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95 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erfahren-verstehen-glauben
Mit Siddharta zeigt Hermann Hesse, dass zu allen Zeiten in jeder kulturellen Umgebung, der Mensch, das Ich, der Wille und der unbeirrbare Glaube den Mittelpunkt des Universums bilden. Die Begegnungen mit Govinda in den verschiedenen Lebenssituationen Siddhartas spiegeln wider, dass man , obwohl dem Gefühl nach unverändert, für Aussenstehende nur schwer...
Veröffentlicht am 24. Januar 2002 von Uwe S.

versus
32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem Ich
Siddharta ist auf der Suche. Nach dem eigenen Ich, Erkenntnis, Erfüllung, Glück. Auf seiner Suche probiert er viele Wege aus: Von der Askese bis hin zum Leben im Überfluss...Wird Siddharta sich selbst finden?

Ein Buch zum Genießen. Hermann Hesse lässt den Leser in einer wunderschönen Sprache an seiner Gedankenwelt teilnehmen...
Veröffentlicht am 29. Juli 2007 von Oona


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95 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erfahren-verstehen-glauben, 24. Januar 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit Siddharta zeigt Hermann Hesse, dass zu allen Zeiten in jeder kulturellen Umgebung, der Mensch, das Ich, der Wille und der unbeirrbare Glaube den Mittelpunkt des Universums bilden. Die Begegnungen mit Govinda in den verschiedenen Lebenssituationen Siddhartas spiegeln wider, dass man , obwohl dem Gefühl nach unverändert, für Aussenstehende nur schwer nachvollziehbare und gar nicht rechtfertigungsrelevante Veränderungen erlebt. Die in den einzelnen Lebensphasendes Siddharta gesammelten Erfahrungen sind für mich persönlich je nach eigener Stimmung und Umfeld immer wieder die Komposition einer ganz neuen Geschichte. Mit diesem Buch hat Hesse mir unendlich viele Bücher geschrieben, die mir immer wieder Kraft und Freunde, aber auch Nachdenklichkeit bereiten. Die Leichtigkeit der Worte, die Beschreibung der ersten Begegnung mit dem weiblichen Geschlecht, das Lernen der Liebeskünste und die Wichtigkeit der Unabhängigkeit der Seele sind so vollkommen zu erfahren, dass das Buch zu meiner "persönlichen Bibel" aufgestiegen ist. Ein hervorragendes Geschenk für Menschen die im Umbruch sind....und wer ist das nicht. Kamalas Liebeslehre, der Beweis, das Geld nicht Gottes Werk ist - denn durch Reichtum verlor Siddharta seine Tugenden (vorübergehend)- und die Anleitung, dass man mit denken, warten und fasten jedes Ziel erreichen kann,wie der ins Wasser geworfene Stein auf den Grund gelangt sind nur winzige Details, die mich immer wieder zum erneuten Lesen des Buches führen. Mit der Taschenbuchausgabe hat man in leichter Form auch auf Reisen "grosses Gepäck" ;-))
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewegendes Buch mit Tiefgang, 19. November 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Siddhartha. Eine indische Dichtung (Taschenbuch)
Ich habe das Buch gebraucht von einem alten Freund erhalten - eine Ausgabe aus den 60er Jahren, schon etwas abgegriffen und zerfleddert. Ich war damals 16 jahre alt als ich es zum ersten Mal gelesen habe und es hat mich ganz tief im Herzen berührt. Ich war verzaubert und hab die Welt aus anderen Auge gesehen. Es ist so toll aus der Alltagshektik in die Welt Siddarthas abzutauchen, sich an seine Hand nehmen zu lassen und von der Ruhe, dem Frieden zu kosten, den man den niedergeschriebenen, differenzierten und einfühlsamen Zeilen/ Gedanken findet.
Ich habe es immer wiedergelesen und es ist das wunderbarste Buch, das ich kenne und kann es nur weiterempfehlen- zum Selbstfinden oder einfach nur zum Abhängen. Ein ganzer Himmel voller Sterne für dieses kostbare Stück Literatur und Weltanschauung.
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75 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergesslich schön, 11. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Siddhartha. Eine indische Dichtung (Taschenbuch)
Es war mein erstes Buch, welches ich von Hermann Hesse gelesen habe. Für jemanden wie mich, der Bücher in dieser Schreibform noch nicht gelesen hat, war es am Anfang ein wenig schwer. Aber die Geschichte lies mich sehr schnell eintauchen in die Welt von Siddhartha.

Oft lies mich dieses Buch lächeln, aber oft musste ich auch weinen. Nicht weil es so traurig ist, sondern weil es Hermann Hesse gelingt, die Gefühle und Emotionen der Menschen zu berühren.

Dieses Buch hat das Tiefste meiner Seele gestreichelt. Es ist so beeindruckend, dass ich es nicht in Worte fassen kann.

Ich habe mich mit zwei Freundinnen über dieses Buch unterhalten und erstaunlicherweise haben wir drei alle etwas anderes aus diesem Buch für uns heraus gezogen. Das macht dieses Buch sicher auch zu etwas ganz Besonderem. Jeder findet Parallelen zu seinem Leben und seiner Denkweise.

Dieses Buch werde ich sicher noch sehr oft zu Hand nehmen und auch immer wieder lesen. Ein wundervolles Buch!
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106 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Bibel des 20. und 21. Jahrhunderts, 24. August 2001
Von Ein Kunde
Für mich ist Siddharta zur Religion geworden. Religion nicht im Sinne von Nachbeten, sondern im Sinne von Lebensleitfaden. Das Buch alle 1/2 Jahre zu lesen, erleichtert die Seele, nimmt Scheuklappen und gibt neue Kraft und Zuversicht.
Das ich steht im Mittelpunkt, aber nicht als Egoist, sondern als Verständnis der Welt. Bevor ich mit mir nicht im Reinen bin, kann ich es mit niemandem anderen sein.
Dieses Buch ist jedem, der auch nur ganz kurz über sich und seine "Rolle" nachdenkt Pflicht, denn es befreit.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos gültig, 9. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Siddhartha. Eine indische Dichtung (Taschenbuch)
"Siddharta" kann der heute lebenden Jugend vielleicht sogar noch mehr geben, als es vor mehr als 80 Jahren der Fall war. Hesse beschreibt die lange Suche eines Mannes, des zukünftigen Buddhas, nach seinem persönlichem Glück. Er sucht es in der Askese, in der körperlichen Liebe, im Handel, im Alkoholrausch und im Glücksspiel. Doch jederzeit merkt er, dass ihn all dies nicht befriedigen kann. Erst ein jahrelanger Aufenthalt bei einem Fährmann am Fluss lehrt ihn, was für ihn persönlich Glück und Erfüllung bedeutet.
Sich im 21. Jahrhundert auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Unzählige Ideologien kämpfen darum, als einzig wahre Lehre annerkannt zu werden. Seien es die großen monotheistischen Religionen auf der einen Seite, die mit einem Absolutheitsanspruch und festen, nicht verrückbaren, Werten um die Gunst der Menschen buhlen, oder auf der anderen Seite die Theoretiker der Postmoderne, die zu negieren scheinen, dass es so etwas wie Wahrheit oder universelle Werte überhaupt jemals gegeben hat.
Was soll man also tun, um für sich persönlich so etwas wie eine Leitlinie im Leben zu finden? Das jeder Mensch so etwas braucht, ist, wenn man mal näher darüber nachdenkt, nicht zu bezweifeln. Doch wie kann man bis zu diesem Punkt gelangen, sein eigenes Glück, seine eigene Wahrheit zu finden?
Sicherlich ist nicht zu emphehlen Hesses "Siddharta" als Anleitung zum Glück zu lesen und sich, zum Beispiel, jahrelanger Askese oder gar intensiv dem Glücksspiel hinzugeben. Was uns diese kurze Buch aber heute mehr denn je sagen kann ist, dass es jeder Mensch selber in der Hand hat, seinen Weg, seine "Wahrheit, zu suchen und zu finden. Dies ist vielleich zu Beginn des 21. Jahrhunderts, im Zeitalter von Massenmedien und Globalisierung, schwerer denn je, was aber die Suche nach eigenständigen Entscheidungen wichtiger denn je macht. Eine einzige Antwort auf die Frage, wie diese Suche zu gestalten ist, gibt es nicht. Es gibt so viele unterschiedliche Antworten wie es Suchende gibt. Und dieses ist, meiner Ansicht nach, eine Erkentniss, die wir heute aus "Siddharta" schließen können.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Worauf es ankommt, 28. März 2014
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Den unzähligen Rezensionen und Kommentaren zu diesem Buch (die es ja nicht nur hier gibt) noch eine weitere hinzuzufügen - sind das nicht Eulen nach Athen getragen? Vermutlich, aber da der eigentliche Sinn und Zweck meiner Anmerkungen mehr meinem Nutzen als dem Anderer dienen soll (damit ich auch noch in Jahren weiss, was so ungefähr in all den von mir gelesenen Büchern steht), soll mir das egal sein ;-)
Was ist der Sinn des Lebens? Die endgültige absolute Wahrheit? Das worauf es ankommt? Wie so viele andere Menschen plagt sich auch der junge Brahmanensohn Siddhartha mit dieser Frage und obwohl es ihm an nichts fehlt, ist sein Hunger nach diesem Wissen unstillbar. So schließt er sich eines Tages einer Gruppe wandernder Bettelmönche an, begleitet von seinem Freund Govinda. Sie lernen viel, doch noch immer ist Siddharthas Geist nicht glücklich mit dem Erreichten. Als sie von Gotama, dem Erhabenen Buddha hören, machen sie sich gemeinsam auf den Weg in der Hoffnung, von ihm das Geheimnis der Erleuchtung zu erfahren. Während Govinda von dessen Lehre mehr lernen möchte und sich ihm als Jünger anschließt, bleibt Siddhartha skeptisch. Er zweifelt nicht an Buddhas Erleuchtung, hält dessen Lehren aber nicht für völlig schlüssig. So trennen sich die Wege der Freunde und Siddhartha zieht allein weiter...
Die Sprache des Buches klingt altertümlich und zeitweilig gekünstelt, doch sie passt zu dieser Zeit und Region, sodass man sie bereits nach ein paar Seiten kaum noch als etwas Ungewöhnliches wahrnimmt. Dreh- und Angelpunkt dieser eher kurzen Geschichte ist die Suche nach dem was das Leben ausmacht, nach einem Leben in Wahrhaftigkeit - zumindest hat es sich für mich so dargestellt. Hesse gelingt es, im Weg des Siddhartha die unterschiedlichsten Aspekte dieser Suche darzustellen, von einer völlig vergeistigten Lebensweise hin zu einer radikal materialistischen Haltung. Das Alles in einer gut verständlichen Sprache, sodass Sinnsuchende (und andere Interessierte ;-)) jeglicher Couleur hier eine Menge an Inspiration und Anregung erhalten dürften.
Ich empfand diese Buch als eine Bereicherung, wobei sich mir nichts gänzlich Neues offenbarte. Dies mag aber an meinem fortgeschrittenen Alter liegen ;-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Loslassen und vertrauen, 29. Mai 2013
Von 
Deauville "F.M" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Siddhartha. Eine indische Dichtung (Taschenbuch)
Mich hat das Buch Siddharta" von Hermann Hesse sehr berührt.
Zunächst war es für mich interessant, das Leben des jungen Siddharta zu verfolgen. Die ständige Unruhe des Knaben bemerkte ich rasch. Siddharta's einzige Möglichkeit war, sich von seiner Familie und seinem Volk zu trennen. Alleine mit seinem guten Freund ging er auf eine lange Reise. konnte sich den ständigen Gesetzen und Verhaltensweisen seiner Mitmenschen nur entziehen, indem er seinen eigenen Weg suchte.
Für mich sehr interessant und bewegend war es, dass der junge Siddharta nicht an den Lehren anderer interessiert war. Zu Beginn seiner Reise war ihm bewusst, dass er eine Vielzahl von Antworten nur in sich selbst finden kann. Verzicht, ein starker Glaube, intensives Denken und Warten waren zunächst seine ständigen festen Begleiter.

Die Geschichte des Siddharta wurde von Hermann Hesse sehr eindrucksvoll geschildert, weil er den jungen Mann auch in das weltliche Leben, also in das von Menschen mit Gelüsten, solchen die Geschäfte machen, sich amüsieren und ähnliches eintauchen ließ.
Eine gewisse Ohnmacht ließ Siddharta schließlich nach vielen Jahren erwachen und erneut seinen ursprünglichen Weg aufsuchen.

Mich hat bei diesem Buch sehr beeindruckt, dass sich häufig Gegebenheiten wiederholen. Entweder begegnen sich Menschen immer wieder oder aber Ereignisse wiederholen sich in ähnlicher Form. Als Leser gehe ich mit Siddharta durch ein Leben mit Höhen und Tiefen. An manchen Stellen denke ich so wie er, manchmal hoffe ich auch. Ich versuche mich in sein Denken und Handeln hinein zu fühlen und bin beeindruckt, weil er schließlich zu einem alten Freund und zu sich selbst zurückfindet.
Obwohl Siddhara als junger Mann nie die Möglichkeit in sich verspürte, andere Menschen lieben zu können, bemerkt er zum Ende des Buches, wie schwer es für ihn ist, seine gerade gewonnenen Sohn, loslassen zu müssen. Sehr spät erkennt er, dass auch sein eigener Vater ihn als Sohn verloren hatte, so wie Siddharta seinen Sohn in das ursprüngliche Leben in der Stadt zurücklassen muss. Es ist ein ständiges Abschied nehmen und neu begrüßen. Ein Neubeginn und Beenden.

Siddharta hat die Möglichkeit, sich von seiner einstigen Liebe (Kamala) und Lehrerin verabschieden zu können.

Aus meiner Sicht handelt es sich hierbei um ein Buch, das man ohne weiteres öfter lesen kann. Vielleicht erkennt man beim nächsten Lesen andere Dinge, die wichtig sind, die den eigenen Weg in gewisser Weise zeigen.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der bereit ist, nachzudenken, über den Inhalt dieses Werkes und vielleicht auch über sich selbst.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass es auch bei Hermann Hesse's Werk Siddhara" wichtig ist, nicht immer alles verstehen zu wollen. Manchmal ist es von größerer Bedeutung die Botschaften in sich wirken und reifen zu lassen.

Es ist ein sehr gutes Buch!!!

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Maier
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfahrung und Weisheit!, 26. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Siddhartha. Eine indische Dichtung (Taschenbuch)
"Siddhartha" war meine persönliche "Einstiegsdroge" in die Erwachsenenliteratur und Hermann Hesse hat mich viele Jahre begleitet. Nach fünfundzwanzig Jahren habe ich nun "Siddhartha" wiedergelesen, um zu überprüfen, wie ich heute zu diesem Buch stehe. Eine Erfahrung, die sich zu machen lohnt!
Noch immer zolle ich Hermann Hesse Respekt vor einer wirklich wunderbar komponierten Dichtung, die in ihrer Aussage noch immer Gültigkeit hat. Ein Buch für Sinnsuchende mit Antworten, die genügend Raum lassen für die eigene Interpretation, ein Buch für junge Menschen und für begeisterungsfähige Menschen. Ein Buch über den Wert der Freundschaft und über die Suche als Lebenssinn.Alles in allem ein Buch das sich wieder) zu lesen lohnt, auch wenn man es mit wachsenden Jahren nüchterner betrachtet.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Weg der Weisheit, 8. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Siddhartha. Eine indische Dichtung (Taschenbuch)
Gibt es eine Einheit im Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln? Gibt es im Gang durchs Verstehen und Vernünfteln den Weg zur Wahrheit? Oder ist schon der Weg das Ziel? Oder ist es schon die ganze Täuschung, weil 'nicht im Reden, nicht im Denken (die Größe liegt), nur im Tun, im Leben'. So entführt uns Hermann Hesses Buch Siddharta in die Welt der indischen Religionen, der indischen Wahrheitssuche, hinweg aus dem Abendland, wo man seit Sokrates die Wahrheit im unendlichen Gang durch Dialog, Dialektik und Disput gesucht hat. Und nichts fand, als vielleicht den erhebenden Gedanken, dass am Ende, irgendwo draußen in der Zukunft, all die Wunden heilen. Als dem Weg zum weisen, erleuchteten Menschen, der auch lebt, was er gelernt hat, weil er liebt, wie die Welt ihm geworden ist. Auch wenn uns solches Denken fremd ist, wenn es sich nicht mit der kühlen Verstandeslogik fort bewegt, auch wenn dieses uns heute noch schwerer fällt oder als pure Neuromantik vorkommt, so hat es doch viel Versöhnliches, Gütiges, Schönes. Denn der Weg durchs Leben ist der Weg zur Liebe. Ebenso schön wie das Buch, ein Werk für sich, das der Suhrkamp Verlag mit dieser Ausgabe geschaffen hat.

Andere interessante (spirituell-philosophische) Literatur vom Wandern, die den Geist Herrmann Hesses atmet:
Burkhard Wittek: Zu Fuß von München nach Venedig. Reise- und Erlebnisbericht vom Traumpfad über die Alpen. Wiesenburg Verlag, 2007.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganze Welt auf 100 Seiten, 2. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Siddhartha. Eine indische Dichtung (Taschenbuch)
Gerade einmal gut 100 Seiten lang ist dieses Buch, und doch gelingt es Hesse, eine Welt zu erschaffen, in der die wichtigsten Themen, welche die Menschen seit jeher bewegen, zur Sprache kommen. Und ich glaubte, mich selbst oft wiederzuerkennen: in dem rastlosen Sucher, der sich trotz seiner unbeschwerten Jugend unzufrieden fühlt und auszieht, um zunächst als weltabgewandter und enthaltsamer Asket vergeblich nach dem Sinn des Lebens zu suchen, in dem Rebellen, der sich dem weisen Lehrmeister Gotama nicht anschließen will, weil er Selbsterkenntnis und Selbstfindung dessen Lehre vorzieht, dem vergnügungssüchtigen Lebemann und leidenschaftlichen Liebhaber, der sich allen möglichen weltlichen Freuden zuwendet, dem von eben diesem Leben der "Kindermenschen" angeekelten, der seinem Dasein schon ein Ende setzen will, aber in der Natur seinen Frieden wiederfindet, dem fürsorglichen Vater, der durch die unglückliche Liebe zu seinem Sohn "die Wunde brennen fühlt" und dabei im Grunde seinem Sohn doch die Möglichkeit zur Selbstfindung und Selbsterkenntnis zu nehmen versucht, und schließlich dem alten Mann, der die Erleuchtung findet, indem er dem Fluss und einem einfachen, aber weisen Fährmann zuhören lernt, denn: "Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben".
Episodenhaft erscheint uns Siddhartas Leben; die einzelnen Personen, die seinen Weg begleiten, tauchen auf und verschwinden wieder, aber manche kehren noch einmal zurück, denn "alles kommt wieder". (So markiert die zweimalige Wiederkehr des Jugendfreundes Govinda jeweils eine entscheidende Stelle in der fortschreitenden Handlung: Einmal trifft er Siddharta wieder, der gerade seine tiefste Lebenskrise überwunden hat, und schließlich Siddharta, der die Erleuchtung gefunden hat.)
Auch ich selbst befinde mich im Moment am Ende und gleichzeitig am Anfang einer Lebensepisode. Von der Erleuchtung bin ich sicherlich noch weit entfernt, aber wenn man Siddhartas Erkenntnis glauben schenkt, steckt doch alles bereits in mir drin, der Knabe ebenso wie der Greis, denn die Zeit sei nur eine Illusion. Hat nicht jeder von uns schon einmal Siddhartas Gedanken gedacht oder seine Erfahrungen gemacht?
Tragisch sind einige Stellen der Erzählung, z.B. der Tod der einst so schönen Kurtisane Kamala, obwohl er in kurzen, schlichten, sogar etwas distanzierten Worten geschildert wird. Doch auch über diesen Passagen scheint ein unendlicher Trost zu liegen, denn die Grundaussage der Erzählung liegt in einer schier grenzenlosen Hoffnung. Nur einmal, als er vom Sohn verlassen wird, verliert Siddharta vorübergehend die Kontrolle über seine Gefühle, bis er erkennt, dass alles Leiden sich in neuer und doch immer wieder gleicher Form wiederholt, alles einem endlosen Kreislauf gleicht und die ganze Welt bereits in allem und jedem enthalten ist.
Der Grunderkenntnis Siddhartas, die er am Ende seines Weges dem alten Freunde Govinda mitteilt, kann ich mich ohne Weiteres anschließen: "Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können." Einfach, aber wahr, denn: "Weisheit, welche ein Weiser mitzuteilen versucht, klingt immer wie Narrheit". Die Liebe, zu der Siddharta schließlich fähig ist, hat jedoch etwas Vollkommenes, ist frei von Egoismus, Besitzdenken und blinder Leidenschaft. Somit schließt sich der Kreis.
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Siddhartha. Eine indische Dichtung
Siddhartha. Eine indische Dichtung von Hermann Hesse (Taschenbuch - 1. Juli 1974)
EUR 6,99
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