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am 19. Februar 2006
Ingeborg Bachmanns einziger Roman Malina ist ein einzigartiges Stück Literatur. Poetisch wie ihre wunderbare Lyrik und psychologisch tiefgründig ist es ein wahres Meisterwerk.
Insbesondere diese Ausgabe der Suhrkamp Basisbibliothek ist sehr zu empfehlen, da sie wichtige Querverweise gibt, Erläuterungen anbietet und mit Worterklärungen (Österreichisch!) versehen ist. So wird auch Schülern der Zugang zu diesem Werk vereinfacht.
Unbedingt lesen!
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am 21. Dezember 2006
Die leicht verschmitzt lächelnde Ingeborg Bachmann auf dem Cover dieser Ausgabe wird wohl den einen oder anderen Leser ein wenig in die Irre führen. Denn "Malina" ist alles andere als lustig. Es ist traurig. Im ersten Kapitel, das paradoxerweise "Glücklich mit Ivan" heisst, wird es sogar tieftraurig. Hier erzählt die namenlose Hauptfigur von ihrer Beziehung zu Ivan, ihrem Freund, der sie anscheinend zwar auch zu lieben scheint, denn immerhin ist er ja mit ihr zusammen, dies aber so gut wie nie zeigt. Er interessiert sich nicht für Ihre Probleme, lässt sie nicht ausreden und sagt Treffen fast immer nur zu um sie dann doch sitzen zu lassen. Dabei bemüht die Frau sich, stellt fast ihr ganzes Leben nur auf Ivan ein, erledigt kaum noch vernünftig Ihre Arbeit (Beantworten der Post u.a.) und kümmert sich liebevoll um seine Kinder. Nur mit Malina kann sie sich vernünftig unterhalten. Auch erfährt man ein bisschen über die Vorgeschichte der Frau, nämlich im zweiten Kapitel. In, wahrscheinlich, Träumen erzählt sie vom Zweiten Weltkrieg, von Gaskammern und Vergewaltigungen. Schon hier wird auf die Dominanz der Männer gegenüber Frauen hingewiesen. Im letzten Kapitel versucht sie durch ein Gespräch mit Malina, auch über das Schreiben, ihre Probleme zu lösen.

Mehr möchte ich gar nicht sagen, um nicht zuviel vorweg zu nehmen.

Es ist kein Buch, welches man mal eben so weglesen kann. Es folgt keinem bestimmtem Ablauf und ist daher eventuell nicht ganz leicht zu lesen. Es wurde ja schon bemängelt, das der rote Faden fehlen würde, das es keinen stringenten Handlungsablauf haben würde. Mag sein, aber dieses Buch, diese Sprache von Ingeborg Bachmann ist trotzdem stark genug ein genaues Bild der Frau und der gesamten Situation zu zeichnen, auch wenn es vielleicht manchmal nur hingeworfene Gedanken sind die hier auftauchen. Die allerdings auch durchweg zusammengehören und eine Entwicklung aufzeigen. Man muss sich eben nicht immer noch eine großartige Geschichte drumherum einfallen lassen, wenn man eine Idee, eine Problematik schildern möchte. Es gibt unzählige Werke, auch namenhafter Autoren, die man locker um einige, manchmal sogar hunderte, Seiten kürzen könnte, eben weil es zu Geschwafel ausartet und den Sinn der Sache völlig überdeckt, wenn man dies und jenes noch dazuschreibt. Hier bekommt man kein überflüssiges Wort vor die Augen, hier wird vom Beginn bis zum Ende große Literatur pur serviert. Denn auch wenn man den Schreibstiel als "knapp" bezeichnen möchte, so ist er aber dennoch prägnant und präzise. Und das die Autorin mit Worten umgehen kann, weiss man doch wohl, ist sie doch für Ihre Lyrik weitaus bekannter als für Ihre Prosa.

"Malina" ist also ein Buch über eine Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt nicht selbst verwirklichen kann, ja teilweise sogar daran zweifelt überhaupt in dieser Welt existieren zu können. Speziell im letzten Kapitel wird etwas weniger nur von der Beziehung zu Ivan gesprochen, sondern mehr von der Beziehung zwischen Männern und Frauen überhaupt. Und gut weg kommen die Männer dabei nicht. Es ist ein Psychogramm des Scheiterns! Und genauso wie es geschrieben wurde, wurde es perfekt geschrieben, zumindest für mich, auch wenn das zweite Kapitel etwas schwerer zugänglich war, muss man sich doch nur reinlesen, vielleicht mal zurückbkättern und nochmal lesen, dann klappt es schon. Und liest man bis zum Ende, hat man Buch hinter sich, welches beklemmend, verstörend wirkt, aber auf jeden Fall den Leser berührt.
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Im Alter von elf Jahren erlebte Ingeborg Bachmann den Einmarsch von Hitlers Truppen in ihrem Heimatort Klagenfurt. Das Trauma der abrupt verlorenen Kindheit überwand sie nie. Ihr Leben lang schrieb sie mit kraftvoller Poesie für eine bessere Gesellschaft und gegen die Unterdrückung des Individuums. Im Lieben und in der Suche nach dem Glück war sie so kompromisslos wie in ihrem Schreiben. Zwei Jahre vor ihrem Tod veröffentlichte sie "Malina", ein stark autobiografisch geprägtes Buch. Vordergründig handelt der Roman von einer Dreiecksbeziehung der namenlosen Erzählerin mit zwei Männern: dem schönen Liebhaber Ivan und ihrem Lebensgefährten Malina. Ivan kann ihrer Liebe letztlich jedoch nicht standhalten, die Erzählerin verzweifelt, und weder die Literatur noch Malina können sie retten; die Männerwelt ist tödlich für sie. Im Roman klingt deutlich der Wunsch nach Selbstzerstörung an, Bachmann spielt mit dem Motiv des Todes durch Verbrennen. Ahnte sie ihr eigenes, an Dramatik kaum zu überbietendes Ende? Deutungen ihrer Schriften lehnte die Autorin zeitlebens ab, sie bevorzugte stilles Nachdenken. Dafür liefert "Malina" wahrlich Stoff genug - sofern man als Leser ob der wirren Erzählung nicht frühzeitig aufgibt.
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am 11. Juni 1999
Malina, ein Roman über das Scheitern eines weiblichen ichs an der Gesellschaft, an Liebes- konventionen und der eigenen Vergangenheit. Grausam und faszinierend zugleich zeigt Bachmann den unaufhaltsamen Untergang einer mißbrauchten Existenz auf der Suche nach Erinnerung und weiblicher Identität. "Ivan,Malina und Ich"(S.10) eine Trennung auf ewig. "Ein Tag wird kommen,...,es werden alle Menschen frei sein,auch von der Freiheit,die sie gemeint haben."(S.123)
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am 5. Oktober 2011
Dies ist ein Buch, bei dem ich einfach alles vergessen möchte, was irgendjemand darüber sagt oder denkt, weil es so tief hinab in Gefühlswelten führt, daß Vergleiche, Interpretationen etc. mir erstmal fernliegen.

In absolut einzigartiger Weise spricht die Ich-Erzählerin von sich selbst. Das ist so aufrichtig, so originell, so quälend, wie es nichts Vergleichbares gibt.

Man wird eingeweiht in das Dilemma einer Frau, die gleichzeitig hochintelligent und hochsensibel ist und auf einer extremen Suche nach einem Weg, aufrichtig zu sein. Und das zu dieser Zeit...

Sie schreibt sich das Herz aus dem Leibe.

Man könnte sagen, sie scheißt auf alles. Aber das Gegenteil ist der Fall. Sie existiert in absolut schmerzlicher Sehnsucht allem Weltlichen gegenüber, dem sie nicht nahekommen kann.

Das Buch ist unglaublich unterhaltsam und gut geschrieben und liest sich gerade so weg.

Bis auf den Mittelteil. Dieser ist so unfaßbar brutal, abgefuckt und schwer verdaulich, daß ich es richtig anstrengend fand.

Sie schreibt selbst von "Passionsgeschichte", das trifft es wohl. Aber in jedem Satz spürt man die stolze Haltung, die sagt: Mein Leid ist meine Sache. Nicht das winzigste Zugeständnis wird es geben.
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am 19. Februar 2003
Der Roman von Ingeborg Bachmann ist weit davon entfernt eine leicht verdauliche literarische Kost zu sein. Bereits nach den ersten Seiten wird sich entscheiden, ob man als Leser bereit ist den Kampf mit der weiblichen Ich-Erzählerin aufzunehmen oder sich dazu entscheidet das Buch einfach wegzulegen. Es ist ein tatsächlicher Kampf sich mit dem Roman zu beschäftigen und sei es nur lesend, aber man wird dafür belohnt. Streng genommen ist der Roman in vier Teile aufgeteilt, wobei er jedoch lediglich drei Kapitel hat. Nach einer Einleitung der Personen weiß man, es geht in dem Roman um Malina, der mit der Ich-Erzählerin zusammen zu leben scheint und deren Geliebten Ivan, der zumindest zwei Kinder hat. Der Roman spielt in Wien, genauer gesagt spielt sich die ganze Handlung in der Ungargasse 6 und 9 ab. Es handelt sich hierbei sowohl um einen Roman der Gegenwart als auch einen Roman der Vergangenheit. Jetzt mag sich der aufmerksame Leser fragen wie das denn möglich sei, nun lesen Sie Malina und finden sie es heraus. Das zweite Kapitel ist der wichtigste Teil des Romans, zugleich aber auch der am schwersten verdauliche. Hier werden hauptsächlich Traumsequenzen der Ich-Erzählerin wiedergegeben, in denen es um die unterschiedlichsten Todesarten geht, zugleich ist es das Schlüsselkapitel des Romans. Das Ende ist überraschend und zunächst schwer nachvollziebar, vor allem läßt es viele Fragen offen, jedoch gehört Malina mit Sicherheit zu der Art Literatur, die bei stetigem Lesen immer nachvollziehbarer und ergründlicher wird, da einem immer wieder neue Ideen, Motive und Hinweise auffallen. Ein Buch das auch in der Zukunft seine Liebhaber finden wird.
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am 3. September 2000
für mich steht bei "malina" die liebe im vordergrund. die fanatische, fast manische liebe der erzählerin zu ivan. dann malina, der ihrer liebe mit gleichgültigkeit begegnet und schließlich die nicht aufgearbeitete beziehung zu ihrem vater. zerstört steht die erzählerin zum schluss da, ihrer unschuld beraubt, ihrer leidenschaft bestohlen, ein dreistufiger mord, an dem sie mittäter ist. "unerfüllt" ist das richtige wort. ingeborg bachmann liest sich träumerisch-fließend, der traum gehört auf natürliche weise zur realität.
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am 31. Januar 2016
Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, bekannt vor allem durch ihre Lyrik, hat mit «Malina» 1971 einen einzigen Roman veröffentlicht, gedacht als erster Teil der geplanten Trilogie «Todesarten», deren Verwirklichung ihr früher, rätselhafter Tod in Rom jedoch verhindert hat. Sein Thema ist die Liebe, aus weiblicher Sicht geschildert von einer namenlosen Ich-Erzählerin, ein wahres Psychodrama, Zeugnis der extremen Not einer an ihrer Verletzlichkeit zerbrechenden Frau, deren geradezu unterwürfiger Kampf um Liebe immer wieder mit dem Intellekt einer erfolgreichen Schriftstellerin kollidiert.

Wie in einem Drama beginnt der Roman mit einer Aufzählung der auftretenden Personen, zu denen neben Ivan und Malina auch «Ich» gehört, Augen br., Haare bl., geboren in Klagenfurt, Wohnadresse Wien III, Ungargasse 6. Wir haben es mit einer Autobiografie zu tun, «Eine geistige, imaginäre Autobiographie» schränkte sie später ein: «Diese monologische oder Nachtexistenz hat nichts mit der gewöhnlichen Autobiographie zu tun, mit der ein Lebenslauf und Geschichten von irgendwelchen Leuten erzählt werden.» In drei Kapitel gegliedert erzählt der Roman im ersten Kapitel «Glücklich mit Ivan» von ihrem Verhältnis zu einem Ungarn mit zwei Söhnen, der in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnt. Ihrem Glück steht entgegen, dass Ivan geschäftlich häufig auf Reisen ist, sich wenig um ihre emotionalen Wallungen kümmert, sehr dominant auftritt. Ganz anders Malina, ihr Mitbewohner, ein braver Beamter, der immer für sie da ist, ausgeglichen, geduldig, fürsorglich. Im zweiten Kapitel «Der dritte Mann» behandelt Ingeborg Bachmann die Auslöser ihrer psychischen Probleme, die unsäglichen Schrecken des Zweiten Weltkrieges, an die sie sich in Alpträumen erinnert, wobei der Vater, als dritter Mann sozusagen, symbolhaft den Horror personifiziert bei all den tranceartigen Zuständen, in denen sie ihr inneres Inferno beschreibt. «Von letzten Dingen» ist dann das dritte Kapitel überschrieben, in dem sie erkennt, dass die drohende Eskalation ihrer persönlichen Existenz auch mit Malinas Hilfe nicht zu überwinden sein wird, sie vielmehr an einer Männerwelt scheitern müsse, der sie nichts entgegenhalten kann. «Ich habe in Ivan gelebt und ich sterbe in Malina» heißt es im Roman, und zu ihrem Tod, dem Verschwinden in einem Riss in der Mauer, lautet dann der letzte Satz: «Es war Mord.»

Man hat den Roman als Aufarbeitung ihrer Beziehung zu Max Frisch gedeutet, deren Scheitern sie schwer verkraftet hat, Frisch hatte das seinerseits ja schon in «Mein Name sei Gantenbein» thematisiert, - insoweit kann man «Malina« durchaus als Schlüsselroman bezeichnen. Der damals prompt eine «feuilletonistische Hetzjagd» ausgelöst hatte, wie Elfriede Jelinek in ihrer vom «Spiegel» bestellten, dann aber nicht veröffentlichten Buchbesprechung geschrieben hat, die nun dem Roman als Anhang beigefügt ist. Gleichzeitig aber ist der Roman eine bittere Abrechnung mit der Rolle der Frau in einer männerdominierten Gesellschaft, die Ingeborg Bachmann mit ihren poetischen Mitteln eindringlich beschreibt.

Wirklich noch nie ist es mir allerdings derart schwer gefallen, einen Roman zu Ende zu lesen! Das liegt keineswegs an dessen Thematik, es liegt einzig und allein an der sprachlichen Umsetzung. Gekonnt formuliert zwar in makelloser Syntax, sprachverliebt, geradezu wortgewaltig, ist dies ein Prosatext, der inhaltlich und gedanklich nur als wüstes Geseiere zu bezeichnen ist, bestehend aus einem Sammelsurium von Phantasmagorien, Alpträumen, irrealen Reflexionen, schierem Nonsens. All das ist oft zusammenhanglos erzählt in textlichen Sequenzen, denen ich partout nichts abgewinnen konnte, die einfach nur quälend zu lesen sind. Und in denen mir die Suchtproblematik der lebensuntüchtigen Autorin denn doch einiges zu erklären scheint. Genau das aber öffnet naturgemäß ein Füllhorn für Deutungen, was die vielfach beschworene Innerlichkeit dieser Autorin anbelangt.
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Es ist unverkennbar Ingeborg Bachmann selbst, die sich am Anfang des Buches vorstellt: "Augen br., Haare bl., geboren in Klagenfurt..", und es ist unverkennbar ihre Persönlichkeit: charmant, emotional, spontan, generös und dem Lebendigen zugewandt. Aber auch radikal, gefährdet, zu Depressionen und selbstzerstörerischen Handlungen neigend. Die Frau erfindet sich einen männlichen Gesprächspartner mit Namen Malina. Im Laufe des Buches begreift man, dass diese Person Teil ihrer selbst ist, er verkörpert so etwas wie den rationalen, realitätszugewandten Anteil ihrer selbst.

Der spielt anfangs keine besondere Rolle. Vielmehr füllt ein gewisser Ivan, ein freundlicher, warmherziger Ungar mit zwei kleinen Kindern, ihr Leben zunächst ganz aus. Die Frau, die sich im Laufe ihres Lebens schon mit Misstrauen und Gleichgültigkeit gegen seelische Verletzungen gepanzert hat, aber rastlos und nervös geworden ist, kann auf einmal wieder wie früher sein, sie kann wieder lachen. Allerdings muss sie das Negative, Dunkle in sich unten halten. Sie kann sich zwar bei Ivan einmal ausweinen, aber sie kann nicht mit ihm reden. Sie kann sich kindlich in seinen Schutz begeben, aber um den Preis, dass sie ihren erwachsenen, rationalen Anteil nicht entfaltet.

Als Ivan getrennt von ihr Ferien macht und sie allein in Wien bleibt, gewinnen ihre Ängste die Überhand. Jetzt, im zweiten Kapitel mit dem ominösen Titel "Der dritte Mann", geht es um ihren Vater, der sie in einer qualvollen Serie von Albträumen erneut heimsucht: Er vergewaltigt und erniedrigt sie als Kind und Jugendliche auf die schlimmste Weise, er bringt sie in einer Gaskammer um - (der Vater von Ingeborg Bachmann war Mitglied der NSDAP). Aber sie kann darüber mit Malina sprechen. Am Ende begreift sie: "Er ist nicht mein Vater. Er ist mein Mörder"(207). Und sie erkennt auch, dass es für sie den ersehnten Frieden mit Ivan nicht geben kann: "Es ist immer Krieg" (207).

Das letzte Kapitel heißt: "Von letzten Dingen". Zunächst präsentiert sich die Frau gefasst, sie scheint ihre Verzweiflung im Griff zu haben. Malina ist jetzt ihr ständiger Begleiter, sie plaudert mit ihm über dies und jenes. Mit trockenem Witz ironisiert sie die "Krankheit der Männer", die nur Unglück über die Frauen bringt, aber mehr und mehr gewinnt ihre Verzweiflung die Oberhand. Malina fordert sie auf, sich von Ivan endgültig zu trennen, ihn zu "töten"...

Man erinnert sich an die sehr schwierige Beziehung Ingeborg Bachmanns zu Max Frisch, die hier wohl das Vorbild abgibt, an ihre Tablettensucht und nachfolgenden Krankenhausaufenthalte - was alles schließlich zwei Jahre nach der Veröffentlichung von "Malina" zu ihrem frühen Tod führte.

Bei aller Tragik ist von einem schönen, leichten, schwebenden Stil zu sprechen. Die Sprecherin hält die Zumutungen der Moderne, der Medien, der Werbung, der Konventionen mit diesem persönlichen, distanzierten, vieldeutigen, oft ironisch-satirischen Stil auf Distanz. Sie macht das Glück mit Ivan in den Schilderungen ihres Zusammenseins, in den Veränderungen in ihrem Sprachgebrauch, in ständigen Reflexionen über die Gefährdungen dieses Glücks nachvollziehbar, strapaziert dann den Leser (für mein Gefühl zu sehr!) mit den nicht enden wollenden Albträumen über ihren Vater und macht im letzten Teil in den Gesprächen mit Malina das Ringen um ihr seelisches Gleichgewicht ebenso nachvollziehbar. Ingeborg Bachmann konnte das Glück nicht halten, aber die Lektüre ist - mit Ausnahme der Träume im Mittelteil - ein reiner Glücksfall!
(Die Seitenzahlen beziehen sich auf die SZ-Ausgabe)
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am 5. Juli 2010
Malina, der einzige Roman, der Ingeborg Bachmann, ist eine gelungene Prosa, in zum Teil langen Sätzen, die verschachtelt sind und zu Anfang des Lesens, gewöhnungsbedürftig ist. Die ersten duzend Seiten, erzeugen einen langweiligen Eindruck beim Leser, was sich aber in der Mitte des Romans allmählich ändert und in einem dramatischen Ende fokussiert. In dem Roman, gibt es zwei Figuren, ihre beiden Freunde, Ivan und nur der in der Schizophrenie existierende "Malina". Ingeborg Bachmann, schreibt mit ihrem Roman, gegen das damalige und auch heute noch existierende Patrichiat an. Die Titelfigur "Malina" und der Ivan, treiben die weibliche Hauptfigur in den Wahnsinn und schließlich in den Tod. Ich muss feststellen, das der Roman "Malina", so wie ihn Ingeborg Bachmann konstruiert hat, ein Meisterwerk nennen darf, an dem sich viele Schriftsteller werden messen lassen müssen.
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