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4.0 von 5 Sternen "Eine Erfahrung ist etwas, aus dem man verändert hervorgeht." (Michel Foucault), 15. Dezember 2008
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Rezension bezieht sich auf: Ästhetik der Existenz: Schriften zur Lebenskunst (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
Michel Foucault (15.10.1926 - 25.6.1984) war anerkannter französischer Philosoph. Er widmete sich gleichzeitig der Psychologie und der Soziologie, arbeitete literarisch an den Werken von George Bataille, Stephan Mallarme und auch den Werken der griechischen und römischen Antike. Aus dem Blick der Stoiker, insbesondere der Nachfahren Zenons wie Epiktet, Seneca und Marc Aurel schöpft er Beispiele der Philosophie zur Erklärung seiner Weltsicht. Bezogen auf die Sorge zu sich findet er die Beispiele bei Platon, Epikur, Plutarch und Lukrez, immer dort, wo persönliche Stabilität zu einer Größe der politischen Gemeinschaft wird bzw. werden soll. Denn der rein egoistische Vorstoß zur Individualisierung der Gesellschaft droht zu scheitern, der Blick auf das Gesamte im Sinne der antiken Ideen macht Foucault heute modern. Inmitten diesem Klima wachsender Enttäuschung und erweiterter Perspektivlosigkeit entdeckt Foucault neue und doch bekannte Gefilde, im Fokus eine neue Ethik und eine neue politische Philosophie. Die Wege und Linien dieser Suche finden sich in diesem Buch.

Seine Weltsicht ist eine Analyse des Subjekts aus dem Prämissen und Deutungen der Macht und des Willens und deren wechselseitigen Bedingungen wie des Selbstverhältnisses. Das Subjekt wird entworfen aus der Perspektive der Sexualität, dem Gebrauch der Lüste, wie aus der Perspektive des Strafens (Gefängnisses), hier unter der Berücksichtigung des Dispositivs der Macht. Das dreibändige Werk: "Der Wille zum Wissen" (Sexualität und Wahrheit; Gebrauch der Lüste; Sorge um sich) ist eine Analyse der Selbstfindung des Menschen unter dem Dispositiv der Sexualität, der antiken Sexualität bis zur Knabenliebe und schließlich zur Kultur seiner Selbst (Selbstsorge)

"Eine Ästhetik der Existenz" ist gleichzeitig Buchtitel hier und der Titel eines der letzten Interviews vor seinem Tode. Le Monde veröffentlichte am 15.Juni 1984 dieses Interview und später wurde es ein Gedenken und Andenken an den großen französischen Denker. Foucault wird als Erforscher und Praktiker einer Kunst des Lebens gezeigt, verehrt könnte man sagen, denn diese Ästhetik ist so etwas wie das Schlusswort des Lebens. Diese "Schriften zur Lebenskunst" sind so zu betrachten, dass die Perspektive der Gegenwart historische Fragen beleuchtet, was Nietzsches Genealogie einer Geschichtsschreibung ähnelt und doch darüber hinaus zu einer indirekten Mitteilung wird, eigentlich eine Anfrage "zu denken, zu handeln und zu sein". Dieser vorliegende Band gibt Einsicht in Foucaults Denken, zeigt die Zusammenhänge von Subjektivität (Subjekt) und Wahrheit, Macht und führt zu einer "Sorge um sich" aus dem Primat der Ethik. Ästhetik bezieht er aus der Frage, warum Kunst nur eine Beziehung zu Objekten hat und nicht zu Individuen und fordert in der Antwort deutlich, dass Leben ein Kunstwerk ist, eben Lebenskunst.

Bereichernd sind die Abhandlungen zur Kant'schen Frage: "Was ist Aufklärung?" verbunden mit der Klärung der Modernen im Sinne Baudelaires, das kurze Essay mit dem Titel: "Über sich selbst schreiben" und die vielen Interviews und Vorlesungen, die die Vielfalt seiner Ideen repäsentieren. Die Fragen zur Grenzüberschreitung von Normen werden immer mit Bataille im Diskurs geführt. Batailles "Das obszöne Werk" zeigt, was gemeint ist.

Es gibt weitere hochinteressante Interviews in diesem Buch, die deutlich machen, dass die Themen, die Foucault vor mehr als 20 Jahren angeschnitten hat, heute erst richtig in Gang kommen. Das Buch besteht aus Vorlesungsmanuskripten, Artikeln und Interviews, die Foucault verschiedenen Zeitungen gegeben hat, einer Philosophie der Lebenskunst in einer sehr verständlichen Sprache, insbesondere immer dort, wo der interviewende Diskurs gegeben ist. Alle Texte sind sorgfältig ausgewählt, eben als Einstieg und Überblick der Foucaultschen Philosophie sehr geeignet.
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Ästhetik der Existenz: Schriften zur Lebenskunst (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
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