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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges und extrem unterhaltsames Werk, 19. März 2008
Von 
Pj - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Dreigroschenroman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
In der Schule bin ich aus mir unbekannten Gründen komplett an Brecht vorbei geschlittert und ich habe ihn erst aus persönlichem Interesse als Erwachsene kennengelernt. Dieses Buch habe ich aus Neugier vor Jahren in die Hand genommen und war sofort begeistert.

Im Gegensatz zu den anderen Rezessenten möchte ich betonen, daß dieses Werk ein pures Lesevergnügen ist, auch wenn man KEINE speziellen Vorkenntnisse hat. Die Lehren aus dem Leben reichen meines Erachtens völlig aus, um die Machenschaften der Herren Peachum und Macheath gleichzeitig unerhört und beeindruckend zu finden.

Die Messages: Kriminalität und Wirtschaft gehen Hand in Hand, der kleine Mann wird ausgebeutet und macht auch noch gerne mit, Faschismus ist immer ums Eck und Liebe ist ein materialistisches Ding kommen auch ohne Sekundärliteratur beim Leser an. Dabei ist das Buch aber stilistisch so unterhaltsam und der moralische Zeigefinger ist charmant und oft so zynisch und ironisch in den Gedankengängen der Protagonisten verpackt, daß es einfach Spaß macht das Buch zu lesen.

Ich kann es wirklich nur empfehlen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen - ein einzigartiges Prosawerk Bertolt Brechts -, 1. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Dreigroschenroman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
„Und der Haifisch, der hat Zähne..." In Anlehnung an Brechts Welterfolg „Die Dreigroschenoper" werden in seinem „Dreigroschenroman" die wirschaftlichen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten innerhalb unserer Gesellschaft schonungslos aufgezeigt. Wirtschaft, staatliche Behörden und Verbrecher gehen hier Hand in Hand - eigentlich lassen sich diese drei Bereiche in diesem Prosastück gar nicht mehr voneinander abgrenzen, so stark sind sie miteinander verschmolzen. Der „kleine Mann" bleibt dabei aber auf der Strecke.
Dieses Buch hat mich fasziniert. Zwar benötigt man durchaus Vorkenntnisse um die komplex dargebotenen wirtschaftlichen Zusammenhänge nachvollziehen zu können, aber Brechts Gedanken decken in beeindruckender Weise den Charakter unserer vom Haben geprägten Gesellschaft auf. Der geniale Schluss mit dem „Traum des Soldaten Fewkoombey" ist ein beeindruckender Kunstgriff eines genialen Schriftstellers.
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5.0 von 5 Sternen Überzeugend, 25. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Dreigroschenroman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieser Roman entstand als weiterführende Betrachtung acht Jahre nach seinem weltberühmten Vorgänger „Dreigroschenoper“.
Ich habe letzteres noch nicht gelesen bzw. gesehen und kann daher nicht sagen, wie viel des Vorgängers in seinem Nachfolger steckt.
Mit dem Dreigroschenroman hat Brecht nach guter alter Manier ein Lehrstück statuiert. Er, der die Aufgabe der Kunst nicht in der Unterhaltung sah, sondern vielmehr in ihrer Verantwortung dem Leser gegenüber, diesen aus seiner politischen Unwissenheit zu führen, ihm verschiedenste ökonomische wie gesellschaftliche Zusammenhänge und Spielregeln zu erläutern, damit in ihm ein aufgeklärtes Weltbild entstehen kann.
Wer sich den Dreigroschenroman vornimmt, darf auf literarisch hochwertige Kost und einen ausgefeilten Spannungsbogen genauso wenig hoffen wie auf höchst ambivalente, aufgeschlossene, kantige Charaktere. Bei Bertolt Brecht ist alles durchgeplant und durchdacht, nichts geschieht aus einem Gefühl heraus, spontan eingeführte Personen und Handlungswendungen würde es nie geben, denn alles dient einem höheren Ziel – der Festlegung eines Exempels.
Brecht liebt es, dem Leser Botschaften zu geben, Gesetzmäßigkeiten unserer Gesellschaft vor Augen zu führen, ein kleine Welt in seinen Werken aufzubauen, die für Regelmäßigkeiten des Großen und Ganzen stehen und genau das gelingt ihm auf faszinierend präzise Art und Weise.

Im Mittelpunkt dieses Romans steht der Kleinhändler Macheath, der mehrere Filialen in London besitzt und diese mit Hehlerware am Laufen hält. Er versucht sich stetig am Aufstieg, ehelicht die Tochter eines ebenso fragwürdigen Gewerbetreibenden aus dem Untergrund, spielt seinen größten Konkurrenten gegen dessen Kreditgeber aus und feilt an seinem tadellosen Ruf in der Londoner Gesellschaft. Tatsächlich aber ist Macheath ein kleinkrimineller Emporkömmling, eine Laus unter vielen im Londoner Abschaum und verdächtig, früher unter dem Namen „das Messer“ sein Unwesen getrieben zu haben. Mittlerweile besitzt er etliche Filialen in der Großstadt und streckt seine Fühler nach Höherem aus. Es ist großartig zu lesen, wie er seinen Aufstieg und den Niedergang der Konkurrenz zustande bringt. Wie er beispielsweise seine eigene Handelsgesellschaft gründet, um die Herkunft seiner gestohlenen Waren zu legalisieren und sich damit einen Kredit bei einer angesehen Bank erschleicht, wie er im selben Atemzug die Auslieferung an seine Filialen unterbindet, um die Warennachfrage künstlich in die Höhe zu treiben – all das beschreibt Brecht mit sachdienlicher Konsequenz und zielsicherer Logik.
Noch amüsanter muten die Stimmungsschwankungen Macheaths` an, wenn er sich als von allen Verlassener in Selbstmitleid badet und die Verachtung von Seiten seiner Kleingewerbehändler, die er mit seinem kalkuliert künstlichen Warenstopp nahezu in den Ruin treibt, kaum noch ertragen kann. Als ungerechtes Los empfindet er sein Leben, hätte er doch Anerkennung und Achtung verdient, stattdessen aber immer wieder in die Mahlwerke kapitalistischer Spielregeln gerät. Man empfindet diesen Charakter als schäbig, kaum des Mitleids und der Wahrnehmung wert, doch perfiderweise steht genau derselbe Charakter für das Ansehen der Londoner Gesellschaft, für den etablierten Geschäftsmann und Wohltäter in der Not, den besorgten Arbeitgeber und gebildeten, ausgewogen patriotischen Bürger.
Bei seiner Darstellung hält sich Brecht so allgemein, dass dieser Roman, der in den 1930ern entstand, problemlos auch in die heutige Zeit übertragen werden kann. Das war das große Talent Brechts, dass er bestimmte Gesetzesmäßigkeiten im menschlichen Dasein aus seiner Zeit lösen und zur allgemeinen Darstellung bringen konnte.

Die Betrachtungsweise Brechts wirkt manchmal in seiner analytischen Art natürlich etwas steif,
bisweilen dogmatisch, aber trotzdem hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, belehrt zu werden. Dieser Roman ist kein leidenschaftliches persönliches Plädoyer, sondern eine erstaunlich objektive sachliche Darstellung, was zum einen zwar das Lesevergnügen dämpft, ich aber andererseits sehr an diesem Buch geschätzt habe.
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5.0 von 5 Sternen Unterhaltsamer und lehrreicher Kriminalroman höchster Güte!, 1. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dreigroschenroman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Brecht schreibt hier einen gewieften, lehrreichen und unterhaltsamen Kriminalroman höchster Güte! Es ist ein Vergnügen, die perfekt artikulierte Erzählung zu lesen, deren Fortgang immer wieder überraschende Wendungen bereit hält, die sich am Ende zu einem maßgeschneiderten, scharf beschriebenen Spiegelbild der menschlichen Strebungen zusammen fügen. Brechts Werk sollte vor allem auch in betriebswirtschaftlich ausgerichteten Lehrberufen Pflichtlektüre werden, denn es verdeutlicht mehr als jede trockene Lehrthese! Es ist ein Appell an die Humanität im Wirtschaftskreislauf und somit auch Politikern nur wärmstens zu empfehlen!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einzigartiges Werk, das zum Nachdenken anregt, 6. Januar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Dreigroschenroman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Bei jeder einzelnen Seite stockt dem Leser der Atem. Wissbegierig verschlingt er die Seiten des Dreigroschenromans von Bertold Brecht und wird sich währenddessen über die Abgründe der Gesellschaft bewusst.
Ein einzigartiges Werk, das den schonungslosen Egoismus der Menschheit wiederspiegelt. Es geht um Korruption, Bestechung, Abtreibung, Mord, Totschlag... und alles der Geschäfte und des Geldes wegen. Die Hauptpersonen Macheath und Peachum, zwei nach oben strebende Geschäftsleute, leisten sich erbitterte Machtkämpfe. Macheath heiratet ohne Wissen von Peachum dessen Tochter Polly und Peachum bringt ihn dafür später hinter Gittern. Seine Tochter soll ihm anderweitig Geld ins Haus bringen. Das Netz spinnt sich immer weiter zusammen. Immer mehr Leute werden in die Machenschaften der beiden Personen mit hineingezogen. Gute Freunde werden dabei schonungslos an ihre Feinde verraten, bis es zum fulminanten Höhepunkt des Prosastücks kommt...
Fast schon ein wenig unreal wirkt es daher, dass sich alle Streithähne am Ende an einen Tisch setzen und ihre Geschäfte nun als Gruppe in Angriff nehmen wollen.
Der Dreigroschenroman ist aber auf jeden Fall ein unbeschreibliches Werk der Prosakunst, was man sich nicht entgehen lassen sollte.
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Dreigroschenroman (suhrkamp taschenbuch)
Dreigroschenroman (suhrkamp taschenbuch) von Bertolt Brecht (Taschenbuch - 28. Juli 1991)
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