Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Strandspielzeug calendarGirl Cloud Drive Photos Learn More sommer2016 saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen81
4,1 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,50 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 11. Juli 2007
Hier wird von grandiosen Sprechern wie Gerd Westphal als Josef K., dem herumirrenden Protagonisten, ein großartiges Stück Literatur von Kafka in Szene gesetzt. Diese Inszenierung passt sich durch ihre Gesamtkomposition gekonnt an die absurde Welt, in der der Landvermesser Josef K. sich bewegt, an. Seien es 'die Gehilfen', die ständig wie wahnsinnig lachen, sei es eine Lautkulisse, die in den richtigen Momenten ruhig ist und dann plötzlich ins aggressive umschwingt ' alle Mittel helfen dem Hörer, sich in diese typisch kafkaeske Gegend rund um das Schloß hineinzufinden.
Egal, ob man sich dieses Hörspiel anhört, um mit Kafka vertraut zu werden und sich ihm anzunähern, oder ob man das Schloß hören möchte, um einer interessanten Interpretation des Romans zu lauschen, um das Gelesene zu vertiefen ' beide Seiten tun gut daran, sich diese Doppel-CD zu Ohren zu führen.
0Kommentar|13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Herr K. schreitet durch eine tief verschneite Landschaft. Er ist am Ende seiner Kräfte. Endlich erreicht er einen kleinen Ort, über dem am nahen Hang ein riesiges Schloss thront. Hier wird er Arbeit finden oder untergehen, sagt sich Herr K., doch ist der Empfang ein seltsamer: Niemand will ihm ein Zimmer geben, alle scheinen nur sein Verschwinden herbeizusehnen.
Er behauptet, noch im Geiste das riesige Schloss betrachtend, er wäre ein Landvermesser und vom Schloss herbeordert. Das verändert die Situation. Er darf bleiben. Herr K. ist überglücklich.
Doch im Laufe der Tage wird er von Schwermut ergriffen, vom Schloss kommt keine sinnvolle Nachricht, er wird immer wieder hingehalten und ein Bote, Barnabas, mit dem er sich anfreundet, scheint nicht zu den entscheidenden Stellen in der Schlossbürokratie durchzudringen. Sein Anfreunden mit Barnabas und dessen Schwester wiederum entsetzt die Dorfbewohner. Die Situation scheint ihm unwirklich. Das Schloss bestätigt (obwohl Herr K. seinen Auftrag nur erfunden hat), dass er als Landvermesser gerufen wurde, verweigert aber die Anstellung. Er versucht zu Angestellten des Schlosses durchzudringen, die in einer Gaststätte des Dorfes übernachten. Dies gelingt nicht. In seiner Verzweiflung findet er einen Menschen, an den er sich klammert. Die Bedienung in der Gastwirtschaft, einst die "Geliebte" eines der Schlossangestellten, selbst eine einsame Frau in diesem kalten Dorf verliebt sich in K. und seine scheinbare Zielstrebigkeit.
Seine Lage verschlimmert sich. Er hat zwei "Gehilfen" vom Schloss zugeteilt bekommen, die sich als Spione erweisen. Nichts Sinnvolles kommt aus ihrem Mund oder ist an ihren Handlungen abzulesen.
Ein dramatischer Versuch, einen Angestellten des Grafen zu sprechen gelingt, alle Gespräche ähneln Verhören. Er verliert seine Geliebte an einen seiner Helfer und wird aus der Gaststätte geworfen, findet Unterschlupf in der Schule, obwohl der Lehrer dort ihn hasst.
Mit letzter Kraft findet er Gehör bei einem der Bürokraten des Schlosses, der ihn versteht, doch für K. scheint es zu spät zu sein, er hat alle Hoffnung verloren.

Ein Hörspiel dieses komplexen und schwierigen Buches? Kann das gelingen?

Schon das Buch ist nicht leicht zu verstehen. Doch nach den ersten Minuten ist man begeistert. Gert Westphal überzeugt mit seiner eindringlichen Interpretation von Herr K., die anderen Stimmen sind perfekt getroffen. Die Atmosphäre, die der Roman mit vielen Worten versucht zu erzeugen, ist hier unmittelbar erfahrbar. Dieses Hörspiel ist tatsächlich besser als das Buch: Die Stimmungen der Protagonisten, die Verzweiflung von Herrn K. sind unmittelbar zu spüren. Grandios die Gehilfen, die mit ihrem irren Lachen und echohaftem Sprechrhythmus der ruhigen und sonoren Stimme des K. entgegengesetzt sind. Wunderbar die Ablehnung der Dörfler, die beinahe greifbar wird.

Stimmen, Musik, didaktische Aufarbeitung und Akzentuierung des Romans sind äußerst gelungen, keine Textstellen fehlen (oder fallen auf als fehlend).

Ein Hörbuch der Extraklasse! Für Leser, die Kafka mögen, ein Muss, für alle, denen Kafka zu komplex oder zu unverständlich erscheint meine Empfehlung: Versuchen Sie es mit dieser Hörspiel-Produktion, sie macht Kafka erfahrbar.

Stefan Erlemann
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. September 2001
Man muß dieses Buch selber lesen. Ich bin gerade dabei es zu lesen und ich kann mit keiner der obenstehenden Interpretationen etwas anfangen, zum Teil ist das, was oben steht auch wirklich falsch, K. wurde NICHT als Landvermesser gerufen und hat dann festgestellt, daß man ihn nicht braucht. Er selbst hat sich zum Landvermesser gemacht, als er sich als solchen ausgibt. Ich finde, dieses Buch ist fast wie eine Droge, man wird davon total verschickt. Man kann nicht davon lassen, obwohl man den Inhalt kaum mehr ertragen kann. Ich hab noch nichts sonst von Kafka gelesen außer ein paar Ausschnitten aus Kurzgeschichten und seinem Tagebuch und ich bin sehr, sehr, sehr beeindruckt, ich finde es erstaunlich, daß Kafka dieses Weltbild so gut in Worte fassen kann. Ich würde es als den Kampf eines Menschen, der versucht im Leben Fuß zu fassen, interpretieren, mit dem "Schloss" als das Lebensziel (was man nicht erreichen kann) und "Klamm" als Gott. Aber man muss dieses Buch selber lesen, es ist ein sehr subjektiv zu lesendes Buch.
0Kommentar|42 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. November 2004
Als K. eines Abends in einer Wirtschaft eintrifft, will er nur eines: Eine Übernachtungsmöglichkeit. Doch um diese zu erhalten, muss er sich als der erwartete Landvermesser ausgeben, der er höchstwahrscheinlich gar nicht ist. Da die Dorfbewohner natürlich nichts von einem Landvermesser wissen, fordert er Nachfrage bei der zuständigen Behörde ein, welche im Schloß ihrer Arbeit nachgeht. Durch fragwürdige Umstände ergibt es sich, dass tatsächlich ein Landvermesser erwartet wird, so bleibt K. im Dorf.
An dieser Stelle beginnt der Kafka-typische Alptraum seiner Figur, die in einer unfassbaren Realität nach Halt sucht, den aber nich finden, nicht finden können. Sein Held K. erreicht, was immer er tut, nichts. Kleine Erfolge werden durch die ständigen Mißerfolge wieder zunichte gemacht. Die Dialoge mit verschiedenen Figuren glänzen aufgrund ihrer widersprüchlichen Aussagen, denn was immer K. sagt, das Gegenteil ist die erwartete Wahrheit. Jeder seiner Schritte führt in die falsche Richtung, was K. natürlich nicht begreifen kann.
Ich empfehle „Das Schloß" im Anschluß an „Der Prozeß" zu lesen, da es eine nicht fertig geschriebenes Buch ist und somit sehr wage endet. „Der Prozeß" eignet sich daher wesentlich besser als Einstieg in die nihilistische Welt des Franz Kafka.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. April 2001
Das Schloss, oft auch als "Kafkas Faust" bezeichnet, darf wohl als eines der bedeutendsten Werke der moderneren deutschen Literatur aufgefasst werden. In dem surrealen Roman tritt als Hauptperson der Landvermesser K. auf, der nach seiner Ankunft im Dorf rasch bemerkt, dass eigentlich "das Schloss" die Fäden in der Hand hält. Er nimmt den Kampf mit dem Schloss auf - und verliert ihn Stück für Stück. Schlussendlich muss er sich der Tatsache bewusst werden, dass er seinen Lebenskampf verloren hat, da ihn seine Lebenskräfte im entscheidenden Augenblick im Stich gelassen haben. Auffallend ist auch der Schluss des Buches: in epischer Form endet das Buch dort, wo es noch einmal richtig spannend wird - anregend, selber weiterzudenken. Deutlich tritt in diesem Werk die Sprachgewalt des Autors hervor; wer sich einmal die Mühe macht, z.B. den Sekretär Klamm auf seine UmKLAMMerung hin zu untersuchen, merkt bald, dass Kafka ein Sprachkünstler gewesen ist, der seinesgleichen sucht. Als Anstoss zur Interpretation ist wohl zu erwähnen, dass Kafka oft unter dem Aspekt des Vater-Sohn-Konflikts sowie der Darstellung der göttlichen Gnade betrachtet wird. Es scheint mir dies jedoch etwas eingeengt; der Leser sollte zuerst die Surrealität des Werkes verstehen lernen, bevor er dieses konkretisiert. Ich rate daher, das Buch aus der Sicht K.'s zu untersuchen: Wie verändert er sich? Es gereicht zu grosser Erleichterung, das Werk auf diese Art und Weise verstehen zu lernen. Alles in allem ist das Werk gerade wegen seiner Komplexität wohl eines der grössten in der deutschen Literatur, wenn nicht das genialst überhaupt.
0Kommentar|13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 12. September 2014
Der Roman eröffnet eine enorme Bandbreite an möglichen Deutungen und lässt den Leser nachdenklich zurück. Er hat etwas Offenes, Unabgeschlossenes und nicht Greifbares. Nichts ist sicher und gesichert, für die Hauptperson K schon gar nicht. Zunächst versteht man überhaupt nicht, warum K sich so in seinen Wahn hineinsteigert ins Schloss zu kommen, oder warum sich die Dorfbewohner so schickanieren lassen von den Schlossbeamten. Erst nach und nach wird klar, dass es um Lebenserfahrungen gehen könnte, die wir auch heute machen. Das Schloss ist so gesehen eine Metapher.

Rätselhaft und geheimnisvoll ist der Roman sicher auch. Das ameisenhafte Gewisel und leere Getriebe der Schlossbehörde und das seltsam knechtische Verhältnis der Dorfbewohner zum Schloss bleibt unergründlich. Aber auch die Beziehungen der Dorfbewohner untereinander hat etwas befremdliches. Irgendwie scheint das ganze Dorfleben wie von ferner Hand gesteuert vom Schloss.

Kafka entwickelt den Roman szenisch, d.h. wie im Theater treffen die Personen an einzelnen Schauplätzen aufeinander, wo sich dann meist lange Dialoge entwickeln: Gasthöfe, Schule, Stube des Barnabas usw. Die Dialoge zeigen, dass es immer verschiedene Sichtweisen auf menschliche Verhaltensweisen gibt. Keiner hat allein recht. Perspektivisch wird so etwa die Figur der Frieda nach und nach inhaltsvoller und geformt, indem sie beleuchtet wird aus der Sicht der Wirtin, dann der Konkurrentin Pepi, aus der Sicht des verlassenen und mächtigen Liebhabers Klamms und aus dem Blickwinkel K's. Jeder erzählt etwas anderes über Frieda - und jeder hat recht.

Im Anrennen des K gegen das Schloss zeigt sich, wie man langsam und ganz unbewußt in ein Ritual gleiten, im Eifer weit übers Ziel hinaus schießen und in seinem Kampf scheitern kann. Es zeigt sich, wie man sich bis zur völligen Selbstaufgabe verbeißt in etwas, vielleicht sogar nur aus verletztem Stolz und ohne Rücksicht auf die Folgen. Folgen auch für andere, denn schließlich wird Frieda ja mit in den Strudel des Niederganges gezogen.
Der Roman erzählt aber auch von einer gescheiterten Integration in eine Gesellschaft. Er zeigt die für den Einzelnen lebendbedrohlichen Konsequenzen, wenn man sich den Gesetzen seiner Zeit nicht fügen mag.
Und nicht zu vergessen: Kafka entfaltet wunderbar, wie Behörden funktionieren, deren strenge Ordnung und gesetzmäßiger Gang, aber auch deren Willkür. Und er zeigt, dass es immer Menschen mit ihren Bedürfnissen und Begierden sind, die handeln. Wen sollten da die Skandale öffentlicher Personen wundern?

Mich persönlich berührt im Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels besonders die Einsicht Kafkas, dass der Kampf und der unbedingte Wille siegen und recht behalten zu wollen, ins Verderben führt. Dies kann man an verschiedenen Personen des Romans festmachen. Außerdem führt dies dazu, das eigene Leben nur noch umkreisen zu lassen an äußeren Gegnern und wichtig zu nehmen in diesem Kampf.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Oktober 2002
Im letzten und düstersten der drei Kafka-Romane spielt der größte Teil der Handlung nachts; die Tage sind so kurz, dass das Tageslicht nur wenige Stunden andauert. Selbst an Sommertagen fällt gelegentlich noch Schnee. Der Protagonist K. hält sich wie ein ungebetener Gast im Dorf auf. Beim Versuch, über eine Seitengasse in Richtung Schloss zu gelangen, sinkt er im Schnee ein, kommt nicht weiter. Die Naturgesetze folgen der hier herrschenden Ordnung des Schlosses ebenso wie die Dorfbewohner und die Beamten.
In dieser magischen, finsteren, ländlich-ärmlichen Welt des Dorfes kämpft K. um sein grandioses Ziel, ins Schloss zu gelangen. Dabei werden Müdigkeit, Obdach und Schlaf zu einem immer größeren Problem der Hauptfigur. Einmal äußert er die Bitte, "ein Brett auf die Fässer legen" und schlafen zu dürfen, worauf man ihm "irgendein Kissen" hinwirft. Eines Nachts im Herrenhof beim Beamten Bürgel könnte K. alles erreichen. K. scheitert an seiner Müdigkeit, sein Kampf um Fortschritt ist längst absurder Leerlauf. Im ersten Kapitel sagt K.: "Ich will immer frei sein." Davon bleibt im Romanverlauf nichts übrig. K. lernt, seine Persönlichkeit, seine Ziele und Bedürfnisse dem übergeordneten Zweck, dem herrschenden Prinzip unterzuordnen. Bei Kafka "irrt und kämpft" (Grönem.) der Mensch vergeblich. Ob er sich anpasst oder kämpft, das Schloss ist unabhängig davon freundschaftlich oder feindselig orientiert. K. hat keine Möglichkeit der aktiven Auseinandersetzung mit der ihm gegenüberstehenden Ordnung. Diese entzieht sich jeder Überprüfbarkeit und Erfahrbarkeit. Alle Widersprüche und Absurditäten dieser Ordnung sind unangreifbar. Darin liegt K.s Unfreiheit und die aller anderen Romanfiguren. Der Roman ist die große Parabel der Moderne und Postmoderne, ein visionäres Meisterwerk, aktueller denn je, Meta-Literatur, eine Lektüre-Herausforderung, die jeden Leser (über-)fordert.
11 Kommentar|17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. September 1999
Neben „Der Process" der zweite große Roman aus Kafkas Feder. Anders als ersterer wurde das Schloß nie eigentlich beendet, die einzelnen Kapitel wurden erst nach Kafkas Tod von seinem Freund Max Brod geordnet (anstatt sie testamentsgemäß zu verbrennen). Trotzdem ist der Roman von einigen wenigen Kapiteln am Schluß durchgehend strukturiert und chronologisch aufgebaut. Der Landvermesser Joseph K. wurde ins Dorf am Schloß gerufen, um dort festzustellen, daß man ihn eigentlich gar nicht brauch. Ihm wird zwar Bleiberecht gewährt, und er versucht, daß Schloß zur Klärung seiner Situation zu erreichen, während er sich, obwohl stets nur der geduldete Außenseiter, immer weiter in das Leben des Dorfes hineingezogen wird. Wer den „Prozeß" kennt, weiß, welchen Ausgang K.s Bemühungen nehmen. Die Atmosphäre in „Das Schloß" ist noch weitaus düsterer und bedrückender als im „Prozeß", fast alles um K. herum ist ihm feindlich gesinnt, seine Isolation ist praktisch vollständig, ein Entrinnen von vorneherein unmöglich. Die Konfrontation mit den niederen Beamten und Verwaltern, bis zu denen K. vordringen kann, bestätigt nur die absolute, nicht hinterfragbare Macht, die diese über ihn (und alle anderen Dorfbewohner) haben, jeglicher Widerstand ist zwecklos, abgesehen davon, daß außer ihm sowieso niemand an so etwas denkt. Das Buch ist zweifelsohne kein leichter Stoff, man muß schon eine gewisse Vorliebe für den Autor mitbringen, um daran seine Freude zu haben. Genial ist es allemal. Als Einstiegsliteratur in die Werke Kafkas ist es sicherlich nicht zu empfehlen, hierfür eignen sich „Der Prozeß" oder seine Erzählungen sicherlich besser.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Juni 1999
Der von außen betrachtende, neutrale Erzählstil führt den Leser in die Geschichte ein. Durch diese von Kafka gewählte Art und Weise des Erzählens wird eine objektive Darstellung des Geschehens möglich. Kafka führt den Leser in die Welt des K., eines Menschen männlichen Geschechts wie ich vermute, jedoch wird der Name nicht präzisiert. Er (Kafka) läßt den Leser ebenso im Dunkel stehen was den Ort des Geschehens betrifft. Es wird lediglich gesagt das es sich um ein Dorf handelt aber nicht um welches auch das Schloß von dem der Roman handelt wird nicht näher benannt. Es sei das Schloß des "Herrn Grafen Westwest" punktum. Durch den erzählend-beschreibenden Stil kann man ein sehr gutes Bild vom Ort des Geschehens erhalten. Man ist dadurch immer voll in die Handlung integriert Es ist ein Wintertag das Dorf ist in Schnee gehüllt ein großes Schloß, wahrscheinlich aus dem Mittelalter, überragt die Szene. K. betritt spät Abends die Szenerie, durch Nebel und Finsternis ist vom Schloß ist nichts zu sehen, er ist erschöpft von seiner langen Reise, vermutlich ist er Arbeitsloser der sein Glück auf dem Lande sucht. Das wahrscheinlich sonst so idyllische Dörfchen, mit der Holzbrücke und dem Schloß zeigt sich ihm gespenstisch leer und still. Dann beschließt er sich ein Nachtquartier zu suchen und wird im Wirtshaus wo man noch wach ist fündig. Das Buch liest sich relativ gut und war auch sehr interessant zu lesen vor allem, weil Kafka so viel im Dunklen lässt, ist man ständig gespannt, wie es weiter geht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. November 2008
In »Das Schloß« schickt Franz Kafka sein literarisches Alter Ego »K.« in ein mysteriöses Dorf. Dort wird das ganze öffentliche Leben und Geschick durch das rätselhafte Schloß und seinen Beamtenapparat gelenkt. K. beginnt einen aussichtslosen und auszehrenden Kampf um eine Anstellung und seine Anerkennung. Er versucht das Schloss zu erreichen, doch findet nicht den Weg. Er bäumt sich auf und scheint kleine Fortschritte zu machen. Oder versucht man ihn nur zu täuschen und hinzuhalten? So bleibt K. in der gesellschaftlichen Schwebe gefangen.

In einem tieferen Sinn geht es in »Das Schloß« nicht nur um den Konflikt zwischen dem einzelnen Bürger contra Gesetz und Obrigkeit, sondern auch um den Gegensatz zwischen dem Einzelnen und der Masse, zwischen Individualität und gesellschaftlicher Anpassung.

Viele expressionistische und surreale Begebenheiten und die dunkle Atmosphäre des mysteriösen Dorfes, machen die ausgezehrte Verfassung und düstere Stimmung fühlbar, in welcher Kafka »Das Schloß« verfasst hat. Beim Lesen lernt man Kafka so als den großen Scheiterer und Nichtankommer in der Gesellschaft kennen, der er war, und woran er zerbrochen ist.

Wenn dieses Werks eine Schwäche hat, liegt sie darin, dass es ein Fragment geblieben ist und leider an spannender Stelle sehr abrupt endet.

Für alle die gerne tiefer in Kafkas Seelenleben eintauchen wollen, sich mit dem Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft beschäftigen, oder sich gerne von der Atmosphäre eines Buches gefangen nehmen lassen: Ein empfehlenswertes Buch.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

3,95 €