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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eins meiner Lieblingsbücher
Der Ingenieur Walter Faber ist ein „echter Kerl“. Er ist am liebsten von Technik umgeben und am glücklichsten, wenn er an etwas herumwerken kann. Den Glauben an Schicksal oder Bestimmung hält er für weibisches Getue. Die Kunst und die Natur sind ihm fremd, letztere betrachtet er am liebsten durch seine Kamera, aber echt erleben möchte er...
Vor 19 Monaten von Dany veröffentlicht

versus
2.0 von 5 Sternen Abi-Buch, mehr nicht
Homo Faber: Ein Bericht von Max Frisch ist ein ziemlich "spezielles" Buch. Ich musste es im Deutschunterricht für die Fachoberschule lesen. Ich bin froh, dass ich es nicht kaufen musste.... Zu beginn: Das Buch handelt von Walter Faber, der über einen Abschnitt seines Lebens berichtet. Faber ist ein rationell denkender Mensch, der nicht viel Wert auf...
Veröffentlicht am 28. Februar 2013 von Anja K.


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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ich im Menschen und sein verpasstes Leben - Über ein technizistisches Weltbild und Ereignisse im normalen Leben, 21. Mai 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Walter Faber ist Techniker und hat Aufträge auf der ganzen Welt. Er reist von New York über Guatemala nach Frankreich und noch weiter. Dort trifft er auf ein junges Mädchen, das er fortan Sabeth nennt. Er verliebt sich in sie und will ihr einen Heiratsantrag machen. Walter verlässt seine Lebensgefährtin Ivy und hat es allgemein nicht mit den Frauen, da er vor über zwanzig Jahren seine Hanna verlassen hat. In Sabeth sieht er Hanna personifiziert wieder und mag die verblüffende Ähnlichkeit kaum glauben...

Max Frischs Werk ist weder ein Roman, noch eine Novelle, sondern schlichtweg ein Bericht, der von der Figur Faber niedergeschrieben ist. Faber entführt uns in seinen Flugzeugmaschinen von einem Ort zum nächsten auf der Welt und erzählt dennoch die Geschichte über seinen Beruf, seine beiden Frauen, zu denen er nicht die beste Bindung hat und über das Mädchen Sabeth, das er kurzerhand kennenlernt und liebgewinnt. Der Bericht weist viele Komponenten auf, die Faber in seinem bisherigen Leben vergeblich sucht und andererseits durch andere ersetzt. Da wäre zum Beispiel sein eigenes technizistisches Weltbild, an das er sich festnagt und so erscheinen andere Menschen um ihn herum ihm unverständlich, er versteht nicht warum die Menschen den Mond beispielsweise als Ereignis anerkennen, das schön anzusehen ist, ihn interessieren nur die technischen Daten hierzu. Faber ist also eine isolierte Figur, die sich nicht der Gesellschaft fügen will und kann aufgrund seines intelligenten und fanatischen Wesens, man merkt es auch daran, dass er gerne Schach spielt und das über Stunden hinweg, sich nicht seiner Umwelt anpassen. Frisch erarbeitet mit "Homo Faber" also mehrere Dinge gleichzeitig: Die Gegensätzlichkeit von Zufall und Schicksal, der Mensch als Ich gegenüber seiner sozialen Fügung und Rolle und der Unterschied zwischen Technik und dem realen Leben mit der Natur. Natürlich ein Meilenstein der deutschsprachigen Literatur und ein oft behandelter Stoff in Schulen, der es in sich hat und für Frischs Intentionen durch diesen Bericht zum Ausdruck gebracht, sehr interessant wirken kann.

~Bücher-Liebhaberin~
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschliche Abgründe, 8. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen zu sein. Nähe, Zweisamkeit, für verletzte Seelen ist es manchmal schwer, Intimität zuzulassen, auch wenn sie sich danach sehnen.

Ein Buch voller Wandel und Veränderung, in dem nichts so ist, wie es zu sein scheint. Lassen sie sich überraschen.

Spachlich überzeugend, verleiht die Nüchternheit den notwendigen Kontrast zum emotionalen Schrecken, der im Protagonisten steckt; wer sich in den Charakter von Mr. Faber hineinversetzt, wird erkennen, wie schwer und schmerzhaft solch ein Leben sein kann, wie er es führen muss. Blumige Worte, Ausschmückungen, das alles wäre zu viel und würde der Geschichte nicht gerecht werden.
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5.0 von 5 Sternen Bekehrung eines Technokraten - ein wilder Klassiker, 3. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Homo faber (Gebundene Ausgabe)
Völlig falsch wäre es, diesen 1957 erschienenen Roman für verstaubt zu halten, für schwierig zu lesen oder gar trocken. Er beginnt schon mit einem Flugzeugabsturz, durchwandert Stationen wie ein Roadmovie - und das alles mit knalligen Sätzen, cinematischen Bildern, schnellen Schnitten und bestürzenden Ereignissen. Staubtrocken ist einzig der Humor.

Zum Inhalt

Gleichzeitig glänzt Homo Faber, der bekannteste Roman von Max Frisch, mit tiefer, wohlwollender Menschenkenntnis. Sein Protagonist Walter Faber, gleichzeitig fiktiver Verfasser des Berichts, ist ein erfolgreicher Ingenieur Ende Fünfzig. Weltreisend ohne Familie, lebt er bislang ein Leben ohne Kontakt zu seinen Gefühlen oder der Natur. Er kann soziale Stimmungen kaum einschätzen, erklärt sich Situationen quasi-technisch - mit erschütternd wenig Gespür.

Walter Faber ist der Prototyp eines technisch-mathematisch versierten, "problemlösungsorientiert" denkenden Menschen, dem Kunstgenuss ein Rätsel ist und seine eigene Einsamkeit und Naivität verborgen bleibt. Er erscheint als Symbolfigur für die technisch-instrumentelle Lebenseinstellung, die sich im Zuge der der Industrialisierung der westlichen Welt bemächtigt hat - und die am Leben zu verzweifeln droht.

Es sind teilweise schicksalhafte Ereignisse, teilweise Lebensunfähigkeit, die ihn im Verlaufe des Romans in eine existentielle Enge treiben und aus seinem Leben katapultieren. Er zeigt zunehmend selbstdestruktive Züge - auch wenn er auf seiner Reise zu einer neuen Lebenseinstellung findet. Es ist seine zufällige Bekanntschaft mit der jungen Sabeth, durch die er langsam eine andere Seite von sich entdeckt. Schließlich beschließt er, in einer neuen Bejahung der Natur und des Augenblicks zu leben. Allein dass er sich schließlich doppelt an Sabeth schuldig gemacht hat, kann er sich am Ende nicht verzeihen.

Die Wiederentdeckung der inneren Natur

Natürlich ist der Roman Frischs ein Produkt seiner Zeit. Aus Walters Ansichten über "die Frauen" etwa sprechen Reste der Stereotypen der 1950er Jahre: Frauen, so Walter, entscheiden sich ständig um, sie sagen nicht einfach, was sie meinen, sie sind überhaupt schwer verständlich. Allerdings sind diese Stereotypen sorgsam in den Charakter Walters eingearbeitet. Es sind seine Vorstellungen über Frauen, die dem Leser bisweilen ebenso absurd vorkommen wie seine sonstigen Fehleinschätzungen von Mitmenschen.

Etwa folgende Situation: Walters Jugendliebe Hanna, die Mutter von Sabeth, hat soeben vom Zusammensein Walters mit ihrer Tochter gehört und leidet in ihrem Zimmer unter rasender Verzweiflung. Walter will ihr irgendwie beistehen, aber gerade ihn will sie nicht im Zimmer haben. Selbst als er die Tür aufbricht, hält sie dagegen. Er vermutet: "Vielleicht weil ich gerade einen nackten Oberkörper hatte."

Erst nach der eigentlichen Tragödie, nachdem er das Kostbarste gewonnen und wieder verloren hatte - und zwar keineswegs einen "zweiten Frühling" durch eine jugendliche Geliebte, wenn man seiner Darstellung trauen kann - ist er in der Lage, eine neue Lebenseinstellung zu gewinnen. Sabeth ist zu einem Teil von ihm geworden und in einer rührenden Szene gegen Ende mit Flugzeugausblick (eine Spiegelszene des Absturzes zu Beginn) kann er ihre romatisierenden Naturmetaphern in sich selbst wachrufen.

In einer Schlüsselszene versenkt er sich ganz in die Natur. An einem Strand, ähnlich jenem Strand, an dem das Unglück geschah, lässt er sich im Element Wasser treiben. Anschließend malt er am Strand eine Frau in den Sand und legt sich dazu, flüsternd - wie in Sehnsucht nach der Großen Mutter, der verlorenen Tochter und der empfindenden Seite seiner Seele.
Die Verachtung, die Frisch seinen Erzähler schließlich für den American Way of Life entwickeln lässt, ist im Roman nicht nur Ausdruck von Walters Wandel, sondern anscheinend auch eine eingebettete Kulturkritik Frischs.

Fazit

Insgesamt ist es eine kurzweilige Lektüre, die einerseits schnell und unterhaltsam zu lesen ist, dabei aber sowohl die Tiefen eines Einzelschicksals erforscht als auch die moderne Seele im größeren Rahmen. Das Ende ist tragisch und offen - es gibt keine Auflösung des Plots, zumindest nicht vordergründig. Außerdem ist der Roman bei genauerem Hinsehen meisterhaft konzipiert, wirkt dabei gleichsam organisch und wild, ohne dass die Konzeption einem klassizistisch vor die Nase gehalten würde. Ich kann es nicht anders sagen: Ein wunderbares Buch.
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2.0 von 5 Sternen Abi-Buch, mehr nicht, 28. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Homo Faber: Ein Bericht von Max Frisch ist ein ziemlich "spezielles" Buch. Ich musste es im Deutschunterricht für die Fachoberschule lesen. Ich bin froh, dass ich es nicht kaufen musste.... Zu beginn: Das Buch handelt von Walter Faber, der über einen Abschnitt seines Lebens berichtet. Faber ist ein rationell denkender Mensch, der nicht viel Wert auf Gefühle, zwischenmenschliche Beziehung, Schicksal etc legt. Für ihn gibt es nur Zahlen und Fakten und alles würde sich irgendwie logisch erklären lassen. Doch im Verlauf des Buchs trifft er auf eine Frau, mit der er eine Art Beziehung beginnt. Faber vermutet, dass es seine Tochter sein könnte, rechnet aber so oft nach, dass er irgendwann nicht mehr dran glaubt. Nach dem Unfall-Tod der Frau erfährt er von seiner Studiumsfreundin, dass sie seine Tochter war. Diese Tatsache stellt sein Denken auf den Kopf und er beginnt "menschlicher" zu werden. Zum Ende hin wird er wegen Magenbeschwerden eingeliefert, welche sich als Magenkrebs heraus stellen und er stirbt schließlich bei einer Operation.
Meine Meinung: Die Handlung an sich ist recht interessant. Ein Mann trifft auf eine Frau, die sich als seine Tochter herausstellt, verliebt sich in sie und dies erschüttert sein Leben. Doch in diesem Bericht steht so viel Unnützes, wo ich mich fragte: "Wozu ist das wichtig für die Handlung??" Über das sah ich noch hinweg, aber als ich einige dutzend Seiten weiterlas und solche Sätze wie "Er nahm sich einen Apfel.", kurz darauf "Er schälte den Apfel." und dann "Er aß den Apfel." verhäuft auftraten, wurde es anstrengend. Nachdem ich das Buch durch gelesen hatte, hatte ich eine Art Hass gegen die Schreibweise entwickelt und bin froh, wenn ich das Thema abgeschlossen habe und das Buch zurück geben darf. Zweifelsfrei lässt es sich stellenweise sehr gut erörtern oder interpretieren. An einigen Stellen tat ich das schon automatisch. Sprachliche Mittel sind nicht all zu oft vorhanden und dadurch, dass zum Beispiel der Unfall auf zwei verschiedene Arten beschrieben wird, versucht man schon darüber nachzudenken, warum.
Trotzdem würde ich mir das Buch nicht für meine Freizeit kaufen wollen. Es gibt unzählige gute Bücher, die selbst den lesefaulsten Menschen fesseln. Homo Faber gehört nicht dazu.
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4.0 von 5 Sternen Ich sehe die Dinge so, wie sie sind., 26. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Rezension:
Walter Faber arbeitet als Ingenieur für die UNESCO und ist auch sonst ein sehr rational und technisch denkender Mensch. So glaubt er auch nicht an Schicksal oder Zufall, bis ihm das Schicksal Einestages auf den Füßen steht und Faber von Ereignissen überrascht wird, mit denen er in seinem Leben nicht gerechnet hätte. Für Faber beginnt die Technik, in den Hintergrund zu treten.
Zu Beginn des Buches ist der Protagonist Walter Faber noch unsympathisch und sehr reserviert. Er scheut sich davor, Gefühle zu zeigen und vor Menschen sowieso. Dieses Gefühl wird vom Autor aber extra erzeugt, um später die Wandlung Fabers deutlicher zu machen. Faber ist anfangs jedenfalls kein Mensch, mit dem man gerne einen Nachmittag verbringen würde.
Umso spannender ist es zu lesen, wie Faber durch die Liebe und das Leben dazulernt. Am Ende verbindet ihn nichts mehr mit dem Menschen, der er mal war. Zu einem echten Sympathieträger ist Faber für mich damit zwar nicht geworden, aber es ist schön zu sehen, wie das Leben Menschen verändern kann.
Für mich war allerdings der Aufbau der Handlung etwas umständlich. Auf einmal befindet sich Faber in einer völlig anderen Szenerie, ohne dass davon explizit die Rede ist. Das hat bei mir für viel Verwirrung gesorgt.
Bei 'Homo Faber' gehen die Meinungen ja bekanntlich auseinander. Die einen stöhnen beim Gedanken an die Schullektüre gequält auf, für die anderen stellt es das Buch des Lebens dar. Für mich persönlich ist 'Homo Faber' ein Buch, das zwar eine interessante Analyse der menschlichen Psyche und des Lebens enthält, mit dem ich aber trotzdem nie ganz warm geworden bin. Das liegt vielleicht an der etwas veralteten Sprache oder an Walter Faber selbst, dessen Handlungen ich trotz seiner Wandlung nie vollkommen verstanden habe.
Im Anhang dieser Ausgabe finden sich sehr hilfreiche Ansätze zur Analyse und Bearbeitung des Werkes. Vor allem für mich als Schülerin war mir das eine gute Hilfe, da man so die Zusammenhänge besser verstehen kann.
Zum Schluss möchte ich noch auf die Gestaltung des Covers hinweisen, die mir sehr gut gefällt. Die Bücher der Suhrkamp Basis-Bibliothek sind alle sehr ansprechend und edel gestaltet und sehen auch im Regal gut aus.
Fazit:
'Homo Faber' ist ein Buch, das man auf jeden Fall gelesen haben muss, allein der Allgemeinbildung wegen. Mir war der Protagonist zwar eher unsympathisch, dennoch vermittelt das Buch eine wichtige Botschaft: Technik ist nicht alles. Der Mensch braucht andere Menschen, um glücklich zu sein.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ich im Menschen und sein verpasstes Leben - Über ein technizistisches Weltbild und Ereignisse im normalen Leben, 21. Mai 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Walter Faber ist Techniker und hat Aufträge auf der ganzen Welt. Er reist von New York über Guatemala nach Frankreich und noch weiter. Dort trifft er auf ein junges Mädchen, das er fortan Sabeth nennt. Er verliebt sich in sie und will ihr einen Heiratsantrag machen. Walter verlässt seine Lebensgefährtin Ivy und hat es allgemein nicht mit den Frauen, da er vor über zwanzig Jahren seine Hanna verlassen hat. In Sabeth sieht er Hanna personifiziert wieder und mag die verblüffende Ähnlichkeit kaum glauben...

Max Frischs Werk ist weder ein Roman, noch eine Novelle, sondern schlichtweg ein Bericht, der von der Figur Faber niedergeschrieben ist. Faber entführt uns in seinen Flugzeugmaschinen von einem Ort zum nächsten auf der Welt und erzählt dennoch die Geschichte über seinen Beruf, seine beiden Frauen, zu denen er nicht die beste Bindung hat und über das Mädchen Sabeth, das er kurzerhand kennenlernt und liebgewinnt. Der Bericht weist viele Komponenten auf, die Faber in seinem bisherigen Leben vergeblich sucht und andererseits durch andere ersetzt. Da wäre zum Beispiel sein eigenes technizistisches Weltbild, an das er sich festnagt und so erscheinen andere Menschen um ihn herum ihm unverständlich, er versteht nicht warum die Menschen den Mond beispielsweise als Ereignis anerkennen, das schön anzusehen ist, ihn interessieren nur die technischen Daten hierzu. Faber ist also eine isolierte Figur, die sich nicht der Gesellschaft fügen will und kann aufgrund seines intelligenten und fanatischen Wesens, man merkt es auch daran, dass er gerne Schach spielt und das über Stunden hinweg, sich nicht seiner Umwelt anpassen. Frisch erarbeitet mit "Homo Faber" also mehrere Dinge gleichzeitig: Die Gegensätzlichkeit von Zufall und Schicksal, der Mensch als Ich gegenüber seiner sozialen Fügung und Rolle und der Unterschied zwischen Technik und dem realen Leben mit der Natur. Natürlich ein Meilenstein der deutschsprachigen Literatur und ein oft behandelter Stoff in Schulen, der es in sich hat und für Frischs Intentionen durch diesen Bericht zum Ausdruck gebracht, sehr interessant wirken kann.

~Bücher-Liebhaberin~
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Manipulation der Wahrheit, 7. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Ich mußte "Homo Faber" in der Schule lesen und in einer Hausarbeit bearbeiten und ich war damals schon in einer geistigen Verfassung, wo es mir Spaß gemacht hat. Deshalb ist mein Buch voller handschriftlicher Notizen, die es mir immer wieder ermöglichen, meine eigene Entwicklung nachzuvollziehen. Bei einen Umzug fiel es mir wieder in die Hände, im Sommerurlaub wurde es abermals gelesen!

Natürlich spielt der Roman in der Zeit der 50er Jahre mit wesentlichen Rückblicken auf die Nazizeit. Und natürlich kann man fragen, was davon heute noch relevant ist. Vieles! Auch heute noch genießen wir eine absolut verkopfte Ausbildung und wundern uns, dass dass wir nicht gelernt haben, Beziehungen zu bauen und zu pflegen. Wie Homo Faber. Und noch immer, oder schon wieder, werden den Anforderungen einer globalen Wirtschaftsgesellschaft mehr Beachtung geschenkt als der laut Verfassung besonders zu schützenden Familie. Wie Homo Faber.

Max Frischs Roman "Homo faber" aus dem Jahr 1957 ist ein vielschichtiges Meisterwerk. Am Spannendsten finde ich den Umgang des Ich-Erzählers Walter Faber mit der Wahrheit. Vor allem im ersten Teil legt er sich die Wahrheit immer so zurecht, wie es ihm gerade in den Kram passt. Mit seinem Bericht verfolgt er das Ziel, sich zu rechtfertigen, nämlich dass ihn keine Schuld am Tod seiner Tochter trifft. Am Anfang behauptet er, dass er als Techniker nicht an Schicksal glaube, dass er folglich ein vollkommen rationaler Mensch ist. So rational ist er jedenfalls nicht, wie er tut. Er handelt gefühlsbetont, impulsiv, spontan. Zudem gurkt ihn sein ganzes Leben an (immer wieder "wie üblich"). Sein Techniker-Getue ist stark aufgesetzt und eine Art Selbstschutz, da er Angst vor der Endlichkeit des eigenen Lebens und somit vor dem Tod hat. Er verdrängt unangenehme Tatsachen.

In Homo faber" wird von einem Mann erzählt, der durch eine Reihe von Zufällen zu einer neuen Sichtweise der Natur gelangt. Bei diesen Zufällen handelt es sich um naturbedingte Ereignisse, also solche,die von der Natur herbeigeführt werden beziehungsweise mit ihr in Zusammenhang stehen (Bsp: die Notlandung in der Wüste, das Festsitzen im Dschungel oder die Liebesbeziehung zu seiner eigenen Tochter). Fabers Sicht von der Natur macht im Verlauf des Romans eine Wandlung durch. Er ist in der Lage die Schönheit der Natur zu sehen, Gefühle zuzulassen und sogar zu zeigen. Am Ende nimmt der Roman eine dramatische Wendung. Nach einer Magenkrebsoperation, bleibt zwar das Ende des Buches offen. Man kann aber davon auszugehen, dass Faber in diesem Zusammenhang stirbt.

Es stellt sich die Frage, ob Homo faber" eine realistische Figur ist. Meiner Meinung nach ist seine Wandlung auf ungewöhnlich viele Zufälle zurückzuführen, sodass die Häufung der einzelnen Ereignisse die Geschichte zunehmend unglaubhafter werden lassen. Außerdem ist Faber als Mensch eine extrem zurechtgedachte" Person, die es in der Realität nicht geben kann. Der Autor hat sie so konstruiert, um seine Intension besser zum Ausdruck bringen zu können beziehungsweise um sie für den Leser verständlicher zu machen. Einerseits wird Faber als Realist dargestellt, andererseits aber ist es realitätsfern, weil er sich in seinem Leben nur mit der Technik auseinandersetzt. Er merkt allmählich selbst, dass er mit seinem technischen Weltbild an Grenzen stößt und damit nicht die gesamte Welt erfassen kann.

Die Erzählstruktur des Romans geht über die objektiv wahrnehmbare, faktische Ebene der Beschreibung nie hinaus. Weder Platz für Spekulationen oder Träume wird gewährt, noch für Emotionen oder Spontaneität. Und eben das erzeugt die fesselnde wie abstoßende Authentizität dieses Werks - eine trotz durchgehender Schlichtheit schriftstellerische Bravour Max Frischs, die eindringlicher die Frage nach dem Anspruch und der Definition des eigenen Ichs nicht stellen könnte.
Letztendlich lernt Walter Faber das Leben in seiner ganzen Pracht an Diversität und Irrationalität erst da zu genießen, als ihm tödlicher Magenkrebs diagnostiziert wird.

Ein Tipp noch: Immer mal Pausen machen, hilft beim Verstehen des Buches...
Viel Spass beim Lesen
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4.0 von 5 Sternen Das Leben ist keine Rechenaufgabe, 11. Juli 2008
Von 
Cornelius Michels - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Das Buch "Homo faber" von Max Frisch ist schon 1957 erschienen. Es ist also über ein halbes Jahrhundert alt. Hieraus allerdings zu schließen, dass die Thematik nicht mehr aktuell ist, ist nicht zutreffend.

Das Buch behandelt in einem sehr verständlichen Stil nachvollziehbar eine existentielle Grundproblematik des menschlichen Seins: Das menschliche Leben im Spannungsfeld von Gefühl und Rationalität. Es zeigt sehr deutlich, dass die Art und Weise, wie der Mensch mit der so genannten objektiven Außenwelt umgeht, nicht die adäquate Weise ist, wie er mit seinem Innenleben und seinen Beziehungen zu anderen Menschen umgehen muss.

Dass der Mensch aufgrund seiner rationalen Fähigkeiten Wissenschaft und Technik hervorbringt, resultiert in seinem Leben nicht automatisch dahin, dass er zugleich mehr Verständnis für sich und seine Mitmenschen und für ein Mehr an Lebenssinn hat.

Im Buch gerät der Hauptakteur, Walter Faber, ein an Zahlen, Daten und Fakten orientierte Ingenieur, in vom Leben gestalteten Umständen, die sich ungeplant und quasi irrational entwickeln. Faber, im Beruf erfolgreich und daran gewöhnt, dass Arbeitsprojekte einen Anfang und ein Ende haben, scheitert letztlich an der nicht eingrenzbaren Dynamik des Lebens.

Überzeugend zeigt Max Frisch wie sehr demjenigen, der nur die äußere Welt als Wirklichkeit akzepziert, die Fähigkeit fehlt mit anderen Menschen in tiefere Beziehungen zu treten und spontane Situationen zu verstehen, bei denen Empathie und Vertrauen notwendig ist.

Max Frisch hat in seinem Buch "Homo faber" nicht irgendwelche interessante und verwickelte menschliche Schicksale beschrieben, sondern er hat in gut lesbarer Prosa eine Art unzeitgemäße Betrachtung geschrieben, deren Thematik auch heute noch aktuell ist.

In Kurzform: Für diejenigen, die nicht blind duch das Leben gehen, ist "Homo faber" auch heute noch eine lohnenswerte Lektüre, die zum eigenen Denken anregt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Homo Faber, Ödipus, Inzest und eine Weltreise, 16. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
Max Frischs Buch „Homo Faber" entstand in den 50er Jahren, ist somit bereits fast 50 Jahre alt. Trotzdem erscheint es auch heute noch als modernes Buch. Die Hauptperson des Romans, der Ingenieur Faber, ist ein Mensch, der an Technik, Berechnung und Plan- und Erklärbarkeit des Lebens glaubt („Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen."). Ausgerechnet in dieses Leben schlägt der Zufall und das Schicksal ein: er trifft den Bruder eines guten Freundes in einem Flugzeug, er findet den alten Freund tot im Wald, er trifft eine junge Frau, in die er sich verliebt - sie ist seine Tochter, von der er nicht wusste, dass sie existierte. So treffen Schicksal und Fügung diesen Menschen und erschüttern sein Menschen- und Selbstbild. Diese in der Konsequenz inzestuöse Handlung findet vor dem Hintergrund einer Weltreise statt - die Handlungsorte wechseln ständig (Kuba, Italien, Frankreich, Griechenland, Venezuela, USA, ...) und zeigen die physische und psychische Heimatlosigkeit Fabers. Die Sprache des Buches bleibt seltsam karg und nüchtern, oft sind die Sätze elliptisch verknappt und damit sperrig zu lesen. Trotzdem handelt es sich um eine sehr beeindruckende Geschichte, die auch durch Volker Schlöndorf eine sehr ansprechende Verfilmung gefunden hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch, 26. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Homo faber: Ein Bericht (Taschenbuch)
In der Geschichte geht es um den Ingenieur Faber, der am Anfang so vollkommen frei von Emotionalität wirkt und dann durch eine Aneinanderkettung von Zufällen sein Leben überdenken muss. Sehr gut geschrieben, sehr fesselnd, sehr zum Nachdenken. Ich habe es im Zug in einem Rutsch gelesen. Ein tolles Buch!
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Homo faber: Ein Bericht
Homo faber: Ein Bericht von Max Frisch (Taschenbuch - 1. März 1977)
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