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Homo faber: Ein Bericht
Format: TaschenbuchÄndern
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Walter Faber ist Techniker und hat Aufträge auf der ganzen Welt. Er reist von New York über Guatemala nach Frankreich und noch weiter. Dort trifft er auf ein junges Mädchen, das er fortan Sabeth nennt. Er verliebt sich in sie und will ihr einen Heiratsantrag machen. Walter verlässt seine Lebensgefährtin Ivy und hat es allgemein nicht mit den Frauen, da er vor über zwanzig Jahren seine Hanna verlassen hat. In Sabeth sieht er Hanna personifiziert wieder und mag die verblüffende Ähnlichkeit kaum glauben...

Max Frischs Werk ist weder ein Roman, noch eine Novelle, sondern schlichtweg ein Bericht, der von der Figur Faber niedergeschrieben ist. Faber entführt uns in seinen Flugzeugmaschinen von einem Ort zum nächsten auf der Welt und erzählt dennoch die Geschichte über seinen Beruf, seine beiden Frauen, zu denen er nicht die beste Bindung hat und über das Mädchen Sabeth, das er kurzerhand kennenlernt und liebgewinnt. Der Bericht weist viele Komponenten auf, die Faber in seinem bisherigen Leben vergeblich sucht und andererseits durch andere ersetzt. Da wäre zum Beispiel sein eigenes technizistisches Weltbild, an das er sich festnagt und so erscheinen andere Menschen um ihn herum ihm unverständlich, er versteht nicht warum die Menschen den Mond beispielsweise als Ereignis anerkennen, das schön anzusehen ist, ihn interessieren nur die technischen Daten hierzu. Faber ist also eine isolierte Figur, die sich nicht der Gesellschaft fügen will und kann aufgrund seines intelligenten und fanatischen Wesens, man merkt es auch daran, dass er gerne Schach spielt und das über Stunden hinweg, sich nicht seiner Umwelt anpassen. Frisch erarbeitet mit "Homo Faber" also mehrere Dinge gleichzeitig: Die Gegensätzlichkeit von Zufall und Schicksal, der Mensch als Ich gegenüber seiner sozialen Fügung und Rolle und der Unterschied zwischen Technik und dem realen Leben mit der Natur. Natürlich ein Meilenstein der deutschsprachigen Literatur und ein oft behandelter Stoff in Schulen, der es in sich hat und für Frischs Intentionen durch diesen Bericht zum Ausdruck gebracht, sehr interessant wirken kann.

~Bücher-Liebhaberin~
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. April 1999
Der Leser wird mit dem 50-jährigen Walter Faber konfrontiert, dem berechnenden Techniker, dem jegliche Art von Mystik ablehnenden Verstandesmenschen, der die moderne Frau von heute als reines Lustobjekt betrachtet. Auf seinen Reisen trifft er Sabeth, ein blutjunges Mädchen, fasziniert von den Schnönheiten des Lebens, der Kunst, der Romantik. Kurzentschlossen bricht Faber seine Geschäftsreise ab, beschließt Sabeth auf ihrer Tour durch Europa zu begleiten. Trotz seines Unverständnisses gegenüber Sabeths begeisternder Denkweise, kommt Homo Faber dem Mädchen näher. Bis er schließlich eine erschreckende Entdeckung macht, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Fabers rationales Denken, seine Blindheit gegenüber den Menschen, der Natur, und schließlich seinem Schicksal, werden ihm letztendlich zum Verhängnis.
Frischs Roman ist nicht nur eine äußerst spannend erzählte Geschichte. Die Vielschichtigkeit des Buches, die raffiniert ausgearbeiteten Hinweise auf das bevorstehende Schicksal der Hauptpersonen werden oftmals erst nach zweimaligem Lesen entdeckt. Homo Faber ist zugleich fesselnd, lehrreich und gesellschaftskritisch, und damit wahrscheinlich eines der besten Romane unserer Zeit. Unbedingt empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Januar 2013
Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen zu sein. Nähe, Zweisamkeit, für verletzte Seelen ist es manchmal schwer, Intimität zuzulassen, auch wenn sie sich danach sehnen.

Ein Buch voller Wandel und Veränderung, in dem nichts so ist, wie es zu sein scheint. Lassen sie sich überraschen.

Spachlich überzeugend, verleiht die Nüchternheit den notwendigen Kontrast zum emotionalen Schrecken, der im Protagonisten steckt; wer sich in den Charakter von Mr. Faber hineinversetzt, wird erkennen, wie schwer und schmerzhaft solch ein Leben sein kann, wie er es führen muss. Blumige Worte, Ausschmückungen, das alles wäre zu viel und würde der Geschichte nicht gerecht werden.
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am 26. Mai 2011
Rezension:
Walter Faber arbeitet als Ingenieur für die UNESCO und ist auch sonst ein sehr rational und technisch denkender Mensch. So glaubt er auch nicht an Schicksal oder Zufall, bis ihm das Schicksal Einestages auf den Füßen steht und Faber von Ereignissen überrascht wird, mit denen er in seinem Leben nicht gerechnet hätte. Für Faber beginnt die Technik, in den Hintergrund zu treten.
Zu Beginn des Buches ist der Protagonist Walter Faber noch unsympathisch und sehr reserviert. Er scheut sich davor, Gefühle zu zeigen und vor Menschen sowieso. Dieses Gefühl wird vom Autor aber extra erzeugt, um später die Wandlung Fabers deutlicher zu machen. Faber ist anfangs jedenfalls kein Mensch, mit dem man gerne einen Nachmittag verbringen würde.
Umso spannender ist es zu lesen, wie Faber durch die Liebe und das Leben dazulernt. Am Ende verbindet ihn nichts mehr mit dem Menschen, der er mal war. Zu einem echten Sympathieträger ist Faber für mich damit zwar nicht geworden, aber es ist schön zu sehen, wie das Leben Menschen verändern kann.
Für mich war allerdings der Aufbau der Handlung etwas umständlich. Auf einmal befindet sich Faber in einer völlig anderen Szenerie, ohne dass davon explizit die Rede ist. Das hat bei mir für viel Verwirrung gesorgt.
Bei 'Homo Faber' gehen die Meinungen ja bekanntlich auseinander. Die einen stöhnen beim Gedanken an die Schullektüre gequält auf, für die anderen stellt es das Buch des Lebens dar. Für mich persönlich ist 'Homo Faber' ein Buch, das zwar eine interessante Analyse der menschlichen Psyche und des Lebens enthält, mit dem ich aber trotzdem nie ganz warm geworden bin. Das liegt vielleicht an der etwas veralteten Sprache oder an Walter Faber selbst, dessen Handlungen ich trotz seiner Wandlung nie vollkommen verstanden habe.
Im Anhang dieser Ausgabe finden sich sehr hilfreiche Ansätze zur Analyse und Bearbeitung des Werkes. Vor allem für mich als Schülerin war mir das eine gute Hilfe, da man so die Zusammenhänge besser verstehen kann.
Zum Schluss möchte ich noch auf die Gestaltung des Covers hinweisen, die mir sehr gut gefällt. Die Bücher der Suhrkamp Basis-Bibliothek sind alle sehr ansprechend und edel gestaltet und sehen auch im Regal gut aus.
Fazit:
'Homo Faber' ist ein Buch, das man auf jeden Fall gelesen haben muss, allein der Allgemeinbildung wegen. Mir war der Protagonist zwar eher unsympathisch, dennoch vermittelt das Buch eine wichtige Botschaft: Technik ist nicht alles. Der Mensch braucht andere Menschen, um glücklich zu sein.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Walter Faber ist Techniker und hat Aufträge auf der ganzen Welt. Er reist von New York über Guatemala nach Frankreich und noch weiter. Dort trifft er auf ein junges Mädchen, das er fortan Sabeth nennt. Er verliebt sich in sie und will ihr einen Heiratsantrag machen. Walter verlässt seine Lebensgefährtin Ivy und hat es allgemein nicht mit den Frauen, da er vor über zwanzig Jahren seine Hanna verlassen hat. In Sabeth sieht er Hanna personifiziert wieder und mag die verblüffende Ähnlichkeit kaum glauben...

Max Frischs Werk ist weder ein Roman, noch eine Novelle, sondern schlichtweg ein Bericht, der von der Figur Faber niedergeschrieben ist. Faber entführt uns in seinen Flugzeugmaschinen von einem Ort zum nächsten auf der Welt und erzählt dennoch die Geschichte über seinen Beruf, seine beiden Frauen, zu denen er nicht die beste Bindung hat und über das Mädchen Sabeth, das er kurzerhand kennenlernt und liebgewinnt. Der Bericht weist viele Komponenten auf, die Faber in seinem bisherigen Leben vergeblich sucht und andererseits durch andere ersetzt. Da wäre zum Beispiel sein eigenes technizistisches Weltbild, an das er sich festnagt und so erscheinen andere Menschen um ihn herum ihm unverständlich, er versteht nicht warum die Menschen den Mond beispielsweise als Ereignis anerkennen, das schön anzusehen ist, ihn interessieren nur die technischen Daten hierzu. Faber ist also eine isolierte Figur, die sich nicht der Gesellschaft fügen will und kann aufgrund seines intelligenten und fanatischen Wesens, man merkt es auch daran, dass er gerne Schach spielt und das über Stunden hinweg, sich nicht seiner Umwelt anpassen. Frisch erarbeitet mit "Homo Faber" also mehrere Dinge gleichzeitig: Die Gegensätzlichkeit von Zufall und Schicksal, der Mensch als Ich gegenüber seiner sozialen Fügung und Rolle und der Unterschied zwischen Technik und dem realen Leben mit der Natur. Natürlich ein Meilenstein der deutschsprachigen Literatur und ein oft behandelter Stoff in Schulen, der es in sich hat und für Frischs Intentionen durch diesen Bericht zum Ausdruck gebracht, sehr interessant wirken kann.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2010
Ich mußte "Homo Faber" in der Schule lesen und in einer Hausarbeit bearbeiten und ich war damals schon in einer geistigen Verfassung, wo es mir Spaß gemacht hat. Deshalb ist mein Buch voller handschriftlicher Notizen, die es mir immer wieder ermöglichen, meine eigene Entwicklung nachzuvollziehen. Bei einen Umzug fiel es mir wieder in die Hände, im Sommerurlaub wurde es abermals gelesen!

Natürlich spielt der Roman in der Zeit der 50er Jahre mit wesentlichen Rückblicken auf die Nazizeit. Und natürlich kann man fragen, was davon heute noch relevant ist. Vieles! Auch heute noch genießen wir eine absolut verkopfte Ausbildung und wundern uns, dass dass wir nicht gelernt haben, Beziehungen zu bauen und zu pflegen. Wie Homo Faber. Und noch immer, oder schon wieder, werden den Anforderungen einer globalen Wirtschaftsgesellschaft mehr Beachtung geschenkt als der laut Verfassung besonders zu schützenden Familie. Wie Homo Faber.

Max Frischs Roman "Homo faber" aus dem Jahr 1957 ist ein vielschichtiges Meisterwerk. Am Spannendsten finde ich den Umgang des Ich-Erzählers Walter Faber mit der Wahrheit. Vor allem im ersten Teil legt er sich die Wahrheit immer so zurecht, wie es ihm gerade in den Kram passt. Mit seinem Bericht verfolgt er das Ziel, sich zu rechtfertigen, nämlich dass ihn keine Schuld am Tod seiner Tochter trifft. Am Anfang behauptet er, dass er als Techniker nicht an Schicksal glaube, dass er folglich ein vollkommen rationaler Mensch ist. So rational ist er jedenfalls nicht, wie er tut. Er handelt gefühlsbetont, impulsiv, spontan. Zudem gurkt ihn sein ganzes Leben an (immer wieder "wie üblich"). Sein Techniker-Getue ist stark aufgesetzt und eine Art Selbstschutz, da er Angst vor der Endlichkeit des eigenen Lebens und somit vor dem Tod hat. Er verdrängt unangenehme Tatsachen.

In Homo faber" wird von einem Mann erzählt, der durch eine Reihe von Zufällen zu einer neuen Sichtweise der Natur gelangt. Bei diesen Zufällen handelt es sich um naturbedingte Ereignisse, also solche,die von der Natur herbeigeführt werden beziehungsweise mit ihr in Zusammenhang stehen (Bsp: die Notlandung in der Wüste, das Festsitzen im Dschungel oder die Liebesbeziehung zu seiner eigenen Tochter). Fabers Sicht von der Natur macht im Verlauf des Romans eine Wandlung durch. Er ist in der Lage die Schönheit der Natur zu sehen, Gefühle zuzulassen und sogar zu zeigen. Am Ende nimmt der Roman eine dramatische Wendung. Nach einer Magenkrebsoperation, bleibt zwar das Ende des Buches offen. Man kann aber davon auszugehen, dass Faber in diesem Zusammenhang stirbt.

Es stellt sich die Frage, ob Homo faber" eine realistische Figur ist. Meiner Meinung nach ist seine Wandlung auf ungewöhnlich viele Zufälle zurückzuführen, sodass die Häufung der einzelnen Ereignisse die Geschichte zunehmend unglaubhafter werden lassen. Außerdem ist Faber als Mensch eine extrem zurechtgedachte" Person, die es in der Realität nicht geben kann. Der Autor hat sie so konstruiert, um seine Intension besser zum Ausdruck bringen zu können beziehungsweise um sie für den Leser verständlicher zu machen. Einerseits wird Faber als Realist dargestellt, andererseits aber ist es realitätsfern, weil er sich in seinem Leben nur mit der Technik auseinandersetzt. Er merkt allmählich selbst, dass er mit seinem technischen Weltbild an Grenzen stößt und damit nicht die gesamte Welt erfassen kann.

Die Erzählstruktur des Romans geht über die objektiv wahrnehmbare, faktische Ebene der Beschreibung nie hinaus. Weder Platz für Spekulationen oder Träume wird gewährt, noch für Emotionen oder Spontaneität. Und eben das erzeugt die fesselnde wie abstoßende Authentizität dieses Werks - eine trotz durchgehender Schlichtheit schriftstellerische Bravour Max Frischs, die eindringlicher die Frage nach dem Anspruch und der Definition des eigenen Ichs nicht stellen könnte.
Letztendlich lernt Walter Faber das Leben in seiner ganzen Pracht an Diversität und Irrationalität erst da zu genießen, als ihm tödlicher Magenkrebs diagnostiziert wird.

Ein Tipp noch: Immer mal Pausen machen, hilft beim Verstehen des Buches...
Viel Spass beim Lesen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das Buch "Homo faber" von Max Frisch ist schon 1957 erschienen. Es ist also über ein halbes Jahrhundert alt. Hieraus allerdings zu schließen, dass die Thematik nicht mehr aktuell ist, ist nicht zutreffend.

Das Buch behandelt in einem sehr verständlichen Stil nachvollziehbar eine existentielle Grundproblematik des menschlichen Seins: Das menschliche Leben im Spannungsfeld von Gefühl und Rationalität. Es zeigt sehr deutlich, dass die Art und Weise, wie der Mensch mit der so genannten objektiven Außenwelt umgeht, nicht die adäquate Weise ist, wie er mit seinem Innenleben und seinen Beziehungen zu anderen Menschen umgehen muss.

Dass der Mensch aufgrund seiner rationalen Fähigkeiten Wissenschaft und Technik hervorbringt, resultiert in seinem Leben nicht automatisch dahin, dass er zugleich mehr Verständnis für sich und seine Mitmenschen und für ein Mehr an Lebenssinn hat.

Im Buch gerät der Hauptakteur, Walter Faber, ein an Zahlen, Daten und Fakten orientierte Ingenieur, in vom Leben gestalteten Umständen, die sich ungeplant und quasi irrational entwickeln. Faber, im Beruf erfolgreich und daran gewöhnt, dass Arbeitsprojekte einen Anfang und ein Ende haben, scheitert letztlich an der nicht eingrenzbaren Dynamik des Lebens.

Überzeugend zeigt Max Frisch wie sehr demjenigen, der nur die äußere Welt als Wirklichkeit akzepziert, die Fähigkeit fehlt mit anderen Menschen in tiefere Beziehungen zu treten und spontane Situationen zu verstehen, bei denen Empathie und Vertrauen notwendig ist.

Max Frisch hat in seinem Buch "Homo faber" nicht irgendwelche interessante und verwickelte menschliche Schicksale beschrieben, sondern er hat in gut lesbarer Prosa eine Art unzeitgemäße Betrachtung geschrieben, deren Thematik auch heute noch aktuell ist.

In Kurzform: Für diejenigen, die nicht blind duch das Leben gehen, ist "Homo faber" auch heute noch eine lohnenswerte Lektüre, die zum eigenen Denken anregt.
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am 16. Januar 2003
Max Frischs Buch „Homo Faber" entstand in den 50er Jahren, ist somit bereits fast 50 Jahre alt. Trotzdem erscheint es auch heute noch als modernes Buch. Die Hauptperson des Romans, der Ingenieur Faber, ist ein Mensch, der an Technik, Berechnung und Plan- und Erklärbarkeit des Lebens glaubt („Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen."). Ausgerechnet in dieses Leben schlägt der Zufall und das Schicksal ein: er trifft den Bruder eines guten Freundes in einem Flugzeug, er findet den alten Freund tot im Wald, er trifft eine junge Frau, in die er sich verliebt - sie ist seine Tochter, von der er nicht wusste, dass sie existierte. So treffen Schicksal und Fügung diesen Menschen und erschüttern sein Menschen- und Selbstbild. Diese in der Konsequenz inzestuöse Handlung findet vor dem Hintergrund einer Weltreise statt - die Handlungsorte wechseln ständig (Kuba, Italien, Frankreich, Griechenland, Venezuela, USA, ...) und zeigen die physische und psychische Heimatlosigkeit Fabers. Die Sprache des Buches bleibt seltsam karg und nüchtern, oft sind die Sätze elliptisch verknappt und damit sperrig zu lesen. Trotzdem handelt es sich um eine sehr beeindruckende Geschichte, die auch durch Volker Schlöndorf eine sehr ansprechende Verfilmung gefunden hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Februar 2013
In der Geschichte geht es um den Ingenieur Faber, der am Anfang so vollkommen frei von Emotionalität wirkt und dann durch eine Aneinanderkettung von Zufällen sein Leben überdenken muss. Sehr gut geschrieben, sehr fesselnd, sehr zum Nachdenken. Ich habe es im Zug in einem Rutsch gelesen. Ein tolles Buch!
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am 6. Dezember 1999
Natürlich ist Frisch's "Homo Faber" der Mensch in unserer technisierten Welt, der Ingenieur, der Stadtmensch, der Autofahrer, das Kind, das sich vor euterwarmer Milch ekelt,... Und natürlich scheitert dieser Mensch - an der Natur. Daß in der Verfilmung von Volker Schlöndorff nur die Liebesgeschichte herausgepickt wird, die in "Homo Faber" auch erzählt wird, macht nichts aus. Denn auch hierin zeigt sich Fabers falsche "Einstellung" zur Welt. Eigentlich gehört Liebe gar nicht zu der Welt, die Faber bedienen kann. Sie gehört zur Dschungelwelt, zu Fortpflanzung und Verwesung, zur Welt der Sinne, die für Faber hauptsächlich negative Eindrücke liefert. Wie in einer griechischen Tragödie wird Faber für seine Überheblichkeit bestraft. Die Welt bricht mit der Liebe und der Krankheit über ihn herein. Und während Prometheus noch unsere Sympathien besass, weil doch der Wert seiner Leistungen für uns unbestreitbar war, kann sich Faber nicht einmal dessen sicher sein. Ein düsterer Abgesang auf die technische Kultur? Hohes Lied der Liebe? Jedenfalls lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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