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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ihre größten Helden sind die Verlierer", 12. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Mokusei!: Eine Liebesgeschichte (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Cees Nooteboom ist ein meisterhafter Beobachter. Ganz besonders hat ihn Japan fasziniert, nach seinen drei japanischen Reiseminiaturen in "Im Frühling der Tau", setzt er seine japanischen Impressionen in "Mokusei" in einer Erzählung um. Wie ein japanischer Meister der Tuschmalerei setzt er seine literarischen Pinselstriche aufs Blatt, sparsam aber gezielt. In wenigen Worten ist die Megalopolis Tokyo skizziert, die Koexistenz von Schönem und Häßlichen, die vordergründig Japanophilen bald ans Eingemachte geht und bis in den Wahnsinn treiben kann. Oder die Haltlosigkeit, die "Poesie des Wandels", die "fließende Welt", an der sich europäische Gedankenstrukturen immer wieder stoßen. Die Hauptfigur, ein holländischer Modefotograf, bringt im Grunde eine hohe Disposition für Japan mit: Wenn er könnte, würde er am liebsten nur "Steine" fotografieren, Steine sind auch essentielle Elemente in japanischen Gärten. Selbst er scheitert aber an der Unergründlichkeit seiner Liebesbeziehung zu seinem japanischen Modell. Absolute Fremdheit und Exotik verbindet sich mit vollständiger Vereinigung und Extase, hat jedoch keinen Bestand. Doch: "Hast du gewusst, dass ihre größten Helden die Verlierer sind?", hatte ihm sein belgischer Freund über die Japaner erzählt.
In diesem kleinen Buch ist alles zu finden, was das Faszinosum Japan für Europäer ausmacht: Der Respekt vor der perfekt funktionierenden Maschinerie des Alltags, die Wut auf das "unmenschliche" unzugängliche starre Regelwerk der japanischen Gesellschaft, die Leidenschaft für eine in Europa so nicht (mehr) anzutreffenden latenten Sinnlichkeit. Die beiden Hauptfiguren der Geschichte kreisen um den Fuji-san, Sinnbild für das den Wolken Entrückte und Symbol für den perfekten Berg schlechthin. Leidenschaft zwischen Ost und West in diesem Kontext kann nie "alltagstauglich" werden, ob bei Giacomo Puccini in "Madame Butterfly", bei Alessandro Baricco in "Seide" oder bei Cees Nooteboom in "Mokusei".
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein einfaches Buch für die Badewanne, 19. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Mokusei!: Eine Liebesgeschichte (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Der niederländische Fotograf Arnold Pessers fährt für ein Fotoshooting nach Japan, sucht in einer Modellagentur eine Japanerin, verbringt einige Tage mit ihr und macht am Berg Fuji Aufnahmen. Er verliebt sich in sie - oder vielmehr: er verliebt sich in das "japanische hinter dem japanischen" in ihr. Er nennt sie Mokusei, nach der gleichnamigen Blume, die eine der wenigen japanischen Blumen ist, die duften. Es entsteht eine leidenschaftliche Affäre, er erlebte ihren Körper "von dem er jeden Fleck kannte und den er in einer Ekstase erlebt hatte, die er nie mehr bei jemand anderem würde hervorrufen können oder wollen" und dann gehen sie wieder auseinander. Gezwungener Maßen, weil sie zu ihrer Familie will und Ärger und Konflikten aus dem Weg gehen möchte.
"Jetzt mußte er sich der Trauer stellen, die er zeit seines Lebens, auch wenn es lange dauern sollte, nie wieder würde abschütteln können. Sie würde vergehen, wie alles, aber er würde nie das Gefühl loswerden, daß er es war, der verging." Mit diesen Worten endet die Liebesgeschichte Mokusei!. Aber es ist noch viel mehr als eine Geschichte über eine unglückliche Liebe zwischen zwei Kulturen. Der Anfang ist vor allem von Mißverständnissen, Vorurteilen und "Haß auf Japan" geprägt. "Japan hatte ihm Japan genommen" heißt es gleich zu Beginn auf Seite 9. Heißt: Arnold Pessers hatte einen Blick auf das wirkliche Japan geworfen, weit weg von Sushi und Shogun. Diskussionen entstehen über diese Verschlossenheit Japans, über die närrische Art der Westler, die sich als halbe Buddhisten vorkommen, "wenn sie ein Büchlein von 20 Seiten gelesen haben, verfassen Haikus in ihren westlich eingerichteten Hotelzimmern und vergessen, den Fernseher dabei abzuschalten."
Mit seinen gerade einmal 74 Seiten verlockt Mokusei! zum schnellen Lesen, in der Bahn, in der Badewanne oder wo auch immer. Aber es ist kein einfaches Buch, weil es voll ist mit Liebe und Kritik, voll mit Poesie. Empfehlenswert ist es aber auf jeden Fall.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleiner Einblick in die japanische Mentalität, 31. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Mokusei!: Eine Liebesgeschichte (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein faszinierendes Buch, eine Novelle über Japan aus dem Blickwinkel eines holländischen
Fotografen. Natürlich auch eine Liebesgeschichte, ebenfalls faszinierend, weil schon fast wahnsinnig,
zwischen eben diesem Holländer (Arnold Pessers) und seinem japanischen Modell.
Sie, bzw. Japan fängt ihn schließlich so vollkommen, dass er sich, trotz seiner Rückkehr nach Holland
nicht mehr entziehen kann, sich in seiner eigentlichen Heimat nicht mehr wohlfühlt, hin und her gerissen
ist zwischen den beiden Welten.
In kurzem, prägnanten Stil geschrieben, ein kleines Büchlein, das man leicht an einem Nachmittag lesen kann!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mokusei, 26. September 2007
Von 
Doris Hauer (Langenlois) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: MOKUSEI! (Audio CD)
Cees Nooteboom liest sein eigenes Werk. Spannend, voller Kraft erzählt der Autor diese wunderbare Liebesgeschichte, diesen herrlichen Reisebericht unserer Zeit. Es ist eine Suche zu sich selbst und zu einer Vergangenheit und Zukunft die genauso ungreifbar und unbegreifbar bleibt wie der heilige Berg Fuji. Nooteboom läßt uns hinter die Schleier blicken ohne sie zu öffnen.
Ein rundum gelungenes Meisterstück!
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5.0 von 5 Sternen Amour fou, 11. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Mokusei!: Eine Liebesgeschichte (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Kaum 70 Seiten misst dieses kleine aber doch ganz große Buch über die einzig wirkliche Liebe im Leben des Fotographen Arnold Pessers, alias Cees Nooteboom.

Niederlande trifft Japan, überhöhte Erwartungen des Europäers an die andere Kultur, die von Freund und Kenner Japans de Goede relativiert werden - doch gewisse Erfahrungen muss man selber machen.

Mokusei, der Name einer duftenden Blume, wird übertragen auf die Frau, die nicht nur drei Masken trägt - die asiatische, die ihrer eigenen Undurchdringlichkeit und die des Schlafs - sondern auch drei Namen: Schneemaske, ihren eigenen, Satoko und nun Mokusei.

Fünf Jahre dauert die Liebe - dann möchte sie eine Familie gründen, doch nicht mit ihm: "It is not possible."

Der Versuch der Seelenverschmelzung gelingt trotz größter Anstrengungen nicht: "In dieser Nacht begann die einzige wirkliche Liebesgeschichte seines Lebens." Am Ende wird ihm bewusst, "dass er nichts von ihr wusste und auch nie etwas wissen würde (...) und fiel in Schlaf wie in ein unermesslich tiefes Loch, in dem er am liebsten geblieben wäre."
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Mokusei!: Eine Liebesgeschichte (suhrkamp taschenbuch)
Mokusei!: Eine Liebesgeschichte (suhrkamp taschenbuch) von Cees Nooteboom (Taschenbuch - 21. Juni 1993)
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