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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vier Stunden Bernhard-Unterhaltung, 11. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Natürlich je nach Lesetempo. Die sehr kurze Erzählung ist perfekt für einen ruhigen Abend vorzugsweise im Winter. Wer den Autor kennt, wird hier natürlich viel Bekanntes finden: die Isolation eines verzweifelten Geistesmenschen, die Atmosphäre eines österreichischen Dorfes und die Beschäftigung mit dem Tod, der den Menschen beständig in seinen Klauen hält.
In Bernhards hypnotischen Stil mit Bandwurmsätzen à la „sagte w, habe x gesagt, meinte y vernommen zu haben, als er z traf“ geht es hier aber nicht nur um Einsamkeit und Beklemmung, sondern auch um einen mysteriösen Tod, der zur Spurensuche zwischen den Zeilen anregt. Und natürlich darum, warum ein Arzt plötzlich keine Lust mehr zu einem verbreiteten Kartenspiel hat. Sehr kurzweilig.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Existenzielle Vereinsamung, 6. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Die repetitiven Sätze hypnotisieren, die Situation ist nicht nur beklemmend, sondern ausweglos. Der Fuhrmann, der den monologisierenden Arzt (wieder) zum Kartenspiel bewegen will, mindert nicht dessen existenzielle Einsamkeit und Isolation, sondern macht sie erst sichtbar. Zwischen den Figuren gibts nichts Verbindendes, keinen Dialog. Das Kartenspiel bleibt Metapher für ein Leben, das kosmisch weit weg ist, das nicht mehr ist, weil die Welt von innen heraus erfroren ist.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht wesentlicher Zusatz zu den oben stehenden Rezis, 7. Oktober 2004
Von 
M. V. D. Weiden (Koblenz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Den obenstehenden Rezensionen im grossen und ganzen folgend, soll nur hinzugefügt werden, dass dieses Buch für die richtigen Augen auch ein immenser Spass sein kann. Die Wiederholungs- Orgien Bernhards nehmen in "Watten" ein dermassen groteskes Ausmass an, dass der Rezensent darauf wettet, dass er nicht der einzige Leser ist, der sich von lautem Auflachen geschüttelt kaum von der faulen Fichte zur Schottergrube schleppen kann. Wie so oft liegt der befreiende Effekt der Bernhard-Lektüre auch hier im Zusammenprall der Erkenntnis der totalen Unerträglichkeit des stets happyend-freien Lebens mit dem Humor der Sprache, die prinzipiell nur Horror spricht; diesen aber durch ihre eigene Kraft ad absurdum führt. Wahrscheinlich der "lustigste" Text Bernhards.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Existenzielle Vereinsamung, 6. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Die repetitiven Sätze hypnotisieren, die Situation ist nicht nur beklemmend, sondern ausweglos. Der Fuhrmann, der den monologisierenden Arzt (wieder) zum Kartenspiel bewegen will, mindert nicht dessen existenzielle Einsamkeit und Isolation, sondern macht sie erst sichtbar. Zwischen den Figuren gibts nichts Verbindendes, keinen Dialog. Das Kartenspiel bleibt Metapher für ein Leben, das kosmisch weit weg ist, das nicht mehr ist, weil die Welt von innen heraus erfroren ist.
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5.0 von 5 Sternen Watten - Eine Abkehr von der Welt, 5. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
"Die Masse scheidet einen Menschen wie mich, der sich ihr hundertprozentig ausgeliefert hat, erbarmungslos wie einen Fremdkörper aus. Ich gehöre nicht in die Masse, höre ich die Masse, ich gehöre in mich selbst, höre ich mich" lässt Thomas Bernhard den Protagonisten von "Watten" an den Mathematiker und Juristen Undt schreiben. Der Protagonist, ein Arzt, der seine Praxis schließen musste und in einer Baracke lebt, geht auch auf mehrfaches Bitten des Fuhrmanns, der ihn immer wieder ohne Vorankündigung besucht, nicht mehr zum Kartenspielen ("Watten") ins Gasthaus. In dieser ostentativ und stetig wiederholten Ablehnung des Wattens liegt eine unwiderrufliche Abkehr von der Welt und vom als krude und stumpf empfundenen Leben, die Ahnung eines Vereinsamten vom eigenen Wahnsinn, Verfall und Tod. Nicht mehr Watten zu gehen wird zum Gegenentwurf für das Leben, zur Fügung in den eigenen Untergang. "Watten" ist eine gerade auch stilistisch sehr ausgereifte Erzählung Thomas Bernhards, in der bereits sämtliche zentralen Themen seiner späteren Werke angelegt sind. In nur wenigen anderen Erzählungen ist Thomas Bernhard eine ähnlich wortgewaltige Reflexion über das Dasein und den Tod gelungen wie in "Watten".
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10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Watten. Ein Lob, 12. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Über diesen Autor und sein Buch, im Verlauf dessen Handlung, also des Buches, sich ein Mensch erhängt statt zum Kartenspielen zu gehen, gäbe es wenig zu sagen, wären da nicht die Wörter und Sätze, mit denen er, also der Autor, den Leser zwingt, seine, also des Lesers, längst verlorengegangenen Kenntnisse der deutschen Grammatik zu memorieren und jeden einzelnen Satz nachzukonstruieren, um die Bestandteile zu finden und zuzuordnen - ein Vergnügen (und jetzt zitiere ich eine Kollegin), dem in einer außerordentlich lesenswerten Parodie auf Thomas Bernhard der Autor Uwe Sauer in seinem Buch Uniklinik, dessen ISBN-Nummer ich im Moment nicht parat habe, die aber jedem, der der Literatur nahesteht (nach heutiger Rechtschreibung wohl: nahe steht, sowohl Bernhard als auch sein Parodist Sauer verwenden allerdings und gottseidank die alte Orthographie) wohl zu finden möglich sein dürfte, zu einer Fortsetzung verhelfe und das deswegen hier noch größer sei als bei der Lektüre des Originals, weil weitere Werke von Thomas Bernhard, aber auch solche der großen Philosophen Hegel und Wittgenstein nonchalant in die Handlung, die es durchaus in mehreren Strängen gebe, eingebaut seien, so die Kollegin, die auf mein Insistieren hin beide Bücher akribisch durchgearbeitet hat, wofür ihr nicht unerheblicher Dank gebührt, da sie bei dieser Gelegenheit eine beträchtliche Anzahl mir bis dato verborgen gebliebener Anspielungen auf Werke, die ich mir noch nicht erschlossen habe, entdeckte -, wobei mir dann auch wieder die Beispielsätze aus der vorzüglichen Lateinischen Grammatik von Schmidt-Wecker-Röttger einfallen, diesem beispielhaften Werk humanistischer Gelehrsamkeit, dessen Inhalt ich zu Zeiten meines Besuchs eines Gymnasiums in Nienburg/Weser nicht immer richtig zu schätzen wußte, in dessen Abschnitt über das Supinum II ich aber wieder einen Blick geworfen habe, um mich der Korrektheit der Bernhardschen Sätze in seinem Buch Watten zu versichern, was erstaunlich ist, da das Deutsche gar kein Supinum kennt, so daß man also nach der Lektüre von Thomas Bernhards Buch Watten im Zusammenklang mit Uwe Sauers Buch Uniklinik seine verschollenen Kenntnisse der Grammatik, die ja zu den sieben artes gehört, der Philosophie und des homerischen Gelächters wiederentdeckt haben wird.
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Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch)
Watten: Ein Nachlaß (suhrkamp taschenbuch) von Thomas Bernhard (Taschenbuch - 26. Januar 1998)
EUR 7,50
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