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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Espíritos quitados
Sind erst mal die Geister verschwunden - die guten - lässt der Niedergang nicht mehr lange auf sich warten.

Über vier Generationen erzählt Isabel Allende eindrucksvoll und überaus farbig und bildreich die Geschichte Chiles im letzten Jahrhundert: Die Chronik der Familie Trueba - allen voran der Patriarch Esteban Trueba, der für Aufstieg...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2012 von Esther

versus
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas länglich, das Ende hat es dann aber in sich
Ich hatte Isabel Allendes "Geisterhaus" schon lange auf meiner Leseliste, diesen Sommer war es dann soweit. Inhaltlich ist alles zum Buch in den anderen Rezensionen gesagt worden, so dass ich mich jetzt ganz auf meine Leseeindrücke beschränken kann. Das Buch ist ohne Zweifel sehr flüssig und vor allem in den ersten Kapiteln mit viel Humor geschrieben. So...
Veröffentlicht am 18. Oktober 2009 von W. Öschelbrunn


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Espíritos quitados, 31. Dezember 2012
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Taschenbuch)
Sind erst mal die Geister verschwunden - die guten - lässt der Niedergang nicht mehr lange auf sich warten.

Über vier Generationen erzählt Isabel Allende eindrucksvoll und überaus farbig und bildreich die Geschichte Chiles im letzten Jahrhundert: Die Chronik der Familie Trueba - allen voran der Patriarch Esteban Trueba, der für Aufstieg und Fall aus eigener Kraft verantwortlich zeichnet.

Die Seele des Hauses ist Clara, die Hellsichtige, Estebans Frau - wir lernen sie bereits als Kind kennen, erfahren die tragischen Umstände, die sie zu Truebas Frau werden ließen; wir begleiten den trauernden, mittellosen und jungen Esteban auf das familiäres Gut "Die Drei Marien", das über Jahre von seinem Vater verwahrlost sich selbst überlassen wurde; wir verfolgen die Wiederherstellung von Recht und Ordnung und sehen das Gut wachsen und gedeihen; schließlich kommen Kinder: die Tochter Blanca und die Zwillinge Jaime und Nicolas, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch alles Glück währt nicht ewig! Die ersten Risse beschert Esteban mit seinem Jähzorn und den folgenden Gewaltakten, weitere folgen nach dem schweren Erdbeben, nachdem Trueba nie mehr der gleiche wurde; Säulen und Stützen bröckeln, Stück für Stück werden Haus und Familien etwas weniger.

Die Welt Claras war eine andere, eine fabelhafte, "geisterreiche", mystisch und geheimnisumwobene. Allein ihre Hellsicht, hat ihr vieles im Leben vorab gezeigt und sie akzeptieren gelernt, was sie nicht ändern konnte. War sie als junges Mädchen versucht, fortwährend und mit Begeisterung Gegenstände mit der Kraft ihres Geistes über Tische oder durch Räume wandern zu lassen, und bewunderte sie die fremdartige Welt des Onkels, der als Entdeckungsreisender unzählige Bücher, merkwürdige Gegenstände und Lebewesen ins Haus brachte, nützte sie im Erwachsenenalter diese Gabe, die guten Geister in ihrem Haus zu versammeln und Tragödien vorauszusagen.

Als sie den großen Untergang voraussieht, legt sie sich hin und stirbt, um nicht miterleben zu müssen, wie ihre Kinder und Enkel vor der Militärdiktatur außer Landes ins Exil flüchten, misshandelt, gefoltert und ermordet werden - hervorgerufen durch Truebas Sturheit gegen die neue Regierung des Sozialismus.

Dem Patriarchen Esteban Trueba sind die politischen Höhen und Tiefen in die Lebenslinie gebrannt - zuerst herrscht er über seine Bauern und seine Familien gleichermaßen, ohne Widerworte zu erdulden, verstößt sie ob des Ungehorsams, und verirrt sich in seinem eigenen Größenwahn, ohne rechtzeitig zu erkennen, wem er damit in die Hände spielt. Gebrochen, als alter, einsamer und verlassener Mann erkennt er seine Fehler und erweicht sein Herz.

Der Roman ist wirklich ein Geschenk! Überaus bildreiche Sprache, die Wärme spüren lässt, Gerüche vermittelt und virtuos die Sinfonie der Familie vertont. Nicht nur die spirituellen Abenteuer Claras sind überaus amüsant und kurzweilig!
Alle Protagonisten umgarnen uns Leser mit der Sehnsucht nach Sympathie - und es gelingt! Selbst der hartherzige Trueba erinnert an die Jahre seiner jungen Trauer, seines unerbittlichen Fleißes, seines Erfolgs und seiner Großzügigkeit. Die politische Entwicklung des Landes steht schonungslos und ungeschönt direkt im Raum - verkörpert in der Inhaftierung der Enkelin Alba, deren Vater ein gesuchter Sozialist war!

Wunderbare Geschichte, einzigartige Charaktere, vielschichtig und virtuos erzählt!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geister, die man rief., 27. Februar 2012
Von 
Walter "Walter" (Buxtehude, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Taschenbuch)
Isabel Allendes Roman "Das Geisterhaus" gleicht den flackernden Lichtwerfungen in ein Poesiealbum der besonderen Art. Die einzige Überlebende einer großen chilenischen Familiendynastie arbeitet das Tagebuch ihrer Großmutter auf und wird zur magischen Erzählerin einer in Teilen selbst erlebten Generationengeschichte; einem einfühlsam geschilderten Erinnerungsstück menschlicher Lebenslagen und historischer Verhältnisse, in über 70 Jahren Zeitgeschichte. (Chile um die Jahrhundertwende, das Reisen zu Pferde, die ersten Automobile, die Sozialistische Regierung, die Militärdiktatur der 70er Jahre.)
Bei diesem Roman handelt es sich, obwohl es der Titel suggeriert, um keinen Schauerroman, wohl aber geht es um übersinnliche, seherische und spirituelle Fähigkeiten, die vornehmlich bei Clara, der Tagebuchverfasserin (Großmutter der Erzählerin), vorzufinden sind. Das große Eckhaus in Santiago, einer der Lebensmittelpunkte der Familie, "verkommt" aber nachgerade zu einem Geisterhaus, weil etappenweise die Protagonisten aus seinem "Leben" verschwinden. Ein anderer Mittelpunkt stellt das Landgut der "Drei Marien" dar, eine scheinbare Idylle, in der sich jedoch die zerrissenen sozialen Strukturen des Landes am Deutlichsten hervortun. Der Gutsherrenhof mit seinen despotischen Patronatsverhältnissen (der Patron greift zeitweise als Icherzähler in die Erzählung ein, wohl auch, weil er selbst noch Aufzeichnungen hinterließ), die unterdrückten Hintersassen, die sehnsüchtig einen Ausweg aus ihrer Armut und dem unterjochten Dasein erwirken möchten, zur Auflehnung bereit, sobald sich der Wind politisch dreht.

Isabel Allende gelingt in ihrem Roman Außergewöhnliches. Sie schafft Parallelen zwischen Naturbeschreibungen, gesellschaftspolitischen als auch familiären Zustandsbeschreibungen. Ein Erdbeben, ein politischer Umsturz, Zerwürfnis und Verwerfung; eine romantische Landschaftsszenerie, die soziale Eintracht neuer politischer Macht (die der Sozialisten), die Liebenden (über jegliche Klassengrenzen hinweg). Das Buch ist eine Beschreibung der Lebensideale und Lebensideologien, eine Überzeichnung extremer Charaktere und Figuren, geprägt von Verrücktheiten und Verrückten, fokussiert auf Kontraste und Gegensätze: die romantisch-intensive Liebe, die abgrundtiefe Härte menschlicher Natur und Diktatur. Diese Zerrissenheit dringt ein in die kleinsten Ritzen gesellschaftlichen Daseins; so spricht der Pfarrer: "Die heilige Mutter Kirche steht rechts, aber Jesus Christus stand immer links." Vielleicht ist das genau das Großartige an dieser Autorin; in einem einzigen Satz vermag sie die zeitbezogene Wesensskizzierung einer ganzen Nation zu verfassen. Große Literatur hatte schon immer mit erzählerischer Dichte zu tun. Dieses Buch ist nicht nur geschrieben, -- es ist wohl auch erlebt.

PS: Dieser Erstlingsklassiker der Autorin bleibt meines Erachtens unerreicht. Die Bücher "Inés meines Herzens" und "Eva Luna" sind gute Literatur, jedoch weniger durchlebt und kraftvoll wie "Das Geisterhaus".
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen auch ohne Geister geistreich genug, 27. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Taschenbuch)
Die Schilderungen umfassen das Leben einer chilenischen Familie über einen Großteil des 20. Jahrhunderts hinweg. Die einzige Figur, die dabei von Anfang bis Ende eine Hauptrolle spielt, ist die des Patriarchen Esteban Trueba, der jähzornig, ehrgeizig, gewalttätig, stur und unbeirrt seine Familie zerstört und - später auf höchster Ebene - den politischen und gesellschaftlichen Absturz des Landes ins Verderben zuerst aktiv vorantreibt und später nicht mehr abwenden kann.
So glimpflich Chile bei den weltweiten Katastrophen des frühen Jahrhunderts davon gekommen ist, so hart wurde das Land später - nicht unwesentlich durch externe Einflüsse verführt - von inneren Gegensätzen zerfressen. Ein Land, in dem von gewissen Schichten Menschenrechte mit Marxismus gleichgesetzt werden, es keine Kompromisse, nur Sieg oder Niederlage gibt.
Isabel Allende personifiziert diese Gegensätze in einer Familiensaga, in der stellvertretend für das ganze Land sämtliche Kämpfe ausgetragen werden, Privilegierte gegen Rechtlose, Arm gegen Reich, Mann gegen Frau, Rechts gegen Links,... Sie bringt es problemlos fertig, all diese Themen schlüssig und leicht verständlich, dazu sprachlich auf wunderbare Weise in die Handlung einzubinden. Hierbei werden keine direkten Bezüge zu historischen Persönlichkeiten genommen, wer gemeint ist, ist aber nicht schwer zu erraten. Die Erzählweise bleibt größtenteils neutral, wird hin und wieder vom (zu) spät Geläuterten (Trueba) als Ich-Erzähler abgelöst. So verbleibt letztlich ein zwar nicht gänzlich hoffnungsloses, aber doch niederschmetterndes Bild einer verlorenen Familie, die stellvertretend für eine ganze Nation und Generation einen hohen Preis für den Weg in die Moderne zahlen muss.
Wofür Allende allerdings einen nicht unbeträchtlichen "spirituellen" Part in die Geschichte eingebaut hat, bleibt schleierhaft. Rückblickend fällt dieser bei den hängen gebliebenen Eindrücken ohnehin unter den Tisch, ansonsten geht sie mit schwebenden Möbeln und Geisterbeschwörungen eher das Risiko ein, lächerlich zu wirken, als in irgendeiner Form einen nachvollziehbaren Beitrag zur Handlung zu liefern.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas länglich, das Ende hat es dann aber in sich, 18. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Taschenbuch)
Ich hatte Isabel Allendes "Geisterhaus" schon lange auf meiner Leseliste, diesen Sommer war es dann soweit. Inhaltlich ist alles zum Buch in den anderen Rezensionen gesagt worden, so dass ich mich jetzt ganz auf meine Leseeindrücke beschränken kann. Das Buch ist ohne Zweifel sehr flüssig und vor allem in den ersten Kapiteln mit viel Humor geschrieben. So fließen die ersten 300 Seiten dahin, gelegentlich nach meinem Empfinden etwas zu seicht und im Sinne eines recht rosaroten und sehr klassischen Familienepos. Zunächst werden zwei Generationen der Familie Trueba mehr oder weniger zügig abgehandelt. Im Rückblick sind diese frühen Generationen von vielen Sagen umwoben, die auf- und abtretenden Personen bleiben teils recht oberflächlich, der ein oder andere Seitenstrang der Erzählung entsteht, der sich später im Buch aber wieder verliert. Gelegentlich erinnert der Erzählfluss in dieser Phase an ein Märchen und es fehlt nicht mehr viel, dass der Leser die böse Hexe mit den Gebrüdern Grimm im Schlepptau im nächsten Kapitel vermutet. Die finalen zweihundert Seiten haben dann meine Erwartungen an dieses hochgelobte Buch doch noch erfüllt. Nun treten die historischen und politischen Bezüge, die unweigerlich mit dem Namen Allende verbunden sind, deutlich in den Vordergrund der Erzählung. Die Geschehnisse werden packender und die handelnden Personen, insbesondere der Patriarch Esteban Truebe und seine Enkelin Alba werden in ihrer Zerrissenheit und Vielschichtigkeit sichtbar. Nachdem bis Seite 300 kein wirklicher Spannungsbogen entsteht, baut sich nun doch noch ein solcher auf.

Für Leser, die sich - wie ich - vor allem aufgrund der politisch und historischen Hintergründe für dieses Buch entscheiden sollten, empfehle ich etwas Geduld beim Lesen zu haben und sich von der ersten Hälfte dieses Romans nicht abschrecken zu lassen. Das Durchhalten lohnt sich. Daher aber insgesamt von mir auch nur drei Sterne.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnde Familiensaga, 9. September 1999
Von Ein Kunde
Ich habe "Das Geiserhaus" geradezu verschlungen und mittlerweile schon mehrmals gelesen. Das Buch spielt in Chile und zwar zum Teil in der Hauptstadt Santiago, zum Teil auf dem Land. Es ist eine Familiengeschichte über vier Generationen. Obwohl das Buch recht dick ist und ziemlich viele Personen darin vorkommen, mußte ich aber nicht ein einziges Mal zurückblättern, um nachzuschauen, wer das jetzt nochmal war. Denn die Figuren sind so gut beschrieben, daß man die Personen geadezu bildhaft vor sich sieht, sich sogar ihre Stimmen, Gestik und Mimik vorstellen kann. Man meint fast, die Figuren des Buches persönlich zu kennen;deswegen vergißt man auch nicht ihre Namen oder ihre Rolle in der Geschichte. Auch die Geschichte selbst vergißt man nicht. In langweiligen Büchern hat man ja manchmal gegen Ende schon die Ereignisse vom Anfang vergessen. Aber dieses Buch ist so eindringlich, bewegend und oft auch amüsant erzählt, daß selbst viele Details im Gedächtnis bleiben. Vor dem nochmaligen Lesen wartet man also besser einige Zeit ab. Die Geschichte hat alles, was das Herz begehrt: Liebe, Haß, Schmerz, Leidenschaften, Witz. Ich würde empfehlen, das Buch möglichst vor dem Film zu lesen oder sich den Film am besten gar nocht anzuschauen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine effektvolle und ergreifende Hörspielumsetzung von Isabelle Allendes Klassiker >>Das Geisterhaus<<., 24. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Audio CD)
Beschreibung:

Die kleine Klara hatte schon immer die Angewohnheit alles wichtige in Notizhefte aufzuschreiben und so sammelten sich über die Jahre hinweg eine allumfassende Familienchronik die nicht nur die Geschichte der chilenischen Familie de Valle erzählen sondern auch die eines Landes. Von Beginn des 20. Jahrhundert und über vier Genarationen berichtet die Familienchronik über Liebe, Gewalt, Sehnsucht, Magie und politischen Terror.

Meine Meinung:

Isabel Allendes Debütroman >>Das Geisterhaus<< aus dem Jahre 1982 zählt schono längst zu den weltweit anerkannten Klassikern, welcher nun in einer Co-Produktion des Hessischen Rundfunks und des Südwestrundfunks in ein atemberaubendes Hörspiel umgesetzt wurde, dass neben der fesselnden Geschichte auf einen umfassenden Hörhintergrund setzt. Das Zusammenspiel der einzelnen gesprochenen Szenen und der ineinanderfließenden Geräusche lässt ein Kopfkino erster Klasse entstehen.

Während der 563 Minuten Hörvergnügen mischen sich jedoch ab und an Stellen ein in denen gleich mehrere Personen sprechen und es sehr anstrengend wird jedem Erzählstrang zu folgen. Trotzdem ist es dieser Hörpspielproduktion gelungen einen bleibenden Eindruck bei mir zu hinterlassen und mich in eine Familienschicksal zu entführen das schicksalshafter nicht hätte sein können.

Die umfassende Familiensage von Isabel Allende beschäftigt sich gleich mit vier Generationen der Familie de Valle und der damaligen politischen Situation Chiles. Einen roten Faden gibt es jedoch, Klara die zu Beginn des Romans noch als kleines Mädchen ihre übernatürlichen (magischen) Kräfte erforscht und im Laufe der Zeit älter wird, heiratet und selbst Kinder bekommt. Zwischendurch wird es jedoch nie langweilig, immer wieder greift Isabel Allende andere Handlungstränge auf und verfolgt das Geschehen in andere Richtungen und erzählt aus der Sicht anderer Charaktere. Da jedoch viele Namen gleich klingen, und ziemlich oft hintereinander vorkommen, hatte ich ab und an Probleme das gerade erzählte der richtigen Figur zuzuordnen.

Die Hörspielfassung von Isabell Allendes >>Das Geisterhaus<< hat mir bis auf meine zwei genannten kleinen Kritikpunkte ausergewöhnlich gut gefallen.

Mein Fazit:

Eine effektvolle und ergreifende Hörspielumsetzung von Isabelle Allendes Klassiker >>Das Geisterhaus<<.

Handlung: 5 Sterne
Charaktere: 4 Sterne
Sprecher: 4 Sterne
Hörspaß: 5 Sterne

Meine Gesamtbewertung: 4,5 Sterne
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Geisterhaus (Hörspiel), 19. Oktober 2010
Von 
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(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Audio CD)
Erster Eindruck: Weltliteratur feinsinnig umgesetzt

Esteban Trueba, ein verarmter chilenischer Mann, ist überglücklich, dass die hübsche Rosa del Valle ihn heiraten will. Rosa stammt aus einer großen Familie, und ihre kleine Schwester Clara besitzt hellseherische Fähigkeiten. Eines Tages sieht die den Tod eines Familienmitgliedes voraus - doch die Geschichte soll noch weiter gehen...

Isabel Allendes Debütroman aus dem Jahr 1982 gehört längst zur Weltliteratur. Nun haben sich SWR und hr2 an eine Hörspielumsetzung des bekanntes Stoffes "Das Geisterhaus" gemacht und aufwendig vertont, der Hörverlag bringt eine CD-Version des über 9-stündigen Werkes auf den Markt. Erzählt wird die Geschichte einer Familie, verteilt über vier Generationen. Dementsprechend viele Charaktere und Schicksale werden behandelt, und jeder wird die nötige Aufmerksamkeit geschuldet. Die Charaktere werden so intensiv und ausführlich beschrieben, dass sie dem Hörer wirklich real vorkommen, die Geschichte ist so detailliert beschrieben, ohne überfrachtet zu sein, dass man viele der Szenen noch lange im Ohr hat. Die vielen dramatischen Ereignisse sind dabei gleichsam faszinierend wie unterhaltsam, sodass die Zeit wie im Fluge umgeht. Die Umsetzung ist dabei sehr opulent und treffend, Figuren und Entwicklungen kommen bestens zur Geltung und wirken voller Leben. Ein großer Roman, sehr aufwendig in Szene gesetzt, der so seine ganz eigene Faszination entwickelt und wärmstens für lange Herbstabende empfohlen werden kann.

Fast 70 (!!!) Sprecher wirken an der Hörfassung des Romans mit, bis in die kleinste Nebenrolle ist er mit äußerst fähigen Schauspielern besetzt. Manfred Zapatka spricht die sehr wichtige Rolle Esteban Trueba mit der ihm eigenen Intensität und Leidenschaft, sodass der vom Schicksal gebeutelte Mann in jeder Situation punktgenau dargestellt wird. Als Clara Trueba ist Angela Winkler zu hören, die derübersinnlich begabten Frau einen leicht ätherischen Klang verleiht, aber nie den Bezug zur Realität verliert - eine grandiose Vorstellung. Erzähler ist Ulrich Matthes, der ruhig und ohne Hast durch die Geschichte führt, logische Verknüpfungen verständlich macht und - nicht zuletzt - eine angenehme Erzählstimme hat. Weitere Sprecher sind Angela Winkler, Lena Stolze und Felix von Manteuffel.

Für die musikalische Umsetzung ist Pierre Oser verantwortlich, dem ebenfalls Großartiges gelungen ist. Seine Melodien weben einen sehr dichten Mantel für die Geschichte, der sie einschließt und einen Rahmen gibt, sich aber nicht in den Vordergrund stellt. Vielmehr schafft Oser Stimmungen, die die Szenen nicht treffender untermalen könnten.

Das Cover strahlt eine große Melancholie aus, und auch wenn es keinen konkreten Bezug zum Hörspiel hat, passt es sehr gut zu der vorherrschenden Atmosphäre. Die stabile Pappbox zum Aufklappen ist schlicht, aber hübsch gestaltet. Vorbildlich ist das Beiliegende Booklet, welches neben den üblichen Informationen noch Bilder von den Aufnahmen sowie viele Infotexte zu Sprechern und anderen Mitwirkenden bereit hält.

Fazit: Ein Klassiker der Weltliteratur wurde hier dramatisch, treffend und opulent in Szene gesetzt. Musik, Sprecher und Geschichte gehen eine enge Verbindung ein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Favorit für das Hörspiel des Jahres, 24. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Audio CD)
Isabell Allendes Geschichte ist weit mehr als das, was man gemeinhin unter dem Begriff "Familiensaga" versteht. Sie skizziert hier Figuren, die nicht nur der Geschichte als Klischeeträger dienen, sondern sie bindet an Ihnen gesellschaftspolitische Ereignisse an.

Sie zieht Verbindungen zwischen einer alten, mystischen und der neuen sehr technischen Welt. In diesem Chile im Umbruch ist die zentrale Figur Esteban Trueba, ein gnadenloser Grundbesitzer, der sein familiäres Trauma in eine Motivation zu wirtschaftlichem und politischem Erfolg wandelt. Seine Schwachstelle sind ein paar wenige Frauen, die einen extremen Einfluss haben können. Darunter auch seine Ehefrau Clara, die eine magische Ader hat, die für den Titel der Geschichte verantwortlich ist.

Aus der Ehe entstammen Kinder und Enkel, während im Hintergrund sich die Geschichte Chiles ändert, was immer Einfluss auf die Familie selbst mit sich bringt. Das führt bis zum Militärputsch, der nicht nur das freie Chile, sondern auch nahezu die Familie Trueba untergehen lässt.

Die durchweg spannende und interessante Geschichte wird trotz der extremlangen Spielzeit von fast neuneinhalb Stunden zu keiner Minute langweilig. Man braucht zwar ein wenig Zeit um in die ungewöhnliche Geschichte und Erzählweise hineinzufinden, danach lässt es den Hörer aber nicht mehr los.

Dafür sorgt auch die sehr gelungene Inszenierung von Walter Adler. Er hat nicht nur die Romanvorlage in ein sehr eingängiges, aber dennoch anspruchsvolles Skript umgesetzt, das die wichtigsten Facetten berücksichtigt.

Tragende Stütze der Umsetzung ist das großartige Ensemble. Neben dem mittlerweile zum Standarderzähler gewordenen Ulrich Matthes, ist es vor allem Manfred Zapatka der mit einer erstklassigen Performance diesem Stück seinen Stempel aufdrückt. Obwohl er von der Stimmfarbe vielleicht nicht unbedingt ins Klischee der Rolle passt, gelingt es ihm, der Figur Tiefe und vor allem Glaubwürdigkeit zu verleihen. Gerade weil diese Leistung so erstklassig ist, ist es mir ein Rätsel, warum man diese Rolle nochmals teilt und den alt geworndenen Esteban von Hans Michael Rehberg sprechen lässt. Auch diese Leistung geht zwar in Ordnung, sie ist allerdings eine reine Erzählerrolle, die sicherlich auch Manfred Zapatka gut hätte sprechen können. Durch die Aufteilung reißt man die Figur etwas auseinander.
Aus dem weiteren Ensemble sollte man auf jeden Fall auch die erstklassigen Leistungen von Susanne Lothar und Irm Hermann hervorheben.

Aufgrund des Umfangs war diese Produktion für den SWR das Hörspielevent des Jahres. Tatsächlich wird die Qualität dieses Hörspiels dieser Sonderstellung durchaus gerecht. Eine erstklassige Geschichte, mit einem sehr gut agierenden Ensemble packend erzählt - ohne Zweifel ein Highlight des Jahres 2010.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei Generationen, 17. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Geisterhaus (Taschenbuch)
Nicht wenige warfen Isabel Allende bei Erscheinen ihres Romans vor, sie habe sich allzu sehr an Gabriel Garcia Márquez angelehnt, dessen Mythos von Südamerikas Geschichte im Begriff des Magischen Realismus gipfelt. Dem Erfolg ihres Epos machte dies jedoch nichts aus. Das Geisterhaus beschreibt die bewegende Geschichte Chiles im 20. Jahrhundert. Ein Land, dessen politische Auseinandersetzungen sich gegen das eigene Volk richtete, dessen Militär sich berufen fühlte, sein Demokratieverständnis der Wirtschaft und Machtanspruch der Oberschicht zu unterwerfen. Allende entgeht der blanken Schwarz-Weiß Malerei, in dem sie anhand einer Familiengeschichte zeigt, wie über Generationen die Politik die Menschen zerstört, wie das Streben nach Besitz eine Härte erfordert, die Unrecht erschafft. Allende webt den Mythos eines Geisterhauses, in das die Menschen nach ihrem Versagen zurückkehren, um ihre Wunden zu lecken. Unrecht wird mit Unrecht vergolten. Die Inthronisierung einer Militärdiktatur dient nicht dem Zweck, das Land zu befrieden. Esteban Trueba, den wir durch die jüngere Geschichte begleiten und dessen moralischen Maßstäbe ihn nicht vor Verblendung schützen, muß miterleben, wie erst seine Frau dem Schweigen verfällt, und er selber beginnt, mit einem Geist zu leben. Ein wunderbares Gleichnis für ein Land, das hat bitter lernen müssen, seine Zerrissenheit zu überwinden. Ein pittoreske Zeitgemälde, das es schafft, ein Gefühl für den Schrecken über die Grenzen hinaus zu versenden, den Chile zu der Zeit befallen hat, und gleichzeitig die Möglichkeit eröffnet, die Liebe zu diesem Land zu erneuern.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Familiengeschichte über mehrere Generationen in Chile.., 3. Februar 2012
Dies war mein erstes Buch von Isabel Allende und hat mich allerdings ein wenig enttäuscht:

Die Geschichte wird einerseits aus der Erzählperspektive, andererseits aus der Ich-Perspektive von Esteban Trueba erzählt. Leider sind die Passagen des Erzählers für mich immer irgendwie fern geblieben, was vllt. an der sehr wenigen wörtlichen Rede gelegen hat. Mir hat das Leben" in der Geschichte gefehlt, ich konnte mich absolut nicht in die Personen hineinversetzen. Irgendwie liest man die Geschichte und ist aber gedanklich und gefühlstechnisch gar nicht wirklich drin - weder in der Handlung noch bei den Personen.
Abgesehen von dem Schreibstil, der mir nicht zugesagt hat, gab es noch einige Dinge, über die ich enttäuscht war. Zum einen war die Geschichte teilweise unrealistisch und ich hatte eher das Gefühl eine Spukt- anstatt eine Familiengeschichte zu lesen. Zum anderen vergeht die Zeit Ruck-Zuck und die Personen kommen und gehen, bevor man diese richtig kennen lernt. Einzig über Esteban und zum Schluss von Alba konnte man sich ein vollständiges Bild machen. Auch waren einige Handlungsstränge aus meiner Sicht überflüssig.

So, aber nach all diesen Schwachpunkten" muss ich sagen, dass mir die Geschichte im späteren Verlauf immer besser gefallen hat und die Handlung richtig an Fahrt aufgenommen hat. Auch das Ende fand ich sehr stimmig.

Fazit: Eine nette Geschichte, mit deren Schreibstil ich mich nicht anfreunden konnte, und die ich nicht unbedingt weiterempfehlen würde. Ein mühsamer Anfang, aber ein gelungenes Ende.
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Das Geisterhaus
Das Geisterhaus von Isabel Allende (Taschenbuch - 7. März 1989)
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