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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr japanisch, ein Hörbuch über Liebe und Einsamkeit
Dieses Kultbuch, von einem der bedeutendsten japanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, ist über 60 Jahre alt. Aus dieser literarischen Kostbarkeit ist nun im kleinen Schweizer Verlag Kain & Aber ein Hörbuch entstanden.

Zum Plot. Es geht um einen Jäger und drei Frauen. Christian Kracht liest zunächst quasi als Einstimmung 'Die letzte...
Veröffentlicht am 17. November 2005 von Carl-heinrich Bock

versus
8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der emotionale Vollwaschgang auf 98 Seiten
Über Inoues "Das Jagdgewehr" wurde hier viel Gutes geschrieben und vieles davon zu Recht:

Drei Briefe von drei Frauen über das Leben eines Mannes erzählen zu lassen und ein mehr zufällig verfasstes Gedicht über einen einsamen Jäger als Auslöser dafür einzubauen, ist ein gelungener Kunstgriff. Der Inhalt dieser Briefe...
Veröffentlicht am 16. Mai 2009 von FG


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr japanisch, ein Hörbuch über Liebe und Einsamkeit, 17. November 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr. 2 CDs (Audio CD)
Dieses Kultbuch, von einem der bedeutendsten japanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, ist über 60 Jahre alt. Aus dieser literarischen Kostbarkeit ist nun im kleinen Schweizer Verlag Kain & Aber ein Hörbuch entstanden.

Zum Plot. Es geht um einen Jäger und drei Frauen. Christian Kracht liest zunächst quasi als Einstimmung 'Die letzte Nummer des Jägerfreundes', den befremdlichen Artikel eines Autors für die aktuelle Ausgabe einer Jagdzeitung. Und dieser Autor erhält nun neben dem Lob über seinen Artikel, vom Jäger Misugi auch drei Briefe zur Begutachtung.

Und es sind drei Frauen, die das Leben des Jägers bestimmten: seine Ehefrau, seine heimlich Geliebte, Cousine der Ehefrau, und deren Tochter.
Dabei hat dieser Misugi eine mittelalterliche Art seine Gefühle auszudrücken.

In drei sehr unterschiedlichen Abschiedsbriefen, aus drei sehr verschiedenartigen Perspektiven, erzählen diese Frauen die Geschichte des Jägers. Die Geschichte seines eigentlich immer einsamen Lebens.

Zunächst der sehr offene Brief von Shoko, Tochter von des Jägers heimlicher Geliebten, an den 'Onkel', wie sie ihn liebevoll nennt. Sie spricht von dem rätselhaften Tod der Mutter, der Traurigkeit und der unendlichen Einsamkeit der Erwachsenen. Die Mutter empfand die 'verbotene Liebe' als großes Verbrechen und nahm das Geheimnis mit in den Tod. Gelesen von Mavie Hörbiger.

Es folgt der Brief der Ehefrau Midori. Sehr devot, altmodisch, sehr japanisch. Sie hatte bis zu dem Tag, an dem sie das Verhältnis ihres Mannes mit der 6 Jahre älteren Saiko entdeckte, Ehestiftern gleich, Skandale verhindernd, die Ehebeziehung aufrecht erhalten. Jetzt, da sie wusste das Saiko ihr in allen Dingen überlegen war, schrieb Midori ihm diesen Abschiedbrief, in dem sie ihn wissen ließ, dass auch sie ab jetzt Liebschaften gegenüber nicht abgeneigt sein würde. Wundervoll vorgetragen von Hannelore Elsner.

Zum Schluss Saikos Brief. Ein Brief über die verbotene Liebe, Untreue und Tod. Liebe ist für sie Besessenheit und sie öffnet Misugi ihr wahres Ich erst in dem dreißig minütigem Abschiedsbrief. Sie sagt, jeder Mensch trägt eine Schlange in sich und meine australische Schlange, das ist mein anderes Ich, was du nie kennen gelernt hast. Ich war so glücklich, so viel Glück konnte es einfach nicht geben. Vorgelesen von Sandra Schwittau, sehr schön, sehr zurückgenommen.

Ein wunderbares, zartes, ausgesprochen atmosphärisch arbeitendes Hörbuch über die filigrane Pflanze Liebe und über die Einsamkeit. Über die verschiedenen Arten der Liebe, und man begreift, Liebe als Überbegriff, die gibt es gar nicht.

Ein sehr, sehr schönes Hörbuch. Man kann dem Verlag für die Wiederentdeckung nur danken.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe Leben Tod, 16. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hat mich inhaltlich sehr berührt und ich kann es jedem empfehlen, der sich nicht gerne mit einfachen Parolen über das Leben zufrieden gibt und dem Gedanken über die Vielschichtigkeit in "Liebe Leben Tod" nicht fremd sind. Auch formal betrachtet nötigt es einem Respekt ab. Die Rahmengeschichte macht schon einen Umweg über den Dichter und sein Poem, und wirkt zunächst eher wie die ruhige Rückschau eines alt gewordenen Mannes, der nach dem wirtschaftlichen Erfolg sein Leben mit einsamen Gedanken auf der Jagd verbringt. Die Geschichte des Mannes wird dann in drei Briefen vor dem Leser ausgebreitet: Die Tochter seiner Geliebten, seine Frau und die Mätresse selbst. Was Yasushi Inoue hier zustande bringt, finde ich ganz einfach genial, denn die kollektive Gesellschaft Japans und die Etikette verbieten es, dass dieses Thema in der direkten Konfrontation ausgebreitet wird, schon gar nicht 1949, als das Buch veröffentlicht wurde. Die Briefe sind ein veritabler Kunstgriff, um diesen Spagat zu schaffen. Man sieht in die Emotionen der drei Frauen hinein, wie wenn sie dir am Küchentisch gegenüber sitzen und ihre Geschichte erzählen würden. Toll! Diese Briefe kehren alles was man über derartige Konstellationen im Leben so gemeinhin denkt, auf den Kopf. Ungeheuer spannende Lektüre, über die ich nicht mehr verraten möchte, nur soviel: Dieser strahlende Mann, der auf ein erfolgreiches Leben zurück blicken kann, ist am Ende seelisch bar und bloss und wirklich einsam, mit den Mitteln der Sprache demontiert. Grosse Literatur!
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine melancholische Miniatur, 14. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr (Gebundene Ausgabe)
"Das Jagdgewehr", eine kurze aber süße Kostbarkeit Inoue Yasunaris, ist das Buch (mit solch irreführenden Titel) das mich von diesem Autor am tiefsten zu Bewegen vermochte. Nach meiner Überzeugung ein Muss in jeder gut geordneten Japan Sektion heimischer Bücherregale. Eine melancholische Liebesgeschichte, erzählt in drei Briefen, aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Eine junge Frau findet nach dem Tod der Mutter das Tagebuch, indem eine Jahrzehnte währende Affäre beschrieben wird. Ein Schock für die Tochter die ein idealisiertes Bild der Mutter entwickelt hatte. Nach der Trennung vom Vater war sie für die Tochter stets eine Heilige, keusch lebenden Nonne. Sie ahnte nichts von der Liebesbeziehung die schon während der Ehe mit dem Vater begann, immer im Schatten verborgen, auch nach der Ehe. Denn der Liebhaber war ebenfalls verheiratet und wagte es nicht die emotional schwache Frau zu verlassen. Ein Grundmotiv das dem in "Bittersüße Schokolade" ähnelt, ohne dabei dessen sinnliche Lebensfreude zu vermitteln (auch formal und stilistisch ganz anders verarbeitet). Die Tragik der unerfüllbaren, da durch eigene (und gesellschaftliche) emotionale und moralische Schranken geächteten Liebe, hinterlässt eine wohlige Trauer, und der Leser bedauert das diese schmerzhaft zarte Köstlichkeit schon so schnell zuende ist.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein leiser und poetischer Klassiker, 9. April 2007
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr: Roman (Gebundene Ausgabe)
Yasushi Inoue (06.05.1907 - 20.01.1991) hat seinen Platz im Olymp der großen japanischen Autoren sicher. Auch wenn er den Nobelpreis nie gewonnen hat, ist es weit mehr als nur legitim, ihn in einer Reihe mit Kenzaburo Oé und Yasunari Kawabata zu nennen. 1950 entstand die Erzählung "Das Jagdgewehr", welche wohl sein populärstes Werk ist.

"Das Jagdgewehr" ist trotz der Knappheit eine ausgesprochen vielschichtige Erzählung. Sie beginnt mit der Rede eines Erzählers. Dieser ist Dichter und hat ein Prosagedicht in einer Fachzeitschrift für Jäger publiziert. Sprachlich sieht dies dann etwa so aus:

"Seit diesem Tag,

auf Großstadt-Bahnhöfen und spät in der

Nacht in Amüsierlokalen,

überfällt mich unversehens

ach, der Wunsch, wie dieser Jäger dahin-

zugehen,

gemächlich, ruhig und kalt.

In solchen Augenblicken sehe ich immer,

was hinter dem Jäger sich breitet:

nicht etwa die frühwinterliche Landschaft

des Amagi-Bergs,

sondern ein verödetes, weißes Flußbett. (...)"

Wenig begeistert über das Resultat eines poetischen schwermütigen Textes in einem Jägerblatt - und sich dem süßen Vergessen auch schon zugewendet - erhält der Erzähler zwei Monate nach dem Erscheinen urplötzlich einen Brief. Der Verfasser, ein gewisser Josuke Misugi, glaubt in dem Gedicht sich und sein Leben wie in einem Spiegel zu erkennen.

Dem Dichter, der sich über seine Inspirationsquelle nicht mehr ganz im Klaren ist - wohl aber darüber, dass er Misugi gewiss nicht kannte - legt der sonderbare Fremde auch gleich drei persönliche Briefe bei.

Diese drei Briefe dreier verschiedener Personen bilden nun den Kern des Geschehens. Über diese Multiperspektive darf sich allerdings nicht nur der Erzähltheoretiker freuen. Inoue gelingt es, drei verschiedene, anders klingende Stimmen, harmonisch, leise und dennoch nachdrücklich zu verbinden. Im Spiegel dieser drei Briefe zeigt sich Liebe in ihren traurigen Facetten: Ehebruch, emotionale Kälte - oder einfach, dieses Bild ist noch weit treffender, ein leeres Flussbett.

Inoue operiert mit großen Bildern. Etwa die Ehefrau, die im Spiegel sieht, wie ihr Mann das Jagdgewehr auf sie anlegt. Aber auch die Handlung an sich ist von einer sehr gelungenen Dramatik durchzogen. Am Ende steht sie da, kühl, schwer und unumkehrbar: Die Realität eines einzigen Mannes. "Das Jagdgewehr" ist ein Klassiker. Und wer am Ende des Lesens zu wissen glaubt, warum das so ist, der wird sicher etwas aus dieser feinen Erzählung mitgenommen haben. Und das ist, neben dem Trost, den sie zu spenden vermag, doch immer wieder das schönste Kompliment, das man Literatur machen kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pure Poesie!, 23. April 2014
Von 
Rhyskant (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Die Bitte eines Klassenkameraden um einen Beitrag zu einer Jägerzeitschrift, der flüchtige Blick auf einen Jäger, das Erscheinen des Gedichtes, der Jäger, der sich darin erkennt.

Vier Briefe an den Dichter, der Erste vom Jäger – Josuke selbst verfasst, die drei Anderen von drei Frauen, seiner Ehefrau - Midori, seiner Geliebten – Saiko und deren Tochter - Shoko. Seine Familie.

Der Beginn des Sterbens seiner Geliebten, mit der er dreizehn Jahre zuvor beschloss, Verbrecher zu sein, lässt ihn sodann auch die beiden anderen verlieren. Shoko entnimmt ihr Wissen aus dem Tagebuch ihrer Mutter, dass sie nicht entsprechend Saikos Bitte ungelesen verbrannte; Midori an einem bei Saiko gesichteten Haori.

Jede der Frauen verfasst unter dem Eindruck dessen, was ihr widerfährt, einen Brief an Josuke, alle enden mit Abschied für immer. Josuke verbleibt einsam.

Das ist – kurz zusammengefasst - die Geschichte…und ist sie doch nicht. Sie bildet nur den Hintergrund für den Inhalt der drei Briefe an Josuke, der für seine (unmoralischen?) Verbrechen den Preis der Einsamkeit zu zahlen hat.

Dieses Buch – ob es den moralischen Zeigefinger hebt, weiß ich nicht -, die Geschichte bezaubert durch die feine, höfliche, zurückhaltende, wohl der japanischen Kultur entsprungenen Sprache, besonders der, welcher sich die drei Frauen bedienen, um zusammenzufassen, ihre Entscheidungen, ihre Gefühle mitzuteilen.

Ich habe selten so etwas Schönes, Stilles und doch auch Trauriges gelesen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für's Leben, 20. Januar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Das Jagdgewehr gilt als Kultbuch. Aber es kommt nicht mit dem großen Paukenschlag daher, wie man es vielleicht aufgrund dieser Klassifizierung oder auch des Buchtitels selbst wegens meinen könnte. Ein leiser Ton wird angeschlagen, verhalten teilen sich die Stimmen des Buches mit. Das Leben eines Mannes, seine Liebe zu einer Frau, erhellt sich aus den Briefen dreier Frauen - damit ist der äußere Rahmen bereits beschrieben. Dahinter verbirgt sich aber eine tiefgehende, schonungslose Offenlegung dessen, was letztendlich übrig bleibt, wenn man das menschliche Dasein all seiner Maskierungen beraubt. Die Fassade wird brüchig, es zeigen sich Risse. Was wir zu sein vorgeben wird hinfällig, auch untereinander. Es bleibt letztendlich die Einsamkeit jedes Einzelnen. Es trennen uns alle Welten voneinander. So könnte man das Gefühl beschreiben, dass sich am Ende der kurzen Geschichte beim Leser einstellt.Das Buch ist ein treuer Begleiter und kleiner Trost für die nachdenklichen Stunden im Leben, in denen mal wieder nichts zu klappen scheint. Für die anderen Stunden gibt es andere Bücher.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Melancholie der Liebe, 5. April 2007
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Dichter wird durch den Anblick eines traurigen Mannes mit einem auffälligen Jagdgewehr zu einem Gedicht inspiriert.

Als dieses durch einen Freund des Dichters in einer Fachzeitschrift für Jäger veröffentlicht wird, erkennt sich der Mann mit dem Jagdgewehr in dem Gedicht wieder und empfindet eine so starke Seelenverwandtschaft mit dem Dichter, dass er diesem drei sehr persönliche Briefe von drei verschiedenen Frauen überlässt, mit der Bitte, sie zu lesen und anschließend zu verbrennen.

Die drei Briefe bilden den eigentlichen Inhalt des Buches: Sie lassen vor dem Leser die Geschichte des Mannes aus der Perspektive seiner Nichte, seiner Ehefrau und seiner Geliebten entstehen, und offenbaren vier eng verflochtene Leben vor dem Hintergrund von heimlicher Liebe, Ehebruch, Verrat und Tod.

Trotz dieser gewaltigen Begriffe und des martialischen Titels ist dies ein sehr stilles, wohltuend unspektakuläres und in seiner Grundstimmung trauriges Buch, das einen gerade deshalb anzurühren vermag.

Dem Autor gelingt es auf so eindringliche und beeindruckende Weise insbesondere die drei unterschiedlichen Frauencharaktere glaubhaft darzustellen, dass die Geschichte mühelos den beträchtlichen zeitlichen und kulturellen Abstand überwindet, der eigentlich für einen europäischen Leser des einundzwanzigsten Jahrhunderts spürbar sein sollte.

Es zeigt eindrücklich, dass gute Literatur nicht von der Anzahl der beschriebenen Seiten und plakativen Effekten lebt und lässt einen als Leser tief berührt und etwas melancholisch zurück in der Gewissheit, ein gutes Buch gelesen zu haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen stille melancholie, 17. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Diese Buch schlägt einen sehr leisen Ton an. Die Geschichte die erzählt wird ist schlicht und nicht pompös. Und gerade dieses Einfachheit ist es, die mich so angezogen hat. Man kann die Traurigkeit hinter dem Alltäglichen erahnen, spüren. Es ist auf der einen Seite melancholisch depressiv und auf der anderen wiederum wunderschön.

Eines der Bücher, die man, meiner Meinung nach zumindest, gelesen haben muss
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein leiser und poetischer Klassiker, 9. April 2007
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Yasushi Inoue (06.05.1907 - 20.01.1991) hat seinen Platz im Olymp der großen japanischen Autoren sicher. Auch wenn er den Nobelpreis nie gewonnen hat, ist es weit mehr als nur legitim, ihn in einer Reihe mit Kenzaburo Oé und Yasunari Kawabata zu nennen. 1950 entstand die Erzählung "Das Jagdgewehr", welche wohl sein populärstes Werk ist.

"Das Jagdgewehr" ist trotz der Knappheit eine ausgesprochen vielschichtige Erzählung. Sie beginnt mit der Rede eines Erzählers. Dieser ist Dichter und hat ein Prosagedicht in einer Fachzeitschrift für Jäger publiziert. Sprachlich sieht dies dann etwa so aus:

"Seit diesem Tag,

auf Großstadt-Bahnhöfen und spät in der

Nacht in Amüsierlokalen,

überfällt mich unversehens

ach, der Wunsch, wie dieser Jäger dahin-

zugehen,

gemächlich, ruhig und kalt.

In solchen Augenblicken sehe ich immer,

was hinter dem Jäger sich breitet:

nicht etwa die frühwinterliche Landschaft

des Amagi-Bergs,

sondern ein verödetes, weißes Flußbett. (...)"

Wenig begeistert über das Resultat eines poetischen schwermütigen Textes in einem Jägerblatt - und sich dem süßen Vergessen auch schon zugewendet - erhält der Erzähler zwei Monate nach dem Erscheinen urplötzlich einen Brief. Der Verfasser, ein gewisser Josuke Misugi, glaubt in dem Gedicht sich und sein Leben wie in einem Spiegel zu erkennen.

Dem Dichter, der sich über seine Inspirationsquelle nicht mehr ganz im Klaren ist - wohl aber darüber, dass er Misugi gewiss nicht kannte - legt der sonderbare Fremde auch gleich drei persönliche Briefe bei.

Diese drei Briefe dreier verschiedener Personen bilden nun den Kern des Geschehens. Über diese Multiperspektive darf sich allerdings nicht nur der Erzähltheoretiker freuen. Inoue gelingt es, drei verschiedene, anders klingende Stimmen, harmonisch, leise und dennoch nachdrücklich zu verbinden. Im Spiegel dieser drei Briefe zeigt sich Liebe in ihren traurigen Facetten: Ehebruch, emotionale Kälte - oder einfach, dieses Bild ist noch weit treffender, ein leeres Flussbett.

Inoue operiert mit großen Bildern. Etwa die Ehefrau, die im Spiegel sieht, wie ihr Mann das Jagdgewehr auf sie anlegt. Aber auch die Handlung an sich ist von einer sehr gelungenen Dramatik durchzogen. Am Ende steht sie da, kühl, schwer und unumkehrbar: Die Realität eines einzigen Mannes. "Das Jagdgewehr" ist ein Klassiker. Und wer am Ende des Lesens zu wissen glaubt, warum das so ist, der wird sicher etwas aus dieser feinen Erzählung mitgenommen haben. Und das ist, neben dem Trost, den sie zu spenden vermag, doch immer wieder das schönste Kompliment, das man Literatur machen kann.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein anderer als Inoue hätte es so schreiben können!, 8. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Jagdgewehr (Gebundene Ausgabe)
Kaum ein Autor hätte eine so wahre und traurige aber gleichzeitig schon fast grauenhafte Geschichte verfassen können. Er beweist in diesem Buch ,dass er nicht nur brilliant in jedem Wort ist, sondern durch die drei Perpektiven ewas viel Tieferes geschrieben hat als eine Geschichte. Auch die Reihenfolge der Briefe wurde sehr gut bedacht.
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Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch)
Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch) von Yasushi Inoue (Taschenbuch - 26. Oktober 1998)
EUR 7,00
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