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am 28. August 2011
Tschingis Aitmatows "Dshamilja" ist eine Liebeserklärung an Kirgisistan und an die Macht der Poesie, Kunst und Liebe überhaupt.

Es ist schon eine besondere Liebesgeschichte, die Tschingis Aitmatow in "Dshamilja" erzählt. Fern ab von der westlichen Welt spielt sie in einem Aul (Dorf) in der ehemaligen Sowjetrepublik Kirgisistan. Es ist ein Land in dem "wilder Wermut wächst, der Wind den milchigwarmen Honigduft blühender Maisfelder und den Geruch von Äpfeln und trockenem Kuhmist miteinander mischt." Doch so herrlich die Landschaft auch ist, die Bevölkerung hat unter den Folgen des zweiten Weltkrieges im Jahr 1943 zu leiden. Viele Familien haben ihre Männer im Krieg verloren. Es gibt Dorfregeln, die befolgt werden müssen und es gibt Regeln die der Staat aufstellt.
Der Erzähler der Geschichte ist ein Jugendlicher, der mit Dshamilja, der Ehefrau seines älteren Bruders und Danijar, einem Außenseiter zusammenarbeitet. Und während dieser Arbeit beobachtet der Junge, wie sich eine verbotene Liebe zwischen diesen beiden Menschen entwickelt. "...ohne Worte enthüllte es die ganze Weite und Größe der menschlichen Seele."
Doch alle drei wissen, dass diese Liebe keine Zukunft hat. Während der Junge versucht diese blühende Liebe in einem Bild festzuhalten, "Ach, wenn ich nur Farben hätte, um das alles zu malen", sehen die beiden Liebenden nur einen Ausweg aus den strengen Regeln.
Luis Aragon behauptet in seinem Vorwort zu der Erzählung, dass es "die schönste Liebesgeschichte der Welt ist." Das ist sie zwar nicht. Doch ist es eine wundervolle Liebesgeschichte, die sich in einem langsamen Tempo in einem kargen, dann wieder voller Farben blühenden Landschaft, inmitten der hart arbeitenden Landbevölkerung während der Sowjetherrschaft abspielt. "...es war eine alles umfassende Liebe zum Leben und zur Erde." Und nicht zu vergessen, die Liebe zum Wort.
Tschingis Aitmatow (1928-2008), ein Schriftsteller aus Kirgisistan, studierte Veterinärmedizin und begann erst 1951 mit dem Schreiben und dem Literaturstudium in Moskau. Er hat in seiner Laufbahn mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Sein erstes Werk "Dshamilja" sollte auch sein bekanntestes bleiben.
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Die schönste Liebesgeschichte der Welt? Ja, das ist "Dshamilja", wenn man davon ausgeht, dass jede große Liebe auf ihre besondere Art die schönste, die einzigartige, die ewige ist. Ansonsten findet man natürlich bewegendere, dramatischere Erzählungen über Liebende in der Weltliteratur. Das Besondere an "Dshamilja" dürfte daher nicht so sehr das Attribut "schönste Liebesgeschichte" sein, sondern eher die klare, schlichte Sprache im Verbund mit der herausragenden Begabung eines noch jungen Autoren, mit Worten sinnliche Bilder zu malen, eine besonders schöne Geschichte zu zeichnen. Das Vorwort zu dieser kann indes, hier kann ich mich der Meinung eines Vorrezensenten nur anschließen, bedenkenlos übersprungen werden.
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Produkt: Buch (1 Stück)
Titel: Dsamilja / Djamila / Djamilja
Verfasser: Tschingis Aitmatow (1908 - 2008) aus Kirgisistan, ehemalige Republik der ehemaligen UdSSR
Erschienen: 1958

Das ist ein sehr leicht lesbares Buch mit einer einfachen, naiven Sprache, weil die Geschichte aus der Sicht eines jugendlichen Knaben erzählt wird. Er ist der jüngere Bruder eines in den Krieg eingezogenen Kirgisen, dessen junge Braut er zu bewachen hat. Je länger der Bub die junge Djamilja bewacht und beschützt, umso tiefer verliebt er sich platonisch in das blühende Mädchen. Ein kriegsversehrter Soldat mit einem Hinkefuß wird als Helfer auf die Kolchose geschickt und zwischen ihm und Djamilja bildet sich still tiefe Zuneigung, die zur echten Liebe heranwächst. Der bewachende Junge wird auf diese Weise Zeuge der Geburt einer echten Liebe zwischen zwei Menschen. Da er seine Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle in naiven, romantischen Zeichnungen widerspiegelt, nimmt er die spontane Liebe der beiden Liebenden auch poetisch wahr. Von diesem betroffenen Hintergrund aus, ist er nicht in der Lage, die an sich verbotene Beziehung der Beiden zu stören oder unterbrechen. Von seiner Natur her wehrt er sich gegen die Freundschaft der beiden Menschen, da er Djamilja selbst grenzenlos liebt. Er weiß, wenn er die Beiden gewähren lässt, so versagt er gegenüber seinem älteren Bruder. Dennoch schreitet er nicht ein, sondern lauscht still und leise der Geburt der Liebe zweier Menschen.
In der Beobachtung und passiven Begleitung dieses Prozesses ereignet sich in dem Jungen das innere, existenzielle Heranreifen zum Mann und poetischen Künstler. Natürlich ist es organisch betrachtet die Liebe zwischen dem Kriegsversehrten und Djamilja. Doch im Eigentlichen handelt es sich um die absichtslose Liebe des Jungen zum Mädchen, deren Poesie er später als anerkannter Maler in Gemälden festhalten wird. Der Romanautor aber symbolisiert über den zeichnerischen Ausdruck des Jungen seine schriftstellerische Gestaltung der Geschichte.
Am Ende gehen der Soldat und das Mädchen davon, um miteinander ein neues Leben zu beginnen und an einem anderen Ort glücklich zu werden. Der Junge läuft ihnen nach, bleibt schließlich stehen und weint sich hinein in das schmerzliche Gefühl seiner reinen Liebe, die er für das schöne, anmutige und blühende Mädchen empfand.
Ein Meisterwerk der Weltliteratur voller Kraft und Einfachheit.

Mladen Kosar
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Aitmatows Erzählung Dshamilja umfasst wenige Wochen im Sommer 1943. Ort der Handlung ist ein kleines Dorf in Kirgisien, der Heimat des Autors, in Landessprache Aul genannt. Die Dorfbewohner sind Stammesgenossen, ein Nomadenvolk, und in der ersten Generation sesshaft. Die Männer des Dorfes sind im Krieg. Umso mehr haben die zurückgebliebenen Frauen, Kinder und Jugendlichen mit der Ernte zu tun. Erzählt wird die Geschichte rückblickend aus der Perspektive des damals 15jährigen Said. Im Mittelpunkt stehen Dshamilja, seine sehr junge Schwägerin, deren Mann an der Front ist, und Danijar, ein versehrter Frontheimkehrer. Diesen beiden und dem Erzähler fällt die Aufgabe zu, täglich die Ernte zum Bahnhof zu kutschieren. Auf diesen langen Fahrten verlieben Dshamilja und Danijar sich ineinander.

Said, der selbst Liebe zu Dshamilja empfindet, erzählt die Geschichte sehr unspektakulär. Er gönnt den beiden ihre Liebe von Herzen, ohne Eifersucht oder Unrecht dabei zu empfinden. Er führt den Leser in die für ihn fremde Welt des Aul ein, beschreibt Familiengeschichten und Hierarchien. Es ist eine Gesellschaft des Matriarchats, denn es scheint nicht an der derzeitigen Abwesenheit der meisten Männer zu liegen, dass diese in den Augen der Frauen nicht viel gelten. Frauen sind das Familienoberhaupt, tun die Arbeit, halten die Familien zusammen und treffen die Entscheidungen. Dabei haben Schwiegertöchter eine ganz untergeordnete Stellung und haben sich den Wünschen ihrer Schwiegermütter zu fügen und zu entsprechen. Sie werden üblicherweise von den Müttern des Männer nach der Arbeitsleistung ausgesucht, die sie erbringen sollen. In einem Brief ihres Mannes an Dshamilja von der Front wird sie erst ganz am Ende erwähnt und nach ihrem Wohlergehen gefragt, nachdem Eltern, Dorfälteste, Geschwister und alle anderen aufgeführt worden sind. Vor diesem Hintergrund ist es nur allzu verständlich, dass sich die charmante Dshamilja in den introvertierten Danijar verliebt. Zunächst verliebt sie sich in die Stimme des begnadeten Sängers, der sie auf den langen Fahrten zur Bahnstation mit gesungenen Beschreibungen der kirgisischen Landschaft unterhält. An diesen Stellen ist der Text zuweilen etwas pathetisch geraten.

Es ist eine sehr leise, subtile Liebesgeschichte, die sich nur dem genauen Beobachter, in diesem Falle Said, offenbart. Wer Liebesschwüre und heißblütige Umarmungen erwartet, muss ein anderes Buch lesen.
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Louis Aragons 50 Jahre altes Lob, Dshamilja sei die schönste Liebesgeschichte der Welt", lastet schwer auf dem schmalen Büchlein. Freilich ist die Novelle über eine verbotene Liebe im kirgisischen Sommer 1943 sehr schön. Sie lässt den Leser in eine fremde Welt eintauchen, in der es noch immer salzig nach dem Nomadenleben riecht, obwohl das Zeitalter tatkräftiger Sowjetmenschen inmitten goldener Weizenbündel längst begonnen hat. Die Mischung aus zentralasiatischem Volksmärchen und sozialistischem Sendungsbewusstsein macht die Erzählung einzigartig. Heute sind die meisten ehemaligen Kolchosen pleite, und viele arbeitslose Kirgisen ziehen im Sommer wieder mit ihren Jurten und Viehherden in die Berge. Die ideologische Moral von Dshamilja hat sich überlebt. Nicht aber die menschliche: Liebe ist das Schönste in der Geschichte der Welt - und so schwer fassbar, dass in jeder Epoche neu und in jeder Kultur anders von ihr erzählt wird.
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am 14. März 2012
Es gibt wenige dieser Romane wie "Dshamilja", von solch einer stillen, sanften und natürlichen Schönheit, die dir auf knapp 100 seiten das Herz öffnet wie schon lange nicht mehr, und darin eine leidenschaftlich lebendige Farbenwelt erschafft, die dich noch lange umwölkt, lieber Leser.
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am 30. Juli 2003
In einer sehr schönen, klassischen und auf das Wesentliche reduzierten Sprache, die oft Naturbeschreibungen zum Gegenstand hat, breitet der jugendliche Erzähler die tragische Liebesgeschichte zwischen der schönen, verheirateten Dshamilja und dem knorrigen, kriegsversehrten Danijar vor einem aus. Auch das damals zur Sowjetunion gehörende Kirgisien befindet sich im Kampf mit Hitlerdeutschland. Die traditionellen Dorfstrukturen brechen am Rande auf; die Männer sind an der Front - Frauen, Kinder und Veteranen kümmern sich um die Ernte. Dshamilja, Danijar und der Erzähler fahren zusammen mit Pferdewagen Getreide an die Bahnstation. Die extrovertierte Dshamilja und der verschlossene Danijar kommen sich mit romantischen Liedern näher; der Erzähler staunt bloss. Es kommt wie es kommen muss - der Mann von Dshamilja kehrt aus dem Krieg zurück, die Verliebten gehen über alle Berge und die Dorfgemeinschaft versucht den Einbruch mit Schimpf und Schande wieder herzustellen. Einziger Schwachpunkt der sonst sehr reizvollen Geschichte ist der lediglich staunende Erzähler, der nicht in der Lage ist, sich selbst und das Paar als mit etwas anderem als Symbolen zu umgeben, zu wortlos spielt sich alles ab. Selbst wenn man mit Worten nicht alles sagen kann, ein wenig Introspektion oder Autorität hätten der Erzählung gut getan. Aber vielleicht wollte es sich Aitmatow, der 1956 nach Moskau in eine neue Welt und ein neues Zeitalter ging, nicht mit seiner Heimat verderben, eine Heimat in der er umgeben von Traditionen eine glückliche Kindheit verlebt hatte.
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am 9. März 2009
Dshamilja ist eine Liebesgeschichte. In einem leidenschaftlichen Vorwort versichert Louis Aragon, dass es die schönste Liebesgeschichte der Welt sei. Vielleicht mag er damit recht haben, vielleicht aber auch nicht. Ich kann und will das nicht beurteilen. Richtig ist, dass Dshamilja eine Geschichte über die Liebe erzählt. Das ist aber nur die Vorderseite des Bildes, das Aitmatow für uns zeichnet. Wenn wir aufstehen und hinter die Leinwand schauen, entdecken wir ein Buch über den Reichtum und die innere Schönheit von Menschen; und wie andere Menschen, die diese Schönheit nicht verstehen können, damit umgehen. Wir entdecken, wie sich in einem einzigen Lied der ganze Reichtum einer Seele vor uns ausbreitet. Das Lied erzählt von den einfachen Dingen im Leben, die jeder weiß und gleichzeitig auch nicht. Es handelt von großen Geheimnissen, die der Wind einem Mann zuflüstert, wenn er allein auf einem Hügel sitzt und alle Anderen über ihn lachen.
Dshamilja bekommt das Prädikat lesenswert.
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am 10. Juni 2007
Ein so schönes Vorwort bereitet einen auf die Geschichte vor und man erwartet wirklich die schönste Liebesgeschichte der Welt.

Nein, meiner Meinung nach ist es nicht die schönste Liebesgeschichte der Welt. Es ist auch nicht die schönste Geschichte von T. Aitmatow.

Aber es ist eine ganz besondere Geschichte. Es ist die Geschichte von Dshamilja und Danijar.

Letztendlich dreht es sich in dem Buch nicht wirklich um die Liebe, zumindest im Großteil. Erst am Ende erkennt man die Liebe und die Zusammenhänge, die entstehen.

Es ist eine Geschichte voller Nachdenklichkeit, Träume und dem Leben. Ein Leben, wie wir es nicht kennen. Man muss sich einfinden in das Leben in Kirgistan um die Geschichte zu verstehen. Es ist mit Sicherheit kein Fehler, wenn man vorher schon ein anderes Buch von dem Autoren gelesen hat!
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"Dshamilja", eine Novelle, war Aitmatows Abschlussarbeit am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau. Sie handelt von einer Liebe in seiner Heimat Kirgisistan zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und hat, wie Aitmatow im Nachwort zu einer früheren Ausgabe schrieb, einen wahren Hintergrund.

Drei junge Leute leisten während der Erntezeit harte Arbeit - drei, die, anders als Dshamiljas Ehemann Sadyk, nicht zur Roten Armee eingezogen werden können: Dshamilja ist eine Frau, Danijar, der vor einiger Zeit ins Dorf zog, hat eine Kriegsverletzung, und der Ich-Erzähler, Dshamiljas jüngerer Schwager, unterschreitet die Altersgrenze. So fahren die jungen Leute täglich zusammen die weite Strecke vom Dorf zu einer Sammelstelle für Getreide. Der Ich-Erzähler empfindet für Dshamilja die schüchterne, gehemmte Liebe eines Pubertierenden, weshalb er die sie umschwärmenden Männer eifersüchtig von ihr fernhält. Danijar nimmt er nicht ernst; der Fremde tritt verschlossen und schweigsam auf und sucht keinen Kontakt, auch wenn er Dshamilja immer wieder beobachtet und es immer deutlicher wird, dass er ihr verfallen ist.

Dshamilja wiederum lässt keine Gelegenheit aus, Danijar zu ärgern, und provoziert auch den Ich-Erzähler zu allerlei Streichen gegen den Eigenbrötler. Doch das Blatt wendet sich überraschend, als Danijar während eines langen Heimwegs zu singen beginnt: von der heimatlichen Steppe, der Natur, der Liebe. Dshamilja fühlt genau, was er meint, und von da an verändert sich die Beziehung der beiden völlig. Die junge Frau entscheidet sich, wie es der Leser erwartet hat, gegen den Ehemann, der sie in seinen Briefen an die Familie immer als Letzte grüßte, der ihr aber eine gesicherte Existenz bieten kann, und für den sensiblen Danijar mit dem großen Herzen, der nur die Kleider auf seinem Leib besitzt.

Aitmatow erzählt diese Novelle unter Einbeziehung vieler Bilder, welche die wildschöne Steppe Kirgisistans vor dem Leser lebendig werden lassen, voller Poesie und Strahlkraft, insbesondere, wenn es um die Schilderung von Danijars Lied geht. Es handelt sich um eine zeitlos bezaubernde Liebesgeschichte, in der bequeme Gleichgültigkeit gegen eine unsichere, aber von tiefer Liebe getragene Zukunft eingetauscht wird. Dshamiljas Mut wirkt sich auch auf den jungen Ich-Erzähler aus, der es im Anschluss wagt, seiner eigenen Berufung zu folgen und sich zum Maler ausbilden zu lassen.

Gleichzeitig zeichnet Aitmatow ein wertvolles Porträt einer Gesellschaft, die es so nicht mehr gibt: von den unter der Sowjetherrschaft zwangsläufig sesshaft gewordenen Kirgisen, die in mehr als einer Hinsicht zwischen den Welten schweben. So bauen sie jedes Jahr ihre Jurten im Hof auf, obwohl sie feste Häuser bewohnen, und trotz ihres islamischen Glaubens spielen Geister aus alten Mythen eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Sie beugen sich der Kollektivierung, leben jedoch im Privaten ihren Stolz und ihre Traditionen. All das weiß Aitmatow so lebendig darzustellen, dass der Leser es wie in einem Film erlebt.

Die liebenswerten, zarten, dabei aber durchaus charaktervollen Illustrationen von Stefanie Harjes greifen die Poesie des Textes wunderbar sensibel auf und ergänzen ihn auf charmante und unaufdringliche Weise, sodass eine regelrechte Symbiose entsteht, die den Band zu einem Schmuckstück der Insel-Bücherei macht.

Zweifellos eine literarische Kostbarkeit, vom Verlag sehr schön präsentiert!
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