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5.0 von 5 Sternen Wunderbares Gedankenexperiment
Wenn die Ameisen ein bisschen schlauer wären, würden sie vielleicht rausfinden wollen, um was genau es sich bei einem nach einem "Picknick am Wegesrand" auf dem Ameisenhaufen liegengelassenen Zigarettenstummel handelt, sie würden aber den wahren Zweck dessen nicht einmal im Traum erraten können. Wenn der Stummel gar noch ein wenig glüht,...
Am 13. März 2001 veröffentlicht

versus
27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Katastrofale Übersetzung
"Picknick am Wegesrand" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. In Original-Sprache. Ich war so froh, das in Deutsch zu finden, damit mein Schatz und meine deutschsprachige Freunde auch das lesen können.

Die Enttäuschung war riesig. Enorm. Beim Blättern nach meinen Lieblings-Ausdrücken musste ich mich nur aufregen. Es gibt...
Vor 15 Monaten von HiFi veröffentlicht


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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Katastrofale Übersetzung, 12. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
"Picknick am Wegesrand" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. In Original-Sprache. Ich war so froh, das in Deutsch zu finden, damit mein Schatz und meine deutschsprachige Freunde auch das lesen können.

Die Enttäuschung war riesig. Enorm. Beim Blättern nach meinen Lieblings-Ausdrücken musste ich mich nur aufregen. Es gibt keinen einzigen humorvollen Spruch, den die Übersetzerin, Frau Aljonna Möckel nicht platt gemacht hat. Viel mehr, sie verzerrt auch den Sinn der Aussagen, als ob sie entweder diese gar nicht verstanden hat, oder die Sprache, in die sie das Buch übersetzt nicht wirklich kann. Wie kann man "Stalker" als "Schatzgräber" übersetzen? Ein Stalker ist ein Jäger, und es geht um den Jagt. Da hätte sie "Stalker" lieber so gelassen! Wenn dieses Wort so im russischen Original steht, und die Russen verstehen das problemlos, würden die Deutschsprachige es um so leichter verstehen.

Im Netz fand ich Kritiken, wo man zweifelte, ob Frau Möckel in deutsche Umgangssprache mächtig ist - ich bezweifele, ob sie Russisch kann. Oder hat sie das Buch zwischendurch übersetzt, ohne sich anzustrengen, den Text aufmerksam zu lesen, und der Inhalt ging ihr am Sinn vorbei. Sonst - wie kann man erklären, dass sie im Schluss-Satz das Wort "обиженый" nicht als "frustriert", was sinngemäß wäre, oder zumindest als "beleidigt" - was wortwörtlich wäre, sondern als "erniedrigt" übersetzt, was in keinem Sinne dem Satz passt. Ich sehe keine andere Ursache dafür, als dass die Frau Möckel das Wort "обиженый" als "униженый" gelesen hat. Sehr schwach für eine Übersetzerin, insbesondere wenn es das letzte Satz im Buch ist.

Von Kauf dieses Buchs würde ich abraten - lieber entweder zu Englische Übersetzung greifen, oder abwarten, bis dieses Buch in einer bessere Übersetzung rauskommt. Ich hoffe auf das letzte - hey, Übersetzer, wo seid ihr?
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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Gedankenexperiment, 13. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Wenn die Ameisen ein bisschen schlauer wären, würden sie vielleicht rausfinden wollen, um was genau es sich bei einem nach einem "Picknick am Wegesrand" auf dem Ameisenhaufen liegengelassenen Zigarettenstummel handelt, sie würden aber den wahren Zweck dessen nicht einmal im Traum erraten können. Wenn der Stummel gar noch ein wenig glüht, wäre die weitere Verwirrung aufgrund der lebensgefährlichen Lage garantiert. Eine tödliche Falle? Eine "unnütze" Laune der Natur? Ein tödliches Geschenk einer unbekannten Macht? Eine Ankündigung auf irgendetwas...?! Ein möglicher Vergleich zur Situation in dieser Geschichte, der mir in dieser Form ständig vorschwebte, als ich das Buch las. Auch Lem benutzte dieses Bild in seinem höchst interessanten - wenn auch nicht wirklich gänzlich makellosen Nachwort. Wie gewohnt beschreiben die Strugatzkis auch hier die Geschehnisse aus der Perspektive von Menschen, die logischerweise bestens vertraut sind mit der uns fiktiven Umgebung, was ein Ausbleiben einer einführenden Beschreibung des Szenarios ausschliesst und man sich erst nach einigen Seiten Puzzle-artig ein Bild der nicht ganz einfachen Lage machen kann. Die Geschichte deckt eine Zeitspanne von ca. 15 Jahren ab, in welchen sich die Ansichten, Eindrücke und Theorien über die seltsamen "Zonen" mächtig wandeln. Dieses absolut empfehlenswerte Buch stellt tatsächlich "ein wunderbares Gedankenexperiment auf dem Gebiet der experimentiellen Geschichtsforschung" dar, wie dies Lem verwirrenderweise, aber treffend betitelt.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur für Jedermann geeignet!, 9. Dezember 2004
Von 
G. August (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dass das Buch ein Meisterwerk ist, wurde schon oft gesagt. Nur leider erwarten viele Menschen etwas von dem Buch, was es nicht liefert: Billige Action und vorhersehbare Handlung. Wer eine konventionelle Auseinandersetzung über Mensch-Alien Kontakt sucht, sollte bei Star Trek bleiben! Deren Besuch wird nur vermutet, nur eine mögliche Theorie, die das Entstehen der "Zonen" erklären soll. Es geht aber in diesem Buch um Menschen, wie sie mit der Zone umgehen, denn die meisten von denen interessieren sich für all die höheren Fragen nach der Entstehung und Sinn nicht. Sie sind viel mehr damit beschäftigt, einen möglichtst großen materiellen Nutzen für sich zu ergattern. Es ist ein philosophisches Buch, es gibt nicht "den einen" Handlungsstrang, Erzählpersonen und Blickwinkel wechseln, es gibt riesige Zeitsprünge... Definitiv keine leichte Kost für Menschen, die Tiefgründiges nicht gewohnt sind. Es sollte auch nicht von den Menschen gelesen werden, die jede Kritik am Kapitalismus als sowjetische Propaganda abstempeln. Man findet beim besten Willen keine echte Propaganda in dem Buch, es wird nur der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten und das, was man zu sehen bekommt, ist mehr als hässlich...
Eins meiner Lieblingsbücher!
P.S.: Man hört immer wieder: "Das Buch ist gut, die Verfilmug nicht!" Dazu ist zu sagen: Der Film "Stalker" von Tarkovskij ist keine Verfilmung des Buches! Es werden nur ein paar Motive benutzt. Und man sollte schon vorher wissen, worauf man sich einlässt, wenn man einen Tarkovskij-Film anschauen will! Die Filme von ihm dienen nicht der Unterhaltung, es sind Gedankenspiele mit sehr wenig Handlung, mit dem Massengeschmack absolut inkompatibel!
Das selbe gilt auch für "Solaris" ....
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung, Philosophie und Mystik, 15. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Die Strugatzkies zählen zu den profiliertesten Autoren des Science Fiction. Sie verzichten (weitgehend) völlig auf die billige Effekthascherei, die in diesem Genre leider verbreitet ist. Sie überraschen immer wieder mit einer originellen Grundidee für ihre Bücher - allerdings erscheinen mir einige ihrer Werke auch etwas langatmig oder philosophisch überfrachtet.
Nicht so "Picknick am Wegesrand", welches obendrein zu meinen persönlichen Lieblingsbüchern zählt. Wieder ist die Grundidee unkonventionell: Es wird nicht die Ankunft oder das Zusammentreffen mit Außerirdischen auf der Erde thematisiert, sondern die Situation nach deren Abreise.
Das Buch kombiniert Spannung, Philosophie und Mystik absolut genial. Wie schwer ist es, ein orignielles Lied mit dem Reim "Herz" - "Schmerz" hinzukriegen? Den Strugatzkies ist es gelungen: Die hinlänglich bemühten Klischees des SF-Genres von einer "kaputten Welt", "rätselhaften Vorgängen" und der "letzten Hoffnung" (in Form der "Goldenen Kugel") werden in "Picknick am Wegesrand" in einen völlig neuen Kontext gesetzt. Und dies ist über weite Strecken noch sehr spannend geschrieben.
Das ist auch ein Kennzeichen eines guten Buches: Es stellt mehr Fragen als es beantwortet. Und so bleibt "Picknick am Wegesrand" über weite Strecken ein Rätsel - über den Schluß hinaus...
P.S: Der Film "Stalker" mit dem Buch als Grundlage ist meines Erachtens nach kongenial, allerdings wesentlich philosophischer, symbolhafter und "langsamer" angelegt.
Tipp Nr. 1: Erst das Buch lesen, dann den Film anschauen.
Tipp Nr. 2: "Die gierigen Dinge des Jahrhunderts" von den Strugatzkies lesen. Es ist ähnlich, wenn auch ein wenig schwächer als "Picknick am Wegesrand".
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Non Fiction oder Action SF?, 5. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Wohl beides und auch keines. Bei diesem Werk geht es um menschliche Werte in einer unmenschlichen, kaputten Welt. Das klingt wie schon 100 mal gelesen. Aber bei den Strugazkis ist alles ein wenig anders als bei anderen. Ihnen gelingt es meisterlich, die humanistische Botschaft in einer fesselnden Handlung unterzubringen. Die Story ist folgende: Ausserirdische hinterlassen auf der Erde einen Müllhaufen, ähnlich wie wir nach einem Picknick im Walde und haben damit ein kreuzgefährliches Terrain geschaffen. Glücksritter dringen nun immer wieder in diese Todeszone ein, um Geld und Glück verheissende Trophäen herauszuholen. Tödliche Unfälle und Gendeffekte werden in Kauf genommen. Selbst reiche Touristen führt man durch die Horrorszenarien.
Ein SF-Standard-Werk der Extraklasse - Verwiesen sei auch auf die russische Verfilmung "Stalker", welche den philosophischen Aspekt noch stärker zum tragen bringt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur für Jedermann geeignet!, 9. Dezember 2004
Von 
G. August (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dass das Buch ein Meisterwerk ist, wurde schon oft gesagt. Nur leider erwarten viele Menschen etwas von dem Buch, was es nicht liefert: Billige Action und vorhersehbare Handlung. Wer eine konventionelle Auseinandersetzung über Mensch-Alien Kontakt sucht, sollte bei Star Trek bleiben! In dem Buch hier geht es überhaupt nicht um die Außerirdischen, die sind unwichtig und es könnte sogar sein, dass es gar keine gegeben hat! Deren Besuch wird nur vermutet, nur eine mögliche Theorie, die das Entstehen der "Zonen" erklären soll. Es geht aber in diesem Buch um Menschen, wie sie mit der Zone umgehen, denn die meisten von denen interessieren sich für all die höheren Fragen nach der Entstehung und Sinn nicht. Sie sind viel mehr damit beschäftigt, einen möglichtst großen materiellen Nutzen für sich zu ergattern. Es ist ein philosophisches Buch, es gibt nicht "den einen" Handlungsstrang, Erzählpersonen und Blickwinkel wechseln, es gibt riesige Zeitsprünge... Definitiv keine leichte Kost für Menschen, die Tiefgründiges nicht gewohnt sind. Es sollte auch nicht von den Menschen gelesen werden, die jede Kritik am Kapitalismus als sowjetische Propaganda abstempeln. Man findet beim besten Willen keine echte Propaganda in dem Buch, es wird nur der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten und das, was man zu sehen bekommt, ist mehr als hässlich...
Eins meiner Lieblingsbücher!
P.S.: Man hört immer wieder: "Das Buch ist gut, die Verfilmug nicht!" Dazu ist zu sagen: Der Film "Stalker" von Tarkovskij ist keine Verfilmung des Buches! Es werden nur ein paar Motive benutzt. Und man sollte schon vorher wissen, worauf man sich einlässt, wenn man einen Tarkovskij-Film anschauen will! Die Filme von ihm dienen nicht der Unterhaltung, es sind Gedankenspiele mit sehr wenig Handlung, mit dem Massengeschmack absolut inkompatibel!
Das selbe gilt auch für "Solaris" ....
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ** ungewoehnliche Perspektive, 25. März 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch ist gehoert ganz klar zu den besten dieses Genres und haette daher eher sieben Sterne verdient. Auch wenn die Erzaehlweise zuweilen etwas ungewoehnlich ist und man der Uebersetzung leider anmerkt, dass Russich etwas bildhafter ist als Deutsch so beantwortet dieses Buch doch einleuchtend die Frage, warum wir noch keinen Besuch von den lieben kleinen gruenen Maennchen erhalten haben.
Auf keinen Fall verpassen sollte man den Aufsatz ueber das Werk und die Aussage der Strugatzkis, der sich ebenfalls in dieser Ausgabe befindet, er verdeutlicht zusaetzlich zur Handlung auf wunderbare und logische Weise wie SF funktioniert und welche Beweggruende hinter der Geschichte stecken.
Insgesamt also ein sehr empfehlenswertes Buch, das nicht nur lange Winterabende verkuerzen hilft, sondern auf eindringliche Weise die Rolle des Menschen im Universum ins rechte Licht rueckt und zum weiteren sinnieren anregt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "Zone" lässt keinen los, 12. April 2013
Von 
Stefan T. (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Wer schon immer wissen wollte, woher die Macher des Spiels "S.T.A.L.K.E.R. - Shadow Of Chernobyl" die merkwürdigen Spitznamen für ihre Charaktere und Artefakte haben, wird in diesem ausgesprochen düsteren Roman aus dem Jahr 1971 fündig. Auf allzu viele Gemeinsamkeiten zwischen Buch und Spiel sollte man dennoch nicht hoffen - weder Ursache noch Ort der "Zone" sind identisch und die erzählte Geschichte weist nur in den Grundzügen rudimentäre Ähnlichkeiten auf.

"Picknick am Wegesrand" ist eine auf den ersten Blick merkwürdig wirkende Mischung aus Fiktion und Philosophie. Die Einordnung des Gelesenen fällt relativ schwer - die Gebrüder Strugatzki haben sehr viele Möglichkeiten zur Interpretation offen gelassen. Die vordergründige Handlung ist eine Art Science Fiction-Geschichte, wobei Fans von "Techno-Babble" vergeblich auf derartige Ausführungen warten. Es gibt zwar Ansätze von pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen über die "Zonen", im Endeffekt überwiegt aber eine philosophische Sichtweise. Die Absicht dahinter ist wohl, den Leser in eine Situation zu bringen, in der es ihm ähnlich geht, wie den Protagonisten. Es gibt keinen "allwissenden Erzähler", es gibt nur die sehr eingeschränkte Sicht der Charaktere, die sich letztlich in hilflosen Erklärungsversuchen über etwas gänzlich Unverständliches verlieren.

Im Prinzip ähnelt die Geschichte - wie auch von Stanislaw Lem selbst angemerkt - dem zehn Jahre vor "Picknick am Wegesrand" erschienen Roman "Solaris". Auch hier stehen die Menschen der unfassbaren Fremdartigkeit außerirdischen Lebens völlig unbeholfen gegenüber. Der Unterschied liegt im Detail: "Solaris" ist ein fremder Planet, das "Picknick" findet auf der Erde statt, ist dem Leser also wesentlich näher. Die Ansiedelung der "Zone" an und in einer normalen (mutmaßlich britischen) Stadt macht es möglich, dass sich theoretisch jedermann als "Stalker" versuchen kann. Dass die Artefakte und der Einfluss der "Zone" nicht nur innerhalb, sondern auch weit weg spürbar sind, ohne auch nur ansatzweise erklärbar zu sein, ist ein weiterer Punkt, der diesen düsteren Roman so intensiv macht.

Auszusetzen gibt es an "Picknick am Wegesrand" eigentlich nichts. Lediglich der abrupte Schluss, der nicht einmal Ansätze einer Aufklärung bereit hält, könnte bei einigen Lesern zu Kritik führen. Zwar ist das Ende durchaus konsequent - aber den einen oder anderen wirklichen Schlusssatz hätte man sich dann doch gewünscht. Andererseits führt gerade dieses Finale dazu, dass man sich tage- oder sogar wochenlang nach der Lektüre immer noch mit "Picknick am Wegesrand" auseinandersetzt. Abschließend noch ein genereller Hinweis zur Sprache: Die - ich verallgemeinere - "Ost-Science-Fiction" ist insgesamt nicht ganz so leicht lesbar, wie die westliche Literatur. Das merkt man auch in diesem Roman, der sich einer zeitweise eher umständlichen Sprache bedient. Wieviel davon auf das Konto der Übersetzung geht, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis - bedenken sollte man es vor dem Kauf jedenfalls.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SF-Klassiker mit unterschätzter moralphilosophischer Komponente, 5. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ich möchte keine großartige Inhaltsangabe machen, das haben schon etliche vor mir getan. Was mich an diesem Buch immer wieder fesselt, sind dessen moralphilosophische Implikationen: Die von Außerirdischen offenbar achtlos oder auch versehentlich auf der Erde zurückgelassenen Artefakte förden die schlechten Seiten der Menschen, welche sich um sie bemühen - Habgier, Eitelkeit, Abenteuerlust. Ob sie dabei von "außen" wie bei einem Experiment beobachtet werden oder nicht, bleibt ungewiss. Ich muß hier immer wieder an den Umgang mit isoliert im Regenwald lebenden indigenen Stämmen denken und an die große moralische Verantwortung, die die "weiter entwickelte" Menschheit hier hat. Kann man den Indios den Kulturschock der Zivilisation zumuten oder nicht? Werden sie daran zerbrechen? Soll man ihnen helfen, Krankheiten mit moderner Medizin zu heilen oder nicht? Eine endgültige Antwort zu geben, ist schwierig.
Eine weitere schwerwiegende moralphilosophische Frage eröffnet sich mit der Handlungsweise des gebrochenen Haupthelden Schuchart, der um jeden Preis die legendäre goldene Kugel erreichen will, um seine durch die "Zone" erkrankte Tochter heilen zu können (die Kugel erfüllt angeblich Wünsche). Die Frage, wie unmoralisch man handeln darf, um ein hochmoralisches Ziel zu erreichen, wird hier ganz klar deutlich und auch nicht abschließend beantwortet - wie sollte sie auch. Dieser Aspekt, der praktisch mit den letzten Sätzen des Buches zutage tritt, ist es wohl, der dieses Buch für mich immer wieder fesselnd und aufwühlend gemacht hat.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen interessantes Werk mit großartigem Nachwort, 5. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Irgendwann gab mir irgendjemand Gluhkowskys "Metero 2033" mit. Eine schlechte Rezension war nach Beendigung der Lektüre unumgänglich. Beim Stöbern in den Beiträgen anderer Reszensenten wurde schnell klar, dass sich "Metro 2033" anscheinend am Computerspiel Stalker orientiert (oder zumindest so liest wie sich dieses spielt). Das Spiel wiederrum basiert auf "Picknick am Wegesrand". Dass der Abklatsch des Abklatschts nicht gut sein kann war klar, aber da die Idee bei Gluhkowsky bereits vielversprechend wirkte, lag es nahe sich mit dem Picknick zu beschäftigen. Resümee: interessantes Szenario, gute Science Fiction und das bündig auf weniger als 200 Seiten. Was allerdings wirklich störend wirkt, ist die deutsche Übersetzung. Dass die Übersetzerin der deutschen Umgangssprache mächtig ist, ist zu bezweifeln. Entsprechende, umgangssprachliche Passagen klingen bestenfalls veraltet, wirken aufgesetzt, wenig authentisch, wenn nicht sogar lächerlich. (Ich kann mir nicht vorstellen, dass in den 70ern wirklich so gesprochen wurde.) Aus dem "Stalker" im Original einen "Schatzsucher" und Ähnliches zu machen ist ebenfalls eine unglückliche Wahl, die die Atmosphäre verfälscht, indem dem Ganzen ein biederer, romantisierender Touch verliehen wird. Deshalb nur drei Sterne.
Was sich aber fast mehr lohnt als die Erzählung selbst, ist das Nachwort von Stanislav Lem. Hier setzt er sich zum einen theoretisch und kritisch mit den Alien-Geschichten in der Science Fiction auseinander, um anschließend eine Analyse und somit auch Erklärung des "Besuchs" im Picknick zu liefern. Zum Schluss kritisiert er (berechtigterweise) das Ende der Erzählung. Interessant ist dieses Nachwort nicht nur weil es von einem renomierten Sci-Fi-Autoren ist, der die Strugatzki-Brüder kannte, sondern auch weil es den Leser anregt über das Wesen der Science Fiction selbst nachzudenken.
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Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
Picknick am Wegesrand: Utopische Erzählung (suhrkamp taschenbuch) von Boris Strugatzki (Taschenbuch - 2. November 1981)
EUR 8,99
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