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  • Frost
  • Kundenrezensionen

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen14
3,7 von 5 Sternen
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am 13. Oktober 2004
Es ist kein Wunder, dass "Frost" -- wie eigentlich alle Frühwerke Bernhards -- seine Leser verstört: das Buch macht von der ersten bis zur letzten Seite nicht den Eindruck, überhaupt für Leser geschrieben zu sein. Es ist rauh, kantig, nervtötend ...
Und genau darum ist es so überzeugend. Wir schließen hier nicht nur Bekanntschaft mit dem durch und durch verbitterten Maler Strauch, sondern begegnen vor allem einem ungeschminkten Thomas Bernhard.
Gerade weil "Frost" noch weit entfernt ist von dem eher humoristisch geprägten Stilmanierismus späterer Werke, trifft die zelebrierte Weltverachtung den Leser mit ungebremster Wucht.
Die Finsternis mit Finsternis abtöten, wie der Maler Strauch es nennt -- ein heilloses Unterfangen, dem Bernhard sich in "Frost" hingibt, wie kaum jemals wieder. Das zaubert dem Leser kein Schmunzeln ins Gesicht, sondern schnürt ihm buchstäblich die Kehle zu. Hier wird Literatur zum Sturz in den Abgrund des Wirklichen. Was könnte man Besseres über ein Buch sagen?
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am 18. April 2011
Thomas Bernhards Debütroman aus dem Jahr 1963 handelt von einem jungen Famulanten, der den Maler Strauch im Auftrag von dessen Bruder beobachten soll. Der Maler führt in Weng, einem kleinen Provinznest in Österreich, ein von der Welt und der Menschheit abgekehrtes Leben. Die Aufzeichnungen des jungen Famulanten zeugen vom Leiden und der geistigen Krise des Malers, die dieser in der frostigen Umgebung des österreichischen Berglandes durchmacht. Monologisch entspinnt sich eine Schilderung innerer Zustände des Malers, aus neutraler Position vom Famulanten wiedergegeben. Das Ende hält eine Lebensbeichte des Malers bereit, die die Gründe beinhaltet, die zu seiner inneren Zerrüttung führten.

Bernhards Erstling schildert, ohne mit einer eigentlichen Handlung aufzuwarten, die seelische Zerrüttung eines Leidenden, der sein Handwerk, die Kunst, längst ad acta gelegt hat. In wort- und bildgewaltiger Sprache, mit der Bernhard immer neue Wortkreationen für das körperlich und geistig erlebte Leiden des Malers hervorbringt, setzt er die auftretenden Personen in eine von Kälte, Kargheit und Hoffnungslosigkeit geprägte Umgebung, in der vor allem der menschliche Stumpfsinn vorherrscht. Er lässt den Maler aus einem schier unerschöpflichen Fundus variantenreich über Geschwülste an dessen Körper und dessen Kopf, der angesichts der empfundenen Schmerzen zu zerplatzen droht, und über die Beziehung des Einzelnen zur Menschenmasse fabulieren. Letzten Endes beherrscht der Maler den jungen Famulanten, der von dessen negativer Aura langsam aufgesogen wird.

So eindrucksvoll Bernhard die Absonderlichkeit des Malers Strauch und dessen zerrüttete Seelenzustände auch darstellt: "Frost" fehlt es als Frühwerk Bernhards noch an der sprachlich-musikalisch vermittelten Spannung, die spätere bernhardsche Werke wie "Holzfällen" oder "Beton" auszeichnet und die den Leser bereits nach wenigen Seiten ergreift. "Frost" dümpelt, jedenfalls was die Spannung angeht, leider nur vor sich hin. Angesichts der nüchtern-pessimistischen Kargheit, von der der Roman gekennzeichnet ist, wird der Leser auch nicht unbedingt zum Weiterlesen animiert, zumal es fast völlig an einem "Gerüst" oder einem "Spannungsbogen" fehlt. Das Buch eignet sich daher nicht unbedingt als Einstiegslektüre in die - ansonsten sehr gut eingängigen und geradezu musikalisch arrangierten - Werke Bernhards. Wer aber "Holzfällen" und "Beton" oder auch "Das Kalkwerk" schon gelesen hat, wird sich sicherlich auch für "Frost" erwärmen - oder besser abkühlen:-) - können.
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In Thomas Bernhards radikalem Romandebüt werden die österreichischen Alpen nicht als beschauliche Idylle besungen, sondern als Hölle auf Erden. Ein Student wird in ein vereistes Bergdorf geschickt, um einen Maler zu beobachten. Wie sich herausstellt, ist der Mann schwer depressiv und von einem morbiden Zorn auf die Welt getrieben: Die Bauern im Dorf hält er für vom Schwachsinn gezeichnete Schnapsnasen, Österreich nach dem Krieg für ein gespenstisches Leichenfeld, die Künstler des Landes für lächerliche Dilettanten. Der Maler leidet an der Eiseskälte seiner Gedanken, die sich in düsteren Monologen entladen und sich zu einem obsessiven Abgesang auf das eigene Leben und die Welt als Ganzes steigern. Für den Studenten, aus dessen Protokollen das Buch besteht, sind die Tiraden des Malers schließlich unerträglich. Wie in keinem seiner späteren Werke hält Bernhard in "Frost" seinen Humor zurück und blendet jeden Hoffnungsschimmer aus. Bei der Veröffentlichung 1963 schockierte das handlungsarme, abgründige Buch mit seinem Pessimismus, und auch heute ist der radikale Roman wohl in erster Linie für hartgesottene Bernhard-Fans verdaulich.
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am 17. Mai 2016
Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Ein Assistenzarzt, der seinen Bruder seit Jahren aus den Augen verloren hat beauftragt einen jungen Medizinstudenten, diesen Bruder in einem verlorenen Gebirgsdorf ausfindig zu machen und ihn zu beobachten, ohne zu erkennen zu geben, dass er ihn beobachtet.
Das Buch besteht einerseits aus den Berichten über die 27 Tage, die der junge Medizinstudent mit dem Bruder verbringt, wobei beinahe nur die Gedankengänge des Bruders wiedergegeben wurden und die Gesprächsbeiträge des Medizinstudenten beinahe völlig ausgelassen werden. Andererseits sind, am Ende des Romans die Briefe wiedergegeben, mit welchen der Medizinstudent an den Assistenzarzt Bericht erstattet.
Sowohl der Teil, in welchem die Tageserlebnisse (Zwiegespräche mit dem Maler während der gemeinsamen Spaziergänge), als auch die Briefe spiegelt wider, wie der rational denkende Student progressiv in die emotional dämonische Welt des Bruders verwickelt wird. Die spiralartige Gedankengänge des Bruder spinnen den jungen Medizinstudenten immer mehr ein und zwingen ihn am Ende, die abstruse Gedankenwelt des Bruders (und die Famulatur beim Assistenzarzt) fluchtartig zu verlassen.
Das Buch ist sowohl stilistisch als auch inhaltlich keine leichte Kost und fordert dem Leser einiges ab. In seiner zersetzenden abgrundtiefen selbstzerstörerischen Wucht ist da Buch zutiefst Österreichisch.
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TOP 500 REZENSENTam 2. August 2005
Nach „Auslöschung", dem prosaischen Spätwerk Bernhards, las ich nun beinahe im direkten Anschluss seinen ersten Roman „Frost". Im Jahr 1963 veröffentlicht, schrieb Bernhard diesen Roman im Alter von wenig mehr als dreißig Jahren. Wut, Aggression, sowie Negativität im Text auf der einen Seite und Lebensalter des Verfassers andererseits sind schwer zusammen zu bringen.
Doch gegen wen oder was richtet sich diese Wut, diese Ausweglosigkeit, dieses Trostlose? Wenn in „Holzfällen" die Kulturszene an sich und speziell die österreichische angegriffen wird, und in „Auslöschung" Österreich als Ganzes, der Katholizismus und der Nationalsozialismus, so richten sich in „Frost" Bernhards Aggressionen gegen die Welt, gegen das Leben an sich. Er benutzt Worte wie Ekel und Erregung wieder und wieder. So schreibt ein Mensch, der am Leben, an seinen Mitmenschen, an der Welt als Ganzem keine Freude findet, keine Lichtblicke sieht, keine Hoffnungen entdeckt. So schreibt ein Mensch, der am eigenen Leben nicht hängt.
„Frost" hat bereits eine ungeheure sprachliche Kraft, die sich weitestgehend in der Schilderung respektive der Wiedergabe der ausgesprochenen Gedanken des beobachteten Malers Strauch, aber auch, zum kleineren Teil, der Gedanken des Ich-Erzählers erschöpft. Die Figuren in diesem Roman sind, abgesehen vom Maler Strauch und seinem Bruder, dem Assistenten Strauch, dem nicht auftretenden Auftraggeber des Erzählers, namenlos. Die Wirtin, der Wasenmeister, der Ingenieur, der Holzzieher, der Polizist, der Briefträger: Namen bekommen Bernhards Figuren nicht. Folge ist, dass sie einem fern, fremd bleiben. Man nimmt nicht Anteil an ihrem Sein, an ihrem Schicksal, man bleibt auf Distanz. Das ist von Thomas Bernhard gewollt. Er möchte seinen Groll, seine Entrüstung in den Mittelpunkt stellen, nicht irgendwelche beliebigen Figuren.
Bernhard prägt bereits in „Frost" seinen ihn berühmt machenden Stil, diese sich im Kreis drehende, sich wiederholende Prosa. Dieser Roman ist etwas für geübte Bernhard-Leser, für den Einstieg sollte man beispielsweise „Holzfällen" wählen. Allerdings sei eines gesagt: Ein leichtes Bernhard-Werk gibt es nicht.
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am 3. Dezember 2014
Ein wunderbar lebhaft und spannender Bericht.
hätte ich es bis jetzt fertiggelesen, wäre es nicht so gut----, kein überflüssiges Wort.
Ich lese weiter, eine Stunde pro tag-
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am 12. April 1999
Bevor Du dieses Buch anfängst, solltest Du Dir überlegen, ob Du wirklich bereit dafür bist oder nicht doch lieber ein anderes Buch von Thomas Bernhard lesen solltest (z. B. "Holzfällen - Eine Erregung")... Obwohl dies sein Erstling ist, ist er meiner Meinung nach nicht geeignet, um den ersten Kontakt zu diesem Autor herzustellen. Im wesentlichen geht es darum, daß ein junger, offenbar intelligenter Medizinstudent den Auftrag erhält, einen Maler zu beobachten, alle seine Gedanken und Äußerungen aufzuschreiben, um sie später an dessen Bruder zu melden. Das Buch entwickelt sich immer mehr zu einem unbewußten Kampf zwischen den Gedanken des Malers und des Ich-Erzählers, der mehr und mehr die Kontrolle über den Einfluß dieser seltsamen Person auf ihn verliert. Ein UVNERZICHTBARES Buch für alle, die die Abgründe iherer Seele mit mehr als Horror füttern wollen.. ohne Zweifel ein forderndes Buch, aber wer es liest, wird es als Gewinn betrachten.
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am 6. Oktober 2004
Nach zehn in diesem Roman gelesenen Seiten war ich im Schnitt fertig - nicht mit Lesen, sondern mit der dargestellten Welt und den Figuren; vor allem der des Malers Strauch, dessen Hasstiraden, Hypochondergehabe und Pessimismus der ihm zuhörenden Figur des Famulanten aufgezwängt werden. Was Marlene Streeruwitz in "Verführungen" über Bernhards Literatur schreibt - daß diese den Leser quasi nötige, dem Erzähler und den Figuren ständig zu widersprechen - trifft bei "Frost" allemal zu. In meinem Fall heißt das, daß ich mich nach der Lektüre fast schon körperlich krank fühlte. Seine literarische Originalität kann und will man Bernhard nicht absprechen; die hat er sich mit "Frost" allemal gesichert. Ich bin ja auch kein Freund von schöngefärbten, entproblematisierten Geschichten; da man sich hier als Leser aber regelrecht vergewaltigt fühlt, läßt ein wie auch immer gearteter literarischer Genuß zu sehr auf sich warten (und mal ehrlich - wenn es GAR KEINEN Spaß macht, und sei es nur der Spaß der Problemerkenntnis, warum dann lesen?), als daß man hier fünf Sterne verteilen könnte. Die drei verbleibenden Sterne gibt's, weil es schon eine Leistung für sich ist, den Leser derart zu malträtieren. Frau Streeruwitz, endlich weiß ich, was Sie meinten!
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am 23. April 2009
Jeder Teenager, der sich für cool hält, sollte dieses Buch lesen. Zynismus ist eine Strategie, um eine gesellschaftliche Eiszeit zu überleben. Wer mehr darüber erfahren möchte, der lese Ulf Poschardts Kulturgeschichte der Coolness.
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am 27. Juli 2003
In diesem Roman war die Stilfindung von Thomas Bernhard noch nicht abgeschlossen. Teilweise wirkt es wie von einem anderen Schriftsteller,da der unverkennbare Bernardsche Stil nur selten angedeutet wird.
Da ich die gesammte Prosa von Thomas Bernhard bereits gelesen hab, kann ich ohne schlechtes Gewissen sagen, dass es einer der schwächeren Bücher von Thomas Bernhard,aber durchaus lesenswert ist.
Also wer die ganze Prosa aus seinem Spätwerk (Holzfällen, Untergeher,Wittgenstein,Untergeher,Ja,Korrektur, Alte Meister)
schon gelesen hat,wird mit FROST den frühen Bernhard kennenlernen
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