erst aufhält. Beinahe brutal, genau deshalb poetisch! Unbedingt lesen!
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am 18. September 2009
welches, vielleicht auch aufgrund seines nun schon 20jährigen Daseins, einfach ganz und gar nicht typsch ist für die heutige Kurzgeschichtenliteratur. "Keine Ahnung" war das erste Buch, welches ich von Karen Duve gelesen habe, es wird jedoch ganz gewiss nicht das letzte gewesen sein. Viel zu sehr zieht mich der Schreibstil der Autorin, mit dem Sie bei mir immer wieder für Überraschungen und ein Schmunzeln gesorgt hat, mich jedoch auch zum Nachdenken angeregt hat, in den Bann. In Momenten, in denen ich dachte, so, jetzt wendet sich ja doch alles zum in der heutigen Gesellschafft so gepriesenen "Vernünftigen" passierte genau das eben nicht.
In einer Rezension einer Leserin beschreibt diese ein "Kribbeln", einen Antrieb, um die jeweiligen Akteure motivieren zu können, ihnen auf die richtige Bahn zu helfen. Genau so erging es mir auch und ich denke auch noch anderen Lesern, da das evtl. auch eine Intention von Frau Duve ist.
Warum die Akteure dieses passive, unvernünftige, antriebslose, ja manchmal sinnlose Leben leben und sich teilweise damit abgefunden haben - das zu Ergründen bleibt aufgrund der Kurzgeschichten jedenfalls bis auf Ausnahmen Aufgabe des Lesers.
Zum Abschluß möchte ich deutlich die Leichtigkeit des Schreibens von Frau Duve hervorheben!
Ein tolles Buch!
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am 14. Mai 2003
An sich mag ich den Stil von Karen Duve sehr gern, nur diesmal bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Die Sprache ist wieder leicht und klar - aber die Themen der einzelnen Geschichten hängen einem wie ein Klotz am Bein. Die Akteure erzählen völlig emotionslos von ihrem Leben. Sie fühlen sich nicht wohl - tun aber auch nix dagegen. Sie beschweren sich, bleiben aber passiv. Eine junge Frau schläft völlig ohne Gefühl mit einem Freier, läßt sich bezahlen und geht wieder. Wenn ihr Leben soooo schlecht ist, warum steht sie dann nicht auf und ändert was dran, verdammt! Mir kribbelt es bei Lesen und ich habe bei jeder einzelnen Geschichte das dringende Bedürfnis den Akteuren mal gehörig die Meinung sagen! Für Karen Duve Fans, die etwas depressivere Themen mögen, vielleicht doch lesenswert!?
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am 8. Januar 2003
Neben der für Karen Duves Werke kennzeichnenden klaren Sprache und guten Lesbarkeit ist dieser Band mit Kurzgeschichten für Duve Fans, insbesondere die, die "Das ist kein Liebeslied" kennen, eine interessante ergänzende Lektüre, weil hier bereits einige der Themen, Bilder und Schauplätze des später erschienen Romans präsent sind. Wer ungewöhnliche Handlungsverläufe und verstörende Geschichten mag, ist mit diesen Kurzgeschichten bestens bedient.
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"Keine Ahnung" enthält Kurzgeschichten, die von Frauen handeln, die irgenwie aus der Welt gefallen zu sein scheinen. Es geht um Frauen, die zwar als äußere Hülle funktionieren, nach innen aber ihren völlig eigenen Film schieben. Ein Mädchen brennt durch, taucht dann aber wieder auf, eine Touristin verlässt ihre reisegemeinsachft mitten in der Wüste, kaputte Beziehungen finden ihr Ende (oder auch nicht?) Die letzte Story ist etwas länger und handelt von einer jungen Frau deren Wohnung nach dem Tod der Mutter abbrennt. Sie verlässt die Stadt und findet sich schnell in einer ähnlichen Beziehung wieder. Das ganze spielt aber auf einer völligen grotesken Ebene, da die Protagonistin, vom eigentlichen Leben der meisten Menschen überhaupt keine Ahnung hat. Die Geschichte entwickelt sich ohnehin in eine etwas lovecraft'sche Richtung ;). Mir haben die Geschichten sehr gut gefallen, da sie eine andere Sicht ermöglichen, die Sicht des Anti-Helden. Trotz der misanthropischen Ader, die in den Stories durchscheint, kann man für die Figuren Sympathie empfinden. Schließlich zeigt sich hier auch die Sinnentleertheit vieler Aspekte des modernen Lebens, das hier vor allem am Funktionierenmüssen des Menschen scheitert. Die Geschichten sind nicht depressiv, sondern straight erzählt und von oft beißender und durchaus auch zum Lachen reizender Ironie. Fantastisches Buch!
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am 5. November 2000
Beim lesen hatte ich immer das Gefühl, als zwinkere mich die Autorin ironisch an; wie schon im schnoddrigen Titel "Keine Ahnung" ist der Ton durchweg "tongue in cheek", ein trockener Humor des Understatements, aber auch des Grotesken, einer gewissen masochistischen Schadenfreude.Touché! möchte man nach vielen Sätzen sagen, die sehr viel Ahnung von Sprache beweisen. Ein wunderbares, humorvolles, intelligent unterhaltendes Buch, und ein Meisterwerk der kleinen Form.
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am 26. Februar 2013
Ich mag Karen Duve sehr als Schriftstellerin. Selbst wenn, einige der Geschichten sich mit anderen Bücher von Ihr etwas wiederholen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass einige Geschichten, ihr so oder so ähnlich wiederfahren sind.
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