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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Hörspielfassung zu Hesses Meisterwerk
Emil Sinclair ist in "Demian" Ich-Erzähler, und dies ist zugleich der Name, unter dem Hesse den Roman 1917 veröffentlicht hat. Die Geschichte befasst sich mit der Frage, wie ein Mensch zu dem wird, was er ist. Entscheidend ist dabei, dass jeder Mensch auch eine dunkle Seite mit dunklen Gedanken hat. Dem jungen Emil Sinclair war der Zugang zu dieser Seite...
Veröffentlicht am 9. April 2003 von Don Quichotte

versus
29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein eindrückliches Buch
Hermann Hesse: Demian (1919)
Dieser Roman wurde von Hermann Hesse während des Ersten Weltkrieges geschrieben. Er befand sich in dieser Zeit, vom Krieg und von einer unheilvollen familiären Situation gezeichnet, in einer tiefen persönlichen Krise. Hesse setzte sich mit den Lehren C.G. Jungs und Sigmund Freuds sowie mit den Konflikten seiner Kindheit...
Am 3. April 2001 veröffentlicht


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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Hörspielfassung zu Hesses Meisterwerk, 9. April 2003
Emil Sinclair ist in "Demian" Ich-Erzähler, und dies ist zugleich der Name, unter dem Hesse den Roman 1917 veröffentlicht hat. Die Geschichte befasst sich mit der Frage, wie ein Mensch zu dem wird, was er ist. Entscheidend ist dabei, dass jeder Mensch auch eine dunkle Seite mit dunklen Gedanken hat. Dem jungen Emil Sinclair war der Zugang zu dieser Seite versperrt, weil in seinem Elternhaus alles rein und perfekt sein musste. Und dennoch weiß er, dass das Leben so rein und perfekt gar nicht sein kann. Er hat Bedienstete beobachtet und belauscht und auch sonst manches mitbekommen. Eines Tages ist er mit anderen Jungen unterwegs, die Geschichten erzählen über kleinere Diebstähle, die sie begangen hätten. Emil Sinclair hat solche "Erlebnisse" nicht zu bieten, also erfindet er eine Geschichte. Diese Lüge führt dazu, dass er erpresst wird. Nun lernt er die dunkle Seite des Lebens kennen. Und dann trifft er einen Jungen, durch den alles anders wird: Max Demian.
Hermann Hesse, der lange Zeit Psychotherapien gemacht hat, hat einmal in einem Traum einen Demian getroffen, der ihn auf seine dunkle Seite aufmerksam gemacht hat. Unter anderem hat die Deutung dieses Traums in der Therapie dazu geführt, dass er lernte, sich selbst mehr anzunehmen. So wie er war. Auch wenn er von Normen abwich. Dieser Prozess der Persönlichkeitsentwicklung wird in "Demian", eingebettet in eine unterhaltsame und sehr nachdenkliche Geschichte, reflektiert. Außerdem ist die während des ersten Weltkriegs entstandene Geschichte ein Plädoyer gegen den Krieg. Ich halte dieses Werk Hesses für überaus empfehlenswert, insbesondere für ältere Jugendliche und junge Erwachsene, aber nicht nur.
Die Hörspielfassung, produziert vom Südwestrundfunk / DerHörverlag, wird der Romanvorlage absolut gerechet. Die Umsetzung ist werkgetreu und zugleich sehr kreativ, was sich im Schnitt und dem zwar sparsamen aber sehr wirkungsvollen Einsatz von Effekten zeigt. Eine gelungene Inszenierung mit wunderbaren Sprechern, allen voran Schauspieler Ulrich Matthes ("Winterschläfer"), und stimmungsvoller Musik!
Fazit: Dieses Hörspiel sollte man sich nicht entgehen lassen!
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos gültig!, 15. Dezember 2006
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Eine ganze Generation von jungen Männern ist in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges umgekommen, verstümmelt oder traumatisiert worden. In Großbritannien spricht man daher noch heute von einer "lost generation". 1917, kurz nach den blutigen Schlachte von Verdun und an der Somme mit nahezu einer Millionen Todesopfern, schrieb Hermann Hesse seinen Roman "Demian", eine Ode an den Wert eines jeden Individuums und an den Mut, sich gegen den Strom zu stellen, um seine Wünsche zu realisieren. Solche Gedanken waren am Ende des wilhelminischen Deutschlands nicht ganz ungefährlich, so dass der Roman erst 1919 unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlicht wurde.

Emil Sinclair, aufgewachsen in einem gutbürgerlichen Elternhaus, ist gleich von seinem neuen Mitschüler Max Demian fasziniert. Er scheint so viel reifer und selbstbewusster als all die anderen. Durch ihn beginnt er, seine anerzogenen Wertmaßstäbe in Frage zu stellen. Ist Gott nur eine Wunschprojektion des Menschen so wie er gern wäre, aber niemals sein kann? Ist es wünschenswert, das Böse, den Kain in uns allen, zu dämonisieren und zu verleugnen? Gibt es für jeden Menschen ein Schicksal? Und wie kann man dieses Schicksal erkennen?

"Es gab keine, keine, keine Pflicht für erwachte Menschen als die eine: sich selber zu suchen. In sich fest zu werden, den eigenen Weg vorwärts zu tasten, einerlei wohin er führt" (150).

Sich nicht anzupassen, Althergekommenes in Frage zu stellen, der Wert eines jeden Menschenlebens: Es wundert nicht, dass "Demian" sofort nach Erscheinen das Kultbuch der gerade aus dem Krieg heimgekehrten Soldatengeneration wurde, die jahrelang auf den Schlachtfeldern in Belgien und Frankreich erfahren hatten, wie wertlos ein Menschenleben doch zu sein scheint. Für sie hatte "Demian" etwas ganz Neues und nahezu Zauberhaftes.

Auch heute ist dieser Zauber durchaus noch spürbar, auch wenn die Geschichte des 20. Jahrhunderts gezeigt hat, dass die Menschheit einen anderen Weg eingeschlagen hat. Dennoch bleibt "Demian" ein zeitloses Buch, in dem jede Generation, jeder Leser, etwas für sich finden kann.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eltern, gebt euren Kinder solche Bücher!, 7. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Demian (Taschenbuch)
Macht aus ihnen keine Abziehbilder eurer Selbst. Lasst ihnen Flügel wachsen. Brecht nicht ihre Eigenart, sondern seit stolz auf sie. Sagt ihnen aber auch, dass das Eigene immer auch das Einzelne bedeutet.
Hesse wirkt in Sprache und Stil nicht mehr zeitgemäß, aber das Thema ist es noch immer. Wie viel Individualität verträgt eine Gesellschaft eigentlich? Hesse`s Hauptfigur Emil Sinclair wächst in einer Zeit heran, in der der Zeitgeist ein kollektiver Untertan ist. Treue, Anpassung, freudige Unterwerfung an ein autokratisches Herrschaftssystem, das keinen Widerspruch und kein gegenläufiges Eigenleben duldet, geschweige denn solche eine Subversion auch noch liebt. Der Ausbruch aus dem Elternhaus ist die Emanzipation aus der Zwangseingliederung in die wilhelminische, uniformierte Gesellschaft. Emil streift diese Zwangsjacke mit Hilfe seines mysteriösen Freundes Demian und dessen Allmutter langsam ab. Er macht alle Metamorphosen eines Jugendlichen durch, hofft auf Erkenntnis und Erlösung, Liebe und Freiheit. Er will beides sein, gut und böse, und will dafür geliebt werden. Dem gebürtigen Calwer gelingt glaubhaft das ewige Misslingen der Jugend, die Liebe und Anerkennung der Alten zu erringen und gleichzeitig deren Weltbild gänzlich zu zerstören. In welche Richtung man solche Versuche missbrauchen kann, zeigt das Ende des Buches.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein eindrückliches Buch, 3. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Hermann Hesse: Demian (1919)
Dieser Roman wurde von Hermann Hesse während des Ersten Weltkrieges geschrieben. Er befand sich in dieser Zeit, vom Krieg und von einer unheilvollen familiären Situation gezeichnet, in einer tiefen persönlichen Krise. Hesse setzte sich mit den Lehren C.G. Jungs und Sigmund Freuds sowie mit den Konflikten seiner Kindheit auseinander, was sich in Demian widerspiegelt.
Dieser Roman handelt von einem Jugendlichen, der in gut behüteten familiären Verhältnissen aufwächst. "Demian" erzählt, wie der Protagonist Emil Sinclair seine Jugend erlebt und dabei auf dem Weg der Selbstfindung ist. Er wird von der Leitfigur Demian, von welcher der Roman seinen Titel erhielt, auf dem Weg zum "Ich" geführt. Nicht der entwickelnde Held Sinclair, sondern die Vermittlerfigur wird zum Titelhelden. Demian muss man als zeitlosen und wegweisenden Botschafter deuten.
Für den zehnjährigen Emil existieren zwei Welten: eine gute und eine böse. Die gute schliesst das Elternhaus und die Familie ein, die böse, dunkle und verbotene alles, was sich ausserhalb des Hauses und der Familie befindet. Diese dunkle Welt übt eine grosse Anziehungskraft auf den jungen Emil aus. In seiner frühesten Kindheit ist er unselbständig, schüchtern, ruhig und ohne jedes Selbstvertrauen, was normal ist für dieses Alter. Durch einen Schulkollegen gerät er in die "dunkle" Welt, die ihn von nun an beschäftigt und ihm schlaflose Nächte bereitet. Erst die Begegnung mit Demian befreit ihn von diesem Problem. Dies ist der Beginn einer engen psychische Bindung Sinclairs an Demian. Emil Sinclair kennt zu diesem Zeitpunkt weder den Weg noch das Ziel seines Lebens. Er bekommt aufgrund von Gesprächen mit Demian Selbstvertrauen und Anregungen, über gewisse Dinge nachzudenken. Danach kommt ein nächster Lebensabschnitt, in welchem er in die Pubertät kommt und das Elternhaus verlässt. Er beginnt, das erste Mal über den Sinn des Lebens nachzudenken. In dieser Zeit hat Emil keinen Kontakt zu Demian. Er lebt in einem Internat und führt einen exzessiven Lebensstil; er trinkt, verschwendet Geld und fliegt beinahe von der Schule.
Nach dieser Zeit der Masslosigkeit gerät er in eine neue Lebensphase: in die der Askese. Er verliebt sich in ein unbekanntes Mädchen, von dem er viel träumt. Ohne dass er mit ihr redet, kann sie ihn zähmen. Er kommt zur Erkenntnis, dass Demian der für ihn richtige Führer ist. Mit der Zeit verliert das Mädchen für ihn an Bedeutung, und er lernt eine neue Figur kennen. Es ist ein Organist, mit dem Sinclair im Gegensatz zum Mädchen in persönlichen Kontakt kommt. Es folgen viele Gespräche, jedoch bemerkt Sinclair schnell, dass dieser Organist in der Vergangenheit nach der Lösung für die Zukunft sucht. Dies entspricht nicht mehr Emils Denken und es kommt zur Trennung. Nach dem Schulabschluss geht er an die Universität. In dieser Zeit trifft er wieder Demian und lernt dessen Mutter Eva kennen. Für Sinclair bedeutet sie Mutter und Geliebte zugleich und ist der Inbegriff der durch die Synthese der Gegensätze erreichbaren personalen Ganzheit. In Emils Träumen kommt eine Frau vor, die so aussieht wie Eva: Sie trägt die Züge seines Schicksals, welche zugleich denen Demians entsprechen. Danach bricht der Krieg aus, Demian und Emil werden eingezogen. Nachdem sich die beiden im Lazarett wiederum getroffen haben, trennen sich die Wege der beiden. Emil Sinclair braucht Demian nicht mehr, er hat zu sich gefunden.
Dies sind die verschiedenen Stationen Emil Sinclairs auf dem Weg, sein eigentliches "Ich" zu finden. Demian ist seine Leitfigur, die er immer wieder verliert und wieder findet. Doch dazwischen trifft er verschiedene Mittlerfiguren geringerer Bedeutung, die ihm weiterhelfen. Demians Ansichten und Philosophie deuten auf die psychologischen Lehren Jungs. Das oberflächliche Unbewusste ist persönlich, und ruht auf einer tieferen Schicht, die angeboren ist. So muss man die vielen verschiedenen Träume Emils deuten. Seine Träume helfen ihm zu erfahren, wie er wirklich ist und wie er leben muss. Seine Zeichnungen ergänzen seine Träume. Entscheidend für diesen Roman ist das Bild des Sperbers. Ein Wappen über der Eingangstüre zu Emils Haus zeigt einen Sperber, der aus einem Ei schlüpft. Dieses Bild bekommt mit der Entwicklung Emils immer wieder eine neue Bedeutung. Demian schreibt ihm einmal, dass der Vogel sich aus dem Ei kämpfe und das Ei die Welt sei. Wer geboren werden will, müsse eine Welt zerstören. Der Vogel fliege zu Gott, welcher Abraxas heisse. Mit dem Bild des Sperbers wird sowohl der Ausbruch des Einzelnen aus den einengenden gesellschaftlichen und moralischen Konventionen als auch die Zerstörung einer überlebten Gesellschaft durch den Krieg in ein Naturbild gefasst. Das Zerstören einer Welt ist nötig, um zum Grundzustand zu gelangen. Dies zeigt Hesses Einstellung zum Krieg. Er ist ein Gegner dieser Gewalttätigkeiten. Dennoch ist es dem Protagonisten Emil in seinem Roman egal, dass er in den Krieg gehen muss, denn für ihn wird dort alles Einengenden zerstört werden, damit er ein neuer Mensch werden kann. Es herrscht beinahe eine Sehnsucht nach Veränderung. Man muss sich von alllem Bisherigen lösen, um sich danach vorwärts entwickeln zu können. Abraxas ist eine Gottheit, die die symbolische Aufgabe hat, das Göttliche und das Teuflische zu vereinigen. Er ist das Symbol der Einheit der Gegensätze. Vieles im Leben ist gegensätzlich. Die zwei Welten Emils sind typisch. Die Wahrnehmung der Polaritäten durchzieht Sinclairs gesamte Wirklichkeitserfahrung. Dass nur der Vernichtung neues Leben entstehen könne, ist Demians Botschaft und Sinclairs Hoffnung. Diese innige Verbindung von Tod und Leben gehört zu den den gesamten Roman strukturierenden Polaritäten. Jeder Entwicklungsschritt im Leben Emil Sinclairs ist geprägt vom Sterben und Neugeborenwerden. Es ist erstrebenswert, all diese Polaritäten zu leben und den Weg zu suchen, um zu einer Einheit zu gelangen. Dies sollte das Ziel sein. Hermann Hesse hat ein eindrückliches Buch geschrieben. Es erfordert gründliches Lesen und ein Auseinandersetzen mit der Lehre C.G. Jungs. Meiner Ansicht nach, muss man entweder sehr einfühlsam sein und sich grosse Mühe geben die Anliegen Sinclairs und Demians zu verstehen, oder man ist selbst auf dem Weg der Selbstfindung. Nur so kann das Buch gemäss Thomas Manns Aussagen "unvergesslich und elektrisierend" wirken. Flurin Item, Kantonsschule Chur
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die das Kainsmal tragen, werden es wissen, 21. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Demian (Taschenbuch)
Mir hat dieses Buch viel Kraft und Mut gegeben. Ich las es das erste Mal in der Schule und war sofort berührt und mitgerissen. Auf eine gewisse Weise hat es mir Dinge erklärt oder fühlbar gemacht, die vorher nicht zu begreifen waren und vor allem: es hat mir gezeigt, daß alles richtig ist, wie es ist. Es wurde mir klar, wieso manche Menschen anders auf mich reagieren als andere, wieso Verbundenheit zwischen Fremden bestehen kann und welche Kraft wir in uns haben, wenn wir daraus schöpfen können. Mir gibt dieses Buch heute noch Kraft,- 10 Jahre nach dem ersten Lesen und mein Glaube an Schicksal und Welt stehen weiterhin fest. Gerade starke Außenseiter mit einem hohen Hang zum Individualismus werden sich darin wiederfinden und daraus schöpfen können. Wir erkennen einander
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur Mut, 4. August 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Es gibt Bücher, die könnten Tagebücher sein. Man liest und entdeckt viele Stücke von sich selbst wieder.
Die Geschichte von "Demian" ist dunkelbunt und handelt vom Wichtigsten, dass einen Menschen beschäftigen kann. Die Suche nach sich selbst. Erst wenn man gelernt hat, die eigene Kreatur zu akzeptieren besitzt man die Kraft sich Höherem zu stellen und irgendwie ist auch alles leichter.
So ist dieses Buch eine Suche nach dem Mut sich all den Schatten und Lichtern in einem selbst zu stellen.
Poetisch, Kraftvoll und zutiefst aufrichtig erschafft Hermann Hesse hier die Person des Emil Sinclair. Ich bin kein Freund vom Auschlachten und Interpretieren von guten Büchern, da sie sonst ihren Zauber verlieren. Doch in diesem Buch steckt wohl auch ein großes Stück von Hesse selbst. Das Gute ist, dass "Demian" nach wie vor zeitgemäß ist. Viele junge Menschen sind heut genauso, wenn nicht noch stärker, orientierungslos und bedürfen eines Weckens.
Leider hindert die schnelllebige Zeit mit all ihren kleinen Unsinnig- und Anhänglichkeite am Vorwärtsleben.
Ein Buch, dass einen die Augen aufbindet.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über das Suchen und Finden des Ich!, 10. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Während sich der Protagonist in diesem Buche selbst sucht, habe ich mich stellenweise in ihm wiedergefunden.
Ich liebe dieses Buch und befürchte nur ich muss, um jede Zeile dieses Meisterwerks in mir aufzusaugen es noch mindestens einmal lesen. Es gibt Bücher bei denen man sich fragt, wie der Autor nur derart genau und präzise Lebensituationen und Gefühle beschreiben kann, die man nur in seinem tiefsten Innern so vorhanden zu sein glaubte. Demian ist für mich - neben der unerträglichen Leichtigkeit des Seins - ein solches Buch.

Faszinierend auch die leichten Hinweise auf die Religion des Buddhismus. Hermann Hesse war in Indien und hat ja auch die Dichtung von Siddharta geschrieben, übrigens sehr lesenswert.

Sich finden, wieder verlieren und sich im Klaren darüber zu werden wer man ist und wer man sein möchte. Das ist für mich die Quintessenz dieses Buches!
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom inneren Weggefährten, 27. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
„Es ist so gut zu wissen, daß in uns drin einer ist, der alles weiß, alles will, alles besser macht als wir selber." (Hesse; Demian)
Dieser 1919 erstmals unter Pseudonym erschienene Roman Hermann Hesses begründet wohl wie kein anderer den frühen Ruhm dieses einzigartigen Schriftstellers. Über weite Wanderungen durch die Seelenlandschaft des „Emil Sinclair" führt uns der Autor in eine geheimnisvolle Gedankenwelt ein, welche sicherlich auch Teile seiner eigensten Anschauungen widerspiegelt: Die Lehre des großen Psychoanalytikers Carl Gustav Jung. „Wer bin ich?", „Was sind die wirklichen Motive meines Tuns?", „Woher komme ich und wohin gehe ich?" - dies sind die Fragen, welchen der Leser in diesem Roman begegnet, und zu deren je individueller Beantwortung durch den einzelnen Leser für sich selbst die Geschichte des Emil Sinclair durch seine Selbsterfahrung, durch seinen Weg zur eigenen Individuation, zur Selbstwerdung anregt und anleitet. Insgesamt eines der herausragendsten Bücher großer Weltliteratur, das wir in jedem Alter verschlingen können, sich aber mit Sicherheit gerade an junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden wendet.
Übrigens wies C. G. Jung einmal darauf hin, daß die großen Probleme des Lebens gar nicht dazu da seien, daß wir sie „lösen", sondern daß es vielmehr darauf ankomme, daß wir unablässig an ihnen arbeiteten. Denn nicht das Ziel, sondern das Streben nach diesem Ziel gibt unserem Leben Inhalt und Sinn - und genau davon handelt dieses wundervolle Buch.
[Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.] (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeder von uns ist Demian, 15. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Wie der Titel schon andeutet, geht es um Emil Sinclairs Jugend. Aber nicht nur das. Es geht um die Jugend von jedem von uns. Denn jeder, der dieses Buch liest, und der noch nicht so alt ist, dass er sich nicht an seine Jugend erinnern kann, wird etwas von sich in diesem Buch wiederfinden. Ich war 18 Jahre alt, als ich es las und war davon beeindruckt, wie gut Hermann Hesse das Gefühl des Erwachsenwerdens eingefangen hat. Ich erkannte mich in Demian wieder und auch in Sinclair. Es war als ob das Buch eigens für mich geschrieben worden wäre. Und obwohl es schon einige Jahre auf dem Buckel hat, hat es nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Die Welt hat sich zwar im Laufe der Jahre verändert, aber die zentrale Thematik des Buches existert immernoch und wird auch weiterhin existieren: Das Haus der Eltern verlassen, eigene Wege gehen, eigenverantwortlich handeln; Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens diese Schritte durch, und daher denke ich, jeder sollte dieses Buch gelesen haben. Er wird eine Menge über sich selber herausfinden... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das erste Werk des 'neuen Hesse', 22. Mai 2008
Zuerst einmal leider einen Stern Abzug für diese fürchterliche Ausgabe. Am Rand des Textes finden Sie überall Kommentare, Texterklärungen..., willkürlich ausgewählte Begriffe, die definiert werden - so beispielsweise ein Stern am Wort 'Caesar' und an der Seite: 'römischer Kaiser', und die Jahreszahl. Genauso werden einige Worte definiert, die völlig trivial und klar sind, interessante Begriffe werden hingegen nicht analysiert. Manchmal werden Begriffe auch erst beim zweiten Mal ihres Auftretens kommentiert, so wie der Begriff 'Sekte'...
Nein, also das machte das Buch für mich persönlich ganz unangenehm. Ich musste den Rand des Buches mit dem Ärmel abdecken, um nicht von den lästigen, trivialen Erklärungen abgelenkt zu werden. Ganz schlecht gemacht. Wären wenigstens die relevanten Worte ethymologisch erläutert oder aus dem Zeitkontext hervorgehoben und ins Licht gestellt worden - aber das ist hier absolut nicht der Fall.

Nun aber zum Inhalt:
Es ist wieder ein typisch Hessescher Roman, der erste, den er nach der Scheidung von seiner Frau schrieb, als er sich wieder in ein eigenes, neues Leben hineinzufinden hatte, nach dem 1. Weltkrieg und unter dem Einfluss einer Psychotherapie.
Hesse ist Anfang 40. Er ist erfahren, und dennoch auf der Suche. Und damit
spricht er ein breites Publikum an. Denn genauso ist es mit seinem Helden, Sinclair.
Ein Junge auf der Suche, getrieben von Wünschen und Ängsten, hin und hergerissen zwischen der Welt der Eltern und der des Gesindes, der mitten auf seinem Weg plötzlich Demian begegnet - Demian, das ist der Geheimnisvolle, der Wissende, der Erfahrene, der Denker, der Verlocker, der Verführer, Ziel und Schreckensbild zugleich für den jungen Sinclair, Aufrührer und Querdenker, der so gar nicht in die heile Welt der Kindheit zu passen scheint.
Demian scheint überdies über seltsam magische Fähigkeiten zu verfügen, kann er doch scheinbar Gedanken lesen und deutet er doch die Bibel ganz anders als es die Lehrer tun - da ist Kain auf einmal der Gute und Abel der Feige. Das Kainszeichen wird zum zentralen Begriff, der für das Demiansche steht.
Sinclair wächst heran, erlebt das Gymnasium, verlässt die Stadt und den Freund Demian, studiert, trinkt, lebt wild, besinnt sich, sucht. Demian, Demians Mutter (die das Bild einer großen Göttin oder der Urmutter einnimmt) und mancher Weggefährte helfen Sinclair, den Weg zu sich zu gehen und seinen Weg als Schicksal zu akzeptieren.
Ein junger Mensch, der sich verwirklichen möchte, der danach sucht, wer er sein kann - ein aktuelles Thema, das nach dem 1. Weltkrieg, nach dem 2. und in den 60er Jahren besonders begeistert vom Lesepublikum rezipiert wurde.
Zuletzt vergeht Demian auf dem Schlachtfeld und Sinclair bleibt mit einer Erkenntnis zurück.
Ein seltsames Buch, voller Traumbilder, voller Freudscher und Jungscher Psychologie, voll von Pubertät und Sinnsuche, von Erwachsenwerden und Selbst-Sein-Wollen.
Mir hat das Buch gefallen. Nicht umsonst hat Hesse es zunächst unter dem Synonym 'Sinclair' veröffentlicht - er wollte sich damit von seinem Frühwerk absetzen. Es gelang ihm. Der als zu weichlich kritisierte Hesse wurde nicht in Verbindung gebracht mit diesem reiferen Werk, so dass Thomas Mann, der Hesse stets kritisiert hatte, begeistert an den Verlag schrieb: 'Sagen Sie, wer ist dieser Sinclair?'.
Das Buch ist sicher lesenswert, kein großes Hauptwerk, aber voll von Ahnung und Magie und Leben, ich spüre darin eine große Unfertigkeit, wenn ich das so sagen darf, aber diese zieht mich auch an, sie passt zu dem Buch. Es wirkt ehrlich, nimmt den Leser mit, holt ihn ab, belehrt nicht.
Lesenswert.
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Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch)
Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend (suhrkamp taschenbuch) von Hermann Hesse (Taschenbuch - 1. September 1974)
EUR 8,00
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