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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einen Sommer ging der Mensch aufrecht..., 13. Februar 2010
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
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Rezension bezieht sich auf: Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein Buch, das einen mit brennendem Herzen und einem Kloß im Hals zurücklassen kann. Für einige wenige Monate, einen kurzen Sommer, hatten die Anarchisten alle Staatsmacht aus Katalonien vertrieben und machten sich daran ihre Utopie, den freien Kommunismus, zu verwirklichen. In einer Situation, in dem keine Polizei, keine Gerichtsbarkeit, keine Regierung mehr für Ordnung sorgen konnte, flanierten junge Paare über die Promenaden Barcelonas und die Arbeiter, die sich ihrer Vorgesetzten entledigt hatten, organisierten aus eigenem Antrieb die notwendige Kriegsproduktion. Am Ende scheiterte der Traum von einem Menschen, der keine Herrschaft über sich selbst akzeptiert, und dennoch diszipliniert und beherrscht alles anpackt, was für das Gemeinwohl notwendig ist.
In einer Collage von Zeitzeugenberichten erzählt Enzensberger, wie es zu diesem Scheitern kommen konnte. Viele verschiedene Aspekte spielten dabei eine Rolle. Die Unfähigkeit der Anarchisten wenigstens vorübergehend eine Art Regierungsgewalt zu errichten, zumindest solange Francos Faschistenheer noch nicht besiegt war; dann die dogmatisch unterfütterte Unmenschlichkeit gegen das Bürgertum und den Klerus, der die Revolutionäre viele Sympathien bei der republikanischen Regierung kostete; und schließlich die Unentschlossenheit, den zunächst schwachen, aus der Unterzahl heraus agierenden aber besser organisierten und von Moskau unterstützten Verbänden der Kommunisten Einhalt zu gebieten.
Die Lektüre lässt den Leser dann ratlos zurück. So vieles schien anscheinend gelungen: öffentliches Leben ohne Staatsgewalt, funktionierende Produktion ohne Eigentümer und Betriebshierarchien. Anderes war schon aus der Natur des Anarchismus selbst zum Scheitern angelegt: - der Anarchismus kann nur im Frieden gedeihen, denn der Krieg erfordert straffe Organisation und Disziplinargewalt, denen sich der Anarchist nur unwillig, wenn überhaupt, beugt. Auch die dunklen Seiten der Menschlichen Seele, ihre Lust an Grausamnkeit und Willkür, konnten durch die Ideale der Menschlichkeit, wie sie den Anarchisten zu eigen sind, nicht vollständig im Zaum gehalten werden. Und hätte sich der "freie Kommunismus" auch über eine längere Zeitspanne behaupten, ein Millionenvolk ernähren können?
Die Antwort werden wir nie erhalten. Die Diktatur Francos legte sich wie eine Bleischürze über die hohen Aspirationen der Spanier und zerschlugen einen Traum, den man vielleicht belächeln aber nicht verächtlich machen kann.
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48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und facettenreich, 21. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Im "offiziellen" historischen Gedächtnis sind die Geschehnisse des Sommers 1936 in Spanien allenfalls als "der Spanische Bürgerkrieg" anzutreffen. Nach dem Putsch von faschistischen Militärs verteidigt eine linke Volksfront die Republik. Und doch war es mehr: in den von ihnen kontrollierten Gebieten versuchten die AnarchistInnen ihre Utopie einer herrschaftslosen Gesellschaft Realität werden zu lassen. Eine Schlüsselfigur unter den AnarchistInnen war der Metallarbeiter Buenaventura Durruti, Anarchist von Jugend an. Enzensberger begleitet Durrutis Leben von seiner Kindheit in León über seine abenteuerliche Jugend mit diversen Aufstandsversuchen, die im Gefängnis und im Exil endeten, bis zur Spanischen Revolution 1936, die den Traum des freien Kommunismus (comunismo libertario), sprich der Anarchie, greifbar nahe werden lässt, jedoch in der militärischen Niederlage und Durrutis nie aufgeklärtem Tod endet. Festgehalten werden auch die politischen Widersprüche während der Revolution und des Bürgerkriegs, in dem aus "proletarischen Brüdern" Feinde im eigenen Lager werden. Erstaunlich ist die Hellsichtigkeit, mit der die spanischen AnarchistInnen schon damals im Kommunismus russischer Prägung einen Gegner der Freiheit erkannten. So scheitert die Revolution schließlich, zerrieben zwischen einem vom faschistischen Deutschland und Italien unterstützten militärischen Feind, der "Nichteinmischung" seitens "demokratischer" Länder wie England und Frankreich und kommunistischer Machtpolitik, die sowohl die FaschistInnen wie die AnarchistInnen als Feinde sieht.
Interessant an dem Buch ist seine literarische Form: obwohl es unter der Bezeichnung "Roman" läuft, ist es kein Roman im üblichen Sinn. Vielmehr trägt Enzensberger Durrutis Geschichte aus zeitgenössischen Veröffentlichungen, Reportagen, Reden und Interviews zusammen. Auf der anderen Seite ist es auch keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern erhält durch die Zusammensetzung der Quellen eine durchgängige Handlung. Erfreulicherweise versucht Enzensberger dabei nicht, die "eine" Wahrheit über Durrutis Leben zu finden (oder eine Version als solche zu verkaufen), sondern lässt bewusst Widersprüche stehen. Somit ergibt sich eine lebendige und facettenreiche Darstellung der Person Durruti und der Spanischen Revolution, die sehr spannend zu lesen ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Utopie ist machbar, 12. Februar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
In kunstvollen Collagen von Zeitzeugenberichten einerseits und informativen "Glossen" anderersetis bringt uns H.M. Enzensberger in diesem wundervollen Buch gleichzeitig die Spannung und die Atmospäre als auch die Hintergründe der Spanischen Revolution von 1936 näher.
"Hat es jemals solch ein siegestrunkenes, rasendes Barcelona gegeben?", fragt der russische Journalist Michail Kol'cov, als er am 8. August 1936 in die Stadt kommt. Doch der Sieg der Anarchie ist nur von kurzer Dauer. Von Moskau befehligte Kommunisten übernehmen in Mai 1937 die Macht und zerstören damit die Einheit der Arbeiterklasse (dazu besonders empfehlenswert ist George Orwells 'Homage to Catalonia'). Für Francos Truppen ist es nun ein leichtes, die Republik zu zerstören.
Und doch gibt dieses Buch Hoffnung, weil es Menschen zeigt, die an ihre Ideale glauben und eine Utopie verwirklichen. Wenigstens für ein halbes Jahr haben in Spanien die guten Seiten des Menschen über die schlechten triumphiert. Und für den Beweis, das dies möglich ist, sind wir den spanischen Anarchisten zu Dank verpflichtet.
Dieses Buch ist lesenswert für jeden, der die Menschen noch nicht völlig aufgegeben hat.
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16 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und Anarchie ist doch möglich, 9. Mai 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch ist für jeden der genaueres über den spanischen Bürgerkrieg und vor allem über die vorrangegangene Revolution, die im Geschichtsunterricht heutzutage einfach fallengelassen wird, wissen will.
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15 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichts-Collage, 3. März 2003
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Was ist Anarchie? Um das festzulegen, muesste es erst einmal eine Programmkommission mit gewaehlten Funktionaeren geben, die dann entsprechend den Satzungsbestimmungen ... Da dies offenbar dem Wesen der Anarchie widerspricht, gibt es so viele Antworten wie "Anarchisten". Genauso kompliziert ist die Antwort, wenn es um die "Anarchisten" im spanischen Buergerkrieg geht. Das vorliegende Buch naehert sich der Gestalt des anarchistischen Kommandeurs (welch Paradox!) Durruti, indem es seine Biographie collagenhaft aus Aussagen von Zeitzeugen zusammensetzt.
Die Staerke dieses "Romans" liegt darin, dass er bei aller Parteilichkeit seine Hauptperson nicht glorifiziert, von "Anarchisten" begangene Verbrechen nicht verschweigt und verschiedene Seiten (inklusive den "Voelkischen Beobachter"!) zu Wort kommen laesst; allerdings kommen Aussagen von Nicht-Anarchisten insgesamt zu kurz. Ein heikler Punkt findet sich im Kleingedruckten: viele Aussagen von Zeitzeugen wurden nicht lediglich uebersetzt, sondern "nacherzaehlt".
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tolles Buch über den Volkstribun Buenaventura Durruti, 31. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Enzensberger beschreibt in seinem Buch das Leben und wirken des spanischen Syndikalisten und Anarchisten Durruti.
Sein familiäres soziales Umfeld, seine politisches Wirken und seine bedeutende Rolle wärend des spanischen Bürgerkrieges.

Die Erfolge der spanischen Anarchisten werden genauso genannt wie ihr Scheitern. Schonungslos wird offenbart wie die Anarchisten von den Kommunisten immer mehr an die Wand gedrängt wurden.
In diesen Zusammenhang paßt auch der mysteriöse Tod Durrutis während der Verteidigung von Madrid gegen die Faschisten.
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Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch)
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