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4.0 von 5 Sternen Archäologie der frühen Filmtheorie, 16. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Filmtheorie: Kunsttheoretische Texte von Méliès bis Arnheim (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
Helmut H. Diederichs ist Archäologe. Seine Ausgrabungsstätten finden sich jedoch nicht in der Steppe oder in der Wildnis, nein, sein Metier sind die Archive und Bibliotheken, deren Sammlungen von Zeitschriften, Mikrofilmen und Büchern, sein Gegenstand: Frühste Formen der Filmpublizistik. Seine Dissertation befasst sich mit dem Ursprung der deutschen Filmkritik in Deutschland, wie sie wurde, was sie ist (ja, was sie überhaupt ist!). Seine Habilitationsschrift beschäftigt sich schließlich mit der Geschichte der deutschen Filmtheorie, wie also die vom einzelnen Film abstrahierte Wahrnehmung, was Film denn eigentlich ist, was ihn ausmacht, wurde, was sie ist.
Mit "Geschichte der Filmtheorie" hat er gewissermaßen seine Quellen auszugsweise, aber auch zum Teil um russische Beiträge zusammengefasst und eine Geschichte der Filmtheorie anhand ihrer Quellen und Dokumente nachgezeichnet. Berücksichtigt wurden vor allem bemerkenswerte, für gewisse Ansätze repräsentative Texte, des weiteren wurden mehrere Texte nach Gegenstand und Fragestellung in Kapitel gefasst und darin chronologisch sortiert. Diskussionen, Fortschritte, gegenseitige Beeinflußungen werden dadurch mithin sichtbar.
Natürlich ist dies kein didaktisches Buch. Vieles, was darin steht, ist längst hinfällig, hinreichend widerlegt oder schlicht geschmäcklerisch oder borniert eitel. Doch darum geht es nicht: Wer filmtheoretische (Er-)Kenntnisse sucht, die vor dem gegenwärtigen Stand der Dinge Bestand haben (oder aber: ohne die dieser kaum begreifbar wäre) ist mit diesem Buch weniger gut beraten. Seine Stärke bezieht das Buch eher daraus, dass erkenntlich wird, aus welchen Diskussionen, Problemfeldern und Fragestellungen heraus sich die Standardpositionen der Filmtheorie ergaben - auch Kracauer und Balasz haben ihre Klassiker schließlich nicht vom Baum gepflückt, sondern sind erst in Lektüren und Gegenpositionierungen zu weiteren Erkenntnissen gekommen.
Wer filmtheoretisch einigermaßen versiert ist, wird an dieser Sammlung jedoch auch über die Erschließung von historischen Quellen hinaus seine helle Freude haben. Es macht unverhohlen Spaß, die unterschiedlichsten, zum Teil auch recht naiven, zum Teil aber auch vor dem Hintergrund ihrer Entstehung schon beeindruckend weitsichtigen Positionen aus ihren Problemfeldern heraus Stück für Stück nachvollziehen zu können. Mithin entsteht durch diese spannende Lektüre ein geschärfter Blick fürs Ganze der Filmtheorie, der begreifen lässt, dass die heutigen Klassiker allenfalls die kanonisierten Eisbergspitzen damaliger Diskussionen darstellen (auch wenn sie sich größtenteils zu Recht als solche etablierten - keine Frage!). Dass die meisten Texte ungekürzt zu lesen sind, manche aber an sinnfälligen Stellen auch Kürzungen erfahren haben, ist zudem erfreulich. Eine ausführliche Einleitung von Diederichs strukturiert die einzelnen Texte zudem auf verständliche Art und Weise und kann als knappe Zusammenfassung auf engem Raume, die das Exzerpieren beinahe schon hinfällig macht, angesehen werden.
Kurzum: Ganz klare Empfehlung also!
Ein kleiner Schwachpunkt dennoch: Der Titel ist etwas unscharf. Ausgehend von der Lektüre könnte man zu der Überzeugung kommen, dass die Filmtheorie fast ausschließlich auf deutschem Mist gewachsen ist und von russischer Seite aus in einigen Teilfragen Ergänzungen erfahren hat. Dem ist natürlich nicht so gewesen, auch andernorts gab es (wichtige) Diskussionen, die der Filmtheorie ihr Gepräge verpassten. Dies unterschlägt eine so bezeichnete Textesammlung jedoch bereits mit den ersten Worten auf dem Umschlag. Dafür einen Stern Abzug, ansonsten: Topp!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Filmtheorie - eine Sammlung, 24. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Filmtheorie: Kunsttheoretische Texte von Méliès bis Arnheim (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
In diesem Buch sind alle wichtigen Texte zur Filmtheorie zusammengefasst. Von Arnheim, über Balázs, über Eisenstein bis hin zu Pudowkin.
Dieses Buch ist sehr informativ, beschäftigt sich aber vor allem mit dem frühen Film. Wer über den Film im Allgemeinen etwas wissen möchte, ist mit diesem Buch nicht gut beraten. Wer sich allerdings für den frühen Film interessiert, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen.
Unter der Kategorie Fachbuch ist es richtig eingeordnet, denn dieses Buch ist ausschließlich für Fachleute und Medien-bzw. Filmstudenten zusammengestellt.
Alles in allem verdient dieses Buch vier Sterne, da hier alle wichtigen Aufsätze gesammelt sind.
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Geschichte der Filmtheorie: Kunsttheoretische Texte von Méliès bis Arnheim (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
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