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Kundenrezensionen

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am 27. August 2003
Zugegeben, lesen im Sinne von fressen, verschlingen oder inhalieren lässt sich dieses dünne Büchlein nicht. Man muss es vielmehr denken, häppchenweise zu sich nehmen, vorsichtig genießen, verdauen, sich schrittweise vorantasten von Frage zu Frage, wieder innehalten, grübeln. Frischs Fragebögen fangen einen aufmerksamen Leser weitaus stärker als so mancher dickleibige Belletristik-Wälzer. Denn hier ist kein unterhaltsames Dahindämmern in einer Parallelwelt möglich, sondern es ist richtig Gripsgymnastik gefragt. Nicht im Sinne von Denksport, sondern um sich selbst einzuordnen, seine Gedanken ziehen zu lassen, die eigene Haltung zu den Dingen zu überprüfen, sich von außen betrachten zu lernen. Oft setzt Frisch einer ohnehin schon spannenden Frage noch eine weitere drauf, die der vorangegegangenen eine völlig unerwartete und neue Richtung verpasst. Man ertappt sich selbst bei Schnoddrigkeiten, um sich wenig später darüber zu amüsieren. Am besten legt man auch gleich Papier und Stift bereit, um eigene Eingebungen festzuhalten. Dieser Fragebogen klimpert lustig durch die Saiten der eigenen Persönlichkeit wie eine flache Hand über eine Harfe. Aus den Fragen lassen sich z.B. auch baukastenartig komplexe Persönlichkeiten konstruieren - beispielsweise um selbst eine Geschichte aus ihnen zu entwickeln. Überaus anregend und lohnend!
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am 4. Dezember 2005
"Wieviel Aufrichtigkeit von einem Freund ertragen Sie in Gesellschaft oder schriftlich oder unter vier Augen?" -- "Wenn Sie einen Menschen in der Badehose treffen und nichts von seinen Lebensverhältnissen wissen: woran erkennen Sie nach einigem Gespräch [...] trotzalledem den Reichen?" -- "Haben Sie schon einmal gemeint, daß Sie sterben, und was ist Ihnen dabei eingefallen: [...] (f.) die Unordnung in den Schubladen?"
Fragen sind das... Und der erste Gedanke, der sich beim Lesen einstellt: Woher weiß der das nur?!
Dieses Buch enthält alle "Fragebögen" aus Max Frischs "Tagebuch 1966-1971", wo sie auch als gliederndes Moment dienen. Hier nun, aus dem damaligen Kontext herausgelöst, entwickeln die Fragebögen eine ganz eigene Dynamik -- dass sie gescheit und hinterhältig sind, wusste man, aber wie gescheit und wie hinterhältig sie tatsächlich sind, das zeigen sie erst, wenn sie ohne Kontext wirken können... (Freilich, wer das "Tagebuch 1966-1971" bereits hat, kann die "Fragebögen" am Stück lesen und braucht das vorliegende Buch nicht)
Fragebögen sind das, die so ganz anders sind als die Zeittotschläger, die man aus Zeitschriften zum Zeittotschlagen kennt. Frisch formt dieses Genre zur literarischen Gattung und umkreist damit die existentiellen Fragen des Lebens: Die Bedeutung des Individuums, Ehe, das Verhältnis von Männern zu Frauen, Hoffnung, Humor, Geld und Besitz, Freundschaft und Liebe, Heimat, Tod.
Besonders hinterhältig sind natürlich die Nachhaker, diese "Warums" im Nachklapp: "Fürchten Sie sich vor den Armen? "Warum nicht?" -- Frischs Metier ist es, das scheinbar Selbstverständliche in Frage zu stellen. Wie er hier mitunter im unschuldigsten Tonfall die Sicherheiten aushebelt und den Blick auf unerwartete Abgründe freigibt, grenzt ans Geniale. Mit wenigen Fragen, die bereits signalisieren, dass sie kaum ehrlich beantwortet werden, umreißt Frisch hier komplexe Charakterisierungen; hinter jederm Fragebogen lauert bereits ein heimlicher Roman -- wenn's denn nur einer ist.
Übrigens: Die Frage nach dem Reichen in der Badehose konnte ich erst Jahrzehnte, nachdem ich sie zum ersten Mal gelesen hatte, beantworten...
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am 13. Juni 2004
Lange, bevor die so genannten Fragebögen und Psychotests en vogue waren schrieb Max Frisch seine Fragebögen zu den Themen, die uns alle im Inneren bewegen. Der Kreis umfasst die Themen Menschheit, Ehe, Frauen, Hoffnung, Humor, Geld, Freundschaft, Vaterschaft, Heimat, Eigentum und Tod. Hier ein paar Auszüge aus den Fragen:
- Wenn Sie die Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig erscheint, würden Sie es befehlen gegen den Widerspruch der Mehrheit?
- Hätten Sie von sich aus die Ehe erfunden?
- Lernen Sie von einer Liebesbeziehung für die Nächste?
- Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
- Haben Sie Humor, wenn Sie allein sind?
- Fürchten Sie sich vor den Armen?
- Was würden Sie einem Freund nie verzeihen?
- Können Sie sich ohne Kinder vorstellen?
- Hat Heimat für Sie eine Flagge?
- Wem gehört Ihres Erachtens beispielsweise die Luft?
- Was stört Sie an Begräbnissen?
Sie merken nun an mancher Stelle, wie man sich an den Fragen verfängt und wie sie einen packen. Wenn Sie durch die Auswahl Appetit bekommen haben, müssen Sie sich praktisch dieses Buch kaufen - nur zu!
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am 22. März 2001
Ein schmales Buch, aber mehr Inhalt könnte auch kein Wälzer haben. Optimal ist es, die Fragen zu den einzelnen Lebensbereichen laut vorzulesen und mit Freunden, Familie drüber zu diskutieren. Ein geniales Geschenk, ein Buch für jeden zum Immer-Wieder-Reingucken - extrem beeindruckend!
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am 4. April 2011
Mit den Fragebögen hat der Suhrkampverlag einen Ausschnitt aus Max Frischs' 2. Tagebuch herausgegeben, den ich mir schon seit Langem gewünscht habe. Anders als andere Fragebögen liegt der Sinn der Frischschen Texte nicht inder Beantwortung der Fragen - sie stellen also nicht etwa einen psychologischen Test dar - sondern darin, dass man beim Nachdenken über diese Frage auf die prinzipiellen Schwierigkeiten bei ihrer Beantwortung stößt. Die Fragen sind nach einem allgemeinen Eröffnungsfragebogen thematisch gegliedert, so gibt es etwa Fragen zu den Themen Ehe, Geld oder Glück.
Jedem, der sich über diesen schmalen Band an Frischs privatere Gedanken gewöhnt und diese lieben lernt, seien vor allem seine Tagebücher ans Herz gelegt.
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am 16. November 2015
Wir wissen es ja längst: Max Frisch kennt sich einfach aus. In diesem zauberhaft klugen Büchlein hinterlässt er uns Fragen, die den Geist befeuern. Und zwar auf eine wundervoll hinterlistige Art und Weise. In mehreren thematisch geordneten Kapiteln (z.B. Freundschaft, Hoffnung, Tod, Humor, Besitz, Heimat...) werden uns Fragen präsentiert, die nicht leichthin mit Ja oder Nein zu beantworten sind. Kein Wort ist zufällig gewählt, jede Frage ist ein kleiner Fausthieb in Richtung der eigenen Überzeugungen. Manche halten das aus, andere wird man wohl verwerfen müssen. Ausweichmanöver in den eigenen Antworten sind schlichtweg unmöglich. Und das Beste daran: wenn man es ernsthaft versucht, stellt man fest, dass die eigene Antwort noch mehr Fragen im Kielwasser führt. Hier schließen sich Wissenslücken über das eigene Denken und Fühlen, von denen man nicht einmal ahnte, dass man sie überhaupt hat. Ich habe noch nicht herausgefunden wie der Meister es anstellt, dass man sich bei manchen Fragen (nicht Antworten!) bereits ertappt fühlt. Was ich aber weiß: Dieses Büchlein ist ein kleines Juwel – es verführt zum Lachen, zum Staunen, zum Grübeln, zum Umwerfen und neu Aufbauen. Eine echte Tauchfahrt ins eigene Herz und Hirn. Bleibt mir nur noch eine Frage zu stellen: Wollen Sie das? Dann los!
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am 12. September 2002
Jeder Fragebogen ist ein Volltreffer. Max Frisch nähert sich den einzelnen Themen von unterschiedlichen Seiten, immer wieder überraschend, auch und gerade, wenn man eine Frage beantwortet hat und die nächste Frage die eben geäußerte Meinung ins Wanken bringt.
Natürlich gibt es kein "Richtig" oder "Falsch", auch keine vorgesehene Auswertung der Antworten. Und doch weiss wahrscheinlich jeder hinterher, wo er mit sich selbst im Unreinen ist, wo er sich in Widersprüche verwickelt hat, wo er sich vielleicht auch noch nie in seinen Gedanken herangetraut hat. Es ist eine schöne Art, mit den durch die Fragebogen adressierten Themen umzugehen.
Nebenbei: Wer über die Fragebogen hinaus an den Werken von Max Frisch interessiert ist, findet sie auch verteilt in seinen beiden Werken "Tagebuch 1966-1971" und "Tagebuch 1946-1949".
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am 2. November 2015
Macht Spaß den Fragebogen durchzugehen, etwas über sich und/oder andere zu lernen. Regt zum Nachdenken an. Manchmal merkt man, dass die Fragen etwas älter sind (Normative Geschlechterzuschreibungen als Prämisse, muss man für sich dann einfach umformulieren).
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am 22. Oktober 2015
Und Sie erfahren mehr über einen Menschen, wenn Sie ihn damit löchern, als Sie vielleicht möchten.
Sich selbst werden Sie bis dahin auch von einer völlig neuen Seite kennengelernt haben.
Frisch, wie fast immer: bombastisch!
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am 31. Dezember 2009
In den Salons des 19. Jahrhunderts war der "Fragebogen" ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Der französische Autor Marcel Proust (1871 - 1922) beantwortete auf einer Geburtstagsparty einen Fragebogen, der auch heute noch vielerorts oft und gerne veröffentlicht wird (übrigens hat Proust den Fragebogen nicht selber erdacht, wie oftmals behauptet wird, er war lediglich einer der bekanntesten Personen, die ihn beantwortet haben, angeblich gar zwei Mal).

Max Frisch (1911 - 1991) hat in seinen Tagebüchern (1966 - 71) gleich elf Fragebögen veröffentlicht, die in dem vorliegendem Buch nun auch als separate Publikation vorliegen.

Die im Jahre 1971 während eines USA-Aufenthalts entworfenen elf Fragebögen auf ca. 90 Seiten mit jeweils ca. 25 Fragen haben elf unterschiedliche Themen zum Inhalt: Erhaltung des Menschengeschlechts, Ehe, Frauen, Hoffnung, Humor, Geld, Freundschaft, Vatersein, Heimat, Eigentum und Tod.

Viele Fragen sind suggestiver oder rhetorischer Natur, fast alle provokativ, wenn nicht zynisch, beziehen sich auf Klischeevorstellungen und Vorurteilsmuster, manche sind unbeantwortbar. Und so gibt es kein Richtig oder Falsch, auch natürlich keine Auswertung.

Das literarische Werk Max Frischs befasst sich mit dem Gedanken, wie der Einzelne Gewissheit über die eigene Identität erlangen und wie sich der Mensch die eigene Biografie konstruieren kann. Wie klein ist der Mensch mit seinen bescheidenen Erkenntnissen im Verhältnis zur Natur und was bleibt von ihm? Und so fügen sich auch die Fragebögen reibungslos in sein Gesamtwerke ein.

"Manchmal scheint mir auch, dass jedes Buch, so es sich nicht befasst mit der Verhinderung des Krieges, mit der Schaffung einer besseren Gesellschaft und so weiter, sinnlos ist, müssig, unverantwortlich, langweilig, nicht wert, dass man es liest, unstatthaft. Es ist nicht Zeit für Ichgeschichten. Und doch vollzieht sich das menschliche Leben oder verfehlt sich am einzelnen Ich, nirgends sonst." (Aus: "Mein Name sei Gantenbein)
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