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69 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurze Gedanken, die ewig beschäftigen können
Auf den ersten Blick eine Ansammlung bitterer Aphorismen.
Auf den zweiten Blick ein Haufen Gedanken, die sich besser niemand machen sollte.
Auf den dritten Blick an "JA" zum Kreislauf des Lebens.

Cioran verteilt bittere Ohrfeigen, die mitunter so radikal sind, dass sie in einem gesunden Menschen einen Widerstand hervorrufen, der davor bewahrt in den...

Veröffentlicht am 29. September 2003 von Zeitverschwender

versus
15 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abreißkalender für den hoffnungslos Verbitterten
Die Aphorismensammlung ist eine mittlerweile fast ausgestorbene literarische Gattung; wenn man Ciorans Hauptwerk liest, ist man geneigt zu denken: Aus gutem Grund. Im Gegensatz zu Gedichten, Dramen oder Prosa sind 165 Druckseiten voller Gedankensplitter nicht viel mehr als eine Abwandlung des Abreißkalenders. Cioran war einer der bittersten Denker des 20...
Veröffentlicht am 24. Juni 2008 von Polygraph


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69 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurze Gedanken, die ewig beschäftigen können, 29. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
Auf den ersten Blick eine Ansammlung bitterer Aphorismen.
Auf den zweiten Blick ein Haufen Gedanken, die sich besser niemand machen sollte.
Auf den dritten Blick an "JA" zum Kreislauf des Lebens.

Cioran verteilt bittere Ohrfeigen, die mitunter so radikal sind, dass sie in einem gesunden Menschen einen Widerstand hervorrufen, der davor bewahrt in den Sog seiner Niedergeschlagenheit zu geraten.

Er konfrontiert mit Vergänglichkeit und Sinnleere.
Wer das Wagnis eingeht sich auf seine Gedanken einzulassen hört zwar nicht auf "Dingen Bedeutung beizumessen, die keine haben", aber er hört auf Dinge überzubewerten.

Ich besitze/benutze 2 Exemplare dieses Buchs seit etwa 15 Jahren.
Passagen, die mir einst nichts sagten sprechen mich heute an und umgekehrt.
Ab und an gerät es mir in die Finger, ich lese zwei drei Abschnitte und finde immer wieder auf's neue heraus, wie ich dazu stehe.

Wer eine "Begabung" zum Weltschmerz hat liegt mit diesem Buch nicht verkehrt.

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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Radikaler Skeptizismus ? Bodenlos aber schön..., 6. März 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
Wie der Titel erahnen lässt, ist diese locker nach (unbezeichneten) Themengruppen geordnet erscheinende Sammlung von Aphorismen keine heitere und leichte Kost. Es liegt wohl an dem vordergründigen Fehlen jeglichen Augenzwinkerns, welches selbst manch trivial erscheinender Ausbruch von Weltschmerz ermangelt, dass dieses Buch bis zur letzten Seite seine bedrückende Eindringlichkeit wahrt. Nun, da die Lektüre keinen Ausweg aus dem Leiden verheisst, kann man es mit dem Lesen auch bleiben lassen. Man kann das Bändchen aus dem gleichen Grund aber auch in die Hand nehmen und sich fesseln lassen. Der Lohn der Mühe besteht zunächst rein ästhetisch in Aphorismen angefüllt mit dem Schmerz klarsichtiger morgendlicher Erkenntnis und Haiku-hafter Paradoxie. Bezüglich der solcherart auf lockende Weise kunstvoll eingekleideten Gedanken und der gestreiften Fragestellungen sollte man sich erinnern, dass der Autor laut Lexikon einen "radikalen Skeptizismus" vertritt. Konkret ließe sich dies angesichts des Vorliegenden weniger technisch mit dem Wort "Weltekel" beschreiben. Die Symptome dieses Grundgefühls liegen offen zutage, was die letztliche Ursache der bodenlosen Erschütterung ist, bleibt im Dunkeln und ist wohl der Suche im Biographischen vorbehalten. Die üblichen Verdächtigen für Ungemach sind: das Leben, das Nichts, der Mensch, die Illusion, Gott sowie "nicht-Gott". Im weiteren Verlauf entsteht aufgrund von Wiederholungen der Eindruck des sich-im-Kreis-Drehens. Damit verbunden ist für die Person des Kritikers die Erkenntnis, dass der radikale Skeptizismus nicht umhin kann, sich die Basis seiner eigenen Existenz zu entziehen. Cioran ist in diesem Sinne ein Mann, der im dichtesten Nebel über den Abgrund hinaus läuft, und einfach deshalb nicht abstürzt (d. h. aufhört über die schlechte Sicht zu jammern), weil er sich weigert zu bemerken, dass er den festen Boden unter seinen Füßen bereits verlassen hat.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Truth hurts?, 11. August 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
Jeder der Philosophie als Wissenschaft ansieht, wird hier enttäuscht werden. Das ist auch gut so. Denn Philosophie ist zwar Wissenschaft, aber kalt und rational verliert sie an Authenzität. Rationalität ist kein Garant für Objektivität, vorallem in der Philosophie ist nichts sicher und alles möglich und unmöglich.

Cioran ein Zweifler, der doch irgendwie dogmatisch an der Sinnlosigkeit des Lebens festhält, schlägt mit seine Ausrufen, Aphorismen und Anklagen in den Magen und tut weh. Ich persönlich will seine Philosophie nicht übernehmen, ich will mein Leben lieben. Cioran hinterlässt, vielleicht gerade für die "Rationalisten" unter den Denkern, einen Eindurck, der nicht fehlen darf. Cioran interessiert sich nciht für eure Meinungen, das ist ein weiteres Plus. Ein paradoxer, depressiver Freidenker.

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jede Freundschaft ist ein unmerkliches Drama, eine Reihe feinster Verletzungen., 12. Juni 2007
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
Der rumänische Schriftsteller E.M. Cioran 1911-1995 hat lange in Paris gelebt, schrieb in französischer Sprache geistesgeschichtliche und philosophische Essays und entwickelte eine Philosophie der Skepsis und des Pessimismus. Diese Skepsis- er definiert sie als Rausch der Ausweglosigkeit- spiegelt sich auch in all seinen Aphorismen wieder.

Aus der Fülle dieser geistreichen, nicht selten sehr ironischen Betrachtungen, zu nahezu allen Themenbereichen des Lebens, habe ich fünf Sentenzen ausgewählt, die aufzeigen sollen, zu welch schonungslos offenen Denkergebnissen Cioran bei der Betrachtung der Wirklichkeit gelangt.
- Das Selbstmitleid ist weniger unfruchtbar, als man meint.
Sobald einer auch nur im geringsten spürt, dass es im Anzug ist,
nimmt er die Pose eines Denkers ein, und Wunder über Wunder,
er denkt wirklich.
- Wenn ich mich an meine Überzeugungen hielte, würde ich aufhören, mich
auszudrücken, in irgendeiner Weise zu reagieren. Ich bin aber noch
der Empfindung fähig....
- "Wer zur Geilheit neigt, ist mitleidig und voller Erbarmen; die zur
Reinheit neigen, sind es nicht"( hl.Johannes Klimakos)
Niemand außer einem Heiligen konnte so deutlich und kräftig nicht die
Lügen , sondern die Essenz der christlichen Moral und aller Moral
anprangern.
- Die ärgsten Übeltaten vollbringt die Begeisterung, ein krankhafter
Zustand, der für fast alles öffentliche und private Unglück verantwort-
lich ist.
- Der Mensch wird - das will uns Hegel glauben machen - erst dann ganz frei
sein, wenn er sich mit einer völlig von ihm selbst geschaffenen Welt
umgibt.
Genau das hat er getan und nie war er so angekettet und versklavt wie
jetzt.

Das ist Cioran, der an einer Stelle beinahe resümierend feststellt:

" Nachdem ich alles, was mich band , zerstört habe, müsste ich ein
Gefühl von Freiheit verspüren. Und in der Tat ich verspüre es so heftig,
dass ich Angst habe, mich darüber zu freuen.

Ein bemerkenswerter Denker, dessen Aphorismen ich als durchaus kurzweilige Lektüre empfehlen möchte.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausserordentlich und kläglich - die Adjektive des Lebens, 5. Juni 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
#
Emile Cioran gehört zu den großen Philosophen, die, das was ist, nicht als endgültig betrachten. Er gehört zu den Menschen, für die das In-Frage-Stellen allerhöchste Priorität einnimmt. Über Grenzen zu gehen, heißt lebendig bleiben und doch zeichnet er die Welt jenseits der Grenzen in Aphorismen so, dass man seinem Buchtitel (übrigens eine Entlehnung von Sophokles) fast glauben schenken mag.

Ein Potpourri seiner Gedanken:
Nachdenken und Bescheiden sein - geht nicht zusammen. Darum soll man die Wahrheit, die die Hoffnung zersetzt hat, wieder ertragen lernen. Denn sieht man das Ende bereits im Ursprung, entflieht man der Zeit. Ist man jedoch in der Zeit und möchte hinaus, könnte der Selbstmord helfen, aber selbst der ist immer zu spät. Betrachtet man sich mit Augen anderer, ist man sowieso unsichtbar. Und sollte es ein gutes Erlebnis geben, tritt der Geist als Spielverderber auf. So können wir über uns am besten reden, wenn wir es mittelbar tun, im Reden über andere.

Tiefschürfend gegenüber dem Leben ist er stets, gerade, wenn es um Wahrheit, Liebe, Verantwortung geht. Wer hoch überlegen ist, kann nichts dafür, der er hat einfach nur verlernt, zu begehren. Jede Freundschaft ist eben ein unmerkliches Drama, eine Reihe feinster Verletzungen. Und die Hilfe zum Leben durch Gott erscheint eben als eine Lösung und sicher ist, dass man zukünftig eine ebenso befriedigende finden wird. Oder versuchen wir, Besseres als das Sein zu erfinden.

eine Resümee (vielleicht) und die Hoffnung:
Nicht mehr Mensch sein ... von einer anderen Form des Verfalls träumen ....

"I hope to die before I get old" ; sangen The Who in My Generation.
Was möglich ist, um Vom Vorteil, geboren zu sein zu sprechen, sollten Sie sich hier ansehen: [...]

Cioran ist heftig, nicht am Abend zu lesen, schrieb jemand.
Was ist er: Er ist der kühnste Belastungszeuge für das Leben.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen von jeder ideologie geheilt ..., 15. März 2005
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
"der hauptmangel der philosophie liegt darin, dass sie zu erträglich ist..." schrieb emile michele cioran, geboren 1911 in rumänien, gestorben 1995 in paris: und diese beiden eck-daten markieren schon klar sein trauma: das einer gespaltenheit in zwei kulturelle identitaeten. rumänien entflohen, es aber noch liebend, nach frankreich sich gerettet, dort aber nicht ankommen wollend, - staatenlos blieb er, bockig lehnte er die höchsten literaturpreise seines gastgeberlandes ab. die stimmung des exilanten blieb seine ihn umgebende atmosphäre. enthusiastisch hatte er in frühen jahren sich politisierend für sein rumänien einsetzen wollen. später schämte er sich solcher posen und empfand sie als kitsch, als delirium, als peinlichkeit. hoch-skeptisch geworden, was die auffindbarkeit von wahrheit betrifft, schrieb er in einem seiner briefe: "im grunde sind alle ideen falsch und absurd. es bleiben nur die menschen, so wie sie sind ... ich bin von jeder ideologie geheilt." an persönlichkeiten wie nietzsche, beethoven, luther, rousseau gefiel ihm die individuelle kraft zum widerstand gegen die umhüllende soziologie - es gefiel ihm die starrsinnigkeit - und insofern war er vielleicht ein fall für die psychiatrie. seiner rumänischen ausgangsidentitaet war zeitlebens das rückgrat gebrochen, und er verbot sich im starken selbsthass den weiteren gebrauch dieser sprache - erinnert uns das an canetti's bild von der geraubten zunge? von der chronischen verzweiflung kierkegaards war cioran angezogen, von nietzsche's nihilismus. sein studium hatte er abgeschlossen mit einer diplom-arbeit über den "elan vital" bergson's - ohne selbst diesen "elan" allzu oberflächlich zu verstehen - eher als ein sehr tiefgründiges widerhaken-sein im schlund der geschichte...
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15 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abreißkalender für den hoffnungslos Verbitterten, 24. Juni 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
Die Aphorismensammlung ist eine mittlerweile fast ausgestorbene literarische Gattung; wenn man Ciorans Hauptwerk liest, ist man geneigt zu denken: Aus gutem Grund. Im Gegensatz zu Gedichten, Dramen oder Prosa sind 165 Druckseiten voller Gedankensplitter nicht viel mehr als eine Abwandlung des Abreißkalenders. Cioran war einer der bittersten Denker des 20. Jahrhunderts, und wie der Titel vermuten lässt, beginnt seiner Ansicht nach das große Unglück des Menschen bereits unmittelbar nach Durchtrennung der Nabelschnur (ein Aphorismus sehnt sich zurück nach dem Frieden "des Fötus, der man einst war"); und bis zur letzten Seite lässt der Autor keinen Zweifel oder Widerspruch zu dieser strittigen Lebenseinstellung zu.

Nur 3 Seiten dieser vor Selbstmitleid triefenden Philosophie genügen, um das Buch für das nächste halbe Jahr wieder ins Regal zu stellen. Cioran hat keine Lösungsvorschläge, und gibt auch nicht vor, welche zu haben; dabei zieht er sich aber bisweilen etwas zu vorschnell aus der Affäre: Den Leser, der dem Autor zurufen möchte, dass ein Föhn in der Badewanne genügt, um ihn schnell und effektiv von all den Nöten und Plagen zu befreien, die
ihm scheinbar so unerträglich sind, bürstet Cioran bereits im ersten Teil des Buches ab:
"Es lohnt nicht die Mühe sich zu töten, denn man tötet sich immer zu spät."

Ich tue mich schwer mit einer Bewertung dieses Werkes: Man kann aus Ciorans Buch viele Einsichten gewinnen, das ist unbestritten; auf der anderen Seite befinden sich in diesem Buch Erschütterndes in unmittelbarer Nachbarschaft zu Binsenweisheiten, Eindringliches und Kalendersprüche wechseln sich ab:

- "Wir haben, als wir geboren wurden, soviel verloren, wie wir beim Sterben verlieren werden: Alles."
- "Man möchte bisweilen Kannibale sein. Nicht um den anderen aufzufressen, sondern um ihn auszukotzen."
- "War man so wahnsinnig, jemandem ein Geheimnis anzuvertrauen, so ist das einzige Mittel, um sicher zu sein, dass er es bewahren wird, ihn sogleich zu töten."

Nicht nur diese bisweilen stumpfsinnige Anhäufung lebensverneinender Gedanken, makabrer Motive und Selbstmordphantasien macht das Buch zu keiner Lektüre für die Straßenbahn; es ist auch die von Cioran bevorzugte Form des Aphorismus, bei der sich auf 165 Seiten kein Lesefluss und auch kein sonderliches Vergnügen am Gelesenen einstellt.
Ich denke für ein Buch, von solchen Qualitäten ist die neutrale Bewertung von 3 Sternen gerechtfertigt: Zwar "liest" man dieses Buch nicht, so wie man einen Roman liest, und oft erscheinen Ciorans Gedanken bemüht und schlichtweg nicht konstruktiv; auf der anderen Seite ist "Vom Nachteil, geboren zu sein" ohne Zweifel ein Buch, das einen durch das ganze Leben begleitet, und dass man über Zeiträume von Jahrzehnten immer mal wieder aus dem Schrank nimmt, und etwas neues entdecken wird: Und das ist in jedem Fall schon eine Leistung.
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18 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Also sprach Zarathustra, 9. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vom Nachteil, geboren zu sein (Taschenbuch)
Der totale Verneiner Cioran ist ein alter Manichäer.Der-ach so atheistische!-Cioran in Wirklichkeit ein tiefreligiöser Mensch?Diesen Eindruck muss der Leser dieses als"vernichtend" apostrophierten Buches haben.Um was geht es?Das Leben ist per se schlecht.Alles ist Leiden(hier sind wir beim alten Buddha)und diese Welt ist in Wirklichkeit das Werk eines bösen Demiurgen-nicht Gottes Werk sondern Satans Werk.Deshalb ist Sex als Beispiel verwerflich,weil es eben das Werk dieses bösen Demiurgen fortsetzt.Cioran's Lamento ist stellenweise weinerlich und albern weil es das ewige Ressentiment eines -kranken? Menschen ist.Genie und Wahnsinn lägen ja nahe beieinander,heißt es.Doch halt:Meint er das,was er sagt eigentlich alles so ernst?Oder ist es nicht vielmehr intellektuelle "Attitude"?.Ich glaube,es ist von beiden etwas.Man sollte ihn nicht allzu Ernst nehmen:Man läuft Gefahr,sich als "Cioraner"lächerlich zu machen.Cioran soll ein fröhlicher,charmanter-wenn auch exzentrischer Mensch gewesen sein.Andererseits war selbst dem großen Pessimisten Beckett die Cioransche Version der Daseinsangst zu destruktiv. Von beiden etwas:Der ewige Dualismus,der ja den Manichäismus durchzieht.Cioran ist eben doch ein alter Zoroaster und...Manichäer.
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Vom Nachteil, geboren zu sein
Vom Nachteil, geboren zu sein von E. M. Cioran (Taschenbuch - 2. September 1979)
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