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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Walsers bestes
Es gibt Bücher, die sind so gut, das die entsprechenden Autoren danach immer ein Sternchen weniger bekommen, um die Relativität zu wahren. "Ein fliehendes Pferd" ist meiner Meinung nach das beste von Martin Walser, alles danach habe ich gerne gelesen, aber dieses Level hat er bisher noch nicht wieder erreicht.
Die Geschichte nacherzählt, hört sich...
Veröffentlicht am 14. März 2005 von Berthold Knoche

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wirkung der Menschen nach außen
Inhalt:
Sabine und Helmut machen Urlaub am Bodensee. Sitzen immer zur Nachmittagsstund am See weil Sabine gerne Leute beobachtet. Helmut der notgedrungen dabei sitzt macht sich seine Gedanken über das Leben. Wie oft tat er Dinge nur um nach außen hin ein Anderer zu sein. Ja um den Schein zu wahren. Manches tat er auch weil es ihm gefiel als ein Anderer...
Vor 12 Monaten von B. Lippenberger veröffentlicht


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollblutpferde und Ackergaeule ..., 8. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
Durch Zufall treffen sich 2 ehemalige Schul- und Studienfreunde im Urlaub. Beide, mittlerweile im Alter zwischen 40-50, haben nach dieser gemeinsam verbrachten Zeit voellig unterschiedliche Lebenswege beschritten. Helmut, der Lehrer, fuehlt sich von den Anforderungen der Leistungsgesellschaft ueberfordert und wirkt introvertiert, kraftlos, scheinbar nicht mehr in der Lage, dem Leben die Stirn zu bieten. Klaus, grosspurig im Auftreten, verkoerpert den Erfolgsmenschen, den typischen Vertreter dieser Leistungsgesellschaft, jemanden, der es scheinbar geschafft hat. Seine fast 20 Jahre juengere Partnerin Helene unterstreicht diesen Eindruck. Typische "Looser and Winner" Konstellation, so der 1. Anschein.
Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass beide nicht den Anspruechen gerecht werden koennen, nicht den eigenen, nicht denjenigen, die das Leben, die Lebensumstaende, die Gesellschaft an sie stellen. Weder Klaus noch Helmut. Unterschiedlich nur der Weg und die Art der Kaschierung. Klaus lebt hinter einer scheinbar perfekten Fasade, waehrend Helmut in sich gekehrt keinen Hehl daraus zu machen scheint, dass das Leben an ihm scheinbar unbeteiligt vorbeizieht. Bis er sich durch das Auftreten von Klaus bedroht, erkannt fuehlt. Fuer beide Maenner resultiert aus der gegenseitigen Begegnung die Notwendigkeit, sich mit ihren gegenwaertigen Lebensplaenen auseinanderzusetzen und entgegenzusteuern. "Looser" Helmut scheint diese Chance zu nutzen, waehrend Klaus anscheinend nicht die Kraft aufbringt, aus seinem bisherigen Lebensmuster auszubrechen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas zum Nachdenken, 4. Oktober 2009
Ich musste das Buch für meine Deutschprüfung lesen. Schon nach den ersten Seiten fesselte mich die Geschichte. Allerdings finde ich, dass es eher ein Buch für Personen 40 aufwärts ist.
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5.0 von 5 Sternen brilliantes Buch - ausgezeichnete Verfilmung, 1. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
"Ein fliehendes Pferd" gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsbüchern, deshalb habe ich mir die Premiere der neuen Verfilmung angeschaut und war begeistert. Diese Novelle wird sicherlich noch viele Jahrzehnte neuen Lesern Freude bereiten. Es ist unglaublich, wie aktuell der Text noch ist und was man für sich und seine Zeit jeweils daraus ableiten kann. Buch und Film ergänzen sich perfekt.
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5.0 von 5 Sternen Mit Recht ein Klassiker, 18. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
Ich glaube zwar nicht, dass diese Novelle zu dem wenigen gehören wird, was mal von einem Jahrhundert übrig bleibt, wie ein Kritiker euphorisch schrieb, doch "Ein fliehendes Pferd" ist und bleibt beeindruckend. Seine Hauptfiguren sind archetypische Vertreter der Generation um Fünfzig. Selbst dreißig Jahre später wirkt es noch nicht antiquiert. Ein Rezensent schrieb, er könne mit Männern in der "Midlife crisis" nichts anfangen und gehe lieber selbst im Bodensee baden. So kann man natürlich denken, doch dann treibt man Literatur immer mehr zum glattpolierten Wohlfühlmedium, wo man "zielgruppengerecht" mit dem bedient wird, was man gerne lesen möchte. Walsers Novelle beschreibt dagegen sehr eindringlich und schmerzhaft das langsame Älterwerden und an sich selbst verzweifeln, an der eigenen Kleinkariertheit und Unfähigkeit, etwas zu verändern. Walser erzählt von den Menschen ohne auf Zielgruppenansprache und Marktgängigkeit zu schielen. Ganz aus dem Bauch, sehr nahe bei sich selbst. Gerade darum ist diese Novelle so gut und trotzdem wurde sie ein kommerzieller Erfolg.
Auch wenn Walser, der Vielschreiber und Aufklärer vom Bodensee, es nicht wird hören wollen, diese Novelle wird wohl nicht einzig vom 20.Jahrhundert, aber doch von ihm, Martin Walser, übrig bleiben. Ich finde, er kann stolz darauf sein, denn das ist weitaus mehr als bei fast allen anderen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plötzlich drängte Sabine aus dem Strom der Promenierenden .., 12. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
Der Gymnasiallehrer Helmut Halm macht mit seiner Ehefrau Sabine Urlaub am Bodensee. Er hat sich vorgenommenen, Kierkegaard zu lesen, doch es kommt anders. Zufällig trifft er seinen alten Schulkameraden Klaus Buch, der ebenfalls mit Gattin in Ferien ist. Buch, energieladen wie eh und je, reißt das Geschehen schnell an sich und die Tage der Halms sind im nu verplant. Helmut gefällt das immer weniger und sein Unmut beginnt sich zu entladen.
Walsers Novelle über zwei Ehepaare in der Midlife-Crisis läuft langsam an, steigert sich gegen Mitte aber zu einer spannenden Auseinandersetzung zweier Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und endet in einem überraschenden Szenario. Walsers Stil ist gewohnt holprig, man gewöhnt sich jedoch an die wie abgehackt wirkende Syntax, je mehr man von der Geschichte gefangen wird.
Die "Stuttgarter Zeitung" schrieb seinerzeit: "Diese Geschichte könnte zu dem gehören, das einmal übrigbleibt von einem Jahrhundert."
Das ist übertrieben. "Ein fliehendes Pferd" ist aber das beste, was Walser je geschrieben hat.
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4.0 von 5 Sternen Eine neue Ferdinandnovelle ..., 1. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
Martin Walsers Novelle "Ein fliehendes Pferd" steht als Motto ein Zitat Sören Kierkegaards voran, in dem es heißt: "Man trifft zuweilen auf Novellen, in denen bestimmte Personen entgegengesetzte Lebensanschauungen vortragen." - Das ist hier so. Walser drängt uns in seinen Protagonisten Helmut Halm hinein, wie dieser von seiner Frau Sabine gleich in den ersten Zeilen in den Stuhl eines Promenadencafés gedrängt wird. Da sitzt er, ein "Kleinbürger", der sich unwohl mit sich fühlt und den der Reiz am Leben längst verlassen hat. Als Oberstudienrat hat er sich eine Scheinwelt aufgebaut, der er zu fliehen sucht; einzig, die Kraft und die Entschlossenheit fehlt ihm. Es reicht gerade noch für die Flucht in das Urlaubsdomizil am Bodensee. Verspießert, wie er ist, hält er ihm entgegengebrachten Blicken nicht stand und senkt den Blick zum Boden. Er hat sich vorgenommen, Kierkegaards Tagebücher zu lesen und hat alle fünf Bände dabei - über die ersten Zeilen kommt er in diesem Urlaub nicht hinaus. Diesem Mann, der selbst sein ‚Mannsein' dekonstruiert hat, indem er sich schamvoll einer seelischen Impotenz hingegeben hat, steht da "plötzlich" ein Gegenbild in Jeans gegenüber: Klaus Buch, ein Jugendfreund und Kommilitone, an den sich Halm so gar nicht erinnern möchte. Und "dieser" schlanke, gebräunte und jugendliche Klaus Buch ist nicht nur körperlich ein Gegenbild. Er tritt Halm mit einer Spontaneität entgegen, die diesen in die Enge treibt. Naïv und druckvoll hält dieser eloquent und potent erscheinende Mann, dessen schöne Frau Helene, genannt Hel, den Gegensatz noch steigert, den Finger direkt in Helmut Halms Wunde. Das Bild, dass dieser evoziert, erinnert ihn an sein verdrängtes vitales Leben. Gleichsam maskenhaft hält Halm den schwelenden Konflikt aus, lässt sich gar zu einer Begeisterung für Hel hinreißen - ein Begehren, dass ihn greisenhaft sabbernd wirken lässt. Da sitzt er also mit seiner Frau im Segelboot der Buchs und beide wirken "wie ein Konditorehepaar, das sich zur Feier der Goldenen Hochzeit zu einer viel zu sportlichen Bootsfahrt hatte einladen lassen." (S. 47) Diesem Segeltörn stellt Helmut Halm eine Wanderung "auf den Höchsten" entgegen. "In den Wäldern werde es sich gehen wie in lauter Domen." (S. 76) Er versucht sich mit einem Rest von Kraft gegen diesen Klaus Buch, dem nun schon seine Frau entgegenzittert, aufzubäumen - und: versagt kläglich. Buch und seine Frau Hel können nur lachen über diese Wanderung. Gesteigert ins Unermessliche wird die Demütigung Halms noch, als Klaus Buch am Wendepunkt dieser Novelle in einem vitalen Akt ein fliehendes Pferd bändigt; erotisch aufgeladen bezwingt er das Pferd und somit die ‚Natur', den ‚Trieb' - Helmut Halm hat derweil Mühe, die Spanielhündin "Otto" zurückzuhalten (S. 88). Den Konflikt zwischen beiden derart auf den Punkt getrieben, sitzen die Männer ohne ihre Frauen im Segelboot auf dem Bodensee und "quatschen". Klaus Buch, ganz in weiß, will Halm ins Leben zurückreißen ("Das Leben bedarf des Reizes ... sonst erlischt es. (S. 107)) während er sich gleichzeitig der Beständigkeit seines Jugendfreundes anschließen will. Dieser Mann, der vor Begeisterung schreien könnte, wenn ihm ein Regentropfen auf der Haut zerplatzt (S. 108f.), offenbart kurz vor einem, von Halm schon geschauten Sturm, seine Lebensangst und lässt uns den Abgrund seines Lebens ahnen. Mitten auf dieser hellgrün und weiß fauchenden Fläche (S. 117) in der Erhabenheit des wilden Wassers kommt es zur Zuspitzung des Konflikts: in einem Moment gespannter Vitalität und Entschlossenheit stößt Halm Buch von der Pinne des Bootes und rettet so sein Leben während er den Tod Klaus Buchs in Kauf nimmt. Im Angesicht der Offenbarungen Hels sieht sich Helmut Halm bestätigt und entfaltet seine neu gewonnene Lebenskraft, ja, er reißt sogar seine Frau Sabine mit und so sind die beiden es, die am Ende lebendig den rechten Moment am Kragen packen und kraftvoll die gegebene Situation ergreifen. Ohne dass sein Blick noch einmal den des zwar geretteten aber geschlagenen Klaus Buch trifft, verwirklicht er eine Spontaneität, die Buch zur "Küchenschabe" werden lässt und wechselt mit seiner Frau das Urlaubsdomizil in Richtung Montpellier, dem Ort, an dem Helene "zwischen ganz dicken Mauern" ihre schönste Zeit erlebt hatte und bei dessen Erwähnung Helmut und Sabine Halm an "die dünnen Wände des Hotels in Grado" (S. 135) erinnert wurden, in dem dereinst Helmut seine Flucht aus dem Leben mit einem "Jetzt flieh." (S. 66) begonnen hatte. Er tritt sich selbst entgegen, begegnet sich selbst.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leichte Lektüre?, 31. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
Beim anfänglichen Lesen dieses Buches, das ich übrigens wahllos aus der Büchersammlung eines Bekannten gefischt hatte, kam mir der Eindruck, dies sei ein einfach zu lesendes, von der Handlung her dahin plätscherndes, unspektakuläres Buch, das man schnell mal zwischen "größere" Werke schiebt. Erst zum Ende der Geschichte hin formte sich ein tieferer Eindruck, der das Buch nicht einfach so in der Reihe meiner gelesenen Werke untergehen lässt. Die Lektion, die "Moral von der Geschicht", ist doch eine interessante, die zum Nachdenken anregt: wie verschieden sind die Lebenswege zweier Männer , die mal vor zwei Jahrzehnten dieselbe Schulbank gedrückt haben? Und wer hat "mehr" geschafft? Oder kann man das gar nicht so sagen? Woran macht man den im Leben erlangten Erfolg eigentlich fest? Ist einer "glücklicher" als der andere oder sind sie beide unterschiedlich glücklich bzw. unglücklich? Diese Lektüre ist eine weitere, die manches Schwarzweißdenken etwas aufrüttelt und zeigt: so einfach ist es nicht - deswegen finde ich sie lesenswert. Geht schnell und regt zum Denken an - optimal.
Kristin Hogk, Übersetzerin, Korrekturleserin, Editorin
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5.0 von 5 Sternen super!!!, 20. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
alles super und zuverlässig :) das Buch kam schnell an und das im sehr guten Zustand.
es hatte zwar ein interessantes und anders erwartetes Cover, aber das war nicht schlimm..im Gegenteil ! bin sehr zufrieden
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2.0 von 5 Sternen vier Leute, die tatenlos in ihrem Unglück sitzen, 23. Juni 2013
Von 
Gunther Tutein (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
Im Prinzip wurde in den anderen Rezensionen schon alles gesagt. Wenn ich aber mit einer weiteren verhaltenen Rezension dazu beitragen kann, dass vielleicht ein Leser weniger enttäuscht wird, dann würde mich das sehr freuen.

Sprachlich ist das Buch angenehm. Die Sprache macht Freude und ist auch flüssig. Die Charaktere allerdings haben mich viele Nerven gekostet. Und zwar allesamt, weil sie sich so sinnlos in ihre Schicksaale ergeben. Keiner der vier Leute, die da gemeinsam Zeit verbringen, ist mit seiner Situation zufrieden. Trotzdem ändert keiner etwas daran. Vielleicht höchstens der Aufschneider Klaus, er zeigt Initiative. Aber auch das tut er wieder in einer Weise, die das Zusehen qualvoll macht, weil es so offensichtlich ins Verderben führt.

Die vier Urlauber könnten ja wenigstens mal versuchen, das anzusprechen, was sie eigentlich unglücklich macht. Viele Sachen sind ja nicht schwer zu ändern. Also wenn Helmut ein Buch lesen möchte, dann soll er es doch bitte sagen! Aber nein, sie ergeben sich alle ihrem Unglück - durch das gesamte Buch hin.

Die oft erwähnte Szene, als Hel, in dem Glauben ihr Mann sei tot, sich ordentlich betrinkend über ihre Beziehung ablästert, ist der einzige reinigende Moment in den vielen Seiten. Da kommen mal Dinge zur Sprache. Aber auch dieser Lichtblick währt nur etwa drei Seiten. Danach wird alles wieder vergraben, was gesagt war. Leider.

Vielleicht ist das einfach ein Zeugnis einer älteren Generation - dieses Akzeptieren der Umstände. Ich weiß es nicht, aber für mich war es qualvoll diesen Leuten zuzusehen.
Und ja, das Buch hat eine Lektion, die es transportiert, aber ich hätte diese Lektion gerne weniger leidvoll erfahren. Oder ist das jetzt gerade der Witz an der Sache?

Update, 1. Juli 2013:
Nach einem längeren Gespräch mit meiner Mutter über dieses Buch muss ich etwas ergänzen:
Mir hat dieses sich ins Schicksaal ergeben" der Protagonisten den Roman verdorben. Wenn man dies aber einfach akzeptiert, vielleicht gar schmunzeln kann dabei, weil man dieses Verhalten zu gut kennt aus dem eigenen Umfeld oder von sich selbst, dann ist das Urteil über das gesamte Buch ein völlig anderes. Dann kann es durchaus Freude machen, die Charaktere durch ihren Urlaub zu begleiten. Unter dem Aspekt kann ich auch die guten Wertungen etwas nachvollziehen.

Mir war diese Gelassenheit beim Lesen nicht gegeben. Danke Mama für diese zweite Perspektive ;-)
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5.0 von 5 Sternen Klein und dicht, 15. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Walser gelingt es auf wenigen Seiten vier Personen und deren Zusammenspiel aus der Perspektive eines der Protagonisten so darzustellen, dass man die Spannung und Bedrängnis, die diese Konstellation mit sich bringt, nahezu physisch erfährt. Dabei stellt er die psychologisch schlüssigen Entwicklungen in einen Handlungsrahmen, der zu einer Entladung der Wahrheit führt. Zum Schluss ist nichts mehr verschleiert, die Masken sind gefallen. Über diesem Ruinenfeld bewegt sich die Liebe, die sich aus dem Gleichklang des Alltäglichen hat retten können, auf den Erzähler zu und lässt ihn und seine Frau gemeinsam aufbrechen, dabei die festgefahrenen Wege der Vergangenheit verlassend.
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Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch)
Ein fliehendes Pferd: Novelle (suhrkamp taschenbuch) von Martin Walser (Broschiert - 4. Mai 1980)
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