Fashion Sale Hier klicken Kinderfahrzeuge calendarGirl Cloud Drive Photos Learn More sommer2016 Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen4
4,8 von 5 Sternen
5 Sterne
3
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Preis:14,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 26. März 2013
Jede geschichtliche Herrschaft findet irgendwann einmal ihr Ende. Erstaunlich langlebig scheint dagegen die Herrschaft des Mannes über die Frau, so langlebig und so unabhängig von sonstigen sozialen Veränderungen, dass sie ahistorisch erscheint, gleichsam natürlich, biologisch. Und noch mehr: die Gewalt wird nicht nur als solche kaum bemerkt, sondern von den Beteiligten unterstützt und dadurch reproduziert. Gründe hierfür erörtert der Soziologe Pierre Bourdieu in seinem 1998 erschienenen Spätwerk "Die männliche Herrschaft". Voraussetzung, um Bourdieu folgen zu können, ist die Annahme, dass die Permanenz männlicher Dominanz konstruiert ist - nicht also biologisch sinnvoll oder gar notwendig. Wie viel Einsicht in diese Überlegung versteckt sich doch selbst in der Forderung des alten Briest: "Weiber weiblich, Männer männlich." - vermittelt sie doch indirekt, dass es auch anders gehen könnte.

Bourdieu versteht Herrschaft im Weberschen Sinne: „daß ein bekundeter Wille ('Befehl') des oder der 'Herrschenden das Handeln anderer (des oder der 'Beherrschten') beeinflussen will und tatsächlich in der Art beeinflußt, daß dies Handeln, in einem sozial relevanten Grade, so abläuft, als ob die Beherrschten den Inhalt des Befehls, um seiner selbst willen, zur Maxime ihres Handelns gemacht hätten.“ (Weber: „Wirtschaft und Gesellschaft“) Dass die Herrschenden für ihre Befehle bei den Beherrschten Gehorsam finden, begründet folglich überhaupt erst ihre Herrschaft.

Um Herrschaftsstrukturen erkennen zu können, müssen Erkenntnismittel zur Verfügung stehen, die sich aus anderen Kategorien speisen als aus denen, die von diesen Herrschaftsstrukturen produziert wurden. "Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt", heißt es bei Freud - wer androzentrisch denkt, also in Einteilungsprinzipien, die dem Natürlichen gleichsam abgelauscht scheinen, kann nicht die Willkür erkennen, die hinter Zuordnungen wie "träumerisch" = "weiblich" oder "zupackend" = "männlich" wirkt.

Die Methoden, mit denen erreicht wird, dass die Beherrschten ihre Herrschaft annehmen und unterstützen, grenzen an Magie - eine Magie der Verinnerlichung: die Bewertungs- und Wahrnehmungsschemata sind uns derart unbewusst, dass sie unsere Erkenntnis erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen. Institutionen wie Schule, Kirche und Staat sind derart verfasst, dass sie die Muster der Erkenntnis verstärken und stets aufs Neue in ihren Untergebenen produzieren. Diese Schemata bewusst zu machen hat sich Bourdieu in seiner Schrift zur Aufgabe gemacht. Bewusst gemacht werden soll, dass die von unserem Erkenntnisapparat vorgenommene Einteilung der Dinge und Aktivitäten wiederum willkürlich ist. Dass wir den Sphären männlich/weiblich homologe Gegensätze zuordnen wie hoch/tief, oben/unten, rechts/links, hart/weich, will uns zwar objektiv notwendig erscheinen, ist aber doch "nur" ein konventionelles Spiel von Metaphern, die alles andere als von der Natur vorgegeben sind. Sinn und Ziel dieser nicht nur sprachlich sich niederschlagenden Einteilung ist nach Bourdieu die Rechtfertigung von Herrschaft: „Die soziale Ordnung funktioniert wie eine gigantische symbolische Maschine zur Ratifizierung der männlichen Herrschaft, auf der sie gründet.“ Die sprachliche Seite ist gleichsam Ausdruck und Bewahrer einer solchen Struktur, die sich im Leben der Menschen äußerst handfest manifestiert, ihnen den Bereich ihrer Möglichkeiten vorschreibt, sie zugleich ausrichtet und einschränkt auf die soziale Rolle, die sie gemäß der Ordnung einzunehmen haben.

Bourdieu geht hier v. a. auf die geschlechtliche Arbeitsteilung ein, nicht nur im Beruf, sondern auch im Haus. Wer welche Tätigkeiten verrichtet, sei nicht seinen oder ihren jeweiligen Fähigkeiten geschuldet, sondern den körperlichen Geschlechtsmerkmalen, die er oder sie aufweist. Somit diene der rein biologische Unterschied zwischen den Geschlechtern (sexes) als quasi natürliche Rechtfertigung eines konstruierten Unterschieds im Sinne des Begriffs genre. Gemeinhin spricht man den sichtbaren Unterschieden zwischen den männlichen und weiblichen Sexualorganen die Hauptursache dafür zu, dass "Männer männlich" und "Weiber weiblich" sind, also vernünftig, stark, äußerlich, aktiv beziehungsweise sensibel, schwach, innerlich, passiv. Bourdieu aber spricht ihnen den Status einer gesellschaftlichen Konstruktion zu, die ihre Kategorien wiederum aus Denkweisen generiert, die wiederum in den verschiedenartigen sozialen Status wurzeln, die Mann und Frau jeweils traditionell zugewiesen werden. Ein Teufelskreis der Verschleierung, somit der Reproduktion von Herrschaft.

Bourdieu nutzt seine Erfahrungen über die ethnologischen Strukturen in der Kabylei als Folie für seine soziologische Analyse, allerdings nicht stringent und dadurch in ihrer Erhellungskraft vermindert. Gleichwohl muss es einer ehrgeizigen Zivilisationskritik zur Bestätigung gereichen, dass die Strukturen nordafrikanischer Berbervölker herhalten können für einen erkenntnisfördernden Vergleich mit modernen westlichen Gesellschaften. Bestechend sind Bourdieus Analysen über die sichtbare und die unsichtbare Gewalt, die sich den Körpern nicht nur der Beherrschten, sondern auch der Herrschenden, einschreiben – wie viel Gewalt liegt doch in der Fähigkeit der Gesellschaft, ihren Akteurinnen und Akteuren körperliche Haltungen vorzuschreiben oder zu untersagen. Bourdieu untersucht auch die praktischen Prinzipien, in denen sich die Struktur der geschlechtlichen Teilung im Arbeitsleben zeigt: Frauen finden ihr Betätigungsfeld in einer Erweiterung des häuslichen Bereichs (Krankenhaus, Schule); ihre Arbeit ist untergeordnet und hat Hilfscharakter; der Mann hat das Monopol auf den Umgang mit Maschinen und Technik.

Heute, fünfzehn Jahre nach ihrem ersten Erscheinen, sind Bourdieus Erkenntnisse zwar nicht veraltet, so doch auf seltsame Weise unspektakulär, scheinen sich die analysierten Strukturen in einigen Bereichen westlicher Kulturen langsam zu verändern. So zutreffend für die weitaus meisten Gesellschaften der Erde seine Beobachtungen auch heute noch sein mögen, so verblasst in ihrer Originalität wirken sie doch auf die deutschen gender-sensiblen Leserinnen und Leser. Das mag auch daran liegen, dass die Erkenntnisse in „Die männliche Herrschaft“ sich vorwiegend auf das Heimatland ihres Verfassers beziehen, das kenntnisreiche Beobachterinnen und Beobachter noch immer als paternalistischer und patriarchaler strukturiert beurteilen als das heutige Deutschland. Wie seltsam anachronistisch mögen Bourdieus Beobachtungen erst dem skandinavischen Auge erscheinen?

Gleichwohl herrscht auch hierzulande und heutzutage die Ansicht vor, die Einteilung der Gesellschaft und ihrer Akteurinnen und Akteure sei nicht nur biologisch motiviert, sondern gewissermaßen determiniert. Dass eine Frau sich nach der Geburt um das Kind kümmere, sei eben von der Evolution vorgesehen: da sie eine engere Verbindung zu dem Kind aufbauen könne, von Natur her sensibler sei und es in ihrem Wesen verankert sei, sich um andere zu kümmern. Wie befreiend die Einsicht sein kann, dass auch evolutionär begründet anmutende Strukturen durchaus sozial konstruiert und kontrolliert sein könnten, somit also willkürlich wären, lässt die Lektüre von Bourdieus Traktat erahnen. Welche ungeahnten Möglichkeiten könnten einer Gesellschaft, könnten sowohl Herrschenden und als auch Beherrschten aus einer Befreiung vom Gehorsam erwachsen?
11 Kommentar|14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 23. Februar 2016
Der französische Soziologe Pierre Bourdieu sah die zentrale Aufgabe einer modernen, kritischen Soziologie darin, die "verborgenen Grundlagen der Herrschaft" zu entschleiern, um deren "symbolische Wirksamkeit zu zerstören." In seinem erstmals 1998 veröffentlichten Buch "Die männliche Herrschaft" deckt er das Herrschaftsverhältnis zwischen den Geschlechtern auf beachtlicher intellektueller Höhe auf. Ausgerüstet mit den zentralen Begriffen aus seiner sozialtheoretischen Arbeit und Forschung (der Begriff des "Habitus", des "Feldes" und des symbolischen und kulturellen "Kapitals") unterzieht er die nach dem androzentrischen Prinzip organisierte soziale Ordnung einer objektiven, kritischen und scharfsichtigen Analyse. Bourdieu bleibt auch bei seiner soziologischen Untersuchung der männlichen Herrschaft seiner Arbeitsweise treu, indem er Theorie und Empirie koppelt. Man muss nämlich wissen, dass Bourdieu in den 50er Jahren eine ethnologische Feldforschung in der kabylischen Gesellschaft betrieben hatte, die sich in seinem Gesamtwerk niedergeschlagen hat. Die kabylische Gesellschaftsordnung mit ihren Verwandtschaftsmustern, Heiratsverhaltensweisen und ihrer Mythologie und Ökonomie der sozialen Güter bildet auch hier das empirische Fundament für eine Sozialanalyse des androzentrischen Unbewussten und der androzentrischen Kosmologie, "wie sie allen mediterranen Gesellschaften gemeinsam sind und heute noch, wenn auch nur unvollständig und unzusammenhängend, in unseren kognitiven und sozialen Stukturen lebendig sind."

Das Charakteristikum der männlichen Herrschaft besteht darin, "das Willkürliche des sozialen Nomos in eine Notwendigkeit der Natur (physis) zu verwandeln." Die willkürliche gesellschaftlich konstruierte Einteilung in relationale Geschlechter "wird dann zu der als etwas Natürlich erscheinenden Grundlage und Bürgschaft der gesellschaftlichen Sichtweise, die ihn geschaffen hat." Bourdieu macht nicht nur auf die gesellschaftliche Konstruktion der Körper (der soziale Körper!) und des gesellschaftlich konstruierten Unterschieds als Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern aufmerksam, sondern zeigt vor allem wie die androzentrische Sichtweise mit ihrem herrschenden Einteilungsprinzip (geschlechtliche Arbeitsteilung, die willkürliche Einteilung der Dinge und Aktivitäten (sexueller oder anderer) nach dem Gegensatz von männlich und weiblich) in die Körper der Akteure inkorporiert wird, die zur Verinnerlichung der historischen Strukturen der männlichen Ordnung führen, indem sie "in den Körpern, in den Habitus der Akteure präsent sind, die als systematische Schemata der Wahrnehmung, des Denkens und Handelns fungieren." Die Erzeugung von gesellschaftlich unterschiedenen Körpern ("Geschlechter" als vergeschlechtlichter Habitus) ist ein Resultat einer kollektiven Sozialisationsarbeit (durch Einsetzungsriten in "primiviten" Gesellschaften wie in der Kabylei, durch die Routine und traditionelle geschlechtliche Arbeitsteilung, durch kollektive und private Rituale wie der universalen Heiratsmethode, die den einzig legitimen Ort einer "natürlichen" Sexualität bildet) und smybolischer und praktischer Konstruktionsarbeit (die antagonistischen Prinzipien der männlichen und weiblichen Identität werden in Gestalt dauerhafter Formen der Körperhaltung, der Kleidung und des Verhaltens verkörpert, somit konstruiert) als Abfolge von Unterscheidungsoperationen, "deren Zweck es ist, bei jedem Akteur, Mann oder Frau, die äußeren Merkmale hervorzuheben, die mit der gesellschaftlichen Definition seiner geschlechtlichen Identität am unmittelbarsten übereinstimmen, ihn zu den ihr entsprechenden Praktiken anzuhalten und von unpassenden Verhaltensweisen...abzuhalten."

Ähnlich wie die Feminstin Kate Millett in ihrem Buch "Sexus und Herrschaft" sieht Bourdieu im Geschlechtsakt zwischen den Geschlechtern ein Herrschaftsverhältnis, der Geschlechtsakt ist für ihn nach dem Prinip des Primats der Männlichkeit konzipiert. Die Antinomie von oben oder unten, aktiv oder passiv, das fundamentale Einteilungsprinzip zwischen dem Männlichen, das mit dem Aktiven und dem Weiblichen, das mit dem Passiven gleichgesetzt wird, macht das Herrschaftsverhältnis in der Sexualbeziehung zwischen den Geschlechtern, ihre Asymmetrie in den sexuellen Praktiken und Vorstellungen, allzu sichtbar und offenkundig. Die männliche Sexualität ist ein auf die Penetration und den Orgasmus ausgerichteter Eroberungsakt. Jede Umkehrung der üblichen Sexualpraxis (etwa wenn die Frau beim Liebesakt den oberen Part übernimmt) wird in zahlreichen Kulturen explizit verurteilt. Der Zusammenhang von Sexualität und Macht zeigt sich besonders darin, dass es für den Mann keinen entehrenderen Akt gibt, als sich von einem anderen Mann penetrieren zu lassen: "Man weiß, daß homosexuelles Besitzen in vielen Gesellschaften als Machtdemonstration, als Herrschaftsakt, verstanden wird. ..die Penetration zu dulden kam einem symbolischen Macht- und Autoritätsverzicht gleich."

Nachdem Bourdieu die Bedingungen für die Entfaltung der männlichen Herrschaft aufgezeigt hat, stellen sich für ihn noch zwei wichtige Fragen: warum die Frauen scheinbar freiwillig sich dieser androzentrischen Weltsicht unterwerfen und zum anderen was die Gründe für die Konstanz und Permanenz der männlichen Herrschaft trotz mancher Änderungen in der heutigen Gesellschaft (besonders im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt) sind. Welche Gewalt zwingt die Frauen dazu, die "Objektivität der sozialen Strukturen und der produktiven und reproduktiven Tätigkeiten, die auf einer geschlechtlichen Arbeitsteilung der biologischen und sozialen Produktion gründen, welche dem Mann den besseren Part zuweist" praktisch anzuerkennen? Eine Auffassung, die die Frauen selber für ihre Unterdrückung verantwortlich macht, geht fälschlicherweise davon aus, dass eine symbolische Herrschaft wie die androzentrische Weltsicht, durch eine bloße, auf einer befreienden Bewußtwerdung gründeten Willensanstrengung aufgehoben werden könnte. Man geht davon aus, "die Befreiung der Frauen ergebe sich als automatische Folge der "Bewußtwerdung", wobei man in Ermangelung einer Dispositionstheorie der Praktiken nicht die Opakheit und Trägheit berücksichtigt, die aus der Einprägung der sozialen Strukturen in die Körper resultieren." Durch den Gebrauch und die Verwendung des Begriff des Habitus kann Bourdieu überzeugend und stichhaltig erklären, warum die symbolische Herrschaft ihre Wirkung auch bei den Beherrschten entfalten kann, ihre Sicht und soziale Ordnung "dauerhaft in die Körper der Beherrschten" einprägt. Nur wenn man die "von den spontan an die soziale Ordnung angepaßten Dispositionen, die sie ihnen aufzwingt", zur Kenntnis nimmt, kann man "die paradoxe Logik der männlichen Herrschaft und der weiblichen Unterwerfung, die man zugleich und zudem widerspruchsfrei als spontan und erzwungen bezeichnen kann", verstehen.

Für Bourdieu stellt die symbolische Gewalt oder Kraft somit eine Form von Macht dar, "die jenseits allen physischen Zwanges unmittelbar und wie durch Magie auf die Körper ausgeübt wird." Da für Bourdieu die soziale Ordnung wie eine gigantische symbolische Maschine zur Ratifizierung der männlichen Herrschaft funktioniert, muss man bei der Frage nach der Konstanz und Permanenz "die Geschichte der geschichtlichen Enthistorisierungsarbet" rekonstruieren, das heißt "die Geschichte der fortdauernden (Wieder-)Herstellung der objektiven und subjektiven Strukturen der männlichen Herrschaft, die sich, seit es Männer und Frauen gibt, permanent vollzieht und durch die männliche Herrschaft kontinuierlich von Generation zu Generation reproduziert wird." Die wichtigsten Hauptinstanzen bei dieser geschichtlichen Verewigungsarbeit sind der Staat, die Kirche, die Familie und die Schule. Bourdieu nennt auch die wichtigsten Veränderungen in der Situaton der modernen Frauen und die maßgeblichen Faktoren für ihr Umgestaltung, deren wichtigster der vermehrte Zugang der Mädchen zum Gymnasial- und Hochschulunterricht ist und allgemeiner in der Nicht-Mehr-Selbstverständlichkeit liegt, "daß die männliche Herrschaft sich nicht mehr mit der Evidenz dessen, was sich von selbst versteht, aufzwingt."

Im Anhang stellt Bourdieu einige interessante und kritische Fragen an die Schwulen- und Lesbenbewegung. Es ist klar, dass homosexuelle Beziehungen ein besonderes Gewicht, einen negativen Stellenwert in der männlichen Herrschaft haben, was nicht mit den wahrnehmbaren Geschlechtsmerkmalen, sondern mit der Sexualpraxis zusammenhängt: "Die herrschende Definition der legitimen Form dieser Praxis als einem Verhältnis der Herrschaft des männlichen Prinzips (aktiv, penetrieren) über das weibliche Prinzip (passiv, penetriert) impliziert das Tabu der in die homosexuelle Beziehung eingezeichneten Feminisierung als Sakrileg am Männlichen, d.h. am herrschenden Prinzip." Anstatt aber eine radikale Subversion der sozialen und kognitiven Strukuren der männlichen Herrschaft zu sein, fügt sich die Homosexuellenbewegung in die soziale, "heteronormative" Ordnung, indem sie deren aufgezwungene Kategorisierung mit ihren Klassifikationen und Restriktionen akzeptiert und in ihrem Kampf um Anerkennung es sich zum Ziel setzt, "wieder unsichtbar zu werden, gleichsam neutral und neuralisiert durch ihre Unterwerfung unter die herrschende Norm" mit ihren Forderungen an den Staat, "der stigmatisierten Gruppe in einem feierlichen standesamtlichen Akt die dauerhafte und normale Anerkennung eines offiziellen und öffentlich bekanntgemachten Status zu gewähren."

Bourdieus Sozialanalyse der androzentrischen Weltsicht ist eine Perle der soziologischen Literatur und eine große nachhaltige Bereicherung für die Gender Studies.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. September 2015
ein sehr gut und leicht lesbares werk zum thema kritische männerforschung. eine gesamt gesellschaftliche sicht, losgelöst von eigenen erfahrungen. super!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. November 2014
Ich habe mir das Buch in meinem Studium gekauft und wollte eigentlich nur gewisse Passagen daraus entnehmen, aber das Buch ist so gut geschrieben und so interessant, dass ich einfach alles gelesen habe. Sehr empfehlenswert!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden