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35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Hörspielfassung zu Hesses Meisterwerk
Emil Sinclair ist in "Demian" Ich-Erzähler, und dies ist zugleich der Name, unter dem Hesse den Roman 1917 veröffentlicht hat. Die Geschichte befasst sich mit der Frage, wie ein Mensch zu dem wird, was er ist. Entscheidend ist dabei, dass jeder Mensch auch eine dunkle Seite mit dunklen Gedanken hat. Dem jungen Emil Sinclair war der Zugang zu dieser Seite...
Veröffentlicht am 9. April 2003 von Don Quichotte

versus
29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein eindrückliches Buch
Hermann Hesse: Demian (1919)
Dieser Roman wurde von Hermann Hesse während des Ersten Weltkrieges geschrieben. Er befand sich in dieser Zeit, vom Krieg und von einer unheilvollen familiären Situation gezeichnet, in einer tiefen persönlichen Krise. Hesse setzte sich mit den Lehren C.G. Jungs und Sigmund Freuds sowie mit den Konflikten seiner Kindheit...
Am 3. April 2001 veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das erste Werk des 'neuen Hesse', 22. Mai 2008
Zuerst einmal leider einen Stern Abzug für diese fürchterliche Ausgabe. Am Rand des Textes finden Sie überall Kommentare, Texterklärungen..., willkürlich ausgewählte Begriffe, die definiert werden - so beispielsweise ein Stern am Wort 'Caesar' und an der Seite: 'römischer Kaiser', und die Jahreszahl. Genauso werden einige Worte definiert, die völlig trivial und klar sind, interessante Begriffe werden hingegen nicht analysiert. Manchmal werden Begriffe auch erst beim zweiten Mal ihres Auftretens kommentiert, so wie der Begriff 'Sekte'...
Nein, also das machte das Buch für mich persönlich ganz unangenehm. Ich musste den Rand des Buches mit dem Ärmel abdecken, um nicht von den lästigen, trivialen Erklärungen abgelenkt zu werden. Ganz schlecht gemacht. Wären wenigstens die relevanten Worte ethymologisch erläutert oder aus dem Zeitkontext hervorgehoben und ins Licht gestellt worden - aber das ist hier absolut nicht der Fall.

Nun aber zum Inhalt:
Es ist wieder ein typisch Hessescher Roman, der erste, den er nach der Scheidung von seiner Frau schrieb, als er sich wieder in ein eigenes, neues Leben hineinzufinden hatte, nach dem 1. Weltkrieg und unter dem Einfluss einer Psychotherapie.
Hesse ist Anfang 40. Er ist erfahren, und dennoch auf der Suche. Und damit
spricht er ein breites Publikum an. Denn genauso ist es mit seinem Helden, Sinclair.
Ein Junge auf der Suche, getrieben von Wünschen und Ängsten, hin und hergerissen zwischen der Welt der Eltern und der des Gesindes, der mitten auf seinem Weg plötzlich Demian begegnet - Demian, das ist der Geheimnisvolle, der Wissende, der Erfahrene, der Denker, der Verlocker, der Verführer, Ziel und Schreckensbild zugleich für den jungen Sinclair, Aufrührer und Querdenker, der so gar nicht in die heile Welt der Kindheit zu passen scheint.
Demian scheint überdies über seltsam magische Fähigkeiten zu verfügen, kann er doch scheinbar Gedanken lesen und deutet er doch die Bibel ganz anders als es die Lehrer tun - da ist Kain auf einmal der Gute und Abel der Feige. Das Kainszeichen wird zum zentralen Begriff, der für das Demiansche steht.
Sinclair wächst heran, erlebt das Gymnasium, verlässt die Stadt und den Freund Demian, studiert, trinkt, lebt wild, besinnt sich, sucht. Demian, Demians Mutter (die das Bild einer großen Göttin oder der Urmutter einnimmt) und mancher Weggefährte helfen Sinclair, den Weg zu sich zu gehen und seinen Weg als Schicksal zu akzeptieren.
Ein junger Mensch, der sich verwirklichen möchte, der danach sucht, wer er sein kann - ein aktuelles Thema, das nach dem 1. Weltkrieg, nach dem 2. und in den 60er Jahren besonders begeistert vom Lesepublikum rezipiert wurde.
Zuletzt vergeht Demian auf dem Schlachtfeld und Sinclair bleibt mit einer Erkenntnis zurück.
Ein seltsames Buch, voller Traumbilder, voller Freudscher und Jungscher Psychologie, voll von Pubertät und Sinnsuche, von Erwachsenwerden und Selbst-Sein-Wollen.
Mir hat das Buch gefallen. Nicht umsonst hat Hesse es zunächst unter dem Synonym 'Sinclair' veröffentlicht - er wollte sich damit von seinem Frühwerk absetzen. Es gelang ihm. Der als zu weichlich kritisierte Hesse wurde nicht in Verbindung gebracht mit diesem reiferen Werk, so dass Thomas Mann, der Hesse stets kritisiert hatte, begeistert an den Verlag schrieb: 'Sagen Sie, wer ist dieser Sinclair?'.
Das Buch ist sicher lesenswert, kein großes Hauptwerk, aber voll von Ahnung und Magie und Leben, ich spüre darin eine große Unfertigkeit, wenn ich das so sagen darf, aber diese zieht mich auch an, sie passt zu dem Buch. Es wirkt ehrlich, nimmt den Leser mit, holt ihn ab, belehrt nicht.
Lesenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die mühsame Suche nach sich selbst, 22. Februar 2005
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
In "Demian" aus dem Jahr 1919 zeigt sich ein autobiografischer Leitgedanke, der sich auch durch viele andere Werke von Hesse zieht: der vom Leiden des Erwachsenwerdens (siehe auch: "Unterm Rad", "Peter Camenzind" und letztlich auch der "Steppenwolf"). Hesse selbst hatte eine schwere Kindheit und fühlte sich in das gesellschaftliche Schema regelrecht hineingepresst. Als er dagegen aufbegehrte, fühlte er seinen Willen mit drastischen Maßnahmen gezielt gebrochen, u.a. steckten ihn seine Eltern zeitweise in eine psychiatrische Anstalt. Hesse beklagt, dass dem Mensch oft die Möglichkeit genommen wird, sich frei zu entwickeln.
Auch der junge Emil Sinclair erlebt in der Schulzeit Angst und Unterdrückung, sowohl durch die Erpressung seitens Franz Kromers als auch durch seine autoritären Eltern, an die er sich in seiner Verzweiflung nicht wenden kann. Als er Max Demian kennen lernt, ist Sinclair durch dessen Reife und Ruhe beeindruckt - er findet einen Freund, der ihm hilft, ihm Halt gibt und mit ihm gedankliche Ansätze zum Leben diskutiert. Einige der zentralen Sätze fand ich "Es ist immer schwer, geboren zu werden", "Der Vogel hat Mühe, aus dem Ei zu kommen" und "Es ist etwas in uns, das uns genau so macht, wie wir sind".
Gerade die letzte Aussage zeigt das Bauchgefühl, die Seele des Menschen, die leben und sich entfalten können muss. Der Mensch leidet, wenn er sie unterdrücken muss. Die Wege von Demian und Sinclair trennen sich später. Doch in einer Szene findet Sinclair nach einer durchzechten Nacht im Vollrausch, mit dem er erstmals ein persönliches Tabu übertritt, das Lachen wieder "wie ein Blinder wieder sieht". Das Lachen - Ausdruck der Unabhängigkeit und Lebensfreude - ist auch im "Steppenwolf" (der Höhepunkt in Hesses Schaffenswerk) ein wichtiges Element im Prozess der Selbstfindung.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Famoses Philosophieren über Sein und Schein, 16. März 2007
Bisher war Hermann Hesse weniger mein Fall. Ich kann nicht einmal genau sagen, wieso, seine Bücher hatten schlicht keinen Reiz für mich. Bis mir Demian in die Hände fiel....

Demian erzählt dem Leser von der Jugend des Emil Sinclair, einem Namen, den Hesse kurzzeitig als Pseudonym benutzte. Sinclair ist hin und hergerissen zwischen zwei Welten, der Warmen, Lichten seines Elternhauses und der bösen, dunklen, realen Welt, die ihn gleichermaßen anzieht und abschreckt. Mitten in diesem inneren Konflikt lernt er Damian kennen, der neu in seiner Heimatstadt ist und der ihn für eine Welt, ein Leben jenseits des von ihm geschaffenen Tellerrandes empfänglich macht.

In gewisser Weise hat das Buch autobiographischen Charakter. Auch Hesse litt in seiner Jugend unter starken Depressionen. Er zeigt Sinclair als sensibles, fast unschuldiges Individuum, das von der grausamen, harten Welt im Zeitraum vor und während dem Ersten Weltkrieg von seiner Umbebung korrumpiert und verdorben wird. In seinem Leben existiert nur eine Person, die ihn stets zurück in's Licht führt: Demian, ein Junge, über dessen Motive sich der Leser bis zum Ende nicht klar wird. Ist Demian Mensch, Engel, Teufel, etwas von allen dreien? So variabel die Geschichte des Emil Sinclair auch interpretierbar ist, ihre Großartigkeit ist unbestreitbar.

Demian ist definitiv ein Werk der Weltliteratur. Hesse schuf mit seinem 'Zeugnis' der Sinclair'schen Selbstfindung einen Roman, der gleichermaßen unterhält wie zum Nachdenken anregt, mit einem überraschenden Schluss. Ein Muss für jeden leidenschaftlichen Leser!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein immer aktuelles Thema: Erwachsen-Werden, 5. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist hier schon viel geschrieben worden zu diesem eindringlichen Werk von Hermann Hesse.
Vieles ist von den Rezensenten auch so gut und deutlich herausgearbeitet worden, daß es keiner weiteren Worte bedarf.
Ich fühlte mich zurückversetzt in die schwierige Zeit der Pubertät, in der man auf das behütete Elternhaus" gepfiffen hat, sich - zu Recht oder zu Unrecht - eingeengt fühlte und jede Gelegenheit nutzte, seine Flügel zu spannen, auszubreiten und davon zu fliegen.
All diese Gefühle klingen hier an, und es tröstet auch, aber nicht nur , daß ein Hermann Hesse genau so empfunden und gelitten hat. Dieser Roman ist ein wichtiges Buch für Jugendliche, die in die Phase der Selbstfindung eintreten, kann ihnen wichtiger Begleiter sein.
Er sollte Pflichtlektüre für die Oberstufe sein - schon wegen der hervorragenden deutschen Sprache des Literatur-Nobelpreisträgers Hermann Hesse, der seines Gleichen sucht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ..., 30. Mai 2010
Von 
P. Husfeldt (Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
...Jeder von uns befindet sich vor dem Lesen dieses Buches in einem Ei. Und genau dieses Buch wird das Instrument sein, sich aus diesem Ei zu befreien, denn jeder wird nach dem Lesen eine andere Sicht auf die Welt haben. Einfach klasse.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gedanken zu Demian von Herrmann Hesse, 30. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch habe ich mit 17 Jahren in einer Nacht gelesen, es regelrecht verschlungen. Demian war ein wichtiges Buch für den Eintritt ins Erwachsenenleben und so nahm ich es nun, Jahrzehnte später, neugierig zur Hand, um zu sehen, was es mir als Erwachsene zu sagen hatte.
In klarer und treffsicherer Sprache kann der Leser die Problematik des Protagonisten Emil Sinclair beim Erwachsenwerden nachvollziehen. Die harten und doch notwendigen Prüfungen um von der behüteten Kindheit ins freie, aber auch gefährliche selbstgestaltete Leben.
Durch wie viele Daseinsmöglichkeiten muss der Mensch gehen, bis er die Richtige findet? Wie viele Menschen, die ihn lieben, muss er den Rücken kehren, sie enttäuschen, um überzeugt zu sein, dass diese Entscheidung wahrhaft von ihm selber kommt?
Auch heute bringt mich die Lektüre zum Philosophieren über das Sein, über mein Sein.
Der zehnjährige Sinclair ist hin und her gerissen zwischen dem Wunsch nach Anerkennung des rüden Kromers, der ihn dadurch, dass er ihm Angst macht, beherrscht und der Möglichkeit Kromer zu verraten und so zur Ehrbarkeit, zur guten Familie zurückzukehren. Aber Sinclair sieht keinen Ausweg, fühlt sich schuldig, da er einmal den dunklen Weg eingeschlagen hat. Anstelle sich zu befreien, verstrickt er sich immer mehr in eine Situation, die immer auswegloser scheint, bis sie schließlich durch den älteren Mitschüler Demian durchbrochen wird. Demian zeigt ihm einen Weg, mutig zu sein, zu sich selbst zu stehen, lehrt ihn Angst zu überwinden.
Vielleicht schafft auch der Leser seine Ängste zu überwinden. Demian könnte einen Stein ins Rollen bringen.
Ein wichtiges Buch – heute wie damals, wobei es meiner Ansicht nach ein gutes Buch für Erwachsene ist, für Jugendliche aber absolute Pflichtlektüre.
Demian : die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwafelhaltig, 20. Juli 2012
Von 
Martin Adler (Ravensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Manchmal erfährt man beim Lesen eines Buches ein unbeschreibliches Glücksgefühl, dann nämlich, wenn man dumpf Erahntes plötzlich in einem ganzen Buch ausformuliert vorfindet. Ohne diesen Bezug auf das Erahnte sind es einfach nur viele Worte, zu denen man kein Gefühl entwickeln kann. Diese beiden Extreme besetzt für mich die Lektüre der beiden Romane '"Der Steppenwolf"' und "'Demian'" von Herrmann Hesse. Während beim Ersteren die Spaltung zwischen gesellschaftszugewandter und gesellschaftsabgewandter Persönlichkeitshälfte, oder vielmehr die Unterteilung in tausend kleine Persönlichkeitsbestandteile, die sich alle selbst zu verwirklichen suchen, zu einem großen Roman verwoben wurde, so erschien mir 'Demian' als ein allzu sehr esoterisches Buch über unsichtbare Verbindungen zwischen Personen, das Heraufbeschwören von Bildern und das dem Schicksal überlassene Leben.

Dabei hatte die Geschichte durchaus vielversprechend angefangen: Der zehnjährige Emil Sinclair unterscheidet zwischen einer hellen (Familie, Normen, geliebte Personen, Bekanntes, Gehorsam) und einer dunklen Seite der Welt (große Stadt, Freiheit, Versuchungen). In letztere wird er nach einem Ereignis unversehens hineingezogen: Um vor einem älteren Jungen nicht als Feigling dazustehen, beschwört Emil spontan einen erdachten Diebstahl der Apfelernte eines Dorfbewohners. Anstatt nun aber die gewünschte Anerkennung zu bekommen, gerät er in eine Falle: Der ältere Junge droht, Emil zu verpetzen, wenn er ihm nicht den Betrag gibt, den das vermeintliche Diebstahlopfer als Belohnung für das Ergreifen des Diebs ausgesetzt hat. Da Emil dieses Geld nicht hat, aber seine Eltern die Geschichte auch nicht beichten will, gerät er in Abhängigkeit von diesem älteren Jungen, für den er Geld aus dem Familiensparschwein stiehlt und schließlich sogar arbeitet. Es droht das Schlimmste, als er Erpresser bald sogar fordert, mit Emils Schwester bekannt gemacht zu werden. Doch durch das Wirken Demians, eines geheimnisvollen, frühreifen Jungen aus einer höheren Klassenstufe, wird Emil unverhofft von seiner Abhängigkeit befreit. Demian lehrt Emil, vor niemandem Angst zu haben und nicht unhinterfragt an die gesellschaftlichen Moralvorstellungen zu glauben, sondern stattdessen sich eigene Gedanken zu machen. Emil ist zunächst verstört, als er von Demains Meinungen hört (z.B. sei Kain der eigentliche Held der biblischen Geschichte, da er sich nicht beuge). Im Laufe seiner Jugend aber verinnerlicht er dieses Denken, und auch wenn der Kontakt zu Demian zeitweise abbricht, bleibt immer eine gedankliche Verbindung bestehen zwischen all jenen, die das 'Kainsmal' tragen und auf die gleiche Weise dem vom Schicksal bestimmten Weg folgen, anstatt der üblichen gesellschaftlichen Lebensformen: '"Wer wirklich gar nichts will als sein Schicksal, der hat nicht seinesgleichen mehr, der steht ganz allein und hat nur den kalten Weltenraum um sich."' Alle verehren sie den Gott Abraxas, der nicht nur die 'offizielle gute Hälfte' des Lebens repräsentiert, sondern zugleich ein Gott des Guten und des Bösen ist.

Das Thema scheint vielversprechend, doch durch zu viele unerklärliche Schicksalsfügungen, heraufbeschworene Bilder und telepathische Verbindungen vermindern das Lesevergnügen, so dass das Buch trotz des geringen Umfangs seine Längen hat. Auch manche wunderschöne Sätze und Aphorismen entschädigen das nur teilweise, und wurde ich nach der Lektüre des Jahrhundertromans "Der Steppenwolf" von "Demian" etwas enttäuscht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur wenige leben ihre Ideale aber viele sterben dafür, 29. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Hesses primäre Absicht ist, die innere Entwicklung von Emil Sinclair möglichst genau zu beschreiben. So versucht er keine störenden handlungs- oder spannungsfördernden Elemente einzubauen, sondern alles, was sich ereignet, geht von Sinclair selbst aus. Es sind Gefühle, die im Vordergrund stehen, nicht die Handlung. Man kann noch weiter gehen und alle Situationen, die im Buch vorkommen, auf Emil zurückführen. So ist beispielsweise die Begegnung mit Franz Kromer eine allgemeine Auseinandersetzung mit dem Bösen, das in Emil existiert und ihn sofort überwältigt. Andererseits ist Demian Sinclairs Retter, der allwissende erwachsene und reife Typ, der Sinclair mehrere Male hilft, mit seinen Problemen umzugehen. Obwohl Demian wahrscheinlich eine reale Person darstellt, ist auch er Teil von Sinclair.

Demian ist bereits zu Beginn ein vollkommenes Individuum, das sein Bewusstsein mit dem Unbewussten vereinigt hat. Nach Freud würde er als eine ICH-starke Person bezeichnet werden. Er ist das große Vorbild von Sinclair und erscheint anfangs wie gerufen, wenn dieser mit seinen Überlegungen nicht mehr weiter kommt. Zwischendurch wird diese wegweisende Funktion von Pistorius abgelöst. So durchläuft der anfangs kindliche und unüberlegte junge Sinclair eine ganze Reihe von Stufen der Reflexionen und Selbstwerdung, bis er sich schließlich von Demian lösen bzw. mit ihm vereinen kann und sich selber als seinen eigenen Führer sieht.
Abschließend ausgedrückt, beschreibt das Werk das Werden der Persönlichkeit, was der einzige, oft schwierige Weg zu einem höheren, wertvolleren Leben ist. Der große Feind dieses Prozesses ist die Konvention, die Trägheit und das Flüchten in die Gesellschaft. Hesse betont mit diesem Werk, wie viel sinnvoller es sei, sich mit allen Teufeln und Dämonen zu schlagen, als den Gott der Konventionen anzunehmen."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine große Hilfe, 7. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch hat schon vielen Menschen das Leben gerettet. Es machte einen selbstbewusst und mutiger. Ein zweites dieser Art wird man wohl nie finden. Ich würde es absolut jedem empfehlen. Die Magie, die man hier bei Hesse findet hat nicht einmal ihn je losgelassen und so sollte es jedem gehen, der die Geschichte an sich heran lässt: Es eröffnet sich eine vollkommen andere Welt, das eigene Leben wird komplett auf den Kopf gestellt. Man lernt erneut zu Leben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schöne Geschichte!, 26. März 2009
"Demian" war das erste Werk, das ich von Hermann Hesse las. Es hat mich sehr beeindruckt! Ich konnte das Buch nur schwer wieder weglegen, und was ich während dem Lesen verspürte, war eine Art Zauber. Ja, so seltsam das auch klingen mag, es hat eine besondere Wirkung auf mich gehabt und ich bereue diesen Kauf keineswegs. "Demian" bleibt dem Leser sicherlich lange in Erinnerung!
5 Sterne und mein Tipp an alle, die dieses Buch nicht kennen!
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Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch)
Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) von Hermann Hesse (Taschenbuch - 1. September 1974)
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