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Kundenrezensionen

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am 11. April 2003
Was an dieser kleinen Erzählung Hesses so sehr anrührt, ist zum einen die völlige Verschmelzung der inneren und äußeren Welt, die seit dem spirituellen Aufbruch der westlichen Welt, ihrer Orientierung hin zu östlichen Philosophien, zum 'Morgenland' eben, für viele schon Teil der Erfahrung geworden ist, zum anderen und vor allem aber die wunderbare Erlösung des Erzählers aus seinem bemitleidenswerten Befangensein in Irrtum und Verzagtheit und trotzigem Leugnen erlebter geistiger Einheit hin zu erneuter vertrauensvoller Hingabe. Am Ende steht seine Bereitschaft zur Selbstauflösung nicht in ein nihilistisches Vakuum, sondern in eine höhere Einheit. Da aber jedes Individuum vor dieser Wahl steht, nämlich entweder während seines Lebens irgend etwas zu tun und dann sang- und klanglos zu vergehen oder sich selbst zur höchstmöglichen Blüte zu entfalten und so viel wie möglich von dem, was es auf diesem Weg erworben hat, wieder auf eine Weise abzugeben, dass viele etwas davon haben, darum geht diese Erzählung jeden etwas an.
Wie universell dieses Buch ist, habe ich unter anderem dadurch erfahren, dass noch jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe, es lesen wollte, was mich dann oft veranlasste, es zu verschenken, ich weiß nicht mehr, in wie vielen Exemplaren im Laufe der Jahre. Und es gab niemanden, der nicht begeistert war.
Wer sich hier schon über den Inhalt informieren möchte, dem sei die hervorragende Kindler-Rezension empfohlen. Ich fasse mich daher entsprechend kurz.
Was zunächst wie eine Reise durch 'wirkliche' geographische Gegenden zu beginnen scheint, entpuppt sich allzu bald als eine Reise ins Innere, doch je weiter der fiktionale Chronist vertrauensvoll in dieses Innere vordringt, desto mehr zweifelt er am Sinn dieser Reise und hat zu dem Zeitpunkt, da er mit der Niederschrift seines Berichts beginnt, sogar schon begonnen, die Wahrheit seiner Erinnerungen in Frage zu stellen. Doch nichts ist hier wie es zu sein scheint. Weder ist der bescheidene Diener und Bundesbruder Leo überhaupt verschwunden noch ist er überhaupt ein Diener, sondern vielmehr der Oberste der Oberen im Bund der Morgenlandfahrer. Jedoch auch wenn der Chronist vieles falsch in Erinnerung hat (ein Lehrstück in selektiver Wahrnehmung und subjektiv-falscher Interpretation), ist er tatsächlich nie abtrünnig geworden, wie er geglaubt hat, und das Bewahren der Wahrheit ist seine eigentliche Aufgabe.
Der lineare und nur einmal unterbrochene Handlungsverlauf dieser Geschichte wird natürlich erst durch die wunderbare, schon früh an Übersetzungen geschulte Sprache Hermann Hesses zum Meisterwerk. Wer nach einer inspirierten Fortführung der Gedanken aus dem 'Steppenwolf' gesucht hat und sich irgendwann einmal an das 'Glasperlenspiel' begeben möchte, findet hier das fehlende Glied der Kette. Und mancher mag dabei den Morgenlandfahrer in sich selbst entdecken.
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am 1. April 2012
Hesse skizziert die Regungen des Verstandes und die Reinigung des Gewissens wie kaum ein anderer Schriftsteller es vermag...

Er zeigt auch in diesem Buch auf, wie meisterhaft er versteht, die Macht und Machtlosigkeit der Worte vor Augen zu führen. Die Morgenlandfahrt ist die Reise nach Innen, nach Osten, nach dem Jenseits, der Weisheit des Lebens im Augenblick, das Abenteuer der Selbstfindung und der Traum der Einswerdung mit dem bedeutsamen Ganzen: dem Bund des Lebens! "Und ihr wisset, sobald das Leid groß genug ist, geht es vorwärts... Diesseits dieser Verzweiflung leben die Kinder, jenseits die Erwachten..." (91f)

Die hundert Seiten habe ich an zwei Nachmittagen mit wachsender Begeisterung gelesen. Dabei habe ich Bilder, Farben, Töne, Klänge, Melodien, Stimmungen, Täuschungen und Ent-Täuschungen miterleben dürfen. Hesse hat wie im "Steppenwolf" und "Demian" einen Teil des Weges seiner Selbsterkenntnisreise nachgezeichnet und beschreibt die Schwierigkeit, eben dies zu tun. Zugegeben, die ersten 20 Seiten erschienen mir etwas schleppend, doch könnte dies nicht am Aufbau des Buches, sondern an der eigenen Erwartungshaltung liegen?

Der Protagonist H.H. erzählt aus der Ich-Perspektive seine Erfahrungen, Fehlinterpretationen, Einbildungen und Projektionen. Wir erfahren nach und nach, was es heißt, die eigene Verzweiflung und Entmutigung anderen Menschen anzudichten und aufzulasten, um schließlich zu merken, dass sich Dünkel mit dem Deckmantel der Demut tarnen kann und dass Übereifer und Geltungsdrang (also Symptome eines aufgeblasenen Egos) nicht Loyalität beweisen, sondern etwas ganz Anderes darstellen: "Novizendummheiten... die sich dadurch erledigen, dass wir über sie lächeln." (87)

Klare Leseempfehlung fürs nächste Wochenende. Ein einzigartiger Lesegenuss. Ich wünsche Dir von Herzen viel Freude und Einsicht.
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am 6. Oktober 2012
"Alles schien so konfus und kopflos, die klarsten Zusammenhänge entstellt, das Selbstverständlichste vergessen, lauter Nebensächliches und Belangloses in den Vordergrund gedrängt! Da musste ganz von vorn begonnen werden."
So schreibt Hesse selbst im vorliegenden Buch. Mancher Leser wird dasselbe denken, wenn er die ersten Seiten liest.
Ja, sie sind etwas eigenartig und der Abbruch von der Erzählung zur Erinnerung an die Erzählung ist etwas konfus.
Das Buch muss man auf jeden Fall mehrmals lesen, weil es mehr enthält, als das erste Lesen hergibt. Eine lohnende Lektüre für ein Wochenende (wie bereits schon ein Rezensent schrieb). Man wird mitfühlen können und man wird es mit Wohlgefallen lesen, auch wenn man nach dem ersten Lesen nicht alles verstanden hat.
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am 26. Oktober 2003
"Morgenlandfahrt" ist nicht wirklich die Geschichte dieser bedeutsamen Reise; es ist vielmehr ein Bericht über die Niederschrift der solchen, über Gewissenskonflikte, die Schwierigkeit darin, die Erfahrung auf Papier zu bringen, gerade wenn man sich anmaßt, dies zu können, aber sich nicht einmal genau zu erinnern vermag.
Und dann ist da noch der Diener Leo, der damals auf dem Bundeszug so plötzlich verschwand, somit alles durcheinanderwarf und Zweifel unter den Teilnehmern sähte. Der Erzähler kann sich immer noch nicht von der Erinnerung an ihn losreissen...
Hermann Hesses Gabe, Gefühle und Gedanken so zum Ausruck zu bringen, dass man sich hineinfühlen, sich damit identifizieren kann, ist beeindruckend. Auch dieses Buch lässt den Leser nachdenklich zurück.
Nach einem meiner Meinung nach etwas zähen Anfang steigert es sich merklich. Ich kann für eine Geschichte, in der so viel Weisheit steckt, nichts anderes als 5 Sterne geben.
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am 14. Februar 2000
Es ist bestimmt 25 Jahre her, daß ich dieses Buch von Herrmann Hesse "einmal" gelesen habe. Es bleibt mir unvergessen. Freunde darauf angesprochen, ob sie es gelesen hätten, überraschen mich immer wieder damit es nicht zu kennen. Wer Hesse kennt, den Siddartha gelesen hat, kommt um die Morgenlandfahrt eigentlich nicht herum: Geschichte und Metapher zugleich. Wer die Metapher erkennt, der mag seine eigene Morgenlandfahrt darin erkennen. Sie ist der Weg unserer vielen Hoffnungen, Ziele und Wünsche, deren zugrundeliegenden Wertvorstellungen mit den Jahren eine merkliche Wandlung erfahren (können). Für die einen geht die Lebens-Reise eher nach außen, für die anderen geht sie mehr nach innen. Zwischen diesen beiden Polen wandern oder schwanken die Menschen "ihrem eigenen Ziel" entgegen... manche vergessen sogar ihr Ziel.... und wandern mehr um des wanderns willen, bis so ein Morgenlandfahrer plötzlich aus seinem Tagtraum erwacht. Ein Buch das nachdenklich macht, offenbar so nachdenklich, daß man auch nach 25 Jahren noch daran denken muß. Ich werde es jetzt (sicherlich mit neuen Augen) erneut lesen und freu mich drauf!
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Ich mag Hermann Hesse sehr gern und genieße seine Art anschaulich zu schreiben und Bilder im Kopf zu erzeugen.
Zu meinen Allzeitfavoriten gehören neben Siddharta auch Demian (Schulpflichtlektüre, mit der es für mich begann), Narziss und Goldmund und besonders das nicht so bekannte Roßhalde (toll!).

So folgte ich erfreut der Empfehlung einer Kollegin, die neulich begeistert die Morgenlandfahrt las und bestellte das Büchlein.

Ja, Büchlein trifft es, denn es ist unerwartet dünn.
In diesem Fall für mich ein Vorteil, da ich mich wie nie zuvor durch einen Hesse quälen musste.

Die Geschichte um die geplante Niederschrift einer vergangenen Teilnahme an einer Art geheimnisvollen Pilgerreise, die bis heute beim Erzähler nachwirkt, hat mich nicht packen können.
Die Ereignisse um die Morgenlandfahrt sind durchaus gut be-/geschrieben, nur berührt es mich diesmal so gar nicht.
Oder es ist zu kurz und das "ach es ist ja so geheim, ich verrate es nicht" nervt mich mehr als es mich in den Bann zieht?
Nur der rätselhafte Aspekt des Verschwinden eines Dieners schaffte etwas Lust auf Mehr/Auflösung zu machen.

Es bleibt für mich alles sehr an der Oberfläche und enthält keinerlei Inspiration oder führt mich in Reflexionen.
Und das ist es eigentlich, was für mich bei Hesse ausmacht.
Schade.
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am 6. Juli 2008
Kenner Hesses werden in diesem späten Werk zahlreiche Figuren und Alter Egos des Autors wiederfinden. Aus diesen Figuren und Persönlichkeiten rekrutiert sich der mystische Bund der Morgenlandfahrer, zu denen auch die literarischen Figuren anderer Autoren genau so zählen, wie ihre Erfinder selbst. So bilden die Morgenlandfahrer einen Bund der Kreativen und ihrer Schöpfungen, welche über Raum, Zeit und Fantasie miteinander in Verbindung stehen.

»Die Morgenlandfahrt« gelingt so einerseits als eine Zusammenkunft all jener Werke und Autoren, welche Hesse nachhaltig beeinflusst haben. Der Leser erfährt so viel über Hesses Vorlieben und Einflüsse.

Im Zentrum der Erzählung stehen nicht bloß die Erlebnisse der Morgenlandfahrer. In einem tieferen Sinn geht es in »Die Morgenlandfahrt«, ausgehend von der Beschreibung einer Schreibblockade des Ich-Erzählers, um eine tiefgehende Selbstreflexion Hesses über sein bisheriges Schaffen, eingebetet in einen surrealen Handlungsrahmen.

Das Resümee, welches Hesse in seiner »Morgenlandfahrt« zieht, deutet eine bedeutende Umbruchsituation in Hesses Selbstverständnis in späteren Lebensjahren an. Ein Umbruch, der sich auch im literarischen Alterswerk äußert. So gelingt »Die Morgenlandfahrt« auch als Wegbereiter, oder eine Art Vorspiel, von »Das Glasperlenspiel«.

Ein dringlichst zu empfehlendes Buch für alle Kenner Hesses, für Freunde seiner mehr surrealen Werke und für jene, welche »Das Glasperlenspiel« ins Auge gefasst haben, und »Die Morgenlandfahrt« als Prolog lesen wollen.
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am 22. Mai 2008
Der Inhalt des Buches ist im Nachhinein, reine Nebensächlichkeit, steht doch im Vordergrund die Wirkung.
Wieder einmal schafft es Hesse dich in eine denkerrische und zugleich gefühlvolle Welt zu schicken, in der es schwer ist sich selber nicht irgendwo zu entdecken. So konfus und undurchdringlich am Anfang die Handlung des Buches auch scheinen mag, so unmerklich schleicht sich das Wesen des Buches in deine Innenwelt......Es mag bessere Werke von Hesse geben....aber nicht viele :)
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am 30. August 2002
Hesse war wohl für jeden die Lieblingslektüre der jugendlichen Sturm- und Drangzeit, aber erst jetzt kann man ihn richtig schätzen (aber auch eingige weniger gute Seiten erkennen). Die "Morgenlandfahrt", ein Bericht über einen männlichen, initiativen Bund (Frauen spielen in dem Buch keine Rolle) ist sehr gut (wenngleich auf Grund des etwas antiquierten und obelehrerhaften Stils nicht exzellent) und berichtet über die ritualisierte Reise und Entwicklung im Inneren des Einzelnen zu einem erfüllteren und bewußter lebenden Menschen.
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am 25. Februar 2009
"Die Morgenlandfahrt" von Hesse ist im Gegensatz zu "Steppenwolf" und Co. relativ einfach zu lesen. Die Geschichte selber erinnerte mich an Kinderträume, dabei sind es Erwachsene, die die Erfüllung ihrer Träume verfolgen. Es ist - wie stets bei Hesse der Fall ist - wunderschön den philosophischen und menschlich wahren Gedanken nachzugehen und sich auf eine Welt der Träume einzulassen. Ich empfehle dieses Buch sowohl Hesse-Liebhabern, aber auch Einsteigern dieser Leseart :)
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